War is not the only answer
Ruhig hatte Sonnenfall dem Bericht der schwarzen Kätzin zugehört. Sie hatte mitbekommen, dass es einen Angriff auf sie seitens Fichtenstern gegeben hatte, dass sie mit Glück davon gekommen war und 'nur' eines ihrer Leben verloren hatte.
Sie gab dem Clan die Möglichkeit, seine Stimme zu erheben. Und das nutzte eine Vielzahl an Katzen.
Taubenfeder schien etwas zu murmeln, schien sich an Lerchenflügel zu drücken als wollte sie bei ihrer Schwester Schutz suchen. Entgegen ihrer Erwartungen schien Eisenbiss vorerst still zu bleiben. Wunder gibt es immer wieder.
"Glaubt ihr…" , begann Taubenfeder vorsichtig und mit leicht zitternder Stimme, "…dass sie wieder angreifen könnten?" Sonnenfall richtete ihren smaragdgrünen Blick auf die zarte, cremefarbene Kätzin. “Ja, ich fürchte schon. Fichtenstern scheint keine Furcht davor zu haben, sich mit allen drei Clans gleichzeitig anzulegen. Er muss sich unheimlich sicher sein.“ , antwortete Lerchenflügel murmelnd. Zustimmend nickte Sonnenfall bevor sie ihren Blick zu Bussardjäger wandern ließ. »Gilt das für alle Katzen des GlutClans? Natürlich waren sie sehr gesättigt, konnten gut Beute machen..Aber was ist, wenn sie alle nun so stark sind? Wo kommt sowas her?« , fragte er ratlos. Gute und berechtigte Fragen. Vielleicht hatte Fichtenstern Tollwut bekommen und alle damit angesteckt. So, wie der sich verhält... Steppenpfote sprang auf, sein lockiges Fell sträubte sich und er fauchte einmal. Sonnenfall konnte sich ein Augenrollen nicht verkneifen. Kleine Zecke. »Was glaubt der, wer er ist?« , fauchte er wütend. Aber diese Reaktion konnte sie in dieser Situation durchaus verstehen. »So stark kann kein Clan sein, dass wir sowas über uns ergehen lassen können!« , fuhr der Schüler fauchend fort. Einige ihrer Worte überhörte Sonnenfall, Taubenfeder redete sehr leise und ihre Ohren konnten nicht überall sein. Aber Steppenpfotes Fauchen ließ die Königin zusammenzucken und die Schultern erschrocken heben. "Bitte nicht noch mehr Kämpfe…" , hauchte sie mit vor Sorge brüchiger Stimme. Sonnenfall blinzelte einmal. Es konnten so viele in einem Gefecht gegen den GlutClan sterben, so viele Leben, die unnötigerweise geopfert werden würden. Das würden Distelstern und Schattenfrost aber doch nicht zulassen, richtig? "Es… es muss doch einen anderen Weg geben…" , hörte sie Taubenfeder fortfahren während ihr Blick über die Versammelten glitt. Richtig... War Distelstern nicht für ihre Diplomatie bekannt? Konnte selbst sie da nichts tun? Erzählungen der letzten Großen Versammlung kamen ihr in den Sinn. Dort hatte sie Fichtenstern ruhig auf die Gesetzesbrüche ansprechen wollen und er hatte ihr zwar zugehört aber ihre Worte waren an ihm abgeprallt. Verstanden diese Mörder inzwischen nur noch die Sprache des Kriegs und Bluts? "Was, wenn…" , begann Taubenfeder leise, fast flüsternd, "…wenn jemand von uns der Nächste ist?" Und genau diesen Gedanken hatte Sonnenfall auch gehabt. Einer von ihnen konnte der nächste sein, wenn es ihre Anführerin und ihr Stellvertreter auf einen Vergeltungskampf gegen den GlutClan anlegen würden.
"Weder war dies das erste, noch das letzte mal!" , erhob Goldfuchs schroff die Stimme. Sonnenfall richtete ihren smaragdgrünen Blick auf ihn während er Distelstern direkt anblickte. "Gerade einmal zwei Morgende später fanden wir wieder seine Spuren, seine und die eines anderen Kriegers aus dem GlutClan." , fuhr er fort, blickte über die Versammelten und trat einen Schritt vor. "Sie waren am Adlerfelsen.
Markierten ihn mit Urin, Fellspuren und Krallen als sei es ihr eigener!" , fauchte er. Sonnenfall konnte ihren Ohren kaum trauen. Ihr Blick zuckte zu Distelstern. Hatte die Anführerin davon gewusst? "Er tötete wichtige Beute. Nicht aus Hunger. Nicht aus Gier. Sondern weil er es konnte!
Und diese Beute massakrierte er...
und zerstreute sie auf, über und unter dem Adlerfelsen!" , fuhr Goldfuchs mit donnernder Stimme fort. Und dies schien nicht nur ihn und Sonnenfall zu erzürnen. Eisenbiss war aufgestanden, hatte die eher kleinen Ohren angelegt und grub seine Krallen in den Boden. "Das dürfen wir nicht hinnehmen!" , erhob er zornig die Stimme während sein Schweif hinter ihm peitschte. "Wir sollten Gleiches mit Gleichem vergelten!" , forderte er während er einen Schritt vortrat.
Sonnenfall unterdrückte mit Mühe ein Schnauben während sie Eisenbiss beobachtete. "Das würde doch nichts bringen. Die Stimmung und Situation würde sich nur weiter aufheizen, das Blutvergießen würde weitergehen und niemals zu einem Ende kommen." , wandte Sonnenfall ein.
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Sie hatte dem Clan explizit Zeit gelassen, um sich gerne schon zu dem bisherigen Bericht zu Wort zu melden. Die unterschiedlichsten Reaktionen kamen bei ihr auf dem Hochfelsen an.
Distelstern erkannte Taubenfeders nervöse Reaktion, auch wenn sie ihre Worte nicht gänzlich bis zu ihrem erhöhten Platz hören konnte. Sie beobachtete die besorgte Reaktion Lerchenflügels auf Taubenfeders Worte hin, die sie leider ebenfalls nicht bis zu sich hoch hören konnte.
»Gilt das für alle Katzen des GlutClans? Natürlich waren sie sehr gesättigt, konnten gut Beute machen..Aber was ist, wenn sie alle nun so stark sind? Wo kommt sowas her?« , drang Bussardjägers ratlose Frage zu ihr hoch. Wenn ich das nur wüsste, Bussardjäger... Weder Distelstern noch Echowind hatten sich erklären können, woher Fichtensterns plötzliche Aggression und Gewaltbereitschaft sowie Blutrünstigkeit gekommen war. Trotzdem beschloss sie, ihren Clan vorerst sprechen zu lassen und dann gesammelt auf alles einzugehen.
Steppenpfote war halb aufgestanden, das lockige Fell gesträubt und stieß ein Fauchen aus. Distelsterns blattgrüner Blick wanderte zu ihrem Schüler. »Was glaubt der, wer er ist?« , fauchte Steppenpfote wütend. »So stark kann kein Clan sein, dass wir sowas über uns ergehen lassen können!« , fuhr er fauchend fort. Damit hatte ihr Schüler recht. Auch Distelstern war der Ansicht, dass sie jetzt nicht ihren Schwanz einkneifen und den Kopf einziehen sollten. Aber sie sollten auch keine Kämpfe provozieren, bei denen es am Ende noch zu tatsächlichen Todesfällen kommen würde.
Kupferblatt schien ruhig zuzuhören und erhob nicht die Stimme, wie es Bussardjäger und Steppenpfote getan hatten.
"Weder war dies das erste, noch das letzte mal!" , erhob Goldfuchs schroff seine Stimme. Ihr Blick wanderte zu dem goldgelben Kater, der sie direkt anblickte. "Gerade einmal zwei Morgende später fanden wir wieder seine Spuren, seine und die eines anderen Kriegers aus dem GlutClan." , fuhr er fort, blickte kurz über die anderen Versammelten und trat vor. Distelstern blinzelte einmal ruhig. Äußerlich ließ sie sich von ihrer Verärgerung darüber nichts anmerken, dass Goldfuchs ihrem Bericht vorgegriffen hatte. "Sie waren am Adlerfelsen.
Markierten ihn mit Urin, Fellspuren und Krallen als sei es ihr eigener!" , fauchte er zum Ende hin. Ja, sie verstand Goldfuchs' Wut. Seine Krallen bohrten sich tief in den Boden, seine Muskeln waren deutlich angespannt. "Er tötete wichtige Beute. Nicht aus Hunger. Nicht aus Gier. Sondern weil er es konnte!
Und diese Beute massakrierte er... und zerstreute sie auf, über und unter dem Adlerfelsen!" , donnerte seine Stimme zum Ende hin über das Lager. Nun blickte er wieder zu Distelstern hinauf. Sie musterte seine jadegrünen Augen, sah den Zorn darin und antwortete mit ihrem ruhigen, beherrschten, blattgrünen Blick. Auch sie war zornig - ohne Frage - doch das durfte nicht ihr Handeln als Anführerin beherrschen, die die Verantwortung über das Leben so vieler Katzen hatte.
"Das dürfen wir nicht hinnehmen!" , erhob auch Eisenbiss seine Stimme. Seine kleinen Ohren waren angelegt, seine Krallen gruben sich in den Untergrund. Distelstern hatte sich schon gefragt, wann der durchaus cholerische Kater das Wort erheben würde. Sein Schweif peitschte hinter ihm. "Wir sollten Gleiches mit Gleichem vergelten!" , forderte er und trat einen Schritt vor.
"Das würde doch nichts bringen. Die Stimmung und Situation würde sich nur weiter aufheizen, das Blutvergießen würde weitergehen und niemals zu einem Ende kommen." , wandte Sonnenfall ein. Auch ihre Worte nahm Distelstern zur Kenntnis.
Sie wartete noch ein paar Herzschläge, ob noch jemand etwas hinzufügen wollen würde. Doch als keine weiteren Stimmen aufkamen, beschloss sie, dass es Zeit war, weiterzusprechen.
Ihr blattgrüner Blick wanderte über jeden, dessen Reaktion und Worte sie gehört hatte. "Geduld ist eine Tugend." , begann die nachtschwarze Kätzin schließlich wieder zu sprechen. Ihr grüner Blick blieb dabei an Goldfuchs hängen. "Eine Tugend, die du in deinem Alter noch zu lernen hast." Sie blinzelte einmal ruhig, ihre Schwanzspitze zuckte leicht. "Ich danke dir für die Erwähnung, Goldfuchs. Greife das nächste Mal aber bitte nicht meinen eigenen Berichten vor." , fügte sie etwas schärfer hinzu.
Distelstern löste ihren Blick von dem Krieger bevor sie ihn erneut über die Versammelten schweifen ließ. "Doch es stimmt, was Goldfuchs berichtet hat. Fichtenstern und der GlutClan haben uns eine 'Botschaft' am Adlerfelsen hinterlassen, wenn man es so nennen möchte." Die Anführerin gab sich Mühe damit, ihren Zorn und Entrüstung nicht in ihre Stimme gelangen zu lassen. Doch gänzlich gelang es ihr leider nicht, wenn man genau hinhörte.
Sie wartete ein paar Herzschläge, um auch ihre eigene Wut etwas abkühlen zu lassen. "Ich verstehe euer aller Wut, eure Besorgnis, eure Nervosität und auch eure Angst. Aber von diesen Gefühlen dürfen wir uns nicht leiten oder beeinflussen lassen." Dabei gab sie sich Mühe, weder Eisenbiss noch Goldfuchs oder Steppenpfote anzusehen.
"Wir werden keine Kämpfe an der Grenze provozieren und den GlutClan nicht angreifen, wenn wir auf ihre Patrouillen stoßen." , fuhr Distelstern fort.
"Die Grenze zum GlutClan, der Donnerweg, darf ab sofort nicht mehr allein besucht oder markiert werden. Es müssen 2 oder mehr Krieger sein, um im Fall eines Angriffs nicht die Gefahr zu laufen, getötet zu werden, worauf es Fichtenstern und der GlutClan inzwischen wohl besonders anlegen. Wir werden die Grenze zum GlutClan häufiger patrouillieren, um sicherzustellen, dass sie auf ihrer Seite bleiben. Falls ihr auf euren Patrouillen erhöhte Grenzübertritte des GlutClans beobachtet, meldet ihr das umgehend an Schattenfrost oder mich, sodass wir uns schnell eine entsprechende Lösung dafür überlegen können."
Erneut machte Distelstern eine kurze Pause. Das war es, was sie entschieden hatte, um die Sicherheit ihrer Clangefährten gewährleisten zu können, da die Grenze zum GlutClan trotz allem patrouilliert werden musste.
Geisterjäger
Alias — Jacky
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"Ist das wirklich alles, Distelstern?"
Goldfuchs mochte couragiert, kühl und schroff sein. Vielleicht auch etwas starrköpfig und zu ablehnend gegenüber dem Nachwuchs. Ganz sicher hat er eine gewisse Obsession bei Lerchenflügel entwickelt – die er zum Glück selbst noch nicht ganz wahrnimmt. Welche auf der anderen Seite seine kameradschaftlich Ader dahin stärkt, dass er den Clan in Gefahr sieht und wodurch er so feurig die Leidenschaft auslebt und seinen Unmut mehr als offensichtlich darstellt. Aber bei den Ahnen... Ungeduldig?
Goldfuchs Augen verengten sich, als Distelstern behaupte, dass Geduld eine Tugend sei die er noch zu lernen hätte. Wäre sie nicht die Anführerin, hätte er wahrscheinlich spöttisch geschnaubt.
Verdammter Mäusedreck, er hatte Geduld! Und was für eine! Er hatte Schüler ausgebildet und sie geduldig zu immer mehr gefordert. Er war nicht einfach in das Territorium Fichtensterns gewandert um den Streit mit ihm zu suchen. Er hat Lerchenflügel leiden sehen und es ertragen , statt die Rache direkt zu suchen. Er beobachtete wie andere Kater mit ihr interagierten ohne es zu unterbinden... Er zeigte sogar die Geduld sich nicht nur mit seinen Nachkommen, sondern auch mit der Brut anderer auseinander zu setzen!
Wie viele Schüler hatte er noch einmal in diesem Mond begleiten dürfen? Die hatten doch Mentoren! Und sie sprach von Geduld...
Geduld, wo der Waldbrand bereits zu sehen war und wenn der Wind nur einmal umschlug zu riechen.
Sein widerspenstiger Blick lag weiterhin ruhig auf Distelstern und er antwortete ihr nicht. Denn entgegen ihrer derzeitigen Meinung wusste Goldfuchs sehr genau wann er etwas sprechen musste. Ihre Warnung nahm er mit einem Zucken der Schnurrhaare hin. Sollte sie doch demnächst sagen, dass sie mehrere Themen ansprechen wollte. Dann wäre die Unruhe vielleicht anders gelagert.
Sobald sie den Blick löste, schnaufte er aus und wandte den Kopf ab. Die Blicke der anderen war er sich weiterhin bewusst und er würde sie tragen – schließlich hatte er sie gelenkt. Auch dies war die Pflicht eines Kriegers.
Es war Lerchenflügel die ihn aus diesem Strudel riss und erdete. Ihre Präsenz kam unverhofft, fast hätte er sie nicht bemerkt – so groß war der Sog gewesen. Erst jetzt bemerkte er wirklich dass sie da war. Sich an ihn drückte und den Schwanz über ihn gelegt hatte. Sein Kopf drehte sich wieder zur anderen Seite und ein sanftes warmes Lächeln lag auf seinem Angesicht. Liebevoll leckte er seiner Liebe über den Kopf und schnurrte leise, während die Ohren auf Distelstern gerichtet waren und ihren Worten lauschten. Fast schon dumpf drangen sie an diesen Ort heran. Lerchenflügel schaffte es alles ab zu schotten was um den Kater herum geschah. Als er sie ausreichend abgeleckt hatte, blickte er in ihre wundervollen Augen und ein Stimmes Danke lag in seinem Blick. Sein Schweif schwang über ihre Hinterläufe und hielt sich dann um die Kätzin geschwungen, bedeckte ihr hinteres.
Schließlich wanderte sein Blick über die anderen Katzen und blieb an Dämmerbiss, seinem ehemaligen Mentoren hängen. Lange starrte er den Kater an, bevor er die Augen kurz schloss.
Vielleicht sollten die beiden sich mal wieder zusammen tun...
“Ich verstehe euer aller Wut, eure Besorgnis, eure Nervosität und auch eure Angst. Aber von diesen Gefühlen dürfen wir uns nicht leiten oder beeinflussen lassen.“ Goldfuchs wandte den Kopf von Eisenbiss weg und grub ihn tief in Lerchenflügels Nacken um nicht ein verächtliches Schnaufen auszustoßen.
Was erwartete Distelstern? Dass sie sich alle freundlich aufreihten, setzten und die Köpfe in die Pfoten steckten? Oder ihre Ärsche dem GlutClan entgegen reckten um ihnen zu signalisieren wie verdammt egal sie ihnen waren.
Vielleicht aber auch um ihnen den Angriff zu erleichtern?
Glaubte Distelstern wirklich es würde sich friedlich lösen, oder wollte sie mehr Informationen sammeln?
Die Antwort folgte so gleich, als sie sagte dass keine Kämpfe provoziert werden sollten und die Grenzen zum GlutClan nur noch mit zwei oder mehr Kriegern patrouilliert, besucht oder markiert werden sollten. Und sie sollten die grenzen häufiger Patrouillieren. Erhöhte Grenzübertritte sollten ihr oder Schattenfrost gemeldet werden um schnell eine entsprechende Lösung zu finden.
Es war mehr eine halbe Antwort als eine ganze.
Und Goldfuchs konnte nicht anders. Er lachte auf, trocken.
Als er verstummte hob er den Kopf und sah wieder zu der schwarzen Kätzin mit dem hellen Brustfleck. Ihre grünen Augen trafen sich und die Lefzen des Katers verzogen sich zu einem wild zuckendem Lächeln.
“Ist das deine Lösung? Oder deine bisherige Lösung? Was genau erwartest du?“ , sprach er ruhiger als zuvor aus. Es war ein deutliches Hinterfragen ihres Lösungsansatzes. Ein Hinterfragen, was Distelstern damit bezwecken wollte – wo sie hin wollte, was genau ihr Ziel war.
Hier ging es nicht nur um einen Weg.
Es mussten Lösungen erarbeitet werden.
Goldfuchs drängte sich enger an Lerchenflügel, drängte sie so damit die Position zu verändern, dass er sich etwas vor sie schob als müsste der Kater sie vor einer unsichtbaren Gefahr aus Distelsterns Richtung beschützen.
“Versteh mich nicht falsch Distelstern. Aber alleine wenn ich die beiden Übertritte Fichtensterns zähle und dazu die von Granitstille, einem feurigrotem Schüler sowie Eichenfell und einer Blumenköpfigen Schülerin dazu zähle sind es bereits vier in einem Mond.
Reichen dir diese vier Übertritte noch nicht?
Was genau erhoffst du dir?
Worauf wartest du?
Soll noch etwas geschehen?
Fehlen dir Informationen?“
Maunzte er gut hörbar für alle. Die Stimme fest und fern jeglicher Absicht eines Angriffs. Aber eindeutig dem Willen zu Verteidigen was ihnen allen wichtig war: Ihr Leben. Es fehlte für ihn die klare Idee ihrer Regel. Ihre Absicht und in welche ungefähre Richtung ihr Endergebnis gehen würde.
“Bei beiden weiteren Begegnungen die ich dir nannte war ich nicht alleine. Und beide male mussten wir fliehen. Ich halte zwei Katzen für zu schwach besetzt – unter den Angesichtspunkten die du nanntest.“ , beendete er schließlich seinen Einwand. Nein... Er hatte nicht ein Leben wie Distelstern verloren. Und er hatte sicher nicht die Sicherheit des Clans auf seinen Schultern.
Aber er hatte die Grenze gesehen. Blutige Begegnungen mit dem GlutClan. Ihre Stärke und die Schmach fliehen zu müssen.
Vom Schatten berührt
Alias — nessjas
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Aufmerksam hörte Steppenpfote zu, was Distelstern schließlich noch zu sagen hatte, besonders auf die Worte von Goldfuchs hin. Mit dem Kater war Steppenpfote diesen Mond bereits jagen gewesen. Er wusste noch nicht, ob er ihn leiden konnte, er war recht arrogant und das war ein Hohn für den Schüler - war er selbst doch der vielversprechendste Kater des Clans. Doch seine Worte trafen etwas Wahres. Schattenfrost, Taubenfeder, Goldfuchs und er selbst hatten die Nachricht gesehen, die Fichtenstern mit seinem Clan hinterlassen hatte. Es war ein Hohn, sie nahmen den BrisenClan nicht für voll und innerlich bäumte sich alles in Steppenpfote auf. Er wollte ihnen zeigen, dass sie es mit dem GlutClan aufnehmen konnten. Und doch sprach Distelstern von Stärke. Fichtenstern sei ungewöhnlich stark gewesen und Bussardjäger gab zu bedenken, ob das alle Katzen des Clans betraf. Aber wie stark waren sie? »Wir dürfen das aber nicht einfach hinnehmen, Distelstern! « erhob der Schüler erzürnt seine Stimme und versuchte durch all die Wut noch einen klaren Gedanken fassen zu können. »Wenn wir mit größeren Patrouillen losziehen, dann werden wir uns wehren können. Wir brauchen Training! « miaute er laut und erkannte, dass er grade einen guten Einfall hatte, den er noch nicht ganz Ausformulieren konnte. »Wir sind schneller als die Katzen des GlutClans! Mit unserer Schnelligkeit können sie es nicht aufnehmen und das müssen wir zu unserem Vorteil nutzen « fügte er hinzu und seine Pfoten kneteten den lehmigen Boden. Was für eine Taktik könnte das sein, mit dem der BrisenClan wieder die Macht auf eigenem Gebiet erlangen würde?
Sein Schweif zuckte nervös und er konnte nicht ganz begreifen, was er da für eine Idee ausbrütete, doch er müsste sich eine Taktik einfallen lassen. Er war klug und ihm musste etwas einfallen! Wenn sie den GlutClan nicht in reiner Stärke schlagen könnten, wie dann mit ihrer Schnelligkeit? »Wir müssen nicht stärker sein, als der GlutClan..nur klüger und schneller « murmelte er etwas leiser und hob dann den Blick »Ja das ist es! Wenn wir sie im direkten Kampf nicht schlagen können, dann bringen wir sie eben an den Rand ihrer Ausdauer. Wir schlagen zu und weichen aus, wir tänzeln um sie herum. Die GlutClankatzen sind nicht so beweglich und wendig wie wir, wir können sie ausspielen, bis sie keine Ausdauer mehr haben! « miaute er und fand seine Idee hervorragend. Natürlich müsste man dafür trainieren, aber wie sollten so kräftige Katzen wie Eichenfell, Eisbrecher oder auch Rotnase mithalten können, wenn wendige Katzen wie er und auch andere des BrisenClans einfach zu schnell waren, dass man sie erwischen konnte? Die Idee war gut und er hoffte, dass die anderen Katzen das auch anerkannten. Falls sie das nicht taten, waren sie ohnehin nur aufgeblasene Mäusehirne.
Alias — Efeu
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Die ruhige Kriegerin blieb weiterhin an ihrem Platz sitzen und aufmerksam lauschte sie all den Einwänden. Als Goldfuchs von der Patrouille berichtete und dem was sie fanden, verdrehten sich ihre Ohren und der hellbeige Pelz stellte sich sofort auf. »Wie konnten sie nur « stieß die Kätzin entsetzt aus und ihr Schweif peitschte kurz und wirbelte dabei etwas Staub auf. Kupferblatt bemühte sich ruhig zu bleiben und blieb sitzen, doch in ihr stieg Wut auf. Wie konnte der GlutClan nur so skrupellos sein. Fichtenstern nahm Distelstern ein Leben, warf sie in ihr Lager als sei sie nur eine tote Maus und dann hinterließen sie so eine freche Nachricht. Sie nahmen Beute, machten sie unbrauchbar und zeigten damit ganz klar, was sie vom BrisenClan hielten. Es war ihnen egal, ob die Katzen des BrisenClans Hunger leiden mussten oder nicht. Die Blattleere stand kurz bevor und jede Beute war dann umso wichtiger. Es war keine Seltenheit, dass Katzen in der harten Blattleere starben, weil sie geschwächt waren vor Hunger und manchmal verhungerten sogar Katzen. Das war dem GlutClan egal, diese Nachricht war angekommen.
Aufmerksam richtete sie ihre Augen wieder nach vorne, als die Anführerin erneut das Wort erhob. Sie schallte Goldfuchs dafür, dass er ihr vorgegriffen hatte mit dem Bericht über die Patrouille und Kupferblatt zuckte nur mit dem Ohr. Verständlich, dass sie ihm dafür Ärger gab, aber ebenfalls verständlich, dass Goldfuchs davon berichtet hatte. Viel Zorn steckte in dem Kater und das konnte Kupferblatt verstehen. Auch sie war voller Zorn und sie hatte grade erst davon erfahren. Die schwarze Kätzin wies an, dass man an der Grenze nur noch mindestens zu zweit auftauchen durfte und das bemängelte der goldene Krieger sogleich. Kupferblatt verdrehte die Ohren und knurrte. Es gefiel ihr nicht, wie Goldfuchs sich in Rage redete. Sie fand es respektlos der Anführerin gegenüber, denn man konnte seine Bedenken auch ruhiger äußern. »Distelstern ist durchaus in der Lage sich deine Einwände anzuhören Goldfuchs, dafür kannst du deine Krallen bei dir lassen « sprach sie in ruhigem und festen Ton und blickte dem Kater fest in die Augen. »Distelstern hat die Gesundheit und das Wohle des ganzen Clans im Sinne. Was sollen wir tun? Sieh dir doch den WurzelClan an, wie der unter dem Druck leidet. Wir haben es hier mit einer Sache zu tun, die so noch nie vorgekommen ist « fügte sie mit fester Stimme hinzu und blickte dann zu Steppenpfote, der wohl grade eine Idee ausbrütete. Ein Wunder, dass er überhaupt in der Lage ist zu denken, normalerweise nutzt er statt dem Gehirn lieber die Zähne und Krallen.. Sie hörte zu, doch sie äußerte sich nicht zu dem Einfall, auf den der Schüler wohl sehr stolz schien. Stattdessen blickte sie wieder zu Distelstern, war gespannt was sie dazu zu sagen hatte.
Alias — Efeu
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Goldfuchs ’ erste Worte trafen Taubenfeder beinahe genauso hart wie Distelsterns Bericht selbst. Gerade noch hatte sie versucht, sich an der Wärme ihrer Schwester festzuhalten wie an einem letzten ruhigen Fleck inmitten all dieser aufgewühlten Stimmen, da zerschnitt sein schroffer Ruf die Luft über dem Lager wie eine Kralle. Taubenfeder fuhr sichtbar zusammen. Ihre Schultern zuckten hoch, ihre Ohren legten sich dicht an den Kopf und ihr Herz begann erneut wild gegen ihre Rippen zu schlagen.
Nicht das erste. Nicht das letzte Mal.
Allein diese Worte ließen eine neue Welle aus Angst durch ihren schmalen Körper laufen. Es war nicht nur ein einzelner Angriff gewesen. Nicht nur ein entsetzlicher Ausbruch von Gewalt, der vielleicht mit der Zeit verblassen würde wie ein böser Traum am Morgen. Nein. Es war mehr. Es war eine Reihe. Eine Absicht. Ein Schatten, der sich immer weiter über ihr Leben schob. Mit geweiteten, dunkelblauen Augen starrte Taubenfeder Goldfuchs an, während er von weiteren Spuren sprach, von Fichtenstern und einem anderen Krieger des GlutClans, vom Adlerfelsen. Schon der Klang dieses Ortes ließ etwas in ihr erzittern. Der Adlerfelsen war kein gewöhnlicher Ort. Es war einer dieser seltenen Punkte, die selbst eine sensible Seele wie sie als mehr empfand als bloßen Stein und Erde. Ein Ort, an dem Ehrfurcht in der Luft lag. Ein Ort, den man nicht entweihte. Doch sie hatten es getan. Wie konnten sie es wagen? Als Goldfuchs schilderte, wie der GlutClan ihn mit Urin, Fellspuren und Krallen markiert hatte, stockte ihr der Atem. Und als er weitersprach, von zerrissener Beute, von Blut, von Kadavern, die auf, über und unter dem Adlerfelsen verstreut worden waren, da war es, als würde etwas Kaltes ihre Wirbelsäule hinunterkriechen. Für einen schrecklichen Moment sah sie es vor sich. Das Blut auf dem Stein. Das zerfetzte Fell. Den Hohn darin. Die grausame Botschaft.
Ein leiser Laut, halb Atemzug, halb Wimmern, entglitt ihr. "Oh, bei den Ahnen..." Ihre Augen glänzten feucht, und sie blinzelte hastig, als könne sie die Bilder damit aus ihrem Kopf vertreiben. Doch sie blieben. Viel zu deutlich. Sie malte es sich gedanklich bildlich so aus, als wär' sie selbst dabei gewesen.
Neben ihr spürte sie Lerchenflügel , noch für wenige Herzschläge jedenfalls. Dann stand ihre Schwester auf. Taubenfeder merkte es erst richtig, als die vertraute Wärme an ihrer Flanke verschwand. Die Berührung, die sie eben noch gehalten hatte wie ein dünner Faden über einem Abgrund, löste sich, und plötzlich kam ihr der Wind kälter vor... Sie hob den Blick gerade rechtzeitig, um zu sehen, wie Lerchenflügel sich zaghaft durch die Menge zu Goldfuchs schob und sich an ihn schmiegte. Taubenfeder verstand es. Natürlich verstand sie es. Lerchenflügel liebte ihn. Und Goldfuchs sah aus, als würde sein Zorn ihn von innen heraus verzehren. Jemand musste ihn halten. Und doch schmerzte es. Nicht weil ihre Schwester ging, sondern weil in diesem Moment jeder irgendeinen Ort zu haben schien, an den er sich lehnen konnte, während Taubenfeder selbst sich vorkam wie ein einzelner Grashalm auf offener Heide, gebogen unter einer Böe, die nicht aufhören wollte.
Ihre Pfoten zogen sich enger unter ihren Brustkorb. Ihr Schweif schlang sich so fest um ihre Beine, dass es beinahe wehtat. Dann erhob Eisenbiss die Stimme. Taubenfeder zuckte erneut zusammen, diesmal nicht nur aus Schreck, sondern aus einer alten, tief sitzenden Erinnerung heraus. Auch nach all den Monden war da noch dieses Echo ihrer Schülerzeit. Dieser raue Ton. Diese Härte. Diese Art, mit Worten denselben Druck auszuüben, den andere mit Krallen taten. Sie musste ihn nicht einmal ansehen, um ihn vor sich zu sehen: die angespannten Muskeln, die kleinen angelegten Ohren, die Wut in seinem goldenen Blick. "Wir sollten Gleiches mit Gleichem vergelten!" Taubenfeders Brust zog sich zusammen. Nein. Nein, bitte nicht. Der Gedanke an Vergeltung war wie noch mehr Brennholz auf ein Feuer, das ohnehin schon außer Kontrolle zu geraten drohte. In ihrem Kopf sah sie sofort, wie das enden würde. Noch mehr Kämpfe. Noch mehr Blut. Noch mehr stumme Körper auf kaltem Boden. Katzen, die am Morgen noch gesprochen hatten und am Abend nicht mehr atmeten.
"Nein..." hauchte sie so leise, dass es fast im Wind verging. "Bitte nicht..."
Sonnenfalls Einwand kam ihr da vor wie ein einzelner Lichtstreif am Horizont. Taubenfeder drehte den Kopf leicht zu der Kriegerin, und ein schwacher, dankbarer Ausdruck trat in ihre feuchten Augen. Wenigstens eine andere Stimme sprach aus, was ihr selbst viel zu zittrig, viel zu schwach im Hals stecken blieb.
Auch Kupferblatts ruhige, feste Worte ließen etwas in ihr nachklingen. Nicht, weil Taubenfeder den schärferen Ton gegen Goldfuchs mochte, im Gegenteil, jede Form von offener Spannung schnürte ihr die Kehle zu, sondern weil Kupferblatt daran erinnerte, dass Distelstern das Wohl des Clans im Sinn hatte. An etwas Festes zu glauben, an eine Entscheidung, an Führung, war in diesem Moment das Einzige, was Taubenfeder davon abhielt, sich einfach umzudrehen und in die Kinderstube zurückzulaufen, wo die Welt zumindest manchmal noch kleiner und stiller war.
Als Distelstern schließlich wieder sprach, hob Taubenfeder sofort den Blick. Sie lauschte an jedem einzelnen Wort, als hinge daran ihr Gleichgewicht. Keine provozierten Kämpfe. Keine Angriffe. Grenzen nur noch in Gruppen. Häufigere Patrouillen. Meldung bei Grenzübertritten. Es gab keinen Ruf nach Rache ihrerseits. Und obwohl viele andere offenbar mehr erwartet hatten, spürte Taubenfeder bei diesen Worten zunächst nur eines: Erleichterung. Eine zarte, vorsichtige Erleichterung, kaum stark genug, um wirklich Wärme zu bringen, aber groß genug, um den Griff ihrer Angst für einen Herzschlag zu lockern. "Das ist vernünftig..." murmelte sie kaum hörbar zu sich selbst. Doch dieser kleine Halt währte nicht lange.
Goldfuchs lachte trocken auf. Und dann stellte er Distelsterns Entscheidung offen infrage. Taubenfeders Augen wanderten entsetzt zwischen dem Krieger unten und ihrer Anführerin auf dem Hochfelsen hin und her. Jede neue Frage aus seinem Mund ließ ihren Magen sich fester zusammenziehen. Nicht weil seine Sorgen unverständlich gewesen wären. Sie waren es nicht. Selbst Taubenfeder konnte sehen, dass seine Angst um den Clan echt war, dass seine Wut aus Schutzwillen entstand. Aber der offene Widerspruch, das Drängen, das hörbare Misstrauen gegen Distelsterns Plan, all das ließ etwas in ihr erbeben.
Der Clan klang plötzlich nicht mehr wie eine Gemeinschaft, sondern wie ein Nest aus aufgeschreckten Vögeln, die gleichzeitig in verschiedene Richtungen flatterten. Und Steppenpfotes Worte machten es nicht besser. Training. Größere Patrouillen. Klüger und schneller sein. Zuschlagen und ausweichen. Den GlutClan an den Rand seiner Ausdauer bringen. Taubenfeder starrte den Schüler an, als spräche er von einem Gewitter, das man mit bloßen Pfoten jagen wollte. Ein Teil von ihr bewunderte beinahe seinen Mut, seine Entschlossenheit, diese jugendliche Natur, die ihn glauben ließ, für alles ließe sich ein Weg finden. Doch der weitaus größere Teil in ihr sah nur, wie gefährlich selbst die klügste Idee werden konnte, wenn sie aus Wut geboren war.
Sie dachte an Myrtenpfote . An ihre Tochter, an das Kalte in ihr, an jenes ungute Gefühl, das Taubenfeder niemals ganz hatte abschütteln können. Plötzlich schien die Welt voller Katzen zu sein, die zu schnell auf Zorn hörten. Zu schnell auf Stärke. Zu schnell auf das, was man mit Krallen durchsetzen konnte. Und mittendrin stand Distelstern , verwundet und dennoch ruhig. Taubenfeder schluckte schwer. Langsam erhob sie sich auf ihre schmalen Pfoten, nicht weit ging sie und gewiss nicht mutig voran, nur gerade so, dass ihre Stimme vielleicht ein wenig besser tragen mochte. Sie zitterte dabei leicht, und doch zwang sie sich, nicht wieder sofort in sich zusammenzusinken. Ihr Blick glitt kurz zu Lerchenflügel , dann zu Bussardjäger , blieb einen winzigen Moment an Eisenbiss hängen und huschte schließlich zurück zum Hochfelsen.
"Ich..." begann sie leise, stockte, holte zitternd Luft und versuchte es noch einmal. "Ich verstehe die Wut. Wirklich. Und ich habe auch Angst. Sehr sogar." Ihre Stimme bebte so sehr, dass sie sich schämte, doch sie sprach weiter. "Aber wenn wir nur noch darauf schauen, wie wir zurückschlagen können, dann... dann tun wir doch genau das, was Fichtenstern will, oder nicht?"
Ihre Augen wurden noch feuchter, aber sie zwang sich, den Blick oben zu behalten. "Er will doch, dass wir zittern. Dass wir aufspringen. Dass wir nur noch an Blut denken. Und wenn wir damit anfangen, dann..." Sie brach kurz ab, weil ihr die Kehle eng wurde. "...dann verliert am Ende irgendwer von uns wirklich noch sein einziges Leben." Sie drehte den Kopf ein wenig, sah in die Runde, sah ihre Geschwister, ihre Clangefährten, all die vertrauten Gesichter, die sie nicht zwischen Blut und Schlamm liegen sehen wollte. All jene, die sie liebte und schätzte. "Ich will nicht, dass noch jemand heimgebracht wird wie Distelstern." Ihre Stimme war jetzt kaum mehr als ein heiseres Flüstern, aber in der Stille nach so vielen harten Stimmen wirkte selbst das wie ein Geständnis. "Und ich will auch nicht, dass wir anfangen, uns gegenseitig hier anzufauchen, weil wir alle solche Angst haben." Sie senkte leicht die Ohren und atmete zittrig aus. "Vielleicht... vielleicht ist Vorsicht nicht feige."
Der Satz hing klein und verletzlich zwischen all den größeren Worten der anderen. Sie sprach ihre leise, zitternde Meinung aus, die sie mit beiden Pfoten festhielt, damit sie ihr nicht ebenfalls vom Wind entrissen wurde.
Alias — Leni
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Myrtenpfote hatte schon bei Distelsterns erstem Ruf gewusst, dass diese Versammlung interessant werden würde. Nicht wichtig, nicht traurig, auch gewiss nicht erschütternd - einfach interessant eben. Es lag etwas in der Luft, das selbst der aufziehende Regen nicht fortspülen konnte; dieses unliebsame Prickeln unter dem Fell, wenn Katzen versuchten, Haltung zu bewahren, während ihnen die Angst bereits in den Knochen saß. Und Angst war nun einmal ein reizvolles Schauspiel. Sie legte sich nicht einfach über Gesichter, nein, sie kroch in Stimmen, spannte Schultern an, machte Krallen unruhig und Zungen lose. Sie zeigte, wer weich war, wer töricht. Wer sich nur stark gab, solange niemand zurückschlug.
Still hatte die Schülerin sich unter die Versammelten gemischt, zu Steppenpfote, welcher sie zuvor herbeigewunken hatte - den dunklen Blick zum Hochfelsen erhoben, ohne dabei wirklich nur Distelstern zu sehen. Viel interessanter war, wie die anderen auf die Worte der Anführerin reagierten. Das leise Entsetzen, das Murmeln, das scharfe Auflodern von Zorn. Fichtenstern hatte ihr ein Leben genommen.
Myrtenpfote spürte kein Mitgefühl dabei, höchstens ein kaltes, aufmerksames Interesse, als würde sie mit der Zunge über eine frische Wunde fahren und prüfen, wie tief sie wirklich war. Ein Leben. Also konnte selbst Distelstern fallen. Selbst sie konnte bluten, zu Boden gehen, geschwächt zurückkehren und ihren Clan mit ruhiger Stimme um Ordnung bitten, während die Unruhe bereits unter ihren Pfoten gärte. Das war vielleicht das Spannendste an allem. Nicht der Angriff selbst, sondern viel eher, was er mit ihren Clangefährten machte.
Taubenfeder zitterte beinahe in jedes zweite Wort hinein, so durchsichtig in ihrer Angst, dass ihre Tochter sich nicht einmal bemühen musste, den Blick von ihr fernzuhalten. Ihre Mutter war weich. Immer schon. Weich in einer Weise, die nicht angenehm war, sondern ganz im Gegenteil unerquicklich, wie nasses Moos, in das man ungewollt trat.
Als Taubenfeder sich an Lerchenflügel drückte, als ihre Stimme bebte, als sie mit feuchten Augen nach einem anderen Weg suchte, spürte Myrtenpfote ein kaltes, dünnes Lächeln in sich aufsteigen. Natürlich klammerte sie sich an Vernunft, an Frieden, an Vorsicht. Katzen wie ihre Mutter taten das immer. Nicht, weil sie klug genug waren, das Blutvergießen zu durchschauen, sondern weil sie zu schwach waren, es auszuhalten. Und am bescheidensten daran war nicht einmal ihre Angst selbst, sondern dass sie sie so offen herumtrug wie einen Geruch, den jeder auf zweihundert Fuchslängen Entfernung wahrnehmen konnte. Es war peinlich, nein, fast schon beleidigend.
Goldfuchs Zorn dagegen hatte etwas Schöneres. Nicht weil er recht hatte. Recht war ziemlich nebensächlich. Aber Zorn hatte nun einmal Kanten. Er schlug weder um sich, noch drängte er sich winselnd in die Menge. Im Gegenteil, er stand dort und verlangte stattdessen Raum. Eisenbiss tat es hingegen auf seine eigene stumpfere Art, Steppenpfote mit dem typischen, überschätzten Eifer eines Schülers, und auch der ganze Rest - sie alle gaben etwas von sich preis, ob sie wollten oder nicht. Distelstern hatte den Clan versammelt, um Ordnung zu schaffen, und bekam stattdessen einen Spiegel vorgehalten.
Als ihre Mutter schließlich selbst das Wort erhob, musste die Schülerin ihre Krallen tief in den Boden drücken, nur damit man ihr nicht ansah, wie schrecklich genervt sie von jenem elendigen Gewimmer eigentlich war. Ich verstehe die Wut, wirklich - aber bei den Ahnen - es war einfach nur zum Würgen. Diese zittrige Milde, dieses flehende Festhalten an Vorsicht, als wäre sie etwas Edles, etwas Bewundernswertes. Aber vielleicht ist Vorsicht nicht feige, vielleicht.
Myrtenpfote senkte den Kopf nur ganz sacht und entschloss sich den Ausdruck in ihren Augen hinter einer Maske aus nachdenklicher Stille zu verbergen. Feige war noch freundlich formuliert . Vorsicht war dann nützlich, wenn es hieß, die Krallen in den Pfoten zu bergen. Wenn man auf den richtigen Moment wartete, um sie auszufahren und zu zuschlagen. Aber das hier? Das war kein Warten. Das war Hoffen, dass der Sturm einen übersah, wenn man nur klein genug wurde.
Langsam hob die Schülerin wieder ihren aufmerksamen Blick und ließ ihn erst über Taubenfeder gleiten, dann zu Distelstern und letztlich in die Menge zurück. Viele Stimmen, viele Meinungen - viele Katzen, die glaubten, sie müssten sich jetzt entscheiden zwischen Zähnefletschen oder Ducken. Als gäbe es nichts dazwischen. Als gäbe es keine feineren Mittel, als sofort zuzuschlagen oder sich jammernd auf den Rücken zu rollen. Wirklich, manchmal machte der Clan es einem zu einfach.
"Vorsicht ist nicht feige" , miaute das hübsche Kätzchen schließlich weich, aber laut genug, um in jedes gespitzte Ohr vorzudringen. Ein schmales Entgegenkommen, nur oberflächlich glatt. "Aber sie nützt uns auch nichts, wenn der GlutClan längst weiß, dass wir Angst haben." Ihre rehbraunen Augen hoben sich gen Distelstern, ohne Anzeichen von Unterwürfigkeit. Da war nur eine interessierte Aufmerksamkeit, die man leicht für Respekt halten konnte, wenn man es nur wollte. "Wenn sie unsere Grenzen testen, unsere heiligen Orte entweihen und uns zu unbedachten Reaktionen reizen wollen, dann sollten wir ihnen vielleicht weder genau das geben und zusehen, wie weit sie gehen."
Sie machte eine kleine Pause, nicht aus Unsicherheit, sondern weil gut gesetzte Stille oft mehr tat als ein überhasteter Satz. Ringsum lag der Geschmack von nasser Erde, Anspannung und beleidigtem Stolz in der Luft. Wunderbar . "Steppenpfote hat mit einem Punkt recht" , fuhr sie dann fort, den Kopf leicht zur Seite geneigt, als wäre es nur fair, auch einem Mäusehirn wie ihm ein Körnchen Anerkennung zuzugestehen. "Wenn sie stärker sind, sollten wir nicht so kämpfen, wie sie es wollen. Aber wir sollten auch nicht bloß warten, bis sie den nächsten von uns blutend heimschleifen."
Erst jetzt glitt ihr rehbrauner Blick wieder zu Taubenfeder. Nur kurz. Kurz genug, dass andere vielleicht nichts darin sahen. Lang genug, dass ihre Mutter es womöglich trotzdem spüren konnte. Dieses kühle, raubtierhafte, das sich sehnlichst eine Reaktion von der unsicheren Kätzin wünschte. "Wenn wir wirklich klüger sein wollen, dann lernen wir wann sie kommen, wie viele es sind, wer hetzt und wer denkt. Wir machen es ihnen schwer, uns zu überraschen." Ihre Wortwahl blieb behutsam und doch präzise. Taktisch klug, hätte man gar meinen können. "Und wenn sie unbedingt glauben wollen, wir seien leicht einzuschüchtern dann wäre es vielleicht klug, sie eine Weile in diesem Glauben zu lassen. Katzen machen Fehler, wenn sie sich für überlegen genug halten."
Dann schwieg sie wieder, als hätte sie nur einen kleinen, vernünftigen Gedanken beigetragen - nichts weiter. Nichts von dem, was wirklich in ihr vorging, lag offen in ihrem feinen Antlitz. Nicht die kalte Genugtuung darüber, wie sehr Fichtenstern die anderen bereits in Unruhe versetzt hatte. Nicht die leise Verachtung, die noch in ihr nachhallte, weil ihre Mutter den Clan beinahe angefleht hatte, sich nicht anzufauchen. Und auch nicht dieses dunkle, schmale Interesse daran, wie sich Angst formen ließ, wenn man nur fest genug zudrückte. Myrtenpfote saß einfach da, mit ordentlich sortierten Pfoten und ruhigem Blick, als wäre sie nur eine aufmerksame Schülerin, die verstanden hatte, dass Krallen nicht immer gewetzt sein mussten, um Schaden anzurichten.
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Geduldig blickte das Paar blattgrüner Augen über die Versammelten. Sie hörte die unterschiedlichen Meinungen, hörte die Einwände, die Bestätigungen und wartete geduldig.
Auf ihren Kommentar zu seiner Geduld antwortete Goldfuchs nicht sondern blickte sie weiterhin ruhig an. Und auf ihre Ankündigung hin lachte der Kater trocken auf, verstummte und hob den Kopf. “Ist das deine Lösung? Oder deine bisherige Lösung? Was genau erwartest du?“ , fragte er ruhiger als zuvor. Sie blinzelte einmal ruhig. Ihr war durchaus klar, dass viele ihre Entscheidungen hinterfragen würden. Das war Teil einer Diskussion und das akzeptierte die Nachtschwarze. Aus diesem Grund ließ sie ihrem Clan die Möglichkeit, sich zu ihren Entscheidungen und Beschlüssen zu äußern. “Versteh mich nicht falsch Distelstern. Aber alleine wenn ich die beiden Übertritte Fichtensterns zähle und dazu die von Granitstille, einem feurigrotem Schüler sowie Eichenfell und einer Blumenköpfigen Schülerin dazu zähle sind es bereits vier in einem Mond.
Reichen dir diese vier Übertritte noch nicht?
Was genau erhoffst du dir?
Worauf wartest du?
Soll noch etwas geschehen?
Fehlen dir Informationen?“ , maunzte er mit fester Stimme. Weiterhin blickte sie den weiß-goldenen Kater ruhig an. “Bei beiden weiteren Begegnungen die ich dir nannte war ich nicht alleine. Und beide male mussten wir fliehen. Ich halte zwei Katzen für zu schwach besetzt – unter den Angesichtspunkten die du nanntest.“ , beendete er seinen Einwand. Damit hatte Goldfuchs recht. Allein hatte man keine Chance gegen diese blutrünstigen Mörder. Und zu zweit offenbar auch nicht. Aber wie viele ihrer Krieger würde sie für Patrouillen an einer Grenze entbehren können? Dann müssen es eben Drei sein.
»Distelstern ist durchaus in der Lage sich deine Einwände anzuhören Goldfuchs, dafür kannst du deine Krallen bei dir lassen« , erhob nun auch Kupferblatt, die sonst die Versammlungen ruhig beobachtete, zu Wort. Ihre Stimme war ruhig und fest und Distelstern spürte den Wunsch, sich schnurrend an die Kätzin zu drücken. Ich danke dir, Kupferblatt! Es tat unglaublich gut zu hören, dass es auch Katzen gab, die ihre Entscheidung nicht anzweifelten sondern den Sinn dahinter erkannten. »Distelstern hat die Gesundheit und das Wohle des ganzen Clans im Sinne. Was sollen wir tun? Sieh dir doch den WurzelClan an, wie der unter dem Druck leidet. Wir haben es hier mit einer Sache zu tun, die so noch nie vorgekommen ist« , fügte sie mit fester Stimme hinzu bevor sie zu Steppenpfote blickte und ihm zuzuhören schien. Ihr Blick wanderte noch einmal zu Goldfuchs, dessen Worte sie durchaus schätzte.
»Wir dürfen das aber nicht einfach hinnehmen, Distelstern!« , erhob sich eine weitere Stimme. An der erzürnten Stimmlage konnte sie schon erahnen, um wen es sich handelte. Noch einen Herzschlag lang blickte sie Goldfuchs stumm und ruhig an bevor sie ihren Blick löste und zu Steppenpfote blickte. »Wenn wir mit größeren Patrouillen losziehen, dann werden wir uns wehren können. Wir brauchen Training!« , fuhr er laut fort. Sie blinzelte einmal ruhig. Ein Gedanke, mit dem sie bereits gespielt hatte. Mehr und intensiveres Kampftraining für die Schüler und gerne auch für die Krieger, um bestmöglich auf mögliche Begegnungen an der Grenze vorbereitet zu sein. »Wir sind schneller als die Katzen des GlutClans! Mit unserer Schnelligkeit können sie es nicht aufnehmen und das müssen wir zu unserem Vorteil nutzen« , fuhr der Schüler fort während er den lehmigen Boden mit den Pfoten knetete. Sein Schweif zuckte nervös während sie ihn stumm beobachtete. Komm schon, Steppenpfote. Denk nach. Schalt deinen Kopf ein. Du bist nicht mäusehirnig. Du kannst das. »Wir müssen nicht stärker sein, als der GlutClan..nur klüger und schneller« , murmelte er etwas leiser und fast hätte sie es nicht verstanden. Ihr rechtes Ohr zuckte kaum merklich als er den Blick hob. »Ja das ist es! Wenn wir sie im direkten Kampf nicht schlagen können, dann bringen wir sie eben an den Rand ihrer Ausdauer. Wir schlagen zu und weichen aus, wir tänzeln um sie herum. Die GlutClankatzen sind nicht so beweglich und wendig wie wir, wir können sie ausspielen, bis sie keine Ausdauer mehr haben!« , miaute er. Fast hätte sie gelächelt, verkniff es sich allerdings. Sie würde ihn nach der Versammlung für seinen Einfall loben. Gut gemacht. Trotzdem zuckten ihre dunklen Lefzen kaum merklich.
Als sich eine zarte Gestalt bewegte, um sich zu Wort zu melden und Eisenbiss zeitgleich seine Lefzen öffnete, um Kupferblatt und Sonnenfall eine scharfe Antwort zu geben, hob Distelstern ihren dünnen Schweif, um den Kater zum Schweigen zu bringen. Sie schätzte es, dass Taubenfeder sich zu Wort melden wollte. Ihr sollte diese Chance gegeben werden. Widerwillig schloss Eisenbiss seine Lefzen bevor er den goldenen Blick auf die zarte Kätzin richtete. "Ich..." , begann sie leise, stockte, holte zitternd Luft und setzte erneut an. "Ich verstehe die Wut. Wirklich. Und ich habe auch Angst. Sehr sogar." Ihre Stimme bebte. Distelstern spürte, dass sich ihr Herz zusammenzog. Diese Angst kannte sie zu gut. Sie hatte Efeuschatten von ihrer Angst erzählt und sie nun so tief vergraben, dass sie während dieser Versammlung nicht herauskommen würde. "Aber wenn wir nur noch darauf schauen, wie wir zurückschlagen können, dann... dann tun wir doch genau das, was Fichtenstern will, oder nicht?" Ihre Augen schienen feuchter zu werden während sie Distelstern anblickte. Die ruhige, undurchdringliche Miene der nachtschwarzen Anführerin wurde weicher als sie Taubenfeder anblickte. "Er will doch, dass wir zittern. Dass wir aufspringen. Dass wir nur noch an Blut denken. Und wenn wir damit anfangen, dann..." , fuhr sei fort und brach kurz ab, "...dann verliert am Ende irgendwer von uns wirklich noch sein einziges Leben." Distelstern schluckte unwillkürlich einmal während Taubenfeder ihren Kopf ein wenig drehte, um in die Runde zu blicken. Genau das war Distelsterns Angst. Sie hatte noch ein paar Leben übrig. Ihre Clankameraden zogen mit nur einem Leben in den Kampf. Distelstern würde nicht zögern, eines ihrer Leben für ihre Clankameraden zu geben doch wollte sie auf keinen Fall sehen, wie einer ihrer Clankameraden im Kampf gegen den GlutClan zu Tode kommen würde. "Ich will nicht, dass noch jemand heimgebracht wird wie Distelstern." Die schwarze Kätzin tat sich schwer, die Worte von Taubenfeder zu hören doch hörte sie das heisere Flüstern. "Und ich will auch nicht, dass wir anfangen, uns gegenseitig hier anzufauchen, weil wir alle solche Angst haben." Sie senkte leicht die Ohren und atmete zittrig aus. "Vielleicht... vielleicht ist Vorsicht nicht feige." Fast hätte Distelstern gelächelt. Danke für deine Worte, Taubenfeder. Auch bei ihr würde sie sich später bedanken nachdem sie Steppenpfote für seinen Einfall gelobt und sich bei Kupferblatt für ihre Worte bedankt hatte.
"Vorsicht ist nicht feige" , miaute Myrtenpfote weich aber laut genug, dass Distelstern sie hören konnte. Ihr blattgrüner Blick richtete sich auf Schattenfrosts Schülerin. "Aber sie nützt uns auch nichts, wenn der GlutClan längst weiß, dass wir Angst haben." Sie hob ihren rehbraunen Blick zu Distelstern. Ruhig blickte die Anführerin der Schülerin in die Augen. "Wenn sie unsere Grenzen testen, unsere heiligen Orte entweihen und uns zu unbedachten Reaktionen reizen wollen, dann sollten wir ihnen vielleicht weder genau das geben und zusehen, wie weit sie gehen." Sie machte eine kleine Pause nach ihren Worten. Sie sollten den GlutClan machen lassen, um zu sehen, wie weit diese Mörder gehen würden? Oh, Myrtenpfote... Distelstern befürchtete, dass die Felsenhirne nicht davor zurückschrecken würden, selbst Schüler und Junge zu massakrieren, wenn sie schon vor Hasen nicht Halt machten. "Steppenpfote hat mit einem Punkt recht" , fuhr sie schließlich fot und neigte den Kopf leicht zur Seite. "Wenn sie stärker sind, sollten wir nicht so kämpfen, wie sie es wollen. Aber wir sollten auch nicht bloß warten, bis sie den nächsten von uns blutend heimschleifen." Die Kätzin blickte zu Taubenfeder. Nur kurz . "Wenn wir wirklich klüger sein wollen, dann lernen wir wann sie kommen, wie viele es sind, wer hetzt und wer denkt. Wir machen es ihnen schwer, uns zu überraschen." , sprach die Schülerin behutsam aber präzise weiter. Ruhig blinzelte Distelstern einmal. "Und wenn sie unbedingt glauben wollen, wir seien leicht einzuschüchtern dann wäre es vielleicht klug, sie eine Weile in diesem Glauben zu lassen. Katzen machen Fehler, wenn sie sich für überlegen genug halten."
Und wieder wartete Distelstern, ob noch jemand etwas zu sagen hatte. Sie wartete bis auch die letzte Stimme verstummt war.
"Ich bin dankbar für jeden eurer Einwände." , begann sie mit ruhiger Stimme. Ihr Blick glitt über Goldfuchs, zu Kupferblatt, Taubenfeder, Steppenpfote und schließlich zu Myrtenpfote bevor sie ihren Blick von der Schülerin löste. "Und ich bin durchaus gewillt, eure Einwände näher zu betrachten."
Die nachtschwarze Kätzin machte eine kurze Pause bevor sie sich auf ihre Pfoten erhob und einen Schritt vortrat. "Wir werden mit dem GlutClan dennoch keine unnötigen Kämpfe eingehen. Übertreten sie die Grenze, kommt ihr dem Gesetz der Krieger nach und verteidigt unsere Grenzen. Aber " , fuhr sie fort und blickte einmal über ihre versammelten Clangefährten, "ihr werdet nur zu dritt oder viert zur Grenze des GlutClans gehen. Eine Patrouille aus zwei Katzen reicht offensichtlich nicht aus. Also erhöhen wir die Anzahl und ihr verlasst nur noch zu dritt oder viert das Lager." Aus dem Augenwinkel blickte sie für den Bruchteil eines Herzschlags zu Goldfuchs.
Ihr Blick glitt weiter zu Steppenpfote und Myrtenpfote. "Ich bin immer stolz darauf, wenn Schüler unseres Clans Vorschläge vorbringen, wie eine Situation geändert werden kann. Und ich bin gewillt, anzukündigen, dass wir zukünftig häufiger den Kampf trainieren werden. Ich werde das Training überwachen. Es dürfen sich gerne Krieger anschließen, die ihre Kampffertigkeiten ebenfalls trainieren möchten. So sollten wir bestmöglich auf mögliche Konfrontationen an den Grenzen vorbereitet sein." , fuhr sie fort bevor sie erneut über ihren Clan blickte.
Geisterjäger
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