“Natürlich tust du das.“ , murmelte er mit einem leisen Seufzen. Wieder so eine Antwort, mit der man so wenig anfangen konnte. Was meinte er denn nun damit schon wieder? Ahornschatten wandte einen Moment lang den Blick ab, beobachtete die Katzen, die allmählich die Versammlung verließen. Dünenwind folgte seinem Blick für ein paar Herzschläge, nahm sich einen Moment zum Nachdenken, bevor ihre Augen wieder auf seine trafen.
Sein Blick wirkte prüfend, als hätte auch er Probleme, sein Gegenüber richtig einzuschätzen. Dünenwinds Schweifspitze zuckte knapp, während sie innerlich schmunzelte. Frag doch, ich bin ein offenes Blatt , dachte sie und beschloss, die Stille auszuhalten und nun ihn das Wort übernehmen zu lassen. Auch wenn sich diese Stille beinahe ins Unerträgliche auszudehnen schien. Erneut seufzte er, eine Schwere lag darin, die Dünenwind nicht recht greifen konnte. Dann endlich, kam seine Antwort. Schweigend hörte sie ihm zu, legte nachdenklich den Kopf schief.
“Nun, ich denke tatsächlich, dass schlechte Zeiten eine Familie noch näher zusammenschweißen können. Aber der WurzelClan hatte doch noch nie ein Problem mit seinem Zusammenhalt, oder?“ , begann sie und sah den Kater vor sich aufmerksam an. “Es hat mich gefreut, dass niemand Braunellenstern widersprochen hat, oder eine andere Ansicht hatte als sie. Uns stehen harte Zeiten bevor, da braucht sie unseren Rückhalt.“ Ihr Blick wanderte einen Moment lang zu ihrer Anführerin, die selbst doch kaum älter schien, als Dünenwind selber. Ein Gewicht lag auf ihren Schultern, welches sich die junge Kriegerin kaum vorstellen konnte.
Erneut legten sich ihre Augen auf Ahornschatten, sein schweigsamer Blick gab ihr das Gefühl, noch mehr sagen zu müssen.
“Ich wollte damit keineswegs andeuten, dass wir angesichts besserer Zeiten keine geschlossene Einheit sind. Es ist nur… ich glaube nicht, dass der gesamte GlutClan zu jeder Zeit hinter Fichtensterns Entscheidungen steht. Und es macht mich stolz, zum richtigen Clan zu gehören.“ Kurz ließ sie erneut ihren Blick schweifen, über die versammelten Katzen, die sich entfernten oder zu kleinen Gruppen zusammenfanden. Sie liebte diesen Clan mehr, als sie je in Worte fassen könnte. Auch Ahornschatten schien gedanklich einen Moment lang abgedriftet, als er wieder zu ihr zurückfand, lauschte Dünenwind erneut aufmerksam seinen Worten, worauf sie leicht den Kopf neigte.
“Ich habe das Gefühl, wir stehen schon mit dem Rücken vor dem Abhang…“ , murmelte sie und ließ aus, was genau sie damit meinte. Ein Schritt zurück konnte am Abhang über Leben und Tod entscheiden. Doch was tat man, wenn vor dem Abhang ausgerechnet Fichtenstern wartete? Und wie lange würde er wirklich warten? Er hatte ein Ziel vor Augen, welches Braunellenstern ihm verwehrt hatte. Und nun? Würde er darum kämpfen, daran bestand für Dünenwind kein Zweifel. Doch konnten sie wirklich gegen den GlutClan bestehen? Und das alleine? Dünenwind seufzte, beinahe zeitgleich mit dem Krieger an ihrer Seite, woraufhin sie mit einem schwermütigen Ausdruck in den Augen zu ihm aufsah.
“Das heute waren mutige Worte. Doch nun müssen wir darauf Taten folgen lassen. Ich kann nur hoffen, dass wir dafür bereit sind.“ Erneut schielte sie zu Ahornschatten hinüber, sein Blick lag mitfühlend auf Braunellenstern.
“Eine schwere Bürde…“ Dünenwind nickte ernst. Sie würde nicht mit Braunellenstern tauschen wollen…
Vom Wald gezeichnet
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Der Krieg an der Front - der Krieg hier.
Die junge Kriegerin fühlte sich ertappte, als sie Lichtfeders Pfote auf der ihrigen spürte. Doch in dem Blick der crèmefarbenen lag nicht wissen sondern Dankbarkeit. Da wurde Ulmennacht bewusst, weswegen die Pfote auf der ihrigen gelandet war. Oh, wie überaus freundlich.. murrte sie im Innern.
Auf ihr Versprechen hin nickte Lichtfeder, als wüsste sie genau was Ulmennacht gemeint hatte oder welche Bandbreite an Variationen der Hilfe möglich waren. Unkommentiert ließ sie es stehen denn bereits auf ihre darauffolgenden Worte kam die interessantere Antwort:
Lichtfeder zog trotz des Dankes ihren Kopf zurück. Sie suchte wieder Raum und versuchte diesen zu gewinnen. Natürlich begrüßte die bräunliche Katze diesen Schritt mit offenen Pfoten. Endlich wieder Abstand. Doch Ruhe brachte dies noch lange nicht.
“Vielleicht... belässt es Fichtenstern aber auch bei der Drohung...“ , vernahm ihre zuckenden Ohren das Murmeln der Rivalin. Aber nur, wenn du der Baum und Fichtenstern der Hund ist. , dachte sie belustigt. Als wenn dieser Kater es bei einer Drohung belassen würde. Dafür war er viel zu selbstsicher, gewichtete sich und seinen Clan höher als die anderen.
Oh, dieser Kater wird sicher die Krallen wetzen und sich etwas ausdenken von dem die Katzen des WurzelClans nicht einmal zu Träumen wagten. Oder konnten.
Doch Ulmennacht schwieg. Es gab Zeiten, da brachte das nachhauen nicht. Ebenso wenig das nachfragen. Und hier war ein solcher Moment.
Es war Lichtfeders leise Hoffnung und wenn sie diese nun zerschlug... Dann würde der erste Faden ihres feingesponnenen Netzes der Freundschaft reißen.
Dies wagte sich Ulmennacht nicht zu riskieren.
Schließlich miaute ihr Gegenüber, dass sie sich die Pfoten vertreten geht. Denn sie wollte längst auf der Jagd gewesen sein. Leicht nickte die Braune bevor sie noch maunzte: “Eine erfolgreiche Jagd.“ Liebevoll kam ihr das Lächeln über die Lippen während sie in den Gedanken den Satz beendete: mit einer gebrochenen Pfote .
Ihr Schweif schwenkte sanft durch die Luft, als sie sich erhob um ihrer Freundin zum Abschied noch einmal den Kopf sacht an die Seite zu schieben. “Geh lieber südlich des Lagers. Nicht dass dir noch etwas passiert.“ , raunte sie dann noch die Sorge nach. Dies würde ja auf keine Mäusehaut gehen. Wenn Ahornschatten auch noch das Krankenlager für dich Bienenhirn belagert.
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“Nun, ich denke tatsächlich, dass schlechte Zeiten eine Familie noch näher zusammenschweißen können. Aber der WurzelClan hatte doch noch nie ein Problem mit seinem Zusammenhalt, oder?“
Ahornschatten erwiderte den Blick. Dies war nichts ungewöhnlich denn Blickkontakt hielt er genauso wie die Aufmerksamkeit auf allen beteiligten lag die mit ihm redeten oder in seiner Nähe eine Unterhaltung führten. Lediglich seine Art der Beteiligung variierte wie die Beute bei der Jagd. Leicht zuckte seine Schwanzspitze in die Höhe, bevor sie sich wieder senkte und Dünenwind weiter sprach. Sie freute sich also, dass Braunellenstern den Rückhalt erhielt den sie brauchte. Ganz genau beobachtete der Kater wie der Blick Dünenwinds abwanderte und welche Regungen sich auf ihr Gesicht legte. Nicht dass er sonderlich gut war andere anhand ihrer Gestik und Mimik einzuschätzen, doch oft gab es etwas was er dann doch verstand. So klug und schnell im Verstehen wie Kastanienstreif war er sicher nicht.
Dünenwind sah ihn wieder an und er schwieg.
“Ich wollte damit keineswegs andeuten, dass wir angesichts besserer Zeiten keine geschlossene Einheit sind. Es ist nur... ich glaube nicht, dass der gesamte GlutClan zu jeder Zeit hinter Fichtensterns Entscheidungen steht. Und es macht mich stolz, zum richtigen Clan zu gehören.“
Leicht zuckten Ahornschattens Ohren. Das klang aber anders. , kommentierte er im Kopf kurz bevor er leicht blinzelte. Und was bedeutete schon zum richtigen Clan? Es war nicht so, dass Ahornschatten seinen Clan wechseln wollte. Er kannte nichts anderes und fühlte sich hier wohl und richtig. Jedoch bezweifelte er, dass es den richtigen Clan gab. Sie alle waren unterschiedlich und dies war gut. Und nicht immer passte das Individuum zur Struktur. Doch entweder fand man einen Weg der Coexistenz oder aber andere Lösungen. Der langfellige Kater konnte nicht einmal sagen ob ein Clanwechsel eine Option war. Er selbst hatte dies noch nicht erlebt.
“Ich habe das Gefühl, wir stehen schon mit dem Rücken vor dem Abhang...“ , murmelte die Freundin seiner Gefährtin auf seine Worte hin. Ihr schwermütiger Blick traf ihn, doch seiner war ruhig und fest. Denn er dachte anders. Was wenn der Abhang die Lösung war? Die Rettung? Nicht jeder Abhang bedeutete den Tod. Vielleicht einen Sturz, eine Verletzung, aber auch einen neuen Weg und neue Optionen.
Doch anhand der Reaktion Dünenwinds wusste er, wie sie dachte. Und seinen Glauben musste er ihr nicht aufzwingen. Sie war anders als er. Das war eben so.
“Das heute waren mutige Worte. Doch nun müssen wir darauf Taten folgen lassen. Ich kann nur hoffen, dass wir dafür bereit sind.“ Ihre Worte kamen kaum bei ihm an und er wurde sie erst bewusst als er seine Sorge aussprach.
Selbstbewusst, verschob der Kater die Position seiner Pfoten und hob den Kopf. “Wir werden sonst daran lernen.“ , antwortete er noch. Langsam wandte er den Kopf ab und sah wie Lichtfeder sich von Ulmennacht trennte. Wo sie hin wollte? Einige Herzschläge lang beobachtete er ihren Weg bevor die Lefzen zuckten.
Dann zuckte sein Schweif durch die Luft: “Ich verabschiede mich.“
Ein kurzes Nicken, dann wandte er sich ab und ging in dieselbe Richtung wie seine Gefährtin. Nur für einen kurzen Bruchteil eines Herzschlages trafen seine Augen die von Ulmennacht, bevor sie sich auf das was vor ihm lag richteten.
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Das perfekte Nestmaterial
Holunderzweig hob nur leicht eine Augenbraue, als Nebelkrähe sich "bequem" nannte. Ein schiefes Lächeln zog an ihren Lippen, als hätte sie genau diese Antwort erwartet. „Bequem also,“ wiederholte sie leise, der Ton irgendwo zwischen Spott und Anerkennung. „Ich nenne es immer noch langsam.“
Sein leises Bienenhirn ließ ihre Ohren kurz zucken, doch statt sich aufzuregen, blitzte nur ein amüsiertes Funkeln in ihren Augen auf. Als er sie anstubste, verlagerte sie ihr Gewicht spielerisch, fing die Bewegung mühelos ab und blieb dicht vor ihm stehen. „Pass auf, sonst fang ich gleich wieder an zu testen, wie bequem du wirklich bist,“ murmelte sie mit einem Hauch von Herausforderung in der Stimme. Vielleicht eignet er sich ja als Nest? Bei dem Gedanken daran es sich auf einem flauschigen Fell, wie seinem, gemütlich zu machen, musste Holunderzweig fast schnurren. Ein solcher Pelz war doch perfektes Nestmaterial!
Doch als Nebelkrähe weitersprach, glitt ein Teil dieser Leichtigkeit aus ihrem Blick. Für einen Moment folgte sie seinem Gedankengang, sah kurz zur großen Wurzel hinüber, wo sich der Clan noch sammelte oder bereits wieder zerstreute. Ein leises Schnauben entwich ihr.„Schon gut,“ gab sie schließlich nach, auch wenn es ihr sichtbar schwerfiel, die Spannung einfach ziehen zu lassen. „Du hast recht. Braunellenstern würde uns wahrscheinlich beide persönlich aus dem Lager jagen, wenn wir jetzt einfach verschwinden.“ Ihr Schweif zuckte, dann richtete sie ihre Aufmerksamkeit wieder ganz auf ihn.
Seine nächsten Worte ließen sie kurz innehalten. Die Beute springt ihm willig vor die Pfoten. Langsam neigte sie den Kopf, musterte ihn mit einem Blick, der irgendwo zwischen Skepsis und Neugier pendelte. „Willig, hm?“ wiederholte sie gedehnt. Ein leises, kehliges Lachen entwich ihr. „Dann bin ich gespannt, ob ich das erleben darf, ohne dass ich vorher eingreifen muss.“ Die Jüngere trat einen halben Schritt an ihm vorbei, ließ ihren Schweif dabei kurz gegen seine Flanke streifen, fast wie ein flüchtiger, unbewusster Kontakt. „Aber gut,“ fügte sie hinzu und blickte über die Schulter zurück zu ihm, „ich warte. Noch.“ Ein kurzes Funkeln. „Und wenn deine Beute wirklich freiwillig zu dir kommt…“ Sie hielt inne, ein schelmisches Grinsen breitete sich aus. „…dann will ich sehen, ob du sie auch festhalten kannst, ohne dass sie es sich anders überlegt.“
Kurz lies sie ihren Blick über ihre Clangefährten schweifen, welche sich auch auf der Lichtung befanden. Unter anderem Dünenwind und Ahornschatten fielen ihr auf, aber auch Ulmennacht und Lichtfeder. Worüber ihre Gespräche wohl handelten? Doch Holunderzweig hatte gerade wenig Interesse daran. Immerhin mochte sie Nebelkrähe wirklich gern und der Gedanke, ihn wie ein weiches Moosnest zu benutzen, schwirrte noch immer hartnäckig in ihrem Kopf herum. Schließlich hatte er selbst behauptet, bequem zu sein. Und wenn Nebelkrähe schon behauptete, bequem zu sein, dann war es wohl nur fair, das irgendwann ausgiebig zu überprüfen...
Beutefängerin
Alias — Leni
Leni ist Offline
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