Der Wind strich kühl durch die dunklen Nadelbäume und ließ ihre Kronen leise flüstern. Harzduft lag in der Luft, vermischt mit dem salzigen Hauch, der von den fernen Klippen heraufzog. Unter euren Pfoten gab der Waldboden weich nach - doch es war nicht nur Moos und Nadeln, die sich dort abzeichneten.
Es waren ebenso frische Spuren.
Eichenfell hatte sie als Erster bemerkt. Pfotenabdrücke, sauber und deutlich, nicht vom Regen verwischt, nicht vom Wind verweht. Es mussten mehrere Katzen sein, die Anzahl war ungewiss, musste aber über fünf liegen. Sie liefen nebeneinander, als gehörten sie zusammen - eine kleine Gruppe, die sich ohne Zögern durch fremdes Gebiet bewegte. Aschesturm kniff die Augen zusammen und folgte dem Verlauf der Fährte, während Eisbrecher schweigend die Umgebung musterte, jede Bewegung im Unterholz im Blick.
Bernsteinpfote blieb einen Herzschlag lang zurück, die Ohren gespitzt. Die Schülerin war von Azurblick selbst geschickt worden - eine Gelegenheit, zu lernen, zu beobachten und zu wachsen. Doch die Anspannung in der Luft ließ ihr Fell leicht kribbeln. Das hier war kein gewöhnlicher Patrouillengang und etwas Neues für die junge Schülerin.
Die Spuren führten tiefer in den Wald hinein, verschwanden zwischen scharfkantigen Felsen und umgestürzten Baumstämmen. Dort, wo das Licht spärlicher wurde und Schatten sich länger hielten. Ein leises Rascheln wehte herüber, dann ein fernes Rufen - zu gedämpft, um Worte zu erkennen, aber eindeutig von Katzen.
Eine fremde Gruppe streifte durch euer Gebiet. Freunde? Streuner? Oder etwas anderes?
Der Wind frischte auf und trug den fremden Geruch deutlicher zu euch. Wolltet ihr den Spuren folgen und herausfinden, wer da auf eurem Territorium war? Euch im Dickicht verbergen und beobachten, ohne entdeckt zu werden? Oder mutig vortreten und den Kontakt suchen – und damit riskieren, etwas zu wecken, das sich nicht mehr so leicht beruhigen ließ?
Vier Katzen, eine Fährte - und unzählige Möglichkeiten, wohin sie führen konnte.
Unbekannte Pfote
Alias — Leitung
Leitung ist Offline
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Die Spuren die sie auf dem Territorium gefunden hatten waren eindeutig: Eine Fremde Gruppe Katzen schlich hier umher und schien sich dabei nicht an der Tatsache zu stören, dass dieses Gebiet dem GlutClan gehörte. Fichtenstern reagierte sofort mit der Patrouille, auch wenn es Eichenfell etwas verwunderte, dass Bernsteinpfote dabei sein durfte. Anhand der Spuren waren es einige Katzen, mit denen sie es zu tun bekommen würden und da war eine Schülerin vielleicht nicht grade die beste Wahl. Aber Azurblick hatte sie eingeteilt und Eichenfell wagte es nicht diese Entscheidung anzuzweifeln. Er hoffte für die Schülerin nur, dass sie dieser Aufgabe auch gewachsen war. »Wir sollten ihnen folgen. Die Spuren sind relativ frisch, wir können schnell aufholen « murrte Eichenfell und sah zu der Gruppe, ob es irgendjemand anders sah als er.
Natürlich war es ein gefährliches Unterfangen, aber der GlutClan kannte keine Angst. Und wenn eine Gruppe Katzen sich auf dem Gebiet umherschlich, dann müssten sie diese konfrontieren. Ganz gleich mit welch großer Gefahr sie es zu tun bekommen würden. Aber dennoch wäre es nicht schlecht, wenn sie taktisch vorgehen würden. »Eisbrecher. Was hältst du davon dich etwas abseits von der Gruppe zu bewegen? Du könntest als eine Art Überraschung dazustoßen, wenn wir wissen mit wem wir es zu tun haben « schlug Eichenfell vor und sah den Kater an. Er war ein guter Kämpfer und Überraschungsangriffe waren eine Spezialität des GlutClans. Sie sollten ihre Vorteile nutzen, je nachdem auf welche Gruppe sie stoßen würden, sobald sie diesen Spuren folgten. Die goldenen Augen legten sich auf Bernsteinpfote »Und du entfernst dich unter keinen Umständen von der Gruppe. Das macht dich angreifbar und zu einem leichten Ziel « miaute er ruhig und sah zu Aschesturm, der ebenfalls Teil dieser Gruppe war. Drei große, starke Kater und eine Schülerin..Azurblicks Schülerin. Sie waren also gewiss nicht schlecht aufgestellt für das, was da auf sie zukam.
Alias — Efeu
Efeu ist Offline
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Der fremde Geruch lag scharf in ihrer Nase. Zu viele Katzen. Zu frisch. Bernsteinpfote beugte sich über die Abdrücke, ihre bernsteinfarbenen Augen weit geöffnet. Die Spuren waren deutlich, kaum verwischt. Sie liefen einfach hier entlang. Als würde es ihnen gehören.
Ihr Schweif zuckte.
Eichenfells Vorschlag klang klar und selbstverständlich. Folgen. Natürlich folgen. Was denn sonst? Wegsehen? Warten, bis sie wieder verschwanden?
Als sein Blick auf ihr ruhte und er sie anwies, sich nicht von der Gruppe zu entfernen, spannte sich etwas in ihrer Brust an. Sie hob das Kinn ein kleines Stück.
„Ich lauf nicht einfach kopflos los.“ Schneller gesagt als gedacht. Ihre Ohren zuckten, und sie spürte sofort, wie Hitze unter ihrem Fell aufstieg. Zu scharf. Wieder mal. Sie zwang sich, ruhiger zu atmen. „Ich bleibe bei euch.“ fügte sie hinzu, dieses Mal kontrollierter.
Sie wollte nicht das schwächste Glied sein. Nicht die, die man ständig im Auge behalten musste. Ihr Blick wanderte zwischen Eisbrecher und Aschesturm hin und her. Drei erfahrene Krieger. Und sie. Gut. Dann würde sie eben zeigen, dass sie mithalten konnte.
Bernsteinpfote senkte ihren Körper ein wenig ab und prüfte den Wind. Der Geruch kam in Wellen, manchmal stärker, manchmal schwächer. Sie machte einen kleinen Schritt zur Seite, näher an einen der umgestürzten Stämme. Deckung fühlte sich klug an.
„Wenn wir sie sehen, sagt mir, wo ich stehen soll.“
Kein Trotz in ihrer Stimme diesmal. Nur gespannte Erwartung. Ihr Herz schlug schneller, während sie die Ohren spitzte. Ein fernes Rascheln. Sie schluckte. Das hier war vielleicht größer als eine Trainingsjagd. Oder größer als ein Übungskampf. Und trotzdem brannte in ihr dieses vertraute Verlangen, sich zu beweisen. Vielleicht zu sehr.
Sie war bereit.
Oder sie würde es sein, sobald es darauf ankam.
Alias — Leni
Leni ist Offline
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Langsam und still war er der Gruppe gefolgt. Der getigerte Kater hegte kein Interesse daran diese Gruppe zu führen oder Kommandos zu blaffen. Alles was ihn interessierte war wer sich durch ihr Land schlich. Oder besser gesagt wer so Mäusehirnig war – oder aber glaubte ein Fuchs zu sein.
Ein schiefes Grinsen schob sich auf sein Angesicht, als er den Harzduft tief einsog. Heute gab es noch eine winzige Prise von Salz dazu, als wollte die Natur den Tag ordentlich würzen. Vielleicht eine Vorbotschaft auf das kommende Freudenspiel?
Oh welchen Spaß er doch heute wieder haben dürfte, innerlich brannte er bereits vor Vorfreude. Sein Schwanz schwang von der einen zur anderen Seite, sein Fell fühlte sich wie elektrisiert an. Aufmerksam ließ der massige Kater seinen Blick über die Umgebung wandern. Inspizierte jeden Baum, jede Wurzel und das Moos. Den Boden und schaute ob es noch mehr spuren gab. Oder Bewegungen, ein Huschen, etwas was anders war.
Doch nichts als ein tiefes, verheißungsvolles Schweigen erwartete ihn dort. Die Spuren waren direkt vor ihnen, unter ihnen und bei ihnen. Es gab also noch nichts was sie umgab. Nichts, was nicht in diesen Wald gehörte.
Als ein Rascheln an seine Ohren drang zuckten sie und die Iriden wandten in die Richtung. Sie machten schnell einen Vogel aus, der davon stobte. Ein leises verächtliche Schnauben, glaubte der wirklich so viele Katzen würden ihn alleine aufsuchen?
Kurz glitt der Blick weiter, haftete an dem Schüler etwas abseits hinter ihnen. Schnurrhaare tanzten vor Belustigung. Oh ja, heute wird wahrlich ein fantastischer Tag. Wer weiß welche Überraschung er noch inne hielt, wie es für dieses Junge weiter verlaufen würde. War er zäh genug? Bereits gewachsen für diese Aufgabe oder würde es untergehen?
Das Bild von Blätterjunges flackerte in seinen Gedanken auf. Die Lefzen zogen sich nach oben, er wandte den Kopf ab. Sie waren Geschwister.
Dies wird ein Festmahl , dachte er bei sich.
Eichenfells Murren riss ihn aus seinen Gedanken und Beobachtungen. Der Blick von dem Kater hielt nicht lange auf ihm, dies war auch nicht nötig. Natürlich stimmte der Ältere Kater zu, niemals würde er jemand fremdes auf ihrem Gebiet frei wandern lassen.
Seine Krallen fuhren heraus, er spreizte die Zehen und grub sie über den weichen Boden. Zerfetzen... Er würde sie Zerfetzen und Spaß haben.
“Eisbrecher. Was hältst du davon dich etwas abseits von der Gruppe zu bewegen? Du könntest als eine Art Überraschung dazustoßen, wenn wir wissen mit wem wir es zu tun haben.“ , wurde er nun direkt angesprochen. Bei seinem Namen zuckten Eisbrechers Ohren und sofort glitt ihm ein unheilvolles Lächeln auf die Lippen, welches leicht die Zähne zeigte.
In den Augen flackerte ein Funkeln auf, ein deutliches Zeichen dass er diese Idee mehr als bevorzugte. Sie implizierte seine Stärke, den korrekten Gebrauch seiner Selbst und wie viel Freude er daran hatte.
Er war eine perfekte Überraschung . Eine, mit der niemand rechnen wollte und seine Handlungen so gleich bereute wenn sie ihn traf.
“Nur zu gerne.“ , ertönte die sanfte, verschwörerische Stimme. Der Schwanz schlug kurz schnippend durch die Luft, bevor er sich abwandte. Die Worte Eichenfells richteten sich an den Schüler, dieser wurde kurz mit einem Blick von Eisbrecher bedacht. Erwartungsvoll, gespannt. Zugleich ein Blick, der noch nicht gestandenen Kriegern einen Schauer über den Rücken jagen konnte.
Leise glitt der Kater davon, zu einer Seite in der ein schleichender Jäger freundlich begrüßt wird. Einer sehnlich vermissten Umarmung einer Mutter gleich, wurde Eisbrecher von der Natur dort verschluckt. Nur sein Blick, der nun auf der Gruppe ruhte zeugte von seiner Existenz.
Eisherz
Alias — nessjas
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Je tiefer die Gruppe ins Unterholz vordrang, desto lauter wurden die Stimmen. Fremde Stimmen - jung und alt, männlich und weiblich - ein vielstimmiges Murmeln. Gleichzeitig verschluckte der dichte Nadelwald das letzte Licht des Tages. Kaum ein Sonnenstrahl vermochte noch durch das schwere, dunkle Nadelkleid zu dringen, und selbst erfahrene Augen mussten sich anstrengen, um im Zwielicht Wurzeln von Schatten zu unterscheiden. Der Boden war weich von herabgefallenen Nadeln, jeder Schritt gedämpft, und doch fühlte es sich an, als würde der Wald selbst lauschen.
Eisbrecher , der silbergetigerte Kater, löste sich lautlos von der Patrouille. Sein Fell fing das fahle Restlicht ein, während seine grünen Augen sich an die Dunkelheit gewöhnten. Auf einer kleinen Lichtung, kaum zwanzig Fuchslängen entfernt, rastete eine Gruppe von fünf Katzen. Sie hatten sich nahe eines niedrigen Höhleneingangs niedergelassen, aus dem kühle, feuchte Luft strömte. Zwischen ihnen flackerte ein kleines Feuer - kein lodernder Brand, sondern ein kontrolliertes, fast kunstvoll gehütetes Glimmen.
Die Katzen waren groß - größer als die meisten Waldbewohner. Ihr Fell war mittellang bis lang, dicht und gepflegt, manche Strähnen kunstvoll mit Federn oder Blumen verziert. Über ihre Pelze zogen sich Bemalungen - Linien, Punkte, Spiralen in Ocker, Weiß und Rot, die im Feuerschein lebendig wirkten. Ihre Stimmen klangen weich und rhythmisch, doch die Worte waren unverständlich - eine Sprache, die Eisbrecher nie zuvor gehört hatte.
Sie bemerkten ihn nicht. Oder sie ließen es sich nicht anmerken.
"Was hier suchen?"
Als er herumfuhr, stand hinter ihm nichts anderes als ein Luchs. Eine Kätzin und dennoch beinahe dreimal so groß wie er. Schlank, hochgewachsen, mit kräftigen Läufen und einem geschmeidigen Körperbau, der Kraft ohne Schwere verriet. Ihr grau-braunes Fell war dicht und weich, die Ohrspitzen von dunklen Pinseln gekrönt. Goldene Augen musterten ihn aufmerksam - nicht feindselig, aber wachsam. Um ihr rechtes Auge war ein roter Kreis gemalt, sauber und deutlich. Unter dem linken zierten drei kleine Punkte ihr Fell. Hinter einem Ohr steckten zwei Adlerfedern, sorgfältig befestigt. Jede Linie an ihr wirkte bewusst gewählt, jedes Detail bedeutungsvoll. Sie war lautlos gewesen. Lautlos genug, um einen erfahrenen Krieger wie Eisbrecher zu überraschen. Ihre Haltung war entspannt, doch ihre Muskeln signalisierten, dass sie für alles bereit gewesen war. Zwischen ihr und der Lichtung lag keine Zufälligkeit - sie hatte Position bezogen. Wie eine Wächterin.
"Ich gesehen habe euch" , fuhr sie fort, ihre Worte fremd geformt, doch verständlich. "Gruppe mit vier Katzen. Du nicht hier allein." Ein kaum merkliches Zucken ihrer Schnurrhaare suggerierte eine gewisse Anspannung. Im nächsten Moment war das Murmeln auf der Lichtung verstummt. Eisbrecher musste Blicke im Rücken spüren. Fünf Paare Augen, die nun nicht mehr in unverständliche Gespräche vertieft waren, sondern ihn musterten. Das Feuer knackte leise zwischen ihnen, als wäre es der einzige Laut, der sich noch traute, die Stille zu brechen.
Der Wald hielt den Atem an, zumindest für ein paar Herzschläge.
"Kommen zu uns als Freund oder Feind?"
Unbekannte Pfote
Alias — Leitung
Leitung ist Offline
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