"Ein schöner Morgen für einen Spaziergang" , schnurrte die schneeweiße Schönheit mit sonniger Miene, als sie mit einem grazilen Sprung auf der Mauer ihres Gartens landete und noch einmal einen prüfenden Blick über ihr schmales Schulterpaar warf. Xenia ist immer so ein Angsthase , erinnerte sie sich selbst schweigend. Und außerdem hat sie so fest geschlafen, da will ich wirklich nicht so sein und sie einfach aufwecken .
Claire mochte es Zeit mit ihrer Freundin zu verbringen, ohne Frage, aber manchmal.. Nun.. Da musste sie eigene Abenteuer erleben und ihren Weg gehen. Das hieß, dass Xenia zurückblieb und warten musste, bis ihre Freundin wieder Zeit mit ihr verbringen wollte.
Weiter wollte die Kätzin nicht nachdenken und die ersten, warmen Sonnenstrahlen nutzen, um den Wald zu erkunden. Von Zielstrebigkeit getrieben entschloss sie sich, die Waldschneise anzusteuern und den Weg in das dunklerwerdende Geäst zu bahnen.
Da war etwas am hübschen Hauskätzchen, was vor nichts zurückschreckte. Sie war eben hin und wieder ein wenig leichtsinnig und auch risikobereit, hatte keine großen Sorgen im Leben und suchte sich aufregende Situationen, um sich Hals über Kopf in jene zu stürzen. Nicht einmal die fremden Gerüche, die bald zuhauf auf die Kätzin einwirkten, konnten ihre Meinung ändern. Immerhin konnte sich Claire bisher aus allem rausreden, wenn sie nur genug mit den Wimpern klimperte und unschuldig dreinsah, oder zur Not eben ein wenig fauchte und spuckte.
Der Boden wurde allmählich moosig, weich und schmeichelte ihren weichen Ballen bei jedem federnden Schritt so sehr, dass es nur einen kleinen Energieschub benötigte, um die Hübsche losrasen zu lassen. Sie schlug Haken wie ein Hase, hüpfte über die Lichtung und stellte einem großen Kohlfalter nach, der mit den Lichstrahlen tanzte, die durch die Nadeldecke spielten. Die feuchte Luft, gepaart mit den vermischenden Duftnoten vom Harz, dem moosigen Untergrund und den Tannen beförderten die Kätzin in den siebten Himmel. Unverwechselbare Eindrücke, die sie ein jedes Mal genoss und einfach nicht vom Zweibeinerort erhielt. Haaach, das nächste Mal zwinge ich Xenia einfach mich zu begleiten. Zur Not stehle ich ihr das Halsband und verstecke es im Wald, dann kommt sie ganz sicher mit!
So trugen sie ihre Pfoten tiefer hinein zwischen Wurzeln und Farn, über weichen Moosboden und knisterndes Unterholz. Der Wald empfing Claire mit einem gedämpften Flüstern, als würde er ihr Geheimnisse zutragen, die nur für jene bestimmt waren, die sich trauten weiterzugehen. Sonnenflecken tanzten über ihr schneeweißes Fell, während sie geschmeidig trabte, sprang und auch manchmal innehielt, um jede neue Spur neugierig zu mustern. Der Duft von feuchter Erde und frischem Grün ließ ihre Schnurrhaare erzittern, und ein leises, zufriedenes Brummen entwich ihrer Kehle.
Bald schon mischte sich ein neues Geräusch unter das Rascheln der Blätter. Ein gleichmäßiges Rauschen, kühl und verheißungsvoll - der Wasserfall. Claire verlangsamte ihre Schritte, pirschte näher heran und spähte zwischen den Büschen hindurch. Das Wasser stürzte glitzernd in die Tiefe, fing das Licht ein und zerbrach es in tausend funkelnde Splitter. Für einen Moment blieb sie einfach stehen und sah zu, fasziniert von der Kraft und Schönheit, die dort vor ihr lag.
Mit einem eleganten Satz sprang sie schließlich auf einen flachen, sonnengewärmten Stein nahe dem Becken. Zufrieden rollte sie die Schultern, legte sich lang aus und schloss halb die Augen. Die Wärme kroch wohltuend durch ihr Fell, während feine Sprühperlen ihre Nase kitzelten. Hier , dachte Claire träge, war die Welt genau richtig. Wild genug, um aufregend zu sein, und friedlich genug, um sich ganz dem Augenblick hinzugeben.
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"Frösche sind eh ungenießbar"
Neunmal war die Sonne unter gegangen, das Sternenvlies zog sich über die Ebene und schien mal klar, mal verhangen auf sie herab. Die Ahnen hatten in diesen neun Sonnenaufgängen keine Anstalten gemacht sich irgendwie zu melden. Zu zeigen oder sagen was da geschehen war. Was sie dort heim gesucht hatte.
Lerchenflügel und Goldfuchs hatten langsam zurück gefunden in den alltäglichen Trott. Die Sonnenstrahlen eingefangen, ihre Tiefen und Höhen erlebt. Zueinander gefunden nachdem sie so zerrissen wurden. Und doch ließ ihn diese Stimme nicht los.
In seinem Herzen suchte sie ihn wieder und wieder:
Liebe ist ein anderes Wort für ertrinken
Diese Gestalt hatte er nicht mehr gesehen. Und ebenso wenig hatte er sich wieder in die Nähe des verfluchten Ortes getrieben.
Einst war es ihr Ort gewesen. Nun waren sie nicht mehr als vertriebene und unermüdlich hatte der gestandene Kater seinen Kopf zerbrochen und nach einem neuen Ort gesucht.
Nichts war bisher ergiebig gewesen.
Und so machte er sich auch diesmal auf den Weg und verband es mit einer Jagd.
Er wanderte gerade über die Hochebene, nahe des Flusses entlang als er die Witterung von einem Frosch aufnahm. Kurz hielt der Kater inne und überlegte. Dieses Tier erinnerte ihn mit dem Gurgeln des Flusses nur zu sehr an das Geschehene. Doch sein Magen knurrte und wollte gefüllt sein. Ansonsten würde sein Kopf nicht funktionieren. Ganz davon abgesehen musste er überwinden, was passiert war. Würde er diesen Schritt nun nicht gehen, würde es gar nicht mehr klappen. Dies fühlte er in seinem inneren. Hinzu kam noch, dass es Teil ihres Gebietes war. Folglich wird er es noch oft besuchen und müsste dann fokussiert bleiben. Schließlich hatte er Anforderungen an sich selbst.
So straffte der Kater seine Schultern und machte sich kurz groß, bevor er sich auf den Boden drückte und mit angespannten Muskeln durch das Gras näher an das Gebüsch schlich in dem er glaubte den Frosch gehört zu haben. Zumindest war der Geruch dort am deutlichsten.
Langsam kam er der Beute immer näher. Sein Herz schlug lauter, seine Gedanken fluteten ihn mit Erinnerungen. Der stattliche Kater wurde unaufmerksam, der Frosch bemerkte ihn, quakte und hüpfte los. Goldfuchs zuckte irritiert den Kopf hinauf, folgte ihm doch schon sprang das flinke Tier in den Fluss und der Krieger bremste noch vor dem Abgrund.
“Fuchsdung.“ , murmelte er und ließ seinen Blick schweifen. Er war nicht weit vom Wasserfall. Das Rauschen war bereits so laut in seinen Ohren als würde er sich daneben befinden. Seine Augen wurden schmaler als er glaubte eine Bewegung wahrzunehmen. Prüfend nahm er die Düfte in der Luft wahr. Doch der Wind stand nicht ganz gleich.
Silhouetten verschoben sich, Bilder legten sich übereinander und rissen wieder auf. Zu sehr blendete das Fell bei diesem gleißendem Sonnenstrahl.
Es ist nicht die gleiche. , dachte der Kater. Und in ihn rührte sich. Er wurde wachsamer, und fordernder mit sich selbst. Sein Wesen welches vor allem bei der Pflicht aufkam, trat nun in den Vordergrund. Vertrieb die Sorgen und Erinnerungen zur Seite.
Kurz putzte der Kater sein Fell an den Stellen an denen es in Unordnung geraten war, bevor er sich gesammelt auf dem Stieg nach unten begab.
Desto weiter er glitt, desto mehr erkannte er was er sah. Es war definitiv eine lebende Katze. Weiß wie der Schnee, gleißend hell in der Sonne.
“Du gehörst hier nicht her.“ , verlautete die tiefe dunkle Stimme, während der Blick fest auf der Fremden lag. Es war keine Erkenntnis, sondern eine indirekte Aufforderung zu verschwinden. Noch einmal versuchte er die Witterung aufzunehmen, zu prüfen wonach sie roch.
Vom Schatten berührt
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Das Leben war leicht und sorglos, schon immer. Der Napf war stets voll, das Nest warm und es gab auch viele Möglichkeiten sich zu beschäftigen, wenn man mal nicht vor die Tür - hinaus in die große, weite Welt - wollte. Ein Leben, von dem viele nur träumen konnten, welches gleichzeitig aber von Claire als verständlich gesehen wurde. Es war ihr Geburtsrecht, als Katze von edler Abstammung.
"Du gehörst hier nicht her" , stellte eine tiefe, maskuline Stimme trocken fest und riss sie dabei aus ihren Tagträumen. Statt zu zucken, aufzuspringen oder das Köpfchen herumzureißen, reagierte sie kaum merklich, indem sie eines ihrer Augen halb öffnete, um einen abschätzenden Blick über ihr zartes Schulterpaar zu werfen. "Hmpf" , seufzte die Schönheit und rollte dann ihr mittlerweile weitgeöffnetes Augenpaar.
"Tolle Feststellung. Hättest du es nicht angesprochen, wäre das totaaal an mir vorbeigezogen." Frech, stichelnd, aber keineswegs feindselig, konnte sie sich jene Bemerkung nicht verkneifen und rundete sie mit einem zarten Lächeln ab. Er hatte Recht und es war offensichtlich. Ihre Züge, ihr Körper - alles wirkte feiner und sanfter. Sie war keine Kriegerin, auch kein Streuner. Das seidige Fell war schneeweiß und zeugte von aufwändiger Pflege, der sie nicht allein durch ihre Zunge hätte gerecht werden können. Abgerundet wurde jenes Bild durch ein prunkvolles, rosafarbenes Lederhalsband, in dem mehrere Reihen von kleinen, funkelnden Edelsteinen saßen.
"Mach dir keine unnötigen Mühen" , schnurrte die Weiße freudig säuselnd, "Ich bin nicht hier, um dir irgendwas wegzufressen. Mich interessiert weder eine Maus, noch ein Frosch. Meine Zweibeiner füttern mich ausreichend und obendrauf muss ich auf meine Linie achten, verstehst du? Ich bin nur hier, um mich zu sonnen und die Natur zu genießen. Wenn du mir nicht glaubst.." , eine Pause folgte, in der sie eine ihrer kleinen Pfötchen hob und die stumpfen, kurzen Krallen präsentierte, welche bis eben noch in jenen versteckt gewesen waren, "Mit denen fange ich nicht mal ein Mäusejunge."
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"Zweibeiner Nestkätzchen"
Ein unfreundliches Seufzen war die Antwort. Und so gleich rollten diese mit den Augen. Goldfuchs beobachtete dies alles mit stoischer Ruhe. Schließlich wurde die Fremde auch noch keck und versuchte dies mit einem zarten Lächeln wieder in eine Position zu setzen, dass ihr wohl so manch ein Kater nicht böse wurde.
Goldfuchs hingegen schnaufte verächtlich. Zumal er endlich die Witterung aufgenommen hatte. Zweibeiner Kätzchen... , kommentierte er abfällig. Nichts was ernst genommen werden sollte und zugleich nichts was hier irgendetwas zu suchen hatte.
Wo sie gerade bei Hoheitsrecht waren, musste er nun wirklich eine dahergelaufene Schischi verjagen? Immerhin hatte Distelstern einem Haufen Streuner erlaubt hier zu rasten und zu jagen.
Was würde sie dann so ein aufgeplustertes Nestkätzchen interessieren?
Und dennoch.
Es war seine Pflicht und er mochte seine Pflichten. Wenn er jetzt klein beigab, wäre er nicht besser als die anderen Bienenhirnigen Mentoren.
Der Kater schnippte mit seinem Schweif und blickte die Fremde scharf an. Vor allem als sie versuchte mit ihrem schnurrenden säuseln an ihn heran zu treten. Sie sprach wie der Wasserfall fließend sang. Und sie präsentierte all ihre Nachteile als seien sie Vorteile. Er musste zugeben, es entlockte ihm ein spöttisches Grinsen.
“Und wenn du Beute mit einem uneleganten Arschsprung tätigst und dir dabei dein reinliches Fell versaust – du hast hier nichts zu suchen.“ , fuhr er der Linie treu fort. Er hob seinen Kopf etwas an, eine kleine Krallenlänge und blickte so aus seinen Jade schimmernden Augen auf sie herab. Langsam glitt einer seiner Pfoten nach vorne, bevor er sich stolz hinstellte. Auch sein Fell fing die Sonnenstrahlen ein und ließ es strahlen.
Von einer deutlich anderen Anmut als das ihrige. Er mochte keine Zweibeiner haben die sein Fell täglich bürstete, jedoch sorgte er selbst für die Fellpflege. Und dies ziemlich pedantisch.
Langsam glitt sein Blick über die Felsen, bevor er ziemlich nonchalant sprach: “Erst vor wenigen Abenden befand sich genau dort, an deiner Stelle einen Katzensprung hinter dir, eine tote Katze.“
Vom Schatten berührt
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Die Wärme des Steins schmiegte sich ganz wundervoll an ihren zarten Körper, als würde er extra für sie dort liegen - geschniegelt von der Sonne selbst. Claire hatte sich nämlich fein säuberlich drapiert, jede Pfote hübsch platziert und das Schwänzchen locker zur Seite gelegt, sodass es ganz elegant über die Kante des Felsens fiel. Der Wasserfall hinter ihr rauschte so hübsch beständig vor sich hin… fast wie Applaus. Für sie, natürlich.
Und dieser Kater… ach.
Langsam, ganz langsam hob sie ihr Köpfchen und blinzelte ihm noch einmal entgegen, als hätte er sie eben erst aus einem ganz entzückenden Tagträumchen geweckt. Ihre Augen glänzten weich, beinahe ein bisschen zu unschuldig, während sich ein kleines, süßes Lächeln auf ihre Lefzen legte. "Du bist aber ein strenger Hüter, hm?" , säuselte sie leise, ihre Stimme wie ein sanftes Plätschern - nicht unähnlich dem Wasser hinter ihr, nur viel verführerischer.
Die weiße Schönheit rührte sich nicht. Nicht das kleinste Stückchen. Stattdessen streckte sie sich ein wenig. Ganz genießerisch, die Vorderpfötchen lang nach vorn geschoben, den Rücken leicht durchgedrückt - eine Bewegung, die fast schon ein kleines bisschen zu elegant war, um wirklich zufällig zu sein. Ihr Fell fing das Licht ein und schimmerte weich, als hätte sie es eben erst geputzt. "So viele unschöne Worte…" , mauzte sie dann und legte den Kopf ein klein wenig schief, um ihn neugierig zu mustern. "Dabei hast du doch so ein attraktives Stimmchen." Ein kaum hörbares, zartes Schnurren schlich sich bewusst in ihre Worte.
Seine Drohung… Och, wie fies.
Ihre Öhrchen zuckten nur ganz leicht, als er von der toten Katze sprach. Da war keinerlei Angst oder Schrecken, nur dieses kleine, feine Innehalten - wie ein kurzes Nachdenken darüber, ob das nun wirklich wichtig war. War es nicht , entschied sie zugleich spontan im Thron ihrer Gedanken. "Mhm… wie traurig" , hauchte sie sanft, fast liebevoll - als würde sie ein kleines Kätzchen betrauern, das sie nie gekannt hatte. Und doch blieb dieses süße Lächeln einfach da, ganz ungerührt.
Langsam richtete sich die Kätzin ein wenig auf, aber nicht, um zu gehen. Nein, nein. Nur, um ihn besser ansehen zu können. "Aber weißt du…" , begann sie leise, ihr Stimmchen nun ein wenig weicher, ein wenig näher, als würde sie ihm etwas ganz Besonderes anvertrauen, "Ich bin doch kein kleines, verlorenes Zweibeiner-Kätzchen, das einfach so umfällt." Ein winziges Kichern schwang mit, ihre Schweifspitze sacht wippend. "Und du…" sie ließ ihren Blick langsam über ihn gleiten, ganz in Ruhe, ganz bewusst - von seinem langen Fell bis hin zu diesen anziehenden, wachsamen Augen, "Du wirkst doch viel zu ordentlich, um so etwas Unschönes einfach… passieren zu lassen, nicht wahr?"
Wieder dieses Lächeln. Noch immer süß, noch immer sanft, aber dieses Mal ebenso wissend. "Also" , flüsterte Claire schließlich, neigte ihr Köpfchen leicht zur Seite, "Wenn ich hier wirklich so gar nicht hingehöre… warum stehst du dann immer noch da und schaust mich an, hm?" Ein leises Schnurren vibrierte in ihrer Kehle, während sie sich kein bisschen vom Fleck bewegte. Ganz im Gegenteil. Sie blieb da, als gehöre ihr der Stein. Und vielleicht, nur vielleicht, tat er das ja auch längst.
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"So kaltherzig sind also Zweibeiner-Kätzchen"
Oh wie sich das kleine hübsche Ding so gar nicht für seine Worte interessierte. Es war als sei er die Fliege die nicht im entferntesten ein Ärgernis für das majestätische Pferd darstellte. Der schmale, feine Kopf hob sich und blinzelte ihm entgegen. Fast schon verschlafen und lockend. Es folgte ein Lächeln, süß und unschuldig untermauerte es ihren Blickt während ihre Stimme leise säuselte: “Du bist aber ein strenger Hüter, hm?“ Es zuckte unter seinem Pelz, da ihr Säuseln ihn an ein Plätschern erinnerte. Ein Plätschern bevor der Wasserfall zu dem unerträglichen Rauschen wurde.
Seine Mundwinkel zuckten leicht. Der Blick lag weiter unberührt auf der strahlenden Gestalt. Nett anzusehen. Mehr aber auch nicht. Ihr Strahlen war anders. Sein Herz schlug stärker, als er an Lerchenflügel dachte. Wie sie strahlte. Sie leuchtete
Ein Blinzeln, bevor er nur stumpf antwortete: “Ja.“
Schließlich war er nicht Distelstern. Und Gesetz war Gesetz. Wo würde der BrisenClan nur landen, wenn er so nachlässig werden würde wie die anderen?
Etwas überraschender holte sie ihn ab, als sie seine Stimme komplimentierte. Es war wohl der erste Moment, indem der Kater eine deutliche Irritation zeigte. Das Fell über den Augen bewegte sich, die Augen selbst wurden zusammen gekniffen und die Ohren wichen nach hinten weg, als wäre dort eine Antwort auf ihre Aussage.
Es war ja nicht so, als hätte Goldfuchs irgendetwas an seiner Stimme auszusetzen. Nur hatte es ihm noch niemand so gesagt gehabt. So.. Direkt und unverhohlen. Natürlich wusste der Kater um die Liebe seiner Lerche und zweifelte diese nicht im geringsten an. Sie zeigte es mit jedem Atemzug. Sie musste auch nicht sagen , dass seine Stimme sie erdete, ihr half und ein Prickeln über die Haut schickte.
Dieses Zweibeiner Nestkätzchen war aber von einem ganz anderen Kaliber. Die gab sich, als wäre sie selbst mit dem Herz einer Clankatze gesegnet.
Es entlockte ein amüsiertes Schnauben aus dem schroffen Kater.
Ihre Reaktionen auf seine letzten Worte beobachtete er ganz genau. Sie schien sich von dieser Aussage nicht behelligt zu fühlen. Sie geriet ja nicht einmal in Panik. Wie Kaltherzig... , zog sich der Gedanke durch seinen Kopf, bevor sie sanft hauchte wie traurig das war.
Goldfuchs hätte laut auflachen können.
Wie traurig... Für wahr... Dass diese Tote mein Date ruiniert hatte!
Claires Bewegungen, zog seine volle Aufmerksamkeit wieder zurück auf sich, eine kurze Anspannung glitt durch seine Muskeln – die Erwartung dass der Eindringling ging. Doch er tat dies nicht.
Stattdessen betrachtete sie ihn nun eindringlicher und sprach dann als hätte sie etwas wichtiges mitzuteilen – nur für ihn. Sie gestand ihm, dass sie kein kleines, verlorenes Zweibeiner-Kätzchen war die einfach so umfiel. Nun schnaufte Goldfuchs und drehte ein Ohr seitlich weg, wo sie Claire zuvor noch fixiert hatten. Ach, tatsächlich... Wäre mir gar nicht aufgefallen. , kommentierte er es in Gedanken, während sie fort fuhr und nun ihn ansprach und erneut musterte.
Sein Blick wurde kühler, beobachtender, achtsamer. “Du wirkst doch viel zu ordentlich, um so etwas Unschönes einfach... passieren zu lassen, nicht wahr?“
Irritiert zog Goldfuchs den Kopf etwas zurück. “Was?“ , maunzte er bevor er recht wusste was passierte. Was würde er nicht zu lassen dass es passierte? Sprach sie davon, dass er sie auffangen oder schützen wurde? Bei den Ahnen! Nicht einmal in seinen kühnsten Träumen! Und sollte diese Tote noch einmal auftauchen, würde er ihr diesen hellen Schischi hin schubsen, damit sie ja sein Herz in Ruhe ließ.
Doch ehe er eine Antwort erhielt. Sprach sie süß lächelnd ihre flüsternde Provokation aus: Wenn sie nicht hier hingehörte, wieso stand sie dann noch immer da – und er tat nichts.
Goldfuchs fing sich wieder und drehte den kopf weg. Sein Blick wanderte über den Lauf des Flusses, die Ebene die noch zu ihrem Territorium gehörte. Sein Schwanz schlug gelassen auf die andere Seite, sachte verschob sich einer seiner Pfoten, bevor er sich mit dem Oberkörper wieder der Kätzin zuwandte. Ein Lächeln zog sich über die Lippen, doch es war nicht voller wärme: “Weil sie dich noch nicht geholt hat. Oder weil ich keinen Anlass sehe mein Fell in Unordnung zu bringen für ein kleines, hilfloses Zweibeiner-Kätzchen.“
Dass sie sich nicht als klein, verloren und hilflos sah, ignorierte er gekonnt.
Sehen konnte sie sich wie sie wollte.
Wie er sie sah, war seine Sache.
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Ach… da war es ja wieder. Dieses hübsche kleine Aufplustern, dieses bemüht ruhige Zurückziehen, als hätte er sich selbst gerade wieder eingesammelt. Claire beobachtete ihn dabei ganz still, ganz geduldig - mit diesem weichen, fast verträumten Blick, den sie nur brach, wenn sie langsam mit den weißen Wimpern klimperte.
"Mhm.." , gurrte sie ganz melodisch, während sich ihr Köpfchen ein kleines Stück zur Seite neigte, "Bekommt man bei euch dafür einen Preis, mein Hübscher? Wenn man solch ein überaus strenger Hüter ist? Dann haben wir ja was gemeinsam, denn davon habe ich viele. Immer, wenn meine Zweibeiner zu einer Versammlung gehen, bin ich nämlich die Schönste dort. Oh, wer hätte das denn gedacht?" Ihre Stimme schmiegte sich um die Worte wie warme Sonnenstrahlen, so süß, so lieblich. Aber man sollte doch nicht zu nah an der Sonne fliegen, oder?
Ein zartes Lächeln glitt über die Lefzen der halsbandtragenden Schönheit, als sie sich ein winziges Stück räkelte – nicht viel, nur so, dass ihr schmaler Rücken sich überaus elegant wölbte und ihr Fell das Licht einfing. So dass man gar nicht anders konnte, als hinzusehen. Ganz unbewusst natürlich. Ganz zufällig.
"Du sagst so viele unschöne Dinge über mich" , säuselte sie leise weiter, beinahe vorwurfsvoll, aber ohne jede Schwere darin. Eher wie ein kleines Spiel, welches sie sichtlich genoss, "dabei kennst du mich doch noch gar nicht richtig, mein Herzblatt. Aber was nicht ist, das kann ja noch werden, nicht?" Ein amüsiertes Schnurren legte sich unter ihr feines Stimmchen - weich und unwiderstehlich.
Der frostblaue Blick des Hauskätzchens dabei blieb festhaltend auf ihm ruhen. Weder bittend oder fordernd, sondern besitzend. Er wollte sie kleinreden - von allen Katzen dieser Welt ein dahergelaufener Streuner. Ein Schlammblut, ohne jegliches Recht auf eine solch fantastische Abstammung, wie die eigene. Claire musste sich wirklich Mühe geben, nicht laut los zu lachen.
"Na, du stehst ja immer noch hier. Eventuell könntest du das als Grundlage nutzen, dich mir endlich vorzustellen. Wie nennst du dich? Fliegenbart? Klumpfuß?" , forschte sie mit einem überaus frechen Grinsen nach, während ihre Schweifspitze langsam und gemächlich über den Steinrand strich. "So nennt ihr euch doch immer, nicht? Nun, mein Name ist zumindest Claire. Ein Name, der in Erinnerung bleibt."
Langsam richtete sie sich also ein Stück weiter auf, zwar nicht hastig oder herausfordernd, sondern um es sich etwas bequemer zu machen. Wie man es von jemandem erwarten würde, der nicht gehen muss . Jemand der nicht gehen wird .
"Du wirst jetzt vermutlich sagen, oh Claire, ich will mich gar nicht mit dir unterhalten und du bist ein blödes Nestkätzchen, aber ich glaube dir kein Wort." Ihre Iriden glitten prüfend über den Fremden, dieses ruhige, bewusste Mustern, das ein kleines bisschen zu lange anhielt und ein kleines bisschen zu genau war, während sie ihn einfach nachäffte - oder zumindest ein Schauspiel bot, das der Stimme in ihrem Köpfchen glich.
"Vielleicht aber.. schaust du eben einfach gern." Ein leises, triumphierendes Schnurren vibrierte laut in ihrer Kehle. "Das kann ich dir wirklich nicht verübeln." Ein kurzes Blinzeln folgte. "Man trifft ja auch nicht jeden Tag jemanden wie mich, hm mein Kleiner?"
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"Mein Herz, ich komme zu dir!"
Er spürte ihren Blick. Und irgendetwas störte ihn an diesem Blick. Er konnte es nur einfach nicht fassen, nicht greifen oder gar benennen. So hielt er ihn aus. Hier durfte eine ClanKatze wie er keine Scheu zeigen. Schon gar nicht bei einem so kleinem Mäusehirnigen Zweibeinerkätzchen.
“Mhm..“ Da war es wieder. Dieses Gurren als wollte sie ihn locken und zu sich holen, aber das war sicher seine Einbildung, oder etwa nicht?
“Bekommt man bei euch dafür einen Preis, mein Hübscher? Wenn man solch ein überaus strenger Hüter ist? Dann haben wir ja was gemeinsam, denn davon habe ich viele.“ Sie plapperte weiter, mit ihrer zarten schmiegsamen Stimme die versuchte ihn einzuhüllen. Oder es kam ihm so vor. Einen Preis? Eine Gemeinsamkeit? Hübscher?
Nun... Hübsch war er wirklich. Einer der schönsten im Clan. Und er investierte viel Zeit in diese Pflege und das Äußerliche. Leicht schüttelte er seinen Pelz, der noch etwas mehr sich aufplusterte und reckte den Kopf. Der Schwanz schwang gleißend in die Höhe, zuckte dann leicht zur Seite.
Der Preis, wenn sie kein so strenger Hüter war war überaus hoch. Doch was Verstand dieser Schischi eigentlich davon? Gar nichts. Sie machte es sich bequem wo es ihr gefiel. Und feierte dann einen ruhigen Abend mit Futter vor den Pfoten ohne etwas dafür getan zu haben in einem angeblich ach so sicherem Nest, welches von Zweibeinern bestimmt war.
Nein, sie kannte nicht den Preis über verlorenes Gebiet. Verlorener Beute oder sterbenden Familienmitgliedern. So schnaubte er leise.
Für einen Herzschlag keimte der Gednake auf, ob so eine schmeichelnde sanft flüsternde Sonnenfängerin auch als Bedrohung galt, bei der er reiß aus und direkt zu Lerchenflügel wandern sollte. Ob seine sanfte, liebevoll Lerche ihre Krallen zeigen würde wenn sie könnte? Der Gedanke amüsierte ihn. Und begrüßen täte er es. Doch ihr Herz war zart und konnte schnell welken wie die Blumen in den Wiesen.
Sie würde eher einen diplomatischen Weg suchen oder sich mit dieser da anfreunden.
Achja, seine Lerchenflügel war einfach zu gut für diese Welt.
Darum musste er sie auch beschützen.
In seinen Gedanken vertieft, bemerkte er ihre Worte kaum. Sein Ohr schnippte leicht weg, als sie meinte dass er ihr Herzblatt wäre und was nicht war noch werden konnte. Zwar lag der Blick Goldfuchs auf ihr, allerdings sah er viel mehr durch sie hindurch als wäre etwas weitaus interessanteres und gefährlicheres hinter ihr.
Am besten er ging wieder. Nach der verpassten Beute und dieser Begegnung war ihm der Appetit vergangen. Und die Lust auf Zweisamkeit mit seinem Herz wurde umso größer. Er wollte sich an ihren sanften schmalen Körper schmiegen und ihren Duft einatmen. Ihren Worten lauschen, ganz gleich ob es Liebesbekundungen, Alltägliches war oder gar die Belehrungen was die Aufgaben eines Vaters waren.
Dies war doch alles gar nicht so wichtig.
Hauptsache sie und er.
So entglitt dem schönen BrisenClan Kater ein seufzen, während der Blick fast schon weich wurde bevor er sich wieder fing und mit einem tiefen Ausatmen Claire wieder direkt ansah. Diese fuhr wieder fort: “Na, du stehst ja immer noch hier.“ Ja, dies tat er wirklich. Und er fragte sich mittlerweile wieso überhaupt?
Der SchiSchi da würde keine Beute holen. Er war auf ihrem Territorium, ganz klar... Doch Distelstern hatte auch Streuner hier gelassen. Bei der Erkenntnis war er längst gewesen und hatte sie wieder verworfen. Doch nun, nachdem er einige Momente mit dieser Kätzin verbracht hatte und ihren Allüren zugehört hatte, wurde ihm immer deutlicher dass er hier gar nicht bleiben musste . Er konnte gehen, es stand ihm wirklich frei zu gehen.
In der Anwesenheit dieser Kätzin würde das einzige Unheil sein, dass sie selbst ums Leben kam. Tja, dann war es eben so. Und von den Ahnen gewollt.
Auf ihre Fragen hin wie er sich nannte und ihren Probeweise ausgeworfenem Namen schnaubte er nur verächtlich.
Zweibeiner Kätzchen. Keine Ahnung von der Welt und große Worte im Kopf. Ohne Bedeutung oder Wissen.
“So nennt ihr euch doch immer, nicht? Nun, mein Name ist zumindest Claire. Ein Name, der in Erinnerung bleibt.“ Claire. Wäre er ein Zweibeiner würde er wahrscheinlich direkt an die Eclaires denken, eine leckere Kleinigkeit für nebenbei mit fatalen Folgen – dies wäre auch die perfekte Beschreibung für diese Schönheit. Doch er als Clankatze tat diesen Namen als nichtsaussagend, irreführend und vor allem von Zweibeinern gegeben ab.
“Sag mal, hast du irgend etwas was dir nicht von Zweibeinern gegeben wurde?“ , fragte er schroff und plump heraus, noch eher sie darlegte was er nun sagen würde. Unbeeindruckt von ihrem versuch ein Schauspielerisches Talent darzulegen.
Er hatte Schüler gehabt die aufmüpfiger und nachäffender waren als sie. Die die Punkte deutlich besser trafen und einen, der ihn sogar fast perfekt dargestellt hatte. Auch sie hatten nicht viel mehr erhalten als einen Blick und ein Zucken des Schwanzes.
So hielt er es auch bei dieser Kätzin. Er ging sogar einen Schritt weiter. Als sie schließlich triumphierend ihre Letzten Worte ausschnurrte, dass er sie doch nur all zu gerne betrachtete und sie es ihm nicht verübeln konnte seufzte er und wandte sich ab.
“Also, Claire “ , miaute er und spuckte ihren Namen wie einen unappetitlichen Fisch aus. “Ich habe dir gesagt wo du dich befindest und dass du hier nicht erwünscht bist. Ich habe dich vor der Toten gewarnt. Und.. Siehe dich hiermit vor den Greifvögeln als gewarnt. Ich werde nun gehen.“
Sein Schweif glitt wieder in die Höhe als er die ersten Schritte tätigte, das puschelige Fell umspielte seinen muskulösen Körper und verbarg die geballte Energie in ihm. Kurz hielt er inne nach einigen Schritten: “Oh. Nicht alle Katzen sind so besonnen wie ich.“ , warf er noch nach hinten bevor er sie ein letztes mal mit einem kurzen Blick bedachte.
Kühl, abwertend.
Ich hoffe wir sehen uns nicht mehr wieder. Eine erneute Begegnung wäre eine ebenso große Anstrenung und Schmach wie all die Schülerbegegnungen in diesem Mond. Er glaubte langsam wirklich sein Clan bestünde nur aus Lerchenflügel und Schülern!
Bei den Ahnen! Er brauchte dringend etwas anderes!
Ob seine Lerche im Lager war?
Sie wäre sicher mehr als gewillt seine Lauen zu erheitern.
Wobei schon alleine ihr Anblick genügte.
Oh wie sehr er sich bereits auf sie freute.
Goldfuchs Schritte wurden federnd, leicht und weitläufig. Ein angenehmer sanfter Gang. Und hinter sich ließ er das Hauskätzchen, erhoben und tun was auch immer sie tat.
Vom Schatten berührt
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