Oh my love - just a whisper in my heart
Es waren drei Monde vergangen seit seine Schülerin Lerchenpfote zur Kriegerin wurde und den Pfad des Windes bestand. Damals konnte Goldfuchs nicht sich selbst belügen und behaupten, dass er sich keine Sorgen um die Kätzin machte. Er wusste um ihre Blicke. Er brüstete sich damit. Jedoch war ihm nicht klar, dass auch er immer mehr für sie auftaute. Sich zu ihr hingezogen fühlte.
Es war verboten.
Und doch fühlte es sich richtig an. Es fiel im leichter in ihrer Gegenwart zu atmen. Er entspannte sich, konnte sich fallen lassen. Ohne dass es zu offensichtlich war.
Und seit sie eine Kriegerin war, begegneten sie sich anders... Anders auf eine häufige und intensive Art. Er war langsam offener mit seinen Gedanken und Gefühlen umgegangen. Seine Blicke lagen noch länger auf ihr. Er las jedes Wort von ihren Lippen und erfüllte viele Wünsche noch bevor Lerchenflügel selbst wusste, dass es ein Wunsch war.
Zumindest glaubte Goldfuchs dies.
Und nun stellte er sich der Wahrheit.
Er hatte nie eine Gefährtin nehmen wollen. Zu sehr war er gebrandmarkt von der Vergangenheit. Doch sein Herz konnte er nicht länger ignorieren. Wie es schneller Schlug. Alles langsamer wurde und ihr Atem lauter wurde. Ihr Fell und Körper bei jeder Bewegung ein Lied sang.
Goldfuchs stand nun bei Sonnenuntergang an dem Kriegerbau. Er blickte hinein und sah Lerchenflügel in ihrem Nest.
Da war es wieder. Da kam es wieder. Dieses prickeln. Dieses prickeln welches sein Fell sträuben ließ. An seiner Haut zupfte als wäre er an unsichtbaren Spinnenfäden. Leise räusperte er sich, sammelte sich und rief dann ruhig und tief: “Lerchenflügel?“ Fast klang es wie zu seinen Mentoren Zeiten. Eine Aufforderung die ein Nein nicht akzeptierte. Ein Ruf, der eindeutig die benannte Katze zu sich beorderte.
Eigentlich wollte der Kater nicht so klingen.
So fordernd.
Aber es war das einzige was er konnte – um sich nicht zu verraten.
Goldfuchs wartete bis die elegante Kätzin zu ihm kam. Er blickte von oben auf sie herab. Musterte sie mit seinen jadenen Seelenspiegeln. Wie wundervoll die untergehende Sonne mit ihren rötlichen Strahlen sich auf ihrem Fell abzeichnete...
Er wandte sich herum, bevor sie es in ihm sehen konnte. “Komm.“ , maunzte er. “Begleite mich ein Stück.“
Und somit ging der langhaarige Kater los, verließ das Lager und machte sich darauf das Lager zu verlassen, zunächst ging er in Richtung Schattiges Moor, mit leichtem Hang zur silbernen Zeder.
Vom Schatten berührt
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zwischen Traum und Wirklichkeit
Die Nacht war angenehm mild. Tausende Sterne funkelten am Himmel, ein laues Lüftchen wehte über die kleine Lichtung, ließ die Farnwedel sanft durch die Nacht tänzeln. Eine friedliche Stille lag in der Luft. Lerchenflügel schob sich durch die sanft wogenden Blätter, ihre Augen leuchteten warm, als sie den Kater vor sich erblickte. Seine kräftige Gestalt war von ihm abgewandt, doch sie hörte sein leises Schnurren, spürte dessen Vibration durch den Boden, bis ihre Pfoten erwartungsvoll kribbelten. Mit ein paar wenigen Sprüngen überwand sie die kurze Distanz, bis sie direkt hinter ihm stand.
“Lerchenflügel!“ , schnurrte er heiser und drehte sich langsam zu ihr um. Seine schweren Pfoten kneteten voller Vorfreude den Waldboden, als er seinen Blick über sie gleiten ließ, warm, einladend. Lerchenflügel fiel in sein Schnurren ein, als der Kater sich erhob und sich sanft an sie schmiegte. Sie schloss einen Moment lang die Augen, ließ sich vollends in diese Liebkosung fallen. Dann löste sich der Kater liebevoll von ihr und sah ihr tief in die Augen, so intensiv, dass es sie fast von den Pfoten geworfen hätte. Und tief in ihrem Inneren spürte sie diesen vertrauten Stich, jedes Mal ein wenig stärker. Doch zumindest in ihren Träumen war sie frei.
“Meine Schöne, ich..“ , setzte er an und die Kätzin genoss den tiefen Klang seiner Stimme. Doch seine Worte brachen jäh ab, als seine Gestalt sich in Nebel verwandelte.Nein, bleib hier! , dachte Lerchenflügel traurig, ihr Herz zerrte nun stärker an ihrer schmalen Brust. Doch er verschwand immer mehr im Nebel, das letzte, was sie erahnen konnte waren seine wunderschönen Augen, die allmählich verblassten.
“Lerchenflügel?“ Sie schreckte hoch. Unter ihr spürte sie ihr weiches Nest, hörte das gleichmäßige Atmen ihrer Clangefährten um sich herum. War seine Stimme ihr bis hier her gefolgt? Sie blinzelte verwirrt, doch dann erkannte sie seine Gestalt vor dem Kriegerbau. Erschrocken setzte sie sich auf und leckte sich ein paar Mal verlegen die Brust. Unmöglich konnte sie ihm so unter die Augen treten, er würde jedes ihrer Gefühle sofort darin lesen können. Seine Gestalt auf dieser Lichtung schien immer noch so viel wirklicher, als ihn jetzt hier vor sich zu sehen, abwartend, beinahe so fordernd, als wäre er immer noch ihr Mentor. Und wie aus einem Reflex heraus, erhob sie sich auf die Pfoten und blinzelte heftig, bis sie glaubte, ihre Emotionen wieder unter Kontrolle zu haben. Doch ihr Herz schlug immer noch so laut, so verdammt laut. Wieso tat es das jedes Mal?
Ihre Augen trafen seine, als sie sich aus dem Bau schob. Sein Ausdruck war anders, als in ihrem Traum und der Blickkontakt schrecklich kurz. Sie unterdrückte ein enttäuschtes Seufzen und reihte sich stattdessen hinter ihm ein. Was wollte er mitten in der Nacht von ihr?
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Sie war so still.
Hatte sie nichts zu sagen, oder hatte er sie verschreckt? Sein Herz sackte tiefer in der Brust. Wo es vorhin noch drohte ihm hoch oben zu schlagen und seine Stimme abzuwürgen, sank es nun in die Tiefen so dass es fast schon schwer im Magen lag.
Gleichzeitig wusste der Kater auch nichts zu sagen. Sollte er über ihren Tag reden? Wie stolz er ist, dass sie die Prüfung geschafft hatte?
Quatsch! Das lag doch schon einige Monde zurück.
Oder sollte er vielleicht in Erinnerungen schwelgen über ihre Mentoren-Schüler Zeit?
Oh nein! Lieber nicht! Das würde untermalen dass die aufkeimende Zuneigung zu Beginn verboten war. Und.. Sah sie ihn wie er sie? Merkte sie, dass sie für ihn leuchtete? Die Welt heller würde und es ihm leichter fiel zu atmen? Oder aber sie sah nicht mehr als einen Mentor in ihm. Eine Last, der sie aus Freundlichkeit ihre Zeit schenkte. Oder einen alten Freund mit dem Katze sich gut die Zeit vertreiben konnte.
Goldfuchs wurde schlecht. Ist ihm sein letztes Essen schlecht bekommen?
Der Kater räusperte sich. Öffnete den Mund.
Und schloss ihn wieder.
Stille hielt Einzug. Legte sich über sie wie das nächtliche Vlies. Eine Decke die behaglich und zugleich unangenehm war.
Sag etwas, Goldfuchs. Sprich mit ihr! Es fiel dem Kater doch sonst nicht so schwer. Erneut öffnete er den Mund.
Und atmete schwer aus.
Kurz hielt er inne in seinen Bewegungen. Schließlich sprach er doch: “Wusstest Du, dass der Untergrund bei der silbrigen Zeder anders ist als im Sumpf?“ Sein Kopf ruckte in die Richtung des Sumpfes. Und kaum dass er es gesprochen hatte konnte er sich in den Schwanz beißen.
So etwas Dummes!
Natürlich wusste Lerchenflügel dies! Der Boden und die verschiedenen Beschaffenheiten waren einer seiner ersten Lehrstunden und Elementär für die Ausbildung.
Goldfuchs steuerte wie als wäre er bei einer Lektion den Berg hinauf, die silberne Zeder an. Sein Herz klopfte erneut unregelmäßig. Wurde sein Maul trocken?
Und wieso war die Stille so unsagbar laut und anstrengend?
Vorsichtig blickte er nach oben ohne den Kopf zu heben. Prüfte den Himmel, das Wetter. Sternenklar. Alles dunkel und keine Wolke. Eine sanft säuselnde Brise.
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Sein Schweigen lag schwer zwischen ihnen in der Luft, beinahe konnte Lechenflügel sein Gewicht auf ihrer schmalen Brust spüren. Warum sagte er nichts? War das, was er mit ihr besprechen wollte so ernst? Würde er sterben? Nein, er wirkte gesund und kräftig wie eh und je! Lerchenflügel schloss unauffällig ein wenig näher zu ihm auf, prüfte seinen Geruch. Nein, keine Krankheit. Stattdessen roch er nach einer warmen Frühlingsbrise, nach frischen Blüten, nach Geborgenheit.
Lerchenflügel schüttelte sich kräftig und leckte sich ein paar Mal über die Lefzen, als könnte sie so den Irrsinn abschütteln, der von ihr Besitz ergriffen hatte. Sie benahm sich lächerlich, wie eine liebeskranke Idiotin! Wenn sie nicht gleich ihren gesamten Stolz vor ihrem ehemaligen Mentor einbüßen wollte, musste sie sich endlich unter Kontrolle bekommen!
In ihren ganz eigenen inneren Kampf verwickelt bemerkte sie gar nicht, welcher Kampf offenbar in Goldfuchs tobte. Doch ihre Ohren schnellten überrascht nach vorne, als er endlich das Wort erhob. Ihr Herz machte einen kleinen Satz, beim Klang seiner tiefen Stimme.
“Wusstest Du, dass der Untergrund bei der silbrigen Zeder anders ist, als im Sumpf?“ Lerchenflügels Kopf war langsam, noch immer klebten die Erinnerungen an ihren Traum daran wie hartnäckige Spinnweben. Lag es daran? Oder ergaben seine Worte tatsächlich wenig Sinn? Lerchenflügel wollte ihn ansehen, doch Goldfuchs starrte stur geradeaus und schien sogar das Tempo anzuziehen.
Sag etwas! , schallt sie sich selbst und beinahe wäre sie vor ihrer eigenen Gedankenstimme zusammengezuckt. Sie brauchte ganz dringend einen Plan! Humor, Humor war immer gut!
“Wird das hier eine nächtliche Lektion, wie in den alten Zeiten? Du brauchst dringend einen neuen Schüler, Goldfuchs!“ , schnurrte sie und tatsächlich schien ihre Belustigung echt. Würde sie endlich in die Leichtigkeit zurückfinden, die sie sonst gerne in seiner Nähe empfand? Gemischt mit diesem Herzklopfen natürlich, doch das war leichter zu überspielen, wenn sie ihren Rhythmus gefunden hatte.
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“Wird das hier eine nächtliche Lektion, wie in den alten Zeiten? Du brauchst dringend einen neuen Schüler, Goldfuchs!“ Erklang das Schnurren, das ihn sich schütteln ließ. Nicht weil es grausam war oder unangenehm, sondern so wohlig und reizend dass es ihm eine angenehme Gänsehaut einjagte. Ihre Belustigung hingegen entlockte ihm ein lachen. Tief und voller wärme. Es war echt, seine Belustigung.
“Ja, vielleicht wird es eine nächtliche Lektion.“ , antwortete er ihr in einem verheißungsvollen und geheimnisvollem Singsang. Seine Schritte wurden deutlich leichtfüßiger und der Schwanz zuckte vor gespannter Erwartung. Seine Lerche war ein Genie. Ein paar wenige Worte und sie hatte die Situation erfolgreich aufgelockert. Weder war Goldfuchs angespannt noch machte er sich groß Gedanken um das was er vor hatte.
“Aber einen Schüler, werte Lerchenflügel, brauche ich wirklich nicht.“ Definitiv nicht. Niemand würde an sie heran kommen. Niemand wäre wie sie. Sie wären alle wie die anderen zuvor. , dachte der Kater. Sprach die Worte aber nicht aus.
Seine Pfoten drückten sich tief in den Boden, fühlten ihn. Er war weich und fast noch warm. Und der Duft der Zeder wurde immer prägnanter. Ein warmer, holziger Duft mit einer balsamischen Süße. Leicht wogen die Äste sich im Wind. “Was denkst du, wonach riecht diese Zeder für dich?“ , sprach er sanft. Der Kater glitt näher an den Baum, schmiegte sich einmal an ihn heran und um ihn herum.
Für einen Moment verschwand er aus den Augen von Lerchenflügel, einen Moment in dem er durchatmete. Dann trat er wieder hinter dem Baum hervor. Langsam und selbstsicher, sein Schwanz umstrich die Rinde. Sein Blick glitt an dem Baum hinauf. “Für mich riecht sie nach einem angenehmen Sommertag. Blauen Himmel und sanften Sonnenschein der in der Nase kitzelt und den Pelz liebkost.“ , begann er leise, nachdem sie gesprochen hatte. “Sanften Windbrisen die den Pelz aufwühlen ohne es zu verwüsten. Einem schattigen Platz unter dem Katzen zu zweit ihre Zeit verbringen können. Beieinander liegen und den Lauf der Sonne beobachten während sie sich ihre Geschichten des Tages erzählen. Der Duft von Holz, etwas Harz weil der Baum seine Wunden leckt, welches im Sommer an fülle gewinnt.“
Sein Blick lag oben auf den Ästen des Baumes. Der dunkle Riese mit seinem silbrigen Schein wirkte so geheimnisvoll, von Sagen und Legenden umwoben. Welche Geschichten der Liebe konnte er wohl schon erzählen?
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Sein Lachen vibrierte durch ihren Körper in einer angenehmen Intensität, die Lerchenflügel innerlich zum Beben brachte. Sie sah ihn an, ihre Augen glitzerten verschmitzt, während ihr das Atmen urplötzlich leichter fiel. Endlich hatten sie zurückgefunden zu der Leichtigkeit, die die junge Kriegerin an ihrer Beziehung niemals missen wollte. Das Prickeln jedoch war noch da, wurde sogar stärker, nun da sie gemeinsam lachten. Doch das war sie gewöhnt. Die Zuneigung, die sie für ihn empfand war ja nun nichts neues.
“Ja, vielleicht wird es eine nächtliche Lektion.“ , antwortete er verheißungsvoll und Lerchenflügel zuckte mit den Schnurrhaaren, während sie den Abstand zwischen ihnen beiden mit ein paar eleganten Sprüngen verkleinerte.
“Glaubst du, du kannst mir noch etwas beibringen?“ , fragte sie, die graublauen Augen vielsagend auf seinen ruhend. Der humorvolle Ton war unverkennbar, doch darunter schlummerte eine mutige Herausforderung, die weit über Kriegerfertigkeiten hinausging. Und innerlich schalt sie sich selbst für ihre Grenzüberschreitung. Doch nun war das was sie so lange begehrt hatte schließlich nicht mehr verboten. Ihre Stellung im Clan wäre nicht gefährdet, wenn sie ihm seine Gefühle gestand. Nur ihre Freundschaft. Und vielleicht ihre Würde, weil er sie immer noch als die kleine, leicht verträumte Schülerin sah. Eine kleine Schwester. Nein, sie konnte sich ihm unmöglich öffnen. Zu viel stand auf dem Spiel.
Goldfuchs blieb nun am Fuße der Zeder stehen und Lerchenflügel beobachtete ihn genau, als er sich an dem Stamm rieb und sie fragte, wonach die Zeder wohl für sie roch. Die Kätzin genoss das Schauspiel, als der Kater sich selbstbewusst um den Stamm wand.
Wen interessiert die Zeder? Ich möchte wissen, wie Du riechst! , dachte die Kriegerin, während sie seinen Worten lauschte. Seine Umschreibung war überraschend tiefgreifend, intensiv und offenherzig. Lerchenflügel blinzelte erstaunt und trat zögernd einen Schritt näher an den Stamm, auch wenn ihr klar war, dass es nicht wirklich um einen wahrhaftigen Geruch ging. Dennoch reckte sie ihre zarte Nase vor, schloss die Augen und atmete tief ein.
“Sie riecht für mich nach Sicherheit. Nach einer sanften Umarmung, in der die Zeit stehenbleibt.“ Lerchenflügel öffnete die Augen und trat ganz langsam um den Baum herum, senkte den Kopf hinab zu den Wurzeln.
“Zwischen ihren Wurzeln liegt eine tiefe Geborgenheit, die Gewissheit, jeden noch so zarten Trieb zu schützen und wachsen zu lassen. Dort ist der Baum am stärksten, aber auch am zerbrechlichsten. So wie eine jede Beziehung.“ Sie sah ihn an, in ihren Augen schimmerte eine Frage, die sie niemals zu stellen wagte. Schnell sprach sie weiter.
“Sie riecht nach Hingabe, nach Versprechen und auch ein wenig nach Heimat. Nach dem Gefühl, angekommen zu sein, ohne jemals den Weg gegangen zu sein.“ Bei Goldfuchs fühlte sie sich, als wäre sie angekommen. Der Baum roch für sie genau nach diesem wundervollen Kater.
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“Glaubst du, du kannst mir noch etwas beibringen?“ Hatte seine ehemalige Schülerin ihn mit einem vielsagendem Blick gefragt. Hierauf war seine Antwort einfach nur ein warmes, sanftes lächeln. Nicht mehr und nicht weniger.
Aus den Augenwinkeln blickte er zur Lerche. So frei, so unbedarft. Ihr blinzeln wirkte erstaunt, ihre Schritte waren zögerlich. Innerlich musste er lachen. Es wirkte wie ihre ersten Schritte als seine Schülerin.
Sie hatte also nicht geglaubt, dass die Zeder nach etwas roch. Doch nun öffnete sie sich ihm. Traute sich der Frage, seinen Gedanken entgegen zu treten. Sich auf sie ein zu lassen.
Im stillen beobachtete er sie, wie sie sich reckte. So elegant, so grazil. Wie sie ihre Augen schloss. Sein Herz setzte, er wusste nicht wie man Luft holte. Dieser Anblick, diese edle Haltung. Wie ein zartes wunderschönes Geschöpf.
Goldfuchs Ohren zuckten als sie einatmete und auch er fand sich wieder wie er Luft holte. Als sie sprach senkte er den Kopf. Seine Augen blickten sie an, hing an ihren Bewegungen. Die Ohren waren mit ihrer vollen Aufmerksamkeit nur ihr zugewandt.
Die junge Kätzin sprach von Sicherheit. Sanften Umarmungen und tief verwurzelter Geborgenheit. Von der Gewissheit, dass jeder zarte Trieb geschützt wird und er wachsen darf. Von Stärke und Zerbrechlichkeit – so wie eine Beziehung. Sie roch Hingabe, Versprechen und etwas wie Heimat.
Und Goldfuchs?
Goldfuchs hegte Hoffnung. Sie keimte in ihm auf, wie die zarte Pflanze von der sie sprach. Durfte er hoffen? Es klang als hätte Lerchenflügel jemanden im Herzen. Als würde sie Gefühle hegen und Sehnsüchte haben, die weiter lagen als ihre Beschreibung. Ihre gesprochenen Metaphern hegten in der Umschreibung Verbindungen mit der Zeder, doch wer war die Zeder?
Goldfuchs Herz schlug schneller. Er zwang sich langsam zu atmen. Dann kam ihm ein Gedanke: Was wenn ihre Gedanken und Gefühle nicht ihm galten? Was wenn sie jemand anderen meinte? Wenn sie ihr Herz bereits jemanden gegeben hatte?
Um dieses besorgniserregende Gefühl los zu werden machte er einen Schritt zur Seite und schüttelte sich. Sein Pelz flog durch die Kuft.
“Ist es nicht interessant, wie zwei Katzen unterschiedliche Dinge mit dieser Zeder verbinden oder an ihr wahrnehmen?“ , sprach er leise um die Sorgen zu zerstreuen.
Diese Zeder wird heute definitiv eine Liebesgeschichte miterleben.
Vielleicht auch Liebesschmerz.
Der Kater trat etwas vor, den Kopf nach oben gereckt, so lange bis die langen Äste der Zeder den Himmel preis gaben. Keine Wolke am Himmelszelt und in der dunklen Nacht strahlten die Sterne, einer heller als der andere.
Perfekt , kommentierte er den Anblick.
“Komm zu mir, Lerchenflügel. Komm und sieh dir dies an!“ , lockte er sie mit seiner tiefen Stimme, voll an Versprechungen und Verheißungen.
Goldfuchs selbst setzte sich hin und legte seinen Schwanz fein säuberlich um seine Hinterhand, so dass die Lerche auf der anderen Seite von ihm Platz nehmen musste.
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Lerchenflügel war sich seiner Blicke nur allzu bewusst, als sie langsam die Zeder umrundete und sich bereitwillig auf das Spiel einließ, welches er mit ihr spielen wollte. Sie badete in seiner Aufmerksamkeit, genoss das aufgeregte Prickeln, welches jedes einzelne ihrer Haare umspielte. Ihr Herz schlug schneller als sonst, kräftiger. Ihre Augen fanden seine und der intensive Ausdruck in seinen wunderschönen Seelenspiegeln verschlug ihr den Atem. Er hatte ihr tatsächlich seine ungeteilte Aufmerksamkeit geschenkt und Lerchenflügel wurde heiß unter seinem Blick. Sah er jede seine Clangefährtinnen auf diese Weise an? War sie auch nur Ansatzweise so besonders für ihn, wie er es für sie war?
Er bewegte sich, durchbrach den Moment, indem er sich ein wenig zur Seite schob. Sein Schütteln wirkte fehl am Platz, doch Lerchenflügel konnte nicht greifen, was sie daran so verunsicherte. Seine nächsten Worte jedoch waren erneut freundlich und tiefsinnig und Lerchenflügel lächelte schüchtern.
“Ist das nicht bei allem so im Leben?“ , fragte sie vieldeutig und sah ihm erneut in die Augen. Was empfand er in diesem Augenblick? Konnte er hören, wie sehr ihr Herz raste? Wusste er, das all ihre Worte nur ihm galten? Wie sehr er ihren ganzen Kosmos auf den Kopf stellte? Lerchenflügel genoss jede Minute mit ihm und würde auch damit leben können, wenn sie nie mehr als Freunde wäre. Auch wenn ihr Herz protestierend auf und ab sprang. Doch an der Seite dieses Katers war alles irgendwie bunter. Die Kriegerin merkte selbst, wie wirr ihre Gedanken schienen, wie sehr sie diese nächtliche Begegnung aufwühlte. Und vor allem spürte sie deutlich, welche Hoffnungen sie in ihr weckte. Konnte es doch sein, dass sie sich seine Blicke nicht einbildete? Dass er sie tatsächlich länger ansah, als andere Kätzinnen? Das der Ausdruck in seinen Augen nicht nur in ihren Träumen ein anderer war?
“Komm zu mir, Lerchenflügel. Komm und sieh dir das an!“ , lockte er sie und Lerchenflügels Sehnsucht wuchs erneut. So viel Verheißung lag in diesen Worten, eine stumme Einladung, der sie nur allzu gerne folgen würde. Doch noch immer war sie unsicher, wie viel ihre lebhafte Fantasie in diese Begegnung hineindichtete.
Mit eleganten, langsamen Schritten näherte sie sich dem Kater und setzte sich neben ihn, so dicht, dass ihre Fellspitzen sich berührten, wenn sie einen Atemzug nahmen. Kurz schloss die Kätzin die Augen, überwältigt von dem elektrisierenden Prickeln, welches sich von genau diesen Stellen in warmen Wellen über ihren Körper ausbreitete.
"Daran könnte ich mich gewöhnen." , murmelte sie, bevor sie sich ganz im klaren war, was sie damit genau meinte.
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Sie antwortete mit einer Gegenfrage. Einer Gegenfrage auf die er keine Antwort hatte. Vielleicht gab es diese ja auch gar nicht. Zeitgleich erschien es ihm nicht wichtig, dass er keine Antwort hatte. Und auch sie schien nicht darauf zu drängen, oder keine zu erwarten. Sie folgte bereits seiner Aufforderung und setzte sich dicht an ihn.
Goldfuchs waren ihre langsamen, eleganten Schritte nicht entgangen. Er hatte sie nicht mit seinen eigenen Augen gesehen, doch die Geräusche die ihre Bewegungen gemacht hatten hatten ein Bild von ihr vor seinem geistigen Auge gezeichnet. Der Kater hatte es nicht gewagt sich zu ihr umzudrehen. Und als sie sich so dicht an ihn setzte, kribbelte seine Haut. Es wurde fast so unausstehlich, dass er sich mit der Hinterpfote kratzen wollte.
“Daran könnte ich mich gewöhnen.“ , vernahm er ihr murmeln.
“Dann tu es doch.“ , antwortete er leise lachend.
Für einen Herzschlag schloss er die Augen und sog die Luft ein, bevor er sein Haupt neigte und sich kleiner machte als die Kätzin neben sich. Eine Gestik, die er nie zuvor getätigt hatte. Sie bedeutete für ihn, dass er sich kleiner machte als jemand anderes. Sich vor dieser Katze legen würde, damit sie sich bequem auf ihm betten konnte.
Sachte schlug er die Jadefarbenen Augen auf und blickte sie an. Es lag soviel Freundlichkeit darin und ein Hauch von Wärme. Ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen.
Sein Herz raste und doch fühlte er sich beschwingt und so sprach er es aus:
“Weißt du eigentlich was für eine unglaubliche Katze du bist?“
Kurz ließ er die Frage wirken, so lang dass es Zeit zum Wirken hatte aber nicht genug Zeit zum antworten.
“Lerchenflügel, mit dir geht die Sonne auf und lässt die Welt in starken Farben erstrahlen. Zugleich verblasst alles um dich herum, als würde dein Antlitz es in sich aufsaugen. Wenn du dich bewegst, kriege ich keine Luft mehr. Wenn der Wind durch dein geschmeidiges Fell streicht und deinen Duft herüber trägt, ich auch nur eine winzige Chance habe dich zu wittern... Setzt mein Herz aus.“
Er blickte tief in ihre Seelenspiegel, als würde er dort Antworten finden. Ob er zu viel sprach, ob es zu tief ging. Ob er auf dem falschen Weg war.
Doch nichts von dem erkannte er und so fuhr er fort:
“Du beschwingst meinen Tag, schenkst ihm die Leichtigkeit die es braucht. Jeder Klang von dir ist ein wundervolles Lied, von einer Lerche nur für mich gesungen. Der vom Frühling und warmen Sonnenstrahlen kündet. Von Freundschaft und..“
Er gerät ins Stocken. Kann nur noch atmen.
Seine Augen sprechen aus, was er nicht vermag: und von Liebe
Die Gesichtszüge verändern sich ein wenig. Sanft, liebkosend zugleich suchend und etwas besorgt. Ihre Antwort bedeutete nun alles.
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