Der Nachthimmel hing schwer und grau über dem stillen Seerosenteich. Kein Wind regte die Wasseroberfläche, und doch schien ein leises Flüstern durch die Luft zu gehen - so subtil, dass man sich fragte, ob es der eigenen Einbildung entsprang.
Die kleine Insel in der Mitte des Teiches schimmerte im schwachen Mondlicht, als trüge sie ein verborgenes Geheimnis unter der glatten, dunklen Oberfläche. Das Wasser glitzerte seltsam, fast lebendig, und jedes Zucken des Lichts ließ Schatten über die Ufer tanzen.
Seltsame Stimmen, leise und unverständlich, drangen hinüber, als würden sie aus der Tiefe selbst kommen. Wer oder was auch immer hier verweilte, wartete - wartete auf die Mutigen, die den Weg über das dunkle Wasser wagen würden.
Die Nacht war still, aber voller Erwartung. Die Antwort auf das Flüstern lag verborgen am Ufer der Insel und nur wer den Mut hatte, nach ihr zu suchen, würde erfahren, welche Geheimnisse die Wasseroberfläche wirklich verbarg.
Unbekannte Pfote
Alias — Leitung
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Eigentlich hatte diese Nacht der Jagd gehört. Die Beute war in den letzten Tagen vorsichtiger geworden, hatte sich tiefer ins Schilf zurückgezogen, und Schneestern hatte beschlossen, die kühle Stille nach Mondhoch zu nutzen. Fische stiegen oft näher an die Oberfläche, wenn alles schlief. Es sollte eine ruhige, konzentrierte Jagd werden
Doch als sie den Seerosenteich erreicht hatten, war da mehr gewesen als nur das leise Platschen von Flossen.
Der Seerosenteich lag wie ein dunkles Auge in der Nacht, unbewegt und doch wach. Schneestern trat aus dem Schilf, und das fahle Mondlicht legte sich auf ihr schneeweißes Fell, bis es schimmerte, als hätte der Himmel selbst eine seiner Wolken herabgesandt. Ihr mittellanger Pelz wirkte weich im Schein der Sterne, doch unter der hellen Oberfläche spannte sich Kraft. Sehnige Muskeln zeichneten sich unter dem dichten, wasserabweisenden Fell ab.
Am Ufer hielt sie inne. Ihre eisblauen Augen ruhten auf der kleinen Insel in der Mitte des Teiches, und für einen Herzschlag war sie vollkommen reglos. Nur ihr buschiger Schweif schwang langsam hinter ihr, ein leises Pendeln, das ihre Gedanken ordnete.
Kristallregen stand dicht bei ihr. Ein kurzer, warmer Blick glitt zu ihrer Tochter, ruhig und vertrauend. Blitzgeist und Schilfohr hielten sich in ihrer Nähe auf. Schneestern nahm jede Regung wahr, jedes feine Zittern im Schilf, jede Veränderung im Atem ihrer Begleiter. Der Clan war für sie ein Geflecht aus Leben, und sie kannte seinen Klang.
Das Flüstern über dem Wasser war kaum greifbar. Eher ein Ziehen unter dem Fell, ein Wispern, das nicht durch die Ohren kam. Schneestern kannte solche Nächte aus ihren Träumen. Nächte, in denen der Schleier zwischen den Welten dünner wurde und die Ahnen näher rückten. Langsam setzte sie eine Pfote ins Wasser. Die Oberfläche gab kühl nach, glatt wie polierter Stein. Ihr Fell glitt durch die Dunkelheit, ohne sich schwer anzufühlen. Ein tiefer Atemzug hob ihren Brustkorb. „Spürt ihr es?“ fragte sie leise, ohne den Blick von der Insel zu lösen. Für einen Moment lauschte sie. Dann richtete sie sich ein wenig auf, ihre Stimme ruhig und klar.
Der SternenClan spricht… in Zeichen.
Doch ihre Gedanken waren nicht ruhig. „Wir gehen gemeinsam, außer ihr habt was dagegen einzuwenden.“ Ihre eisblauen Augen glitten über Kristallregen, Blitzgeist und Schilfohr. „Was dort wartet, tut es nicht ohne Grund.“
Mit gleichmäßigen, kraftvollen Bewegungen glitt sie weiter ins Wasser. Ihre langen Beine arbeiteten ruhig unter der Oberfläche, ihr Schweif lenkte sicher durch die Dunkelheit. Das Mondlicht brach sich auf ihrem weißen Fell und ließ sie wie einen hellen Schatten über den Teich ziehen. Sie blieb stehen, als ihre Clankameraden sprachen.
Ihre Augen blieben wach. Sie war bereit; weiter zu gehen oder zu halten, falls ihre Gefährten dies wünschten.
Sternentänzerin
Alias — Leni
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Whispers Across the Water
Blitzgeist hatte sich auf die nächtliche Jagd gefreut. Es ging ihm nach wie vor nicht aus dem Kopf, selbst nach 28 Monden nicht. Und so war die Jagd mit Schneestern, Kristallregen und Schilfohr eine willkommene Abwechslung zu seinen in letzter Zeit oft schlaflosen Nächten. Der Clan konnte die Beute außerdem gut gebrauchen.
Der Seerosenteich lag ruhig da als die Patrouille ankam. Es war ein wunderschöner Anblick, das musste Blitzgeist zugeben. Der Rotbraune nahm sich einen Herzschlag Zeit, seinen bernsteinfarbenen Blick über das Gebiet schweifen zu lassen und die Ruhe in sich aufzunehmen.
Als der Krieger seine Augen wieder öffnete, erblickte er Schneestern, die völlig regungslos zu der kleinen Insel in der Mitte des Teichs starrte. Er blinzelte einmal bevor er ihr langsam näher kam. Sein Blick wanderte von ihr zu der Insel. Dann zuckten seine Ohren. Ein Geräusch, das nicht hierher gehörte, drang an seine großen Ohren. Ein... Flüstern...? Von wem stammte es? Blitzgeist verengte seine Augen, um besser sehen oder mehr erkennen zu können. Scheint... von der Insel zu kommen...
Langsam setzte Schneestern eine Pfote ins Wasser bevor sie einmal durchatmete. „Spürt ihr es?“ , fragte sie leise ohne von der Insel wegzublicken. Blitzgeist nickte, ebenfalls ohne den Blick von der Insel abzuwenden. "Spüren und hören, Schneestern." , antwortete er während er die Insel gebannt anstarrte. "Aber wer ist das?" , fragte der rotbraune Kater.
„Wir gehen gemeinsam, außer ihr habt was dagegen einzuwenden.“ , miaute die Anführerin bevor ihr eisblauer Blick über ihre Begleiter glitt. Blitzgeist spürte es in seinen Pfoten kribbeln während er nickte. Es war gut, dass die schneeweiße Kätzin beschlossen hatte, gemeinsam zu gehen. Sonst wäre er im nächsten Herzschlag losgeprescht und hätte sich ins Wasser gestürzt. „Was dort wartet, tut es nicht ohne Grund.“
Er tat es der Kätzin gleich und ließ sich ins Wasser gleiten. Mit kraftvollen, gleichmäßigen Bewegungen arbeitete sich der Krieger weiter, sein Schweif lenkte ihn durch das kalte Nass. Sein bernsteinfarbener Blick war fest auf die Insel gerichtet, die großen Ohren aufmerksam aufgestellt, um seine Clangefährten zeitgleich im Auge - oder Ohr? - behalten zu können.
Alias — Jacky
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Der Nebel hing schwer über dem See und umgab die Insel in einem beinahe mystischem Schleier. Schneestern hatte die Stimmen zuerst gehört und wusste sofort: Einer solchen Stimme musste man folgen. Ihr Instinkt riet ihr, sich den Stimmen zu nähern und auch der andere Teil der Gruppe, schien mit dem Ziel einverstanden zu sein. Als die Gruppe sich der Insel näherte, wurden die Stimmen klarer und der Wind nahm zu. Es war fast, als tobte auf diesem kleinen Teil ein Unwetter, welches außerhalb der Insel nicht existierte. Ein starker Windhauch zerzauste Schneestern das Fell, als sie ihre Pfote auf die Insel setzte und im Heulen des Windes, war es fast als hörte man eine Katze verzweifelt rufen. Man konnte sie nicht verstehen, doch es klang wie ein Klagelaut, welcher einem das Fell zu Berge stehen lässt.
Ansonsten schien die Insel nicht Besonderes. Es gab keine Düfte von fremden Katzen, die Insel war definitiv verlassen. Wenn die Gruppe sich die Insel genauer ansehen würde, würden sie nicht viel entdecken können. Doch dem wachsamen Auge einer intelligenten Katze würde zumindest eine Sache auffallen: Am anderen Ende der Insel war ein Holzkonstrukt von Zweibeinern erbaut. Es war Holz, welches eine Art Brücke ins Wasser darstellte. Das Holz war bereits morsch, teilweise gab es schon Löcher und man musste aufpassen, dass man nicht versehentlich mit einer Pfote ins Leere trat. Das Wasser des Sees schwappte an die Holzpfeiler, die aus dem Wasser ragten und der vordere Pfosten, wies einige Kratzspuren auf. Er war regelrecht zerstört und das Holz ganz abgesplittert. Vielleicht gab es dort mehr zu entdecken. An der Stelle, wo der Pfosten die Kratzspuren aufwies, war das Wasser hell, es war fast als würde ein Licht von unten aus dem Wasser zur Oberfläche leuchten und hin und wieder stiegen dort kleine Luftbläschen auf.
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Unbekannte Pfote
Alias — Leitung
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