Gast
Felidae
Einleitung
Willkommen in Felidae, einer Welt voller Abenteuer, Geheimnisse und uralter Traditionen. In den Tiefen des Waldes leben vier mächtige Clans, jeder mit seiner eigenen Kultur und Bestimmung. In diesem Rollenspiel wirst du nicht nur ein Charakter sein, sondern dein ganz eigenes Schicksal formen und Geschichte schreiben - vielleicht sogar die anderer. Mit einzigartigen Talentbäumen, individuellen Attributen und einem innovativen Würfelsystem meisterst du all die Herausforderungen, die dich erwarten. Tritt ein in die Welt von Felidae, wo jede deiner Entscheidungen zählt und das Schicksal der Clans in deinen Pfoten liegt.
Willkommen
Team

Wetter
5 - 11°C

Der Blattfall schreitet stetig voran. Immer mehr Bäume verlieren ihre bunten Kronen, und der Boden ist nun oft bedeckt von einem raschelnden Teppich aus feuchten, rotgoldenen Blättern. Der Wind hat an Kraft gewonnen – kühl und beständig weht er durch das Gebiet und treibt die Wolken vor sich her. Immer seltener lässt sich die Sonne blicken, und wenn sie es tut, dann nur schwach, fast schüchtern. Regen fällt häufiger als zuvor: in langen, dünnen Schleiern oder mit kalten, prasselnden Tropfen. Die Erde ist vielerorts aufgeweicht, Pfoten sinken rasch ein, und die Luft ist durchzogen vom Geruch nassen Laubs und modriger Wurzeln. Die Nächte sind deutlich kälter geworden – ein Vorbote des nahenden ersten Frostes.
Mond 151
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 Souls destined to be together
151. Mond, 14. Tag des Blattfalls, Sonnenhoch

Elster

Elster
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30.01.2026, 05:37
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I would recognize you in any lifetime, different times

Das anfänglich windige und wolkenbedeckte Wetter, dass genauso gut in Regen hätte enden können, hatte Elster nicht davon abgehalten das Grab seiner verstorbenen Freunde zu besuchen. Er kam so oft her, wie es ihm möglich war und heute war einer der Tage, an denen er wieder lange und regungslos, wie eine Statue dort saß und sie betrauerte und an sie dachte. Doch etwas hatte sich geändert; er gedachte nicht mehr zwei Katzen, sondern drei. Hase, die Mutter von Dorn war seit letztem Mond dabei und Elster hielt sie, wie er der spitzzüngigen Schattenläuferin versprochen hatte, seitdem immer in Ehren, wenn er hier saß.

Das Wetter hatte sich mit der aufgehenden Sonne gewandelt. Der Großteil der Wolken hatte sich verzogen, die Luft roch nicht mehr feucht und der Wind hatte sich etwas gelegt. Elster löste sich aus seiner Trance, streckte seine Gliedmaßen aus und schüttelte leicht den Kopf, als wolle er damit all seine trüben Gedanken vertreiben. Noch ein letzter Blick auf seine Gedenkstätte, eine stumme Verabschiedung, dann drehte er sich um und trottete gemütlich durch das Brisenclanterritorium. Er schnupperte in der Luft, suchte nach einer Beutespur, fand aber nichts.

Elster ging entschlossen weiter. Bald schon näherte er sich der großen Zeder, blieb mit einem Abstand davor stehen und beobachtete den gewaltigen, silbrig schimmernden Baum mehrere Herzschläge lang fasziniert. Dann machte er einen Bogen darum, ging ein Stück weiter und reckte erneut die Nase gen Himmel, um irgendwas zum Fangen ausfindig zu machen, aber wieder nichts. Verärgert verzogen sich Elsters Lefzen kurz und ein leises, genervtes Knurren entkam ihm. “Ernsthaft?”

Der Schattenläufer bewegte sich weiter Richtung Westen, versuchte dabei das schattige Moor mit ihrem tückischen, morastigen Boden zu meiden und ging immer weiter, bis der Boden wieder fester wurde und mehr Pflanzen wuchsen. Die Gegend war immernoch relativ flach, aber definitiv besser bewachsen als das kahle Territorium des Brisenclans. Und vor ihm befand sich ein kleiner Wald, auf den er geradewegs zusteuerte.
Doch bevor Elster nun schon zum dritten Mal sein Glück versuchen konnte, bemerkte er...etwas. Nein. Jemanden. Erst ein Rascheln, dann sah er eine Bewegung im Dickicht, vielleicht eine Baumlänge entfernt.

Zuerst eine schneeweiße Pfote...

Sofort schrillten Elsters Alarmglocken und sein Puls schoss in die Höhe. 

Dann das Gesicht...mit schmerzlich vertrauten blauen Augen...

Seine Muskeln spannten sich an. Flieh!, schrie er sich selbst an, doch...sein Körper gehorchte ihm nicht mehr. Der Anblick traf ihn völlig unvorbereitet. Mitten ins Herz. Sein Atem stockte.

...und schließlich spuckte der Wald sie vollends aus. 

Evie?, schoss es Elster sofort durch den Kopf. Nein, das war eine Streunerin. Eine fremde Streunerin. Hunderte Bilder rauschten vor seinem geistigen Auge an ihm vorbei wie bei einem reißenden Fluss. Spielte sein Verstand ihm einen Streich? Evie war tot. Besuchte ihr Geist ihn? Mitten am Tag? War sowas möglich?


@Stern
Alias — Connor
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Stern

Stern
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#2
Gestern, 01:01
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You look so familiar to me



Stern hatte das Moor nie gemocht.

Der Boden war tückisch, die Gerüche überlagerten sich gegenseitig und jeder Fehltritt konnte bedeuten, bis zum Bauch im kalten Morast zu versinken. Und doch hatte sie sich ausgerechnet heute hierher treiben lassen. Nicht aus einem bewussten Entschluss heraus sondern weil ihre Pfoten sie getragen hatten, ohne dass sie groß darüber nachgedacht hatte. Als hätte etwas in ihr gewusst, dass sie genau hier sein musste.

Das Birkhuhn war ihr leider unter den Pfoten entwischt. Sie hatte es spät bemerkt. Zu spät. Ein leises Rascheln, ein plötzliches Flattern dann war der dunkle Körper zwischen Schilf und feuchtem Boden hervorgeschossen. Stern hatte reagiert, hatte sich flach gemacht, ihre Muskeln angespannt und war losgesprungen, doch der Untergrund hatte nachgegeben. Ihre Krallen fanden keinen festen Halt, sie rutschte, fing sich gerade noch und konnte nur zusehen, wie das Birkhuhn im fahlen Licht verschwand. "Mäusedreck…", murmelte sie leise. Mehr enttäuscht als verärgert.

Einen Herzschlag lang blieb sie reglos stehen, das Herz klopfte ihr schneller als nötig. Dann atmete sie tief durch, ließ die Anspannung aus ihren Schultern gleiten und schüttelte leicht den rundlichen Kopf. Es hatte keinen Sinn, ihrem verlorenen Fang nachzutrauern. Nicht hier und nicht jetzt.

Gerade als sie sich abwenden wollte, blieb sie jedoch stehen.

Ein Geruch.

Nicht Beute. Kein Fressfeind.

Kater.

Stern hob langsam den Kopf, ihre kristallblauen Augen wanderten über das flache Gelände hinweg, hin zu dem Rand, an dem der Boden wieder fester wurde und die Vegetation dichter wuchs. Ihr Schweif zuckte unruhig, ohne dass sie es bewusst steuerte. Ihr Instinkt flüsterte Vorsicht. Leise aber beharrlich.

Und doch… da war noch etwas anderes.

Ein Ziehen tief in ihrer Brust. Warm und vertraut. So fehl am Platz wie ein Sonnenstrahl in der Blattleere.

Sie machte einen Schritt vor dann noch einen, ihre Bewegungen vorsichtig aber nicht ängstlich. Und dann sah sie ihn.

Ein athletischer aber kräftiger weißer Kater mit einem schwarzen Fleck auf der Stirn und einem blauen und einem grünen Auge. Er stand nur eine Baumlänge entfernt, halb im Schatten des kleinen Waldes. Reglos, erstarrt. Sein Körper war angespannt, seine Haltung verriet Alarm und doch floh er nicht. Seine Augen waren auf sie gerichtet, weit geöffnet als hätte er etwas gesehen, das er nicht sehen wollte. Oder nicht sehen durfte.

Stern blieb stehen.

Ihr Atem stockte.

Nicht aus Furcht. Sondern aus… Erkennen. Instinktivem Erkennen.

Ihr Herz schlug hart gegen ihre Brust, so plötzlich, dass sie unwillkürlich schluckte. Sie kannte diesen Kater nicht. Das wusste sie. Und doch… fühlte es sich an, als hätte sie ihn schon unzählige Male angesehen. In Träumen. In Momenten kurz vor dem Einschlafen. In diesen flüchtigen Bildern, die ihr nie ganz gehörten.

"Ich…", begann sie schließlich leise und brach ab.

Ihre Stimme klang weich, fast melodisch, getragen von der Stille des Moors. Sie musterte ihn vorsichtig und versuchte weder aufdringlich zu wirken noch ihn mit ihrem kristallblauen Blick festzunageln. Und doch konnte sie den Ausdruck in seinen Augen nicht ignorieren.

Schmerz. Verwirrung. Und etwas, das ihr das Herz zusammenschnürte.

Sie trat einen kleinen Schritt zurück, hob beschwichtigend den Kopf und drehte die Ohren leicht zur Seite. "Schon gut.", murmelte sie sanft, beruhigend. "Ich… ich wollte dich nicht erschrecken." Ein flüchtiges Lächeln huschte über ihr Gesicht, zart und ehrlich. "Die Jagd lief wohl nicht so gut.", fügte sie hinzu und warf einen kurzen Blick in die Richtung, in der das Birkhuhn verschwunden war.

Doch ihr Blick kehrte unweigerlich zu ihm zurück.

Er sagte nichts. Aber seine Stille sprach lauter als Worte.

Etwas in ihr schmerzte. Nicht neu, eher wie eine alte Wunde, die man nie richtig gespürt hatte, bis jemand sie berührte. Oder seine Kralle hineindrückte. "Du…", begann sie erneut, zögerte und schüttelte dann kaum merklich den rundlichen Kopf. Ihre silbrigen, fast unsichtbaren Schnurrhaare zuckten, ihre Stirn legte sich in feine Falten. "Entschuldige. Das war unhöflich. Ich heiße Stern."

Sie neigte leicht den Kopf, respektvoll und offen. Ihre Offenheit war keine Maske, keine Manipulation und kein Spiel. Sie war einfach… sie selbst. "Ich bin nur auf der Durchreise. Ich wusste nicht, dass hier jemand jagt.", erklärte sie mit sanfter Stimme.

Oder trauert.

Das unausgesprochene Wort hing zwischen ihnen, schwer und doch zerbrechlich. Stern wusste nicht, woher dieser Gedanke kam. Sie wusste nur, dass er da war.

Ihre Augen suchten erneut die seinen, hielten dieses Mal einen Herzschlag länger inne. Und für einen flüchtigen Herzschlag… war da etwas. Ein Bild. Ein Name, der sich anfühlte wie ihr eigener aber es nicht war. Ein Lächeln, das sie vermisste, ohne zu wissen, wieso.

Ihre schmalen, zierlichen Pfoten kribbelten.

"Alles in Ordnung?", fragte sie leise.

Die Frage war schlicht. Doch ihre Stimme trug ehrliche Anteilnahme in sich, ein echter Wunsch zu verstehen. Stern war nie gut darin gewesen, Abstand zu halten, wenn sie spürte, dass jemand litt. Und bei ihm… war dieses Gefühl beinahe überwältigend.

Sie machte keine Anstalten, näher zu kommen. Sie ließ ihm den Raum, den er brauchte, blieb offen aber nicht fordernd. Ihre Haltung war ruhig.

"Wenn… wenn ich störe, gehe ich natürlich...", fügte sie hinzu. Doch tief in ihrem Inneren regte sich diese leise, hartnäckige Stimme, die sie schon ihr ganzes Leben begleitete.

Nicht gehen.



@Elster
Alias — Jacky
Jacky ist Offline
3 posts
Elster, Stern Nähe des Bauernhofs -> Silbrige Zeder -> Nähe des schattigen Moores -> Stück weiter Richtung Westen


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