Are they ready?

Braunellenstern entschied sich mit einem bestimmten Ziel, dass sie mit Ahornschatten und Kastanienstreif auf die Jagd gehen wollte. Zum einen wollte sie mal wieder Zeit mit ihrem ehemaligen Schüler verbringen und Kastanienstreif war dessen bester Freund und dazu noch der Sohn ihres zweiten Anführers und engen Freundes Rindenseele. So war es nicht verwunderlich, dass die Kätzin mit den beiden auf die Jagd gehen wollte. Doch sie hatte ein weiteres Ziel, zumindest verfolgte sie es.
Die Anführerin führte die beiden Kater zum Lichthain. Es war etwas später als Sonnenuntergang und der Mond stand schon etwas hoch am Himmel, doch noch war es nicht Mondhoch. Die Luft war feucht und als ein Tropfen die Nase der Anführerin traf, war es klar, dass sie nicht um einen Regen umher kommen würden. Doch es sah auch nicht aus, als würde es gleich in Strömen regnen. Nein, es würde vermutlich bei einem leichten Nieseln bleiben.
Vor mehreren Tagen hatte sie Ahornschatten bereits gefragt, wie es ihm gehe, vor allem auf Hinsicht mit dem GlutClan. Doch der Kater schien nicht besorgt zu sein. So, als würde auch er fest daran glauben, dass der WurzelClan stärker war, als der GlutClan annahm und sie ihn besiegen konnten. Wie es wohl bei dem Sohn Rindenseeles aussah? Doch heute sollte es nicht um den GlutClan gehen, nein. Sie wollte herausfinden, wie die beiden zu einem anderen Thema standen.
”Ihr habt bestimmt schon gehört, dass der WurzelClan bald wieder Junge bekommen wird.”, schnurrte die braun gescheckte und getigerte Kätzin und warf den Katern jeweils einen freundlichen Blick zu. ”Was glaubt ihr, seid ihr schon bereit dazu, selbst Mentoren zu werden? Interessiert es euch überhaupt, einen eigenen Schüler auszubilden oder fühlt ihr euch noch nicht bereit dazu?”
Die Anführerin hatte direkt ausgesprochen, was sie die beiden fragen wollte und war gespannt auf ihre Antworten. Insbesondere, da es sich bei dem einen um ihren eigenen ehemaligen Schüler handelte und auf Ahornschatten zwar stets Verlass ist, dennoch sprach er nicht so viel und die Kätzin konnte sich nicht vorstellen, wie er zu der Mentorsache stand. Kastanienstreif dagegen konnte sie sich gut vorstellen, dass er mit seinem Charakter anecken könnte. Sie fand, dass er oft recht egoistisch zu sein schien und nicht selten mal provokativ auf andere Katzen zuging. Dennoch war es spannend, wie die beiden Kater sich als Mentoren machen würden und wie sie sich dahingehend verändern würden. Würden sie in ihre Aufgabe hineinwachsen oder heillos überfordert sein? Würden sie über ihren Schatten springen und ihren Schülern ausreichend beibringen können, ohne nur auf sich selbst zu achten? Braunellenstern wollte ihnen definitiv die Chance geben, sollten sie es sich denn wünschen. Sie erinnerte sich noch genau an den Augenblick, als sie die Mentorin von Ahornschatten wurde und wie viel Verantwortung das war und wie überfordert sie sich am Anfang noch fühlte. Doch sie war mit der Herausforderung gewachsen und nun die Kätzin, die sie nun eben war.

Beim Lichthain angelangt wurde die Kätzin langsamer und drehte sich zu den Katern um. ”Na dann wollen wir mal. Ich hoffe der SternenClan wacht über uns, gute Jagd!”, miaute sie und blinzelte die Kater langsam an.
Sie wies mit einem Nicken in die Richtung, die sie einschlagen würde und ließ die beiden Kater alleine. Hoffentlich würden sie nichts anstellen, insbesondere nach der Frage der Anführerin. Diese lief nun los und prüfte die Luft. Es war ein wenig schwieriger, da der leichte Regen die Gerüche gern verwischte, doch noch konnte sie den prägnanten Geruch einer Ratte ausmachen.
Leise schlich sie sich an diese ran, sprang auf diese zu und verfehlte sie nur knapp. Doch statt wegzulaufen stellte sich die Ratte der Anführerin entgegen und gab Laute von sich, die die Kätzin wohl auf Abstand halten sollten. Doch Braunellenstern dachte gar nicht erst daran und sprang wieder auf ihre Beute zu. Die versuchte zu entwichen und der braunen Langhaarkätzin in die rotbraune Pfote zu beißen, doch die Katze war schneller und erlegte sie schnell mit einem gekonnten Biss.
”Das hätte schief gehen können.”, murmelte sie mit schnellem Herzschlag und schloss für einen kurzen Augenblick die intensiven grünen Augen.
Sie hob den Kopf gen Himmel und lief sanfte Schauer des Nieselregens auf sich nieder. Dann schüttelte sie ihren Pelz, an dem kleine Tropfen hingen, die sie jedoch durch das lange Fell nicht spürte, und vergrub ihre Beute mit etwas Erde. Hoffentlich würden die Kater nicht auch auf Ratten treffen und falls doch, hoffte Braunellenstern, ihre wären nicht so angriffslustig wie die Ratte eben.


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