Play with fire
Flinke dunkle Pfoten hatten die stinkende, glatte Oberfläche des Donnerwegs überquert als kein Monster weit und breit zu sehen war. Und selbst wenn... Granitstillte fühlte sich als könnte ihn selbst das nicht aufhalten. Sein bernsteinfarbener Blick glitt über seine Umgebung als er die Schlangenfelsen des WurzelClans betrat. Der Gestank der Wurzelhirne schlug ihm an der Grenze entgegen. Trotzdem ging er weiter. Stolzierte gerade zu - den Kopf stolz erhoben. Als könnten diese Wurzelhirne mich aufhalten.
Mit welchem Plan Granitstille hergekommen war? Beute der Wurzelhirne zu nehmen, zu zeigen, dass der GlutClan sich nicht vertreiben ließ und möglicherweise... einen Kampf anzufangen, wenn ihm eins dieser Fuchsherzen über den Weg laufen würde. Seine Pfoten kribbelten bei der Aussicht auf einen Kampf. Doch statt des Geruchs eines Wurzelhirns wehte ihm der Geruch eines Buchfinks entgegen. Seine Lefzen verzogen sich zu einem Lächeln, das seine scharfen Zähne aufblitzen ließ.
Granitstille näherte sich dem Geruch bevor er ins Jagdkauern sank und vorwärtsschlich. Als er dem Vogel nah genug gekommen war, preschte er vorwärts. Der Vogel flog auf, der Krieger drückte sich kräftig ab und schlug seine Krallen in die Flügel des Buchfinks bevor er ihn mit sich zu Boden riss. Granitstille landete auf dem Vogel und riss seine Krallen über den kleinen Körper bevor er seine Zähne in dem panischen Tier versenkte. Ein wenig Befriedigung empfand der Krieger schon als er sich wieder aufrichtete und sich das Blut von den Lefzen leckte. Aber noch reichte es ihm bei Weitem nicht. Trotzdem beschloss er, die Beute nicht verkümmern zu lassen. Vielleicht brauchte er die Stärkung noch. So ließ sich Granitstille nieder, rupfte immer wieder Federn des Buchfinken aus und verspeiste den Vogel gelassen und ruhig während sein Blick über seine Umgebung wanderte. Entspannt lag sein Schweif hinter ihm.
Erst als er den Vogel vollständig verspeist hatte, erhob er sich wieder auf seine Pfoten. Die abgenagten Knochen und ausgerupften Federn ließ er liegen bevor er sich wieder in Bewegung setzte. Als befände er sich auf einem nächtlichen Spaziergang unter dem sternenklaren Himmel, trottete der Krieger durch das Gebiet des WurzelClans. Bis er schließlich am Rand des Zweibeinerorts zum Stehen kam. Zu seinem Bedauern war ihm bisher kein Wurzelhirn über den Weg gelaufen, an dem er den Rest seiner nächtlichen Energie auslassen konnte. Mit einem Streuner würde er sich allerdings auch zufrieden geben.
Granitstille spannte seine drahtigen Muskeln an und drückte sich vom Boden ab. Allerdings schien er die Höhe falsch eingeschätzt zu haben. Er schlug seine scharfen Krallen in die Mauer und zog sich mit bloßer Körperkraft nach oben. Als der Kater oben angekommen war, atmete er einmal durch und ließ seinen bernsteinfarbenen Blick über das Gebiet jenseits der Mauer schweifen bevor er heruntersprang.
Sicher landete er bevor er sich wieder in Bewegung setzte, um sich genauer an diesem Ort umzusehen.
Vom Schatten berührt
Alias — Jacky
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Leichtfüßig, aber im Schneckentempo, stolzierte die Schneeweiße am äußeren Rande des Donnerwegs entlang. Für einen Außenstehenden musste dies ein überaus merkwürdiger Anblick gewesen sein, störte sich das zarte Kätzchen doch keinen Augenblick an den Monstern, welche hin und wieder, nicht einmal eine ganze Fuchslänge von ihr entfernt, über den kalten Boden donnerten. Die Sonne war bereits untergegangen und nur der Mond hatte fahles Licht für ihren restlichen Heimweg übrig gehabt.
Der frostblaue Blick Claires war zielstrebig nach vorn gerichtet. Zugegeben schmerzte ihre weiche Muskulatur mittlerweile genauso sehr wie die empfindlichen, rosa Ballen an ihren kleinen Pfoten. Jeder Schritt war eine ungewohnte Bürde, die man scheinbar aufbringen musste, wenn man sich freiwillig dazu entschloss durch den Wald zu stromern. Naja, wenigstens habe ich viel gesehen, wie die Rehmutter mit ihrem Kitz - oder den flinken Feldhasen , vertiefte sie sich in ihre flüchtigen Gedanken. Im Großen und Ganzen war sie glücklich, beachtete man den sich anbahnenden Muskelkater nicht. So einen langen Spaziergang unternahm man nun mal nicht jeden Tag.
Ein fremder Geruch mischte sich plötzlich unter den allgegenwärtigen Gestank des Donnerwegs. Warm und schwer, wie Blut und Wald zugleich. Claires Schritt verlangsamte sich noch weiter, beinahe bis zum Stillstand, während ihre feinen Ohren sich aufmerksam drehten, um der nächtlichen Kulisse zu lauschen.
Instinktiv hielt sie den Atem an und senkte das filigrane Köpfchen ein Stück, der tiefblaue Blick nun prüfend über den dunklen Rand des Zweibeinerorts gleitend. Zwischen Mauer, Schatten und Gestrüpp regte sich etwas, was die weiße Katze dazu bewegte ihre Schultern unterbewusst anzuspannen. Ihre Haltung blieb jedoch selbstbewusst aufrecht - neugierig und nicht bereit zu fliehen.
Als der Kater schließlich aus dem Schatten trat, glitt ihr Blick, eher bewertend als abschätzend, über seine drahtige Gestalt. Er war gewiss kein Streuner, das spürte sie sofort. Zu viel Stolz und Kraft lag in seiner Physiologie - der Art da zu stehen, als gehöre ihm das fremde Terrain. Claire blinzelte langsam und musterte ihn offen, beinahe unverschämt, als könne sie ihm das Wasser jederzeit reichen.
"Oh.." , entfuhr es ihr überraschter Natur, aber definitiv ohne mitschwingende Abneigung. Ihr Stimmchen war ruhig, weich und passte kaum zu der Spannung, die sich unweigerlich zwischen ihnen aufbauen zu drohte. "Ich dachte schon, ich wäre hier allein. Die meisten Katzen bleiben zu später Stunde bei ihrem Zuhause, oder jagen in den Gassen."
Ohne einen Hauch von Angst - und viel eher angetan vom hochgewachsenen Fremden - trat sie ein paar elegante Schritte auf ihn zu, um ihn genauer unter die Lupe zu nehmen, während der Mond ihr weißes Fell silbern einfärbte. "Du riechst wie der Teich, wo sich viele Frösche tummeln. Wohnst du dort, mit den anderen Waldkatzen?"
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Gerade als Granitstille sich auf die Erkundung des Orts machen wollte, nahm er leichtfüßige Schritte wahr, die sich seiner Position näherten, und wehte ihm ein unbekannter, frischer Geruch entgegen, der sich vom Geruch des Donnerwegs in der Nähe abhob. Der Krieger blieb im Schatten eines kleinen Buschs während er die Fremde mit seinen bernsteinfarbenen Augen eindringlich musterte. Für einen Herzschlag wollte Granitstille aus seinem Versteck springen, sich auf die Schneeweiße stürzen und den Rest seiner unruhigen Energie an ihr abreagieren. Doch statt sich zu bewegen, statt herauszuspringen, beobachtete er die Kätzin, die ihre Ohren aufmerksam drehte während sie auf fremde Geräusche zu hören schien. Clever. Granitstilles Lefzen verzogen sich zu einem Lächeln. Bisher hatte er lediglich Augen für Wüstenlied gehabt doch irgendetwas sagte ihm, dass diese Nacht... interessant werden könnte. Die Fremde schien den Atem anzuhalten während sie ihren Kopf ein wenig drehte, ihren frostblauen Blick über den Rand des Zweibeinerorts wandern ließ. Der Kater konnte nicht verhindern, dass er Respekt für ihre Wachsamkeit empfand. Clever für ein Zweibeiner-Spielzeug.
Granitstille setzte sich in Bewegung schob sich aus seinem Versteck. Langsam, mit festem, kraftvollem Schritt, den rundlichen, eher kleinen Kopf stolz erhoben als gehöre ihm der Zweibeinerort bereits. Seine Schnurrhaare zuckten belustigt als er ihre Anspannung trotz ihrer selbstbewussten Haltung erkannte. Sie wirkte nicht bereit zu fliehen sondern wirkte... neugierig. Wie lange wohl noch?
Ihr frostblauer Blick glitt über seine athletische, drahtige Gestalt als er aus dem Schatten trat. "Oh.." , gab die Fremde überrascht von sich. Ruhig blinzelte Granitstille einmal als er vor ihr stehen blieb. Ihre Stimme war ruhig, weich und passte kaum in die Spannung, die sich zwischen den beiden ungleichen Katzen aufzubauen begann. "Ich dachte schon, ich wäre hier allein. Die meisten Katzen bleiben zu später Stunde bei ihrem Zuhause, oder jagen in den Gassen." Die Fremde wirkte furchtlos, frei von Angst und trat ein paar elegante Schritte auf ihn zu. Langsam legte Granitstille seine Ohren an während sein bernsteinfarbenen Augen sie beobachteten. Nicht zu nah. Er verengte seine Augen leicht während sie fortfuhr. "Du riechst wie der Teich, wo sich viele Frösche tummeln. Wohnst du dort, mit den anderen Waldkatzen?"
Erst jetzt setzte sich der Kater wieder in Bewegung. Seine sehnigen Muskeln spielten unter seinem dunklen Pelz während er begann, das Hauskätzchen langsam zu umrunden. Granitstilles bernsteinfarbene Augen wanderten über ihre schlanke, zarte Erscheinung. Einige Herzschläge lang schwieg der Krieger während er jedes Detail der Kätzin in sich aufnahm - sanfte Gesichtszüge, seidiges Fell, durchschnittlich groß, langgezogener Körper, schmales Kreuz, sehr schlank, lange Beine, kleine Pfoten, hübsches Gesicht mit etwas längerer, schmalen Schnauze, abgerundeten Ohren, großen, frostblauen Augen, mittellanges, schneeweißes Fell und ein rosafarbenes Halsband mit kleinen Steinen daran. Fast hätte Granitstilles geschnaubt. Zweibeiner-Spielzeug.
Schlussendlich blieb er wieder vor ihr stehen als er sich alle Zeit des Walds gelassen hatte, um die Fremde zu umrunden. "Was weiß ein Zweibeiner-Spielzeug von Teichen, Fröschen und den Waldkatzen?" , antwortete er mit einem spöttischen, fast herablassenden Lächeln. Leicht verengte er seine bernsteinfarbenen Augen als sich ein schmales Lächeln auf seinem Gesicht ausbreitete. Er trat einen weiteren Schritt auf die Kätzin zu. "Mutig um diese Zeit noch herumzustreunen. Muig oder mäusehirnig. Keine Angst vor Streunern oder Waldkatzen?" , fuhr Granitstille mit einem Hauch Belustigung fort bevor er seinen kleinen, rundlichen Kopf leicht schieflegte.
Mit einem Mal überkam den Kater wieder die Unruhe, die ihn überhaupt erst aus dem Lager auf das WurzelClan-Gebiet und hierher getrieben hatte. Er entfernte sich wieder ein paar Schritte von ihr während er einmal durch seine schwarze Nase schnaubte. Sein Schweif peitschte hinter seinem schlanken Körper bevor sein bernsteinfarbener Blick in die Richtung wanderte, in der das Gebiet seines Clans lag. "Aber ja, kleines Zweibeiner-Spielzeug. Ich komme vom stolzen GlutClan." , antwortete er schließlich während er sich größte Mühe gab, die Unruhe und Gereiztheit, die Granitstille seit Tagen nicht mehr fremd war, aus seiner Stimme herauszuhalten. Sein bernsteinfarbener Blick wanderte zu der Schneeweißen zurück. "Und neugierige, naseweiße Hauskätzchen fressen wir noch vor Sonnenaufgang." , fügte er hinzu bevor er seine Lefzen zu einem Lächeln verzog, das seine scharfen, gefährlichen Zähne entblößte.
Vom Schatten berührt
Alias — Jacky
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Der dunkle Kater trat schließlich aus dem Schatten, als hätte er nie etwas anderes vorgehabt. Für einen kurzen Herzschlag verharrte Claire vollkommen still, während ihr frostblauer Blick ruhig über seine Gestalt glitt. Nicht erschrocken, nicht einmal wirklich überrascht - eher… interessiert. So also sahen sie aus, die vielbeschworenen Waldkatzen.
Größer als sie erwartet hatte - ebenso drahtiger. Und in seinen bernsteinfarbenen Augen lag eine Rastlosigkeit, die ihr sofort auffiel. Eine Spannung, als würde unter seiner Haut ständig etwas arbeiten, etwas, das nicht ganz zur Ruhe kommen wollte. Claire mochte solche Dinge.
Während er sie umrundete, ließ sie ihn gewähren. Ihr schneeweißes Fell schimmerte schwach im Mondlicht, als sie ihr Kinn ein kleines Stückchen anhob - eine fast unbewusste Bewegung, die jedoch genau die Wirkung hatte, die sie beabsichtigte. Wer sie betrachtete, sollte ruhig genug Zeit bekommen, dies ausgiebig zu tun.
Seine Worte hingegen ließen nur eines ihrer Schnurrhaare minimal zucken. Zweibeiner-Spielzeug. Wie unerquicklich!
Doch anstatt sich daran zu stören, legte sich lediglich ein kaum merkliches Lächeln auf ihre Lefzen. Claire neigte ihr Köpfchen ein wenig zur Seite und musterte ihn nun ihrerseits mit einer ruhigen, beinahe höflichen Aufmerksamkeit, die sich Zeit ließ, jedes Detail zu erfassen. Die sehnigen Muskeln unter dem dunklen Pelz, die angespannten Schultern, die Augen, die sie musterten, als wäre sie zugleich Belustigung und Herausforderung.
"Oh?" Ihre Stimme war weich, fast schmeichelnd, und stand in einem reizvollen Gegensatz zu der spöttischen Schärfe in seinen Worten. "Ihr Waldkatzen habt wirklich eine bemerkenswerte Art, euch vorzustellen." Langsam setzte Claire einen eleganten Schritt zur Seite, nur so weit, dass sich der Abstand zwischen ihnen leicht verschob. Nicht näher, nicht wirklich weiter weg - gerade genug, um die kleine Spannung zwischen ihnen bestehen zu lassen.
Ihr buschiger Schweif strich sanft über den Boden. "Zuerst nennst du mich Spielzeug… und danach drohst du mir, mich zu fressen." Ihr Lächeln vertiefte sich ein wenig, beinahe amüsiert. "Das wirkt fast so, als wolltest du mich beeindrucken." Einen Moment lang hielt sie seinem Blick stand, ruhig und ohne jede Spur von Eile. Das rosafarbene Halsband an ihrem Hals fing einen schwachen Lichtschein ein und glitzerte stumm zwischen ihrem weißen Fell - mehr Schmuckstück als Zeichen von Besitz.
Als er schließlich den Namen seines Clans nannte, nickte Claire langsam. "GlutClan, hm." Der Name rollte sanft über ihre Zunge, als würde sie nachprüfen, bevor sie jene Information akzeptierte. Dann setzte sie einen einzigen Schritt näher, geschmeidig, beinahe verspielt - gerade weit genug, um zu zeigen, dass sie sich von seinen Drohungen ganz offensichtlich nicht beeindrucken ließ.
"Dann musst du ja ziemlich mutig sein, wenn du ganz allein hier draußen herumstreunst." Ihr Blick wanderte kurz in die Richtung des Waldes, aus dem er gekommen war, bevor er wieder zu ihm zurückfand. Ruhig, interessiert und ein kleines bisschen herausfordernd. "Oder vielleicht einfach nur neugierig."
Ein winziger Moment verging, in dem Claire ihn schweigend betrachtete, als würde sie überlegen, was sie als Nächstes mit dieser unerwarteten Begegnung anfangen sollte. Dann lächelte sie wieder - dieses süße, schwer greifbare Lächeln, das nie ganz verriet, ob sie sich gerade amüsierte oder jemanden sanft in ein Spiel verwickelte. "Aber keine Sorge" , murmelte sie schließlich mit fast spielerischer Leichtigkeit. "Solltest du tatsächlich vorhaben, mich zu fressen, würdest du bestimmt vorher meinen Namen wissen wollen."
Eine theatralische Pause folgte, in der Intention um ihn etwas auf die Folter zu spannen. "Claire. Und wer bist du?" Ihre frostblauen Augen funkelten nun offen interessiert. "Oder nennt ihr euch im Wald alle einfach nur furchteinflößend, ohne euch richtig vorzustellen?"
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Das Hauskätzchen ließ sich von Granitstille offenbar nicht einschüchtern. Sie hatte ihr Kinn ein kleines Stück angehoben, ein kaum merkliches Lächeln lag auf ihren Lefzen und sie neigte ihr Köpfchen ein wenig zur Seite während sie ihn aus ihren frostblauen Augen musterte. Der Kater musste zugeben, dass das Zweibeiner-Spielzeug durchaus attraktiv war.
"Oh?" , erklang ihre weiche, fast schmeichelnde Stimme. Leicht legte der dunkle Kater seinen rundlichen, eher kleinen Kopf schief. "Ihr Waldkatzen habt wirklich eine bemerkenswerte Art, euch vorzustellen." Sie trat langsam einen eleganten Schritt zur Seite. Granitstilles bernsteinfarbener Blick folgte ihr, ließ sie zu keinem Herzschlag aus dem Blick. Langsam wanderte sein Blick über ihren schlanken, zarten, femininen Körper, über ihr seidiges, schneeweißes Fell.
"Zuerst nennst du mich Spielzeug… und danach drohst du mir, mich zu fressen." , fuhr sie fort und riss ihn damit aus seinen Gedanken. Sein Blick hob sich wieder zu ihren frostblauen Augen während sich ihr Lächeln ein wenig vertiefte. Leicht verengte Granitstille seine bernsteinfarbenen Iriden. Findest du das lustig? "Das wirkt fast so, als wolltest du mich beeindrucken." Der Krieger blinzelte einmal. Wollte er das? Sie schien sich jedenfalls weder von seinen Blicken noch seiner Erscheinung einschüchtern zu lassen. Granitstille hatte durchaus schon Hauskätzchen getroffen, die weit weniger mutig gewesen waren. Die anderen Hauskätzchen hätten sicher schon die Flucht ergriffen sobald er sich gezeigt hätte und näher gekommen wäre. Aber sie war noch hier... Möglich, dass gerade das sein Interesse weckte, das bisher nur Wüstenlied gegolten hatte.
Die Kätzin nickte langsam als er den Namen des GlutClans fallen ließ. Als könntest du damit etwas anfangen. "GlutClan, hm." Der Name seines Clans klang merkwürdig... schön, wie sie ihn aussprach. Sie kam mit einer geschmeidigen, fast verspielten Bewegung einen Schritt näher. Und Granitstille ließ es geschehen. "Dann musst du ja ziemlich mutig sein, wenn du ganz allein hier draußen herumstreunst." Seine Lefzen verzogen sich zu einem Lächeln als er ihr schönes Gesicht musterte. Versuchte sie ihn... zu verführen...? Es wäre gelogen zu behaupten... dass der Kater abgeneigt wäre. "Oder vielleicht einfach nur neugierig." Leicht schnaubte Granitstille. Belustigt, amüsiert. "Möglicherweise eine Mischung." , kommentierte er belustigt. Wie du.
Schweigend blickten sie sich für einen Herzschlag an bevor sie wieder lächelte. "Aber keine Sorge" , murmelte sie fast spielerisch. Erneut legte Granitstille seinen Kopf schief. Worüber sollte er sich sorgen? "Solltest du tatsächlich vorhaben, mich zu fressen, würdest du bestimmt vorher meinen Namen wissen wollen." Er blinzelte einmal während er den Kopf aufrichtete. War das ihr Ernst? Sie legte eine theatralische Pause ein als wollte sie ihn auf die Folter spannen. Und Granitstille spürte seine mittlerweile altbekannte Unruhe zurückkehren. Er widerstand dem Impuls den Boden mit seinen Krallen zu bearbeiten oder mit seinen Pfoten zu kneten. "Claire. Und wer bist du?" , offenbarte sie schließlich ihren Namen und fragte nach seinem während ihre Augen interessiert funkelten. "Oder nennt ihr euch im Wald alle einfach nur furchteinflößend, ohne euch richtig vorzustellen?"
Granitstille spürte seine Unruhe ein wenig sinken sobald sie ihm ihren Namen genannt hatte. Dieses Mal ließ sich der Kater Zeit mit seiner Antwort. Claire... Ihr Name, wie auch der anderer Hauskätzchen, war so anders als die Namen, die Clankatzen trugen. Aber... er passte zu ihr. Der Name hatte einen schönen, weichen, fast sanften Klang.
"Wieso sollten wir uns Schwächlingen vorstellen, die eine Begegnung mit uns im Normalfall nicht überleben?" , fragte er als er seine scharfen, tödlichen Krallen eine Linie über den Untergrund ziehen ließ. Allein das Gefühl, seine Krallen durch irgendetwas - sei es der Untergrund, ein Beutetier oder der Körper einer anderen Katze, Clankatze oder Hauskätzchen - zu ziehen, verschaffte ihm eine kurzfristige Beruhigung, die jedoch nicht zu lange anhielt.
"Granitstille." , stellte er sich schlussendlich vor bevor er einmal ruhig blinzelte. So ruhig der Krieger eben konnte mit diesem Feuer in seinem Inneren, das nie zu verlöschen schien, egal was er tat. Ironisch, wenn man die Endung seines Namens bedachte. Sein bernsteinfarbener Blick löste sich von Claire bevor er über die Zweibeinernester in ihrer Umgebung glitt.
"Was treibt dich zu dieser Zeit aus deinem Nest?" , fragte er als sein Blick zu ihr zurückkehrte. "Es gibt weit gefährlicheres, das einem... Hauskätzchen" , der Kater verkniff sich den Begriff 'Zweibeiner-Spielzeug' mit aller Kraft, "gefährlich werden kann als ein Mitglied meines Clans." Seine Schwanzspitze zuckte leicht. "Oder bis du der Ansicht, du könntest es mit einem Fuchs, Dachs oder einem Raubvogel aufnehmen und ihn mit deinem Charme einwickeln?" Ein belustigtes Schnauben, das weit weniger herablassend und spöttisch als zuvor klang, entwich seiner schwarzen Nase.
Vom Schatten berührt
Alias — Jacky
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Was erwartete er eigentlich? Dass sie zurückwich? Dass sie nervös wurde, vielleicht ein bisschen zu schnell sprach, zu viel erklärte, sich kleiner machte, als sie war? Ein schwaches, leicht zu lesendes Ding, das genau in das Bild passte, das er so mühelos zeichnete - Hauskätzchen, Spielzeug, Schwächling?
Claire blinzelte langsam, nicht überrascht oder gar beeindruckt, sondern viel eher nachdenklich. Ihr Blick lag zwar noch immer auf ihm, war aber nicht mehr ganz so offen wie zuvor. Stattdessen mutete er jetzt tiefer und prüfender an, als hätte sich etwas zwischen den beiden verschoben. Er erklärte sich - nicht direkt, nicht ehrlich, aber vollkommen ausreichend, dass sie verstand. Die Krallen im Boden, die Unruhe, die sein Schweif zum Ausdruck brachte. Tja, Worte waren eben doch nicht alles.
Ein minimales Neigen ihres filigranen Köpfchens folgte, der Ausdruck nach wie vor weich, fast höflich. "Gefährlicher als du…?" , wiederholte die halsbandtragende Schönheit leise, als müsse sie sich gedanklich erstmal sortieren. Ein leiser Atemzug ihrerseits, dann glitt ihr Blick für einen Herzschlag zu den aufgerissenen Spuren unter seinen Pfoten. Ganz klar ersichtlich, was sie sich in jenem Moment wohl zu denken schien, machte sie es Granitstille aber nicht. Gute Miene zum falschen Spiel, oder wie sagte man noch gleich?
Ein frommes Lächeln zog über ihre Lefzen, nur ganz kurz und kaum mehr als ein Schatten, wie ihn eine Blechbüchse der Zweibeiner warf, wenn sie bei Sonnenhoch über den Donnerweg raste. "Das klingt anstrengend, wenn der Wald denn so schrecklich furchterregend ist, wie du ihn beschreibst, Granitstille. Ich muss wohl unzählige Monde in einem ganz anderen Wald verbracht haben - von demselben können wir ganz sicher nicht sprechen" , miaute sie schließlich beinahe freundlich, aber unbeeindruckt, und hob den Blick ein wenig, um wieder zu ihm hinauf blinzeln zu können.
Claire bewegte sich, aber nur minimal, verlagerte ihr Gewicht, aber ließ trotzdem die Distanz bestehen, als hätte sie kein Bedürfnis, in jenem Augenblick etwas daran zu ändern. Kein Drängen, aber gewiss auch kein Rückzug. "Du zählst Dinge auf, die mich oder dich töten könnten" , fuhr das Hauskätzchen fort, ihre Stimme noch immer weich, gleichmäßig, "Was für eine Reaktion erhoffst du dir von mir?"
Ein kurzes Innehalten, in dem sie alles Gesagte vor ihrem inneren Auge erneut geschehen ließ. Warum eigentlich?
Ihre Schnurrhaare zuckten leicht verräterisch, während ihr frostblauer Blick wieder über ihn glitt. Sie war weder scheu noch schüchtern, ein kokettes Kätzchen, dass sich ihrer unwiderstehlichen Aura bewusst war. Er war eben nur ein Kater und da spielte es eben keine Rolle, ob er aus dem Zweibeinerort oder dem Wald stammte.
Jetzt setzte sie, ohne erst zu zögern, eine kleine Pfote in seine Richtung und kam dem Dunklen diesmal tatsächlich ein wenig näher, wenngleich sie diesen Schritt mit solch einer Selbstverständlichkeit gewagt hatte, dass er fast nebensächlich wirkte. Wenn er wirklich wollte, hätte er längst gehandelt und sie fürchtete weder den Wald, noch die Katzen darin.
"Vielleicht" , setzte die Schöne verspielt nach, "Überschatzt du das alles ein wenig. Gewiss, der Wald mag seine Gefahren bergen. Dachse, Füchse, Greifvögel - ja, sie alle können uns zum Verhängnis werden, aber weißt du.. Nur wenige von ihnen handeln aus niederen Gründen. Gier, Hass, Grausamkeit - nichts, was im Kampf um das bloße Überleben eine Rolle spielt. Sie wollen leben, Granitstille. Beute, Wärme, Schutz. Das sind die Dinge, die für sie zählen. Genau das macht sie einschätzbar, kontrollierbar. Erst wenn man all das hat, und man es nicht mehr als bloßen Segen sieht, dann keimen ganz andere Emotionen in einem auf. Erst dann will man immer mehr, kriegt nie genug. Dann wird man gefährlich. Unberrechenbar."
Nachdem sie dem großen Kater letzteres verführerisch wispernd ins Ohr gehaucht hatte, zog sie sich mit einem frechen Grinsen, so wie einem düsteren Funkeln in den traumhaft schönen Äuglein, zurück. Ohne jede Spur von Eile drehte sie sich elegant und hob zugleich sein Kinn mit ihrem buschigen, gepflegten Schweif, ehe sie ihm einen einladenden Schulterblick widmete.
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