Gast
Felidae
Einleitung
Willkommen in Felidae, einer Welt voller Abenteuer, Geheimnisse und uralter Traditionen. In den Tiefen des Waldes leben vier mächtige Clans, jeder mit seiner eigenen Kultur und Bestimmung. In diesem Rollenspiel wirst du nicht nur ein Charakter sein, sondern dein ganz eigenes Schicksal formen und Geschichte schreiben - vielleicht sogar die anderer. Mit einzigartigen Talentbäumen, individuellen Attributen und einem innovativen Würfelsystem meisterst du all die Herausforderungen, die dich erwarten. Tritt ein in die Welt von Felidae, wo jede deiner Entscheidungen zählt und das Schicksal der Clans in deinen Pfoten liegt.
Willkommen
Team

Wetter
5 - 11°C

Der Blattfall schreitet stetig voran. Immer mehr Bäume verlieren ihre bunten Kronen, und der Boden ist nun oft bedeckt von einem raschelnden Teppich aus feuchten, rotgoldenen Blättern. Der Wind hat an Kraft gewonnen – kühl und beständig weht er durch das Gebiet und treibt die Wolken vor sich her. Immer seltener lässt sich die Sonne blicken, und wenn sie es tut, dann nur schwach, fast schüchtern. Regen fällt häufiger als zuvor: in langen, dünnen Schleiern oder mit kalten, prasselnden Tropfen. Die Erde ist vielerorts aufgeweicht, Pfoten sinken rasch ein, und die Luft ist durchzogen vom Geruch nassen Laubs und modriger Wurzeln. Die Nächte sind deutlich kälter geworden – ein Vorbote des nahenden ersten Frostes.
Mond 151
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 Are you ready?
151. Mond, 2. Tag, Sonnenuntergang

Blätterjunges

Blätterjunges
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#21
31.03.2026, 19:25
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I am ready!


Der Clan versank einen Moment lang in Schweigen, Blätterjunges Worte schienen durch die Höhle zu schallen wie ein Versprechen. Ein Versprechen, welches viel zu groß und zu schwer schien, für ihre schmächtigen Schultern. Fichtensterns Worte klangen hinter ihr, laut und klar doch mit einer unfehlbaren Botschaft dahinter. Die Jungkatze spürte eine tiefe Schwere in ihrem Inneren aufkeimen, als ihr die Bedeutung seiner Rede klar wurde. Die Ahnen… Sie würden entscheiden, ob sie diesen neuen Platz würde einnehmen dürfen. Sie trugen nun Blätterjunges Schicksal in ihren sternendurchsetzen Pfoten. Wenn sie sie ablehnten, dann würde sie keine Zukunft mehr im GlutClan haben. Zweifel keimten in ihr auf, als sie kurz den Blick auf ihre schmalen Pfoten senkte. Was sollten die Ahnen schon in ihr sehen? Doch für Zweifel war nun gerade kein Platz, die Augen des ganzen Clans lagen auf ihr. Zum ersten Mal in ihrem kurzen Leben hatte ihre Existenz einen Hauch von einer Bedeutung.
 
Sie hob erneut den Blick zu Fichtenstern, als er die Versammlung für beendet erklärte. Abschließend wünschte er ihr und Brandnarbe noch viel Erfolg, doch bei dem Unterton seiner Worte spürte die junge Kätzin ein feines Prickeln im Nackenfell. Wie sollte sie sich nur jemals an den unheimlichen Kater gewöhnen? Warum klang jedes seiner Worte, als spräche er nur die halbe Wahrheit? Als würde er mehr wissen, als er zugab, eine düstere, unheilvolle Wahrheit, tief hinter seinen Worten, ungreifbar und verschleiert. Was verbarg der grimmige Kater? Doch länger konnte sie nicht mehr über den Anführer grübeln, mit einem flinken Satz war er in seiner Höhle verschwunden, hinterließ eine Schwere in der geräumigen Höhle, die ihm schweigend nachhallte und sich auf der Brust der kleinen Kätzin niederlegte.
 
Blätterjunges löste den Blick von seiner verschwundenen Silhouette und ihre grünen Augen wanderten nun langsam durch die Reihen, aufmerksam, prüfend. Da war dieser graue Kater gewesen, der Platz, an dem er gesessen hatte nun leer. Alleine, abseits der anderen, wie so oft. Blätterjunges sah diesen großen Kater nur selten in der Gesellschaft anderer und auch jetzt schien er das Geschehen zu verlassen, nachdem das wichtigste gesagt worden war. Ob es wohl Katzen gab, die die Gesellschaft anderer einfach nicht lange ertrugen? Doch glücklich hatte er definitiv nicht ausgesehen über ihre Ernennung…
 
Blätterjunges blickte weiter, zu dem roten Kater mit dem milchig trüben Auge. Brandnarbes Bruder… Beinahe wäre sie vor dem Ausdruck in seinen Augen zurückgewichen. Unglauben, Zorn… Trotz? Blätterjunges reckte das Kinn, versuchte seinen unheimlichen Blick aufzufangen, doch der Kater schien nur Augen für seinen Bruder zu haben, schien ihn regelrecht in den Boden zu starren, so als wolle er ihm eine Lektion erteilen, die über Worte weit hinausging.
 
“Wie kannst du nur so mäusehirnig sein und dieses kranke, nutzlose Junge bei dir aufnehmen?“ Sie konnte es sich lebhaft vorstellen, wie er sich vor Brandnarbe aufbaute, die Krallen, die nun ruhelos über den Steinboden scharrten wütend ausgefahren und gefährlich knurrend. Würde Brandnarbe sie verteidigen? Oder würde er seinem Bruder zustimmen, vor ihm zugeben, wie unzufrieden er selbst mit der Wahl des SternenClans war? Blätterjunges Blick huschte kurz zu ihrem neuen Mentoren, doch seinen Blick konnte sie nicht entschlüsseln. Einen Moment lang blieben seine Augen an ihm haften, dann tasteten sie sich weiter durch die Menge, die sich allmählich in kleine, murmelnde Grüppchen auflöste.
 
Ein weiteres Augenpaar, welches auf ihr lag. Granitstille. Blätterjunges hob den Blick und sah den Kater fragend an. Sie wusste, wer er war und auch, was kürzlich mit seiner Schwester geschehen war. Bei dem Gedanken daran zog sich ihr kleines Herz schmerzhaft zusammen. Bergviper hatte nächtelang getrauert und Blätterjunges hatte ihren Schmerz so deutlich gespürt, beinahe als wäre es ihr eigener. Ein Junges zu verlieren war grausam, ein Wurfgeschwisterchen zu verlieren ebenso. Sie musterte Bergvipers leiblichen Sohn länger, als sie es bei den anderen getan hatte. Vielleicht auch, weil seine Miene so ausdruckslos war, so viel weniger von Hass und Unglauben sprach, als die vieler andere. Und dann erhob er sich, nickte knapp und verzog sich schließlich an den Lagerrand. Blätterjunges Fell prickelte leicht, dieses Mal nicht vor dunkler Vorahnung, sondern wie durch einen zaghaften Hauch von Stolz. Fühlte man sich so, als Heilerschülerin?
 
Ihr Blick hing noch einen Moment an dem leeren Fleckchen Erde, bevor er weitersuchte und schließlich auf einem anderen Krieger liegen blieb, der im Clan wohl eine zentrale Rolle spielte: Abendfeuer, Fichtensterns Sohn. Nach dessen harten Worten war Blätterjunges nicht minder überrascht über das freundliche Lächeln, welches er ihr schenkte. Sie nickte ihm zaghaft zu und musterte ihn einen Moment, als er sich erhob und sich zu ihrer Schwester und dessen Baugefährtin Eichhornpfote begab. Blätterjunges fing den Blick ihrer Schwester auf und schwankte beinahe, als sie den Stolz und die Freude darin las. Beinahe hätte sie laut geschnurrt oder wäre losgesprungen und hätte sich an ihr weiches Fell geschmiegt. Doch sie blieb, wo sie war, wartete ab, ob es noch weitere Reaktionen gab, die sie sich besser einmal merken sollte…


@Brandnarbe @Fichtenstern @Bergviper @Bernsteinpfote @Eisbrecher @Granitstille @Loderblick @Abendfeuer @Eichhornpfote
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Dämmerbiss

Dämmerbiss
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#22
11.04.2026, 16:45
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Let the stars test her



Es war Glück, dass die Graubraune grade von einem Jagdausflug zurückgekehrt war als sie Fichtensterns Stimme hörte, der eine Clanversammlung einberief. Ihre Schwanzspitze zuckte leicht während sie ihren anderen Clangefährten folgte. Dämmerbiss' kupferfarbener Blick entdeckte die schlanke, kräftige, getupfte und gestreifte Gestalt Habichtbluts und umrundete ein paar ihrer Clangefährten, ging an Granitstille vorbei und nickte ihm zu bevor sie sich neben Habichtblut setzte und ihren kupferfarbenen Blick auf Fichtenstern richtete.

»Beim letzten Halbmondtreffen erhielt Brandnarbe eine klare Aussage: Es sei an der Zeit einen Heilerschüler an seine Seite zu nehmen. Die Ahnen sind der festen Überzeugung, dass etwas bevorsteht, was eine Heilerkatze alleine nicht bewältigen kann«, begann Fichtenstern und blickte über seinen versammelten Clan. "Was denn? Blumen ins Lager tragen?", murmelte Dämmerbiss sarkastisch. »Brandnarbe war sich nicht sicher, wen die Ahnen an seiner Seite sehen wollten, doch heute teilte er mir mit, dass er jene Katze gefunden hat, an die er sein Wissen weitergeben soll«, fuhr ihr Anführer fort. Die Kätzin blinzelte einmal. Der flammfarbene Heiler hatte seinen Schüler gefunden.

Ihr Blick löste sich von Fichtenstern und blickte über die Versammelten, »Blätterjunges«, sprach der Rotbraune den Namen der neuen Heilerschülerin ruhig aus. Ihr Blick wanderte zu der kleinen, schmächtigen Kätzin, musterte ihr rotbraun getigertes Fell, die weißen Akzente und ihre grünen Augen. Sie hörte das Raunen ihrer Clangefährten, das Fichtenstern mit einer strengen Bewegung seines Schweifs zum Schweigen brachte. »Du hast Stärke bewiesen von dem Tag an, an dem du gegen dein Schicksal gekämpft hast. Jenen Mut haben die Ahnen auch in dir gesehen, denn sie haben Brandnarbe zu verstehen gegeben, dass du es bist, die ihn in der bevorstehenden Zeit zur Seite stehen soll«, fuhr Fichtenstern fort während er die Kätzin direkt anblickte. »Blätterjunges, akzeptierst du die Position als Heilerschülerin an Brandnarbes Seite?«, fragte der Rotbraune direkt.

Dämmerbiss blinzelte einmal während sie Blätterjunges beobachtete, die ihre Schultern straffte und den Kopf vor Fichtenstern neigte. “Das tue ich. Es ist mir eine Ehre!“, antwortete sie mit lauter Stimme bevor sie Brandnarbe ein anerkennendes Nicken schenkte. "Ich denke, mit ihrer Statur und ihrem Wesen wäre es schwierig für sie geworden, eine Kriegerin zu werden.", murmelte Dämmerbiss während sie das Junge beobachtete. Ihr war Blätterjunges' Hilflosigkeit und ihr naives Wesen durchaus aufgefallen.

Fichtenstern nickte und blickte wieder über die Versammelten. »Dann wirst du Brandnarbe beim nächsten Treffen begleiten und wenn die Ahnen es so wollen, wirst du deinen Schülernamen erhalten. Der GlutClan steht hinter dir und deiner Ausbildung«, fuhr er mit kräftiger Stimme fort. »Die Versammlung ist beendet«, verkündete der Rotbraune bevor sich die Menge aufzulösen begann.

Sie löste ihren Blick von Fichtenstern und blickte zu Blätterjunges. Dämmerbiss konnte sich durchaus vorstellen, dass einige Clanangehörige voreingenommen sein würden, weil Blätterjunges einst ein Streunerjunges gewesen war, das von Bergviper aufgenommen worden war, zusammen mit Bernsteinpfote. Auch sie selbst war etwas skeptisch deswegen. Wir werden sehen, ob Brandnarbe mit Blätterjunges recht behält. Sie blinzelte einmal ruhig.

"Was hältst du davon?", fragte sie Habichtblut schließlich ohne ihren Blick von der neuen Heilerschülerin abzuwenden.



Angesprochen: @Habichtblut Erwähnt: @Fichtenstern @Brandnarbe @Blätterjunges @Bernsteinpfote @Bergviper
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Bernsteinpfote

Bernsteinpfote
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#23
10.05.2026, 09:37
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Nach der Versammlung

Bernsteinpfote hatte Eichhornpfotes spielerischen Rempler mit einem leisen Schnurren erwidert. Für ein paar Herzschläge fühlte sich alles beinahe leicht an. Seltsam leicht. Als hätte Fichtensterns Verkündung die Luft im Lager verändert und für einen winzigen Moment etwas anderes hinterlassen als Druck, Erwartungen und den ständigen Kampf darum, sich beweisen zu müssen.

Doch dieses Gefühl hielt nie lange im GlutClan.
Nicht für Bernsteinpfote.

Als sich eine tiefere Stimme zu ihnen gesellte, zuckte eines ihrer Ohren kurz. Bernsteinpfote hob den Kopf und blickte direkt in Abendfeuers blaue Augen. Für einen Augenblick spannte sich ihre Haltung fast unmerklich an. Fichtensterns Sohn. Allein das reichte normalerweise schon aus, damit Vorsicht durch ihren Körper kroch wie kalter Wind. Doch sein Blick war ruhig. Freundlich sogar. Nicht dieses herablassende Mustern, das sie von manchen anderen Katzen kannte. Keine Spur von Spott. Ihre Schweifspitze zuckte leicht, ehe sie sein Miauen beantwortete. „Natürlich vertraue ich ihr!“ Die Antwort kam schneller, als sie eigentlich gewollt hatte. Fast trotzig. Bernsteinpfote bemerkte es selbst und zwang sich, die Schultern wieder etwas zu lockern.

Ihr bernsteinfarbener Blick glitt kurz durch das Lager, über die Katzen, die noch immer tuschelten oder Blätterjunges beobachteten, als wäre sie ein verletzter Vogel, der jeden Herzschlag tot vom Himmel fallen könnte. „Sie musste ihr ganzes Leben kämpfen.“, miaute sie leiser weiter. „Mehr als viele andere hier, obwohl sie alle viel älter sind.“ Es war eine einfache Behauptung einer jungen Katze, ob es wirklich wahr war, konnte sie nicht sagen, dennoch stand sie hinter dieser Aussage. Sie war der festen Überzeugung, dass Blätterjunges mehr Narben trug. Auch wenn diese nicht sichtbar waren. Ein feines Flackern huschte durch ihre Augen. Stolz, aber auch etwas Schärferes darunter. Etwas Beschützendes. „Die meisten sehen nur, dass sie klein ist. Oder krank...“ Sie schnaubte leise. „Aber sie merken nicht, dass sie trotzdem noch hier steht.“ Bernsteinpfote hob das Kinn ein kleines Stück. Man konnte ihr ansehen, dass sie völlig entschlossen hinter ihrer Aussage stand. „Und wenn der SternenClan sie ausgewählt hat… dann hatten die Ahnen einen Grund dafür.“

Die Worte überraschten sie beinahe selbst ein wenig. Früher hätte sie so etwas vermutlich einfach nachgesprochen, weil es alle taten. Doch jetzt? Jetzt meinte sie es wirklich. Vielleicht nicht blind. Vielleicht nicht vollkommen ohne Zweifel. Aber nachdem sie gesehen hatte, wie Blätterjunges dort vorne gestanden hatte… mit zitterndem Herzen und trotzdem erhobenem Kopf… wollte Bernsteinpfote daran glauben. Fest daran glauben, dass es so sein musste. Kurz huschte ihr Blick wieder zu ihrer Schwester hinüber. Für einen Moment wurde ihr Ausdruck weicher. Fast warm. Blätterjunges stand noch immer etwas abseits, aufmerksam wie fast immer, beobachtete jede Katze, jeden Blick, jedes Flüstern. Bernsteinpfote kannte diesen Ausdruck. War es das ständige Abschätzen, ob Gefahr drohte? Ob jemand ihr wehtun würde? Ihr Herz zog sich kurz zusammen. Am Liebsten wäre sie sofort zu ihrer Schwester gelaufen, doch als Fichtenstern die Versammlung beendete, sah sie wie Brandnarbe auf seine neue Schülerin zuging.

Dann richtete sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf Abendfeuer. Diesmal deutlich offener als zuvor. „Eichhornpfote hat recht.“, sagte sie schließlich. „Sie wird Unterstützung brauchen.“ Ein kurzes Funkeln blitzte in ihren Augen auf. „Und vielleicht sollten manche Katzen lieber aufhören darauf zu warten, dass sie scheitert. Das wird sie nämlich nicht!!“ Ihre letzten Worte miaute sie mit Nachdruck und stellte sich spielerisch auf, ihr Schweif peitschte hin und her. 

Eichhornpfotes Worte entlockten ihr schließlich doch wieder ein schiefes Grinsen. „Den ganzen Clan beherrschen?“, schnurrte sie amüsiert. „Das klingt doch eher nach dir!“ Spielerisch schlug sie mit einer Pfote in Eichhornpfotes Richtung. Die Versammlung war beendet, also konnte sie auch wieder Dingen nachkommen, die man bei einer Versammlung besser sein ließ. Sowas wie eine Rauferei.


Angesprochen: @Eichhornpfote, @Abendfeuer
Erwähnt: @Blätterjunges @Fichtenstern 
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Abendfeuer

Abendfeuer
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#24
12.05.2026, 09:41
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The future in front of us



Die rötliche Schülerin musterte und grüßte ihn zuerst. Ihre Worte und Gestik erwiderte der Kater mit einem leichten nicken. Leicht zuckten seine Ohren, als Eichhornpfote sprach: “Ich denke, Blätterjunges wird in der nächsten Zeit jede Unterstützung brauchen, die sie bekommen kann.“ Ihr Blick wanderte, nicht aber zu besagter Jungkatze, sondern durch die Ansammlung an Katzen. Am Ende fand sie sich wieder bei Abendfeuer ein. Weitere Worte folgten nicht, stattdessen sahen sie sich einander an.
Die tanzende Schweifspitze von Bernsteinpfote zog die Aufmerksamkeit des Katers auf sich. Die junge Kätzin versicherte ihr Vertrauen in ihre Schwester und auch ihre Körperhaltung sprach dafür, ehe sie diese versuchte zu lockern. Dem Kater entlockte es ein schmunzeln, die Schnurrhaare tanzten kurz. Würde er nun lachen, würden die jungen Katzen dies missverstehen. Ganz sicher.

Schließlich erzählte Bernsteinpfote von dem lebenslangen Kampf. Und dass sie glaubte, dass ihre Schwester mehr als manch andere – nein gar als ein Großteil des Clans – hatte kämpfen müssen. Um ihren Platz. Ihr Leben. Ihre Anerkennung. Ihre Sicherheit.
Langsam schloss Abendfeuer die Augen und ließ die Worte wirken. Bernsteinpfotes Ansichten würde er nicht korrigieren. Trotz der wenigen Monde, hatten diese beiden Jungkatzen einiges erlebt. Mehr als Eichhornpfote oder Fuchspfote. Dies war sicher. Vielleicht auch so manches Problem bewältigt, welches eine ausgewachsene Katze nicht kannte. Abendfeuer war nicht so vermessen es anhand anderer zu messen und zu bewerten. Jeder ging seinen Weg, erzählte seine Geschichte und jeder erfuhr sein Glück oder Leid.
So blickte der Kater die Schülerin an, als er die Augen wieder öffnete. Ruhig und neutral. In jenem Moment flackerte etwas in den Augen der Bunten. Ein Feuer, welches gut gepflegt werden sollte, damit es brennt und dem Clan das wärmende Feuer bringt, welches es brauchte.
Keines, dass alles maßlos verschlang. Sondern eines das Beschützen wollte und für das richtige Kämpfen. Abendfeuers Schwanz zuckte von der einen zur anderen Seite. Was auch immer er sich von dieser Begegnung oder dem Gespräch erhofft hatte – es wurde mehr als erfüllt.

“Die meisten sehen nur, dass sie klein ist. Oder krank... Aber sie merken nicht, dass sie trotzdem noch hier steht. Und wenn der SternenClan sie ausgewählt hat... dann hatten die Ahnen einen Grund dafür.“ Die Ansprache und das Schnauben Bernsteinpfotes entlockte ihm ein amüsiertes Grinsen. Die Iriden huschten zu Eichhornpfote um zu sehen wie diese reagierte.
Auch wenn er nicht die wirkliche Schwere und Bedeutung im Clan trug wie seine Mutter, sein Erzeuger oder Brandnarbe. Eventuell war es ein Zeichen, ein tiefer greifendes wenn er sich zu Blätterjunges stellte? Vor allen Anwesenden sich klar Positionierte und eine Gestik der Zustimmung und Unterstützung demonstrierte? Auch sein Blick wanderte zu der jungen gerade benannten potentiellen Heilerschülerin. In jenem Moment schlich Brandnarbe zu ihr.
Dies würde ihn sicher nicht aufhalten, doch den Raum würde er den beiden noch geben.
So drehte er sich wieder den beiden Schülern zu, als Bernsteinjunges Eichhornpfote zustimmte. Ein zustimmendes, fast schon zufriedenes Schnurren kam zur Antwort auf ihre Worte.

Die beiden Schüler gingen in eine Neckerei hinüber und anscheinend suchte Bernsteinpfote bereits das nächste Vergnügen, doch so schnell würde Abendfeuer es nicht geschehen lassen. Kurzer Pfote glitt er dazwischen, korrigierte ihre Körperhaltung schweigend. Er schob seine Pfote gegen ihre Brust, den Rücken gerade und hob das Kinn leicht an. Nicht so weit, dass es Überheblich wirkte, aber so, dass sie einen festen Stand hatte und ihre Positionierung klar machte.
Sanft maunzte er schließlich: “Dein Körper, darf ruhig untermauern was deine Worte sagen. Es ist dein wärmendes Feuer der Zuneigung welches spricht. Zeig es ruhig.“ Leicht blinzelte er mit den Augen, wandte sich dann Eichhornpfote zu und schob sie etwas näher zu Bernsteinpfote.
“Ihr zwei werdet die Wegweisende Unterstützung der nächsten Generation sein. Eure Freundschaft wirkt tief, bewahrt sie euch. Gute Clankameraden und Kampfgefährten sind nicht leicht zu finden.“
Einen Atemzug musterte er Eichhornpfote, bevor er hinzu fügte: “Du brennst Weise. Bewahre es.“

Schlussendlich rieb er sacht den Kopf an die beiden und schnurrte: “Wenn ihr zu zweit gegen einen Kater raufen wollt, sucht mich auf. Auch gerne für andere Belange.“



@Brandnarbe @Blätterjunges @Bernsteinpfote @Eichhornpfote
Alias — nessjas
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Eichhornpfote

Eichhornpfote
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#25
13.05.2026, 11:12
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Interessante Neuigkeiten und interessante Krieger

Eichhornpfote saß so nahe neben ihrer Freundin, dass sie die Anspannung spüren konnte, die von ihr Besitz ergriff, in dem Moment, in dem Abendfeuer sich näherte. Die Rote sah sie einen Augenblick lang prüfend an, versuchte zu entschlüsseln, was ihr entging. Kannte Bernsteinpfote ihn besser? Oder lag es an der simplen Tatsache, wer sein Vater war? Eichhornpfote verstand sich recht gut mit ihrem Mentoren, auch wenn sie selbstverständlich Respekt vor ihm verspürte, allein schon wegen seiner Position. Doch sie war selbstbewusst genug, um zu wissen, dass er meist zufrieden mit ihr und ihrer Leistung war. Sie fürchtete ihn nicht, sie sah zu ihm auf. Und so gab es für sie keinen Grund, in Abendfeuer etwas Schlechtes zu sehen. Interessant fand sie einzig, wie Bernsteinpfote auf sein Erscheinen reagierte.

Doch schon bald schien sie sich wieder zu entspannen, auch wenn sie ihre Schwester mit erstaunlicher Heftigkeit verteidigte. Schweigend hörte Eichhornpfote einen Moment lang zu, wobei ihr Blick immer wieder zu Abendfeuer glitt, versuchte seine Reaktionen einzuordnen. Als Bernsteinpfote ausführte, dass Blätterjunges zwar klein war, doch das der SternenClan sie offensichtlich erwählt hatte, neigte die Rote einen Moment lang den Blick. Der Glauben des GlutClans an den SternenClan war schon immer etwas schwierig gewesen. Das allein würde den Skeptikern des Clans sicher nicht ausreichen. Die bunte, kleine Jungkätzin würde sich wieder und wieder beweisen müssen, wenn sie hier bestehen wollte. Doch Eichhornpfote wollte den Glauben ihrer Freundin an ihre Schwester keinesfalls bremsen, auch wenn das Grinsen Abendfeuers ihr nicht entging. War auch das Skepsis? Oder amüsierte ihn eher der Eifer, mit dem Bernsteinpfote für ihre Schwester einstand. Eichhornpfote schnaubte leise. Diese Zwischenkatzischen Nuancen und die unausgesprochenen Blicke waren einfach nicht ihr Ding…

Doch Bernsteinpfotes Feuer ließ sich nicht bremsen, im Gegenteil sogar, sie war aus der Tiefe ihres Herzens heraus davon überzeugt, dass ihre Schwester nicht scheitern würde. Eichhornpfote spiegelte die spielerische Geste ihrer Freundin augenblicklich, ließ sich vom Schlagen ihres Schweifes anstecken. Ihre Worte ließen die Rote leise auflachen.

“Das wäre doch was! Blätterjunges als Heilerin und du… Du wärst meine Stellvertreterin!“, miaute sie spielerisch, doch bevor sie in eine richtige Rauferei geraten konnten, ging Abendfeuer ruhig, aber bestimmt dazwischen, schob Bernsteinpfote sanft an der Brust zurück. Kurz blitzte ein Anflug von Trotz in den rostroten Augen auf, doch dann besann sie sich eines Besseren. Als Fichtensterns Sohn sich wieder ihr zuwandte, hatte sich ihre Körperhaltung bereits entspannt und sie ließ zu, dass er sie näher an Bernsteinpfote heran schob. Seine Worte wirkten zu weise für diesen Moment und Eichhornpfote blinzelte kurz. Dieser Kater war irgendwie anders, als seine Clangefährten. Sie hatte ihn bisher immer nur als Sohn des Anführers und der Stellvertreterin wahrgenommen. Als einen Kater, dem man besser Respekt entgegenbrachte und der möglicherweise eines Tages selbst den Clan führen würde. Doch offenbar war er es wert, ihn näher kennenzulernen.

Ihr Blick huschte zu Bernsteinpfote und ein kehliges Schnurren rumpelte in ihrer Kehle, eine Bestätigung der Worte der Kriegers. Ja, sie hatte eine wahre Freundin in Bernsteinpfote gefunden, die sie niemals wieder missen wollte. Erneut sah Abendfeuer sie an und Eichhornpfote hielt seinem Blick stand, während seine Worte sich in ihren Magen gruben. Also… Weise hatte sie noch nie jemand genannt. Sie blinzelte erneut, doch trotz der leisen Irritierung tat sein Kompliment gut. Er senkte den Kopf und rieb ihn kurz an den beiden Schülerinnen, worauf auch Eichhornpfote ein leises Schnurren entschlüpfte. Ihre Wange fühlte sich warm an, auch noch nachdem der Krieger seinen Kopf längst wieder erhoben hatte. Ihr Fell prickelte auf eine Art, die der jungen Schülerin fremd erschien. Sie hob den Kopf, schlug einmal mit dem Schweif und tat, was sie am besten konnte: Große Töne spucken. Ein Grinsen trat auf ihre Lefzen.

“Aber nur, wenn es dein Ego verkraften kann, von zwei Schülerinnen besiegt zu werden!“, raunte sie ihm zu und zwinkerte Keck, doch in ihren Augen ließ sie ihn die warme Dankbarkeit erkennen, die sie über seine Worte verspürte. Es war schön, einen Vertrauten im Clan zu wissen, an den sie sich wenden konnte. Ihr Blick glitt erneut zu Bernsteinpfote, wollte ergründen, ob sie die Herausforderung an ihrer Seite annehmen würde.


@Bernsteinpfote @Abendfeuer
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Brandnarbe

BrandnarbeHeilender Zorn
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#26
14.05.2026, 10:21
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Zweifelnde Stimmen

Die Sonne war mittlerweile untergegangen. Der Regen ließ nach. Das Murmeln des Clans begann sich langsam in der großen Höhle zu verteilen wie Rauch zwischen Felsen. Stimmen mischten sich ineinander, leise, scharf, neugierig. Manche voller Skepsis. Andere überrascht. Einige wenige beinahe wohlwollend. Brandnarbe hörte sie alle. Natürlich nicht jedes einzelne Wort oder jeden Satz, doch was er hörte, war der Klang dahinter. Zweifel hatte seine eigene Stimme.

Der alte Heiler blieb noch einen Moment reglos stehen, nachdem Fichtenstern verschwunden war. Sein bernsteinfarbener Blick hing auf dem leeren Höhleneingang, den der Anführer hinterlassen hatte, ehe sich seine Ohren langsam zurückdrehten. Loderblicks Blick brannte noch immer irgendwo in seinem Rücken. Brandnarbe musste nicht hinsehen, um es zu wissen. Ein dumpfes Grollen vibrierte tief in seiner Brust. Mehr eine Erinnerung an sich selbst, dass er noch Geduld besitzen musste. Sein Bruder würde reden wollen. Später vielleicht. Mit scharfem Maul und ausgefahrenen Krallen in der Stimme. Brandnarbe kannte ihn gut genug dafür. Doch das spielte jetzt keine Rolle.

Langsam setzte sich der massige Heiler in Bewegung. Seine schweren Pfoten hallten dumpf über den Steinboden der Höhle, während sich einige Katzen beinahe instinktiv aus seinem Weg bewegten. Sein zerzaustes Fell striff das helle Licht des Mondes, ließ die alten Narben und die verbrannte Flanke für Herzschläge wie glühende Risse aussehen. 

Er blieb erst stehen, als er Blätterjunges erreicht hatte.

Für einen kurzen Moment sagte er nichts. Seine zusammengekniffenen Augen musterten die kleine Kätzin aufmerksam. Nicht nur ihr Gesicht. Ihre Haltung. Die Spannung in ihren Schultern. Die Art, wie ihre Augen noch immer durch die Höhle wanderten, als würde sie jeden Blick, jede Reaktion abspeichern wollen, wie es schien. Es war gut, dass sie wachsam war. Bestimmt auch noch unsicher. Aber sie wich nicht zurück und das war gerade die Hauptsache, wie Brandnarbe befand. Ausreichend. Brandnarbe ließ den Blick kurz über die Katzen schweifen, die Blätterjunges beobachtet hatten. Abendfeuer. Bernsteinpfote. Eichhornpfote. Granitstille am Rand des Lagers. Und weiter hinten der rotbraune Schatten seines Bruders.

Dann richtete er seine Aufmerksamkeit wieder auf seine neue Schülerin. „Du hast den Kopf oben behalten.“ Ob das ein Lob war? Bei Brandnarbe klang es nicht so. Seine Stimme war tief und rau. Vergleichbar mit dem Geräusch, wenn Krallen über den Donnerweg kratzten. Doch dann fügte er hinzu: „Das war klug.“ Und für einen Herzschlag mochte man vermeinen durch diese Worte würde der alte Heiler eine weichere Seite seiner Selbst zeigen. Er deutete an, dass sie mit ihm kommen sollte, etwas mehr außer Hörweite der anderen. Vor dem Höhlenausgang angekommen, setzte der alte Heiler sich langsam neben ihr hin. Selbst im Sitzen wirkte er groß und schwer wie ein alter Felsen. Natürlich kein Vergleich zu Fichtenstern oder Azurblick. Seine Stummel-Schweifspitze zuckte einmal über den Boden.

„Hör gut zu, Blätterjunges. Bis zum Heilermondtreffen bist du noch keine vollwertige Heilerschülerin. Die Ahnen müssen deine Pfoten erst anerkennen.“ Sein Blick verengte sich leicht. „Aber glaub bloß nicht, dass dir das bis dahin Ruhe verschafft.“ Ein raues Schnauben entwich ihm. „Ab heute wird jede Katze im Clan auf dich achten. Manche hoffen, dass du Erfolg hast.“ Kurz schielte er zu der Schwester von Blätterjunges. Seine Ohren zuckten leicht nach hinten. „Andere warten nur darauf, dass du stolperst.“ Sein Kopf drehte sich leicht. Seine Augen wanderten über die versammelten Katzen, während er kurz an seinen Bruder dachte.

Brandnarbe machte eine kurze Pause. Nicht um seine Worte dramatischer wirken zu lassen. Er gab ihr kurz Zeit sich zu sammeln, sich genau zu merken, was er sagte und gegebenenfalls zu antworten. „Du darfst beiden Seiten nicht zu viel Bedeutung geben.“ Seine bernsteinfarbenen Augen lagen fest auf ihr. „Ein Heiler, der nur gefallen will, wird schwach. Und ein Heiler, der sich vom Hass anderer lenken lässt, wird blind.“ Die letzten Worte knurrte er beinahe mehr, als dass er sie sprach. Für einen Herzschlag wirkte es, als würde darin mehr mitschwingen als nur eine Lektion für Blätterjunges. Vielleicht alte Erinnerungen. Vielleicht Bitterkeit. Vielleicht beides. Oder vielleicht noch viel mehr als das. Dann hob er langsam den Kopf wieder etwas an. „Beim nächsten Halbmond wirst du lernen, wie man vor die Ahnen tritt.“ Sein Schweif legte sich ruhig um seine Pfoten. „Und bis dahin wirst du beobachten.“ Er deutete mit einem knappen Nicken auf die Katzen im Lager. „Du wirst lernen zuzuhören, bevor du redest. Zu erkennen, wenn Katzen lügen. Zu erkennen, wenn Schmerz hinter Stolz verborgen wird.“ Seine Augen verengten sich leicht. „Kräuter kann sicherlich fast jede schlaue Katze auswendig lernen. Das hier nicht.“ Für einen kurzen Moment herrschte Schweigen zwischen ihnen. Schweres, warmes Schweigen, erfüllt vom Murmeln des Clans und dem fernen Tropfen von Wasser irgendwo tief in der Höhle.

Dann musterte Brandnarbe sie erneut. Diesmal länger. Eindringlicher. „Und noch etwas.“ Seine Stimme wurde tiefer und ruhiger. „Wenn du Zweifel hast… gewöhn dich daran.“ Es lag keine Härte darin. Es war auch keine Grausamkeit, die ihn dazu bewegte. Nur eine alte, unerbittliche Wahrheit, die er selbst erfahren hatte. „Die verschwinden nie ganz.“ 

Angesprochen: @Blätterjunges

Erwähnt: Versammelte GlutClan Katzen


Alias — Leni
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Bernsteinpfote

Bernsteinpfote
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#27
15.05.2026, 13:46
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Zwei gegen Einen?
Der Sieg ist Gewiss! 


Bernsteinpfote hatte gerade noch etwas erwidern wollen, als Abendfeuers Pfote gegen ihre Brust glitt und sie wie selbstverständlich korrigierte. Für einen Herzschlag spannte sie sich instinktiv an, aus einem altem, widerspenstigem Reflex heraus, der in ihr aufflackerte, sobald jemand ihre Haltung zurechtrücken wollte. Ihre Ohren zuckten leicht nach hinten. Doch ehe der Trotz sich richtig formen konnte, spürte sie bereits, wie der Krieger ihren Rücken gerader schob und ihr Kinn leicht anhob. „Pass auf, großer Krieger! Noch ein bisschen mehr Haltung und der ganze Clan denkt nachher, ich wär wohlerzogen.“ Ihre Schnurrhaare zuckten leicht belustigt.
„Das können wir doch wirklich nicht riskieren.“ 


Bernsteinpfote bemerkte langsam selbst, wie sie eben dagestanden hatte. Nicht klein, aber zusammengesunken. Als würde sie sich unbewusst zwischen all den älteren Katzen ducken wollen, obwohl ihr Maul große Worte gespuckt hatte. Jetzt dagegen standen ihre Pfoten fester auf dem Steinboden der Höhle. Ihre Brust hob sich etwas weiter. Und obwohl es nur eine kleine Bewegung gewesen war, fühlte sie sich… größer an. Ihr bernsteinfarbener Blick hob sich langsam zu Abendfeuer. Für gewöhnlich hätte sie ein belehrendes Verhalten wie dieses vermutlich genervt. Vielleicht sogar provoziert. Doch in seiner Stimme hatte nichts Herablassendes gelegen. Eher etwas Ruhiges. Warmes. Wie eine kleine Glut unter Asche. Seine Worte legten sich schwerer in ihren Brustkorb, als sie erwartet hatte.
Dein Körper darf ruhig untermauern was deine Worte sagen. Die Schülerin blinzelte kurz und schluckte das heiße Kribbeln hinunter, das sich plötzlich unangenehm deutlich unter ihrem Fell ausbreitete. SternenClan, warum fühlte sich mein Gesicht so warm an? Fast trotzig hob sie das Kinn nun noch ein kleines Stück weiter an, diesmal aus eigenem Antrieb.

Als Abendfeuer Eichhornpfote näher an sie heranschob und von Freundschaft sprach, glitt Bernsteinpfotes Blick automatisch zu der roten Schülerin neben ihr. Sofort zuckte ihre Schweifspitze gegen Eichhornpfotes Flanke. Ein schiefes Grinsen stahl sich auf ihre Lefzen, als Eichhornpfote sofort wieder große Töne spuckte. 

Für einen kurzen Moment blieb ihr Blick dann an Abendfeuer hängen. Etwas an ihm wirkte anders, je länger man mit ihm sprach. Ruhig auf eine Art, die nicht nach Schwäche roch. Eher wie ein Feuer, das genau wusste, wann es brennen musste und wann nicht. Und SternenClan, das machte ihn fast noch einschüchternder. Als Eichhornpfote ihn herausforderte, breitete sich sofort wieder dieses bekannte Funkeln in Bernsteinpfotes Augen aus. Das merkwürdige Kribbeln der letzten Momente verschwand beinahe augenblicklich unter neuer Energie. „Zwei Schülerinnen?“ Ihre Schnurrhaare zuckten belustigt nach vorne. „Das klingt eher unfair für dich, Abendfeuer.“ Herausfordernd hob sie leicht eine Augenbraue. Dann reckte sie sich demonstrativ etwas größer, als würde sie direkt beweisen wollen, dass sie sehr wohl gelernt hatte, ihre Haltung zu halten. „Aaaaber beschwer dich hinterher nicht, wenn WIR DICH im Staauub liegen lassen!“ Ihre Worte waren frech, übermütig. Sie zog die Wörter spielerisch in die Länge und betonte manche Wörter besonders. Doch als ihr Blick noch einmal kurz zu Blätterjunges wanderte, wurde das Funkeln in ihren Augen für einen Herzschlag ruhiger. Entschlossener. Ja... Vielleicht würde der Clan ihre Schwester beobachten. Vielleicht würden sie auf Fehler warten. Dann sollten sie eben warten. Blätterjunges würde nicht alleine kämpfen müssen.
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Angesprochen: @Eichhornpfote, @Abendfeuer
Erwähnt: @Blätterjunges  
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Brandnarbe, Blätterjunges, Fichtenstern Lager des GlutClans


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