Reached the breaking point
Irgendwie hatte der dunkle Pelzträger sich seinen Weg gebahnt. In seinen Ohren hallte so viel Wieder. Die Geräusche des Kampfes, das versuchte Danke – zumindest glaubte er es war ein Danke – des Fuchses und die Stimme die vom rufen des Waldes sprach. Und wie er beobachtet wurde.
Der Kater schüttelte sich, als er wieder stolperte. Die Pfoten schmerzten ihm, brannten. Seine Nase und sein Nacken schmerzten. Die Blutung auf der Nase schien aufgehört zu haben, doch am Nacken konnte er es nicht sagen. Er glaubte Fichtenstern hatte ihn ziemlich übel dort erwischt. Und dann fiel ihm noch das Atem schwer. Obwohl der Anführer des Glutclans gar nicht so aussah, war er nicht gerade ein Leichtgewicht. Gebrochen war sicher nichts. Und dennoch fühlte es sich beengt an.
Langsam kam das Lager in Sicht. Erleichterung, Freude. Oh, seit wann haben wir denn zwei Eingänge? , murmelte es in seinem Kopf. Er torkelte nach Links. Dann korrigierte er doch wieder nach rechts. Vielleicht sollte er einfach die goldene Mitte nehmen? Ein heiseres, leeres Kichern.
“Gleich kann ich ja schlafen.“ , maunzte er mit seinen Schritten durch den Eingang und hinein. In den Ohren schien es nun nur noch zu rauschen. Hatte Fichtenstern ihn da auch getroffen? Eigentlich dachte die Nebelkrähe ja, dass sie dem Anführer eine Erinnerungsmarkierung verpasst hatte.. So langsam war er sich nicht mehr sicher.
Desorientiert suchte er den Heilerbau.
“Fliegende Schlangen... Du musst Gift spuckende gemeint haben, SILBERLUCHS!“ Den Anfang murmelte er, sprach dann lauter und rief den Namen bevor er noch einmal auflachte. Das Lachen brannte, zerrte an seinen Muskeln.
Es brauchte mehrere Atemzüge, in denen er wackelnd und zitternd da stand bevor er weiter schlich.
Am Ende stolperte er bei Lavendelschleier hinein mit einem halb munterem: “Hallo! Hier bin ich, wie gewünscht.“ Der Kater prallte gegen eine Wand bevor er noch versöhnlich grinsend meinte: “Ich schlaf dann mal etwas. Ich vertraue dir.“ und ließ sich zu Boden fallen.
Seine Kraft war nun gänzlich aufgebraucht.
Genüsslich streckte der Kater die Beine von sich und gähnte dabei. Als ein ungewöhnliches Geräusch an seine Ohren drang, öffnete er schmatzend die Augen und sah zunächst verwirrt, als er den Bau nicht erkannte.
Nebelkrähe wollte sich aufrichten, doch die Glieder fühlten sich so schwer an, dass er den Kopf wieder zurück sinken ließ. Da erklang eine Stimme, die alle Aufmerksamkeit an sich riss und seinen vollen Fokus erhielt. Erschrocken schnellte der Kopf samt Körper doch in die Höhe, so dass der dunkle Kater nun aufrecht lag. Seine Muskeln antworteten mit einem brennendem Schmerz. Und mit weit geöffneten Augen starrte er zwei Katzen entgegen, denen er eventuell nicht so schnell begegnen wollte.
Braunellenstern und Rindenseele.
Lange starrte Nebelkrähe sie an, blinzelte und hielt still als würde er nicht existieren. Das ist albern, Nebelkrähe. Sie sehen dich doch eindeutig! , belehrte er sich selber. Ein schmunzeln glitt auf seine Lippen und als wären sie sich auf dem Lagergelände zufällig begegnet ließ er ein munteres und lockeres: “Oh, hallo ihr beiden.“ verlauten.
Alias — nessjas
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Die braun gescheckte Kätzin war außerhalb des Lagers gewesen. Als sie zurück ins Lager trat waren sofort aufgeregte Stimmen zu ihr gedrungen und Rindenseele kam ihr mit eiligen Schritten entgegen. Er miaute irgendwas von einem verletzten Krieger und dass er gerade in den Heilerbau gehen und nachsehen wollte, was los sei. Braunellenstern, die kurz starr vor Angst war, fasste sich schnell wieder, nickte ihrem zweiten Anführer zu vorzugehen und folgte diesem in Lavendelschleiers Bau, der so schön nach Kräutern duftete. Doch hinter dem Duft nach Kräutern konnte man leicht einen feinen Geruch nach Blut entdecken, fast verdeckt von den gut riechenden Pflanzen.
Die beiden Anführer des WurzelClans fanden den dunklen Kater sofort. Es handelte sich um Nebelkrähe, mit dem Braunellenstern, gemeinsam mit Plattgesicht, erst vor wenigen Sonnenaufgängen gemeinsam auf der Jagd gewesen ist. Seine grünen Augen blickten Rindenseele und Braunellenstern an, doch es schien mehr, als würden sie durch sie hindurch sehen. Als würde er nicht ganz glauben, sie zu sehen. Oder bildete sich Braunellenstern das nur ein?
Das Schmunzeln und die Begrüßung - locker und munter - gaben der Kätzin den Rest und sie kniff skeptisch ihre intensiven grünen Augen zusammen. Panik überrollte sie. Verdrängte Nebelkrähe nur seinen Schmerz hinter einer Fassade?
”Was ist passiert?” , fragte sie sogleich und konnte kaum Atmen vor Sorge.
Die braun gescheckte Katze ließ ihren Blick über das Fell des Katers wandern. Hier und da hatte Lavendelschleier Umschläge auf die Verletzungen des Katers geklebt, doch im Gesamten schien es Nebelkrähe schon besser zu gehen. Wie lange war das Ereignis schon her? Hatte der GlutClan wieder angegriffen? Wer war mit Nebelkrähe unterwegs gewesen? Gab es nur ihn als Verletzten? Wo hatte das Ereignis stattgefunden?
So viele offene Fragen, doch sie wollte ihn nicht sofort mit allen überrumpeln, also wartete sie mit knetenden Pfoten auf die Antwort des dunklen Katers und, ob ihr zweiter Anführer noch mehr dazu hinzuzufügen hatte. Vielleicht würde er ihr die weiteren Fragen abnehmen. Vielleicht übersah sie irgendwas, was Rindenseele jedoch auffiel? Immerhin waren sie ein gutes Team.
Alias — Kadse
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Ein Krieger war durch den Eingang des Lagers getorkelt, in seinem Fell klebte Blut, die Schritte wirkten schwer und unsicher. Sofort erkannte Rindenseele den Krieger Nebelkrähe. Was war passiert? Hatte Rindenseele ihn bei einer Patrouille eingeteilt? Nein. Hatte er zufällig gesagt wo er hingeht und mit wem? Rindenseele konnte sich an nichts erinnern.
Eilige Schritte brachten ihn zu dem Kater. „Nebelkrähe!“ sprach er ihn an. „Was ist passiert?“ fragte er besorgt, doch der Krieger ging zielgerichtet auf den Heilerbau zu, schien den zweiten Anführer gar nicht mitzubekommen. Im Eingang der Baus blieb Rindenseele stehen, der Blick von Lavendelschleier traf ihn. Ohne Worte verständigten sie sich darüber, dass er jetzt in den besten Pfoten war und man auf Antworten warten musste.
Mit einem lauten Ausatmen drehte sich Rindenseele um und setzte sich in die Nähe des Heilerbaus. Seine Augen suchten nach Braunellenstern, als würde er nicht wissen das sie nicht im Lager wäre. Aber keiner der beiden verließ es je, ohne sich vorher beim anderen abzumelden.
Ein weiteres tiefes ausatmen folgte und Rindenseele kauerte sich hin, die Pfoten unter der Brust und den Schweif um seinen Körper gelegt. Er musste wohl warten.
Das vertraute Geräusch von Schritten ließ ihn seine zum dösen geschlossenen Augen wieder öffnen. Braunellenstern betrat das Lager und ohne zu zögern lief Rindenseele zu ihr. "Ich möchte dich nicht stressen, aber..." er sah seiner Anführerin und Freundin tief in die Augen ,,du musst mit in den Heilerbau kommen". Seine blauen Augen ließen keinen Zweifel daran, dass es wichtig war.
Eilige Schritte brachten die beiden Anführer in den Heilerbau und ihre Blicke trafen den Krieger, der noch immer deutlich geschwächt in einem Moosnest lag. Auf seinem Körper fand man Spinnenweben und andere Wickel mit denen man seine Wunden versorgt hatte. Rindenseeles Blick Musterte den Kater kurz mitfühlend, ehe Braunellenstern bereits fragte, was passiert sei.
“Oh, hallo ihr beiden.“ Hatte Nebelkrähe ihnen entgegen gesprochen, seine Stimme klang überrascht, locker und munter. Eine Lockerheit, die Braunellenstern scheinbar erst recht ihre Fassung verlieren ließ. Panik stieg in ihr Hoch. Panik, die Rindenseele schon spürte, noch bevor sie sich sichtbar machte. Langsam lehnte er sich mit seiner Schulter an ihre. Sein Atem war gleichmäßig, ruhig und lud dazu ein, in seinem Rhythmus mitzuatmen.
"Erzähl uns ganz in Ruhe, was passiert ist, Nebelkrähe" ermutigte er den Krieger dann nochmal und blinzelte ihn wohlwollend und unterstützend an.
Alias — Nici
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