Oh my love - please tell me, that you love me too!



Jede ihrer Reaktionen beobachtete er genau. Las so viel es ging aus den Gesichtszügen. Ihrem Blick, dem Funkeln in den Augen der Wärme oder auch ihrem Entrücken und der Kälte. Er musste wissen was sie dachte, was sie fühlte. Wie sie das ganze empfand.
Und er sah nichts, was ihn ablehnte.
Im Gegenteil. Es sprach Neugier, Offenheit. Und Hoffnung. Ihre Augen weiteten sich und wurde ihr Atem unregelmäßig? Hörte er eventuell gar das Klopfen ihres Herzens oder war es sein eigenes?
Er konnte nicht mehr separieren ob sie eins oder zwei waren. Eine Einheit oder getrennte und eigene Katzen – Individuen.


“Du...“, ein leises Wort. So viel Weite so viel Tiefe. Und eine unglaubliche Schwere.
Ja. Er. Goldfuchs. War es er den sie brauchte? Er, den sie suchte und wollte? Er den sie akzeptieren konnte?
Ihr suchender Blick begegnete seinem. “Du sagst diese Dinge, als wäre ich etwas besonderes. Als wäre ich... so hell wie die Sonne selbst“, sprach sie schließlich weiter. Sie Schnurrte sanft, es wirke aber nicht zustimmend. Eher... Schüchtern? Nein... Verlegen?
Der Kater blinzelte während in seinem Kopf alles schrie: Verdammter Mäusedreck! Natürlich bist du etwas besonderes. Du lässt mich Atmen, mich vergessen was meine Pflicht war und du strahlst so hell wie die Sonne selbst. Nichts kann dich überschatten! Genau das habe ich doch gesagt!
Oder... Nicht?
Noch einmal blinzelte er. Unsicherheit.
Dann sprach sie weiter.


Goldfuchs atmete auf.
Sie fühlte sich also wirklich besonders, wenn sie ihn ansah. Dies bedeutete doch etwas – oder? Dies bedeutete, dass er ihr dieses Gefühl wirklich vermitteln konnte – oder etwa nicht?
Er verlor seine Gedanken, seine Überlegungen als Lerchenflügel so nahe kam, dass ihre Schnurrhaare sich beinahe berührten. Der Kater hielt inne. Er erstarrte. Durften sie.. so nahe sein? War dies wirklich in Ordnung?


Und dies war es. Sie sprach weiter und erteilte die Absolution. Sie sprach von ihrem stolperndem Herz – durch seine Nähe. Von Leichtigkeit und Schwingen die er ihr gab – obwohl er gar keine hatte. Wie ihr Blick dem seinem auswich, es war so niedlich. Er wollte ihr direkt über ihren schmalen feinen Kopf lecken. Ihr unaufhörlich ins Ohr schnurren und...
Der Kater blinzelte. Gefangen von ihren Augen. Sie starrten sich an. Ihre Worte rückten in die Ferne.
Das rauschen der Zeder, sanft in dem Wind geriet weit zurück. Die Sterne funkelten heller, als wollten sie diesen einen Moment mit ihrem Schein erweitern, weiter glänzen lassen.


“...und von Liebe.“, maunzte er plötzlich heißer, als hätte er einen Frosch im Hals verschluckt. Und sprach die Worte aus die er zuvor nicht sprechen konnte.
Plötzlich glitten sie aus seiner Kehle als sei er nicht mehr er selbst. Entrückt und Fern, gehalten nur von ihrem Blick.
“Du bist mein Herz.. Lerchenflügel. Du pulsierst so laut in mir.“, wisperte er rau ehe er sich selbst hörte und wusste was er sprach. Er wurde von ihr eingesogen, schien ihr immer näher zu kommen obwohl sich keiner der beiden regte.
Es war dieser Moment wo alles verschwand und nur noch der andere und die eigene Person existierte. Sein Fang öffnete sich, die Zunge fühlte sich trocken an. Seine Nase war voll von ihrem Duft. Und dem Duft von Sommer. Sonne. Der Zeder die sie segnete.
“Ich liebe dich.“, stolperten die Worte heraus. Unbeholfen. Ehrlich.


Er konnte nicht. Er konnte nicht auf ihre Antwort warten. Ihren Blick.
Goldfuchs brach den Bann. Sein Kopf schnellte vor und legte sich ungefragt auf den der Kätzin. Die Ohren wandte er zurück und legte die Ohren an den Kopf. Er konnte nicht. Was wenn er sich geirrt hatte, all ihre Worte eine Täuschung waren?
Er hatte Angst.


@Lerchenflügel
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