Gast
Felidae
Einleitung
Willkommen in Felidae, einer Welt voller Abenteuer, Geheimnisse und uralter Traditionen. In den Tiefen des Waldes leben vier mächtige Clans, jeder mit seiner eigenen Kultur und Bestimmung. In diesem Rollenspiel wirst du nicht nur ein Charakter sein, sondern dein ganz eigenes Schicksal formen und Geschichte schreiben - vielleicht sogar die anderer. Mit einzigartigen Talentbäumen, individuellen Attributen und einem innovativen Würfelsystem meisterst du all die Herausforderungen, die dich erwarten. Tritt ein in die Welt von Felidae, wo jede deiner Entscheidungen zählt und das Schicksal der Clans in deinen Pfoten liegt.
Willkommen
Team

Wetter
5 - 11°C

Der Blattfall schreitet stetig voran. Immer mehr Bäume verlieren ihre bunten Kronen, und der Boden ist nun oft bedeckt von einem raschelnden Teppich aus feuchten, rotgoldenen Blättern. Der Wind hat an Kraft gewonnen – kühl und beständig weht er durch das Gebiet und treibt die Wolken vor sich her. Immer seltener lässt sich die Sonne blicken, und wenn sie es tut, dann nur schwach, fast schüchtern. Regen fällt häufiger als zuvor: in langen, dünnen Schleiern oder mit kalten, prasselnden Tropfen. Die Erde ist vielerorts aufgeweicht, Pfoten sinken rasch ein, und die Luft ist durchzogen vom Geruch nassen Laubs und modriger Wurzeln. Die Nächte sind deutlich kälter geworden – ein Vorbote des nahenden ersten Frostes.
Mond 151
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 Far from waters and deeps
151. Mond - 4. Tag des Blattfalls, Sonnenuntergang

Goldfuchs

GoldfuchsVom Schatten berührt
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#11
05.02.2026, 16:28
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I'll do it - my way!



Lerchenflügel seufzte. Es war kein Seufzen dass man tat wenn etwas missglückte oder diese Katze mit etwas unzufrieden war. Es war ein Ausdruck tiefen Bedauerns und Unzufriedenheit. Jenes seufzen traf Goldfuchs an seiner empfindlichsten Stelle. Dieser Treffer wurde größer. Dunkler, Schmerzhafter. Faulte und riss auf, mit jedem Herzschlag den diese Stille andauerte. Für Goldfuchs wurde es immer schlimmer. Immer ekliger.
Denn wie sollte er etwas bekämpfen das er selbst verursacht hatte?
Oder sich selbst?
Endlich durchbrach Lerchenflügel die Stille. Doch in ihren Worten lag keine Emotion. Eine Anschuldigung ohne die Gefühle zu übermitteln. Ein Wink mit der toten Maus: “Du solltest diese Fragen nicht mir stellen.“


Würde sie ihren bezaubernd schmalen Kopf nicht zu ihm drehen als sie dies sprach, hätte der Kater aufgestöhnt. So wurde er unerwartet von den blaugrünen Seelenspiegeln eingefangen. In ihnen lag der tiefe Abgrund einer Aufforderung bei der sie wusste dass es gegen seinen Willen war. Oder sein Interesse.
Goldfuchs Schnurrhaare zuckten. Und sie verlieh allem mehr Nachdruck mit ihrer inständigen Bitte: “Bitte, sprich mit ihm. Sprich mit all unseren Jungen. Lerne sie endlich richtig kennen!“ Seine Muskeln verkrampften sich. Er wollte aufspringen und davon laufen. Um sie herum tigern, auf und ab. Knurren und Worte ausspucken die mehr angerichtet als geholfen hätten.
Doch ihr Blick hielt ihn gefangen. Als würde sie ihn an Ort und Stelle verwachsen, damit es kein entrinnen mehr für ihn gab.
Und ganz tief in ihr drinnen, da sah er etwas. Etwas was ihn mehr aus der Fassung riss als der Wunsch herum zu laufen. Gleichzeitig konnte er ihrem Blick einfach nicht mehr stand halten. Der gestandene Kater schloss die Augen und neigte den Kopf, wandte ihn leicht ab. Er unterwarf sich seiner Lerche mit einem leichten seufzen.


Dieser Kätzin konnte er einfach nicht viel entgegen setzen. Zu viele alte Erinnerungen und Wunden die in ihm saßen. Die diese Kätzin mit einem Blick aufreißen konnte und neue Fehler und neuen Missmut – über sich selbst – hinzufügen. Ohne dass es ihre Absicht oder ihr Wunsch war! Sie konnte es einfach.
“Ich werde mit Wolkenpfote reden.“, gab er klein bei. “Über den Rest muss ich mir Gedanken machen. In Ruhe.“


Er schwieg einen Moment. “Aber ich tue es auf meine Weise! Und du wirst es am Ende nicht beanstanden!“, machte er schlussendlich noch klar. Dies waren seine Bedingungen, dafür dass er ihrem Wunsch folgte.
Natürlich hatte er immer Bedingungen... Eigentlich, ist dies erst das zweite mal.


@Lerchenflügel
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Lerchenflügel

Lerchenflügel
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#12
06.02.2026, 11:40
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feels like a loss


Seine Reaktion schien ihr Innerstes aufreißen zu wollen. Ihr Herz pochte so schmerzhaft gegen ihre Brust, dass es den Anschein machte, es wollte daraus hervorspringen. Lerchenflügel rollte sich ein wenig enger zusammen, als könnte sie sich so vor dem Zerbrechen bewahren. Sie hasste es, dass sie nun diese Wunden aufreißen musste. Sie trieb einen Keil zwischen sich und ihren Liebsten, und das tat mehr weh, als jeder Krallenhieb es vermochte.

Er spannte sich an, sie spürte jeden harten Muskel an ihrem zarten Leib. Sie spürte seine Unruhe, seinen Widerstand. Es war so schwer, ihm in die Augen zu sehen, in denen ein Kampf tobte, bei dem sie ihm nicht beistehen konnte, den sie sogar verursacht hatte. Sie wollte sich entschuldigen, ihm sagen, dass sie zu viel verlangte, das er so wie er war genau richtig für sie war. Sie wollte schreien, fortlaufen, sich irgendwo verkriechen, bis dieser Schmerz endlich nachließ. Doch wie durch Nebel sah sie die undeutlichen Silhouetten ihrer Kinder, das leise Flehen in ihren wunderschönen Augen, der suchende Blick, der so gerne den Vater einfangen würde. Dieses Bild ließ sie bleiben, ließ sie den Blickkontakt so lange wahren, bis Goldfuchs den Kopf senkte. Eine Geste, die erneut schmerzhaft an ihr riss. Sie hatte gewonnen, doch sie hatte doch eigentlich nie gegen ihn kämpfen wollen. Sie wollte keinen Sieg, sie wollte doch nur ihr Glück. Warum war es nicht auch sein Glück?

“Ich werde mit Wolkenpfote reden. Über den Rest muss ich mir Gedanken machen. In Ruhe.“, antwortete er und Lerchenflügel hätte über seinen kleinlauten Tonfall beinahe ein schmerzerfülltes Seufzen ausgestoßen. Sie machte ihn klein, ihren starken, stolzen Gefährten. Dabei hatte sie doch nie gewollt, dass er sich für sie verbog!

“Aber ich tue es auf meine Weise! Und du wirst es am Ende nicht beanstanden!“ Lerchenflügel zuckte spürbar zusammen, ihre Augen weiteten sich etwas, als sie ihn ansah. Diese Worte kamen beinahe einer Drohung gleich, doch die Kriegerin fühlte sich so geschunden nach diesem Gespräch, dass sie dem nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Nun war es an ihr, den Blick zu senken, auf die Pfoten, die am liebsten nun in wehendem Galopp von hier geflohen wären. Sie hob die Augen, Trauer schimmerte darin, doch sie blinzelte sie fort. Steifbeinig erhob sie sich und schmiegte sich hauchzart an ihren Gefährten, bevor sie schneller als nötig wieder zurückwich.

“Danke“, flüsterte sie tonlos, bevor sie sich mit gesenktem Kopf und angelegten Ohren abwandte. Er wollte Zeit zum Nachdenken und sie musste zum ersten Mal in ihrem Leben etwas Abstand zwischen sie beide bringen...



@Goldfuchs
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Goldfuchs

GoldfuchsVom Schatten berührt
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#13
07.02.2026, 21:47
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Your luck means my luck, yet it isn't the same
In this battle everyone lost



Glück ist etwas, das man anderen nicht auferlegt. Niemand kann bestimmen was den anderen Glücklich macht. Nur weil die eine Katze mit einem bequeme Lebensstil zufrieden ist, gilt dies nicht für eine andere die viel Bewegung brauchte. Während eine Katze in ihrer Mutterrolle aufging und das pure Glück fand, war es der größte Fehler für jemand anderen. Und dies gehörte zu jenen Fehlern, die nicht ausgemerzt werden konnte. Niemand konnte einfach seine Junge wieder entfernen oder abgeben Aus den unterschiedlichsten Gründen nicht.
Und Goldfuchs ging eben nicht in diesem Glück auf welches Lerchenflügel empfand.
Sein Glück war eben sie.
Sie erleuchtete ihm den Tag. Machte den Himmel strahlender, die Sterne blendend wie die Sonne. Sein Herz leicht, seine Sorgen groß und tief wenn diese sie betrafen. Ihre Sorgen waren seine Sorgen – zumindest seine Sorgen sie aus dem Weg zu schaffen, damit ihr Weg leichter wird. Goldfuchs wollte nicht, dass sie ihre feinen fragilen Pfoten an kleinen spitzen Steinen zertrat oder aufriss. Dies war sein Problem. Sein Weg.
Und doch hatte er ihr Steine hingeworfen. Sie vor sie ausgespuckt. War schroff, zurückweisend und kalt gewesen. So wie zu den anderen Clanmitgliedern – wobei es ihm bei ihnen herzlich wenig ausmachte.
Verdammt Goldfuchs, du bist ja so gut zu gebrauchen wie ein toter Fuchs!, keilte der Kater sich selbst im Kopf an als er zusah wie Lerchenflügel sich steif und ungelenk erhob. Vieles hatte er nicht gesehen was er hätte sehen müssen in ihr, doch er merkte es. Er merkte dass sich bei seinem Herz etwas regte und dies nicht gerade im Positiven. Hatte er da einen Blick gespürt in dem Trauer eingetaucht war? Oder hatte er sich geirrt?
Ruckartig hob er den Kopf, blickte zu ihr auf, doch die seichte Berührung ihrerseits riss ab als sie schnell von ihm wich als hätte sie ihre zarten Pfotenballen an ihm verbrannt.

Ihr flüstern glich mehr den Worten einer sterbenden Katze. Sein Herz verkrampfte sich. Seine Augen wurden größer. Ihr Kopf senkte sich, die Ohren legten sich an und sie... Sie ging? Panik übermannte ihn. Ein schneller Herzschlag.
Sie ging.. Sie ging. Sie wollte einfach gehen. Sie...

Du hast die Dornenhecke gezogen. Du hast sie nicht in Liebe sondern in Ablehnung getränkt. Sie in das dichte reißende Gebüsch geschickt vor dem du sie bewahren willst! Krähenfraß!
Geweitete Augen, unruhig hervor blitzende Krallen und die kalten steifen Glieder die sich nicht regen wollten. Gedanken die wie Wasserfallfluten über ihn einstürzten. Ihn bedrängten und drohten weg zu reißen: KRÄHENFRASS!
War nicht ihr Glück auch sein Glück?
Er sah wie sie eine Pfote vor die andere setzte. Eine Schwanzlänge lag zwischen ihnen.
Wieso fiel es ihm dann so schwer wenn es um ihre Kinder ging?
Wieso konnte er ihr Glück nicht greifen und fassen wenn es um ihre Jungen ging?
Zwei Kaninchensprünge war sie nun von ihm entfernt.
War ihr Glück nicht immer gleich sein Glück?
Es war ja nicht so, als hätte er nicht eine gewisse Freude verspürt als er sie mit den Jungen beobachtet hatte... Freude über ihr Glück. Über ihre Freude. Doch als Vater war er wirklich keinen deut besser als sein eigener. Dies stand aber auch nie zur Debatte!
Ein Katzensprung. Sein Herz begann zu rasen als würde er rennen. Seine Atmung wurde kürzer, schneller. Wurde der Wind lauter? Fing er an zu heulen?
Ein Bild flimmerte vor seinem Auge auf. Abendschimmer in der Abendsonne. Alleine. Zuckend. Es roch nach Wasser und Salz.
Goldfuchs Herz begann sich zu verkrampfen, auf Grund der unregelmäßigen Atmung. Den Emotionen und der Erinnerung. Ein gefährlicher Cocktail, der drohte den Krieger nieder zu ringen.
Seine Lerche war kaum mehr als ein Vogel in der Distanz. Verschwamm vor seinen Augen.

“Nein!“, miaute er plötzlich auf. Schneller als der Kater den Gedanken fangen konnte, sprang er auf seine Pfoten. Zugleich zitterten sie, dass er auf ihnen stand wie ein ungelenkes kleines Junges. “Warte... Geh ni...“ Seine Stimme heiser und brach am Ende ganz. Sie durfte sich nicht von ihm abwenden. Sie durfte nicht gehen! Sie war sein Herz! Seine Lerche, seine Schwingen der Leichtigkeit. Sein Leben!
Sofort sprintete der Kater hinter her. Er verlor halt, taumelte und fing sich wieder. Lerchenflügel wurde langsam größer. “Warte!“, rief er erneut. Heiser. Atemlos. “Warte...“ Als Goldfuchs sie eingeholt hatte wurde er langsamer und schnappe nach Luft. Die Worte so wild und wirr. Wie an dem einem Abend. “Ich wollte nicht... Ich meinte nicht.. Ich... Du... „ Zusammenhangslose Fetzen ohne wirklichen Anfang und Ende.


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Lerchenflügel

Lerchenflügel
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#14
10.02.2026, 19:16
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Feels like a loss


Schwere Schritte, schweres Herz.

Lerchenflügel lauschte auf das leise tappen ihrer Pfoten, das zarte Tropfen des Regens auf die Heide. Ihr Herz schmerzte wie eine körperliche Wunde, die sie mit jedem einzelnen Schlag immer weiter ausbluten ließ. Sie fühlte sich so einsam wie nie zuvor, ihr Gefährte nur wenige Schritte hinter ihr. Doch im Moment war es, als würden ganze Seen sie voneinander trennen. Wann war sie zu jemandem geworden, der Forderungen stellte? Der sein eigenes Glück über das anderer stellte?

Nein, Lerchenflügel. Es geht nicht um dein Glück. Nein. Vielleicht nicht. Nicht mehr. Doch sie war es gewesen, die unbedingt diese Jungen gewollt hatte. Die einen Kater in eine Rolle gezwungen hatte, die er nicht ausfüllen wollte, die ihm ein Leben aufbürdete, dass er zutiefst fürchtete. Wie konnte es sein, dass sie so viel Macht über ihn hatte?

Ihr zartes Herz riss an ihr, doch ihre Pfoten liefen weiter, auch wenn der wachsende Abstand sie auffraß. War sie jemals vor ihm geflohen? Niemals! Doch sie hatte ihn auch noch nie so gesehen wie heute. Solch klare, kühle Worte hatte er noch nie an sie gerichtet. Lerchenflügel unterdrückte ein Wimmern. Sie hatte alles kaputt gemacht.

“Nein!“ Seine Worte ließen sie zusammenzucken, doch sie blieb stehen, versuchte durch den Schmerz in ihrer Brust etwas anderes wahrzunehmen. Warte! Warte! Immer wieder rief er diese Worte und Lerchenflügel hätte am liebsten die Ohren verschlossen vor dem Schmerz in seiner Stimme, diesem allumfassenden Leid, das nur sie verursacht hatte! Sie drehte sich um und sah ihn an, mit großen Augen lauschte sie seinem Stammeln, während es in ihrer Brust zu brennen begann. Beim SternenClan was hatte sie angerichtet?

“Goldfuchs, ist ja gut!“, flüsterte sie zitternd, ihn so zu sehen warf ihre Welt endgültig aus den Fugen. Sie überwand die geringe Distanz zwischen ihnen und schmiegte sich an ihn, heftiger und fordernder als sonst. Sie konnte nur beten, dass er nicht zurückwich, dass sie nichts zerstört hatte, was sich nicht mehr reparieren ließ...



@Goldfuchs
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Goldfuchs

GoldfuchsVom Schatten berührt
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#15
10.02.2026, 23:08
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My luck means your luck, yet it isn't the same
But I'll try my best



Sie drehte sich zu ihm um. Sie sah ihn an. Zwar war es kein freudiger Blick, doch sie sah ihn. Sie blickte nicht mehr weg. Sie ging nicht mehr. Sie war stehen geblieben – für ihn. Erleichterung strich durch ihn. Milderte viele Gefühle, andere spülte es hinfort. Er atmete durch. Er war wieder frei. Er fühlte sich zumindest freier.
Doch sie?

Ihre Stimme zitterte. Als sie versuchte beruhigende Worte zu flüstern. Ihr Körper drückte sich an ihn, heftig und fordernd – es war intensiver an jenem bedeutungsvollen Tag der ihnen Angst eingejagt hatte. Tief sog er die Luft ein. Sein Kopf ordnete sich. Seine Muskeln spannten sich an. Alles geschah so schnell, bis die Klarheit sein Herz eingeholt hatte bevor es den Verstand traf.
Seine Lerche brauchte ihn. Sie brauchte ihn jetzt als standhaften Fels, nicht als zitternder und verunsicherter Kater. Sie brauchte ihn sicher. Selbstbewusst und Klar.
Sofort senkte er den Kopf. Behutsam, zugleich schwer, legte er ihn auf ihren Körper. Es sollte signalisieren, dass er da war, ihr halt gab und Schutz. Zugleich immer sanft mit ihr sein würde, sie nicht verletzen wollte. Worte waren wirklich nicht seine Stärke. Und doch bemühte er sich stets.

Noch immer schwieg er. Sein Körper weiterhin angespannt, standhaft. Da hob er eine Pfote, zog sich jedoch nicht zurück sondern legte sie über sie und drückte sie näher an sich. Etwas unter sich. So verharrte er. Hielt den Windböen stand, die für diese Herzschläge sanfter wurden, als würde der SternenClan ihren Zusammenhalt begrüßen. Lauschte ihrem Herzschlag und spürte ihre Atmung unter ihm. Er selbst zog tief die Luft ein, nahm ihren Geruch war und schloss die Augen dabei. Langsam atmete er die Luft wieder aus und sog sie erneut ein.
Als er spürte, dass sein eigenes Herz ruhiger wurde, rieb er den Kopf an ihr. Rieb seinen Duft, seine Liebe und all die wichtigen Emotionen mit seiner Wange in ihren Nacken. Leise schnurrte er – versuchte es. Mal gezielter, mal etwas leiser halb verklingend.

“Niemals würde ich dich wegschicken, Lerchenflügel. Ohne deine Schwingen kann ich doch gar nicht fliegen.“, flüsterte er leise. Könnte er es ihr sagen? War es Zeit? Musste er es ihr sagen? Oder konnte er weiter schweigen? Welcher Weg war der richtige? Welcher würde sie belasten, welcher entlasten? Er musste eine Entscheidung treffen um ihr die Schwere zu nehmen. Ihre Leichtigkeit zu finden. So wie sie ihm damals geholfen hatte.
“Ich war unfreundlich. Habe mich nicht richtig ausgedrückt.“, ein kurzes Schweigen. Er konnte ihr doch nicht sagen, dass Worte ihm nicht lagen – oder? Sie würde es ihm doch gar nicht glauben... Oder hatte sie vielleicht doch mitbekommen, dass er sich bei ihr anders verhielt als bei all den anderen? Sein Mundwinkel zuckte, die Schnurrhaare tanzten. Der Schwanz schlug irritiert zur Seite. Was nun? Fast fühlte er sich wieder in seine Mentorenzeit mit ihr zurück versetzt, als er bemerkte dass Lerchenflügel ihm den Atem nehmen konnte.

Erneut setzte er an. Ruhiger. Erklärender: “Was ich meinte war, dass ich in Ruhe nachdenken will über einen längeren Zeitraum. Du möchtest dass ich mir Zeit nehme. Mich mit ihnen auseinander setze und mehr als nur der Vater aus deinen Geschichten bin. Es schmerzt dich wie es läuft. Wie die Kinder wahrscheinlich Fragen stellen auf die du keine Antworten hast. Wie Herzen die zusammen gehören sollten getrennt sind.“ Er atmete tief durch, der letzte Satz bewegte in ihm selbst etwas. “Das...“ Kurz brach er ab, räusperte sich und fing erneut an: “Das braucht Zeit, damit ich mich auch vorbereiten kann.“
Wahrscheinlich klang es wie eine ziemlich schlechte Ausrede. Lahm wie ein Fisch an Land. Doch er meinte es so. Gewiss, er hatte sechs Monde Zeit gehabt – oder waren es schon sieben? Allerdings... Hatte er die Zeit genutzt sich erfolgreich zu drücken. Vor der Aufgabe. Aber vor allem vor der Begegnung mit seiner Vergangenheit.
Er hatte viele Sorgen. Dass er sie selbst erfüllt hatte und durch seine Abneigung der Vergangenheit diese in das Jetzt geholt hatte, war ihm nicht bewusst.

“Ich werde mir Mühe geben beim Gespräch mit Wolkenpfote. Ich... Ich weiß nur nicht ob ich eine andere Antwort bekomme als du.“
Leichter Zweifel schwang in der Stimme mit. Und große Sorge.
“Ich will dich nicht enttäuschen.“ Hauchte er verletzt. Verletzt von dem Wissen, dass er es bereits getan hatte. Und es peinigte ihn.

Seine Pfote drückte sachte gegen ihre Seite. Seine Nase vergrub sich in ihren Nacken und genoss den Duft den sie wahrnahm. Er hatte ihr sein Wort gegeben. Er würde es tun. Und auch wenn er die Jungen nicht als Individuen wahrgenommen hatte. So hatte er auch das einfach da mitbekommen. Und immer wieder kurz beobachtet.
Nur eben nicht intensiv. Nicht...
War das überhaupt die Aufgabe eines Vaters?
Konnte er das jemanden Fragen?
Nein.
Niemals.
Er müsste seinen eigenen Weg finden.



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Goldfuchs, Lerchenflügel Trockenes Hochland


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