Ein Ungewitter hing schwer über dem Territorium, als hätte selbst er den Mangel gespürt.
Keine Sonne durchbrach die dichte Wolkendecke, nur ein fahles Licht lag über dem alten Fuchsbau und ließ die feuchten Erdwände stumpf glänzen. Der Geruch alter Gefahr kroch noch immer aus den Gängen des verlassenen Baus, vermischt mit dem dumpfen, ehrlichen Duft von Erde, Beute… und Hunger. Schneestern stand am Rand der Lichtung, ihr schneeweißes Fell wirkte im grauen Licht beinahe wie ein stiller Fremdkörper in dieser gedämpften Welt. Doch ihre Haltung war klar, aufgerichtet, getragen von der stillen Entschlossenheit einer Anführerin, die wusste, dass ihr Clan zählte.„Wir jagen heute nicht für uns. “ Ihre Stimme war ruhig, doch auch laut. „Wir jagen für den NebelClan. “ Ihr Blick glitt über die Patrouille. Blitzgeist, Hähergesang, Elsterherz, Dämmerlicht, Wolkenlied. So viele Krieger. Schneesterns Schweif zuckte leicht, dann setzte sie sich in Bewegung.
Das erste Rascheln kam schnell.
Zu schnell.
Eine Ratte. Fett, wachsam, genährt von dem, was der Clan vermisst hatte. Schneestern senkte sich sofort in die Jagdhocke, ihr Körper spannte sich, jede Bewegung ein fließender Übergang aus Stille und Kontrolle. Ein kurzer Atemzug. Ein Sprung, doch zu spät. Die Ratte schoss davon, verschwand zwischen Wurzeln und feuchter Erde, als hätte sie nie existiert. Für einen Herzschlag blieb Schneestern reglos stehen. Langsam hob sie den Kopf wieder, ihre blauen Augen ruhig, fast gelassen. Wer sie nicht kannte, hätte geglaubt, es hätte sie nicht berührt. Doch tief in ihr hatte sich etwas verengt. „Wir verschwenden keine Gedanken an das, was entkommt. “, murmelte sie leise, mehr zu sich selbst als zu den anderen. Und dann ging sie weiter. Doch als wäre jemand dagegen, dass sie diese Beute nicht bekam, tauchte die Ratte erneut auf. Diesmal entdeckte sie Schneestern erst, als es bereits zu spät war. Ein Sprung, ein Biss, ein Beutetier.
Der Boden wurde weicher, durchzogen von feinen Erdhügeln. Ein Maulwurf. Schneestern hielt inne, ihre Pfoten kaum mehr als ein Hauch auf dem Boden. Sie lauschte. Spürte. Die Erde vibrierte leicht unter ihr, ein verborgenes Leben, das sich blind seinen Weg bahnte.
Langsam hob sie eine Pfote… ließ sie mit gezielter Kraft niederfahren... Die Erde brach auf. Ein kurzer, präziser Griff.
Als sie den Maulwurf zwischen ihren Zähnen hielt, war ihre Bewegung bereits wieder ruhig geworden, als hätte die Jagd nie etwas anderes gewesen als ein natürlicher Atemzug. Sie legte die Beute sorgfältig ab, bedeckte sie leicht mit Erde. Gut. Aber nicht genug.
Der Wind drehte leicht. Und mit ihm kam ein anderer Geruch. Warm. Fell. Leben. Schneesterns Ohren zuckten. Ihr Körper wurde sofort wieder still, diesmal tiefer, intensiver. Ihre Muskeln erinnerten sich. An Flüsse. An Strömungen. An das Warten. Zwischen den hohen Gräsern bewegte sich etwas. Ein Kaninchen. Sie sank tiefer, ihr schneeweißes Fell verschmolz mit dem fahlen Licht, wurde Teil der Landschaft. Jeder Schritt war ein Versprechen, nicht gehört zu werden. Noch ein Schritt. Noch einer. Das Kaninchen hob kurz den Kopf. Zu spät. Schneestern schnellte vor, ihre Bewegungen kraftvoll und fließend zugleich, wie Wasser, das plötzlich zur Welle wird. Ihre Pfoten trafen sicher, ihr Griff fest. Ein kurzer Kampf. Dann Stille.
Sie kehrte zu den anderen zurück, die Beute ordentlich gesammelt, ihr Blick ruhiger, aber nicht zufrieden. Sie hoffte, dass die anderen ebenso erfolgreich waren.
Erst als alle wieder zurückkehrten, kehrte Schneestern um, zurück ins Lager.
Sternentänzerin
Alias — Leni
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Leichter Nebel lag noch über dem Gebiet des NebelClans, als Dämmerlicht ihrer ungewöhnlich großen Jagdpatrouille durch das verschlafene Revier folgte. Der alte Fuchsbau lag düster im Halbdunklen, wie eine verlockende Einladung, ein leichter Hauch von längst vergessener Gefahr. Dämmerlicht schnupperte prüfend, doch der Fuchsgeruch war so schal wie eh und je. Schneestern wirkte überraschend ernst an diesem Morgen, doch wer konnte es ihr verdenken? Der Clan hungerte, nicht umsonst hatte sie so viele Jäger bei sich an diesem düsteren Morgen. Dämmerlicht streckte sich ausgiebig, bevor sie der Anführerin respektvoll zunickte.
“Ich versuche mein Glück dort drüben. Ich bleibe in Hörweite!“ , verkündete sie, bevor die Dreifarbige sich einige Schritte von der Patrouille entfernte. Der Nebel schien sie zu umfangen wie eine düstere Umarmung und schon bald fühlte sich ihr kurzes Fell feucht an. Sie bezweifelte beinahe schon, dass bei dem drückenden Wetter überhaupt irgendein Beutetier so früh auf den Beinen war, doch schnell bemerkte sie ihren Irrtum. Eine fette Ratte raschelte unweit entfernt durch karges Gras. Dämmerlicht spannte die Muskeln an und schlich langsam näher. Der Nager war riesig, seine gelben Zähne blitzten gefährlich auf, als er die Kätzin bemerkte, die so töricht war, sich ihm zu nähern. Ein fieses Fauchen entwich der Ratte, doch Dämmerlicht wollte sich nicht so schnell geschlagen geben. Sie sprang knurrend vor, doch die Ratte war ebenfalls auf Angriff aus und schnappte drohend nach der Kriegerin. Dämmerlicht wich erschrocken zur Seite aus, als die gelben Nagezähne knapp ihre Pfote verfehlten. Sie verlor das Gleichgewicht und kämpfte taumelnd um Halt, während die Ratte schimpfend und quiekend in ihrem Bau verschwand und nur eine verdutzt dreinschauende Kätzin zurückließ. Verdammt, sie hätten doch besser am Fluss gejagt!
Doch Dämmerlicht war keine Katze, die schnell aufgab. Das nächste Beutetier, welches so unglücklich war ihren Weg zu kreuzen war ein Maulwurf, der ihr beinahe vor die Pfoten stolperte. Die junge Kriegerin zögerte nicht lange, sondern packte das Geschöpf und tötete es schnell. Zufrieden verstaute sie ihre Beute, bevor sie weitersuchte.
Ein Kaninchen graste in der Ferne und Dämmerlicht beschloss, ihr Glück zu versuchen. Sie schlich näher, doch die Distanz war zu groß, das Kaninchen bemerkte sie lange bevor sie nahe genug herankam. Dennoch versuchte sie einen schnellen Sprint, doch schnell vergrößerte sich der Abstand und schließlich verschwand das Kaninchen in einem unterirdischen Gang. Dämmerlicht bremste enttäuscht ab, doch für heute hatte sie sich wohl erst einmal genug verausgabt. Sie trabte zurück zu ihrem Maulwurf und machte sich anschließend auf den Rückweg. Ihr Schweif peitschte unzufrieden hin und her, doch zumindest kehrte sie nicht völlig mit leeren Pfoten zurück…
Alias — Haku
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Auch, wenn er schon seit Monden nicht mehr bewohnt war, konnte man den schalen Geruch der Füchse noch wahrnehmen, der aus dem Bau zu kriechen schien. Regen hing über dem Gebiet des NebelClans und weichte den Boden auf. Schon bei Sonnenaufgang hatte es leicht genieselt, den ganzen Tag über war es bewölkt und nun ging das Gewitter auf das Gebiet der Clans nieder.
Zusammen mit Schneestern, Hähergesang, Elsterherz, Dämmerlicht und Wolkenlied war Blitzgeist bei Mondhoch hergekommen, um zu jagen. „Wir jagen heute nicht für uns.“ , begann Schneestern mit ruhiger aber lauter Stimme. Blitzgeist blickte sie aus seinen bernsteinfarbenen Augen an. „Wir jagen für den NebelClan.“ Ihr Blick glitt über die Patrouille bevor ihr Schweif leicht zuckte. Das Zeichen für die Patrouille, mit der Jagd zu beginnen. “Ich versuche mein Glück dort drüben. Ich bleibe in Hörweite!“ , verkündete Dämmerlicht bevor sie sich von der Patrouille entfernte. Blitzgeist zuckte mit den Schnurrhaaren, um einzelne Wassertropfen zu entfernen bevor er mit seinem Schweif in die südliche Richtung schnippte. "Ich versuche dort mein Glück." , miaute er bevor er sich ebenfalls entfernte.
Der Rotbraune entfernte sich einige Fuchslängen von den anderen bevor er das erste Beutetier witterte. Eine Rötelmaus. Erfreut zuckten seine weißen Schnurrhaare als er sich ins Jagdkauern sinken ließ und sich an die Maus anschlich, deren Geruch er folgte. Der Kater schlich um die Rötelmaus herum, spannte seine Hinterläufe an und sprang ab. Mit einem gezielten Biss erlegte er seine erste Beute. Heute wird eine erfolgreiche Nacht! Blitzgeist nickte zu sich selbst bevor er ein wenig der nassen Erde über die Maus scharrte, um sie später mitnehmen zu können.
Die Richtung, die er ausgesucht hatte, schien gut zu sein weshalb er weiter ging. Er schnupperte erneut, nahm den Geruch des Regens wahr und musste sich konzentrieren, um den Geruch eines Hasen wahrzunehmen, der wohl nah sein musste. Aufmerksam stellte er seine großen Ohren auf und blickte sich konzentriert um bis er das bräunliche Fell des kleinen Hasen entdeckte. Seine Pfoten begannen vor Aufregung zu kribbeln. Ein Hase war nicht die normale Beute des NebelClans aber er würde einige Mäuler satt machen. Und diesen Mond waren die Jungen Wieselfeuers und Beerennases geboren worden!
Der Rotbraune schlich vorwärts und näherte sich dem Hasen, nutzte dabei Sträucher und Büsche bis ihn nur noch wenige Fuchslängen von dem Tier trennten. Sein Herz raste in seiner Brust vor Aufregung. Konzentriert beobachtete er den Hasen, schlich um ihn herum, schob sich noch etwas näher heran bevor er aus seinem Versteck sprang. Der Hase sprang los und Blitzgeist wusste, dass er den Hasen nicht einholen würde, wenn er zu viel Vorsprung bekommen würde. Also drückte er sich zu einem gewaltigen Satz vom Boden ab und landete auf seiner Beute, versenkte seine Zähne in dessen Kehle und drückte seine Kiefer stark zusammen während sich der Hase unter ihm wand und sich zu wehren versuchte. Erst als er sich ein paar Herzschläge lang nicht mehr wehrte, öffnete Blitzgeist seine Kiefer. Der Kater atmete ein paar Mal durch bevor er leicht nickte, den Hasen aufhob und zu der Maus trug. Dann scharrte er auch über den Hasen Erde. Noch einmal. Einen weiteren Jagdversuch würde er noch unternehmen.
Blitzgeist ging weiter in die Richtung erblickte recht schnell einen weiteren Hasen. Er war größer als der vorherige, viel größer. Leicht weiteten sich seine bernsteinfarbenen Augen für einen Herzschlag bevor er sich hinter einen Busch kauerte. Er hoffte, dass der Hase ihn noch nicht entdeckt hatte doch zu seinem gewaltigen Glück schien der Hase sogar in seine Richtung zu kommen! Blitzgeist schlich zu einem anderen Busch, um nicht entdeckt zu werden, wartete während der Hase seinem vorherigen Versteck näher kam und kletterte auf eine Erhöhung, die wohl zum alten Fuchsbau gehört hatte. Dann sprang er ab und landete auf dem großen Hasen. Er erlegte auch ihn mit einem gezielten Biss, versenkte aber zusätzlich seine Krallen in seinem Körper, weil dieser Hase noch wehrhafter war. Erst als der Hase erlegt war, atmete Blitzgeist einmal durch. Das war definitiv eine erfolgreiche Nacht!
Er hatte alle Beutestücke - die Rötelmaus, den kleinen und den großen Hasen - eingesammelt, war zu ihrem Treffpunkt zurückgegangen und hatte auf die restliche Patrouille gewartet bevor er mit ihnen ins Lager zurückgekehrt war.
Alias — Jacky
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Zusammen mit den anderen war Elsterherz zu Mondhoch aufgebrochen. Doch die Sterne blieben verborgen, denn ein Unwetter herrschte und nur Blitze waren es, die ab und zu das Sternenvlies erhellten und die dunklen Wolken preisgaben, welche die Sterne bedeckten. Und obwohl viele Katzen genau dieses Wetter wohl abschreckten, brachte es in der gescheckten Kätzin nur das beste hervor. Sie konnte es sich nicht erklären, doch wenn der Donner grollte und der Blitz die Erde gespenstisch erhellte, fühlte sie sich wohl. Es war, als würde der Sturm, der in ihrem Inneren tobte, einmal still sein, aus ihr herauskommen und stattdessen sein Unwesen auf der Welt um sie herum treiben. Im Inneren blieb es dann still.
So nickte die junge Kriegerin den anderen still zu, eine stumme Geste, dass auch sie ihnen Glück wünschte und dann tapste sie davon. Ihre Pfoten waren schnell dreckig. Hier beim Alten Fuchsbau, lag viel Erde, diese weichte durch den prasselnden Regen auf und hinterließ einen Matsch, der sich unangenehm zwischen die Ballen drückte. Doch darum würde sie sich kümmern können, wenn sie zurück ins Lager kamen. Jetzt war es wichtig, dass sie Beute machten. Im letzten Mond sah es nicht gut aus für ihren Clan und leider hatten einige Katzen hungern müssen. Auch sie selbst hatte dazugehört. Sie war in einem guten Alter und es war ihr wichtiger gewesen, das Älteste und Königinnen, wie auch Beerennase, satt wurden. Dafür hatte die Gescheckte den Hunger mit Stolz ertragen. Ob die anderen das bemerkt haben? Wie ich die ein oder andere Maus nicht gefressen habe, damit sie stark sein können? Elsterherz schüttelte den Kopf. Da tobte der Sturm und sie beschäftigte sich dennoch wieder mit ihren Sorgen. Wie Regentropfen schüttelte sie die Gedanken von ihrem Fell weg und witterte die kalte, nasse Luft. Der starke Duft einer Ratte wurde zu ihr getragen und sofort schlich die Kätzin los. Ratten und Mäuse waren in ihrem Leben als Streunerin sehr oft ihre Beute gewesen. Sie kannte die Nager, konnte sie gut einschätzen. Schon bald entdeckte sie das Tier, welches unter einem kleinen Strauch Schutz vor dem Regen suchte. Und trotz des Gewitters und der Nacht war die Ratte draußen. Konnte sie nicht schlafen oder brauchte sie jedes Korn was sie finden konnte?
Langsam näherte die Langhaarige Kätzin sich dem Nager, ihre Hinterläufe waren angespannt, vorsichtig und langsam setzte sie ihre Pfoten auf die Nase Erde, um zu verhindern, dass sie ein Schmatzgeräusch beim Laufen von sich gab. Wenn man bei dem matschigem Boden die Pfoten zu schnell aufsetzte, konnte Luft zwischen den Ballen entstehen, drückte man diese zu Boden, gab dieser ein Geräusch von sich und das würde die Ratte hören und wäre schneller weg, als Elsterherz SternenClan denken könnte. Doch sie war vorsichtig, fokussiert. Und so kam sie nahe genug ran, sprang herab und rutschte nicht mit den Pfoten weg. Und so erwischte sie die Ratte und beendete ihr Leben rasch mit einem Genickbiss. Still dankte sie den Ahnen. Können sie uns überhaupt sehen bei dem Gewitter? Das würde Elsterherz Schneestern fragen, in einem ruhigen Moment. Doch jetzt brauchte sie erneut Beute. Sie grub etwas Gras über die Ratte, doch sie hatte das Tier grade mal halb bedeckt, da witterte sie erneut den scharfen Geruch der Nager.
Die Ratte war scheinbar nicht alleine unterwegs.. Sofort verfiel die Kätzin wieder in Lauerstellung, verfolgte den starken Witterungsduft und entdeckte eine zweite, etwas größere Ratte nur eine Fuchssprunglänge von ihr entfernt. Elsterherz spannte sich an, ihr Herz pochte und der Donner grollte, dann sprang sie ab.
Ihre Krallen bohrten sich in das borstige Fell des Tieres und ihre Zähne beendeten den Überlebenskampf des Nagers rasch. Wieder erfolgreich. Danke Ahnen. Sie blinzelte gen Himmel, dann nahm sie die zweite Ratte und kehrte zu ihrer Ersten zurück. Sie bedeckte beide Tiere mit Gras und als sie verdeckt waren, lief Elsterherz lockeren Schrittes los. Einen weiteren Versuch würde sie schaffen. Bald schon konnte sie erneut Beute wittern: Maulwurf. Sicherlich hatte der Regen ihn hochgelockt. Sein unterirdisches Zuhause war sicher flutüberströmt und er würde da unten ertrinken. Dennoch wollte sie keine Zeit verlieren. Wer weiß, ob er sich erneut unter die Erde gräbt.. Elsterherz witterte immer wieder den Duft des Tieres und sie konnte ihn deutlich riechen, doch nicht entdecken. Dann schließlich, erhellte ein Blitz die Umgebung und sie entdeckte das matte Grau des Pelzes. Sofort sprang Elsterherz ab, versuchte den Maulwurf zu packen, doch ihre Pfoten striffen ihn nur leicht. Er war dabei zu verschwinden. Ein erneuter Sprung. Doch kein Erfolg.
Frustriert schnaubte Elsterherz, denn ihre Beute war ihr entkommen. Kurz hielt die Kätzin inne, war sehr enttäuscht, frustriert über den Misserfolg. Doch dann dachte sie an die zwei Ratten und nickte kaum merklich. Ich war nicht gänzlich ohne Erfolg. Sofort kehrte die Gescheckte um, lief zurück zu ihren zwei toten Ratten und nahm diese auf. Bald darauf stieß sie zu der Gruppe und zufrieden traten sie den Heimweg an. Mit nassen Pelzen, doch Mäuler voll Beute.
Vom Nebel gezeichnet
Alias — Efeu
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Silent prayers in the night
Während das Gewitter und der starke Regen auf das Territorium herabging, ließ sich eine Gruppe Krieger und die Anführerin des NebelClans selbst nicht davon abhalten, in dieser Nacht beim alten, verlassenen Fuchsbau zu jagen.
Wolkenlieds aquamarinblauer Blick glitt immer wieder zum dunklen Eingang des verlassenen Baus, dem noch immer der schale Gestank dieser roten Tiere anhaftete. Ein Schauer lief ihr über den Rücken und ließ sie schaudern. Ihr war der Ort nicht geheuer, den Schneestern in dieser Nacht für die Jagd ausgewählt hatte.
Ihr Blick wanderte zu der schneeweißen Kätzin, die am Rand der Lichtung stand. „Wir jagen heute nicht für uns.“ , begann sie mit ruhiger aber lauter Stimme. Wolkenlied blinzelte einmal bevor sie leicht nickte. „Wir jagen für den NebelClan.“ Als ihr Blick über die Patrouille glitt, straffte sie ihre Schultern und schob ihre Brust ein wenig heraus. Sie war durchaus stolz darauf, heute dabei sein zu dürfen. Ich werde nicht so versagen wie am 2. Tag! Da hatte sie so viele Chancen gehabt und lediglich ein Beutestück mit nach Hause nehmen können.
“Ich versuche mein Glück dort drüben. Ich bleibe in Hörweite!“ , verkündete Dämmerlicht bevor sie sich einige Schritte von der Patrouille entfernte. "Ich versuche dort mein Glück." , miaute Blitzgeist bevor er ebenfalls davon ging. Elsterherz nickte Wolkenlied und Hähergesang nur zu bevor sie sich ebenfalls entfernte.
Wolkenlied blickte zu der gescheckten Kätzin und schenkte ihr ein warmes, sanftes Lächeln. "Viel Erfolg!" , miaute sie lächelnd bevor sie sich zum Gehen wandte und eine Richtung einschlug, die sie hoffentlich weit weg vom Eingang des alten Fuchsbaus bringen würde.
Nach einigen Fuchslängen erblickte sie das braune Fell eines Hasen. Die Kätzin sank im Gehen ins Jagdkauern und schlich näher. Doch der Hase muss sie dennoch gesehen haben. Er sprang los und Wolkenlied drückte sich ab, rutschte aber mit den Hinterläufen leicht weg. So startete sie zu langsam, versuchte noch möglichst schnell zu beschleunigen, schaffte es nicht den Hasen einzuholen.
Enttäuscht wurde sie langsamer bis sie zum Stehen kam. Leicht seufzte sie. Du bist keine BrisenClan-Katze. Richtig... Eine BrisenClan-Katze hätte vielleicht noch geschafft, den Hasen einzuholen.
Sie hatte sich zum Gehen gewandt, schlug eine andere Richtung ein aber blieb in der Gegend, die sie sich ausgesucht hatte. Das leise Quieken drang noch rechtzeitig an ihre Ohren. Wolkenlied sprang aus dem Weg als ein braunes Nagetier an ihr vorbeisprang. Ihr Fell sträubte sich vor Schreck als die Ratte an ihr vorbeisprang und zu ihr herumfuhr. Wolkenlied legte ihre Ohren an während sie die Ratte anfauchte. Die Ratte fauchte zurück bevor sie erneut auf Wolkenlied zusprang. Sie wich aus und versuchte das Nagetier zu kratzen. Allerdings verfehlte sie die Ratte, die eilig davon huschte.
Erneut seufzte Wolkenlied leicht. Schon das zweite Beutetier, das ihr durch die Krallen gerutscht war. Wie am 2. Tag. Ihr Blick sank auf den Boden. Wieso nur fiel es ihnen so schwer, Beute zu machen? Wollten ihre Ahnen, dass der Clan hungerte? Hatte der NebelClan etwas Falsches getan?
Wolkenlied schüttelte ihren leicht ovalen Kopf, um diese Gedanken zu vertreiben. Nein! So durfte sie nicht denken! Ihre Ahnen hatten damit sicher nichts zu tun!
Sie schloss für einen Herzschlag ihre aquamarinblauen Augen während sie ihr Gesicht zum nächtlichen Himmel hob. Der Regen prasselte auf ihr helles Gesicht während sie stumm dafür betete, dass ihr zumindest ein Beutetier in dieser Nacht gewährt werden würde.
Und tatsächlich schienen ihre Ahnen das Gebet erhört zu haben denn der Geruch eines Maulwurfs drang an ihre Nase. Wolkenlied öffnete ihre Augen wieder und drehte ihren leicht ovalen Kopf, sodass ihr Blick auf die Nase fiel, die sich aus der Erde schob,
Sie sank ins Jagdkauern und schlich um den entstehenden Erdhügel herum bevor sie sich vorsichtig in ein Grasbüschel hinter sich zurückzog. Aus ihrem Versteck heraus beobachtete sie den Maulwurf, der sich aus der Erde grub. Du entkommst mir nicht! Sie drückte sich ab und schlug ihre Krallen in den Leib des Maulwurfs bevor sie ihn mit einem gezielten Biss erlegte. Erst als er sich nicht mehr rührte, atmete die Kriegerin auf. "Ich danke euch, große Ahnen." , keuchte sie bevor sie den Maulwurf aufhob und zum Treffpunkt trottete, an dem sie sich mit den anderen traf.
Wolkenlied staunte nicht schlecht als sie Blitzgeists Ausbeute und die Beutetiere der anderen Patrouillenmitglieder erblickte. Gemeinsam mit den anderen trat sie den Rückweg an.
Alias — Jacky
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