"Old friendship and the begin of something new?"
Braunellenstern hatte mal wieder alleine im Bau geschlafen. In diesen Nächten vermisste sie ihren Gefährten Falkenherz nur umso mehr, doch er war letzte Nacht auf Patrouille gewesen und hatte sie nicht wecken wollen, wenn er schlafen ging, da Braunellenstern zu Sonnenaufgang mit Plattgesicht und Nebelkrähe auf eine kleine Jagdpatrouille ging. Daher wachte die braun gemusterte Kätzin mit dem längeren Fell alleine auf. Alleine in diesem riesigen Bau, an den sie sich noch immer nicht gänzlich gewöhnt zu haben schien, war es doch für sie noch immer Sturmsterns Bau.
Plattgesicht war ein alter Kater, ein Ältester, und Freund der Kätzin geworden. Und Nebelkrähe? Nun ja, er war ein relativ gemütlicher Kater, der es nicht immer so ernst zu meinen schien, daher freute sich die Anführerin, mit ihm mal auf Patrouille eingeteilt zu sein, da sie nie viel mit ihm zu tun hatte und doch jede Katze des Clans gut kennen möchte.
Sich streckend richtete die Kätzin sich auf, holte ein paar Moosfetzen aus ihrem Pelz heraus und putzte sich mit schnellen Strichen der Zunge. Dann glitt sie aus dem Bau in die kühle Morgenluft hinaus und atmete tief ein und aus. Ihr Atem hinterließ eine kleine Wolke vor ihrem Maul und die intensiven grünen Augen sahen sich um, doch noch waren weder Plattgesicht noch Nebelkrähe zu sehen. Vermutlich war sie einfach viel zu früh dran und die beiden schliefen noch seelenruhig.
Seelenruhig würde die Anführerin des WurzelClans auch gerne schlafen können, doch seit Fichtenstern seine Absichten auf der großen Versammlung verkündet hatte, konnte die Kätzin einfach keine Ruhe mehr finden und gut durchschlafen. Nachts wachte sie öfter auf, geplagt von Träumen, in denen Fichtenstern ihren ganzen Cla ausrottete. Doch sie wusste, dies waren nur Träume, keine des SternenClans, da sie wusste, diese sahen anders aus. Es handelte sich einfach um Alpträume, Dinge, die sie plagten und die nicht aus ihren Gedanken verschwinden wollten.
Seufzend trabte sie zum Lagerausgang und setzte sich davor hin. Den Schweif ordentlich um die Pfoten gelegt, das Haupt hoch erhoben. Als sei sie eine Vorzeige Anführerin, die sie gewiss nicht war. Schneestern war eine. Distelstern war eine. Fichtenstern war zu gewalttätig und sie, Braunellenstern? Einfach zu jung und unerfahren, das wusste sie selbst. Dennoch, sie wollte sich beweisen. Wollte zeigen, dass sie in die Rolle hineinwachsen konnte. Vielleicht sollte sie wirklich das Gespräch mit Schneester suchen. Oder mit Distelstern. Einfach alleine, nur sie beide. Rat suchen, von einer anderen Anführerin. Einer, die das Ganze schon länger machte, als Braunellenstern und die ihren Clan gut zu führen schien.
Alias — Kadse
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The impact of chaotic sunshine
Im Kriegerbau lag ein dunkler Kater in einem ziemlich unordentlichen Nest. Der dunkle Bauch zeigte zum Himmel, graue Fellspitzen blickten zwischen Nest und Körper hervor, zierten den Halskragen und ragten in alle Himmelsrichtungen. Etwas regte sich, eine der Pfoten zuckte, dann die nächste. Ein leises Murren, bevor der Schwanz über den Boden zog und wieder eine Pfote zuckte.
Ein Kater in einem Traum. Rücklings in einem unordentlichen Nest.
Nebelkrähe.
In seinem Traum lag er in einem Baum, strich über das Moos und schlug nach den Blättern. Freude und Gelassenheit waren sein Begleiter. Die Augen leuchteten vor Begeisterung, so durfte doch jeder Tag sein. Ein fantastischer Tag. Da verzerrte sich sein Bild. Vom hellen Gemüt wurde es kurz dunkler. Ein wilder Wirbel an Erinnerungen, die wieder aufklarten als er das Gesicht verzog und meckerte.
Als hätte er darum gebeten kam die Sonne und zeigte ihre Pracht. Erleichtert seufzte er, rollte sich auf die Seite und fiel vom Ast.
Diese Fall im Traum war so echt, dass Nebelkrähe aufschreckte. Bei diesem Schreck drehte er sich wirklich zur Seite und erhob den Körper, blickte verwirrt um sich nur um sich im Kriegerbau wiederzufinden. Müde schmatzend, schnippten die Ohren zurück, der träge Blick glitt über die anderen Katzen und schließlich gähnte er. Ließ sich zurück fallen und streckte die Läufe. Lange dachte der Kater nach was denn für ein Tag sei, welche Zeit und ob er überhaupt Aufgaben hatte.
Da fiel es ihm siedend Heiß wieder ein: Braunellenstern
Sofort sprang der Kater auf, blickte mit großen Augen suchend und verwirrt um sich, bis er den Ausgang fand und stolperte ziemlich Glücklich an allen anderen vorbei hinaus. Niemand wurde angestoßen oder geweckt.
Am Ausgang des Baus überschlug er sich, fiel über die vorderen Pfoten und machte eine Rolle. Sein Fell zerzaust, Reste vom Nest in diesem und nun auch noch einzelne Grashalme. Die blassen Blattgrünen Augen erblickten Braunellenstern, woraufhin sich der Kater direkt aufrappelte und zu ihr stürzte. Ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen blieb er vor ihr stehen. Sein Schwanz schwang entspannt, zugleich verlegen von der einen zur anderen Seite.
“Entschuldige bitte, ich habe verschlafen. Der Traum war so tief, die Welt so fern. Da habe ich gar nicht bemerkt wie spät es überhaupt ist...“
Erst jetzt wo er sie so entschuldigend angesehen hatte, ließ er den Blick kurz schweifen und bemerkte, die noch fehlenden Farben, da die Sonne sich noch nicht vorgearbeitet hatte. Ungläubig stieß er Luft aus, erkannte die Wolke und blickte blinzelnd auf diese hinab. Als sei es sein erstes mal dieses Naturphänomen zu beobachten wiederholte er das Prozedere, vergaß Braunellenstern darüber hinaus. Noch ein drittes mal stieß er die Luft aus, warf dann den Kopf zurück um einer Eule nachäffend in das Lager zu blicken: “Oh...“ Entkam ihm da die Erkenntnis.
Ganz langsam drehte Nebelkrähe wieder sein Angesicht zu Braunellenstern.
Er sah sie an.
Blinzelte einmal.
Ein zweites mal.
Dann lächelte er verlegen.
Wieder blinzelte er.
Das Lächeln verblasste.
Noch ein blinzeln bevor er die Nase rümpfte, grinste und munter sprach: “Guten Morgen, liebste Anführerin. Es ist eine Freude dich zu sehen.“ Bei diesen Worten strahlte sein ganzes Gesicht.
Alias — nessjas
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Der Älteste schleppte sich langsam aus seinem Nest und das erste was er tat, war die Moosfetzen in seinem Fell loszuwerden, darauf folgte eine ausgiebige Fellwäsche - jedenfalls dort, wo er noch gut drankam. Mit dem hohen Alter war es für Plattgesicht nämlich gradezu unmöglich, sich noch an manchen Stellen zu putzen, die zu Kriegerzeiten noch keine Herausforderung darstellten. Erst als die Wäsche beendet war, verließ Plattgesicht den Ältestenbau, doch seine Pfoten führten ihn nicht zu Nebelkrähe und Braunellenstern, die am Lagerausgang warteten, sondern er lief zum Frischbeutehaufen. Dieser hatte gewiss schon bessere Tage gesehen. Vielleicht sollte ich jagen gehen. Ich bin zwar nicht dazu verpflichtet, aber dem Clan würde eine Maus mehr nicht schaden.. Er betrachtete den Haufen, zog sich einen kleinen Spatz raus und begann diesen zu verspeisen. Nach dem Frühstück war Zeit für ein ausgiebiges Strecken und während er das tat, entdeckte er Braunellenstern und Nebelkrähe, die nach wie vor am Lagerausgang standen. »Diese jungen Krieger..kommen überhaupt nicht in die Gänge « grummelte er und beschloss, den beiden einen gefallen zu tun. So lief der Älteste gradewegs auf die Beiden zu »Braunellenstern. Der Frischbeutehaufen füllt sich nicht, indem du deine Jagdpatrouillen am Lagerausgang abhältst. Ihr müsst schon Jagen gehen..die Mäuse werden sich euch nicht vor die Pfoten schmeißen! «tadelte er die junge Anführerin und offenbarte das Offensichtliche: An die Jagdpatrouille zu der er mitgehen sollte, konnte er sich nicht mehr erinnern. »Ich zeige euch jetzt mal, wie wir zu Wurzelsterns Zeiten gejagt haben. Folgt mir, Jungspunde! « miaute er und machte sich auf den Weg, das Lager zu verlassen. »Ich dachte sowieso, dass ich mich mal wieder nützlich machen könnte und mir die Pfoten vertreten kann. Immerhin wird Blumenfell auch nicht jünger..und ihre Moospolster müssten wieder ausgetauscht werden. Sie merkt einfach nicht, wenn sie zum Schmutzplatz muss « quasselte Plattgesicht drauf los, während er die Patrouille in den Dichten Mischwald führte.
Alias — Efeu
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Ein Geräusch ließ Braunellenstern zum Bau der Krieger blicken. Dort lag der dunkle Nebelkrähe der, als er die Anführerin erblickte, sofort aufsprang und zu ihr gehetzt kam. Sein Pelz war noch voller Moosfetzen und es war klar, dass er geradewegs aus dem Nest gefallen war. Er entschuldigte sich und meinte, er habe zu tief geträumt. Die braun gescheckte Kätzin zuckte neugierig mit den Ohren. Oft waren Träume einfach nur Träume, doch vielleicht hatte der Kater ja etwas besonderes geträumt?
”Einen schönen Sonnenaufgang.” , wünschte sie dem Kater und wollte schon ihre Frage stellen, da bemerkte sie, dass er ganz und gar nicht aufnahmefähig war.
Stattdessen betrachtete er seine Atemwölkchen in der kühlen Luft und schien fasziniert davon zu sein. Nach wenigen Atemzügen schien er sich wieder zu fassen, blinzelte mehrfach und lächelte Braunellenstern an, bis er ihr überschwänglich einen Guten Morgen wünschte und miaute es sei eine Freude sie zu sehen.
Die WurzelClan Kätzin zuckte belustigt mit den Schnurrhaaren und ihre Laune erheiterte sich ein wenig. Nun öffnete sie ihr Maul und wollte die Frage stellen, da kam gerade der alte Kater Plattgesicht auf sie zu und tadelte sie, dass sich der Frischbeutehaufen nicht von alleine füllen würde und er sich dachte, er könne sie begleiten um ihnen zu zeigen, wie man zu Wurzelsterns Zeiten gejagt habe. Dass er eigentlich fest eingeplant in dieser Konstellation war, hatte der Älteste wohl vollkommen vergessen.
Mit einem grinsenden Seitenblick zu Nebelkrähe zuckte sie mit den Schultern, als wollte sie sagen ’Na dann los, folgen wir dem senilen aber liebevollen Kater.’ und setzte sich in Bewegung, Plattgesicht hinterher, der gerade von Blumenfells Inkontinenz sprach, was Braunellenstern erneut belustigt mit den Schnurrhaaren zucken ließ. Sie fragte sich, ob der braune Kater schon immer so offen über solche Dinge sprach oder ob das erst im zunehmenden Alter kam.
”Hallo Plattgesicht.” , miaute sie nun. ”Es freut mich sehr, dass du uns begleitest. Vielleicht können wir den Frischbeutehaufen durch dich gut füllen. Und falls sich bis zu unserer Rückkehr noch keiner um die Moospolster gekümmert hat, werde ich das in Auftrag geben oder selbst erledigen.”
Braunellenstern mochte es, auch mal Arbeiten zu tätigen, die eigentlich für Schüler oder als Strafen gedacht waren. Sie wollte beweisen, dass sie sich für keine Arbeit zu schade war und so dem Clan näher kommen, ihm zu zeigen, dass sie eine gute Wahl als Anführerin war, auch wenn es bestimmt noch immer die ein oder anderen Zweifler gab. Und mal nach den Ältesten zu schauen war für die Kätzin definitiv keine Strafe, sondern eher eine Wohltat, denn schließlich waren die alten Katzen mit Weisheit gesegnet.
Alias — Kadse
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Die Welt war schon sonderbar. Und manchmal hielt sie für die Kauzigen auch die Welt an. So wohl auch für den Glückskater im Nebelkrähengewand.
Zwar registrierte er das Zucken der Schnurrhaare von Braunellenstern, konnte ihren Grund jedoch nicht herleiten. Dafür hielt er aber seinen Blick so lange auf sie stand, dass das schielende Paar Augen ihn noch lustiger aussehen ließ als wohl ohnehin schon. Als sie dann noch ihr Maul öffnete und ihn da so stehen ließ wie ein Fisch der versuchte zu Atmen, legte Nebelkrähe den Kopf schief. Er betrachtete ihre Zähne und begann sie zu zählen. Dabei überlegte er, ob dies die Absicht der Anführerin war oder ob sie etwas sagen wollte. Doch ehe er etwas sagen konnte, vernahm er die Stimme des Alten Katers Plattgesicht: “Braunellenstern. Der Frischbeutehaufen füllt sich nicht, indem du deine Jagdpatrouillen am Lagerausgang abhältst. Ihr müsst schon Jagen gehen.. die Mäuse werden sich euch nicht vor die Pfoten schmeißen!“
Nebelkrähe wandte den Kopf zu dem Großvater von... Hoppelsprung? Oder war es Ginsterpelz? Ach er bekam es einfach nicht auf die Reihe.
Er wandte den Blick wieder zu Braunellenstern, weil er nun noch verunsicherter wurde als ihm die Vermutung aufkam, dass doch der Alte auch an ihrer Patrouille teilnehmen sollte. Er wusste nun also nicht nur nicht mehr wessen Großvater es war, er wusste auch nicht mehr ob Plattgesicht überhaupt zum Tross dazu gehörte. Doch die Anführerin schien sich nicht zu stören und es mit Humor zu nehmen, so schwieg Nebelkrähe.
Auch weil er bereits im nächsten Gedankensprung war: Mäuse die sich vor die Pfoten warfen.
Diese Idee fand er durchaus amüsant, beeindruckend und erstrebenswert.
Das weitere Geplänkel der Beiden hörte er halbherzig mit, während seine Pfoten den beiden folgte.
“Ich helfe dir Braunellenstern.“ , schoss es aus dem Kater raus noch ehe er wusste worum es wirklich ging. Alleine dass er es anbot war eine Überraschung. Schließlich lag er eher faul und müde rum.
Apropros Bequemlichkeit. Sein Kopf schob sich etwas nach links, sein Schwanz glitt in die Luft als er zu Plattgesicht miaute: “Also bei mir werfen sich Mäuse eigentlich vor die Füße.“ Wenn er zumindest den Winkel der Betrachtung umdrehte stimmte dies ja.
Nicht dass sie es hier am Boden täten, allerdings wenn er auf den Bäumen lag und lang genug wartete...
Dann kam die Beute zu ihm. Das war schon immer so.
Vielleicht sollte er heute mal versuchen ob die Beute auch so vor seine Pfoten hüpfte? Mit etwas Zuversicht wird das sicher klappen.
Alias — nessjas
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Plattgesicht lief stolz voraus »Na gut, dann gehen wir mal los zum Dichten Mischwald. Dort kann man zu jeder Jahreszeit Beute finden, selbst in der Blattleere, aber da sind wir ja noch nicht angekommen..oder war sie schon? Nein, nein..Blumenfell hatte noch keine Schnupfnase, die treibt mich immer wieder aufs Neue in den Wahnsinn « schnaufte der Älteste und war sehr motiviert für diese kleine Jagdpatrouille. »Wie laufen die Patrouillen Braunellenstern? Macht der GlutClan wieder Ärger? Ich sage dir, diese Felsenhirne planen immer den nächsten Mäusedung. Man muss auf Zack sein, darf sie nicht aus den Augen verlieren und vor allem.. « miaute er und sah kurz zu seinen Pfoten. Er verlangsamte seinen Schritt. »Ja vor allem..ich meinte..was ich sagen wollte war « miaute der Kater nachdenklich und schnaufte »Ich habe es vergessen « gab er dann zu und setzte den Weg einfach fort. Schließlich kam die Patrouille im Dichten Mischwald an »Also Braunellenstern. Ich will dir ja nicht komplett die Arbeit einfach vor den Pfoten wegschnappen. Dann teile uns mal ein. Ich spüre es schon in den Pfoten kribbeln - wobei das könnten auch nur Flöhe sein « raunte der Älteste und wartete darauf, dass die Kätzin die kleine Gruppe einteilte und sie sich im Wald aufteilen würden. Er blickte zu Nebelkrähe, der ebenfalls Teil dieser Patrouille war »Sag mal Nebelkrähe. Wie ergeht es dir denn in der letzten Zeit? « fragte er neugierig und versuchte sich kurz hinter dem Ohr zu kratzen, was aber nicht so gelingen wollte. Er war noch nie der beweglichste gewesen und mit den Monden ging es umso schwieriger. »Also ich kann sagen, dass es mir noch sehr gut geht..Aber eins ist klar, wenn die Blattleere kommt, muss ich mich schonen. In der letzten Blattleere hatte ich grünen Husten und damit ist gar nicht zu spaßen. Ich habe ja ohnehin schon manchmal Probleme beim Atmen! Du musst mich mal hören, ich schnarche lauter als jeder Dachs! « lachte Plattgesicht mit rauer Stimme und wartete auf die Einteilung von Braunellenstern und die Antwort von Nebelkrähe.
Alias — Efeu
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Als Nebelkrähe ihr anbot, mit den Moospolstern der Ältesten zu helfen, blinzelte Braunellenstern kurz überrascht. Sie hatte von dem dunklen Kater definitiv nicht mit solch einer Aussage gerechnet, doch sie lächelte ihn warmherzig an.
”Danke Nebelkrähe, das wäre super.” , schnurrte sie und folgte dem Ältesten weiter durch den Wald.
Dass dies auch ihr eigentlicher Zielort war, schien Plattgesicht ebenfalls vergessen zu haben. Doch die Kätzin wollte es ihm nicht vorwerfen oder etwas dazu sagen, dass seine Erinnerungen nicht mehr so da waren, wie sie es früher einmal waren. Nein, vielleicht würde sich der Älteste gekränkt oder vor den Kopf gestoßen fühlen. Oder er würde mit Wut und Ärgernis reagieren und Braunellenstern wollte Plattgesicht definitiv nicht loswerden und verärgern. Also hörte sie dem Kater zu, der trotz seines Alters und der Vergesslichkeit immer noch sehr viel zu wissen schien, was der Anführerin womöglich noch helfen könnte.
”Die Patrouillen laufen soweit ganz gut. Aber ja, der GlutClan macht Probleme. Aber nichts, worum wir uns nicht kümmern könnten.” , erklärte sie und hoffte, sie besorgte ihn nicht. Ja, der GlutClan machte ihr große Sorgen, aber das musste Plattgesicht in seinem Alter ja nicht auch noch zusätzlich beschäftigen und ihn in Gedanken quälen. Besonders als er auf die Pfoten sah und nicht mehr wusste, worauf er hinaus wollte und was er sagen wollte. Es zog in Braunellensterns Brust und ihr Innerstes zog sich schmerzlichst zusammen. Plattgesicht tat ihr so leid. Aber es zeigte großen Mut und Stärke sich selbst einzugestehen, dass man vergessen hatte, was man sagen wollte. Das rechnete sie Plattgesicht hoch an.
An ihrem Ort angekommen, verlangte der Älteste von ihr, sie einzuteilen. Doch was sollte sie einteilen? Sie waren zu dritt, einer würde alleine jagen gehen, aber zwei könnten zusammen jagen. Oder meinten sie, in welche Richtung wer gehen sollte? Die Kätzin war kurz ein wenig überfordert und blinzelte mehrmals.
Zum Glück fragte der Älteste den Krieger dann nach seinem Wohlbefinden und die Kätzin sah sich um, während sie den Katern bei ihrem Gespräch lauschte. Als der alte Kater erwähnte, er schnarche wie ein Dachs, trat ein sanftes Lächeln auf Braunellensterns Lippen und sie sah zurück zu den Katern.
”Okay, Nebelkrähe, du gehst in diese Richtung, Plattgesicht, du hier lang und ich werde diesem Pfad folgen.” , miaute sie mit fester Stimme und zeigte mit ihrem Schweif in die jeweilige Richtung.
Ihre eigene war etwa mittig zwischen den Katern. Sie würde aber näher bei des braunen Katers bleiben, falls dieser eine Ratte finden und in einen Kampf geraten würde oder, falls der Älteste irgendetwas anderes brauchte. Sie wollte ihn nicht gänzlich alleine und ungeschützt lassen, aber das musste er ja nicht unbedingt wissen.
”Eine gute Jagd euch. Hoffentlich kehren wir mit ausreichend Beute zurück.” , miaute sie und berührte Plattgesicht freundschaftlich mit ihrem buschigen Schweif an der Flanke und blinzelte ihn langsam an, ehe sie sich in ihre Richtung entfernte und dabei schon die Luft prüfte. Sie genoss den Sonnenaufgang sehr, wie die Sonne sich langsam ihren Weg der Strahlen durch die Bäume hindurch bahnte.
Der Geruch einer Maus fuhr ihr in die Geruchsknospen und intuitiv ließ sie sich sofort in ein Jagdkauern fallen, um sich anzuschleichen. Die gemusterte braune Kätzin war keine schlechte Jägerin, doch sie glaubte fest daran, dass es der SternenClan war, der sie bei jeder Jagd und in jedem Kampf leitete. Sie war nicht besessen von den Ahnen oder fanatisch, doch sie glaubte fest an den SternenClan und seine Prophezeiungen und Warnungen. Und wenn der SternenClan wollte, dass sie diese Maus nun fing, dann würde sie die Maus auch fangen. Und genau so kam es auch.
Die Anführerin des WurzelClans sah die braune Feldmaus in der Nähe eines Gebüschs nach Futter suchen und lautlos näherte sie sich, vorsichtig darauf bedacht die Pfoten langsam und sacht aufzusetzen. Einen Sprung später und sie verscharrte den leblosen Körper der Maus unter etwas Erde und Laub. Wie ihr Freund Plattgesicht wohl bei der Jagd zurechtkam?
Alias — Kadse
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Entweder hatte Plattgesicht ihn nicht gehört oder gekonnt ignoriert. Vielleicht war es auch beides. Nachdenklich hierüber legte die Nebelkrähe ihren Kopf schief und schnippte das unterste Ohr weg. Sollte er etwas sagen? Doch hierzu kam er gar nicht. Denn der Älteste sprach als wäre er ein Wasserfall ohne Ende. Belustigt zuckten die Schnurrhaare, zugleich lauschte er ihm gebannt, nicht sicher ob er lachen durfte bei diesen ausführlichen und ausufernden Erklärungen zugleich den Hinterfragungen und zurück gehopse – als sei sein Kopf ein junger Kater. Sprunghaft.
Einen Großteils des Geplänkels verpasste Nebelkrähe, da er geflissentlich gähnte und langsam hinter den beiden her trottete. Sein Blick glitt über den Waldboden, als könnten sie dort etwas wichtiges entdecken, sprangen dann prüfend zu Plattgesichts Pfoten als er vernahm, dass er seine Pfoten kribbeln spürte – durch Flöhe. Ob er sie sehen könnte wenn er nah genug heran kam? Oder würden sie dann zu ihm über setzen?
Eigentlich wollte er dies nicht.
Und bevor Nebelkrähe auf dumme Gedanken kam, sprach Plattgesicht ihn bereits an: “Sag mal Nebelkrähe. Wie ergeht es dir denn in der letzten Zeit?“ Während er zusah, wie Plattgesicht ungelenk irgend eine Akrobatik vollzog. Überlegte der Kater einen Moment was genau passiert war in letzter zeit. Da fiel ihm die alte vom Nebelclan ein und sofort erschien ein strahlendes Lächeln auf seinem Gesicht: “Ich wurde als passabler Schwimmer bezeichnet. Von einer Nebelclan Kätzin.“ Als die Erinnerung von der Jagd mit Holunderzweig und ihrem Streich wieder hoch kam, verdunkelte sich das Gesicht und der Blick wanderte unsicher in den tiefen Mischwald. Sollte er wirklich alleine gehen? Schon wurde er wieder von Plattgesicht abgeholt und abgelenkt. “Heißt das, du vertreibst auch jeden Dachs?“ , kam es belustigt und neugierig heraus. Vielleicht sollten sie Plattgesicht an den Eingang des Lagers postieren – zur Verteidigung vor Dachsen. Dies wäre sicher amüsant.
Weniger amüsant war der grüne Husten.
So war er Braunellenstern äußerst dankbar, als diese sich wieder einklinkte und die Aufteilung machte. Ohne länger nach zu denken nickte Nebelkrähe und machte sich auf den Weg. Nachdenklich wanderte sein Blick über die Umgebung und er beschloss, dass es klüger war auf dem Baum zu jagen. So erklomm er den nächstgelegenen und sprang lautlos von Wipfel zu Wipfel, bis er sich langsamer bewegte, an den Ast duckte und prüfend um sich blickte. Er roch einen Vogel. Einen Raben. Eine gefährliche Beute, vielleicht gefährlicher als Ratten – nein ziemlich wahrscheinlich. Gleichzeitig wäre es perfekt für den Wurzelclan.
Vorsichtig glitt er vor, versuchte aus zu machen von wo der Geruch kam und wechselte so selten wie möglich den Baum. Da sah er ihn. Auf einem Ast sitzend, mit etwas im Schnabel, das er wohl knacken wollte.
Sein Schwanz glitt von der einen zur anderen Seite, bevor er inne hielt. Es gab nur noch den Raben und ihn. Schließlich stieß sich Nebelkrähe vom Ast ab und auf den Raben zu. Dieser hatte seine Aufmerksamkeit auf etwas anderes gerichtet gehabt, erkannte den Jäger zu spät und wurde von ihm vom Ast geworfen.
Der Gefiederte breitete die Schwingen aus, Nebelkrähe landete kurz, drückte sich wieder ab und schnappte den Vogel im Flug, bevor er sich an einen Ast krallte und daran hochzog. Ein um sich schlagender Rabe, dem er schnell den Tod schenkte bevor er weiter leiden musste.
Danke, Ahnen, für diese großé Gabe.
Alias — nessjas
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Die Anführerin antwortete dem Ältesten, dass der GlutClan wieder Probleme mache und belustigt schnaubte der Älteste »Wann hat er das mal nicht, Braunellenstern? Du kennst doch die Geschichte: Schon bei der Entstehung der Clans, hat Glut Ärger gemacht und du weißt doch, der Baum verfault von der Wurzel her « miaute er ruhig. Ja, der kriegerische Clan war seit der Entstehung schon immer auf Ärger aus. Und weil Wurzelstern der Bruder von Glut war, war eben besonders der WurzelClan im Visier der Felsenhirne. »Er war ein Hitzkopf durch und durch « nickte Plattgesicht als er sich an den feurigen Kater erinnerte, der den Clan gegründet hatte. Ein arroganter Besserwisser in seinen Augen.
Nebelkrähe hingegen hatte zu berichten, dass er ein passabler Schwimmer sei und anerkennend nickte der Kurzhaarige »Mich bekommen keine zehn Dachse ins Wasser, sag ich dir! Nicht, dass ich es nicht mal versucht hätte. Aber ich bin kein guter Schwimmer, ganz und gar nicht! « erzählte er und lachte leicht, als Nebelkrähe wissen wollte, ob sein Schnarchen auch Dachse vertreiben konnte. »Das weiß ich nicht, Jungspund. Als damals ein Dachs in unser Lager kam, war ich jedenfalls wach und am kämpfen. Wer weiß, hätte ich geschnarcht, wäre er vielleicht fern geblieben. Du bist sehr lustig, Krieger « schnaufte Plattgesicht und als Braunellenstern sie einteilte, nickte Plattgesicht zustimmend. Dann stapfte er los und war bereit, etwas Beute für den Clan zu besorgen. Mit der kurzen Nase witterte er kritisch die Luft. Er konnte absolut nichts wittern und so lief Plattgesicht etwas weiter ins Unterholz, wo er schließlich den Duft eines Vogels riechen konnte. Der Gesang verriet dem Kater, dass es sich um ein Rotkehlchen handelte. Sofort begab der Älteste sich in Lauerstellung und schlich sich an die Beute an. Ruhig Blut, Plattgesicht. Einen Vogel wirst du schon schaffen!
Langsam schlich er näher und schließlich stieß sich der alte Kater ab, stürzte auf den Vogel zu und tötete das kleine Federvieh mit einem kräftigen Biss. Still dankte er den Ahnen und kehrte dann mit dem Vogel zurück zu der Lichtung, von der er kam. Er scharrte Blätter und Moos über die Beute und wollte nochmal sein Glück versuchen. Wenn die alten Knochen nicht rebellieren! Bald, in der Blattleere, würden sie wieder so schmerzen!
Alias — Efeu
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