Die junge Schülerin lauschte den Worten der älteren Katze mit Interesse. Sie wollte nichts fressen, also nickte Maulbeerpfote nur und respektierte das. Auch wenn sie gerne ihr Glück versucht hätte, doch es gab immer ein anderes Mal. Und im WurzelClan machte man schließlich nur die Beute, die auch wirklich nötig war und ließ den restlichen Wald wachsen.
Nach kurzer Zeit sprach Sonnenruf zu der Schülerin, ob sie mit ihrer Schwester nicht schaue, ob sie Blätter und Moos fänden und erklärte der Kätzin - die sich als Wind über offenem Moor vorgestellt hatte - wie man im WurzelClan Ältesten die letzte Ehre erwies, wenn man merkte, dass es mit ihnen zu Ende ging. Drosselruf mischte sich ein und meinte, er käme auch mit, was Dünenwind zu freuen schien. Die drei Katzen setzten sich in Bewegung. Maulbeerpfote merkte, dass ihr das gut tat. Sich zu bewegen. Die Worte von Wind über offenem Moor klangen so traurig, dass Maulbeerpfote sich schon beinahe in ihre eigene Gedankenwelt geflüchtet hätte. Doch nun etwas zu tun zu haben half der jungen Schülerin, die sich sofort suchend nach Moos umschaute. Blätter gab es zu der Jahreszeit schon einige auf dem Boden, aber sie würden bestimmt nur das beste vom Besten mitnehmen.
Ihre Schwester stupste sie sanft an und fragte, ob sie den Vogel noch wittere und ihr Glück versuchen möchte. Maulbeerpfote witterte, doch der Vogel von zuvor schien nicht mehr da zu sein. Aber ein anderer Geruch stieg ihr nach einigen Herzschlägen in die Nase. War es Maus? Oder Ratte? Das konnte sie noch nicht so gut auseinander halten. Tot war der Geruch für sie gut zu erkennen, doch jetzt verunsicherte es sie ein wenig.
”Ich… rieche Maus oder Ratte?” , miaute sie zögernd. ”Wenn es eine Ratte ist, gibst du mir Deckung?”
Die Frage wäre eigentlich unnötig gewesen. Maulbeerpfote wusste, dass Dünenwind ihr immer Deckung geben würde, doch irgendwie wollte sie es dennoch fragend überprüfen. Als Sicherheit für sich selbst.
Noch einmal prüfte die Schülerin die Luft, um die Ratte zu orten und machte sich bereit in die Richtung los zu schleichen, sobald Dünenwind ihr das Zeichen geben würde, dass sie dabei wäre.
Alias — Kadse
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Something new - something truly interessting
Irgendwie wurde es hektisch. Turbulent vielleicht sogar. Nicht dass etwas besonderes passierte, doch es kam Bewegung in die Gruppe. Ideen und Muskelspannungen. Auf Nebelkrähe machte es einen unglaublich geschäftigen und hektischen Eindruck.
Schon erschöpft, bevor überhaupt jemand los rannte oder er eingebunden wurde, ließ er sich leise stöhnend umfallen. Seine Pfoten berührten sacht die Fremde. Ein kurzes sanftes Lächeln, entschuldigend und zugleich freundliche Bande knüpfend, sollte sie Entschädigen für die Unanehmlichkeit.
Die Gedanken der Krähe wanderten. War sie gemeint mit Beobachterin des Waldes? Sie wirkte wie eine. Weise. Alt. Viel gesehen und viel Wissen. Zugleich fragte er sich ob es wirklich in Ordnung war sie so vieles zu fragen. Das Sprechen fiel ihr doch so schwer. Und sie konnte sich kaum noch halten. Gleichzeitig wollte er mehr. Mehr wissen. Mehr hören, mehr erfahren, schmecken und fühlen.
Er liebte Geschichten und er liebte es sie weiter zu verbreiten. Sie zu teilen und zu belustigen wenn die Tage schwer waren und die Katzen bedrückt. Sie gaben Hoffnung, Leichtigkeit und ließen Herzen erwärmen.
Einen Moment lang schwang sein Schweif herum ohne zu wissen wohin er sollte, schließlich legte die Nebelkrähe ihn sanft um die Fremde. Eine Geste um sie einzuschließen in ihrer Runde. Seine Wärme zu teilen und zu zeigen dass sei da waren.
Sollte sie auf ihrem letzten Weg noch etwas Wärme erhalten.
Für einen Herzschlag kam die Frage auf, wieso ihre Familie nicht bei ihr geblieben war. Doch diese verschwand, als die Kätzin erläuterte wie schlimm es um ihren Freund stand. Die moosgrünen Augen tasteten ihren Körper ab. Glitt wieder über die Zeichnungen und rätselten über Bedeutungen. Es hatte etwas. Interessantes.
“Unter Wurzeln alter Bäume... guter Ort zum Ruhen ist.“ , der Kater schnurrte zustimmend. Sie versprachen sie hier zu verewigen und zu ehren wie ihre eigenen. Niemand von ihnen wusste wie schnell diese Ruhe der Katzen gestört werden sollten und der stille Fleck geschändet. Wie wild, ungemütlich, blutig und schreiend die Umgebung sich ändern würde. Der Ahnenbaum seine Tränen vergießen würde über das Leid das diesen Ort noch ereilt.
“Stamm des silbernen Himmels.“ , flüsterte der Kater ehrfürchtig als sie davon Sprach und blickte zum Himmel ohne den Kopf zu wenden. Wann war er silbern? In der Nacht? Oder sah der Himmel generell anders aus als hier, dort wo sie her kam? Vielleicht war der Sonnenlauf ja auch anders oder die Farben wenn sie sich aus der Ruhe erhob, ihren Lauf nahm und dann wieder ins Bett brachte. Nebelkrähe schloss die Augen, wedelte etwas aufgeregt mit dem Schwanz, wobei er Wind über das Fell strich, und schnurrte.
“Ich dachte die Aufgabe eines Anführers sei immer gewesen die anderen zu führen? Kluge Entscheidungen zu treffen..“ , miaute er schließlich. Verwarf dann den Gedanken und äußerte noch schneller: “Du scheinst spannende Orte zu kennen Wind. Orte alter Kräfte.. Das klingt spannend. Was meinst du damit genau?“
Sein Blick und die Aufmerksamkeit wanderte wieder zu denen die gingen, bevor er nachdenklich den Kopf hob und die Ohren zur Seite schnippte. Felsensprung blieb mit ihm bei Wind und bot an vom Clan zu erzählen. So ließ Nebelkrähe wieder den Kopf sinken und rollte sich etwas näher an Wind heran.
Er schloss die Augen und begann schnurrend einzudösen.
Alias — nessjas
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Die Worte der alten Kätzin begleiteten Dünenwind noch eine ganze Zeit lang, auch wenn sie sich mit Drosselruf und Maulbeerpfote allmählich immer weiter entfernte.
Sie hatte sich augenscheinlich gefreut, dass ihre Clangefährten sie auf ihrem letzten Weg begleiten wollten und Dünenwind wunderte sich abermals über die Kaltherzigkeit ihres Stammes, der sie einsam und schutzlos zum Sterben zurückließ. Nachdem sie so viel für ihresgleichen getan hatte verdiente sie sicherlich einen würdevolleren Abschied. Trauer erfasste die sonst so optimistische Kätzin und ihre Pfoten fühlten sich ein wenig schwerer an, ihre Schritte mühsamer.
“Ende nahe ich weiß… weil Körper flüstert. Knochen schwer...Atem dünn...Herz müde. Ahnen nicht rufen laut. Sanft sie rufen. Wie Wind durch Gras.“ Dünenwind seufzte leise, bevor sie sich entschieden den kurzen Pelz schüttelte. Zeit für andere Gedanken. Sie konnten den Lauf der Natur nicht verändern, doch zumindest konnten sie dafür sorgen, dass es eine sterbende Katze in ihren letzten Stunden bequem und warm hatte. Und dass sie nicht alleine war. Dünenwind straffte die Schultern und sah hinab zu Maulbeerpfote, die geschäftig nach dem Vogel schnupperte. Auch die Kriegerin konnte das gefiederte Tierchen nicht länger ausmachen, doch dafür hatte ihre Schwester etwas anderes gewittert. Maus oder Ratte? Dünenwind kannte die Antwort, ihr erfahreneres Näschen konnte sie aus der Brise herauslesen. Doch sie schwieg und stupste ihre Schwester aufmunternd an.
“Klar geb ich dir Rückendeckung! Immer!“ , schnurrte sie und hob den Blick kurz zu Drosselruf, der in der Nähe stand, fragend. Sicherlich tat es der jungen Schülerin gut, auf andere Gedanken zu kommen und der Clan brauchte sowieso Beute. Lautlos schlich sie hinter ihrer kleinen Schwester her, die sich tatkräftig auf den Weg machte. Erneut warf Dünenwind Drosselruf einen Blick zu, ob er die Beute nicht von der anderen Seite aus abfangen wollte, wenn Maulbeerpfotes Versuch misslingen sollte. Dünenwind selbst würde der hellen Kätzin nicht von der Seite weichen.
Vom Wald gezeichnet
Alias — Haku
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And who are you, the proud cat said
Wind ließ ein raues Schnurren hören. "Bleiben ihr wollt…" , murmelte sie langsam mit einem müden Lächeln. "Freundlich das ist. Nicht allein ich gehen dann." , fügte sie hinzu und schloss für einen Herzschlag die trüben Augen. Felsensprung musterte ihr bemaltes, altes Gesicht. "Freund… krank er war." , fuhr sie schlussendlich fort. "Kälte in Knochen… Atem kurz… Geist schon halb bei Sternen." Die Schweifspitze der Alten zuckte schwach. "Gefunden wir haben, was brauchen wir. Kräuter… Wasser aus kalter Quelle… alter Stein, unter dem sie wachsen." , erzählte sie und schnaufte leise. "Leben ihm gegeben vielleicht… oder nur Zeit. Manchmal Unterschied keiner ist." Dann öffnete sie ihre Augen langsam wieder und drehte ihren Kopf, um Nebelkrähe anzublicken. "Weg ich kannte… weil Wächterin ich war." , sprach Wind weiter. Ihre Stimme klang fast stolz trotz ihrer Müdigkeit. "Wächter gehen voraus… sehen Pfade, die andere sehen nicht. Darum sie folgen mir." Wind atmete einmal kurz durch. "Jetzt Wächter anderer sein wird. Wind bleibt nie ewig an einem Ort."
Ihr Blick glitt weiter zu Dünenwind. "Ende nahe ich weiß… weil Körper flüstert. Knochen schwer… Atem dünn… Herz müde." Wind blinzelte einmal langsam. Wie viel Zeit bleibt ihr noch? Felsensprung konnte es nicht genau sagen, war er doch kein Heiler. Doch sicher nicht mehr viel. "Ahnen nicht rufen laut. Sanft sie rufen. Wie Wind durch Gras.“ Ein schwaches Lächeln huschte über Winds Gesicht. "Und hören ich kann sie." Langsam senkte sich ihr trüber Blick zu Boden. "Freund leben wird vielleicht noch viele Blattwechsel. Das gut ist." , miaute sie mit einem weiteren, rumpelnden Schnurren. "Wächterin sein ich war lange. Genug das ist." Ihr Blick glitt den Ahnenbaum hinauf. "Unter Wurzeln alter Bäume… guter Ort zum Ruhen ist."
Einige Herzschläge lang schwieg Wind. "Moos ihr bringen wollt…" , murmelte sie leise und blinzelte müde. "Weich das klingt." Als sich der Kater zu ihr gesetzt hatte, blinzelte die alte Kätzin langsam und löste ihren Blick von den Zweigen des Ahnenbaums, um ihn anzublicken. Aus der Nähe konnte er die Bemalungen sogar besser erkennen. "Stamm…" , murmelte sie bevor ihr Blick in die Ferne wanderte. Felsensprung folgte ihrem Blick als könnte er sehen, was sie sah. "Stamm des Silbernen Himmels wir heißen." , begann sie schließlich mit einem schwachen, fast stolzen Schnurren. "Katzen dort leben nicht wie Clans… anders Wege sie gehen." Sie schloss ihre Augen langsam für einen Herzschlag bevor sie weitersprach."Anführer es gibt… über Stamm er wacht. Anführerin ich war… doch führen auch meine Aufgabe es war. Pfade ich kenne… Orte alter Kräfte… Quellen, Steine, Pflanzen unter Erde." , fuhr sie fort bevor sie einmal kurz durchatmete. "Seher an Seite des Wächters steht. Kräuter sie kennen… Zeichen der Ahnen lesen… Geist des Stammes hüten. Wächter folgen danach. Um zu schützen Stamm... und Gebiet." Ihre Ohren zuckten leicht. "Jäger ziehen über Moor… schnell sie sein müssen. Wind stark dort weht… Beute hört alles." , fuhr sie fort und ihr Blick wanderte wieder zu Felsensprung. "Zukünftige zu Wächter oder Jäger ausgebildet werden. Und Älteste Geschichten tragen... Erinnern Stamm daran, wer wir waren… und wer wir noch sind." Sie blinzelte einmal müde. "Von eurem Clan hören… gern ich würde." , miaute sie bevor ihre Stimme leiser wurde. "Ferne Geschichten… schönen Klang sie haben."
Felsensprung hatte registriert, dass sich Dünenwind und Maulbeerpfote Drosselruf angeschlossen hatten. Aufmerksam hatte er Winds Erklärung zu ihrem Stamm - dem Stamm des Silbernen Himmels - gelauscht. Interessant... Also ist der Aufbau ihres Stamms unseren Clans ähnlich...
Der braune Kater ließ seinen bernsteinfarbenen Blick für einen Herzschlag über die Umgebung des Ahnenbaums schweifen. "Unser Clan nennt sich WurzelClan. Neben ihm gibt es noch den GlutClan, NebelClan und BrisenClan in diesem Gebiet." , begann der Kater mit seiner Erklärung. Sein Blick kehrte zu der alten Kätzin zurück. "Unsere Clans sind ähnlich aufgebaut. Wir haben auch einen Anführer. Ihm steht sein Stellvertreter, der zweite Anführer, zur Seite, der den Clan übernimmt, wenn der amtierende Anführer sein letztes Leben verliert. Jeder Clan hat zusätzlich einen Heiler, ähnlich eurem Seher. Auch unsere Heiler heilen die Kranken und Verletzten und Empfangen Zeichen unserer Ahnen. Anführer können ebenfalls Zeichen der Ahnen empfangen." , erklärte Felsensprung ruhig weiter. "Wir unterscheiden allerdings nicht zwischen Wächtern und Jägern. Bei uns gibt es Krieger, die sowohl den Clan und das Gebiet verteidigen als auch jagen. Unsere Zukünftigen heißen Schüler und werden von ihrem jeweiligen Mentor ausgebildet, der ihm vom Anführer zugewiesen wird. Die Königinnen sind unsere Mütter. Es gibt trächtige Kätzinnen, die schon einige Zeit vor ihrer Niederkunft in die Kinderstube ziehen, manche ziehen aber auch erst kurz vor der Niederkunft ein. Nach der Geburt ihrer Jungen bleiben sie für 6 Monde in der Kinderstube bis ihre Jungen zu Schülern ernannt werden. Anschließend ziehen sie wieder in den Kriegerbau. Und die Ältesten dürften sowohl bei deinem Stamm als auch bei unseren Clans gleich sein." , fügte Felsensprung mit einem Hauch Belustigung hinzu. Eine weitere Frage interessierte ihn allerdings schon. "Unsere Anführer haben 9 Leben, die ihnen von ihren Ahnen verliehen werden. Hattest du auch 9 Leben?" , fragte er fast etwas neugierig.
der Frostige
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