Gast
Felidae
Einleitung
Willkommen in Felidae, einer Welt voller Abenteuer, Geheimnisse und uralter Traditionen. In den Tiefen des Waldes leben vier mächtige Clans, jeder mit seiner eigenen Kultur und Bestimmung. In diesem Rollenspiel wirst du nicht nur ein Charakter sein, sondern dein ganz eigenes Schicksal formen und Geschichte schreiben - vielleicht sogar die anderer. Mit einzigartigen Talentbäumen, individuellen Attributen und einem innovativen Würfelsystem meisterst du all die Herausforderungen, die dich erwarten. Tritt ein in die Welt von Felidae, wo jede deiner Entscheidungen zählt und das Schicksal der Clans in deinen Pfoten liegt.
Willkommen
Team

Wetter
5 - 11°C

Der Blattfall schreitet stetig voran. Immer mehr Bäume verlieren ihre bunten Kronen, und der Boden ist nun oft bedeckt von einem raschelnden Teppich aus feuchten, rotgoldenen Blättern. Der Wind hat an Kraft gewonnen – kühl und beständig weht er durch das Gebiet und treibt die Wolken vor sich her. Immer seltener lässt sich die Sonne blicken, und wenn sie es tut, dann nur schwach, fast schüchtern. Regen fällt häufiger als zuvor: in langen, dünnen Schleiern oder mit kalten, prasselnden Tropfen. Die Erde ist vielerorts aufgeweicht, Pfoten sinken rasch ein, und die Luft ist durchzogen vom Geruch nassen Laubs und modriger Wurzeln. Die Nächte sind deutlich kälter geworden – ein Vorbote des nahenden ersten Frostes.
Mond 151
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 Foggy days are the most beautiful
151.Mond - 13.Tag des Blattfalls, Sonnenaufgang

Lebenstraum

LebenstraumSternenfänger
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#11
07.01.2026, 23:58
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Beneath trees and roots



Lebenstraum war so darauf konzentrieren, sich von ihrem Fast-Sturz zu erholen und weiterzuklettern, dass sie ausgeblendet hatte, was um sie herum passiert war. Oder wer um sie herum gesprochen hatte.

Jetzt, wo sie auf dem dritten Ast saß, beruhigte sich ihr noch immer wild schlagendes Herz langsam und die Kätzin wurde ruhiger. “Das ist gut.“, antwortete Nebelkrähe schließlich heiser. Lebenstraum bemerkte sofort, dass etwas an Nebelkrähe anders war. Sie blinzelte einmal als sie ihm ihren grasgrünen Blick zuwandte. Die Kätzin sah es nicht durch seinen Blick sondern durch die Stille, die ihn umgab. Sein Atem war schwerer, sein Blick nicht ganz bei ihr als würde er durch sie hindurch in eine Ferne sehen, die sie nicht greifen konnte. “Ich erwarte noch viele dieser Kletterjagden auf diversen Bäumen.“ Ein schiefes Lächeln schlich sich auf Nebelkrähes Gesicht, erreichte allerdings seine Augen nicht ganz. Lebenstraum schenkte ihm ein sanftes Lächeln. Doch ihr grüner Blick blieb aufmerksam, ruhte auf ihm ohne ihn zu drängen. Sie wusste, wann sprechen musste und wann man schwieg.

Der Wind strich durch ihr dichtes Fell, ließ es leicht aufwallen. Lebenstraum hob den dreieckigen Kopf und betrachtete die Blätter über ihnen, die sich im Wind wiegten. Es war friedlich hier oben, weit weg vom Boden. Weit weg von Schatten, die zwischen den Wurzeln lauerten. Lebenstraum verstand, wieso sich Nebelkrähe so wohl hier oben fühlte.

Als der dunkle Kater schließlich sprach, wandte sie ihm ihren grasgrünen Blick wieder zu. „Sag Lebenstraum.“, begann er langsam. Sein Schwanz strich über den Ast hinweg und baumelte lässig herunter. Leicht legte Lebenstraum ihren Kopf schief während sie Nebelkrähe geduldig anblickte. "Ja?", fragte sie, um ihn zu ermutigen. „Kennst du eine creme-braune Katze mit Tigerung und goldenen Augen?“ Der Schweif des Katers zuckte unruhig. Sie blinzelte langsam.

Ein Herzschlag verging. Dann noch einer.

Lebenstraum ließ sich Zeit während sie ihn aufmerksam anblickte. Ihr war das unruhige Zucken seines Schweifs nicht entgangen. Und etwas in seiner Stimme, ließ sie leicht die Stirn in Falten ziehen. Nicht aus Misstrauen sondern aus Sorge um ihren Freund.

"Creme-braun... mit Tigerung...", wiederholte sie leise, nachdenklich, mehr zu sich selbst als zu ihm. Erneut blinzelte die Kätzin bevor ihr grasgrüner Blick in die Baumkronen wanderte als suche sie dort nach einer Erinnerung oder einer Antwort. "Und goldene Augen...", murmelte sie nachdenklich.

Sie rief sich jede Katze des WurzelClans in Erinnerung und an die Beschreibungen derjenigen, die sie nicht persönlich gekannt hatte. An alte Geschichten, die sie von Ältesten gehört hatte. Doch kein Bild formte sich klar.

Schließlich schüttelte sie langsam den Kopf.

"Nein.", miaute sie sanft und mit Bedauern in der Stimme. "Ich glaub nicht, dass ich so eine Katze kenne." Ihr Blick kehrte zu Nebelkrähe zurück. Warm und offen aber bedauernd, weil sie ihrem Freund nicht helfen konnte. "Zumindest keine, die hier im Clan lebt.", fügte sie hinzu.

Lebenstraum rückte ein kleines Stück näher an ihn heran. Nicht aufdringlich aber genug, dass ihre Schulter seine streifte. Eine stille, für Lebenstraum typische Geste, um ihm zu zeigen, dass er nicht allein war. "Warum fragst du?", fragte sie schließlich mit ruhiger Stimme. "Ist sie dir begegnet?"

Lebenstraum folgte Nebelkrähes Blick zu den Bäumen und dem Blätterspiel. “Oder dass der Wald dich ruft.“, hauchte er. Fast hätte Lebenstraum die Worte nicht gehört und sie für das Flüstern des Winds gehalten. Ein leichter Schauer lief ihr über ihren Rücken. Nicht aus Angst sondern einem tiefen, instinktiven Respekt vor... Ja... wovor eigentlich...? Lebenstraum konnte es nicht benennen aber sie empfand tiefen Respekt. Vor was auch immer.

"Der Wald… ruft uns alle manchmal.", antwortete sie. Ihre Schnurrhaare zuckten leicht für einen Herzschlag. "Manche hören ihn nur im Wind. Andere in Träumen. Und manche… wenn sie wach sind." Sie senkte ihren Blick wieder, richtete ihren ruhigen Blick auf den dunklen Kater neben sich. Nicht verurteilend sondern ruhig und verständnisvoll. "Ich glaube nicht, dass der Wald dir schaden will.", fügte sie hinzu. Ein kleines, schiefes Lächeln huschte über ihre Lefzen als sie ihren Kopf leicht gegen Nebelkrähes Schulter stieß. "Vielleicht bist du heute einfach zu hoch geklettert. Nicht mit den Pfoten", fuhr sie fort und tippte ihm leicht mit der Pfote gegen die Stirn, "sondern mit deinen Gedanken."

Kurz und vorsichtig strich ihr Schweif über seinen. "Was auch immer du gesehen oder gehört hast... Es ist jetzt vorbei. Hier oben bist du sicher. Und nicht allein."



@Nebelkrähe
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Nebelkrähe

Nebelkrähe
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#12
08.01.2026, 22:45
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Should have joined the theatre



Ein Herzschlag.
Ein zweiter.
Und ein dritter und vierter.


Nebelkrähe schwieg. Lebenstraum ebenso. Die Stille schien den Wald zu bedecken und alle Geräusche verstummen zu lassen. Als würde sie sich selbst verschlucken. Der Kater schluckte langsam.. und schwer.
“Crème-braun... mit Tigerung..“ Es kam der Krähe vor, als würde der Traum die Worte ins endlose ziehen. Sie hauchend verwischen, damit sie selbst nicht mehr erkannt werden wenn die Augen sich öffneten und die Welt der Träumer zurückgelassen wurde für die Lebenden. Noch ein murmeln. Sein Herz sank tiefer. Sein Gefühl verstärkte sich.


“Nein.“
Da war es.
Ihr sanftes miauen riss ihn mit seiner Vermutung in die Tiefe. Die restlichen Worte gingen in dem Rauschen der Blätter unter, als der Wind durch sie fegte und auch in seinen Ohren zu toben schien.
Ein leises seufzen entglitt ihm. Wurde vom Wind mit fort getragen.


“Warum fragst du? Ist sie dir begegnet?“
“Nein. Schon gut.“, entgegnete er knapp und blickte wieder hinauf.


“Der Wald... ruft uns alle manchmal. Manche hören ihn nur im Wind. Andere in Träumen. Und manche... wenn sie wach sind.“ Schweigend starrte Nebelkrähe weiter zu dem Blätterdach und beobachtete ihre Bewegungen.
Er wusste... Sie hatte ihn nicht verstanden. Es versucht, dennoch nicht geschafft. Nebelkrähe hatte es anders gemeint als sie eventuell glaubte und dennoch war er dankbar für ihre Worte.
Als er sich umdrehte sprach die bunte Kätzin weiter und der Kater erwiderte ihr Lächeln. Ihren Witz ließ er schmunzelnd über sich gehen und schloss die Augen kurz maunzend als ihre Pfote seine Stirn berührte.


“Was auch immer du gesehen oder gehört hast... Es ist jetzt vorbei. Hier oben bist du sicher. Und nicht allein.“


Sicher... Laut der anderen Katze nicht. Dennoch nickte Nebelkrähe lächelnd. Er sog die Luft tief ein und schloss die Augen dabei. Die einzelnen Zehen seiner vorderen Pfoten reckten sich leicht und griffen erneut nach der Rinde des Baumes bevor er ausatmete.
Er hatte sich endlich wieder in den Wald gewagt. Und war dem Ursacher seiner Ängste begegnet. Und diesmal hatte sie versucht ihn gegen Lebenstraum aufzuwiegeln. Und hatte nicht einmal den Namen genannt.
Apropos Zähne.. Der Kater verrenkte den Kopf urplötzlich und grinste Lebenstraum an.


“Willst du mein neustes Abenteuer hören? Es reißt uns fernab der Bäume hinunter in die Fluten des Flusses.“


Seine Augen funkelten auf. Schalk und Freude.
Das Gesagte und Geschehene vergessend konzentrierte er sich auf das was er mit Dünenwind erlebt hatte.
Mit einem Satz sprang der Kater aus der sitzenden Position heraus auf und drehte sich umständlich in der Luft. In seiner Vorstellung hatte es galanter ausgesehen, dieser Satz mit einer Drehung. In der Realität landete er überraschend auf seinem Brustkorb und Körper, die Pfoten rutschten Haltlos am Ast herab und er konnte seinen Kopf noch fangen bevor dieser auf dem Holz aufschlug. Verdattert lag er da und blickte etwas irritiert vor sich, bevor er Lebenstraum schief angrinste.


“Da beißt die Maus kein Faden ab.“, maunzte er. “Es sah sicher so plump wie ein fetter Hund auf der Jagd aus.“


Langsam erhob sich der Kater wieder, mehr ungeschickt als gekonnt. Aber er stand. Die Zuunge leckte über die Lefzen bevor er sich räusperte.
“Also.. Zu meinem Abenteuer.“


Seine Ohren zuckten nachdenklich zu der Seite und die Schwanzspitze peitschte aufgeregt am Ast entlang..
“Es war vor exakt 5 Sonnenaufgängen. Ich war zur Patrouille an unserer Grenze zu dem Nebelclan eingeteilt. Dünenwind begleitete mich. Da trafen wir auf ein ganz schön..“
Kurz hielt der Kater inne und suchte nach den richtigen Worten.
“kratzigen Gesellen. Sie hätten genauso gut GlutClanler sein, so sehr wie ihre Seele auf einen Streit brannten. Sie keiften uns an und versuchten den Fluss als ihr Land zu deklarieren. Wirklich vernebelt diese Nebelkatzen. Also.. In ihren Köpfen.“, maunzte er.
“Auf jeden Fall wollten Dünenwind und ich uns dies nicht geben. Also sind wir wieder von dannen gezogen – die Grenze war ja gesichert. Und um einen Fluss der dem Land gehört und allen Tieren – darum streiten wir nicht.“ Nebelkrähe plustert sich stolz bei den Worten – die er ebenso Stolz aussprach – auf. Das war eine gute Leistung gewesen. Fand er.
Dass er den Nebelclan zu einem Fischwettbewerb herausgefordert hatte, damit sie sich mal ihre Bäuche so ordentlich vollschlagen konnten und die Beute mit in ihr Lager nehmen konnten, unterschlug der Kater. Nicht böswillig. Einfach weil es nicht wichtig war.


Er duckte sich etwas runter. “Da hörte ich etwas. Oder.. ich fühlte es. Ich kann es nicht beschreiben. Aber etwas stimmte nicht.“ Er blickte suchend um sich. Seine Ohren drehten sich in alle Richtungen.
“Also rannte ich zurück. Dünenwind folgte mir und wir hörten panisches Maunzen. Ohne noch einmal nachzudenken schrie ich Dünenwind zu, dass wir in den Fluss mussten. Ich SPRANG hinein!“


Der dunkle Kater drückte sich vom Ast ab, sprang an Lebenstraum vorbei auf einen niedrigere Astgaben und hielt die Luft an als würde er in das Wasser tauchen. Erst als er den Kopf hinaus aus dem imaginären Fluss reckte schnappte er nach Luft. Nur um zu keuchen: “Und ich schwamm! Ich tauchte unter der Wasseroberfläche wie ein Fisch im Wasser. Ich eilte zu der alten Katze mit den scharfen Krallen die wild im Wasser strampelte als sei sie ein Glutclanjunges im falschen Element!“ Der Kater musste glucksen bei dem Gedanken wie so ein Glutclan Krieger versuchte im Wasser zu schwimmen. Langsam duckte er sich am Ast entlang weiter. Elegant und flink mit kleinen Schritten.
“Ich schwamm unter die Dame und lud sie auf meinen Rücken. Sie fauchte und wollte es alleine schaffen. Doch sie war bereits am Ende ihrer Kräfte und ließ es am Ende zu. So brachte ich das wertvolle Leben zurück an Land und übergab sie ihrem Kameraden!“ Er sprang wieder zurück und landete hinter Lebenstraum. Seine Augen strahlten.
“Der Dank war blanker Hohn. Spott und reißerische Worte.“


Er kicherte als er sich wieder setzte und seine Schwanzspitze munter am Ast auf und ab Peitschte. Es schien den dunklen Kater nicht zu stören was er geerntet hatte. Es war zu sehen wie stolz er war, was er geleistet hatte. Dass er ein Leben gerettet hatte.




@Lebenstraum Erwähnt: @Dünenwind @Krähenruf @Wieselfeuer
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Lebenstraum

LebenstraumSternenfänger
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#13
08.02.2026, 00:13
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Beneath trees and roots



Als er sie an grinste, war da dieses Funkeln in seinen blassgrünen Augen, das sie sofort beruhigte. Nicht, weil es alles erklärte sondern weil es ihn wieder zurückholte. Weg von diesem unsichtbaren Etwas, das zwischen Wurzeln und Nebelschwaden gelauert und ihn beschäftigt hatte. Hin zu… dem Nebelkrähe, den sie kannte.

“Willst du mein neustes Abenteuer hören? Es reißt uns fernab der Bäume hinunter in die Fluten des Flusses.“

Lebenstraum blinzelte einmal. Dann noch einmal. Ihre Schnurrhaare zuckten belustigt als sich ein kleines, warmes Lächeln auf ihre Lefzen schlich. "Du fragst das, als hätte ich eine Wahl.", antwortete sie sanft und ihr Tonfall trug den typischen, leicht neckenden Unterton.

Doch bevor sie noch mehr sagen konnte, schoss er schon los.

Mit einem Satz sprang Nebelkrähe aus der sitzenden Position heraus, drehte sich… und landete, nun ja… eher wie ein nasser Blatthaufen als wie der majestätische Kater, der er in seiner Vorstellung scheinbar war. Lebenstraums Augen wurden groß und ihr entwich ein Laut, der irgendwo zwischen erschrockenem Keuchen und unterdrücktem Lachen hing. Sie riss die Pfote hoch, um sich nicht direkt zu verraten aber als sie sah, wie er verdattert da lag und sie dann auch noch schief angrinste, brach es aus ihr heraus. Ein helles, echtes Lachen, das ihr Brustfell leicht vibrieren ließ. "SternenClan, Nebelkrähe!", japste sie leise und schüttelte den dreieckigen Kopf bevor sie erneut kicherte. Ihre grasgrünen Augen funkelten. "Du wirst mich noch umbringen. Nicht durch den Wald, nicht durch den Fluss sondern durch… durch das."

“Da beißt die Maus kein Faden ab. Es sah sicher so plump wie ein fetter Hund auf der Jagd aus.“, miaute Nebelkrähe als er sich langsam erhob. "Oh, es war wundervoll plump.", setzte sie sofort nach, viel zu ehrlich, viel zu typisch Lebenstraum und trotzdem nicht gemein. Eher... liebevoll-fies. Sie beugte sich ein kleines Stück vor, als würde sie ihn mustern wie ein besonders interessantes Beutetier. "Also… ich würd sagen: eher wie ein fetter Hund, der denkt, er sei ein Falke. Oder… ein Falke, der plötzlich merkt, dass er eigentlich eine Ente ist.", fügte sie belustigt hinzu. Sie duckte den Kopf als müsste sie ihr Grinsen verstecken, schaffte es aber nicht. "Mach’s bitte nochmal. Nur für mich. Ich will sehen, ob du beim zweiten Mal wenigstens so tust, als hättest du das so geplant."

Doch Nebelkrähe war schon ganz in seiner Geschichte, und Lebenstraum ließ ihn. Sie kannte diesen Blick. Dieses "Jetzt kommt’s"-Glitzern. Und sie mochte es. Es war… leicht. Und nach dem komischen Nebelgefühl von vorhin tat es wirklich gut.

“Also.. Zu meinem Abenteuer.“, begann er. Seine Ohren zuckten nachdenklich zur Seite und die Schwanzspitze peitschte aufgeregt am Ast entlang. “Es war vor exakt 5 Sonnenaufgängen. Ich war zur Patrouille an unserer Grenze zu dem Nebelclan eingeteilt. Dünenwind begleitete mich. Da trafen wir auf ein ganz schön..“, fuhr er fort während sie es sich auf dem Ast bequemer machte, den buschigen Schweif um ihre weißen Pfoten legte und Nebelkrähe aufmerksam ansah. Diese ruhige, sanfte Aufmerksamkeit, die sich immer zeigte, wenn jemand erzählte - als wäre jede Geschichte ein kleines Geschenk. "Fünf Sonnenaufgänge... Du hast dir das gemerkt. Das ist… tatsächlich beeindruckend. Ich bin stolz auf dich.", kommentierte sie während ihre grasgrünen Augen belustigt funkelten. Dann wurde sein Ton kratziger und das belustigte Funkeln wurde von einem fast gebannten Ausdruck ersetzt. “kratzigen Gesellen. Sie hätten genauso gut GlutClanler sein, so sehr wie ihre Seele auf einen Streit brannten. Sie keiften uns an und versuchten den Fluss als ihr Land zu deklarieren. Wirklich vernebelt diese Nebelkatzen. Also.. In ihren Köpfen.“, maunzte er. Lebenstraum blinzelte einmal, ihre Schwanzspitze zuckte leicht und sie schnaubte leise. "Oh nein...", miaute sie trocken. "Bitte sag mir nicht, du hast dich wieder mit irgendwem angelegt." Für sie klang es fast so als würde noch etwas in diese Richtung folgen. "Auf jeden Fall wollten Dünenwind und ich uns dies nicht geben. Also sind wir wieder von dannen gezogen – die Grenze war ja gesichert. Und um einen Fluss der dem Land gehört und allen Tieren – darum streiten wir nicht." Er plusterte sich stolz bei den Worten auf. Lebenstraums Ausdruck wurde weicher. "Das war klug.", sagte sie ehrlich. "Wirklich klug." Lebenstraum musste sich zusammenreißen, nicht schon wieder zu lachen. Es sah immer so herrlich aus, wenn er tat als wäre er der große Held aus irgendeiner alten Lagerlegende.

Dann duckte er sich leicht und Lebenstraum lehnte sich ein wenig vor. “Da hörte ich etwas. Oder.. ich fühlte es. Ich kann es nicht beschreiben. Aber etwas stimmte nicht.“ Suchend blickte sich der Kater um, seine Ohren drehten sich in alle Richtungen. Lebenstraum spürte, dass sich ihr Herzschlag beschleunigte. "Was stimmte nicht?", fragte sie leise. “Also rannte ich zurück. Dünenwind folgte mir und wir hörten panisches Maunzen. Ohne noch einmal nachzudenken schrie ich Dünenwind zu, dass wir in den Fluss mussten. Ich SPRANG hinein!“ Ihre Augen weiteten sich und unwillkürlich hielt sie den Atem an. "Du bist… in den Fluss gesprungen?" Ihre Stimme überschlug sich fast vor echtem Schreck. "Nebelkrähe, du bist doch...", sie stockte, weil sie ihm nicht die Heldenstimmung kaputt machen wollte aber sie konnte es nicht ganz verhindern: "...du bist doch nicht gerade für… Wasser bekannt."

Er sprang vom Ast an Lebenstraum vorbei und auf einen niedrigere Astgabel und hielt die Luft an als würde er in das Wasser tauchen. Dann schnappte er nach Luft und keuchte: "Und ich schwamm! Ich tauchte unter der Wasseroberfläche wie ein Fisch im Wasser. Ich eilte zu der alten Katze mit den scharfen Krallen die wild im Wasser strampelte als sei sie ein Glutclanjunges im falschen Element!" Gebannt starrte sie Nebelkrähe an während er erzählte. Vor Spannung und Anspannung konnte sie kaum reagieren oder kommentieren. Der Kater duckte sich am Ast entlang weiter. "Ich schwamm unter die Dame und lud sie auf meinen Rücken. Sie fauchte und wollte es alleine schaffen. Doch sie war bereits am Ende ihrer Kräfte und ließ es am Ende zu. So brachte ich das wertvolle Leben zurück an Land und übergab sie ihrem Kameraden!" Nebelkrähe sprang wieder zurück und landete hinter ihr. Sie fuhr herum und blickte in seine strahlenden Augen. Ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals als wäre sie selbst gerade mittendrin in der Szene gewesen. Sie schnappte leicht nach Luft als sie merkte, dass sie den Atem angehalten hatte. "Das war mutig! Richtig mutig! Du bist reingesprungen obwohl du Angst hattest. Und du hast jemandes Leben gerettet!", miaute sie aufgeregt.

"Der Dank war blanker Hohn. Spott und reißerische Worte." Lebenstraums Schweifspitze zuckte. Ein kleines, unzufriedenes Zucken. "Das...", begann sie und ihre Stimme wurde ernster, "ist einfach nur erbärmlich. Du rettest ein Leben und sie beißen dir danach in die Pfote." Lebenstraum schnaubte einmal durch ihre rosafarbene Nase.

Sie stupste Nebelkrähes Schulter mit der Pfote an. Sanft. Bestimmt. "Hör zu.", miaute sie, und jetzt war sie wieder ganz sie selbst: warm, ehrlich, ein bisschen zu gutgläubig aber in diesem Moment auch überraschend klar. "Ob die dich verhöhnen oder nicht… du hast das Richtige getan. Und ich… Ich bin stolz auf dich, Nebelkrähe." Sie schenkte ihm ein leichtes Lächeln. "Aber wenn du mir das nächste Mal erzählst, du wärst 'wie ein Fisch im Wasser' gewesen, will ich Beweise. Ich will sehen, wie du schwimmst. Ohne…", sie deutete mit der Pfote auf den Ast, "ohne dass du vorher wie ein fetter Hund landest."

"Und jetzt… erzähl weiter. Was haben sie genau gesagt? Ich muss wissen, welche Sorte Mäusehirn man sein muss, um eine Katze zu verspotten, die einen aus dem Fluss gezogen hat." Ihr Lächeln wurde breiter, wurde zu einem Grinsen. "Und wenn du fertig bist, zeigst du mir, wo ihr wart. Nicht heute. Nicht jetzt sofort… aber irgendwann. Damit ich weiß, wo du dich das nächste Mal heldenhaft umbringen willst." Ein leises Kichern löste sich aus ihrer Kehle. "Los, großer Flussfisch.", maunzte sie. "Erzähl."



@Nebelkrähe
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Nebelkrähe

Nebelkrähe
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#14
09.02.2026, 22:04
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Smells like trouble and spring



Natürlich hätte Lebenstraum es verneinen können. Er hätte dann nicht angefangen. Oder sie wäre in dem Leid ertrunken, das nun passierte. Besser gesagt: Er hörte sie schon gar nicht mehr. Jegliche Kommentierungen, Anmerkungen und Nachfragen von Lebenstraum verschwammen, waren fern ab von seiner Wirklichkeit des Geschichten erzählens, der Rekapitulation der Wahrheit. Er ging voll auf in seiner Rolle, seinem Spiel.
Lediglich bei seinem Bauchplatscher, als sie witzelte, dass er sich noch durch solche Aktionen umbringen würde, antwortete er mit einem schelmenhaften Funkeln in seinen Augen. Als würde er sagen: Ach Lebenstraum. Bevor ich falle, fällt der Baum um mich zu fangen.
Ihre Vergleiche von dicken Hunden und plumpen Falken tat er mit einem kurzen Schwanzzucken ab. Auch ihr Flehen um eine Wiederholung ging er nicht nach. Nebelkrähe war bei dem Fluss. Bei der Situation mit Wieselfeuer und Krähenruf. Nicht einmal ihr Lob oder ihre Befürchtungen erreichten den Kater. Lediglich das Spiel. Das Spiel und er. Und am Rande der gebannte Zuschauer, der seine Augen nicht vom Schauspieler ablassen konnte. Dies war das einzige was er spürte. Es kitzelte ihn. Kitzelte eine Gänsehaut aus ihm heraus und besonders viel Freude.

Bei der Szene als er in den Fluss sprang, kam die erste Reaktion von ihm. Es war der Schreck der aus ihrer Stimme klang mit den Fragen. Ein breites Grinsen zog sich über seine Lefzen, die Augen funkelten als er grinsend nickte. Oh ja, er war in den Fluss gesprungen. Ein langfelliger, bequemer und fauler Kater. Einer der lieber auf Bäumen lag als im Fluss baden zu gehen. Genau dieser war ins Wasser gesprungen. Und so vollführte er es auch hier. Erzählte weiter und dokumentierte es mit gewissentlichen, passenden Körperzügen.
Als er wieder bei ihr landete, drehten sich seine Ohren ganz aufmerksam zu ihr. Nun hatte sie seine Aufmerksamkeit. Nun würde er all ihre Fragen und Kommentaren begegnen. Denn nun war er wieder bei ihr.

“Angst?“, wiederholte er die Worte Lebenstraum nachdem er noch vom Dank gesprochen hatte. Leicht neigte der Kater den Kopf zur Seite, das Ohr klappte weg und er blickte unsicher. “Wenn ich ehrlich bin Lebenstraum... Ich habe gar nicht darüber nachgedacht. Ich hatte gar nicht daran gedacht, dass der Fluss mich oder Dünenwind verschlingen würde. Er uns mitreißen...“ Langsam verstummte der Kater. Reue trat in die Augen. Ein gewisses Schuldbewusstsein. Dann wieder Unsicherheit – hatte er vielleicht doch etwas dummes getan?
“Weißt du... Dünenwind hatte es geschafft ans Land zu gelangen... Doch der Fluss hatte sie wohl abgetrieben – sagte sie.“ Nebelkrähe wurde immer leiser beim Reden. Als würde ihm bewusst werden, dass er das Leben von einer Katze aus seinem Clan aufs Spiel gesetzt hatte um eine Fremde zu retten.
Lange schwieg er. Atmete in Ruhe ein und Aus. Als würde er auf eine Art Absolution warten. Doch diese würde er nicht von Lebenstraum erhalten. Selbst Dünenwind würde sie ihm nicht erteilen können, sie könnte ihm sagen dass ja alles gut ging. Doch am Ende konnten ihn nur der SternenClan oder er sich selbst frei von dieser Last sprechen.

So schüttelte er den Kopf leicht und maunzte leise: “Sie.. War es nicht. Es war ihr Freund, ihre Begleitung. Aber ist schon gut. Sie waren eben sehr kratzig. Ich brauche keinen Dank..“ Leicht lächelte er Lebenstraum von unten an. Ihm reichte das Wissen, dass er etwas richtig getan hatte. Also.. Fast...
Plötzlich spürte er ihr sanftes Stupsen und reckte den Kopf. Er blickte sie mit großen Augen neugierig an. “Hör zu“, miaute sie warm. Sie ermunterte ihn und dann machte sie sich wieder lustig über ihn. Nebelkrähe lachte leise. Seine Augen blitzten auf. Sie funkelten, als würden sie sagen wollen: Kein Problem, ich zeige es dir!

“Du glaubst mir nicht?“, fragte er gespielt pikiert. “Träumchen, wie kannst du mir nicht glauben? Ich bin zu tiefst getroffen. Ich wollte doch der treue Onkel eurer Jungen werden“ Kurz streckte er frech die Zunge hinaus, nur um sich dann über die Nase zu lecken und langsam zu strecken, während sie zu ihm sprach und ihn drang zu erzählen was sie gesagt hatten. Langsam und genüsslich legte sich der Faulpelz wieder auf dem Ast ab. Schlug nachdenklich mit dem Schwanz auf jenen, bevor er ihn entspannt hinunter hängen ließ: “Hmm...“, kommentierte er zunächst nachdenklich.
“Also zu erst möchte ich dir ans Herz legen Dünenwind selbst zu fragen. Wenn du mir nicht glaubst, glaubst du sicher so einer gewissenhaften Kätzin wie ihr – oder?“ Herausforderung lag im Unterton. “Ich kann dir gerne den Ort zeigen, doch an den Heldentot gedenke ich so gar nicht!“ Wenn der Kater nur wüsste was am nächsten Morgen ihm widerfahren wird, würde er wohl nicht diese Töne spucken.

“Also der weiß-schwarze mit dem Feuerblick, Hatte die Rettung damit verglichen dass wir einen Vogel vom Himmel holten oder eine Maus aus der Erde zogen. Ich bin mir nicht sicher, was er damit sagen wollte – dies kling beides äußerst machbar für mich.“ Als hätte ein Vogel den Wink von der Krähe verstanden, schrie er singend auf und zog flatternd unter ihnen vorbei. Der Blick von Nebelkrähe folgte dem Tier, als wollte er sagen: Siehst du?
Sein rechtes Ohr zuckte weg und er seufzte leise. “Nein, ich verstand das wirklich nicht.. Zumal er dann sehr unfreundlich meinte, dass es uns nicht das Recht gibt auf ihrem Territorium zu sein und sie stünden nicht in ihrer Schuld. Es ist ja nicht so, als hätte ich um eine Gegenleistung gebeten. Und wäre ich mit der Alten an unser Ufer geschwommen, wie wäre die kraftlose Kätzin dann hinüber gekommen? Was wäre wenn sie ausgerutscht und wieder in den Fluss gefallen wäre? Das ist mehr als Verantwortungslos von mir. Natürlich war ich auf ihrem Ufer... Es war näher dran. Aber immerhin hatte er so den Fluss wieder freigesprochen – glaube ich.“, fügte er etwas leiser hinzu.
Die Zunge fuhr unruhig über die Lippen, seine Augen suchten ihren Blick. “Und er bedankte sich.. Dafür, dass sie nach diesem ärger keinen Fisch mehr fangen könnten. Hatte er vielleicht doch die Alte gemeint? Zuvor hatte er ja auch behauptet sie sei sehr gut auf den Beinen... Für mich wirkte sie eher wie ein halb ertrunkenes trauriges Junges, welches dringend zum Heiler getragen werden sollte. Ich habe nur keine Ahnung ob er es gemacht hatte.. Wir sind ja schließlich...“

Nebelkrähe schwieg. Sie waren zurück gegangen. Er hatte nicht sicher gestellt, ob die Alte sicher bei sich im Lager angekommen war. Ob es ihr gut ging?
Als würde er die Antwort in den Bäumen finden, wanderte sein Blick in die Höhe. Die Blätter tanzten im Licht, sie sangen ihre Geschichten, was der Wind ihnen zuflüsterte. Was sie ihm gesagt hatte: Du riechst gar nicht nach WurzelClan mehr nach Ärger... und Frühling... Na schön, mein Held... Lange schwieg er. Dachte über die Worte nach. Noch immer machten sie keinen Sinn. Er verstand sie nicht. Was bedeuteten sie? Was bedeutete es für die Alte?

“Lebenstraum? Wie riecht Ärger und Frühling?“, sprach er plötzlich und riss damit die vorherige Konversation ab. Er hatte ihr noch gar nicht gesagt, wie die Alte reagiert hatte. Und wie überrascht sie über ihn war. Und zugleich dem SternenClan sagte, dass der Fluss sie ruhig gleich hätte mitreißen können... Als sei er unzuverlässig. Sein Herz durchzog ein Stich bei den schattierten Erinnerungen.
Lange ließ er ihr Zeit um eine Antwort zu geben und diese Worte auf sich wirken zu lassen bevor er dann erneut ansetzte: “Rieche ich nach Ärger und Frühling?“




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Lebenstraum

LebenstraumSternenfänger
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#15
11.02.2026, 00:50
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Beneath trees and roots



Als Nebelkrähe wieder bei ihr war, drehten sich seine Ohren aufmerksam zu ihr. Gebannt starrte Lebenstraum ihn aus ihren grasgrünen Augen an. “Angst?“, wiederholte er bevor er leicht den Kopf zur Seite neigte, das Ohr klappte weg und er blickte unsicher. “Wenn ich ehrlich bin Lebenstraum... Ich habe gar nicht darüber nachgedacht. Ich hatte gar nicht daran gedacht, dass der Fluss mich oder Dünenwind verschlingen würde. Er uns mitreißen...“ Der dunkle Kater verstummte langsam, Reue trat in seine Augen, ein gewisses Schuldbewusstsein und dann wieder Unsicherheit. Ihre Aufregung verblasste ein wenig als sie den Blick sah, machte Besorgnis Platz als sie sein dunkles Gesicht mit ihren eigenen grünen Augen musterte. Hatte Lebenstraum... den Moment ruiniert...? “Weißt du... Dünenwind hatte es geschafft ans Land zu gelangen... Doch der Fluss hatte sie wohl abgetrieben – sagte sie.“, fuhr er fort und wurde immer leiser beim Reden, als würde ihm selbst bewusst werden, dass er das Leben eines Clangefährten aufs Spiel gesetzt hatte, um eine Fremde zu retten. Besorgt musterte Lebenstraum bevor sich ihr blattgrüner Blick schuldbewusst senkte. Nebelkrähe schwieg lange.

Schließlich schüttelte er den Kopf leicht und maunzte leise: “Sie.. War es nicht. Es war ihr Freund, ihre Begleitung. Aber ist schon gut. Sie waren eben sehr kratzig. Ich brauche keinen Dank..“ Leicht lächelte er Lebenstraum von unten an. Sie erwiderte sein Lächeln leicht, auch wenn die Schuld, dass sie seine Laune gedrückt und den Moment ruiniert hatte, schwer auf sie drückte. Er reckte den Kopf als sie ihn sanft stupste und blickte sie mit großen Augen neugierig an. Lebenstraum schaffte es aus ihrer Schuld heraus als sie ihn ermunterte und sich wieder über ihn lustig machte. Nebelkrähe lachte leise, seine grünen Augen blitzten auf und funkelten.

“Du glaubst mir nicht?“, fragte der Kater gespielt pikiert. “Träumchen, wie kannst du mir nicht glauben? Ich bin zu tiefst getroffen. Ich wollte doch der treue Onkel eurer Jungen werden“ Kurz streckte er frech die Zunge raus, nur um sich dann über die schwarze Nase zu lecken und sich langsam zu strecken. Lebenstraums Augen wurden groß. Und dann musste sie lachen. Nicht laut, eher ein leises, warmes Lachen. "Oh bitte.", miaute sie und ihre Stimme trug ihren typisch neckischen Unterton. "Du wärst ein schrecklicher Onkel." Sie hob ihre Pfote als würde sie aufzählen wollen. "Du würdest ihnen beibringen, wie man von Bäumen auf andere Katzen springt. Du würdest ihnen beibringen, wie man dramatisch stirbt, wenn man nur leicht hinfällt." Sie legte den Kopf leicht schief und grinste. "Und du würdest ihnen beibringen, wie man sich selbst glaubt, während man schwindelt." Dann zupfte sie ihm mit der Pfote spielerisch an einem Fellbüschel. "Aber… sie würden dich lieben, weil du ihnen Geschichten erzählst. Das muss ich dir lassen."

Langsam und genüsslich legte er sich wieder auf dem Ast ab, schlug nachdenklich mit dem Schwanz auf jenen bevor er ihn entspannt herunter hängen ließ: “Hmm...“, kommentierte er zunächst nachdenklich. “Also zu erst möchte ich dir ans Herz legen Dünenwind selbst zu fragen. Wenn du mir nicht glaubst, glaubst du sicher so einer gewissenhaften Kätzin wie ihr – oder?“, fragte er herausfordernd. Lebenstraum blinzelte. "Oh, jetzt kommen wir also zu ‚Frag Dünenwind‘.", miaute sie trocken. "Sehr praktisch. Sehr… diplomatisch." Ihre Schnurrhaare zuckten. Aber ja. Ich werde sie fragen. Nicht weil ich dir nicht glaube." Sie beugte sich vor, ihre grasgrünen Augen ernst. "Sondern weil ich wissen will, wie es ihr dabei ging. Ob sie Angst hatte. Ob sie sich sicher gefühlt hat. Ob sie dir vertraut hat." Sie lehnte sich wieder zurück. "Und ob sie dich danach am liebsten in den Fluss zurück geschubst hätte." Dann lachte sie wieder leise, damit es nicht zu schwer blieb.
“Ich kann dir gerne den Ort zeigen, doch an den Heldentot gedenke ich so gar nicht!“ Leicht, sacht schnaubte die Kriegerin. "Natürlich nicht.", maunzte Lebenstraum, als wäre es die selbstverständlichste Sache der Welt. "Du denkst doch nicht mal an Heldentod, wenn du vom Ast rutschst." Sie deutete mit der Pfote auf ihn, ganz dramatisch. "Du würdest sagen, dass das so geplant war."

“Also der weiß-schwarze mit dem Feuerblick, Hatte die Rettung damit verglichen dass wir einen Vogel vom Himmel holten oder eine Maus aus der Erde zogen. Ich bin mir nicht sicher, was er damit sagen wollte – dies kling beides äußerst machbar für mich.“ Lebenstraum schnaubte belustigt. "Natürlich klingt das machbar für dich.", erwiderte sie trocken. "Du bist ja auch der Kater, der glaubt, er sei ein Fisch." Sie grinste kurz bevor sie wieder ruhiger wurde. "Aber… ich glaube, er wollte dich klein machen und dir das Gefühl geben, dass das, was du getan hast, nichts Besonderes war." Ihr grasgrüner Blick glitt kurz dem Vogel hinterher, der unter ihnen vorbeiflog. "Und weißt du was? Selbst wenn es ‚nichts Besonderes‘ gewesen wäre… dann hätten sie es ja selbst machen können."
Sein rechtes Ohr zuckte und der Dunkle seufzte leise. “Nein, ich verstand das wirklich nicht.. Zumal er dann sehr unfreundlich meinte, dass es uns nicht das Recht gibt auf ihrem Territorium zu sein und sie stünden nicht in ihrer Schuld. Es ist ja nicht so, als hätte ich um eine Gegenleistung gebeten. Und wäre ich mit der Alten an unser Ufer geschwommen, wie wäre die kraftlose Kätzin dann hinüber gekommen? Was wäre wenn sie ausgerutscht und wieder in den Fluss gefallen wäre? Das ist mehr als Verantwortungslos von mir. Natürlich war ich auf ihrem Ufer... Es war näher dran. Aber immerhin hatte er so den Fluss wieder freigesprochen – glaube ich.“, fügte Nebelkrähe etwas leiser hinzu. Seine Zunge fuhr unruhig über seine Lippen und seine blassgrünen Augen suchten ihren Blick. Lebenstraum nickte langsam. "Das… kann ich sogar verstehen.", sagte sie leise. "Niemand steht gern in der Schuld von anderen. Vor allem nicht, wenn man sich ohnehin schon schwach fühlt." Sie hielt kurz inne. "Aber es gibt einen Unterschied zwischen ‚Ich schulde dir nichts‘ und ‚Ich behandle dich wie Dreck‘.“ Sie ließ ihre Worte kurz wirken. "Du warst auf ihrem Ufer, weil es näher war... Und weil du sie retten wolltest. Das ist… logisch." Sie blinzelte langsam. "Aber ja. Für sie sieht es aus wie Eindringen. Und für dich sieht es aus wie Hilfe. Beide können gleichzeitig wahr sein." Sie senkte den grasgrünen Blick und ihr buschiger Schweif strich einmal sanft über den Ast. "Das macht dich nicht böse. Das macht die Situation nur… kompliziert."

“Und er bedankte sich.. Dafür, dass sie nach diesem ärger keinen Fisch mehr fangen könnten. Hatte er vielleicht doch die Alte gemeint? Zuvor hatte er ja auch behauptet sie sei sehr gut auf den Beinen... Für mich wirkte sie eher wie ein halb ertrunkenes trauriges Junges, welches dringend zum Heiler getragen werden sollte. Ich habe nur keine Ahnung ob er es gemacht hatte.. Wir sind ja schließlich...“ Nebelkrähe schwieg. Sein Blick wanderte in die Höhe als würde er Antworten in den Bäumen suchen. Lebenstraums Augen wurden schmal. "Oh, wie großzügig.", miaute sie trocken. "Danke, dass du unser Leben gerettet hast, jetzt sind wir… hungrig." Sie schnaubte. "Wenn sie hungrig sind, sollen sie fischen gehen. Und wenn sie nicht fischen können, sollen sie lernen, wie man's macht. Nicht dich verantwortlich machen."

Lange schwieg der Krieger neben ihr. Das Thema riss abrupt ab.

“Lebenstraum? Wie riecht Ärger und Frühling?“, fragte er plötzlich. Lebenstraum erstarrte für einen Herzschlag. Nicht, weil die Frage lächerlich war sondern weil sie sich plötzlich wieder an ein Gefühl vor einigen Tagen erinnerte. An goldene Augen im Nebel. An Worte, die sich anfühlten wie Warnungen. Sie blinzelte langsam, sammelte sich und dann lächelte sie. Klein, sanft. So, wie man lächelte, wenn man jemandem die Angst nicht noch größer machen wollte aber auch nicht so tat als wäre alles normal. "Ärger", begann sie leise, "riecht nach… angespannten Schultern." Sie hob eine Pfote und tippte ihm leicht gegen die Brust, da wo sein Herz schlug. "Nach einem Herz, das zu schnell schlägt. Nach Krallen, die man unbewusst in Rinde gräbt. Nach einem Blick, der überall Gefahren sucht." Sie ließ die Pfote sinken und ihre Stimme wurde ein bisschen weicher, fast verträumt. Typisch Lebenstraum eben. "Und Frühling… riecht nach… neuem Moos. Nach warmem Wind. Nach nasser Erde, die nicht mehr kalt ist. Nach diesem Moment, wenn die Sonne durch die Blätter fällt und du denkst: 'Vielleicht ist nicht alles schlecht.'." Sie blinzelte, und ihre Augen funkelten warm. "Frühling riecht nach Hoffnung." Lebenstraum blickte Nebelkrähe direkt und warm an.

"Rieche ich nach Ärger und Frühling?", fragte Nebelkrähe schließlich. Lebenstraum schwieg einen Herzschlag zu lang. Nicht aus Unsicherheit. Eher, weil sie aufpassen wollte, was sie sagen würde. Schließlich rückte sie näher bis ihre Schulter seine streifte. Ihre Stimme war sanft und ehrlich. "Du riechst nach beidem.", antwortete sie. "Du riechst nach Ärger, weil du dich verrennst. Weil du Dinge rettest, ohne zu überlegen, was es kostet. Und du riechst nach Frühling, weil… du trotzdem immer wieder zurückkommst. Zu mir. Zu deinem Baum. Zu deinen Geschichten." Sie hob die Pfote und stupste ihm leicht gegen die Stirn, genau da, wo sie es vorher schon getan hatte. "Und du riechst nach Frühling, weil du dich nicht verhärtet hast. Nicht mal, wenn andere kratzig sind."

Ein kleines Lächeln schlich sich auf ihre Lefzen, liebevoll-fies. "Aber wenn du jetzt gleich anfängst, zu behaupten, du riechst nach Frühling, weil du ein Fisch bist, dann…", sie tippte erneut gegen seine Stirn, "dann werf ich dich in den Fluss." Ihr grasgrüner Blick wurde wieder weich. "Und Nebelkrähe…" Sie ließ den Satz einen Herzschlag hängen. "Wenn dich der Wald wieder ruft, oder du glaubst, er ruft dich, dann sag es mir. Nicht erst, wenn du's in eine Geschichte verpacken musst." Sie strich mit ihrem Schweif sanft über seinen. "Jetzt", maunzte sie leise, "erzähl mir den Teil, den du ausgelassen hast." Ihre grasgrünen Augen funkelten aber diesmal nicht nur vor Spaß. "Wie hat die Alte reagiert? Nicht der Freund. Nicht der Feuerblick. Sie."



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Nebelkrähe

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Smells like trouble and spring



Sie lächelte zurück und dies tat Nebelkrähe gut. Sehr gut. Wenn sein Gegenüber nur wüsste, dass sie keine Schuld hatte. Weder Nebelkrähe ihr diese zusprach noch sah, dass sie diese empfand. Sie hatte lediglich um mehr gebeten. Nebelkrähe hatte die Konversation begonnen. Erst sollte es nur ein Epos werden, doch nun tat ihm die Entwicklung des Gespräches gut – auch wenn es nicht ersichtlich war, da er viele Emotionen, Gedankengänge und Sorgen zeigte. Sorgen kannten andere Katzen nicht an ihm oder eher selten, doch der Kater konnte verdammt tiefgründig sein (wenn es um ihn ging).

Als sie auf seine pikierte Äußerung hin warm lachte, entlockte es dem schwarzen ebenfalls ein leises Kichern. Wobei... Den Part mit dem Onkel hatte er schon ernst gemeint. Er wäre gerne der Onkel ihrer Kinder. Und er glaubte fest daran, dass dies auch ohne Blutsverwandtschaft möglich war. “Du wärst ein schrecklicher Onkel.“ Nebelkrähe fiel das Maul offen. Er sah nun aus wie ein Fisch an Land. Mit großen Augen blickte er sie an und protestierte ohne Umschweife: “Ich wäre ein fantastischer Onkel!“ Er zog eine Schmollschnute und plusterte sich auf. “All das was du aufgezählt hast klingt nach einem perfekten Onkel für mich. Sie lernen den Überraschungsmoment. Sie lernen sich vor feindlichen Katzen tot zu stellen um sie dann zu überwinden und sie werden selbstbewusst an sich selbst glauben!“ Mit gerümpfter Nase, schob er seinen Kopf mal links, mal rechts. Dann erst blickte er Lebenstraum überzeugt lächelnd an: “Ein perfekter Onkel.“
Untermauerte der Kater noch einmal.

Die Leichtigkeit verflog wieder als sie darüber sprachen, dass sie Dünenwind fragen sollte. Zwar würde Lebenstraum sie fragen, so wie Nebelkrähe es ihr auftrug, jedoch machte die Bunte klar, dass es ihr mehr um Angst, Sicherheit und Vertrauen ging.
Einen tiefen Stich verspürte der Kater. Er schloss die Augen und maunzte nur: “Ja, ich bin ein sehr guter Diplomat.“ Dann wechselte er zu ihrer anderen Bitte. Ihre Antworten hierauf ließ er stehen. Denn manchmal, so wusste selbst die Nebelkrähe, war schweigen mehr wert.

Auf ihren Fisch vergleich hin schnaufte er nur. Seine Ohren hingegen zuckten neugierig, sogar sein Schwanz zuckte an der Spitze, als die Freundin darlegte was sie glaubte. Dass sie glaubte, dass der bicolore Kater ihn klein machen wollte. Ihm das Gefühl geben er hätte nichts besonderes getan.
Hierüber musste er nachdenken. Denn hatte Nebelkrähe sich irgendwie so gefühlt? Hatte er auch nur den Verdacht gehabt? Nein. Nicht im geringsten. Er war überzeugt das richtige getan zu haben und etwas wichtiges. Um den Stellenwert der Größer oder um eine Besonderheit ging es nicht. Es ging hier um ein Leben.
Sein rechtes Ohr zuckte und er seufzte leise, als er weiter sprach.
Er suchte anschließend ihren Blick. Lebenstraum nickte im Tempo einer kriechenden Schnecke. War sie eingeschlafen? Nebelkrähe runzelte gerade die Stirn, als die bunte Schnecke anfing zu reden.

Niemand steht gern in der Schuld von anderen. Aber es gibt einen Unterschied zwischen 'Ich schulde dir nichts' und 'Ich behandle dich wie Dreck'.
Die Worte seines Gegenüber hallten im Kopf wieder und wieder. Stand wirklich niemand gern in der Schuld anderer? War es nicht in Ordnung sich helfen zu lassen, wenn man es nicht alleine schaffte oder es selbst nicht konnte? Und entschied nicht der Helfende selbst, dass er freiwillig aus eigenem Antrieb heraus helfen wollte? So war es zumindest bei ihm gewesen. Der fremde Kater hatte nicht um Hilfe gebeten, dies stimmte. Aber Nebelkrähe hatte sich dennoch dazu entschlossen.
Und... Entschied nicht am Ende die andere Katze selbst ob sie etwas schuldig war?
Dass der Wurzelclan Krieger am folgenden Morgen genau diese Entscheidung traf und dann auch noch einem Fuchs gegenüber, das erahnte heute noch niemand.
Jetzt gerade zählten die Worte der vergangenen Tage.

“Beide können gleichzeitig wahr sein. […] Das macht die Situation nur... kompliziert.“, lautete die Konklusion Lebenstraums. Und ihre weiteren trockenen Worte entlockten ihm ein kleines Lächeln.
“Achso“
Mehr kam nicht als Antwort vom dunklen Kater.
Beides wahr also richtig und dies machte es so schwierig. Darum gab es auch kein richtig und kein falsch. Dies war einleuchtend.
Noch immer verstand er nicht wie jemand die offenkundige Logik der Rettung ans nächste Ufer als eindringen interpretieren konnte...
Doch wenn seine Freundin es so formulierte.
Diese Katzen brauchen definitiv mehr Optimismus und positive Gedanken. Am SternernClan oder dem Glauben kann es nicht liegen., sinnierte er bei sich.
Schließlich wanderten seine Gedanken weiter.
Die Blätter rieben aneinander als der Wind durch sie strich, sie zur Bewegung anregte.
Es dauerte, bis er endlich die Frage stellte die ihn wirklich beschäftigte. Die Worte der Alten hallten noch immer wie ein Krähenruf nach.

Langsam drehte er den Kopf. Neigte ihn und blickte die ebenso nachdenkliche Lebenstraum an. Zwar lag der Blick auf ihr, dennoch war er nach wie vor etwas entrückt, in die Ferne, am grübeln.
Seine Schnurrhaare zuckten als sie ihn anlächelte. Sofort lächelte er zurück – ein Automatismus. Erst als sie “Ärger“ wiederholte bewegten sich seine Ohren, wandten sich zu ihr und der entrückte Blick fand zurück in das jetzt. “riecht nach... angespannten Schultern.“ Eine Berührung an seinen Schultern, der Schwanz zuckte angespannt. Plötzlich drückte sie sachte gegen die Brust – nur einen kleinen Herzschlag lang. Innerlich brachte es ihn ins wanken.
“Nach einem Herz, das zu schnell schlägt. Nach Krallen, die man unbewusst in Rinde gräbt. Nach einem Blick der überall Gefahren sucht. Und Frühling... riecht nach... Moos. Nach warmen Wind. Nach nasser Erde, die nicht mehr kalt ist. Nach diesem Moment wenn die Sonne durch die Blätter fällt und du denkst: *Vielleicht ist nicht alles schlecht'. Frühling riecht nach Hoffnung.“

Lebenstraums Beschreibungen waren bildhaft, fast schon lebendig. Nebelkrähe konnte sehen was sie meinte. Es hören und riechen. Und doch erschloss es sich ihm nicht. Zumindest der erste Teil mit dem Ärger. Wie konnten angespannte Muskeln denn riechen? Wie ein schlagendes Herz und dann noch eines das viel zu schnell schlug.
Kurz hatte er kontrolliert ob er nicht gerade jetzt die Krallen unbewusst in die Rinde grub – dann überlegte er wonach Krallen rochen. Bei Rinde kam es auf den Baum an, den Zustand und die tiefe der Krallenspuren. Aber bei Krallen selbst?
Und wie konnte die Gestik wie ein Blick nur riechen? Es war eher etwas was ein Gefühl vermittelte.
Ein Gefühl – riefen nicht all ihre Beschreibungen über die Angst Emotionen anstelle eines Geruchs hervor?

Unzufrieden verzog er die Mundwinkel.
Ärger verstand er als Geruch nicht. Den Frühling hingegen... Den konnte er rieche, als die bunte Kätzin von ihm sprach. Freudig und erwartungsvoll rutschte sein Hinterteil über den Stamm. Sein Schwanz tanzte in der Luft.
Frühling roch also nach Hoffnung. Und Hoffnung roch nach so vielem was gut und wohltuend war.

Nun war es an dem dunklen Kater langsam zu nicken. Noch erreichte die Erleuchtung nicht sein Angesicht, doch die Erkenntnis sickerte immer tiefer.
Als die Kätzin seine Schultern streifte, zuckte der Kater zusammen.
Sein Blick wanderte zu ihr und er blinzelte mehrfach.

“Du riechst nach beidem.“ Ihre Antwort klang sanft und auch ehrlich. Anschließend folgte ihre Erläuterung, dass sein Verrennen sowie seine Unüberlegtheit nach Ärger riechen würden. Und weil er es trotz aller Widrigkeiten schaffte zurück zu kommen würde er auch nach Frühling riechen. Diese Erklärung war komisch. Sie klang komisch. Der Kater runzelte die Stirn und schüttelte den Kopf leicht. Da stupste sie ihn erneut an, so dass er dass Gleichgewicht etwas verlor und kurz mit dem Körper wippte, bevor er wieder zum Stillstand kam. Aufgeschreckt sah er sie an, die in Ruhe noch hinzu fügte: “Und du riechst nach Frühling, weil du dich nicht verhärtet hast. Nicht mal, wenn andere kratzig sind.“
Nun flog das lange Fell als er den Kopf schüttelte. “Was für einen Quatsch redest du da, Lebenstraum.“, maunzte er dabei. Doch statt weiter zu sprechen fing er wieder an zu schweigen. Er blickte sie lange an und schien über ihre Worte erneut nachzudenken. Schlussendlich entglitt ihm ein seufzen. “Ich weiß nicht. Ich glaube nicht, dass man meine angebliche Unüberlegtheit riechen kann. Abgesehen davon bin ich nicht...“ Er brach ab und seine Augen wurden etwas matter, als er dumpf sagte: “Na gut.. Vielleicht.. Manchmal. Aber verrennen tue ich mich gewiss nicht! Ich weiß immer ganz genau wohin ich laufe! Und worum es geht.“ Stellte er nun die eiserne Behauptung auf. Dass er sich erst letztens im Nebel bei einer Jagd mit Holunderzweig verirrt hatte musste er nun wirklich nicht breit treten – oder etwa doch?
Immerhin wusste er ja nun, dass sie es doch nicht war. Und er ihr fälschlicher Weise aus dem Weg ging sowie grollte. Dies sollte er definitiv so bald wie möglich klären. Und sich entschuldigen.
Ein guter Kater tat dies, wenn er falsch lag und es feststellte. Ein Kater sollte für seine Fehler gerade stehen. Und er hoffte inbrünstig, dass ihre Beziehung nicht zu sehr gelitten hatte. Immerhin schien sie ja bald Kinder zu bekommen...
“Wie du sagtest. Ich kehre immer wieder. Aber nicht nur zu dir, dem Baum oder den Geschichten – die nebenbei angemerkt nicht nur Geschichten sind sondern wahre Abenteuer, meine liebe Lebenstraum. Erlebnisse die der Wahrheit entsprechen. Ich kehre zu meiner Familie zurück.“, maunzte er deutlich versöhnlicher und sanfter belehrend. Der Clan war nicht nur ein Clan. Er war seine Familie. Einen jeden hatte er gern – auf seine eigene Weise. Zumindest konnte die Nebelkrähe sich nicht entsinnen, dass es jemanden gäbe mit dem er nun wirklich gar nicht zurecht käme. (Diese Katzen hatten eher ein Problem mit ihm.)

Als sie ihm schließlich drohte, sie würde ihn in den Fluss werfen wenn er behaupten würde er rieche nach Frühling weil er ein Fisch sei, schnappte er nach ihrer Pfote und hielt sie sachte in seinem Maul fest.
“If fiff nif, faf Fif fie fühflinf fieft“(Ich finde nicht dass Fisch wie Frühling riecht) Keckerte er durch die Pfote hindurch. Ein Funkeln in seinen Augen kündete von Herausforderung und Spaß. Als er die Pfote losließ sprach er etwas leiser: “Danke, Lebenstraum. Dass du findest, dass weiche sanfte Katzen sich gut halten können entgegen dem rauen Schliff manch einer Kralle“
Ein Kichern folgte diesem Vergleich.

Als ihr Blick weich wurde und sie seinen Namen wieder sprach, legte er den Kopf zur Seite. Sein Schwanz schwang vor und zurück während er sie ganz aufmerksam betrachtete. “Aber ich habe nicht..!“, begann er zu protestieren. Doch sie sprach ungestört weiter. Lediglich ihr Schweif strich seinen kurz. Sie forderte nun nach mehr Erzählungen. Über Dinge die er ausgelassen haben sollte. Irritiert zuckten die Schnurrhaare während er blinzelte. So konnte er nicht einmal über den Waldruf nachdenken und was er ihr antworten sollte. Dieses Thema, dieser Umstand, wurde unter dem Baum begraben wie eine Beute die später wieder abgeholt werden sollte.
“Aber.. Das habe ich doch gesagt...“, miaute er irritiert. Sein Blick sprang über das Angesicht der lieben Freundin, bevor er über die Äste hüpfte und seinen Epos rekapitulierte. Hatte er etwa nicht gesagt wie die schwarze reagiert hatte? Was sie getan hatte? Was sie gesagt hatte?

Sein Blick rückte in die Ferne, während er sich anstrengte und nachdachte. “Sie sagte.. Ich rieche nach Ärger und Frühling.“, wiederholte er leise, fast hauchend erneut. Als würde er die Frage gleich wieder stellen was dies Bedeuten sollte. Dann veränderte sich etwas in seinen Pupillen, als hätte er sich erinnert, dass sie dies bereits geklärt hatten. Sein Kopf ging Erinnerungen durch. Worte riefen die Gedanken ab: Du schwimmst ganz passabel. Für einen Waldkater. […] Ich hab dich mir sanfter vorgestellt, als ich dich in Erinnerung hatte.. oder warst du gar nicht er? Ein riss in seinen Gedanken, einen Sprung weiter vorne. Ihr wildes zappeln. Das strampeln. Ein Hauchen... War es Wolkenpelz gewesen? Seine Ohren zuckten wie damals. Irritiert, verwirrt. Unsicher. Na schön, mein Held... aber wehe, du lässt mich fallen.
Sanft lächelte der Kater, versonnen.. Dann verzog es sich zu einem schelmenhaften Grinsen. Die Augen funkelten und der Blick fand Lebenstraum.
Noch bevor die Kätzin etwas sagen konnte ließ er ein theatralischen Schrei, ein Fauchen ab und rollte sich auf dem Ast: “Was?! Ein WurzelClanler?! SternenClan, dann hättest du mich gleich mitgerissen!“ Wild wackelte er mit den Pfoten und äffte die Katze in Not nach. Dabei rutschte sein dicker Hintern vom Ast und der Rest vom Körper direkt hinterher. Nun schrie er tatsächlich auf – erschrocken. Sogleich krallte er sich an dem Ast fest auf dem er saß, blickte zu seiner Freundin hoch und..
brach in schallendes Gelächter aus. Die Krallen rutschten ab. Doch der Kater konnte nicht an sich halten. Er lachte einfach weiter, warf den Kopf in den Nacken und ließ los um auf dem Ast unter ihnen zu landen. Gekonnt kam er mit allen Vieren auf, bevor er lachend zusammenbrach.

“Der SternenClan sieht und hört alles. Das war die Strafe für meine Belustigung.“ Ein schniefen, dann brach er wieder in Lachen aus. Er holte tief Luft und versuchte sich zu beruhigen, doch schon ging es erneut los. Es dauerte wahrlich mehrere Atemzüge, bis er die Ruhe wieder gefunden zu haben schien.
Langsam erhob sich der schwarz-graue Kater und wanderte den Ast entlang zum Baum um wieder nach oben zu gelangen.
Dabei sprach er ganz gelassen, als sei nie etwas vorgefallen: “Was sprach die Alte.. Sie schien viel zu sprechen. Davon, dass sie noch besser schwimmen würde als die halbe Kinderstube. Dass sie keine Hilfe bräuchte. Und..“ Seine Bewegung hielt inne. Er sah zu den Blättern auf, wieder dieser versöhnliche Anblick. “Dass ich nicht nach WurzelClan rieche.“ Sein Kopf drehte sich zu Lebenstraum. Es war ein verschwörerisches, zugleich sanftes Lächeln: “Sie sagte ich rieche nach Ärger und Frühling.“ Er erklomm den nächsten Ast, drückte sich ab und sprang auf ihren. Hier stoppte der Kater erneut. Er wirkte nachdenklich, dann ein leichtes Schütteln. Kaum merklich. Dann musste er doch wieder kichern. “Weißt du, ihr seid euch gar nicht so uneins Lebenstraum. Sie nannte mich großmäuliger Schwimmfisch.“ In den Augen ein verschwörerisches Funkeln.





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Nebelkrähe, Lebenstraum Mischwald


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