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Hungry hunt patrol - Druckversion

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Hungry hunt patrol - Schneestern - 24.03.2026


Was zurückkehrt


Ein Ungewitter hing schwer über dem Territorium, als hätte selbst er den Mangel gespürt.
Keine Sonne durchbrach die dichte Wolkendecke, nur ein fahles Licht lag über dem alten Fuchsbau und ließ die feuchten Erdwände stumpf glänzen. Der Geruch alter Gefahr kroch noch immer aus den Gängen des verlassenen Baus, vermischt mit dem dumpfen, ehrlichen Duft von Erde, Beute… und Hunger. Schneestern stand am Rand der Lichtung, ihr schneeweißes Fell wirkte im grauen Licht beinahe wie ein stiller Fremdkörper in dieser gedämpften Welt. Doch ihre Haltung war klar, aufgerichtet, getragen von der stillen Entschlossenheit einer Anführerin, die wusste, dass ihr Clan zählte.„Wir jagen heute nicht für uns.“ Ihre Stimme war ruhig, doch auch laut. „Wir jagen für den NebelClan.“ Ihr Blick glitt über die Patrouille. Blitzgeist, Hähergesang, Elsterherz, Dämmerlicht, Wolkenlied. So viele Krieger. Schneesterns Schweif zuckte leicht, dann setzte sie sich in Bewegung.


Das erste Rascheln kam schnell.
Zu schnell.
Eine Ratte. Fett, wachsam, genährt von dem, was der Clan vermisst hatte. Schneestern senkte sich sofort in die Jagdhocke, ihr Körper spannte sich, jede Bewegung ein fließender Übergang aus Stille und Kontrolle. Ein kurzer Atemzug. Ein Sprung, doch zu spät. Die Ratte schoss davon, verschwand zwischen Wurzeln und feuchter Erde, als hätte sie nie existiert. Für einen Herzschlag blieb Schneestern reglos stehen. Langsam hob sie den Kopf wieder, ihre blauen Augen ruhig, fast gelassen. Wer sie nicht kannte, hätte geglaubt, es hätte sie nicht berührt. Doch tief in ihr hatte sich etwas verengt. „Wir verschwenden keine Gedanken an das, was entkommt.“, murmelte sie leise, mehr zu sich selbst als zu den anderen. Und dann ging sie weiter. Doch als wäre jemand dagegen, dass sie diese Beute nicht bekam, tauchte die Ratte erneut auf. Diesmal entdeckte sie Schneestern erst, als es bereits zu spät war. Ein Sprung, ein Biss, ein Beutetier.


Der Boden wurde weicher, durchzogen von feinen Erdhügeln. Ein Maulwurf. Schneestern hielt inne, ihre Pfoten kaum mehr als ein Hauch auf dem Boden. Sie lauschte. Spürte. Die Erde vibrierte leicht unter ihr, ein verborgenes Leben, das sich blind seinen Weg bahnte.
Langsam hob sie eine Pfote… ließ sie mit gezielter Kraft niederfahren... Die Erde brach auf. Ein kurzer, präziser Griff.

Als sie den Maulwurf zwischen ihren Zähnen hielt, war ihre Bewegung bereits wieder ruhig geworden, als hätte die Jagd nie etwas anderes gewesen als ein natürlicher Atemzug. Sie legte die Beute sorgfältig ab, bedeckte sie leicht mit Erde. Gut. Aber nicht genug.

Der Wind drehte leicht. Und mit ihm kam ein anderer Geruch. Warm. Fell. Leben. Schneesterns Ohren zuckten. Ihr Körper wurde sofort wieder still, diesmal tiefer, intensiver. Ihre Muskeln erinnerten sich. An Flüsse. An Strömungen. An das Warten. Zwischen den hohen Gräsern bewegte sich etwas. Ein Kaninchen. Sie sank tiefer, ihr schneeweißes Fell verschmolz mit dem fahlen Licht, wurde Teil der Landschaft. Jeder Schritt war ein Versprechen, nicht gehört zu werden. Noch ein Schritt. Noch einer. Das Kaninchen hob kurz den Kopf. Zu spät. Schneestern schnellte vor, ihre Bewegungen kraftvoll und fließend zugleich, wie Wasser, das plötzlich zur Welle wird. Ihre Pfoten trafen sicher, ihr Griff fest. Ein kurzer Kampf. Dann Stille. 

Sie kehrte zu den anderen zurück, die Beute ordentlich gesammelt, ihr Blick ruhiger, aber nicht zufrieden. Sie hoffte, dass die anderen ebenso erfolgreich waren.

Erst als alle wieder zurückkehrten, kehrte Schneestern um, zurück ins Lager. 



@Blitzgeist @Hähergesang @Elsterherz @Dämmerlicht @Wolkenlied 



RE: Hungry hunt patrol - Dämmerlicht - 24.03.2026


Just a Mole 


Leichter Nebel lag noch über dem Gebiet des NebelClans, als Dämmerlicht ihrer ungewöhnlich großen Jagdpatrouille durch das verschlafene Revier folgte. Der alte Fuchsbau lag düster im Halbdunklen, wie eine verlockende Einladung, ein leichter Hauch von längst vergessener Gefahr. Dämmerlicht schnupperte prüfend, doch der Fuchsgeruch war so schal wie eh und je. Schneestern wirkte überraschend ernst an diesem Morgen, doch wer konnte es ihr verdenken? Der Clan hungerte, nicht umsonst hatte sie so viele Jäger bei sich an diesem düsteren Morgen. Dämmerlicht streckte sich ausgiebig, bevor sie der Anführerin respektvoll zunickte.

“Ich versuche mein Glück dort drüben. Ich bleibe in Hörweite!“, verkündete sie, bevor die Dreifarbige sich einige Schritte von der Patrouille entfernte. Der Nebel schien sie zu umfangen wie eine düstere Umarmung und schon bald fühlte sich ihr kurzes Fell feucht an. Sie bezweifelte beinahe schon, dass bei dem drückenden Wetter überhaupt irgendein Beutetier so früh auf den Beinen war, doch schnell bemerkte sie ihren Irrtum. Eine fette Ratte raschelte unweit entfernt durch karges Gras. Dämmerlicht spannte die Muskeln an und schlich langsam näher. Der Nager war riesig, seine gelben Zähne blitzten gefährlich auf, als er die Kätzin bemerkte, die so töricht war, sich ihm zu nähern. Ein fieses Fauchen entwich der Ratte, doch Dämmerlicht wollte sich nicht so schnell geschlagen geben. Sie sprang knurrend vor, doch die Ratte war ebenfalls auf Angriff aus und schnappte drohend nach der Kriegerin. Dämmerlicht wich erschrocken zur Seite aus, als die gelben Nagezähne knapp ihre Pfote verfehlten. Sie verlor das Gleichgewicht und kämpfte taumelnd um Halt, während die Ratte schimpfend und quiekend in ihrem Bau verschwand und nur eine verdutzt dreinschauende Kätzin zurückließ. Verdammt, sie hätten doch besser am Fluss gejagt!
 
Doch Dämmerlicht war keine Katze, die schnell aufgab. Das nächste Beutetier, welches so unglücklich war ihren Weg zu kreuzen war ein Maulwurf, der ihr beinahe vor die Pfoten stolperte. Die junge Kriegerin zögerte nicht lange, sondern packte das Geschöpf und tötete es schnell. Zufrieden verstaute sie ihre Beute, bevor sie weitersuchte.
Ein Kaninchen graste in der Ferne und Dämmerlicht beschloss, ihr Glück zu versuchen. Sie schlich näher, doch die Distanz war zu groß, das Kaninchen bemerkte sie lange bevor sie nahe genug herankam. Dennoch versuchte sie einen schnellen Sprint, doch schnell vergrößerte sich der Abstand und schließlich verschwand das Kaninchen in einem unterirdischen Gang. Dämmerlicht bremste enttäuscht ab, doch für heute hatte sie sich wohl erst einmal genug verausgabt. Sie trabte zurück zu ihrem Maulwurf und machte sich anschließend auf den Rückweg. Ihr Schweif peitschte unzufrieden hin und her, doch zumindest kehrte sie nicht völlig mit leeren Pfoten zurück…
 



@Schneestern @Blitzgeist @Hähergesang @Elsterherz @Wolkenlied