teaching obedience
Die Sonne war noch nicht komplett aufgegangen und durchflutete den Nadelwald mit ihrem Licht. Fichtenstern führte die Patrouille mit seiner Schülerin, Eisvogellied und Onyxsplitter an. Sie brauchten Beute für den Clan und er wollte sehen, wie die Fortschritte von seiner Schülerin waren. »Eichhornpfote, sag mir welche Beute uns hier im Düsterwald erwartet « durchbrach der Anführer die Stille und erwartete zügig eine Antwort von der jungen Kätzin. Sie hatte bereits bei den Schlangenfelsen jagen dürfen und Fichtenstern achtete ebenfalls darauf, dass seine Schülerin von anderen Kriegern trainiert wurde, wenn er selbst nicht die Zeit dafür fand. Sie war durchaus sehr beschäftigt, hatte alle Pfoten voll zu tun. Und auch für den Abend hatte sich der Kater etwas einfallen lassen. Eichenfell würde sie zum Sonnenuntergang nochmal ausführen, um mit ihr in der Mooslichtung zu trainieren. Fichtenstern selbst brachte seiner Schülerin gerne einige Kampfzüge bei, trainierte ihre Koordination, ihre Balance, ihre Beweglichkeit. Aber mit Eichenfell würde sich Eichhornpfote heute Abend einen richtigen Trainingskampf liefern. Natürlich würde sie nicht gewinnen, doch auch aus einer Niederlage würde sie ihre Nutzen ziehen können. Das Kampftraining fand Fichtenstern - besonders aktuell - wichtiger als das Jagdtraining. Wenn seine Schülerin keine Beute fangen würde, dann würden andere Krieger es tun..Doch wenn sich die Schülerin in einem Kampf wiederfand, würde kein anderer sie retten können. Ihre Kämpfe musste sie alleine austragen und dabei durfte sie sich auf keinen Fall schlecht anstellen.
Als die Patrouille an einer Lichtung ankam, blickte er zu Eisvogellied und Onyxsplitter »Wir treffen uns wieder hier « gab er knapp bekannt und erwartete dann, dass sie sich auf den Weg machen würden. Fichtenstern blickte zu seiner Schülerin »Los, zeig mir deine Lauerstellung und dann sagst du mir, ob du was wittern kannst « verlangte er von der Schülerin und war gespannt, wie sich ihre Lauerstellung bisher verbessert hatte. Anfängerfehler durften jetzt nicht mehr vorkommen, zumindest in der Theorie sollte Eichhornpfote wissen, wie man Beute ordentlich auflauert. Fehler würden dennoch vorkommen, wenn sie wirklich jagt. Es braucht Zeit und Übung, bis die Techniken der Jagd und des Kampfes in Fleisch und Blut übergehen. Deswegen dauerte die Ausbildung ja auch so lange.
»In Ordnung, versuch dein Glück « fügte Fichtenstern hinzu und entließ seine Schülerin zur Jagd, damit auch er sein Glück versuchen könnte.
Schattenbote
Alias — Efeu
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Eichhornpfote folgte der kleinen Jagdpatrouille durch den dämmrigen Nadelwald. Ein leichter Wind bewegte sacht die dichten Bäume, währen die rote Kätzin schweigsam hinter den Kriegern hertrottete. Die Sonne hatte es noch nicht ganz geschafft, sich aus der festen Umklammerung der Nacht zu befreien und schimmerte blutrot am Horizont. Die Tage im GlutClan begannen verdammt früh.
Ein Kampftraining hätte Eichhornpfote an diesem Morgen weitaus besser gefallen, doch es half nichts. Der Clan musste versorgt werden. Ihr Ziel war der Düsterwald und Fichstenstern fragte sie sogleich, welche Beute dort zu finden sein würde. Er sah die junge Kätzin mit diesem Blick an, der langes Nachdenken unmöglich machte und Eichhornpfote reckte den Kopf und sah ihrem Anführer fest in die Augen.
“Eichhörnchen, Nager und Vögel“ , sagte sie selbstbewusst und sah sich zwischen den dichten Schatten um. Ob ihr wohl heute ein Eichhörnchen vor die Pfoten flitzen würde? Wie gerne würde sie ihr Glück mit einem solchen versuchen! Fichtenstern führte sie weiter auf eine kleine Lichtung und entließ die Krieger zur Jagd. Sie selbst sollte ihm seine Lauerstellung vorführen und Eichhornpfote nickte eifrig.
Sie sank tief auf den Waldboden hinab, die Muskeln gespannt und kontrolliert zeigte sie dem Anführer ihre beste Lauertechnik. Sie fühlte sich natürlich an, richtig. Die Schülerin spürte, allmählich Routine in den Bewegungen, die ihr Anfangs noch schwergefallen waren. Gespannt hob sie die Nase in den Wind. Sie konnte einen Vogel wittern, der hoffentlich am Waldboden nach Essbarem suchte. Noch war sie nicht erfahren genug, um die genaue Art zu bestimmen, doch die ungefähre Richtung konnte sie bereits einordnen.
“Ein Vogel, dort drüben!“ , informierte sie ihren Mentoren und sah ihn abwartend an. Dieser entließ sie zur Jagd und Eichhornpfote schnippte aufgeregt mit dem Schweif, bevor sie sich leise davonstahl.
Sie entdeckte die Amsel nach kurzem Suchen am Fuße einer großen Fichte. Eichhornpfote sank ins Jagdkauern und schob sich langsam vorwärts. So leise sie konnte näherte sie sich dem Vogel, der geschäftig nach Würmern Ausschau hielt. Er zog etwas langes aus dem Boden und Eichhornpfote spannte sich an. Doch noch bevor sie nahe genug herankam, flatterte die Amsel bereits mit ihrer Beute davon. Frustriert schnaubte die Schülerin auf.
Alias — Haku
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Es war früh am Morgen, als Eisvogellied hinter ihrem Anführer Fichtenstern durch den Wald lief. Die mehrfarbige Kätzin machte sich nichts daraus, dass ihr Anführer dabei war. Denn sie waren schließlich nicht alleine unterwegs und da seine Schülerin Eichhornpfote dabei war, würde seine Aufmerksamkeit ohnehin nur auf der orangenen Kätzin liegen.
An einer Lichtung angekommen, sah der massige getigerte Kater zu Eisvogellied und Onyxsplitter und gab nur knapp zu berichten, dass sie sich hier wieder treffen würden.
”Eine gute Jagd.” , wünschte die grau und orangefarbene Kätzin mit den weißen Pfötchen und lief lautlos los, um etwas weiter abseits der anderen zu jagen.
Die GlutClan Kriegerin, die nicht ihr ganzes Leben lang in diesem Clan gelebt hatte, schlich durchs Unterholz und ihre Pfoten kribbelten vor Tatendrang. Sie wäre am liebsten aufgesprungen und so schnell die weißen Pfoten sie tragen konnten durch den Wald gerannt. Doch sie war hier, um Beute zu machen, nicht, um ihre Ausdauer unter Beweis zu stellen.
Ein Seufzen verließ den Mund der grauorangenen Kriegerin, die schmerzlich an ihre Mutter Schmerlenflosse dachte und an ihre Schwester Rotkehlchenbrust, die im NebelClan lebte. Ob sich die beiden wohl jemals wieder in die Augen sehen konnten, ohne dass sie eine der anderen den Hals umdrehen wollte? Eisvogellied hoffte sehr, eines Tages könnten sie wieder wie Schwestern sein. Wie damals, bevor sie in den GlutClan gekommen war. Wie damals, bevor ihre Mutter Schmerlenflosse sich in den Tod gestürzt hatte. Wie damals, als auch ihr Vater Kupferkralle sie immer besuchen kam und sie sich heimlich mit ihm getroffen hatten. Ja, das war die einzig schöne Zeit in ihrem Leben gewesen. Die einzige schöne Zeit, die wirklich gezählt hatte. All jene Zeit, die danach gekommen war, war durchdrungen von Schmerz, Trauer und Tränen. Vom Gefühl nicht gut genug zu sein und dem GlutClan beweisen zu wollen, dass sie auch einen Platz unter den Kriegern verdient hatte. Und bei ihrem zweiten Versuch hatte Eisvogellied es sich auch redlich verdient!
Kopfschütteln zwang sich die Kätzin ins Hier und Jetzt zurück. Schließlich brauchte der GlutClan Beute und keine Gedanken, die in der Vergangenheit hingen. Also witterte die junge Kätzin in der Luft, doch… Irgendwie konnte sie nichts wahrnehmen. Blinzelnd sahen sich die blaugrünen Augen im Wald um. Vielleicht würden sie ja Beute sehen, bevor sie diese riechen könnte? Also schlich die Kätzin los und achtete dabei mit geöffnetem Maul und gespitzten Ohren auf jeden Laut, den sie im Wald hören konnte.
Alias — Kadse
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Das noch kühl wirkende Licht der Morgensonne tauchte den Nadelwald in einen leichten Schleier in dem ein sanfter Nebel tanzte. Eine Jagdpatrouille brachte Onyxsplitter in diesen, angeführt von Fichtenstern persönlich und ebenfalls begleitet von Eisvogellied und Fichtensterns Schülerin Eichhornpfote.
Im Zielgebiet angekommen teilten sich die Katzen auf, kurz wartete der Krieger ab wohin alle gingen um sich dann ebenfalls für eine Richtung zu entscheiden. Leise trugen ihn seine Schritte vorwärts, bedacht wählte er dabei jeden und seine spitzen Ohren suchten die Gegend nach möglicher Beute ab und seine schwarze Nase zuckte im regelmäßigen Takt beim wittern dieser. Es vergingen ein paar Schritte, ehe der Geruch einer Maus von einem Windhauch zu ihm getragen wurde. Instinktiv ließ er sich in Lauerstellung fallen und ging dem Wind und damit auch der Maus entgegen.
Obwohl er mit allem so bedacht vorging war zumindest diese Maus heute nicht sein Opfer. Noch bevor er sie sichten konnte, drehte der Wind und trug seinen frischen Geruch zu der Maus. Es raschelte laut und obwohl er hinterher setzte, war die Maus bereits im Unterholz verschwunden. Verärgert sah er in die Richtung in die sie verschwunden sein musste, während sein breiter Schweif durch die Luft schlug.
Doch nur kurz, Frust würde ihm die Maus auch nicht zurück in die Krallen treiben. Ein letztes Seufzen um mit dem Misserfolg abzuschließen und der Kater machte sich wieder gegen den Wind auf die Suche nach einer neuen Spur.
Er würde sicher nicht mit leeren Pfoten zurück zum Treffpunkt kommen, ganz sicher nicht wenn Fichtenstern dabei war. Auf eine knurrende Rede wie wichtig Beute ist und das er wohl einen anderen Krieger hätte mitnehmen sollen hatte Onyxsplitter keine Lust. Die nächste Beute würde er sich holen, da war er sich sicher. Ersteinmal müsste er aber eine finden.
Unaufhörlich witterte er mit allen Sinnen.
Alias — Nici
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Fichtenstern beobachtete Eichhornpfote dabei und ließ sie ihr Glück mit dem Vogel versuchen, doch sie hatte keinen Erfolg. Gelassen lief er an seiner Schülerin vorbei »Versuch es nochmal « miaute er ruhig und beschleunigte seinen Schritt. Damit war Fichtenstern im Dickicht verschwunden. Er wollte ebenfalls versuchen etwas zu erlegen, bevor er zurückkehren würde, um Eichhornpfote nochmal etwas beizubringen. Ihre Lauerstellung war schon ganz okay, aber verbesserungswürdig. Sie hatte keinen festen Stand gehabt, vielleicht stellt sie das fest, wenn sie jagt..sonst würde er es ihr eben gleich demonstrieren. Doch nun hob der Kater seine Nase in die Luft und witterte diese. Er konnte ein Eichhörnchen wittern, begab sich in Lauerstellung und folgte der Spur, bis er das rote Tierchen auf dem Boden entdeckte und nach Nüssen suchte. Es erinnerte ihn an seine Schülerin - ganz abgesehen von der Namensverwandtschaft - schien auch dieses Tierchen sehr übereifrig und es wirkte, als suche es die größte Nuss des Waldes. Doch dabei bemerkte es Fichtenstern nicht, der sich langsam im Dickicht näherte. Seine blassgrünen Augen hatte er bereits auf die Kehle des Tieres geheftet und er musste sich nicht mal besonders Mühe geben. Ein kurzer Sprung und er konnte seine Zähne in den Pelz versenken. Das Tierchen starb ohne ein weiteres Keckern von sich zu geben und baumelte aus Fichtensterns Fängen. Er kehrte zurück zu der Stelle, wo er sich von seiner Schülerin getrennt hatte und wartete auf sie. Vielleicht hatte sie erneut etwas wittern können und vielleicht könnte sie auch etwas fangen. Aber danach würden sie ein wenig Trockenübung zu ihrer Lauerstellung machen. Solche Übungen mochten langweilig sein und doch waren sie wichtig und durften unter keinen Umständen vernachlässigt werden. So ungern Fichtenstern es auch zugab..ohne Beute wäre selbst der stärkste Clan nicht überlebensfähig. Während er mit seiner Schülerin üben könnte, würden Eisvogellied und Onyxsplitter hoffentlich ebenfalls etwas etwas fangen könnten. Sein Clan musste so gestärkt bleiben wie zuvor, sie hatten großes vor sich.
Schattenbote
Alias — Efeu
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