Niemand schien Braunellensterns Entscheidung widersprechen zu wollen und Dünenwind freute sich über die unumstößliche Einheit, die ihr geliebter Clan bildete. Sie würden nicht so auf sich herumtrampeln lassen! Fichtensterns größter Fehler war, dass er den WurzelClan schon immer unterschätzt hatte. Braunellenstern wirkte entschlossen und zuversichtlich und Dünenwind bewunderte die junge Anführerin für die klare und ruhige Führung, die sie ihnen allen bot. Kurz sah sie sich nach ihren kleinen Schwestern um. Sicherlich war der Gedanke an einen Kampf für sie gleichermaßen aufregend wie beängstigend. Doch fühlten die Krieger in dieser Hinsicht so viel anders? Vermutlich nicht…
Als sie vorgetreten war, um Braunellenstern ihre Zustimmung und ihren Respekt zu schenken, spürte sie eine Bewegung hinter sich, hörte Fell über Laub streichen.
“Ich denke, es sehen viele so wie Braunellenstern.“, sprach es leise hinter ihm und Dünenwind drehte sich langsam zu dem Sprechenden um. Bemüht ihr Erstaunen nicht zu zeigen trat sie schräg einen Schritt zurück, bis sie sich neben Ahornschatten befand. Der Gefährte ihrer besten Freundin war schon immer ein recht schweigsamer, ernsthafter Geselle gewesen und Dünenwind beschlich schon länger das leise Gefühl, dass er sich von ihr fernhielt. In der Kinderstube hatten sie sich gut verstanden, doch irgendwann im Laufe der Zeit hatten sie sich irgendwie verloren.
“Ja, ich denke da hast du Recht. Es freut mich, dass wir eine solch entschlossene Einheit bilden.“ , sprach sie ihre vorherigen Gedanken aus und setzte sich zeitgleich hin, falls der rot getigerte tatsächlich an einer Plauderei mit ihr interessiert war.
“Aber Fichtenstern lässt uns auch kaum eine andere Wahl, oder? Er ist kein Kater, der sich mit wenig zufrieden gibt. Wenn wir ihm ein Jagdgebiet überlassen, wird er schon morgen das nächste einfordern. Wir müssen seine Überheblichkeit im Keim ersticken.“ Dünenwind sah den schweigsamen Kater vor sich neugierig an, er war schon immer schwer für sie einzuschätzen gewesen. So still, so zurückhaltend. Ein wandelndes Rätsel. Wie dachte er darüber?
Vom Wald gezeichnet
Alias — Haku
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Ahornschatten sah Dünenwind nicht an. Noch immer ruhte er auf Braunellenstern, als würde er auf etwas warten.
Vielleicht suchte er etwas.
Natürlich bekam er aus den Augenwinkeln mit, dass Dünenwind sich setzte, doch er tat es ihr nicht gleich. Dennoch drehte sich das Ohr auf ihrer Seite zu ihr und symbolisierte so, dass er auch ihr zuhören würde, wenn sie etwas zu sagen hätte.
"Aber Fichtenstern lässt uns auch kaum eine andere Wahl, oder? Er ist kein Kater, der sich mit wenig zufrieden gibt. Wenn wir ihm ein Jagdgebiet überlassen, wird er schon morgen das nächste einfordern. Wir müssen seine Überheblichkeit im Keim ersticken." , hörte er sie sagen und spürte ihren neugierigen Blick. Noch immer sah er zu Braunellenstern. Doch diese war entweder erschöpft oder wartete selbst auf seine Meinung.
Langsam schloss Ahornschatten die Augen und wandte mit einem ruhigen Atemzug den Kopf zu Dünenwind, bevor er die Lieder wieder öffnete und mit seinen Honigfarbenen Augen sie ansah.
Es war interessant, dass diese verantwortungsscheue Kätzin so sprach. Hing dies mit ihrem Mut, ihrer Dickköpfigkeit, der Waghalsigkeit oder gar dem Optimismus zusammen?
Eines störte den beherrschten und zurückhaltenden Kater jedoch sehr.
Glaubte Dünenwind wirklich, dass sie nur eine solche Einheit bildeten, weil Fichtenstern ihnen keine Wahl ließ? Waren ihre familiären Strukturen nicht genug? Ihre Banden, die Patrouillen und jagten?
War ihr Zusammenhalt, ihre Freundschaft mit Lichtfeder etwa nur wegen Fichtenstern und nicht auf Grund der gemeinschaftlichen Zeit und Nähe?
"Siehst du das so wirklich?" , fragte er schließlich ohne von ihr weg zu schauen. Seine Schweifspitze zuckte.
Während er auf ihre Antwort wartete, dachte er an Fichtenstern.
Viel kam er mit dem Anführer des GlutClans noch nicht in Berührung - dies war auch nicht gerade sein Interesse.
Ahornschatten war zwar kein Kater der Konflikte mied, allerdings auch keiner der sie suchte. Natürlich war er für einen neutralen Weg zugänglich, nicht aber wenn es um seine Familie - seinen Clan - und dessen Zukunft ging.
Niemals würde er dieses Wohl opfern nur um einen anderen zufrieden zu stellen. Doch was war, wenn er dieses Wohl opfern musste für ein längerfristigeres?
Oder dieser Versuch scheiterte und würde zu noch mehr Opfern führen?
Alias — nessjas
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Es kommt Krieg - nicht wahr?
Natürlich kam Ulmennacht wenn Braunellenstern rief. Wie sollte dies auch anders sein? Als Teil des Clans und sogar als Tochter des zweiten Anführers war es ihre Aufgabe, ihre Pflicht , zu erscheinen.
Mit vorsichtigen und leisen Schritten glitt die crème-bräunliche auf den Lagerplatz. Ihre Olivegrünen Augen huschten dabei über die Katzen die bereits da waren oder herbei strömten, als wären sie auf der Suche nach ihren Freunden.
Als ein orange-rötlicher Pelz und großer Körper durch ihr Blickfeld wanderte setzte ihr Herz für einen Schlag aus.
Sobald es wieder anfing, glitt der Blick über den breiten Rücken, den Hinterkopf mit seinen Pinselohren hin zu Braunellenstern - da er sich ihr gegenüber stellte und sie keinen Verdacht erregen wollte.
Ulmennacht blinzelte kurz, bevor sie sich vergewisserte wo Lichtfeder und Löwenfeder sich aufhielten. So wie ihr Vater Rindenseele, ihre Tante und ihre Geschwister.
Braunellenstern begann zu reden und Ulmennacht bewegte sich unauffällig zwischen den Katzen auf sie hinzu. Näher zu dem pflichtbewussten Krieger. Zwei Katzenlängen, vielleicht auch vier, blieb sie hinter ihm stehen. So, dass sie die Anführerin ansah und gleichzeitig ihn im Blick hatte.
Langsam setzte sie sich hin und legte den Schwanz um ihre Beine, während Braunellenstern davon sprach, dass der GlutClan Jagdrechte am Schlangenfelsen eingefordert hatte.
Nachdenklich zuckten die Ohren der hellsten vom Wurf und ihr Blick fixierte Braunellenstern. Ihre weiteren Worte von vermehrten Patrouillen und keinen Alleingängen sowie der Möglichkeit eines Krieges hinterließ bei den unterschiedlichen Katzen verschiedene Gefühle. Und Unruhe brach aus.
Noch als die Anführerin die Versammlung für beendet erklärte, blieb Ulmennacht sitzen. Sie beobachtete die anderen Katzen und wie sich Gruppen bildeten, gleichzeitig dachte sie nach.
Wenn sie die Lage richtig einschätzte, dann sollten sie sich nicht für einen eventuellen Krieg wappnen, sondern für ziemlich sichere Kämpfe .
Den GlutClan schätzte Ulmennacht weder als nachgiebig noch als kompromissbereit ein. Und dies bedeutete, dass bald Blut fließen würde. Dieses Blut wird ihr Territorium bedecken und im schlimmsten Fall Grenzen neu abstecken.
Blut. Ihr Blick glitt wieder zu der Position wo zuvor der große Krieger gesessen hatte, doch er war davon gewandert, hinter Dünenwind zur Anführerin. Ulmennachts Schnurrhaare zuckten: Du gehst freiwillig zum Plappermaul? Tust du dir dies wegen deiner ehemaligen Mentorin an?
In ihrem Innern, ein kleiner Stich, hatte sie doch gehofft, dass sie zu ihm konnte. Seine Nähe suchen, seinen Duft einatmen.
Kurz schloss sie die Augen und reckte dann vorsichtig den Kopf, als wäre sie wieder auf der Suche.
Alias — nessjas
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Die Sonne kletterte höher am wolkenlosen Himmel. Der erste, warme Sonnenstrahl drang ins Lager. Leichter Nebel war noch zu sehen als das Paar heller Pfoten sich den Weg zum Lagerausgang suchte. Dort entdeckten ihre aquamarinblauen Augen die ebenfalls helle Gestalt Möwenschreis. Lichtfeders Lefzen verzogen sich zu einem sanften Lächeln als sie näher kam. Doch bevor sie die trächtige Kätzin grüßen konnte, schallte die klare und deutliche Stimme Braunellensterns durch das Lager.
“Ich bitte alle Katzen, die alt genug sind um ihre Beute alleine zu fangen, sich unter der großen Wurzel für ein Clantreffen zu versammeln.“
Lichtfeder wandte ihren Blick von der anderen Kätzin ab und richtete ihn auf Braunellenstern, die auf der großen Wurzel bereits ihren Platz eingenommen hatte. Die creme-beige Kätzin legte ihren keilförmigen Kopf leicht schief. Am Vorabend hatte die Große Versammlung stattgefunden, war etwas geschehen?
“Katzen des WurzelClans. Wir sind von der großen Versammlung mit einer Forderung an uns zurückgekehrt.“ , begann Braunellenstern als sich einige Katzen versammelt hatten. “Der GlutClan hat Jagdrechte für die Schlangenfelsen gefordert.“ , fuhr sie fort. Lichtfeder blinzelte einmal. Hatte sie sich verhört? Jagdrechte ? Für die Schlangenfelsen ? “Natürlich habe ich abgelehnt. Doch Fichtenstern meinte, es sei keine Bitte, sondern eine Forderung, die man nicht ablehnen könne. Es wäre sein Recht einzufordern, da der GlutClan als der stärkste Clan mehr Beute bräuchte.“ Lichtfeder trat unwillkürlich einen Schritt vor während ihr aquamarinblauer Blick an der braunen Anführerin haftete. Schon das, was die Braungetigerte bisher berichtet hatte, klang nicht gut. Und es schien noch mehr gesagt worden zu sein. “Fichtenstern meinte, der GlutClan nehme sich das, was ihm zustünde. Er sagte, ihm stünde mehr zu als den anderen Clans, da sie die Stärksten seien, es sei Gerechtigkeit.“ , fuhr die Kätzin mit vor Wut zitternder Stimme fort. “Der WurzelClan wird nicht einfach so hinnehmen, was der GlutClan für sich beschließt. Wir sind stark. Wir stehen für unsere Grenzen ein und deshalb wird es vermehrte Patrouillen am Donnerweg, sowie an den Schlangenfelsen geben. Keine Katze verlässt alleine das Lager, um zu einem der beiden genannten Orte zu gehen. Wir müssen jederzeit mit einem Angriff des GlutClans rechnen und uns wappnen.“ Lichtfeder legte ihre großen Ohren leicht an. “Lasst uns dem GlutClan zeigen, dass wir auch stark sein und unsere Grenzen verteidigen können!“ , rief Braunellenstern energisch aus. “Damit ist die Versammlung beendet.“
Lichtfeder konnte es noch immer nicht ganz glauben. Fichtenstern verlangte die Schlangenfelsen, weil sein Clan der Stärkste sei und deshalb mehr Beute bräuchte... Fast hätte die Creme-Beige ihren keilförmigen Kopf geschüttelt. Nur, weil sein Clan der Stärkste sein mochte hieß das nicht, dass er anderen Clans ihre Gebiete stehlen konnte!
Ihr blauer Blick wanderte über die Versammelten, erfasste Rindenseele, der bereits Patrouillen einzuteilen schien. Braunellenstern war inzwischen von der Wurzel heruntergeklettert, saß am Fuß der Wurzel und schien die Reaktionen ihrer Clankameraden zu beobachten. Lichtfeders Blick wanderte weiter, fand Nebelkrähe, der sich mit Holunderzweig zu unterhalten schien, Dünenwind teilte ihre Meinung und Unterstützung von Braunellensterns Plan lauthals mit. Dann fingen ihre Augen die rotgetigerte, große Gestalt Ahornschattens ein, der sich zu Dünenwind gesellte. Unwillkürlich verzogen sich Lichtfeders Lefzen zu einem leichten, sanften Lächeln als sie die Gestalt ihres Gefährten musterte.
Ein paar Herzschläge lang hatte sie Ahornschatten und Dünenwind beobachtet bevor ihr Blick weiter gewandert war. Und die creme-weiße, getigerte Gestalt Ulmennachts erblickt hatte. Lichtfeder setzte sich in Bewegung und blieb bei der anderen Kätzin stehen. "Du scheinst jemanden zu suchen." , miaute Lichtfeder als sie ihren Kopf leicht schieflegte. Sie blinzelte einmal. "Was sagst du dazu? Ich denke nicht, dass sich Kämpfe lange verhindern lassen... Der GlutClan hat schon letzten Mond mit ihren Markierungen auf unserem Gebiet und dem Kampf am Donnerweg bewiesen, dass sie ihren Worten Taten folgen lassen." , fügte die Creme-Beige leiser hinzu.
Alias — Jacky
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Der Krieg an der Front - der Krieg hier.
Es hatte den Effekt den Ulmennacht sich erwünscht hatte. Sie wurde bemerkt – nicht von jedem aber von einem ihrer Freunde . Es war Lichtfeder die sie ansprach. Mit dieser Kätzin war sie groß geworfen, auch wenn die andere zwei Monate älter war als Ulmennacht selbst. Und somit hatte sie auch die Zeit mehr mit jenem Kater gehabt, den sie aus der Ferne...
Ulmennacht blinzelte und schenkte Lichtfeder ein strahlendes Lächeln, als diese ihre Beobachtung miaute. “Ja, dich. Und meine Geschwister.. Aber vor allem dich.“ , antwortete sie. Eine Lüge für die sie nicht einmal mit der Wimper zuckte. Zumindest war irgend etwas davon eine Lüge.
Und schon ging Lichtfeder in ihre typische schiefe Kopflage und blinzelte. Ulmennacht erwiderte die letzte Bewegung noch einmal, als sei dies ein Gruß zwischen den beiden. Und schon sprach die helle Kätzin leise ihre Sorgen aus und fragte nach ihrer Meinung – ihrem Gefühl.
In aller Ruhe hörte sie sich die Gedanken an und musste Lichtfeder eingestehen dass sie ziemlich realistisch dem Umstand gegenüber stand. Sie verschönerte nichts, hoffte nichts und setzte keinen falschen Optimismus. Ihren Schwanz ließ die dunklere Kätzin über den Boden streichen und ließ ein leises: “Hmm..“ erklingen. Dies war oft ein Lückenfüller mit dem sie deutlich machte dass sie nachdachte und sich die Worte zu Herzen nahm.
Dieses zu Herzen nehmen sah dann ungefähr so aus: Schön dass du kleines abenteuerlustiges und naives Bienenhirn dir solche Gedanken machst. Und nun zeigst du sogar einmal dass du ein Fuchshirn besitzen kannst. Fantastisch du impulsives Ding.
Nachdem dieser Punkt abgehakt war, ließ sie sich auf die Worte der creme-beigen ein. Ihr Blick glitt über ihren Kopf hinweg, bis sie ihre Worte gewählt hatte und sie direkt ansah.
In ihrem Blick eine traurige Klarheit: “Nein, da stimme ich dir zu. Ich glaube sogar, sie kommen schneller als Braunellenstern damit rechnet.“ Ein leichtes seufzen und sie drehte den Kopf zurück um in ihre Richtung zu schauen.
Ahornschatten würde ganz sicher an dem Kampf teilnehmen. Er stellte lieber sich selbst in den Weg, als dass ein Clanmitglied sein Leben verlieren würde. Ulmennacht seufzte als sie wieder zu Lichtfeder blickte. Ein Blick der sie mitleidig ansah, als würde sie sagen: Du arme, welche Sorgen wirst du dir wohl um deinen Gefährten machen?
Kurz zuckte die Schwanzspitze, die Schnurrhaare zuckten und die Zunge glitt über die Lippen. “Da du der Auffassung bist, dass sie sich nicht lange verhindern lassen... Was wirst du dann tun, wenn sie ausbrechen?“ Ehrliche Neugier lag in den Augen. Würde sich ihre Rivalin in den Kampf stürzen? Oder hier im Lager verstecken? Ulmennacht wusste genau was sie tun würde.
Alias — nessjas
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Ulmennacht blinzelte und schenkte der Cremefarbenen ein strahlendes Lächeln. Nur zu gern erwiderte Lichtfeder das Lächeln ihrer Freundin. “Ja, dich. Und meine Geschwister.. Aber vor allem dich.“ , antwortete sie. Die helle Kätzin spürte ihr Lächeln breiter und wärmer werden. "Ja? Das freut mich, Ulmennacht!" , schnurrte sie als sie sich zu der getigerten Kätzin setzte. Ordentlich legte Lichtfeder ihren buschigen Schweif um ihre Pfoten.
Ruhig hörte ihre Freundin ihr zu und Lichtfeder war sehr dankbar dafür. Oft hatte sie das Gefühl, mit Ulmennacht gut reden zu können. Auch, wenn nichts über ein Gespräch mit Dünenwind und Hoppelsprung oder eins mit Ahornschatten ging.
Der Schwanz der Gestreiften strich über den Boden während Lichtfeder sie aus ihren aquamarinblauen Augen ruhig anblickte. “Hmm..“ , gab Ulmennacht von sich. Ein Laut, den die Cremefarbene schon von ihrer Freundin kannte. Es zeigte, dass sie nachdachte, abwog oder sich etwas zu Herzen nahm. Ulmennacht schien ihren Blick schweifen zu lassen während sie nachdachte.
Auch Lichtfeders Blick wanderte über ihre Umgebung, blieb wieder an Ahornschatten hängen bevor er weiterglitt. “Nein, da stimme ich dir zu. Ich glaube sogar, sie kommen schneller als Braunellenstern damit rechnet.“ , antwortete Ulmennacht schließlich und leichtes Seufzen entkam ihr bevor sie Lichtfeder wieder anblickte. Auch die Cremefarbene blickte ihre Freundin wieder an während sie zustimmend leicht nickte. "Denke ich auch." , stimmte sie der anderen Kätzin zu. Die Getigerte schenkte ihr einen mitfühlenden Blick, den die Cremefarbene mit einem dankbaren Blinzeln quittierte. Ihr Blick wanderte erneut zu Ahornschatten und blickte ihn für ein paar Herzschläge stumm an. Mit Sicherheit würde er in den Kampf ziehen, stellte er sich doch stets vor seine Clangefährten bevor einer von ihnen verletzt wurde. Leicht und unwillkürlich seufzte Lichtfeder. Sie betete nur stumm dafür, dass er lebend und in einem Stück zurückkehren würde, wenn es so weit wäre.
“Da du der Auffassung bist, dass sie sich nicht lange verhindern lassen... Was wirst du dann tun, wenn sie ausbrechen?“ , hörte sie Ulmennachts Frage. Langsam wandte Lichtfeder ihren Blick von ihrem Gefährten ab und richtete ihn wieder auf die andere Kriegerin. Sie blinzelte einmal bevor sie ihren sanft geschnittenen, keilförmigen Kopf leicht schieflegte. Was sie tun würde? "Ich... war noch nie eine große Kämpferin, das weißt du ja, Ulmennacht." , begann Lichtfeder nach ein paar Herzschlägen des Schweigens und Nachdenkens. Nicht, weil sie es nicht konnte. Lichtfeder war durchaus in der Lage, auszuteilen. Sie wollte nur nicht. Weil sie niemanden verletzen wollte. Da wies ihr Verhalten Ähnlichkeit mit Lebenstraum auf. Nur, dass sie sich dennoch nicht bei einem erfolgreichen Schlag entschuldigen würde, wie es die bunte Kätzin tun würde. "Aber..." , fuhr sie ebenso bedächtig fort, wie sie zu sprechen begonnen hatte, "wenn Rindenseele oder Braunellenstern mich für den Kampf auswählen würden... würde ich meine Pflicht erfüllen und für den Clan kämpfen." Sie nickte leicht, eher zu sich selbst. "Wir werden sowohl in der Jagd als auch im Kampf ausgebildet mit dem Wissen, dass wir in jedem Kampf verletzt werden können und dass die Felsenhirne sogar töten. Obwohl ich die Gefahr kenne, in die sich jeder von uns während eines Konflikts begibt... würde ich trotzdem für den WurzelClan kämpfen."
Lichtfeder hob ihren aquamarinblauen Blick wieder zu Ulmennachts olivfarbenen Augen. "Wie sieht es mit dir aus?" , fragte die Cremefarbene obwohl sie die Antwort ihrer Freundin eigentlich schon kannte.
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Der Krieg an der Front - der Krieg hier.
“Denke ich auch.“
Ulmennacht schwieg. Als ob. Du hoffstdoch in deinem Spatzenhirn, dass sie lange fort bleiben. Doch die Antwort, die Folge und der Ablauf sind klar. Ulmennacht beobachtete, wie Lichtfeder den Blick zu Ahornschatten wandte. In ihrer Brust brannte es, ein Muskel zuckte der am liebsten der Kriegerin eine runter gehauen hätte. Stattdessen verlagerte die dunklere der beiden das Gewicht. Die Augen sollten dir ausgekratzt werden für die Frechheit, dass du deinen dreckig wässrigen Blick auf diesen fantastischen Kater legst. Nur weil du glaubst ein Anrecht darauf zu haben. , brach die Kätzin im Innern aus. Äußerlich wandte Ulmennacht den Blick nicht ab und lauschte Aufmerksam ihren Worten als Lichtfeder sie endlich wieder ansah.
“Ich... war noch nie eine große Kämpferin, das weißt du ja, Ulmennacht.“
Keine große Kämpferin? Bei den Ahnen! Man könnte dich eine piepsige Maus nennen wenn es um das Austeilen geht! Du hast ja mehr Panik davor jemanden zu verletzen als selbst verletzt zu werden. Vielleicht solltest du gerade deswegen einmal dem Kampf beiwohnen, dass dir der plüschige Hintern so richtig zerfetzt wird! Dies könnte dir eine Lehre sein!
Anteilnahmsvoll nickte Ulmennacht, zudem auch bestätigend. Lichtfeder war wirklich keine Kämpferin. Ganz im Gegenteil zu Löwenfeder. Irgendwie kam ihr da gerade die Frage auf, wieso ausgerechnet diese friedvolle Kätzin die Partnerin von Ahornschatten war. Dem defensiven Kater passte dann doch seine gute Freundin und Kampfgefährtin Löwenfeder deutlich besser.
Auf diesen Gedankengang hin entglitt ihr ein seufzen, der in der Situation wirkte als würde sie die Umstände bedauern. Oder ihre Freundin Lichtfeder nur ungern im Kampf sehen. So zog sie auch die feinen Fellpartien über den Augen zusammen und schlug unruhig mit dem Schwanz.
Schließlich sprach Lichtfeder davon, dass sie in den Kampf gehen würde wenn Rindenseele oder Braunellenstern sie dazu aufrufen würden. Schließlich wurden sie ja in der Jagd und im Kampf dazu ausgebildet, mit dem Wissen dass andere sie verletzen oder gar töten könnten und gar umgekehrt. Und obwohl sie sich dieser Gefahr bewusst sei würde sie kämpfen.
Und Schlangen fliegen. , innerlich verdrehte Ulmennacht die Augen. Äußerlich nickte sie zustimmend, ließ aber auch einen Ton erklingen der einem seufzendem „Hmm“ nahe kam. Sie würden einen Weichschädel wie dich nicht in den Kampf schicken. Eher würden sie euch mit der Jagd und der Unterstützung des Heilers beauftragen und selber ihre kostbaren Leben verwerfen. Katzen wie du sind es, die Braunellenstern Leben kosten und meinem Vater den Tod bringen. , giftete die Natter weiter.
“Wie sieht es mit dir aus?“
Fragte das Mäusehirn dies nun wirklich? Ein zaghaftes Lächeln, dann wurde es weiter und Ulmennacht schnurrte leise. “Egal wie, ich würde helfen.“ Es war ein klares Versprechen ohne eine klare Antwort.
Schließlich neigte sie ihren Kopf vor und stupste Lichtfeder leicht mit der Nase an der Wange an. “Es wird alles gut. Die Ahnen werden uns beistehen.“ , maunzte sie aufmunternd. Auch wenn sie anscheinend schweigen. Zumindest... Scheint der Nebelclan unruhig und weder die Anführer noch die Heiler etwas zu wissen. Oder irre ich mich da?
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Ulmennacht nickte anteilnahmsvoll und bestätigend als Lichtfeder wieder zu sprechen begann. Die anmutige Cremefarbene war dankbar für die Unterstützung und Anteilnahme ihrer Freundin. Dankbar blinzelte sie Ulmennacht zu. Als das Seufzen der Getigerten an ihre Ohren drang, legte Lichtfeder eine ihrer Pfoten vor einen Herzschlag auf eine von Ulmennachts Pfoten, um ihr ihre eigene Anteilnahme zu zeigen. Auch sie bedauerte die Umstände, in die der WurzelClan hineingerissen worden war von derart machthungrigen und gierigen Fuchsherzen wie den Felsenhirnen.
Auf ihre nächsten Worte hin nickte Ulmennacht zustimmend und gab einen Ton von sich, der einem seufzenden „Hmm“ , nahekam.
Ein zaghaftes Lächeln erschien auf Ulmennachts Gesicht als sie leise schnurrte. “Egal wie, ich würde helfen.“ , antwortete sie. Die Cremefarbene nickte als Zeichen, dass sie verstand. Auch sie ließ ein Schnurren hören. Das werden wir beide!
Ulmennacht neigte ihren Kopf vor und stupste Lichtfeder leicht mit der Nase an der Wange an. “Es wird alles gut. Die Ahnen werden uns beistehen.“ , maunzte sie aufmunternd.
Erneut blinzelte Lichtfeder ihre Freundin dankbar an bevor sie ihre Wange an der von Ulmennacht rieb. "Danke für deine Aufmunterung, Ulmennacht." , maunzte sie als sie ihren keilförmigen, sanft geschnittenen Kopf wieder zurückzog.
Ihr aquamarinblauer Blick schweifte erneut über das Lager. Glitt über die Gestalten Ahornschattens, Dünenwinds, Braunellensterns, fing die braune Gestalt Felsensprungs und die silberne, dunkelgemusterte Gestalt Brombeerpfotes ein, die aussah als würde sie sich am liebsten noch in diesem Herzschlag auf einen der GlutClaner stürzen. Fast hätte Lichtfeder geseufzt. Ihr war bereits aufgefallen, dass die Schülerin wohl eine Vorliebe für den Kampf zu haben schien.
Vielleicht... brauchen wir genau das aktuell...
"Vielleicht... belässt es Fichtenstern aber auch bei der Drohung..." , murmelte die Kätzin während ihr Blick weiter wanderte. Da kam wohl ihre naive Art wieder hervor, die sie in solchen Situationen gerne ablegen würde. Aber es wäre doch möglich, dass der rotbraune, getigerte Anführer dem WurzelClan lediglich Angst einjagen wollte, oder? Schön wäre es... Auch, wenn Lichtfeder selbst nicht zu 100% daran glaubte.
Ihr Blick wanderte wieder zu Ulmennacht. "Ich werde mir ein wenig die Pfoten vertreten. Ich wollte jagen gehen bevor Braunellenstern die Versammlung einberufen hat." , miaute sie mit einem Lächeln als sie sich auf ihre Pfoten erhob.
Alias — Jacky
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Ahornschattens Blick ging nach wie vor an ihr vorbei, lag ruhig auf Braunellenstern, die ihren Bericht beendet hatte und weiterhin auf die Reaktionen des Clans wartete. Dünenwind hatte ihr bereits ihre Unterstützung klargemacht und so widmete sie sich nun voll und ganz ihrem unerwarteten Gesprächspartner. Eine Zeit lang schwieg der rot getigerte Kater, schloss dann langsam die Augen, bevor er Dünenwind den Blick zuwandte. Doch wenn die getupfte Kriegerin geglaubt hatte, der Kater würde nun ein echtes Gespräch mit ihr führen, so schien sich Dünenwind leider getäuscht zu haben. Eine einzige Frage kam aus den Lefzen des in sich gekehrten Kriegers: “Siehst du das so wirklich?“ Ein dezentes Zucken mit der Schweifspitze. Mehr bekam sie nicht.
Dünenwind sah ihn einen Moment lang an, fühlte sich beinahe, als wäre dies eine Prüfung. Ein Mentor, der seiner Schülerin eine entscheidende Frage gestellt hatte, deren Antwort über ihr weiteres Verhältnis zueinander entscheiden würde. “Siehst du das so wirklich?“ Sie sarkastischen Erwiderungen lagen ihr bereits auf der Zunge, doch sie war ja nun leider tatsächlich an seiner Meinung interessiert. Er war kein dummer Kater, das wusste sie, doch oft behielt er seine Gedanken unter Verschluss. Er war ein wandelndes Rätsel für sie.
Doch sie war ohnehin niemand, der nur sagte, was ihr Gegenüber hören wollte. Und daher wäre es nur ein sinnloses Kopfzerbrechen darüber nachzugrübeln, was genau der Kater von ihr hören wollte. Zumal sie aus Ahornschatten sowieso nicht schlau werden würde. Diese Versuche hatte sie schon lange aufgegeben. Wie Lichtfeder das schaffte?
“Ich sage selten Dinge, die ich nicht so meine.“ , stellte sie ruhig klar, nicht jedoch ohne ein freundliches Lächeln, begleitet mit einem neugierigen Ohrenzucken.
“Was stört dich denn an meiner Sicht der Dinge? Und möchtest du mir nicht auch deine verraten?“ , fragte sie also nach und musterte den schweigsamen Krieger aufmerksam.
Vom Wald gezeichnet
Alias — Haku
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“Ich sage selten Dinge, die ich nicht so meine.“ , miaute Dünenwind schließlich und zog wieder Ahornschattens Aufmerksamkeit auf sich. Der Kater sah die Kätzin wieder direkt an, während sein Schweif langsam von links nach rechts pendelte. “Natürlich tust du das.“ , murmelte er leise gefolgt von einem Seufzen. Die Mundwinkel zuckten, als er den Kopf abwandte und zu seiner Seite sah wo die ersten Katzen bereits den Ort verließen.
“Was stört dich denn an meiner Sicht der Dinge? Und möchtest du mir nicht auch deine verraten?“
Als Ahornschatten wieder zu Dünenwind sah, war es ein prüfender Blick. Einer der versuchte durch ihre Seelenspiegel tief hinein zu blicken. Als könnte er so in ihr innerstes sehen und feststellen was sie dachte oder ob sie überhaupt bereit für seine Antwort war.
Lange hielt sich der Blick und mit ihm das schweigen bevor der Kater leise seufzte, als müsste er einem Schüler das sechsunddreißigste mal erklären, dass es seinen Arsch bei der Jagd runter auf den Boden setzen musste.
Doch Dünenwind wich dem Blick nicht und machte keine Anstalten das Thema fallen zu lassen. Also würde er ihr geben was sie wollte.
Ausnahmsweise.
“Es stört mich weil es klingt, dass der Wurzelclan nur durch Fichtenstern so eng zusammen geschlossen steht. Weil “er uns kaum eine andere Wahl lässt.“ .“ , antwortete er schließlich langsam und leise. Es mussten ja nicht auch noch andere Katzen hören, was er in ihren Worten gesehen hatte.
Er musste keine Unruhe oder falsche Vorsicht schüren, nur weil Dünenwind eventuell unbedacht mit ihren Worten voran getreten war. Was der Kater hingegen nicht aussprach, war seine Sorge darum, wie das Verhältnis und die Freundschaft zwischen ihr und Lichtspiel stand. Und ob es durch die Bedrohung noch enger wurde oder dadurch erst gefördert.
Dies würde in einem Streit enden und das letzte was der Clan brauchte waren Streitigkeiten. Wenn es schon Unruhen und Probleme mit dem GlutClan – oder auch irgend einem anderen – gab, musste es im Clan ruhig zugehen. Natürlich ließen sich kleinere Konflikte und Meinungsverschiedenheiten nicht verhindern, aber größere Streitigkeiten könnten im Falle eines Kampfes einer Katze das Leben kosten. Denn Missgunst und Zwist könnte in Misstrauen, falscher Einschätzung und vor allem falschen Gedanken enden. Dies begünstigt den Fall, den tödlichen Stoß, biss oder Kratzer an der einen. Und am Ende...
Wenn die Katze wirklich bei Sinnen war, würde diese es am Ende betrauern. In Selbstvorwürfen untergehen und den Clan auch hier in Unruhen und Zwist aufbringen.
Leicht schüttelte der Apricot Farbene seinen Kopf, das Fell tanzte springend um ihn, bevor er Dünenwind wieder ansah. Seine Gedanken waren weiter gewandert als sie es hätten sollen.
“Manchmal ist es besser einen Schritt zurück zu gehen und das Gesamte zu betrachten, als starr auf seinem Punkt zu verharren.“ , maunzte er schließlich. Nicht dass das hier etwas groß brächte. Vielleicht würden die angebotenen Jagdrechte in Streit an dem Gebiet enden. Eventuell würde er kurz darauf den Schlangenfels ganz für sich beanspruchen. Und wahrscheinlich war Braunellensterns weg der richtige.
Dies alles konnte Ahornschatten nicht sagen und wollte er nicht. Schließlich war er kein Anführer – wollte es auch nie werden. Und so war er ziemlich dankbar, dass diese große Last und Verantwortung auf anderen Katzen lag – auch wenn es ihm leid tat seine Mentorin so zu sehen. So eingespannt.
Doch vielleicht hätte auch gerade dieser eine Schritt zurück ihnen Zeit verschafft. Zeit in Ruhe die Lage zu Beobachten, die Entwicklung zu Bewerten und weitere Schritte zu planen oder gar einzuleiten.
Vielleicht auch für die Blattleere die Ruhe bevor ein Krieg wirklich anfangen würde. Wenn Fichtenstern wirklich ein kluger Kriegsherr war, dann würde er nicht lange zögern und noch vor der Blattleere sich holen was er will. Damit sein Clan auch in diesen Monden sicher durch die magere Beutezeit kam. Vor allem, da ihre Tiere wohl viel schliefen in dieser zeit – wenn er sich nicht irrte.
Und ein Kampf vor oder während der Blattleere, bedeutete hohe Kausalitäten. Weniger Katzen für die Jagd und eine größere Wahrscheinlichkeit mit mangelnder Beute heraus zu gehen. Dazu dann all die verletzten Katzen die versorgt, gepflegt und besondere Betreuung bräuchten.
Ahornschatten dachte an die Unruhe ihres Heilers, jedes mal wenn die Blattleere sich näherte. Es schien auf vielerlei Schichten schwierig. Und ein Krieg würde ihr Arbeitspensum erhöhen. Vielleicht mehr Kerben im Ahnenbaum fordern als der ganze WurzelClan glaubte?
In der Zeit in der die Krankheiten grassierten und die Medizin selten war, schwer zu finden, starb eine bereits stark angeschlagene Katze schneller als eine gesunde.
Zumindest sagte ihm dies sein Verstand.
Ahornschatten seufzte, so tief in seinen Gedanken versunken. Doch was sollte er da schon machen?
Er alleine konnte sowieso nicht einen ganzen Clan retten.
Genau so wenig Braunellenstern. Sie aber, musste diese Last tragen. Mit ihr Leben und die besten Entscheidungen treffen mit den Informationen die sie hatte. Und wenn doch etwas schief ging? Musste sie es alleine mit ihrem Gewissen ausmachen.
Dies tat Ahornschatten äußerst leid. Einen mitfühlenden Blick erhielt sie von ihm, bevor er leise sprach: “Eine schwere Bürde...“
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