Hold on, little ones, the world is waiting for you
Wolken bedeckten den Himmel während ein sanfter Wind durch die Clanterritorien strich. Beerennase hatte sich in die Kinderstube zurückgezogen als sich nach Sonnenhoch, wo es noch sonnig war, der Himmel zugezogen hatte und der Wind aufgekommen war.
Mit einem leisen Ächzen ließ sie sich auf das Moosnest sinken und suchte sich eine möglichst bequeme Liegeposition. Die Kätzin konnte es kaum erwarten, wenn sie sich endlich wieder normal bewegen konnte. Als sie eine bequeme Position zum Liegen gefunden hatte, atmete sie einmal leicht durch und legte ihren runden Kopf auf ihren schneeweißen Vorderpfoten ab.
Dann ging ein leichtes Zittern durch Beerennases Körper. Sie öffnete ihre blattgrünen Augen, die sie kurz zuvor geschlossen hatte, bevor sie ihren Kopf hob. Die Königin kniff ihre blattgrünen Augen leicht zusammen. Ihr Blick wanderte durch das schummrige Licht der Kinderstube in der Hoffnung, dass Leopardenteich hier war. Ihre zuvor ruhige Atmung veränderte sich, wurde flacher und schneller. Dann zuckte Beerennase zusammen als sie ein plötzliches schmerzvolles Zusammenziehen spürte. "Ah..." , entwich ihr leise. Ihre dornenartigen Krallen gruben sich in das Moosnest während sie versuchte, ihre Atmung und ihren Herzschlag zu beruhigen, der sich ebenfalls beschleunigt hatte. War es bereits so weit? Sie hatte erwartet, dass sie noch ein paar Tage haben würde. Ungeduldige, kleine Fellbündel. Ihre Lefzen zuckten leicht. Teilten die Jungen die Hitzköpfigkeit und das Temperament ihres Vaters? Großartig.
Tief atmete die Königin ein während sie ruhigzubleiben versuchte. Sie atmete den vertrauten Duft der Kinderstube nach den Moosnestern, der Milch und der inzwischen schaler werdende Geruch von Leopardenteich ein. Beerennase spürte eine leichte Panik, die sie überkam trotz der vertrauten Gerüche des Baus, die sie ein wenig beruhigten. Ganz ruhig, Beerennase. Ganz ruhig. Natürlich hatte sich die Kätzin im Vorfeld mit verschiedenen Kätzinnen über Geburten gesprochen, hauptsächlich allerdings mit Silberlicht und Leopardenteich. Sie wusste, dass es leichte Geburten gab aber auch Geburten, bei denen Königinnen tagelang litten. Großer SternenClan, bitte nicht!
Ein weiterer, starker Schmerz fuhr in ihren Leib. Stärker dieses Mal. Die Kätzin presste ihre Kiefer aufeinander, kniff ihre blattgrünen Augen zu und nestelte an dem Moos unter ihr herum während ihr braungestreifter Schweif zuckte. Sie wollte kein Aufsehen erregen, vielleicht verging der Schmerz auch wieder und sie täuschte sich nur mit dem Zeitpunkt. Trotzdem entkam ihr ein leises, gequältes Wimmern.
Wieselfeuer! Der Wunsch ihren Gefährten in diesen Herzschlägen bei sich zu haben, wurde stärker. Wo war er? Draußen beim Frischbeutehaufen? Auf Patrouille? Sollte sie seinen Namen rufen? Würde er sie außerhalb des Baus überhaupt hören? Ein gepresstes Keuchen entkam der Königin während sie sich auf die Seite drehte, um den Druck besser aushalten zu können.
Der nächste Schmerz kam schneller als sie gehofft hatte und ließ sie daran denken, was gerade vermutlich passierte. Ihre und Wieselfeuers Jungen würden bald zur Welt kommen. Der Gedanke ließ Wärme in ihr aufkommen. "Große Ahnen..." , murmelte sie während ihr blattgrüner Blick zum Eingang der Kinderstube wanderte, in der Hoffnung, das vertraute schwarz-weiße Fell ihres Gefährten und seine bernsteinfarbenen Augen zu erblicken. Noch hielt sie durch. Allerdings wusste sie, dass die Wehen stärker werden würden. Spätestens dann würde sie jemanden holen oder nach jemandem rufen müssen. Inzwischen ging ihr Atem stoßweite während sich ihr Körper erneut anspannte. Verdammt, beweg deinen Fellhintern hierher! Gedanklich entschuldigte sie sich bereits für das Fluchen während sie ihre blattgrünen Augen wegen dem Schmerz zusammenkniff.
Meisterin der Jagd
Alias — Jacky
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Der Wind wehte dumpf über das Lager hinweg. Nur das leise Keuchen aus der Kinderstube durchbrach die Stille. Doch zeitgleich...
Ein leises, kehliges Lachen.
Nicht laut, aber es schien überall zugleich zu sein.
Zumindest in den Ohren von Wieselfeuer.
Das Lachen übertönte, was aus der Kinderstube an Geräuschen kam.
Splitterpfote saß plötzlich am Rand des Baus, halb in Nebel gehüllt, halb im Schatten der dichten Wurzeln. Sein Fell schimmerte blassgolden, wie Staub im Abendlicht, und seine grünen Augen funkelten höhnisch.
„Wie rührend.“
Die Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, aber sie schnitt durch die Luft wie eine Kralle.
„Deine Gefährtin liegt da drin, reißt sich für dich die Seele aus dem Leib... und du stehst hier und atmest frische Luft.“
Er grinste. Herausfordernd. Überheblich.
„Ein echter Held des NebelClans.“
Splitterpfote stand auf, schlich ein paar Schritte näher. Sein Gang war fließend, aber die Pfoten berührten den Boden nie ganz, als würde er über ihn gleiten.
„Sag mal … fürchtest du dich davor, was du da drin siehst?“
Er neigte den Kopf, die grünen Augen glänzten wie kaltes Glas.
„Oder davor, dass du sie verlierst? Dass du zu spät kommst?“
Der Wind zerrte an seinem Fell. Sein Lächeln wurde breiter.
„Ich wette, sie ruft schon nach dir. Vielleicht ruft sie auch nur, damit du ihre Schreie hörst, wenn’s schiefgeht.“
Splitterpfote lachte leise, ein widerlich jugendliches, aber leeres Geräusch.
„So wie mein Freund … der hat auch gerufen, als der Pfad unter uns zusammengebrochen ist. Ich wollte ihm helfen, aber ich war einfach … schneller.“
Er trat näher, bis sein Gesicht fast auf Höhe von Wieselfeuers war.
„Hoffentlich bist du das auch, Wieselfeuer.“
Ein kalter Windstoß trieb vertrocknetes Laub über den Boden. Als er abebbte, war der Schüler verschwunden. Nur das Echo seines Spottes blieb in der Luft hängen:
„Oder willst du ihr auch nur zusehen, wie sie stirbt?“
Unbekannte Pfote
Alias — Leitung
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Der schwarz-weiße Kater war grade bei der Lagerlichtung, atmete die frische Luft und genoss den Anbruch dieses Tages. Beerennase würde diesen Mond ihre Jungen erwarten und der Kater konnte es kaum abwarten. Doch plötzlich hörte er eine Stimme und erschrocken sah er zur Seite, wo er einen Schüler erkannte. Etwas stimmte hier nicht, er hatte ein unheimliches Gefühl bei der Sache und die Worte, die der Schüler zu sagen hatte, machten alles nur schlimmer. Innerlich wollte Wieselfeuer loslaufen. Sofort zur Kinderstube rennen und nach Beerennase schauen, doch er war wie gefesselt, lauschte den Worten des seltsamen Katers und als dieser plötzlich verschwand, war es, als hätten sich Fesseln gelöst, die Wieselfeuer an Ort und Stelle gehalten hatten. Sterben? Was war das und was spricht er da? Wieso sollte Beerennase sterben? Sie ist eine gesunde Königin und alles wird gut verlaufen! Der Krieger versuchte sich selbst gut zuzureden, als seine Pfoten ihn schnell zur Kinderstube trugen. »Beerennase! « rief er hinein und sofort stürzte er zu seiner Gefährtin, die offensichtlich schmerzen hatte. Er schmiegte sich kurz an ihre Wange »Ich hole Silberlicht, alles wird gut Beerennase, du bist stark und ich bin bei dir! « tröstete er seine Gefährtin und wünschte sich, dass er ihr die Schmerzen nehmen könnte. Doch vorerst musste er sie alleine lassen, er musste zu Silberlicht, denn nur sie wusste wirklich, wie man Junge zur Welt brachte. Und so verließ Wieselfeuer die Höhle eilig und wurde wie automatisch zum Heilerbau getragen. So endlos viele Gedanken rasten dem Krieger durch den Kopf und doch konnte er keinen einzigen klaren Gedanken fassen. Er preschte in die Heilerhöhle, wirbelte sogar etwas Staub auf, als er zum Stehen kam »Die Junge! Beerennase! « rief er schockiert als er Silberlicht ansah. »Schnell Silberlicht, die Junge kommen und Beerennase hat Schmerzen! « rief er panisch und er blieb widerwillig stehen. Vielleicht brauchte Silberlicht seine Hilfe, um etwas zu tragen und er war froh, dass die Heilerin nun da war. Sie würde die Situation anleiten, würde ihn und sicherlich auch Beerennase beruhigen können. Er hatte ein großes Vertrauen in die Heilerin und er merkte auch, dass sie wirklich wie eine Freundin für den Kater geworden war, seit sie durch die Junge so viel miteinander zu tun hatten. Und dennoch hielt ihn noch diese Begegnung fest..er müsste Silberlicht auch dazu befragen, aber das musste warten..
Alias — Efeu
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Während der sanfte Wind über das Lager des NebelClans hinwegstrich, hatte sich Silberlicht in den Heilerbau zurückgezogen und begonnen, ihre Vorräte für die Blattleere durchzusehen. Möglicherweise würde sie mit ihrem Schüler losziehen und die Vorräte aufstocken müssen.
Ihre großen Ohren waren aufmerksam aufgestellt und nahmen das Trommeln von Pfoten wahr, das sich ihrem Bau näherte. Die silbergraue Kätzin drehte sich um als Wieselfeuer in ihren Bau gestürmt kam, beim Bremsen Staub aufwirbelte und schließlich zum Stehen kam. Bevor sie fragen konnte, was ihn so schnell herführte, begann er bereits zu sprechen. »Die Junge! Beerennase!« , rief der Kater schockiert als er die Heilerin ansah. Eigentlich hätte es sich Silberlicht schon denken können. Dennoch blickte sie ihn für einen Herzschlag allarmiert an. »Schnell Silberlicht, die Junge kommen und Beerennase hat Schmerzen!« , fuhr er panisch fort und schien nur widerwillig stehen zu bleiben.
Sie fuhr hoch, sprang fast auf ihre schmalen Pfoten als Wieselfeuers Ruf vollständig in ihr Bewusstsein drang. Die Worte Junge und Schmerzen reichten. Mehr brauchte es nicht. Ihr Körper reagierte glücklicherweise schneller als ihr Verstand. Die eingeübten Bewegungen waren ein Resultat aus Monden der Vorbereitung und ihrer Erfahrung, die sie durch vorhergehende Geburten gesammelt hatte.
"Ganz ruhig, Wieselfeuer." , miaute sie mit sanfter aber fester Stimme, um den panischen, aufgebrachten Kater zu beruhigen. Nachdem er ihre Jagdkenntnisse aufgefrischt und sie wegen der Jungen so viel miteinander zu tun gehabt hatten, war er für die Heilerin zu einem Freund geworden. "Atme durch. Du hilfst Beerennase nicht, wenn du panisch wirst. Damit lässt du sie nur ebenfalls panisch werden." , fügte sie beruhigend hinzu bevor ihre smaragdgrünen Augen den Krieger für einen Herzschlag lang musterten. Sie sah die Angst in seiner Haltung, das Zittern, das er zu verbergen versuchte. Es war ein für sie inzwischen vertrautes Bild. Die Gefährten litten oft genauso wie die Königinnen, manchmal sogar mehr, weil ihnen die Pfoten gebunden waren und sie die Kätzinnen nicht vor deren Schmerz und den Qualen der Geburten schützen konnten.
Silberlicht suchte sich mit geübten Bewegungen Mohnsamen, Himbeerblätter und ein Bündel sauberes Moos zusammen, ohne weiter Zeit zu verlieren. Die Kätzin sandte ein kurzes, stummes Gebet an den SternenClan. Große Ahnen, schützt Beerennase während der Geburt, führt meine Pfoten und lasst mich nicht versagen.
Als sie das Bündel mit allem anhob, was sie brauchen würde, glitt ihr Blick noch einmal zu Wieselfeuer. "Bleib hier oder komm mit. Aber entscheide dich jetzt." , miaute sie leise während sie auf den Ausgang ihres Baus zusteuerte. "Wenn du aber dabei bist, musst du ruhig bleiben. Für sie."
So schnell sie konnte, ohne zu stolpern, wie es typisch für Silberlicht gewesen wäre, überquerte sie die Lichtung und eilte zur Kinderstube.
Dort schlug ihr der Duft bereits entgegen, noch bevor ihr smaragdgrüner Blick die werfende Kätzin finden konnte: warme Milch, feuchtes Moost und Beerennases Angst. Silberlichts Ohren zuckten als sie Beerennases gepresstes Keuchen hörte. Keine Zeit verlieren!
Sie näherte sich der Kätzin. "Beerennase." , miaute sie mit weicher Stimme als sie sich neben die Königin legte und ihre Kräuter ablegte. Silberlicht drängte sich der Königin nicht auf, berührte sie nicht sofort sondern ließ sie zunächst nur wissen, dass sie da war. "Ich bin hier. Du machst das gut. Atme mit mir."
Schließlich legte sie ihre Pfote ruhig an Beerennases Schulter. Die Heilerin spürte das Zittern und die Anspannung der braungestreiften Kätzin. Prüfend glitt Silberlichts Blick über den Leib der Kätzin. Ihre Wehen waren stark und schienen regelmäßig zu kommen. "Es ist so weit." , miaute Silberlicht ruhig. Es lag keine Unsicherheit in ihrer Stimme, auch wenn ihr Herz raste. "Dein Körper weiß, was zu tun ist." , fügte sie aufmunternd hinzu während Beerennase der silbergrauen Kätzin einen Blick aus dem Augenwinkel zuwarf während sie sich auf ihre Atmung zu konzentrieren versuchte.
Silberlichts Blick wanderte zu Wieselfeuer. "Setz dich zu ihrem Kopf. Sprich mit ihr. Sie braucht deine Stimme." , miaute sie bevor sie mit ihrer Arbeit begann
Die Welt der Heilerin schrumpfte auf wenige Dinge zusammen: Atmung, Spannung, Bewegung, leise Anweisungen, ermunternde Worte. Immer wieder der gleiche Rhythmus während eine lange Zeit verging.
Schließlich, als sich Beerennases Körper erneut krümmte, senkte Silberlicht den keilförmigen Kopf. "Jetzt." , flüsterte sie. "Mit dem nächsten Drücken."
Nach der langen Zeit, in der die Königin gelitten hatte, durchschnitt ein scharfer Schrei Beerennases die Kinderstube. Instinktiv handelte Silberlicht als das kleine, feuchte Fellbündel in das von ihr vorbereitete Moos glitt. Die Heilerin biss die Hülle auf, hob das kleine Fellbündel vorsichtig hoch bevor sie es zu Wieselfeuer legte. "Trockenlecken. Gegen den Strich." , wies sie ihn kurzangebunden an bevor sie sich wieder auf die braungestreifte Kätzin konzentrierte. "Eine Tochter." , fügte sie etwas freundlicher hinzu bevor sie Wieselfeuer ein leichtes Lächeln zuwarf und sich anschließend wieder auf Beerennase fokussierte.
Die Heilerin gab sich Mühe, weiterhin ruhig zu bleiben während Beerennase ihre dornenartigen Krallen in das Moosnest grub. Das zweite Junge kam schneller als erwartet. Stumm dankte Silberlicht dem SternenClan dafür, dass die Königin gesund geblieben zu sein schien und dafür, dass sie die braungestreifte Kätzin nicht noch länger zu quälen schienen. Auch hier biss sie die Hülle auf und begann das Junge trocken zu lecken während Beerennase mit bebenden Flanken auf ihrem Moosnest lag. "Ein Sohn." , maunzte die silbergraue Heilerin mit einem Lächeln zwischen den Zügen ihrer rauen Zunge. Sie fühlte sich selbst erschöpft aber das war sicher nichts im Vergleich zu dem, wie sich Beerennase fühlen musste.
Als sie den jungen Kater trocken geleckt hatte, legte sie ihn vorsichtig an Beerennases Bauch und überprüfte sowohl den Sohn als auch die Tochter noch einmal, um sicherzustellen, dass mit ihnen alles in Ordnung war. Silberlicht zählte die Atemzüge der Jungen, prüfte deren Wärme und ihre Bewegungen.
Erst jetzt ließ sie den Druck von sich abfallen.
"Unsere Ahnen waren gnädig." , schnurrte sie mit einem Lächeln. "Du hast es geschafft, Beerennase." , fügte sie schnurrend und lächelnd hinzu. Dann wanderte ihr smaragdgrüner Blick zu Wieselfeuer weiter. "Herzlichen Glückwunsch zu eurer Familie." , schnurrte sie bevor sie sich auf ihre zierlichen Pfoten erhob.
Ihre Beine zitterten leicht als sie die Kinderstube verließ. Silberlicht hatte Beerennase die Mohnsamen da gelassen, die die Königin vor dem Schlafen einzunehmen hatte, und begab sich wieder zum Heilerbau.
Ahnenkind
Alias — Jacky
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Die Sonne begann sich am Horizont für die Nacht zu betten und warf letzte, warm wirkende Strahlen auf die Welt unter sich.
Eine Welt von der Spatzenjunges noch nichts wusste und eine Welt, die noch nicht im Ansatz erahnen konnte, was mit diesem kleinen Jungen auf sie zukam.
Etwas woran sich die Kätzin in Zukunft nicht erinnern können wird passierte an diesem Sonnenuntergang. Alle anderen anwesenden Katzen hingegen würden sich für immer an diesen Moment erinnern.
Der Wechsel von wohligem warm zu einem ungewohnten kalt stellte die Geburt von Spatzenjunges dar. Schnell fuhr eine raue Zunge über ihren kleinen Körper und schon wenige frische Herzschläge später lag die kleine Kätzin am Bauch ihrer Mutter. Die Augen geschlossen, die Ohren noch zu, war der Geruch das einzige womit sie sich orientieren konnte und der Geruch von ihrer Mutter und Milch war es, der sich sofort einprägte.
Schon in den ersten Momenten ihres Lebens ließ Spatzenjunges erahnen wie zielstrebig wie werden würde. Hartnäckig kämpfte sie sich durch das Fell ihrer Mutter bis Milch ihren Hals hinunter floss.
Unterbrechen ließ sie sich nur, als ein weiterer kleiner Körper neben ihr Platz fand. Er fühlte sich bekannt an und gab ihr das Gefühl jetzt vollständig zu sein. Es war ihr sofort klar, dass Schwalbenjunges neben ihr schon immer und für immer zu ihr gehören würde.
Erschöpft von der Geburt und mit einem dicken, runden Bauch kuschelte sich Spatzenjunges tief in das Fell ihrer Mutter und eng an ihren Bruder. Sie war bereit diese Welt schon bald zu erobern.
Alias — Nici
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Der zweite Schmerz durchzog den Körper ihrer Mutter wie eine nachhallende Welle. Und aus ihr wurde Schwalbenjunges geboren.
Die Welt empfing ihn mit Kälte, mit Luft, mit einem Raum, der größer war als alles, was er bisher gekannt hatte. Die Zunge seiner Mutter brachte Wärme zurück, rieb über seinen schmalen Rücken, über die noch feuchten Flanken, bis sein kleiner Körper zu zittern begann und schließlich atmete.
Doch noch bevor Hunger ihn leitete, noch bevor er verstand, wo oben und unten war, lag etwas anderes in ihm. Ein Wissen.
Es war nicht klar für ihn und auch nicht greifbar. Es war wie ein... ein Ziehen. Ein stiller Faden, der in eine bestimmte Richtung führte. Spatzenjunges. Während sie sich kämpfend durch das Fell ihrer Mutter arbeitete, spürte er die Bewegung an seiner Seite wie eine vertraute Strömung. Sein Kopf drehte sich suchend. Seine Pfote streckte sich aus, noch unkoordiniert, noch schwach... und dann traf seine Pfote auf warmes, lebendiges Fell.
In dem Moment, in dem ihre Haut sich berührte, beruhigte sich sein Atem. Er konnte nichts sehen. Nichts hören. Und doch war da das Gefühl, dass dies kein erstes Aufeinandertreffen war. Dass diese Nähe nichts Neues war, sondern eine Fortsetzung. Spatzenjunges drängte sich weiter voran, entschlossen, hungrig. Schwalbenjunges blieb einen Herzschlag zurück, nur um sich dann dichter an sie zu schieben. Seine Stirn lehnte sich gegen ihre Schulter, als würde er sich vergewissern, dass sie wirklich hier war. Und sie reagierte. Ihr kleiner Körper wich nicht aus. Sie ließ ihn an sich. Rückte sogar näher. Ihre Bewegungen wurden ruhiger, gleichmäßiger, sobald er sie berührte.
Es war kein zufälliges Aneinanderliegen zweier Neugeborener. Es war, als hätten ihre Körper bereits gelernt, aufeinander zu hören.
Wenn sie sich spannte, spannte er sich mit. Wenn ihr Atem schneller ging, folgte seiner. Als sie schließlich satt innehielt, tat er es ihr nach und sank anschließend zur Ruhe. Ihre Flanken hoben und senkten sich im gleichen Takt. Hätte man sie beobachtet, hätte man vielleicht nur zwei Junge gesehen, die dicht beieinander lagen. Doch zwischen ihnen lag etwas Unsichtbares, das stärker wirkte als Instinkt. Ein Band, das nicht erst an diesem Sonnenuntergang geknüpft wurde. Schwalbenjunges winzige Pfote ruhte auf Spatzenjunges’ Rücken, selbst als der Schlaf ihn holte. Und in diesem Schlaf schien sein Körper noch immer zu wissen, wo sie war. Als wäre es nie anders gewesen.
Alias — Leni
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Beerennase bezweifelte, dass sie jemals so starke Schmerzen empfunden hatte. Und dass jeder zukünftige Schmerz es hiermit würde aufnehmen können. Trotzdem war sie gerne bereit, die Schmerzen auf sich zu nehmen und auszuhalten, um ihren Jungen das Leben zu schenken.
Die Kätzin war froh, dass Wieselfeuer so schnell reagiert und Silberlicht geholt hatte. Silberlicht hatte schon bei einigen Geburten geholfen und wusste, was sie tat. Zusätzlich war die Anwesenheit ihres Gefährten eine große Erleichterung und Beruhigung. Seine Stimme tat gut während sie sich auf Silberlichts Kommandos konzentrierte.
Als das erste, kleine, feuchte Fellbündel ins Moos glitt, atmete die Braungestreifte kurz auf. Eine Tochter. Lange hatte sie allerdings nicht Zeit, um auszuschnaufen. Das zweite Junge kündigte sich schnell nach der Geburt ihrer Tochter an. Beerennase hatte ihre Krallen nicht nur einmal in ihr Moosnest gegraben während sie weiter auf die Kommandos der silbergrauen Heilerin hörte. Und so erblickte auch das zweite Junge schneller als erwartet das Licht der Welt. Ein Sohn. Eine Tochter und ein Sohn!
Beerennases Flanken bebten als sie die Geburt ihrer Jungen endlich hinter sich gebracht hatte. Sie hatte mitbekommen, dass Silberlicht die beiden Jungen an ihren Bauch gelegt hatte. Ermüdet warf sie der anderen Kätzin ein dankbares Lächeln für ihre Hilfe und auf ihre Glückwünsche hin zu bevor sie ihren Kopf auf ihre schneeweißen Vorderpfoten legte. Für ein paar Herzschläge schloss sie ihre blattgrünen Augen während sich ihre Atmung langsam zu beruhigen begann. Trotzdem fühlte sie sich als wäre sie tagelang gegen starke Strömungen angeschwommen.
Nach einigen Herzschlägen, in denen sie wieder zu Kräften zu kommen versuchte, öffnete sie ihre grünen Augen wieder. Ihr runder Kopf fühlte sich unglaublich schwer an als sie ihn wieder hob. Der Blick der Königin wanderte zu ihrem Bauch. Ein sanftes, müdes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus als sie ihre Jungen beobachtete. Ihre Tochter kämpfte sich hartnäckig durch ihr Fell bis sie endlich zu trinken beginnen konnte. Auch ihr Sohn begann zu trinken, schien die Nähe seiner älteren Schwester zu suchen und schien ihre Bewegungen instinktiv zu spiegeln. "Sie sind so schön..." , flüsterte die Kätzin als hätte sie Angst, sie könnte die Jungen erschrecken, wenn sie lauter sprach. Ihr blattgrüner Blick wanderte zu Wieselfeuer bevor sie ihren Kopf mit einem Schnurren an seinem rieb.
Als die Jungen satt zu sein schienen, spürte Beerennase wie sie sich in ihr Fell und aneinander kuschelten. Sie drehte sich ein wenig und leckte erst ihrer Tochter und danach ihrem Sohn über die kleinen Köpfe während sie leise schnurrte. "Welche Namen wollen wir ihnen geben?" , fragte sie als sie ihren Kopf wieder zurückzog.
Meisterin der Jagd
Alias — Jacky
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Für Wieselfeuer ging alles so schnell. Kein Wunder, er musste ja auch nicht die Schmerzen erleiden, die mit der Geburt einhergingen. Zuerst kam seine Tochter zur Welt und Silberlicht legte ihm das kleine Bündel hin und sofort leckte Wieselfeuer das Junge trocken, wie die Heilerin ihn anwies. Sofort bewegte sich Spatzenjunges und fiepte und quietschte wie eine kleine Maus. Es schien, als wolle sie sich gegen die Zungenstriche wehren und als wolle sie ihm sagen "Lass das, ich will Milch!" denn sofort kroch sie instinktiv in die Richtung von Beerennases Bauch. Mit der Pfote hielt er seine Tochter behutsam bei sich, leckte sie weiter trocken und schließlich kam auch schon ein zweites Junges dazu: Ein Sohn! Als Wieselfeuer das Junge sah, ging ihm direkt das Herz auf. Der kleine sah Wieselfeuer sehr ähnlich, war ebenso schwarz-weiß.. Ein kleiner Wieselfeuer! Spatzenjunges gelangte derweil an den Bauch ihrer Mutter und begann sofort an der Zitze Milch zu trinken und eilig leckte Wieselfeuer nun auch seinen Sohn trocken, der ein etwas weniger wehrhaft war als seine Schwester. Vielleicht hat die Kleine ja mein Gemüt.. Als auch sein Sohn trocken gelegt war, schob er ihn zu seiner Schwester und sofort schmiegte er sich an ihre Nähe und begann auch zu trinken. Voller Glück blickte er seine Gefährtin an und mit einem Schnurren rieb er sein Gesicht an ihrem, ehe er ihr liebevoll über die Stirn leckte »Ich bin so stolz auf dich. Das hast du so toll gemacht « miaute er überglücklich und legte sich zu Beerennase. Die Jungen lagen zwischen den Gefährten und tranken friedlich die Milch. Er blickte sie an und dann zu Beerennase, als diese fragte, wie sie die Beiden nennen sollten. Wieselfeuer blickte zu der Kätzin, die ihrer Mutter so ähnlich sah »Die hier nennen wir Spatzenjunges. Sie ist klein, aber richtig mutig und frech..wie ein Spatz « miaute er lächelnd. Sie hatten damals diesen komischen Gegenstand im Wasser gefunden.. mit einem vogelartigem Ding dran..und sie hatten beschlossen die Namen nach Vögeln auszusuchen, als sei es ein Zeichen der Ahnen gewesen. Wieselfeuer blickte zu Beerennase, die ihren Sohn betrachtete. "Ihn können wir Schwalbenjunges nennen. Er schmiegt sich an seine Schwester und verfolgt ihre Bewegungen, wie eine Schwalbe bei der Jagd in der Luft " miaute sie und Wieselfeuer schnurrte zustimmend. »Spatzenjunges und Schwalbenjunges..Das sind tolle Namen.. für zwei tolle Junge. « miaute er, legte seinen Kopf in die Nähe von dem Kopf von Beerennase und schnurrte wohlig »Schlaf etwas, ich passe schon auf « versprach er seiner Gefährtin, damit diese etwas schlafen konnte. Die Geburt musste anstrengend gewesen sein. Doch jetzt waren sie eine richtige Familie.
Alias — Efeu
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