the path was chosen
Die Kätzin lief voraus und blickte kurz zurück zu Krähenruf, die ihr folgte. »Los, beeile dich doch, Krähenruf « rief sie und ihre Schritte wurden schneller »Hier wollten Schneestern und Schleierpfote trainieren und plötzlich war dort der Zweibeiner. Du kennst sie von uns allen am besten und musst dich umsehen, ob hier etwas verdächtig ist « miaute die Kätzin alarmiert und blickte nochmal kurz zurück. Die schwarze Kätzin folgte ihr und Flussgeist musste zugeben, dass sie trotz des hohen Alters noch flink auf den Beinen war. »Es muss ein Zeichen der Ahnen sein. Eine Warnung? Ich muss das mit Schneestern besprechen, jawohl. Aber erst mal, müssen wir sicher sein, dass es hier nichts gibt, was den anderen gefährlich werden könnte « mauzte sie und hielt den Kopf recht hoch. Wie immer fühlte sich die zweite Anführerin besonders wichtig, war ja auf einer wichtigen Mission - ganz davon abgesehen, dass niemand diese Mission von ihr gefordert hatte.
Aber sie brauchte keine Aufforderung. Flussgeist begriff doch wohl selbst, was ihre Aufgabe im Clan war und wenn ein Zweibeiner die Anführerin und ihren Schüler stört, dann musste was unternommen werden. Man stelle sich mal vor, es wäre was passiert. Immerhin ist Schleierpfote blind. Doch zum Glück hatte Schneestern ja Flussgeist an ihrer Seite. Sie konnte sich auf die Kätzin verlassen. Zusammen mit Krähenrufs Erfahrung, würden die beiden Kätzinnen schon die Stelle wieder sichern können und dann konnten hier wieder Jagden und Patrouillen stattfinden.
»Der Zweibeiner hat etwas ins Wasser geworfen, meinte Schneestern. Also müssen wir auch den Fluss untersuchen. Nicht, dass er vergiftet ist. « nickte die Kätzin, als sie laut ihre Gedanken aussprach. Die sichelförmigen Ohren drehten sich zur Seite, als sie genau hinhörte, damit ihr nicht entgehen konnte. »Zweibeiner haben selten was Gutes im Sinn. Vielleicht sind es einfach nur Zweibeiner, vielleicht ist es ein Zufall, ja. « miaute Flussgeist und blickte zur Trauerweide, als diese in Sichtweite kam. »Doch die Ahnen sollen mich holen, wenn ich auf sowas nicht reagieren würde. Der GlutClan ist bei weitem nicht die einzige Gefahr. Unsere Krieger hungern und auch du hattest bessere Tage, Krähenruf « miaute sie und blickte die Älteste an. Sie alle hatten im letzten Mond nicht ausreichend Beute bekommen, dabei hat Blattfall grade erst angefangen.
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Was eine Frechheit!
Die alte Kätzin schnaufte leise, als sie den Blick auf Flussgeists hell schimmerndes Fell richtete, das vor ihr durch das hohe Gras glitt. „Ich beeile mich ja schon, Jungspund“ , knurrte sie, doch ein Schmunzeln huschte über ihr zerfurchtes Gesicht. Flussgeist mochte denken, sie sei der Mittelpunkt des NebelClans, aber wenigstens hatte sie Herz. Das musste man ihr lassen.
Mit einem tiefen Atemzug sog Krähenruf die kühle Blattfallluft ein, prüfte den Wind, wie sie es früher auf Patrouille getan hatte. Der vertraute Geruch des Flusses lag darin, doch auch etwas anderes. Etwas Metallisches. Oder war das nur Einbildung? Ihre Schnurrhaare zuckten.
„Zweibeiner werfen ständig ihren Schrott ins Wasser. Was eine Frechheit, von diesen Kreaturen... doch früher war das mal schlimmer, da haben sie ganze Netze ausgelegt, erinnere ich mich recht... oder war das am Donnerfluss?“ Sie schüttelte den Kopf, als könne sie den Nebel in ihren Gedanken vertreiben. Na, egal. Wenn Schneestern sagt, es war etwas, dann war etwas.
Langsam, aber sicher näherte sie sich dem Ufer, ihr Rücken leicht gekrümmt, das Fell vom Wind zerzaust. Ihre Augen, trüb wie das Wasser nach einem Regen, glitten prüfend über die Oberfläche. „Vergiftet... pah. Ich hab schon schlimmere Strömungen erlebt. Aber du hast recht, Flussgeist, wir sollten vorsichtig sein. Vielleicht hat der SternenClan wirklich die Pfoten im Spiel.“ Sie tauchte den Schweif ins Wasser, prüfte die Temperatur, dann zog sie ihn wieder heraus. „Kalt wie Fuchszähne. Kein Wunder, dass keiner mehr Fisch fängt.“
Einen Moment schwieg sie, ihre Gedanken wanderten ab. „Weißt du... ich erinnere mich noch, als Schneesterns Mutter hier jagte. Das Wasser war klar, und man konnte den Grund sehen. Wenn das kein Zeichen ist, dass sich alles verändert hat...“
Dann hob sie den Kopf, ihre trüben Augen funkelten kurz. „Also, sag an, Flussgeist. Wollen wir uns trennen? Oder bleiben wir zusammen? Aber egal wie... wehe, du fällst ins Wasser; ich zieh dich nicht raus, das sag ich dir gleich!“
Alias — Leni
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Die Älteste mahnte Flussgeist sogleich, dass sie die zweite Anführerin nicht aus dem Wasser ziehen würde und dies quittierte die Kätzin nur mit einem Schnauben »Ich schwimme noch so flink wie eine junge Forelle, mach dir da mal keine Sorgen! « miaute Flussgeist und ihre blauen Augen suchten kurz die Umgebung ab. Dann drehte sie sich zu Krähenruf und nickte »Ja, es scheint sicher genug zu sein, dass wir uns trennen können und so können wir mehr überblicken « nickte die Kätzin und schnippte mit ihrem Schweif flussabwärts. »Du wirst dort schauen. Ich untersuche die Stelle, wo der Zweibeiner war « gab sie bekannt und wandte sich dann zum Gehen um. »Die Ahnen werden über dich wachen « gab sie noch von sich, um der Ältesten ein gutes Gefühl mit auf den Weg zu geben. Dann sah auch sie kurz in den Himmel. Hoffentlich wachen sie auch jetzt über mich und sind nicht anderweitig beschäftigt.. Mit diesem Gedanken und einem Schauder in ihrem Pelz setzte Flussgeist ihren Weg fort. Irgendetwas lag an jenem Morgen in der Luft, da war sich Flussgeist ganz sicher und doch konnte sie noch nicht rausfinden was genau.
Die Kätzin mit den Sichelohren blickte zum Ufer, schlich langsam vorwärts. Hier war der Zweibeiner gewesen als Schneestern und ihr blinder Schüler Schleierpfote ein Schwimmtraining hatten. Zu sehr konzentriert, hatte Schneestern den Zweibeiner zu spät bemerkt. Selbst der weisen Schneestern, kann ein Fehler passieren. Darum muss ich umso mehr aufpassen. Vorsichtig und mit Bedacht setzte die zweite Anführerin eine Pfote vor die andere und untersuchte die Uferstelle. Ein Ding war dem Zweibeiner ins Wasser gefallen. Mit Absicht? Am Ufer selbst konnte die Kätzin nichts erblicken und auch wenn sie immer wieder die Luft prüfte, schien hier nichts Auffälliges zu sein. Doch stille Wasser sind tief und manchmal muss man hinter das Offensichtliche schauen..
Flussgeist trat ans Ufer, so weit, dass ihre Pfoten leicht nass wurden. Die Stelle sah normal aus und Schatten von kleinen Fischen waren im Fluss zu sehen. Keine Veränderung. Immer noch ein guter Ort zum Jagen. Ihr Schweif zuckte unruhig. Vielleicht hatte Krähenruf etwas gefunden. Die Kätzin lief weiter flussaufwärts und dann entdeckte sie etwas. Platt getretenes Gras. Hier war ein Zweibeiner. So lange kann es nicht hergewesen sein. Ihr Fell stellte sich auf und ihre Ohren zuckten aufmerksam. Sie musste vorsichtig sein, doch sie könnte diese Sache nicht ignorieren. Flussgeist muss rausfinden, was den Zweibeiner erneut hergeführt hatte..
Alias —
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„Von wegen Forelle… eher ein alter Hecht mit zu viel Stolz im Bauch,“ murmelte Krähenruf, als Flussgeist im Nebel der Erinnerungen verschwand, denn von Nebel war heute keine Spur. Die Sonne stand hoch, gleißend und warm für den Blattfall. Kein Wind kräuselte das Wasser, kein Blatt rührte sich. Es war still, viel zu still für ihren Geschmack.
Das Flussufer glitzerte, als läge flüssiges Licht darauf. Krähenruf sog die Luft tief ein, prüfte den Geruch. Nichts Ungewöhnliches, nur das nasse gewohnte Aroma von Algen, Schlamm und Sonne auf Stein. Und dann sah sie ihn. Ein Fisch. Wahrhaftig eine wundervolle Beute, so groß, träge, silbrig. Er glitt wie ein Schatten durch das goldene Licht, das sich auf der Oberfläche brach. Ein vertrautes Brennen stieg ihr in die Pfoten. Na komm schon, du Schuppenbiest… Mit gebückter Haltung pirschte sie näher, jede Bewegung bedacht. Die Stille um sie herum machte selbst das Rascheln ihres Fells laut. Doch der Boden am Ufer war tückisch glatt, und als sie sich spannte, um zuzuschlagen, gab er nach. Ein dumpfes 'Platsch' zerriss die Ruhe. Krähenruf schnappte erschrocken nach Luft, der Vorderkörper im Wasser, kalte Tropfen spritzten auf ihr Gesicht. Für einen Herzschlag hing sie halb über dem Abgrund, dann packten ihre Krallen den Rand, und mit einem heiseren Fluchen zog sie sich zurück auf festen Boden. Tropfend, schwer atmend, das Fell struppig, blieb sie sitzen. Ein Schwall Sonnenlicht blendete sie, als sie aufblickte.
„Verdammter Fisch! Wenn du mich reinziehst, dann wenigstens mit Würde!“ keuchte sie, wütend über sich selbst und ihren Ausrutscher. Sie schüttelte das Fell, dass Wasser in kleinen Bögen um sie herum spritzte, und sah sich misstrauisch um. „Wenn Flussgeist das gesehen hat, schwör ich beim SternenClan…“ murmelte sie, doch während sie die Worte aussprach, fiel ihr ein: Wo war die Stellvertreterin überhaupt? Sie sah sich erneut um. Und was... was machten sie hier nochmal?
Alias — Leni
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Die Kätzin schlich näher, betrachtete das plattgedrückte Gras und sah sich nachdenklich um. Dann entdeckte sie ein komisches Objekt. Eine Höhle? Gras lag darin und von dem Ding ging ein betörender Duft aus. Geh hinein! Ihre innere Stimme riet ihr, dass das etwas wichtiges war. Vorsichtig schlich Flussgeist näher. Ihre Ohren waren wachsam, sie hörte genau hin, ob es irgendwo etwas verdächtiges zu hören gab und auch schnupperte sie skeptisch. Doch nichts was sie wahrnehmen konnte, war so intensiv wie der lockende Duft aus der seltsamen Höhle und vor allem war da ihre innere Stimme. Ein Gefühl, dass sie in diese Box musste und wo sollte dieses Gefühl schon herkommen, wenn nicht von den Ahnen persönlich?
Die Ahnen wollen, dass ich mir das ansehe! Und so kam die Kätzin der Box immer näher, nicht ganz arglos und als sie die erste Pfote auf den komischen Untergrund setzte, schritt sie direkt wieder zurück, aus Vorsicht.
Doch erneut näherte sie sich, kroch dieses Mal mehr in die Box hinein und zog sich dann wieder eilig zurück. Los Flussgeist. Des Rätsels Lösung ist hier drin, ich spüre es. Die Ahnen zählen auf mich, Schneestern zählt auf mich!
Entgegen ihrem eigenen Instinkt schlich Flussgeist wieder in die Kiste. Skeptisch und Schritt für Schritt, kam sie tiefer in die Box hinein und kam fast am Ende an. Als die Kätzin ihre Pfote absetzte, kam es ganz plötzlich: Ein Schnappen war zu hören und hinter ihr schloss sich die Box. Panisch versuchte Flussgeist zurückzulaufen, doch knallte gegen eine Wand. In purer Angst versuchte Flussgeist sich zu drehen und irgendwie aus der Box zu kommen, krallte sich in die Wände, in den Boden und begann panisch zu kreischen. »Krähenruf! Krährenruf komm nicht näher! Eine Falle! Eine Falle! « schrie Flussgeist laut und plötzlich nahm sie den Duft eines Zweibeiners war. Die Box begann zu wackeln und zu wankeln als der Zweibeiner sie hochhebte und Flussgeist versuchte durch die spärlichen Fenster zu sehen, ob Krähenruf zu sehen war. »Bring dich in Sicherheit Krähenruf! Berichte Schneestern von der Gefahr! « rief sie panisch und hoffte, dass die Älteste sie hören könnte. Sie selbst musste sich auch irgendwie retten, doch zuerst war die Sicherheit des Clans entscheidend!
Alias —
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Wie Wellenklang es getan hätte
Die Sonne stand hoch über dem Fluss, spiegelte sich grell auf der stillen Wasseroberfläche und brannte warm auf Krähenrufs Rücken. Ihr Fell war noch feucht vom beinahe-Sturz, die alten Knochen beschwert, doch sie stapfte weiter flussaufwärts. Da fiel ihr etwas auf. Die Luft war plötzlich so still, dass selbst ihr eigener Atem laut wirkte. Kein Vogelruf. Kein Rascheln. Nur eine fremde Spannung.
Krähenruf blieb stehen, die Ohren leicht gespitzt. Dann hörte sie es: Ein Schnappen... hart, metallisch, unnatürlich. Es schnitt durch die Mittagsruhe wie ein Fuchs durch das Unterholz. Ihr Herz setzte einen Schlag aus. Zwischen den Halmen sah sie Flussgeist. Erst schleichend, neugierig… und dann... verschwunden. Verschluckt von einer dunklen Form. Einer Box. Etwas, das sich schloss. Ein Aufschrei. Dumpf, verzerrt, aber eindeutig Flussgeists Stimme. „…Krähenruf!...“ Krähenrufs Nackenfell schoss hoch. „…Falle!..“ Mehr hörte sie nicht. Der Rest war ein Durcheinander aus Krallen und panischem Kreischen, gedämpft durch Holz oder Metall. Furcht brannte ihr die Kehle zu. Die Älteste stolperte nach vorne, so schnell es ihre Beine zuließen. Durch das Schilf sah sie es klar: Die Box wankte. Flussgeist war darin gefangen.
Und dann tauchte der Zweibeiner auf.
Groß. Schattenhaft. Die Sonne hinter ihm blendete, ließ ihn wie ein bedrohliches Tier wirken. Mit einer einzigen Bewegung hob er die Kiste an, als wöge Flussgeist nichts. Der Zweibeiner verschwand mit ihr.
Und plötzlich war es nicht Flussgeist, die fortgetragen wurde. Nicht mehr die Box. Nicht mehr der Fluss. Der Geruch von Zweibeiner, Erde und Angst löste sich auf und Krähenruf wurde zurückgerissen. Monde weit. Zurück in ein Bild, das in ihr brannte wie eine alte Narbe.
Wellenklang. Ihr Vater. Er sah Flussgeist so ähnlich... Aschgraues Fell, eisblaue Augen, doch ruhig wie ein stiller See, mit dieser Art zu atmen, die immer zu sagen schien: „Nichts ist es wert, blind hineinzurennen. Hör erst zu.“ Sie sah ihn vor sich, ganz klar, wie er damals am Rand des Territoriums stand, die Schultern leicht gebeugt von seiner eigenen Müdigkeit. Wie er sich noch einmal zu ihr umdrehte. Wie sie ihm sagte, er sei zu vorsichtig. Zu sanft. Zu langsam für diese Welt. Wie sie ihn weggehen sah. Und nie mehr zurückkommen. In der Wärme des Sonnenhochs, am Ufer des Flusses, mit Flussgeists panischen Schreien in den Ohren, wurde Krähenrufs Herz schwer. „Nicht schon wieder…“ flüsterte sie, kaum hörbar.
Diesmal hatte sie geschrien.
Diesmal hatte sie gewarnt.
Diesmal war sie da...
doch auch diesmal konnte sie niemanden festhalten.
Die Gegenwart schlug zurück wie kaltes Wasser.
Die Kiste schwang im Griff des Zweibeiner, immer weiter weg von ihr.
Die Schreie der gefangenen Katze wurden leiser.
Krähenruf blinzelte, als hätte sie sich aus einem Traum gerissen.
Der Schmerz war frisch.
Alt.
Beides zugleich.
„Ich lasse nicht zu, dass sie auch verschwindet…“
Mit fester Stimme, die unheimlich zitterte, hob Krähenruf den Kopf.
Und da begriff sie ihre Aufgabe.
Nicht zu rennen.
Nicht zu kämpfen.
Nicht zu retten.
Sondern zu berichten.
Zu warnen.
Wie Wellenklang es getan hätte.
„Schneestern muss das erfahren… sofort.“
Die Box schwang, verschwand zwischen Farn und Zweibeinergeruch. Krähenruf blieb stehen. Die Stille des Sonnenhochs war zurück. Nur ihr eigener voller Entsetzen war zu hören. Langsam und bedacht hob sie den Kopf. „SternenClan… wach über sie.“ Dann wandte sie sich um. Ihr ging die Kraft aus, doch nicht die Pflicht. „Schneestern muss das erfahren.“ Und so setzte sie sich in Bewegung. Sie beeilte sich, so hatte sie sich doch in den Kopf gesetzt, dass die Anführerin des NebelClans schnellstmöglich erfahren musste, was passiert war. Ihre Stellvertreterin war gefangen genommen worden. Von einem Zweibeiner. Oh, was würde das nur für den NebelClan bedeuten?
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