Gast
Felidae
Einleitung
Willkommen in Felidae, einer Welt voller Abenteuer, Geheimnisse und uralter Traditionen. In den Tiefen des Waldes leben vier mächtige Clans, jeder mit seiner eigenen Kultur und Bestimmung. In diesem Rollenspiel wirst du nicht nur ein Charakter sein, sondern dein ganz eigenes Schicksal formen und Geschichte schreiben - vielleicht sogar die anderer. Mit einzigartigen Talentbäumen, individuellen Attributen und einem innovativen Würfelsystem meisterst du all die Herausforderungen, die dich erwarten. Tritt ein in die Welt von Felidae, wo jede deiner Entscheidungen zählt und das Schicksal der Clans in deinen Pfoten liegt.
Willkommen
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Wetter
5 - 11°C

Der Blattfall schreitet stetig voran. Immer mehr Bäume verlieren ihre bunten Kronen, und der Boden ist nun oft bedeckt von einem raschelnden Teppich aus feuchten, rotgoldenen Blättern. Der Wind hat an Kraft gewonnen – kühl und beständig weht er durch das Gebiet und treibt die Wolken vor sich her. Immer seltener lässt sich die Sonne blicken, und wenn sie es tut, dann nur schwach, fast schüchtern. Regen fällt häufiger als zuvor: in langen, dünnen Schleiern oder mit kalten, prasselnden Tropfen. Die Erde ist vielerorts aufgeweicht, Pfoten sinken rasch ein, und die Luft ist durchzogen vom Geruch nassen Laubs und modriger Wurzeln. Die Nächte sind deutlich kälter geworden – ein Vorbote des nahenden ersten Frostes.
Mond 151
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 This victory is ours
151.Mond - 16.Tag des Blattfalls, Mondhoch

Fichtenstern

FichtensternSchattenbote
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02.04.2026, 17:22
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we took their memories


Der Clan war stolz zurückgekehrt und einige Katzen hatten sich bereits zu Brandnarbe begeben. Dieser kümmerte sich um die verletzten Krieger wie Dämmerbiss und Bergviper. Er selbst würde später erst zu dem Heiler gehen, denn er trug nur leichte Verletzungen davon. Nun hatte er etwas Zeit verstreichen lassen, doch länger wollte er nicht warten. Mit Azurblick hatte er bereits gesprochen, doch auch die anderen Katzen des Clans waren selbstverständlich gespannt darauf, was er über die Schlacht zu berichten hatte. Und so sprang der Tigerkater elegant auf den Anführerfelsen und blickte über die Höhle. In der Ferne tobte ein Gewitter und Blitze erhellten die Höhle für kurze Herzschläge lang. Einige blickten bereits zu ihm auf, erwarteten sehnlichst seinen Bericht. Seine Stimme hallte durch das Lager, als er die Clanversammlung einberief und er wartete einige Herzschläge ab, bis sich sein Clan versammelt hatte. »Wie ihr wisst, sind wir heute losgezogen, um den WurzelClan dort zu treffen, wo es ihm wehtut! Braunellenstern verweigerte mir die Jagdrechte für die Schlangenfelsen und nun forderte ich diese komplett für meinen Clan ein« begann er und ein dunkles Grinsen huschte über seine Lefzen »Ich habe die lächerlichen Kerben in der Rinde des Ahnenbaums zerstört und ihnen gezeigt, was sie sind: Nur schutzlose Krallenhiebe von einem schwachem Clan in Erinnerung an noch schwächere Krieger!« raunte er und seine blassgrünen Augen gingen über die Katzen seines Clans. Wer reagierte wie auf diese Nachricht? Gab es Zweifler, entsetzen? 
»Braunellenstern tauchte mit einer Patrouille auf und wir begannen den Kampf. Sogar Schneestern, die Anführerin des NebelClans war plötzlich beim Ahnenbaum und doch, trotz der unerwarteten Unterstützung, hatten die Baumkuschler keinerlei Chance« berichtete er und genoss die positive Stimmung, die sich im Clan unter dieser Nachricht ausbreitete. »Unsere Krieger haben stark gekämpft und sich behauptet. Noch besser: Schneestern hat eine Lektion bekommen, die sie so schnell nicht vergessen wird: Rotnase hat der Anführerin eine tödliche Wunde zugefügt und die Ahnenfanatikerin hat zwei ihrer Leben verloren« sprach er stolz und feierlich aus und beobachtete ganz genau, welche seiner Katzen diese Nachricht ebenso zu schätzen wussten wie er. »Auf der letzten Versammlung dachten sowohl Distelstern, als auch Schneestern, dass es ihre Aufgabe sei, sich in die Angelegenheiten einzumischen. Beide mussten dies mit einem Leben bezahlen und sollten uns in Zukunft keinen Ärger mehr machen. Braunellenstern hingegen hat den Schwanz eingezogen, bevor sie mit einem Leben bezahlen mussten. Die Schlangenfelsen gehören also von nun an dem GlutClan!« stieß er mit kraftvoller und lauter werdender Stimme aus. »Und wenn ihr bei den Schlangenfelsen jagt, dann nehmt es mit den Grenzen nicht so genau, wenn eine Beute rüber zum Ahnenbaum oder zum Lichthain rennt, dann gehört die ebenfalls uns. Was wollen die Wurzelhirne auch schon groß machen?« lachte Fichtenstern stolz und hielt eine Pause ein, damit die Katzen seines Clans sich zu der feierlichen Nachricht äußern könnten. Jeder sollte gehört werden.


Alias — Efeu
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Eisbrecher

EisbrecherEisherz
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#2
03.04.2026, 09:01
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More opportunities? Sounds fun!



Sie waren zurückgekehrt von ihrer Schlacht vom Ahnenbaum.
Und er musste ihre Rückkehr beobachten.
Viel lieber wäre er dabei gewesen, doch er wurde nicht ausgewählt. Missmut lag in seinen Augen, die seine Clankameraden kritisch gemustert hatten. Viele kamen mit wenigen, fast keinen Verletzungen zurück, doch zwei Katzen hatte es so ziemlich arg zerfetzt: Dämmerbiss und Bergviper.
Eisbrecher konnte sich ein belustigtes zucken der Schnurrhaare nicht verkneifen, wenngleich es ihm durchaus bewusst war, dass es für den Clan selbst nicht gut war. Jede Katze zählte. Wenn der getigerte Kater jedoch ehrlich war, waren zwei Katzen kein Jammern wert. Dies war ein guter Schnitt und ganz davon abgesehen, würde er zu gerne wissen wer diese beiden Katzen so zugerichtet hatte. Waren mehr Wurzelhirne hingerannt als sie selbst waren? Nein, das konnte nicht sein. Er glaubte daran, dass Fichtenstern sich einen Trumpf in der Hinterhand gehalten hatte.
Doch nun war keine Zeit für Fragen.




Als der braune Tigerkater seinen Platz an dem Felsen annahm, stand Eisbrecher bei Loderblick und erwartete sehnlichst den Bericht. Der steingraue Kater hatte seinen Mentor nicht gedrängt oder befragt. Sie beide wussten ja, wie der Ablauf war. Und Geduld war mit den starken Kriegern des Clans – manchmal auch mit ihm.
Fichtenstern begann mit dem offensichtlichen, was den Kater nur unruhig mit den Schwanz zucken ließ. Das interessierte ihn alles nicht. Aus dem simplen Grund, weil es schon mehrfach Thema war. Für einen Herzschlag wollte der Kater sich schon abwenden, als ein dunkles Grinsen über die Lefzen huschte und sein Interesse weckte: “Ich habe die lächerlichen Kerben in der Rinde des Ahnenbaums zerstört und ihnen gezeigt, was sie sind: Nur schutzlose Krallenhiebe von einem schwachen Clan in Erinnerung an noch schwächerer Krieger!“ Dem Eisherz entglitt sofort ein zustimmendes Miauen. In Seinen Augen lag die Belustigung und tanzte wie freudige Funken im Kreise. Kurz wandte er den Blick zu seinem ehemaligen Mentor, als könnte er dort mehr sehen. Ein Zuspruch, eine Gestik wie stark der Schaden war oder das Entsetzten des Wurzelclans war.
Die Vorstellung vom zerstörten Ahnenbaum jagte ihm ein Kribbeln durch den Körper, ganz nah unter der Haut.


Fichtenstern berichtete weiter, wie Braunellenstern mit ihren Kriegern ankam und jemand unerwartetes: Schneestern. Für einen Atemzug, schlug der massige Krieger seine Krallen in den Stein, seine Lefzen zuckten. Was für schwache Narren, fauchte er im Kopf.
Doch die Gedanken und die Wut entglitten ihm wieder als der Anführer sagte, dass sie keine Chance hatten. Und Schneestern sogar zwei ihrer Leben verloren hatte.
Seinen Kopf schob er in die Höhe, miaute wieder zustimmend und bekräftigend. Anerkennung lag in seinem Blick, als er nach Rotnase suchte und sie mit diesem bedachte.
Sie war eine vortreffliche Kriegerin und der Kater hielt nun noch einen Krallenschlag mehr von ihr. Sie gehörte zu jenen, die den Clan stärkten und zeigten was es bedeutete dem GlutClan anzugehören.
Ein Gedanke keimte, den Eisbrecher dann doch wieder verlegte. Seine blassen Augen sahen zu Loderblick und ein Grinsen legte sich auf die Lefzen. Eines das sagte: Wie ich sehe hattest du wieder viel Spaß gehabt. Dann schlich sich ein warnender Funke hinein und sein Schwanz pendelte zur anderen Seite. Eine Gestik die offensichtlich legte, dass er, sein ehemaliger Schüler, nicht all zu gerne von dem Spaß ausgeschlossen wurde.
Natürlich war ihm bewusst, dass Loderblick nicht entschied wer ging und wer nicht. Aber sein Clankamerad und ehemaliger Mentor konnte entscheiden, ob sie weiterhin zu zweit Spaß hatten oder getrennte Wege gingen. Letzteres bezweifelte er, da sie sich dafür in einigen Aspekten zu gleich waren.

Während all dem, sprach Fichtenstern weiter mit kraftvoller und lauter werdender Stimme. Er erzählte, wie Distelstern und nun auch Schneestern eine Lektion erteilt bekommen hatten. Sie somit in Zukunft keinen Ärger mehr bereiten sollten und wie Braunellenstern davon rannte, wie eine feige Maus bevor sie ein Leben für ihr Territorium gab.
Die Schlangenfelsen gehörten nun dem GlutClan!
Der Kater haute mit der Kralle über den Stein.
Seine Art der Zustimmung und Freude. Sie hatten was sie wollten und es wird einer seiner neusten Lieblingsorte. Verband er doch eine süße und innige Begegnung dort. Still schlich sich ein unheimliches Grinsen auf das Angesicht des Eisherzens. Und mit jedem Wort Fichtensterns wurde es größer, wilder – fast schon besessen:


“Und wenn ihr bei den Schlangenfelsen jagt, dann nehmt es mit den Grenzen nicht so genau, wenn eine Beute rüber zum Ahnenbaum oder zum Lichthain rennt, dann gehört die ebenfalls uns. Was wollen die Wurzelhirne auch schon groß machen?“ Eisbrecher lachte. Ihm gefiel diese Einstellung. Ihm gefiel, der Gedanke bei der Jagd nach einer kleinen Maus auf die süße Beute vom letzten mal zu treffen. Und so wie der Anführer sprach, gab es noch mehr Möglichkeiten. Es war ein Repertoire an Freibriefen die hier erteilt wurden. Und der getigerte Krieger sah sich schon am Ahnenbaum stehen und hinpissen, als sei es ihr eigenes Revier.
Sofort tanzten die Augen wieder zu seinem Freund: “Das klingt nach viel Spaß.“ Seinen Raunen versprach so viele Verlockungen und der Blick wurde erwartungsvoll. Er hoffte, dass der rote Kater ihm zustimmte und mehr als nur bereit dazu war Stress, Streit und Spaß zu suchen. Die drei großen S.
Vor Erregung erzitterte der Schwanz, hoch in den Himmel gereckt. Als er glaubte einen Blick auf sich zu spüren, wandte er den Kopf wieder ab von Loderblick, in die Richtung von der er kam.
Hatte Fichtenstern ihn angesehen oder war es eine Einbildung auf dessen, dass sie einige male zusammen etwas unternommen hatten?
Prüfend, sah er zu ihm. Die Zufriedenheit strahlte von jedem seiner Härchen.



@Fichtenstern @Rotnase @Loderblick
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Loderblick

Loderblick
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#3
03.04.2026, 11:57
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Glorreicher Sieg…



Loderblick hätte sich eher die Zunge abgebissen, als es jemals laut zuzugeben. Doch er spürte den Kampf noch immer in den Knochen. Seine Bewegungen waren langsamer, steifer. Hätte er vor wenigen Monden noch anderen den Vortritt gelassen, so hatte er sich dieses Mal erstaunlich früh bei seinem Bruder eingefunden und sich die schmerzende Bisswunde an der linken Schulter versorgen lassen. Die üble Paste, die Brandnarbe darauf verteilt hatte brannte in seinen Augen, doch seitdem war der Schmerz weniger schneidend. Der rote Kater unterdrückte ein Seufzen. Er wurde langsam alt. Doch sein Stolz ließ nicht einmal den Gedanken daran zu.

Der Clan bestand fast nur noch aus Jungspunden. Fast alle waren sie jünger, unerfahrener und dümmer. Selbst Azurblick wirkte beinahe als wäre sie frisch der Kinderstube entwachsen. Auch wenn sie sich selbstverständlich schon mehr als einmal bewiesen hatte. Dennoch, er war bereits näher an den Ältesten, als an den Kriegern dran. Brandnarbe suchte sich eine Schülerin, weil er langsam alt wurde. Wobei… wenn die Kleine versagte und das würde sie, dann müsste auch dieser wieder neu anfangen. So alt waren sie also ja wohl noch nicht! Loderblick schüttelte sich missmutig. Was war denn bloß los mit ihm? Diese Melancholie passte nicht zu ihm. Doch nach dem Rausch des Kampfes fühlte er sich, als wäre ihm seine Droge genommen worden, als mache er einen qualvollen, schweren Entzug durch. Mit Schulterschmerzen. Super!

Er hatte nach dem Kampf bei den anderen Rückkehrern gesessen und deren Erzählungen gelauscht, während er selbst kaum wenige Sekunden wirklich am Kampf teilgenommen hatte. Doch diese braune Ratte aus dem WurzelClan hatte ihm ein Andenken hinterlassen, welches er nun bei jedem Schritt spürte. Im Gegenzug hatten Rauchwolke und er ihn beinahe getötet. Er war sich sicher, der Braune würde eine ganze Zeit lang den Heilerbau nicht verlassen! Doch trotz allem hellte das seine Stimmung kaum auf. Er fühlte sich irgendwie… leer.

Ja, Loderblicks Laune hätte an diesem Abend schlechter wohl kaum sein können, auch wenn sein Clan einen beinahe legendären Sieg verzeichnet hatte. Sein Bernsteinauge glühte übellaunig, während das Milchauge wie immer keine Regung zeigte, nur düster vor sich hin starrte wie eine unausgesprochene Drohung. Leicht humpelnd schleppte sich der Krieger nun zur Lagermitte, wo Fichtenstern eine Versammlung einberufen hatte. Die Stimmung im Clan war fast schon ausgelassen und so schleppte sich der rote Kater zu dem einzigen Individuum, dessen Gesellschaft er gerade ertragen konnte. Er sagte nichts, ließ sich nur neben Eisbrecher fallen, der nicht nur die Reserve gewesen war, sondern erst gar nicht Teil des Kampfes hatte sein dürfen. Sicher schmeckte ihm das gar nicht. Ein wenig schadenfroh stimmte ihn das ja schon, musste er zugeben. Wenigstens litt er nicht alleine.

Schweigens starrte er zu seinem Anführer hinauf, der begann von den Ereignissen des Tages zu berichten. Ja, Loderblick war stolz auf die Erfolge des Clans. Natürlich war er das. Doch heute überstrahlte die eigene Vergänglichkeit alles, wie ein düsterer Schatten.

Eisbrechers Seitenblick nahm der Rote durchaus wahr, las Vergnügen aber auch so etwas wie Neid darin. Loderblick konnte sich ein verächtliches Schnauben nicht verkneifen, sein Schweif schlug einmal auf den staubigen Höhlenboden.

“Bin mir sicher du hättest gerne am Rand gewartet wie ein blöder Schüler und wärest erst dazu gekommen, als schon alles vorbei war.“, knurrte er übellaunig und blitzte seinen ehemaligen Schüler zornig an.
“War nichtmal mehr ein Gegner für mich übrig. Oh klasse, Seite an Seite mit Rauchwolke hab ich ihn in die Flucht geschlagen! Welch Leistung!“ Genervt grub er die Krallen in den Boden und ritzte feine Kerben in das kühle Gestein. Dennoch, er erinnerte sich noch gut an seinen Biss in den Hals des Gegners, als Felsensprung unter ihm in die Knie gegangen war, an die Angst in seinen Augen. Sie beide hatten in diesem Moment wohl gedacht, sein letztes Stündlein hätte geschlagen. Sicher würde sich der Krieger daran erinnern, wenn sie sich das nächste Mal begegneten. Ob Felsensprung dann die alte Wunde am Hals wieder spüren würde, wie eine stumme Warnung? Würde es ihm in der Kehle eng werden, wenn er seinen beinahe-Mörder sah? Oh Loderblick konnte es nur hoffen! Ein leichtes Grinsen stahl sich auf seine Lefzen, etwas versöhnlicher murmelte er nun:

“Hätte fast einen Baumkuschler umgebracht. Und Rauchwolke hat verdammt gut gekämpft. Der Kampf war nur viel zu schnell vorbei!“ Bedauernd schleckte er sich über die Lefzen, als würde er immer noch das Blut seines Gegners auf der Zunge schmecken. Ein kurzer Blick zu Rauchwolke und ein anerkennendes Nicken. Dann sah er wieder hinauf zu Fichtenstern. Sein Bericht brachte dem roten Kater kaum neue Informationen, doch erneut grübelte er über das nach, was ihm schon den halben Tag beschäftigte: Was hatte Schneestern dort zu suchen gehabt? War sie nun völlig durchgeknallt? Warum hatte sie keine Patrouille mitgebracht, wenn sie schon so dringend helfen wollte? Sein Blick wanderte zu Rotnase, die die weiße Anführerin beinahe spielend erlegt hatte wie Beute. Das war der einzige Vorteil seines Platzes am Rande gewesen, er hatte einen guten Überblick über das Geschehen gehabt. Kurz flackerte beinahe Unglauben in seinen Augen auf. Ja, Rotnase war eine gute Kämpferin, schon immer gewesen. Doch ihre Leistung heute war beinahe unheimlich gut gewesen. Loderblick spürte irgendwie, dass etwas dahinter steckte, was er nicht greifen konnte. Ob er sie irgendwann mal danach fragen sollte?
 



angesprochen @Eisbrecher
erwähnt @Fichtenstern @Azurblick @Brandnarbe @Felsensprung @Rauchwolke @Schneestern @Rotnase
Alias — Haku
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Fuchspfote

Fuchspfote
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#4
03.04.2026, 12:45
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Learning Who to Trust



Fuchspfote war noch in der Haupthöhle und wollte sich grade schon schlafen legen, als er erkannte wie Fichtenstern den Anführerfelsen bestieg und eine Clanversammlung einberief. Sofort lief er in die Richtung, verpasste seiner Schwester Eichhornpfote einen Schubser und platzierte sich relativ weit vorne, wodurch er den Kopf sehr heben musste, um zu seinem Anführer zu blicken. »Wow jetzt kommt der Bericht!« flüsterte er seiner Schwester aufgeregt zu und spitzte die orangenen Ohren. Als Fichtenstern begann zu berichten, zuckte seins Schweifspitze vor lauter Aufregung hin und her. Vor seinen Augen malte sich Fuchspfote aus, wie das ganze abgelaufen sein musste. Er sah ängstliche Krieger des WurzelClans vor seinen Augen und wie sie geschockt zu diesem blöden Baum blickten. Er verstand nicht wirklich, was die Katzen an diesem Baum so toll fanden. Man konnte doch in jeden Baum irgendwas reinritzen, was machte grade diesen Baum so besonders? Aber nicht umsonst nannte man sie Baumkuschler und Wurzelhirne..Sie waren wohl nicht besonders klug. »Diese dämlichen Wurzelhirne!« rief Fuchspfote hämisch in die zustimmenden Rufe einer Redepause hinein und lachte. Dabei blickte der junge Schüler sich um. Wie reagierten die anderen Katzen auf die Nachricht? Erst neulich hatte Wolfsnacht den Clan verraten und das war für Fuchspfote ein richtiger Schock gewesen. Wie konnte eine Katze sich nur gegen den eigenen Clan stellen? Es zeigte Fuchspfote deutlich, dass er nicht allen vertrauen durfte, nur weil sie im GlutClan waren. Und so fand er es hilfreich sich jetzt umzusehen, und zu erkennen, ob es Katzen gab, die andere Ansichten hatten als Fichtenstern..
Eisbrecher und Loderblick gehörten jedenfalls nicht dazu. Die Beiden gröhlten mit den anderen die Jubelrufe mit und stolz stieg der Schüler mit ein. Er fühlte sich stark und stolz, wenn sie so einen erfolgreichen Kampf feierten und Fuchspfote freute sich auf den Tag, an dem er selbst als Sieger von so einer Schlacht heimkehren würde. Erneut hob Fuchspfote den Blick zu dem großen Anführer. Er berichtete davon, dass Schneestern auch dort gewesen sei und er erzählte, dass die Kätzin ganze zwei ihrer Leben verloren hatte. »Das wird sie Demut lehren!« rief Fuchspfote und seine Augen strahlten vor Anerkennung, als er zu Rotnase blickte. Sie hatte eine Anführerin getötet! Zwei ihrer Leben genommen! Die Kätzin musste vor Kraft nur so strotzen...ob er mal mit ihr trainieren könnte?
Vor Aufregung war Fuchspfote mit den Hinterpfoten aufgestanden, setzte sich dann aber wieder hin, denn er wollte ja die Rede seines Anführers nicht stören. Vorerst beendete Fichtenstern seine Ansprache, als er erklärte, dass die Schlangenfelsen nun ihnen gehörten. Aufgeregt grölte er mit, sah dann aber zu seiner Schwester Eichhornpfote. »Wir müssen zu den Schlangenfelsen!« miaute er leise. Kein einfacher Ausflug, doch jetzt waren sie Gebiet des GlutClans und Fuchspfote wollte auch endlich dort jagen können. Seine Schwester durfte ja sogar mit, als der Ort noch zum WurzelClan gehörte und darauf war der Orangene durchaus etwas neidisch.



@Fichtenstern @Eichhornpfote
Alias — Efeu
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Eichhornpfote

Eichhornpfote
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#5
04.04.2026, 13:44
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Wir sind die coolsten!


Eichhornpfote lag die Aufregung des Tages noch in den Knochen. Zunächst der Kampf ihres Clans gegen den WurzelClan, dann ihr abendlicher Ausflug aus dem Lager… Die Schülerin fühlte sich körperlich absolut erschöpft, aber ihr Verstand war regelrecht aufgekratzt. Als Fichtenstern also zur Clanversammlung rief, ruckte ihr Kopf hoch und ihr Herz setzte in freudiger Erwartung einen Schlag aus. Sofort war sie auf den Beinen, wurde sogleich von Fuchspfote angerempelt, der ebenso aufgeregt schien, wie sie selber. Sie sprang ihm nach, schubste zurück, während sich die Geschwister verspielt möglichst weit nach vorne durch die Versammelten schlängelten. Grinsend ließ Eichhornpfote sich neben Fuchspfote zu Boden plumpsen und reckte den Kopf, um Fichtenstern sehen zu können. Stolz thronte er dort oben und blickte auf seine Katzen hinab der Mond tauchte sein rotbraunes Fell beinahe in Silber und Eichhornpfotes Kopf formte einen Gedanken, den sie so noch nicht gehabt hatte: Eines Tages möchte ich selbst da oben stehen!

Erstaunt über sich selbst zuckte sie mit dem Ohr, doch viel Zeit zum Nachdenken blieb nicht, denn schon begann der Anführer mit seinem Bericht. Eichhornpfote spitzte gespannt die Ohren, spürte die Aufregung ihres Bruders beinahe durch sein Fell kribbeln, während es ihr eigenes berührte. Sie schielte kurz zu ihm herüber. Sein buschiger Schweif zuckte aufgeregt und seine Augen schienen regelrecht zu glühen. Auch Eichhornpfote spürte tiefen Stolz in sich aufwallen, sie setzte sich aufrechter hin und betrachtete die Krieger, die dem Kampf hatten beiwohnen dürfen. Es musste ein verdammt blutiger Kampf gewesen sein, denn sie hatte Bergviper und Dämmerbiss gesehen, wie sie sich schwer verwundet ins Lager geschleppt hatten. Doch offensichtlich hatte der WurzelClan und sogar der NebelClan deutlich mehr gelitten.

Durch ihre Grübeleien hatte sie den Moment verpasst, in dem der Clan gröhlend seinen Stolz hinausrief, doch wie eine Welle fuhr die geeinte Kraft des GlutClans durch sie hindurch und ließ ihr Fell zu Berge stehen. Stolz sah sie sich unter ihren Clangefährten um.

“Wir müssen zu den Schlangenfelsen!“, raunte ihr Bruder ihr zu und Eichhornpfote starrte zu ihm herüber, ihre Augen begannen zu leuchten.

“Ja unbedingt! Gleich morgen früh am besten!“, schnurrte sie begeistert und begann vorfreudig mit den Pfoten den Steinboden zu kneten. Die Müdigkeit war vergessen, am liebsten wäre sie sofort aus dem Lager gestürzt und hätte sich in das nächste Abenteuer begeben!



@Fichtenstern @Fuchspfote
Alias — Haku
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Aschesturm

Aschesturm
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#6
04.04.2026, 15:09
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Scheinheilige Mistkerle!


Den ganzen Tag schon summte das Lager wie ein Schwarm Wespen. Ausgelassene Stimmung, siegessichere Krieger, die vor Kraft strotzend durchs Lager stolzierten. Junge und Schüler, die die Heimkehrenden wie Helden feierten. Ein Anführer, der hob oben auf seinem Felsen thronte und sich selbst auf die Schulter klopfte, voller Ignoranz und Selbstliebe.
Aschesturm hätte kotzen können.

Stumm saß er am Rand der Versammlung, hatte sich nicht einmal die Mühe gemacht, näher zu treten. Den ganzen Tag lang hatte er es schon im Lager nicht ausgehalten, war überall umhergestromert, ruhelos und ziellos. Doch weder die Grenze markiert noch Beute mit heimgebracht hatte er, auch wenn er vermutlich jetzt mehr denn je seine Loyalität unter Beweis stellen musste. Doch gerade ging ihm dies völlig an seinem haarigen Arsch vorbei.

Er hatte den Ort gesehen, an dem sie seinen Bruder ermordet hatten. Wusste, wer dabei gewesen war. Und nun standen sie alle hier wie verdammte Heuchler und feierten weitere Morde! Rotnase, wie sie mit stolzgeschwellter Brust dafür gefeiert wurde, einer Anführerin bei einem simplen Grenzstreit zwei Leben genommen zu haben! Fichtenstern, der Braunellenstern dafür verurteilte, dass sie ihren Clan zum Rückzug aufgefordert hatte, bevor ihr das gleiche Schicksal hatte widerfahren können. Was waren das bloß für kranke, verdrehte Ansichten?
Und damit nicht genug, Fichtenstern wollte, dass sie sich nicht nur an die Schlangenfelsen hielten, sondern noch weiter gingen, noch tiefer in feindliches Gebiet vordrangen, die Grenzen gänzlich missachteten. Aschesturm konnte nur noch die Ohren verschließen vor diesem Wahnsinn, der um ihn herum tobte.
Hatte er eigentlich jemals hier hinein gepasst? Hatte er diese Ansichten auch schon gefeiert und unterstützt? Hatte Möwenschrei ihn so sehr verändert? Ihr Bild flackerte vor seinem inneren Auge auf, doch sogleich wurde es überschattet von dem blutüberströmten Körper seines Bruders. Auch ihn hatte es zu einer Kriegerin des WurzelClans hingezogen. Waren sie sich am Ende doch gar nicht so unähnlich gewesen? Wie auch immer, Aschesturm konnte in diesem Moment nur sagen, dass sein Verlust schmerzte wie eine offene Wunde. Und dass er sich inmitten seiner Familie, mit der er seit seiner Geburt aufgewachsen war, noch nie zuvor so fremd gefühlt hatte. Es gab nur einen Ort, an dem er sich noch Zuhause fühlte und diesen aufzusuchen könnte er mit seinem Leben bezahlen…



@Fichtenstern @Rotnase @Wolfsnacht @Möwenschrei
Alias — Haku
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Eisbrecher

EisbrecherEisherz
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#7
04.04.2026, 17:45
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Irgendetwas stimmte nicht. Das konnte eine blinde Maus riechen und das zehn Fuchssprünge gegen den Wind. Mindestens!
Eisbrecher wandte sein Angesicht wieder zu Loderblick und unterzog ihn einer eingehenden Musterung. Abgesehen davon, dass der alte Knacker eine brennend nervige Salbe sich verpassen lassen hatte war etwas anders. Für die meisten Katzen des Clans war es sicher nicht zu sehen. Versteckt unter dem roten Pelz, dem zerzausten Haar und all den alten Wunden.
Doch Eisbrecher.
Der bemerkte es.
Seine Augen wurden schmaler während er ihn eingehender betrachtete. Da lag wenig Freude, wenig Amüsement, wenig... Leidenschaft in ihm. Auch die Muskeln sprachen von etwas, was der steingraue noch gar nicht kannte. Missmutig verzog er die Lefzen, die Schnurrhaare erzitterten vor Unruhe.

“Bin mir sicher du hättest gerne am Rand gewartet wie ein blöder Schüler und wärest erst dazu gekommen, als schon alles vorbei war.“, knurrte er übellaunig. Das Blinzeln war nicht freundlich sondern Zornig. Es ließ die Lefzen Eisbrechers von alleine nach oben ziehen, als müsste der Schüler einer Predigt stand halten und seinen Unmut sowie Widerspruch deutlich zeigen.
Doch bevor der Kater antworten konnte, sprach Loderblick bereits weiter: “War nichtmal mehr ein Gegner für mich übrig. Oh klasse, Seite an Seite mit Rauchwolke hab ich ihn in die Flucht geschlagen! Welche Leistung!“ Die Ohren wandten sich dem Geräusch von Krallen zu, die in den Boden geschlagen wurden und feine Kerben zogen.
Eisbrecher schweig, der Schwanz zuckte vor Anspannung. Hieß das etwa... Dass sein glorreicher Lehrmeister wie ein Schüler an der Seitenlinie stand und einer anderen Katze zugeteilt wurde zur Unterstützung? Sah Fichtenstern in ihm nicht mehr die glorreiche Kraft der alten Krieger? Oder sah er vielleicht zu sehr das Alter?

Was auch immer den Anführer dazu verleitet hatte diese Entscheidung zu treffen, hatte die Übellaunigkeit seines Mentors geweckt, gar gefüttert. Eisbrecher wandte den Kopf ab und ließ ihn langsam über die versammelte Menge schweifen. Er beobachtete mehr abwesend als wirklich bewusst die anderen Katzen, während die Gedanken noch immer an Loderblick hingen. Er wusste genau, dass dem Kater nun wenig noch zur Aufmunterung verhelfen würde. Und ein falsche Schritt konnte mehrere Tage grollen einbringen oder in einem flüchtigen Kampf enden um dem Groll Luft zu machen.
Zwar hätte das Eisherz an und sich nichts dagegen einzuwenden. Er bräuchte es auch um die Luft, die sich so heiß und angeschwollen in ihm anfühlte raus zu lassen. Jedoch... Glaubte er dass dies mehr ein Kampf mit unzähligen Wunden, als wirklich ein Training wird.
Denn Loderblick und Eisbrecher, nutzten das Training auch mal um Dampf ab zu lassen und verteilten dabei durchaus die ein oder andere Verletzungen.
Immer so, dass sie noch jeder Zeit bereit waren...
Doch in diesem Moment.

Eisbrecher hielt in den Gedanken inne als der Blick auf Aschesturm hingen blieb. Missmutig zog er die Lefzen zurück. Sein Neffe. Sein Neffe.
Er zeigte keine Begeisterung. Es wirkte gar anders.
Mehrere Herzschläge ließ er seinen durchdringenden, kalten Blick auf ihm verweilen, studierte den Körper, dessen Haltung und die Mimik, dann wandte er sich doch wieder Loderblick zu.

“Dafür hat es Dämmerbiss ja ganz schön zerrissen.“, raunte er belustigt. Ein kleines Funkeln huschte in die Augen. Auch wenn es jemanden aus dem Clan betraf, war es interessant was für Wunden sie zierten und wie beachtlich sie einstecken durfte. “Nicht so, wie du oder ich eine Katze behelligen würden.. Aber doch ganz schön interessant.“ Einen Moment lang ließ er den Blick forschend auf ihm liegen.
Ob dies seinen Mentor wieder öffnete und er vielleicht mehr erzählte?



 @Loderblick Erwähnt: @Aschesturm
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Abendfeuer

Abendfeuer
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#8
06.04.2026, 11:41
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What is going on? Did we need to go this far?



Abendfeuer hatte am Rande der Versammlung platz genommen. Natürlich hätte er es vorne, nah bei seinem Vater einen Platz einnehmen können, doch diese überließ er bereitwillig den Kampfbeteiligten, älteren Kriegern sowie Schülern. Hier am Rand der Versammlung konnte er besser sehen, hörte genauso gut und er konnte vor allem beobachten. Manchmal hielt Abendfeuer es für wichtig, die Stimmung im Clan auszumachen. Und da war eine Versammlung genau das Richtige.
Der Kater ließ seinen Blick über die Katzen schweifen. Jene die mit Fichtenstern gegangen waren hatten unterschiedlich starke Verletzungen davon getragen. Natürlich war Abendfeuer davon ausgegangen, schließlich handelte es sich um ein Grenzgebietskonflikt. Und um die Sicherung des Überlebens des GlutClans im Winter. Doch was sein Erzeuger Fichtenstern erzählte war fern ab seiner Vorstellungen.


Der Anführer sprach davon den WurzelClan da zu treffen wo es ihnen weh tat, aber nie im Leben hätte er gedacht, dass sie sich an dem Heiligtum eines anderen Clans vergriffen. Aber nicht, dass sie dieses markiert hätten oder besudelt. Sie hatten es zerstört. Ein Gedenken an die Ahnen! Und nun spottete er auch noch über die Erinnerungen an liebevolle Eltern oder vielleicht gar starke, ebenbürtige, Krieger. Abendfeuers Augen weiteten sich leicht und die Ohren zuckten eine Mäuseschwanzspitze zu den Seiten.
Die Katzen des GlutClans reagierten entsprechend, jede für sich. Doch gab es auch andere die Irritiert waren durch die Aussage seines Erzeugers?
Abendfeuer lauschte und suchte.
Schließlich sprach Fichtenstern weiter. Er sprach von einer Lektion die sie ihnen erteilt hatten trotz der plötzlichen Unterstützung Seitens Schneestern.
Schneestern? Was hatte sie dort zu suchen? Hatten die Ahnen sich doch bei ihr gemeldet?, wunderte sich der rot-orangene Kater.
Zeit um ausführlich darüber nach zu denken blieb ihm aber keine. Denn Fichtenstern preiste bereits Rotnase's Sieg bei dem sie Schneestern zwei – ganze zwei Leben – geraubt hatte. Er wusste, dass es in Ordnung war wenn sie in einem Kampf ein Leben nahmen, wenn der andere nicht ging. Dies war ihr Gesetz, ihre Philosophie. Aber... Zwei?
Sein Blick glitt zu Rotnase, die vor Stolz und Selbstbewusstsein zu strotzen schien. Irgendetwas gefiel Abendfeuer nicht so ganz. Es reichte, dass es unter seinem Fell kribbelte und die Schwanzspitze zuckte leicht.


Fichtenstern schloss seine Ausführung, dass Distelstern und Schneestern Leben gelassen hatten und er darum davon ausging, dass sie den GlutClan zukünftig in Ruhe lassen würden. Und er stachelte den Clan an. Da ihnen der Schlangenfelsen nun gehörte, könnten sie ruhig weitere Grenzen übertreten für Beute.
Lange lag sein Blick auf Fichtenstern, bevor er ihn langsam senkte. Für Beute Grenzen übertreten? Zum Lichthain und Ahnenbaum hin?
Es klang irgendwie falsch.
Der Blick Abendfeuers blieb auf Aschesturm hängen. Der dunkle, langfellige Kater hatte vor kurzem erst seinen Bruder verloren. Und dies durch den Clan selbst. Abendfeuer war sich nicht sicher was genau passiert war, doch glaubte er, dass diese Bürde schwer sein musste. Der Clan mochte Familie sein, doch ersetzte er nicht die engsten unter ihnen.
Wie seine Gedanken wohl bezüglich des Umstandes waren? Er wirkte nicht, als würde er mit den anderen Feiern. Ihre Euphorie zu teilen. Der Kater wirkte distanziert, anteilnahmslos und in seinen Gedanken versunken.


Abendfeuer erhob sich schließlich, glitt leise hinter den anderen Katzen zu Aschesturm. Dieser hatte sich, genau wie er außerhalb positioniert gehabt. Als sie keine halbe Schwanzlänge mehr trennte, ließ sich Abendfeuer wieder nieder. Er schwieg und betrachtete noch immer die anderen. Zwischen beiden Katern lag lediglich der Atemzug, den sie tätigten.
Es dauerte noch mehrere Herzschläge bis Abendfeuer leise sprach, so leise, dass nur er es hörte: “Ich bedaure deinen Verlust.“ Sein Blick glitt zu ihm, für einen kurzen Moment, bevor er ihn blinzelnd wieder abwandte.
Die Pause zwischen ihnen blieb kurz, denn er wollte die Aufmerksamkeit nicht auf sie ziehen und so maunzte er weiter: “Viele scheinen zu Feiern was passiert ist. Aber feiern sie das Ergebnis oder den Ablauf?“
Sein Schwanz strich über den Boden, während die Pfoten ihn vorsichtig kneten, als hätte sich die Konsistenz des Gesteins verändert. Ich frage mich, ob dies wirklich der Weg und der Wille Fichtensterns war., dachte er und zog die Lefzen etwas nach hinten. Aschesturm bedachte er keines Blickes, bis er mit ihm sprechen würde. Er wollte den Kater nicht drängen, aber auch nicht weichen. Zwei Leben.. Das sind zwei Katzen. Und zwei Katzen sind viel, allein eine die ihr Leben im Kampf lässt ist oft ein Opfer zu viel. Und die anderen Clans denken nicht wie wir. Sie lassen uns ziehen, statt nach zu setzen.
Aber hatte Rotnase nachgesetzt? Oder war Schneestern, eine Anführerin, einer Kriegerin gegenüber so hilflos unterlegen gewesen? War der GlutClan wirklich so stark? Natürlich freute es ihn irgendwo und erfüllte ihn mit stolz. Hatte er doch von klein auf gesagt bekommen wie stark ihr Clan sei und dass er von zwei der stärksten Krieger abstammte.
Aber zwei Leben?
Kurz schüttelte sich Abendfeuer, bevor er schließlich doch Aschesturm ansah und seinem Kopf eine Gedenkpause einlegen lassen wollte.



@Fichtenstern @Aschesturm Erwähnt: @Rotnase @Schneestern
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Brandnarbe

BrandnarbeHeilender Zorn
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06.04.2026, 22:48
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Nachlässigkeit im Fell

Brandnarbe hatte seit ihrer Rückkehr kaum einen Atemzug ungenutzt verstreichen lassen. Der beißende Geruch von Blut, Matsch, nassem Fell und zerdrückten Kräutern hing schwer in seinem Bau und kroch ihm längst in jede Falte seines zerzausten Pelzes.

Dämmerbiss. Bergviper. Noch ein Kratzer hier, ein tieferer Riss dort. Zähne hatten Fleisch gefunden, Krallen hatten Sehnen gestreift, und über allem lag jener schmutzige, metallische Nachhall eines Kampfes, den nur Katzen kannten, die oft genug mitten hindurchgegangen waren. Brandnarbe hatte die Wunden versorgt mit der gleichen rauen Gründlichkeit, mit der er alles tat. Ohne unnötige Beschwichtigungen, ohne süße Worte. Schmerz war Schmerz, und wer lebte, konnte ihn aushalten. Doch als endlich die dringendsten Verletzungen versorgt waren und Fichtensterns Ruf durch das Lager rollte, hob der rotbraune Heiler den schweren Kopf.

Er trat aus seinem Bau, langsam genug, um nicht nach Eile auszusehen, aber entschieden genug, dass jedem klar war, dass er gekommen war, weil er es wollte, nicht weil irgendwer ihn herbeizitiert hatte. Er war Fichtenstern treu ergeben, doch wenn es für ihn Pflichten zu erfüllen gab, wie die Verletzungen seiner Gefährten zu versorgen, sah er keine Notwendigkeit darin sofort zu eilen, sofern es nicht explizit von ihm verlangt wurde. 

Das Gewitter draußen warf bleiche Blitze über die Felsen, und für Herzschläge wirkte die Lagerhöhle wie mit kaltem Sternenlicht zerschnitten. Brandnarbes bernsteinfarbene Augen glitten über die Versammlung, nahmen Haltung, Mimik, Gerüche auf. Stolz. Blutrausch. Erschöpfung. Übermut. Und darunter, feiner, aber für ihn deutlich genug: Unruhe. Zweifel. Schmerz, der nichts mit aufgerissener Haut zu tun hatte. Doch er empfand nichts davon. Er nahm es war, doch konnte es nicht genauso nachvollziehen.

Fichtenstern begann zu sprechen, und Brandnarbe blieb abseits, breitbeinig, die Narbe an seiner Flanke wie ein dunkles Brandmal unter dem zuckenden Licht. Sein Blick ruhte zuerst auf dem Anführerfelsen, dann auf den Katzen darunter. Er hörte jedes Wort. Die Schlangenfelsen. Der Ahnenbaum. Die zerstörten Kerben. Braunellensterns Rückzug. Schneesterns verlorene Leben. Jubel brandete auf wie Feuer, das durch trockenes Gras fraß, und ein Teil von Brandnarbe verstand ihn nur zu gut. Stärke musste gezeigt werden. Schwäche lud Feinde ein. Wer mit Zähnen drohte, musste bereit sein, zuzubeißen. Das war keine neue Weisheit. Das war das, woran er glaubte. Ein Grundsatz. Dennoch verzog sich seine Lefze kaum merklich, als Fichtenstern davon sprach, die Grenzen künftig noch lockerer zu nehmen. Sieg war eine Sache. Sich im Rausch des Sieges selbst die Augen auszukratzen, eine andere.

Sein Blick streifte Eisbrecher, dessen Belustigung wie Funken aus jedem Muskel sprang. Der steingraue Kater schien die Nachricht zu trinken wie frisches Blut. Brandnarbe kannte diese Sorte Kater. Krieger, die im Kampf nicht nur Pflicht sahen, sondern Erfüllung, Spiel, fast schon Verheißung. Daneben Loderblick, versorgt mit seiner Paste, doch trotz des Sieges so unerquicklich wie eine verdorbene Maus. Brandnarbe sah das Humpeln, die Spannung in der Schulter, das dumpfe Brennen von etwas, das tiefer ging als die Bisswunde. Alter nagte nicht erst dann an einem Kater, wenn die Knochen nachgaben. Manchmal begann es früher, in jenen Momenten, in denen der eigene Körper noch gehorchte, aber nicht mehr mit derselben Leichtigkeit. Eisbrecher sprach ihn an, Loderblick knurrte zurück, und Brandnarbe musste beinahe schnauben. Zwei Krieger, die einander besser lesen konnten als den halben Clan und trotzdem lieber mit den Krallen als mit der Zunge tasteten. Als Loderblick von Rauchwolke sprach, von dem beinahe getöteten WurzelClankater, huschte ein dunkler Glanz durch Brandnarbes Augen. Beinahe tot war eben nicht tot. Und beinahe reichte oft, um später erneut Blut zu kosten.

Weiter vorn johlten Fuchspfote und Eichhornpfote, aufgekratzt bis in die Schweifspitzen, jung genug, um in der Erzählung mehr Glanz als Schmerz zu hören. Brandnarbe sah Fuchspfotes leuchtende Augen, hörte die hämischen Rufe über die Wurzelhirne und erkannte darin jene gefährliche Mischung aus Stolz und Naivität, die junge Katzen so leicht in die Zähne des Lebens laufen ließ. Eichhornpfote war kaum besser. 

Dann blieb sein Blick an Aschesturm hängen. Der dunkle Kater saß am Rand wie ein grauer Stein. Von ihm ging keine Begeisterung aus oder ein zustimmendes Knurren, nicht einmal die kalte Gleichgültigkeit vieler anderer. Da war etwas Schärferes. Etwas, das nach aufgerissener Erinnerung roch. Brandnarbe wusste, dass Trauer eine Katze verändern konnte. Sie machte manche still, andere wahnsinnig, die meisten beides abwechselnd. Brandnarbe kannte das Gefühl jedoch selbst nicht, nur von Beobachtungen. Wolfsnachts Verrat hing noch immer wie ein fauliger Schatten über dem Clan, und Aschesturm war Bruder eines Toten. Brandnarbe beobachtete, wie Abendfeuer sich zu ihm setzte, leise, ohne Aufsehen, wie eine Pfote, die prüfte, ob Eis noch trug. Das entging ihm nicht. Abendfeuer war einer von denen, die dachten, auch wenn sie schwiegen. Solche Katzen waren nützlich. Oder gefährlich... Oft entschied nur der Wille der Ahnen, was aus ihnen wurde.

Als die ersten Stimmen lauter wurden und Fichtensterns Pause den Clan zum Reagieren einlud, hob Brandnarbe schließlich selbst den Kopf. Seine Stimme war nicht die lauteste im Lager, aber sie trug mit jener schroffen Wucht, die keine Wiederholung brauchte. „Freut euch über den Sieg, aber verwechselt ihn nicht mit Unverwundbarkeit.“ Der Satz schlug ein, wie ein Stein in flaches Wasser. Brandnarbe ließ den Blick über die Versammelten gehen, ohne jemanden zu schonen. Über Fuchspfote. Eichhornpfote. Eisbrecher. Loderblick. Rotnase. Bis hinauf zu Fichtenstern.

Sein Schweif zuckte einmal hart gegen den Boden, wie der Hieb einer Rute. Er wandte den Kopf leicht zu Rotnase, und in seiner Miene lag kein warmes Lob, sondern die harte Anerkennung einer Katze, die wusste, was es hieß, im Kampf wirklich zu treffen. „Rotnase hat Stärke bewiesen. Das kann keiner kleinreden. Die Anführerin eines Clans zu besiegen, Leben zu nehmen... das ist kein Zufall und kein Glück allein.“

Brandnarbe verstand den Sieg. Er verstand die Notwendigkeit. Auch verstand er die Stärke... aber nicht das hier. Seine Lefze zuckte kaum sichtbar. Fichtensterns Worte über die Grenzen ließen seinen Blick schmal werden. Es war nicht wegen dem Angriff selbst, viel eher wegen dem, was daraus gemacht wurde. Das war kein klares Zeichen von Überlegenheit. Das war Nachlässigkeit im Fell eines Siegers. Sein Blick streifte Eisbrecher, dessen Belustigung wie Funken aus jedem Muskel sprang. Ein Kater, der Kampf nicht nur verstand, sondern suchte. Nützlich. Solange er geführt wurde. Daneben Loderblick, sein Bruder. Der Körper noch angespannt, der Schmerz frisch unter der Haut. Aber es war nicht die Wunde, die Brandnarbe interessierte. Es war das andere. Der Bruch im Blick. Die Unruhe. Vielleicht ein Krieger, der merkte, dass ihm etwas entglitt. Beinahe tot war eben nicht tot. Und beinahe reichte nicht. 

Brandnarbe hob schließlich den Kopf und krächzte: „Freut euch über den Sieg, aber verwechselt ihn nicht mit Stärke.“ Seine Stimme schnitt durch das Lager, allerdings nicht laut, aber schwer genug, dass sie nicht ignoriert werden konnte. Sein Blick ging über die Katzen. „Stärke zeigt sich nicht darin, wie weit man geht.“ Ein kurzer Atemzug. „Sondern darin, wann man aufhört.“  Sein Schweif schlug einmal hart auf den Boden. „Dämmerbiss und Bergviper liegen nicht in meinem Bau, weil wir schwach waren.“ Sein Blick wanderte über die Versammlten. „Sondern weil jemand entschieden hat, dass es nicht reicht.“ Jeder der eins und eins zusammen zählen konnte, wusste, wohin es zielte. Sein Blick wanderte zu Rotnase. „Rotnase hat viel für den Clan getan.“ Er machte eine kurze Pause. Er schätzte die Stärke der Kriegerin, wirklich. „Entschlossen. Effektiv.“ Dann wurde sein Blick wieder hart. „Aber wer mehr nimmt, als notwendig ist…“ Eine kurze Pause. „…der sorgt dafür, dass es zurückkommt.“ Seine Augen glitten durch die Reihen.

„Ein Kampf ist kein Rausch.“ Seine Stimme wurde tiefer. „Er ist eine Entscheidung.“ Ein Blitz zuckte durch die Höhle. Seine Narbe leuchtete kurz auf. „Und wer nicht mehr unterscheiden kann, wann er kämpfen muss…“ Ein leises Knurren lag unter den Worten. „…und wann er es lässt…“ Sein Blick hob sich leicht. „…der wird irgendwann nicht mehr entscheiden dürfen.“ Dann sagte er einige Herzschläge nichts. Sein Blick wanderte zu Fichtenstern.  Brandnarbe setzte sich nicht. Er blieb stehen.


Angesprochen: @Fichtenstern, @Rotnase, alle Anwesenden
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Rotnase

Rotnase
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06.04.2026, 23:57
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with no consequence I will do it again

Rotnase saß nicht weit vom Anführerfelsen entfernt, das Kinn leicht erhoben, um ihrem Anführer die volle Aufmerksamkeit überbringen zu können. Es war störend, wie laut manche Katzen Freude zeigten. Wie offen und roh zugleich. Fuchspfote mit seinem kaum gebändigten Überschwang, Eichhornpfote, die beinahe aus ihrem Pelz zu platzen schien und Eisbrecher, in dessen Blick dieses unruhige, fiebrige Funkeln lag, als wäre jeder Kampf für ihn weniger Pflicht als Verheißung.

Die Kriegerin ließ ihren Blick nur flüchtig über sie gleiten, ohne die Ruhe in ihrer Haltung aufzugeben. Sie musste nicht grölen oder gar lachen, nicht mit den Pfoten gegen Stein schlagen wie irgendein mäusehirniger Jungkrieger, dem man ein Stück Beute vor die Nase geworfen hatte. Sie wusste auch so, was sie getan hatte. Wusste, wie Schneesterns Leben unter ihren zwei Kiefern nachgegeben hatten. Eins, dann vermutlich noch eins. Hoffentlich noch viele mehr. Es war kein Zufall gewesen, auch keine unkontrollierte Raserei, wie schwächere Köpfe vielleicht glauben mochten. Schneestern hatte sich ihr entgegengestellt und Rotnase hatte sie gebrochen. So einfach war das, so einfach für jemanden wie sie.

Fichtensterns Worte rollten durch die Höhle, schwer vor Stolz, und ein kaum sichtbares Zucken glitt über ihre Lefzen, als er ihren Namen nannte. Nicht Eitelkeit, nicht ganz. Eher dieses tiefe, dunkle Behagen, das sich einstellte, wenn Stärke gesehen wurde. Der Clan sollte hören, was geschehen war. Sollte wissen, dass Schneestern gefallen war, dass mindestens zwei Leben im Dreck des Ahnenbaums versickert waren, weil die Schildpattfarbene sie sich genommen hatte. Es war gut, dass Fichtenstern es aussprach. Noch besser, dass er es feierlich tat. Manche Siege verdienten keine Bescheidenheit. Manche mussten wie Zähne gezeigt werden, damit auch der Letzte begriff, wem er folgte und wem er besser nicht im Weg stand.

Sie spürte die Blicke. Natürlich tat sie das. Fuchspfotes glühende Bewunderung war so plump wie erwartbar, Eisbrechers Anerkennung schärfer, interessanter, und Loderblicks Blick streifte sie anders. Nicht nur stolz, nicht nur zustimmend - da lag etwas darin, das genauer hinsah, als ihr lieb sein musste, und für einen Herzschlag blieb Rotnases Schweif ganz still. Nicht, weil es sie beunruhigte - nur weil sie das Gefühl mochte, wenn jemand begriff, dass hinter einer Tat mehr steckte als Kraft allein. Loderblick war alt genug, um zu wissen, wann etwas zu glatt war. Zu sicher, zu sauber. Doch selbst wenn er etwas ahnte, was wollte er damit anfangen? Eine Ahnung war längst keine Wahrheit. Also ließ sie den Blick in Folge dessen an ihm vorüberziehen. Ohne Hast oder Anerkennung, als wäre er nur einer von vielen.

Viel interessanter waren ohnehin die anderen, die nicht jubelten. Die nicht sofort im Lärm untergingen. Aschesturm saß wie eine schlecht verheilte Wunde am Rand der Versammlung. Still in sich zusammengesunken, als könne er das, was hier gesagt wurde, nicht ganz verwerten. Abendfeuer, der sich leise zu ihm gesetzt hatte, gefiel ihr in diesem Moment kaum besser. Zu still, zu wach, zu sehr mit Gedanken beschäftigt, wo andere sich längst vom Rausch des Sieges hatten tragen lassen. Solche Katzen standen selten offen gegen den Clan. Sie standen daneben und warteten. Ja, sie verabscheute dieses halbherzige Zögern fast mehr als offenen Widerstand.

Als die Stimme des alten Heilers ertönte, machte sich die Kätzin keinerlei Mühe ihn zu unterbrechen. Lediglich ihre stechenden, goldenen Augen hatten abschätzend auf ihm geruht während er sprach, als hätte er ein Recht darauf, mitten in den Geschmack des Sieges seine bittere Kräuterpaste zu rühren. Freut euch über den Sieg, aber verwechselt ihn nicht mit Stärke. Stärke zeigt sich nicht darin, wie weit man geht. Sondern darin, wann man aufhört. Seine Stimme hatte schwer in der Höhle gehangen, und mit jedem Wort war etwas in ihr stiller geworden.

Für einige Herzschläge rührte sie sich nicht, ließ die Sätze zwischen den Katzen liegen und ermöglichte damit, dass der ganze Clan hörte, wem Brandnarbe gerade widersprach und wessen Tat er mit seinen vorsichtigen, stumpfen Warnungen beschneiden wollte. Dann erhob sie sich, mit langsam peitschendem Schweif. Das dunkle Rot ihres Fells strich durch das fahle Blitzlicht wie eine offene Wunde, als sie einen ersten Schritt machte. Nicht hinauf zu Fichtenstern oder dem Clan, sondern in Richtung des Katers.

Es war keine unbeherrschte Bewegung, kein unkontrolliertes aus der Haut fahren, oder ein dramatisches Aufplustern wie bei irgendeiner dummen Schülerin, die Zähne brauchte, weil ihr der Blick nicht reichte. Rotnase hielt den Kopf stattdessen aufrecht, die Schultern locker und den peitschenden Schweif tief. Sie blieb nicht sofort vor ihm stehen, nein, sie ließ sich Zeit, als gehöre der Raum zwischen ihnen längst ihr und sie müsse nur noch entscheiden, wie viel davon sie ihm übrig ließ. Erst eine halbe Schwanzlänge vor Brandnarbe kam sie zum stehen. Nah genug, dass kein Missverständnis blieb. Nah genug, dass sie den Kräuterduft seines Fells unter Blut und Regen wahrnehmen konnte und vor allem nah genug, dass die ganze Versammlung sehen konnte, wem sie die folgende Antwort wirklich gab.

"Wie interessant", kommentierte sie seine Worte schließlich spöttisch. "Du behandelst Wunden und glaubst deshalb wohl, besser als andere zu wissen, wann Blut nötig ist und wann nicht." Kein Zischen, oder fauchen, nur diese ruhige, süffisante Feststellung, die ihn mühelos herabsetzte. "Vielleicht ist das der Unterschied zwischen uns. Du siehst, was ein Kampf hinterlässt." Eine winzige, theatralische Pause folgte. "Ich sehe, was er bewirkt."

Sie trat nicht zurück - im Gegenteil - ihr Kopf neigte sich minimal und ihre Iriden fixierten die seinen herrausfordernder Natur. "Schneestern hat zwei Leben verloren, weil sie dachte, sie könnte sich einmischen und trotzdem unberührt bleiben. Weil sie geglaubt hat, man würde bei einer Warnung aufhören." Ihre Lefzen verzogen sich kaum merklich zu einem sachten Lächeln. "War wohl ein Irrtum ihrerseits."

"Du sprichst davon, dass etwas zurückkommt, Brandnarbe", begann sie nach kurzem Schweigen, "als wäre das eine Drohung, die mich oder sonst jemanden beeindrucken sollte." Nie hätte ein Heiler sie beeindrucken können. Nicht einmal einer ihres Clans. Kräuter sammeln und zählen konnte immerhin jeder, das war nichts besonderes. "Aber vielleicht solltest du dich fragen, weshalb du glaubst, Fichtenstern damit nicht längst gerechnet."

Noch immer wich sie nicht, ließ ihm weder freundliche Distanz, noch bequeme Luft zum atmen. Nur diese ruhige Nähe, die beinahe höflich blieb und gerade dadurch wirkte, als könnte sie jederzeit in etwas anderes kippen, wenn die Schildpattfarbene es wollte.

Ihr Blick senkte sich für einen Moment zu seiner Brust und hob sich dann wieder in seine Augen. "Wer mehr nimmt, als notwendig ist, sorgt dafür, dass es zurückkommt", wiederholte sie seine Worte in einem süßen Tonfall voller unterschwelligem Spott. "Vielleicht", sprach sie einen Ton sanfter, "oder vielleicht sorgt er einfach dafür, dass niemand vergisst, wer es war. Hat das Alter dich etwa so vergesslich werden lassen, dass du nicht einmal mehr weißt, dass wir unsere Feinde auch töten, wenn sie uns keine andere Wahl lassen?"

Erst jetzt ließ sie langsam den bedrohlich anmutenden Blick von ihm gleiten. Stattdessen flog er über die Katzen hinter ihm, über die Versammlung, über all jene, die gerade zu genau hingesehen hatten. Fuchspfotes glühende Bewunderung, Eisbrechers scharfes Funkeln, Loderblicks wacher, unangenehm kluger Blick, Abendfeuers stilles Grübeln, Aschesturms hartes Schweigen. Rotnase sah sie alle, nahm sie auf, speicherte sie dort, wo sie alles ablegte, was später einmal nützlich werden konnte.

"Stärke zeigt sich nicht darin, wann man aufhört", miaute sie dann, ohne Brandnarbe noch direkt anzusehen. "Sondern darin, ob andere einen überhaupt dazu zwingen können. Und bisher", setzte sie mit einem dünnen Grinsen an und kam ihm mit angespannten Körper gefährlich nahe, "ist das niemandem besonders gut gelungen und jeder der dem GlutClan im Wege steht, wird dies zu spüren bekommen."


@Fichtenstern @Eisbrecher @Loderblick @Brandnarbe @Eichhornpfote @Fuchspfote
Alias — Moxxie
Moxxie ist Offline
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Fichtenstern Lager des GlutClans, Haupthöhle


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