Cursed heart seeks shelter
Sie war dankbar und froh darüber, dass Zahn ihr so aufmerksam und ruhig zuhörte. Er mochte etwas... verschroben wirken aber... Er hat so ein gutes Herz. Auch diesem Grund wollte Pech so wenig Unglück wie möglich über diesen Ort bringen.
Als sie verstummte, schien er seine Pflicht zu sehen, etwas zu sagen. »Zahn versteht. Viel Tod, viel Leid um Pech herum..Wer Katzen verliert, den ereilt schlechtes Glück?« , fragte er ruhig. Stumm nickte Pech während sie ihren olivfarbenen Blick gesenkt hielt. »Es muss schlimm sein. Auch Zahn hat natürlich schon Katzen verloren. Lehm, sein ehemaliger Mentor und viele Katzen, die Hilfe brauchten, konnten nicht mehr gerettet werden« , erklärte er. Sie hob ihren Blick zögerlich, musterte seine bernsteinfarbenen Augen. Wollte er, dass sie sich... nicht allein mit solchem Unglück fühlte...? Für einen Bruchteil eines Herzschlags senkte sie ihren Blick bevor sie ihn wieder hob und Zahn einmal dankbar anblinzelte.
»Zahn behandelt alle Katzen, will helfen und Gutes tun mit seinem Wissen. Es schmerzt, wenn eine Katze es nicht schafft, nicht gerettet werden kann oder auch will« , miaute er. Die Kätzin hob ihren Kopf ein wenig an. Es gab Katzen, die sich nicht helfen lassen wollten? Mitgefühl regte sich in ihr als sie den dunklen Kater ansah. "Das tut mir leid, Zahn..." , maunzte sie leise. »Der Tod wird niemals einfacher, er schmerzt immer und immer wieder« , fuhr er mitfühlend fort und schien sie mit seinem Schnurren zusätzlich beruhigen zu wollen.
Die Kätzin war ihm dankbar für seinen Versuch, sie zu beruhigen, ihr Kraft zu schenken und ihr zu zeigen, dass sie nicht allein mit solchen Erlebnissen war. "Es ist lieb von dir, dass du mir helfen möchtest, Zahn..." , setzte Pech an bevor sie leicht den Kopf schüttelte. "Ich glaube nicht, dass du mir hierbei helfen kannst."
Leicht drehte sie den Kopf zu einem der Lavendelstängel und atmete einmal tief den Geruch ein, um ihre steigende Unruhe zu beruhigen. Die Kätzin atmete einmal durch bevor ihr olivfarbener Blick zu dem dunklen Kater zurückwanderte. "Ich... bin Schuld an ihren Toden." , miaute sie leise während sich ihr Blick senkte. Ihre Ohren legten sich langsam an während sie ihren Schweif enger an ihren Körper zog. Wie sollte sie das nur erzählen?! Sicher würde er sie fortjagen sobald er die Wahrheit kannte!
"Ich war 1 Mond alt als ich mit meiner Großmutter einen Spaziergang gemacht hab. Ich war von den Gerüchen abgelenkt und deshalb bemerkte ich die Ratte zu spät. Wurzel, meine Großmutter, wurde in die Kehle gebissen als sie mir helfen wollte und starb noch am selben Ort." , begann die Streunerin zu erzählen. Das mochte ein unglücklicher Zufall sein. Doch... Das ist ja erst der Anfang. Wie viele Zufälle konnte es geben? Denn einst hatte Pech auch an Zufälle geglaubt. Mit der zunehmenden Menge an Todesfällen, die sich in ihrer Nähe ereigneten, nicht mehr. "Mein Großvater war der nächste. Ich bin ihm oft hinterher gelaufen, weil mir nach Wurzels Tod etwas gefehlt hatte und folgte ihm auf eine Jagdeinheit. Ich sah ein Eichhörnchen auf einem hohen Ast, wollte hochklettern aber Lehm hielt mich zurück. Ich hab meinen Großvater, Lehm, beobachtet wie er dort hochkletterte, sich abdrückte und mit den Hinterläufen abrutschte. Er versuchte sich an Ästen festzuhalten, riss sich zwei Krallen aus und... brach sich beim Aufprall das Genick." Ihr Nackenfell stellte sich unwillkürlich auf. Das Geräusch würde sie niemals vergessen. "Daraufhin... bin ich... meine ältesten Bruder, Schiefer, überallhin gefolgt. Er war mein großes Vorbild und... ich war 3 Monde alt als ich einen Schmetterling jagte für meine Mama. Der Schmetterling lenkte mich so ab, dass ich den Schatten nicht bemerkte bevor ein... schriller Schrie ertönte. Die Klauen hätten mich erwischen sollen doch... Schiefer war immer da, auch dieses Mal. Er kämpfte gegen den Habicht aber der Vogel war stärker. Er verletzte Schiefer einige Male gefährlich und tödlich bevor er davonflog. Und Schiefer starb an den Verletzungen." , flüsterte sie zum Ende hin. Leicht atmete sie durch. Ihre Atmung zitterte leicht. Es tat tatsächlich gut... über die Tode ihrer Familie zu sprechen. Doch mit wem... hätte sie... bisher darüber reden sollen...? "Farn war meine ältere Schwester, sie war nach Schiefers Tod immer da und wir machten einen gemeinsamen Spaziergang. Da trennt sie sich nur kurz von mir wegen einem Hasen, ich ging weiter und bemerkte erst Fuchslängen später, dass sie nicht mehr da war. Also suchte ich sie und fand sie in... einer von diesen... Zweibeinerfallen. Ihre Augen waren offen aber blicklos und sie reagierte nicht als ich sie mit der Pfote anstupste... Schlamm, mein impulsiver, neugieriger, älterer Bruder ging mit mir auf einen Spaziergang beim Zweibeinerort. Da trat uns ein großer Hund entgegen, wir liefen weg aber ich war erst 5 Monde alt, ich war langsamer also drehte Schlamm um, befahl mir weiterzulaufen und warf sich dem Hund entgegen. Vor Schreck blieb ich stehen und sah zu, wie brutal der Hund und Schlamm gegeneinander kämpften. Der Hund schloss die Kiefer um Schlamms Genick und warf seinen Kopf hin und her, sodass auch... Schlamms Genick..." Pech brach ab aber sie musste sicher nicht weitersprechen. Sicher konnte Zahn es sich schon denken. Ob er das Muster inzwischen erkannte? Bei allen Todesfällen war Pech anwesend gewesen. Der Gedanke eines Fluchs lag nah. Verdammt nah. In ihren Augen konnte es gar nicht anders sein. "Rinde ist auch ein älterer Bruder gewesen, der mich vor Strafen geschützt hat. An diesem Tag wollte er mir Jagdtechniken beibringen und dabei wurden wir von einem jungen Fuchs angegriffen. Er stürzte sich auf mich doch Rinde ging dazwischen, stellte sich schützend vor mich und steckte viele, tiefe Verletzungen ein bis der Fuchs floh. Aber... Rinde starb noch am Kampfort... An diesem Tag kam mir erstmals der Gedanke, dass meine Geschwister und meine Großeltern noch leben könnten, wenn... ich... nicht... gewesen wäre... und dass... ich... verflucht sein könnte..." , fügte sie zum Ende hin leiser hinzu während sich ihre Ohren ein wenig weiter anlegten. "Nur Tage nach Rindes Tod wollte Distel, meine ältere Schwester, mich auf andere Gedanken bringen, ging mit mir am Zweibeinerot spazieren und dort wurden wir von Zweibeinern angegriffen. Distel befahl mir, mich zu verstecken und den 3 Zweibeinern konnte sie nicht ewig standhalten also... wurden ihre Bewegungen schwerfälliger bis sie nach und nach erschlaffte und sich nicht mehr rührte. Erst dann verschwanden die Zweibeiner. Letzten Mond dann... hat Mama mir Kampftechniken beigebracht und auch das Jagen, als ich 7 Monde alt wurde, hab ich gelernt, wie sehr ich Klettern mag. Also kletterte ich und beobachtete meinen Vater, der ein Kaninchen jagte. Aber er näherte sich dabei immer mehr dem Donnerweg, wurde darauf... von einem Monster erwischt als ich nach ihm rief, um ihn zu warnen. Meine Mutter war die Nächste... Wir jagten gemeinsam, kamen zu einem Flusslauf und jagten am Ufer doch dann bin ich weggerutscht und in den Fluss gestürzt. Ich konnte nicht schwimmen, hab es nie gelernt und Mama sprang mir nach. Sie wollte mich aus dem Wasser ziehen, wir wurden vom Fluss weggetragen und sie ertrank während ich... überlebte..." Pech brauchte ein paar Herzschläge, um sich wieder zu fangen. Schließlich ging es hierbei um Moos, um ihre geliebte Mutter. Sie schluckte einmal bevor sie sich bereit fühlte, von den letzten Toden zu erzählen. "Blatt und Schwefel blieben, das waren meine Wurfgeschwister. Wir zogen allein umher, ich jagte für uns drei und während ich eines Tages jagte, fand Blatt... hellrote Beeren, die sie wohl appetitlich fand." , fuhr sie fort. Sicher konnte sich Zahn denken, welche es waren. Todesbeeren. Die Samen darin waren tödlich für eine Katze, die nach dem Verzehr innerhalb weniger Herzschläge sterben würde. "Sie... ist gestorben wohl ich ihr zu helfen versucht hab. Und vor Kurzem erst kamen wir in dieses Gebiet, jagten im dichten Mischwald, wo Schwefel und ich von einem Dachs angegriffen wurden. Er wurde getötet und ich... ich konnte nur entkommen... weil... eine Patrouille von einem der WaldClans auftauchte. Ich hab mich nicht mal von Schwefel verabschieden können..." , murmelte sie zum Ende hin. Ihr wurde das Herz schwer als sie an ihren getöteten Bruder dachte.
Leicht atmete Pech durch bevor sie ihren olivfarbenen Blick wieder hob. "Siehst du jetzt, Zahn...? Ich... ich bin... verflucht... deshalb... ziehe ich... schlechtes... Glück an..." , miaute sie mit leicht zitternder Stimme.
Alias — Jacky
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