"Old friendship and the begin of something new?"
Braunellenstern hatte mal wieder alleine im Bau geschlafen. In diesen Nächten vermisste sie ihren Gefährten Falkenherz nur umso mehr, doch er war letzte Nacht auf Patrouille gewesen und hatte sie nicht wecken wollen, wenn er schlafen ging, da Braunellenstern zu Sonnenaufgang mit Plattgesicht und Nebelkrähe auf eine kleine Jagdpatrouille ging. Daher wachte die braun gemusterte Kätzin mit dem längeren Fell alleine auf. Alleine in diesem riesigen Bau, an den sie sich noch immer nicht gänzlich gewöhnt zu haben schien, war es doch für sie noch immer Sturmsterns Bau.
Plattgesicht war ein alter Kater, ein Ältester, und Freund der Kätzin geworden. Und Nebelkrähe? Nun ja, er war ein relativ gemütlicher Kater, der es nicht immer so ernst zu meinen schien, daher freute sich die Anführerin, mit ihm mal auf Patrouille eingeteilt zu sein, da sie nie viel mit ihm zu tun hatte und doch jede Katze des Clans gut kennen möchte.
Sich streckend richtete die Kätzin sich auf, holte ein paar Moosfetzen aus ihrem Pelz heraus und putzte sich mit schnellen Strichen der Zunge. Dann glitt sie aus dem Bau in die kühle Morgenluft hinaus und atmete tief ein und aus. Ihr Atem hinterließ eine kleine Wolke vor ihrem Maul und die intensiven grünen Augen sahen sich um, doch noch waren weder Plattgesicht noch Nebelkrähe zu sehen. Vermutlich war sie einfach viel zu früh dran und die beiden schliefen noch seelenruhig.
Seelenruhig würde die Anführerin des WurzelClans auch gerne schlafen können, doch seit Fichtenstern seine Absichten auf der großen Versammlung verkündet hatte, konnte die Kätzin einfach keine Ruhe mehr finden und gut durchschlafen. Nachts wachte sie öfter auf, geplagt von Träumen, in denen Fichtenstern ihren ganzen Cla ausrottete. Doch sie wusste, dies waren nur Träume, keine des SternenClans, da sie wusste, diese sahen anders aus. Es handelte sich einfach um Alpträume, Dinge, die sie plagten und die nicht aus ihren Gedanken verschwinden wollten.
Seufzend trabte sie zum Lagerausgang und setzte sich davor hin. Den Schweif ordentlich um die Pfoten gelegt, das Haupt hoch erhoben. Als sei sie eine Vorzeige Anführerin, die sie gewiss nicht war. Schneestern war eine. Distelstern war eine. Fichtenstern war zu gewalttätig und sie, Braunellenstern? Einfach zu jung und unerfahren, das wusste sie selbst. Dennoch, sie wollte sich beweisen. Wollte zeigen, dass sie in die Rolle hineinwachsen konnte. Vielleicht sollte sie wirklich das Gespräch mit Schneester suchen. Oder mit Distelstern. Einfach alleine, nur sie beide. Rat suchen, von einer anderen Anführerin. Einer, die das Ganze schon länger machte, als Braunellenstern und die ihren Clan gut zu führen schien.
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The impact of chaotic sunshine
Im Kriegerbau lag ein dunkler Kater in einem ziemlich unordentlichen Nest. Der dunkle Bauch zeigte zum Himmel, graue Fellspitzen blickten zwischen Nest und Körper hervor, zierten den Halskragen und ragten in alle Himmelsrichtungen. Etwas regte sich, eine der Pfoten zuckte, dann die nächste. Ein leises Murren, bevor der Schwanz über den Boden zog und wieder eine Pfote zuckte.
Ein Kater in einem Traum. Rücklings in einem unordentlichen Nest.
Nebelkrähe.
In seinem Traum lag er in einem Baum, strich über das Moos und schlug nach den Blättern. Freude und Gelassenheit waren sein Begleiter. Die Augen leuchteten vor Begeisterung, so durfte doch jeder Tag sein. Ein fantastischer Tag. Da verzerrte sich sein Bild. Vom hellen Gemüt wurde es kurz dunkler. Ein wilder Wirbel an Erinnerungen, die wieder aufklarten als er das Gesicht verzog und meckerte.
Als hätte er darum gebeten kam die Sonne und zeigte ihre Pracht. Erleichtert seufzte er, rollte sich auf die Seite und fiel vom Ast.
Diese Fall im Traum war so echt, dass Nebelkrähe aufschreckte. Bei diesem Schreck drehte er sich wirklich zur Seite und erhob den Körper, blickte verwirrt um sich nur um sich im Kriegerbau wiederzufinden. Müde schmatzend, schnippten die Ohren zurück, der träge Blick glitt über die anderen Katzen und schließlich gähnte er. Ließ sich zurück fallen und streckte die Läufe. Lange dachte der Kater nach was denn für ein Tag sei, welche Zeit und ob er überhaupt Aufgaben hatte.
Da fiel es ihm siedend Heiß wieder ein: Braunellenstern
Sofort sprang der Kater auf, blickte mit großen Augen suchend und verwirrt um sich, bis er den Ausgang fand und stolperte ziemlich Glücklich an allen anderen vorbei hinaus. Niemand wurde angestoßen oder geweckt.
Am Ausgang des Baus überschlug er sich, fiel über die vorderen Pfoten und machte eine Rolle. Sein Fell zerzaust, Reste vom Nest in diesem und nun auch noch einzelne Grashalme. Die blassen Blattgrünen Augen erblickten Braunellenstern, woraufhin sich der Kater direkt aufrappelte und zu ihr stürzte. Ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen blieb er vor ihr stehen. Sein Schwanz schwang entspannt, zugleich verlegen von der einen zur anderen Seite.
“Entschuldige bitte, ich habe verschlafen. Der Traum war so tief, die Welt so fern. Da habe ich gar nicht bemerkt wie spät es überhaupt ist...“
Erst jetzt wo er sie so entschuldigend angesehen hatte, ließ er den Blick kurz schweifen und bemerkte, die noch fehlenden Farben, da die Sonne sich noch nicht vorgearbeitet hatte. Ungläubig stieß er Luft aus, erkannte die Wolke und blickte blinzelnd auf diese hinab. Als sei es sein erstes mal dieses Naturphänomen zu beobachten wiederholte er das Prozedere, vergaß Braunellenstern darüber hinaus. Noch ein drittes mal stieß er die Luft aus, warf dann den Kopf zurück um einer Eule nachäffend in das Lager zu blicken: “Oh...“ Entkam ihm da die Erkenntnis.
Ganz langsam drehte Nebelkrähe wieder sein Angesicht zu Braunellenstern.
Er sah sie an.
Blinzelte einmal.
Ein zweites mal.
Dann lächelte er verlegen.
Wieder blinzelte er.
Das Lächeln verblasste.
Noch ein blinzeln bevor er die Nase rümpfte, grinste und munter sprach: “Guten Morgen, liebste Anführerin. Es ist eine Freude dich zu sehen.“ Bei diesen Worten strahlte sein ganzes Gesicht.
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