Fire and peace



Während Eichenfell ruhig und ausführlich von den Rivalitäten zwischen den Clans berichtete, fiel es Aschesturm zugegebenermaßen schwer, seinen Blick völlig von dem knisternden Feuer loszureißen.  Mond hatte ihm erklärt, dass es dazu die richtigen Bedingungen brauchte, trockene Rinde, Gras, Moos… So einfach, so zerstörerisch. Für den Krieger war es nur schwer vorstellbar, wie diese fremden Katzen um die gefährlichen Flammen spazierten als wäre es nichts. Er nickte dennoch der schönen Kätzin zu, dankbar für ihre Erklärung, auch wenn sie ihm nicht zeigen konnte, wie sie die Flammen erzeugt hatten.
 
Während Eichenfell sprach ließ der Krieger seinen Blick weiterwandern, um die Reaktionen der Reisenden zu studieren. Mond schien nicht so recht zu verstehen, wie es zu der Feindschaft zwischen den Clans kam und Aschesturm hob den Blick, bereit, ihre Art zu leben in Schutz zu nehmen. Auch der getigerte Kater an ihrer Seite schien es beinahe zu bedauern, wie es zwischen den Clans stand. Aschesturm sah ihn einen Moment lang prüfend an. Es lag ein Funken Wahrheit in seinen Worten, das musste er zugeben. Klar war er stolz, dem stärksten Clan des Waldes anzugehören. Doch manchmal war eben Stärke und Gewalt nicht alles.
 
“Hier laufen die Dinge nun einmal etwas anders.“, setzte er an, beinahe echtes Bedauern in den Augen. “Die Rivalitäten zwischen den Clans halten uns stark und fit. Wir haben hier auch einige Probleme zu meistern, da können wir es uns nicht erlauben, jeden durchzufüttern.“, erklärte er ruhig, ohne Abweisung in der Stimme. Mond schien noch mehr sagen zu wollen, da störte Eisbrecher die friedliche Runde. Aschesturm spannte sich augenblicklich an, als sein Onkel herbeipolterte, die Schritte angespannt, die Worte voller Zorn. Der Krieger verengte warnend die Augen. Doch dieses Mal war es Eichenfell, der den mürrischen Kater in die Schranken wies und Aschesturm postierte sich schweigend neben ihm, zeigte ihm somit seine uneingeschränkte Unterstützung.
 
Das hämische Lachen des Katers quittierte er nur mit einem genervten Augenrollen, bevor Eisbrecher sich erneut verzog und Aschesturm ihm kopfschüttelnd nachsah. Was für ein Auftritt…
Nun erhob Bernsteinpfote das Wort und Aschesturm schielte zu ihr hinunter. “…hier ist Vertrauen selten.“ Oh ja, das hatte die ehemalige Streunerin sicherlich am eigenen Leib erfahren müssen. Aschesturm war fasziniert von der Lebensweise dieser Fremden, die so gar nicht zum GlutClan passen wollte. Bernsteinpfote stellte interessante Fragen, auch sie schien die eigene Lebensweise verteidigen zu wollen. Spürte auch sie, wie schwierig das schien, angesichts dieser freundlichen Fremden?
 
“Wir sind nicht so grausam, wie ihr nun vielleicht meint. Aber wir setzen Prioritäten. Unsere Familie steht über allem anderen und das muss sie auch. Anders können wir hier nicht überleben, wenn es hart wird.“ Aschesturm sprach ruhig und klar, musterte dabei erneut Bernsteinpfote einen Moment lang. Sie war klug für ihr Alter. Reif und überlegt. Beinahe bedauerte er nun, sie vorhin als Idiotin bezeichnet zu haben…



@Eichenfell @Eisbrecher @Bernsteinpfote
Alias — Haku
Haku ist Offline
36 posts