Gast
Felidae
Einleitung
Willkommen in Felidae, einer Welt voller Abenteuer, Geheimnisse und uralter Traditionen. In den Tiefen des Waldes leben vier mächtige Clans, jeder mit seiner eigenen Kultur und Bestimmung. In diesem Rollenspiel wirst du nicht nur ein Charakter sein, sondern dein ganz eigenes Schicksal formen und Geschichte schreiben - vielleicht sogar die anderer. Mit einzigartigen Talentbäumen, individuellen Attributen und einem innovativen Würfelsystem meisterst du all die Herausforderungen, die dich erwarten. Tritt ein in die Welt von Felidae, wo jede deiner Entscheidungen zählt und das Schicksal der Clans in deinen Pfoten liegt.
Willkommen
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Wetter
5 - 11°C

Der Blattfall schreitet stetig voran. Immer mehr Bäume verlieren ihre bunten Kronen, und der Boden ist nun oft bedeckt von einem raschelnden Teppich aus feuchten, rotgoldenen Blättern. Der Wind hat an Kraft gewonnen – kühl und beständig weht er durch das Gebiet und treibt die Wolken vor sich her. Immer seltener lässt sich die Sonne blicken, und wenn sie es tut, dann nur schwach, fast schüchtern. Regen fällt häufiger als zuvor: in langen, dünnen Schleiern oder mit kalten, prasselnden Tropfen. Die Erde ist vielerorts aufgeweicht, Pfoten sinken rasch ein, und die Luft ist durchzogen vom Geruch nassen Laubs und modriger Wurzeln. Die Nächte sind deutlich kälter geworden – ein Vorbote des nahenden ersten Frostes.
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150. Mond - 24. Tag des Blattfalls, Nachts

Eichhornpfote

Eichhornpfote
Posted on:
#11
04.04.2026, 13:15
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Nächtliches Kräftemessen


Azurblicks Worte drangen nun direkt in Eichhornpfotes Hirn. Sie sog sie auf, versuchte so gut es ging sie zu verinnerlichen. Ja, sie war zornig, zornig über ihr eigenes Versagen, doch anders als man denken könnte, machte dieser Zorn sie nicht kopflos. Ganz im Gegenteil, er spornte sie zu Höchstleistungen an. Ein einziger Schlag kann die Gesamte Situation ändern, wiederholte sie Azurblicks Worte und spannte erneut die Muskeln an. Dieser Kampf war noch nicht entschieden. Ihr Schweif zuckte konzentriert hin und her, die Ohren aufmerksam nach vorne gerichtet, während sie Bernsteinpfote keine Sekunde aus den Augen ließ.
 
Dieses Mal machte die Schildpattfarbene den ersten Satz. Mit einer geschmeidigen Bewegung ließ sie sich über den Boden rollen, wirbelte Sand auf und versuchte im gleichen Zug, nach Eichhornpfotes Gesicht zu schlagen. Doch Eichhornpfote war vorbereitet, sie duckte sich blitzschnell und spürte nur noch den Luftzug der vorbeisausenden Pfoten. Dann sprang sie vor, Bernsteinpfote erwartete sie bereits aus ihrer Position auf dem Rücken und die beiden Kätzinnen verkeilten sich ineinander wie ein wildes Knäuel aus Pfoten, welches über den staubigen Boden rollte. Kurz verlor die Rote die Orientierung, da trafen sich Bernsteinpfotes Hinterbeine kraftvoll im Gesicht. Sie taumelte ein wenig zurück, schmeckte Staub im Maul, doch schnell fing sie sich wieder und konnte in letzter Sekunde einem weiteren Angriff ihrer Mitschülerin entgehen, die nach ihrem Bauchfell schnappte.
 
Einen Augenblick lang lösten sich die beiden Kätzinnen voneinander, doch Eichhornpfote wollte ihrer Gegnerin nicht die Chance geben, sich neu zu positionieren. Mit einem entschlossenen Zischen sprang sie vor und traf Bernsteinpfote mit einem gezielten Schlag an der Schulter, wodurch die Dreifarbige ins Taumeln geriet. Ohne zu zögern setzte sie nach, duckte sich unter einem möglichen Gegenangriff und rammte die Kätzin seitlich, sodass Bernsteinpfote vollends das Gleichgewicht verlor. Noch bevor sich diese richtig aufrappeln konnte, sprang die Rote erneut vor und warf Bernsteinpfote mit einer gekonnten Drehung von den Pfoten und dieses Mal war sie es, die Beinsteinpfote am Boden fixierte.
 
“Jetzt hab ich dich, flüsterte sie mit blitzenden Augen und musterte nun ihrerseits ihre Freundin kurz prüfend. “Ich hab dir doch nicht wehgetan, oder?“, fragte sie vorsichtig, während sie ihre Mitschülerin freigab. Innerlich glühte sie vor Stolz. Endlich hatte auch sie zeigen können, was in ihr steckte! Mit leuchtenden Augen sah sie zu Azurblick hinauf, wartete, ob die Kätzin noch weitere Ratschläge für sie hatte.


@Azurblick @Bernsteinpfote
Alias — Haku
Haku ist Offline
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Bernsteinpfote

Bernsteinpfote
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#12
26.04.2026, 09:08
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Ein einziger Schlag

Bernsteinpfote lag unter Eichhornpfote, den Staub im Fell, den Atem schwer zwischen den Zähnen. Eben noch hatte sie selbst angegriffen, war über den Boden gerollt, hatte nach Eichhornpfotes Gesicht geschlagen, hatte einmal getroffen, ausgewichen, erneut nachgesetzt und dann hatte sich alles gedreht. Ein einziger Schlag kann die gesamte Situation ändern. Azurblicks Worte brannten plötzlich viel klarer in ihr als zuvor.

Eichhornpfote hatte sie erwischt. Erst die Schulter, dann der seitliche Stoß, dann diese gekonnte Drehung, die Bernsteinpfote endgültig von den Pfoten gerissen hatte. Jetzt lag sie da, festgehalten von ihrer Mitschülerin, und für einen kurzen Moment flackerte etwas Heißes in ihrer Brust auf. Frust. Nicht auf Eichhornpfote. Auf sich selbst. „Jetzt hab ich dich.“ Bernsteinpfote blinzelte zu ihr hoch. Ihr Brustkorb hob und senkte sich schnell, Staub klebte an ihrer weißen Brust, und ihr orange-schwarzes Fell war zerzaust wie trockenes Laub nach einem Sturm. Dann verzog sie das Maul zu einem schiefen, erschöpften Grinsen. „Ja.“, keuchte sie leise. „Hast du.“

Als Eichhornpfote vorsichtig fragte, ob sie ihr wehgetan hatte, schnaubte Bernsteinpfote matt. „Nein. Alles gut.“ Sie stemmte sich etwas auf, sobald Eichhornpfote sie freigab, und schüttelte kurz den Kopf. „Aber das war… echt nicht schlecht.“ Das Lob kam nicht leicht über ihre Zunge. Nicht, weil sie es nicht meinte, sondern weil es an ihrem eigenen Stolz kratzte. Trotzdem funkelte in ihren bernsteinfarbenen Augen keine Wut. Eher Anerkennung für ihre Freundin. Und darunter diese bittere kleine Kralle der Selbstkritik.

Sie rappelte sich auf, doch diesmal wirkte die Bewegung weniger schwungvoll. Ihre Pfoten standen einen Herzschlag zu lange unsicher auf dem staubigen Höhlenboden, bevor sie ihr Gewicht wieder fand. Ihr Atem ging schwerer. Die vorige Runde steckte ihr in den Gliedern, und jetzt, wo Azurblicks befohlenes Ende erreicht war, spürte sie die Müdigkeit plötzlich deutlicher.

Bernsteinpfote hob den Blick zum Redestein. Ihr Blick suchte den von ihrer Mentorin. Hatten sie gereicht? Hatte Azurblick gesehen, dass sie sich zusammengerissen hatte? Dass sie nicht nur wild drauflosging? Dass sie getroffen hatte... und trotzdem am Ende nicht aufgepasst hatte? Ihre Schweifspitze zuckte unruhig. Sie wollte fragen, ob das nun vorbei war. Aber Azurblick hatte es bereits gesagt: Der Kampf ging so lange, bis sie ihn beendete. Also schwieg Bernsteinpfote. Sie richtete sich nur ein wenig gerader auf, obwohl ihre Schultern müde brannten, und wartete auf das Urteil der zweiten Anführerin.


Angesprochen: @Eichhornpfote
Erwähnt: @Azurblick 
Alias — Leni
Leni ist Offline
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