Felidae
An oath beneath the stars - Druckversion

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An oath beneath the stars - Goldfuchs - 31.01.2026



Oh my love - just a whisper in my heart



Es waren drei Monde vergangen seit seine Schülerin Lerchenpfote zur Kriegerin wurde und den Pfad des Windes bestand. Damals konnte Goldfuchs nicht sich selbst belügen und behaupten, dass er sich keine Sorgen um die Kätzin machte. Er wusste um ihre Blicke. Er brüstete sich damit. Jedoch war ihm nicht klar, dass auch er immer mehr für sie auftaute. Sich zu ihr hingezogen fühlte.
Es war verboten.
Und doch fühlte es sich richtig an. Es fiel im leichter in ihrer Gegenwart zu atmen. Er entspannte sich, konnte sich fallen lassen. Ohne dass es zu offensichtlich war.


Und seit sie eine Kriegerin war, begegneten sie sich anders... Anders auf eine häufige und intensive Art. Er war langsam offener mit seinen Gedanken und Gefühlen umgegangen. Seine Blicke lagen noch länger auf ihr. Er las jedes Wort von ihren Lippen und erfüllte viele Wünsche noch bevor Lerchenflügel selbst wusste, dass es ein Wunsch war.
Zumindest glaubte Goldfuchs dies.


Und nun stellte er sich der Wahrheit.
Er hatte nie eine Gefährtin nehmen wollen. Zu sehr war er gebrandmarkt von der Vergangenheit. Doch sein Herz konnte er nicht länger ignorieren. Wie es schneller Schlug. Alles langsamer wurde und ihr Atem lauter wurde. Ihr Fell und Körper bei jeder Bewegung ein Lied sang.
Goldfuchs stand nun bei Sonnenuntergang an dem Kriegerbau. Er blickte hinein und sah Lerchenflügel in ihrem Nest.
Da war es wieder. Da kam es wieder. Dieses prickeln. Dieses prickeln welches sein Fell sträuben ließ. An seiner Haut zupfte als wäre er an unsichtbaren Spinnenfäden. Leise räusperte er sich, sammelte sich und rief dann ruhig und tief: “Lerchenflügel?“ Fast klang es wie zu seinen Mentoren Zeiten. Eine Aufforderung die ein Nein nicht akzeptierte. Ein Ruf, der eindeutig die benannte Katze zu sich beorderte.
Eigentlich wollte der Kater nicht so klingen.
So fordernd.
Aber es war das einzige was er konnte – um sich nicht zu verraten.


Goldfuchs wartete bis die elegante Kätzin zu ihm kam. Er blickte von oben auf sie herab. Musterte sie mit seinen jadenen Seelenspiegeln. Wie wundervoll die untergehende Sonne mit ihren rötlichen Strahlen sich auf ihrem Fell abzeichnete...
Er wandte sich herum, bevor sie es in ihm sehen konnte. “Komm.“, maunzte er. “Begleite mich ein Stück.“
Und somit ging der langhaarige Kater los, verließ das Lager und machte sich darauf das Lager zu verlassen, zunächst ging er in Richtung Schattiges Moor, mit leichtem Hang zur silbernen Zeder.



@Lerchenflügel



RE: An oath beneath the stars - Lerchenflügel - 03.02.2026



zwischen Traum und Wirklichkeit




Die Nacht war angenehm mild. Tausende Sterne funkelten am Himmel, ein laues Lüftchen wehte über die kleine Lichtung, ließ die Farnwedel sanft durch die Nacht tänzeln. Eine friedliche Stille lag in der Luft. Lerchenflügel schob sich durch die sanft wogenden Blätter, ihre Augen leuchteten warm, als sie den Kater vor sich erblickte. Seine kräftige Gestalt war von ihm abgewandt, doch sie hörte sein leises Schnurren, spürte dessen Vibration durch den Boden, bis ihre Pfoten erwartungsvoll kribbelten. Mit ein paar wenigen Sprüngen überwand sie die kurze Distanz, bis sie direkt hinter ihm stand.

“Lerchenflügel!“, schnurrte er heiser und drehte sich langsam zu ihr um. Seine schweren Pfoten kneteten voller Vorfreude den Waldboden, als er seinen Blick über sie gleiten ließ, warm, einladend. Lerchenflügel fiel in sein Schnurren ein, als der Kater sich erhob und sich sanft an sie schmiegte. Sie schloss einen Moment lang die Augen, ließ sich vollends in diese Liebkosung fallen. Dann löste sich der Kater liebevoll von ihr und sah ihr tief in die Augen, so intensiv, dass es sie fast von den Pfoten geworfen hätte. Und tief in ihrem Inneren spürte sie diesen vertrauten Stich, jedes Mal ein wenig stärker. Doch zumindest in ihren Träumen war sie frei.

“Meine Schöne, ich..“, setzte er an und die Kätzin genoss den tiefen Klang seiner Stimme. Doch seine Worte brachen jäh ab, als seine Gestalt sich in Nebel verwandelte.Nein, bleib hier!, dachte Lerchenflügel traurig, ihr Herz zerrte nun stärker an ihrer schmalen Brust. Doch er verschwand immer mehr im Nebel, das letzte, was sie erahnen konnte waren seine wunderschönen Augen, die allmählich verblassten.




“Lerchenflügel?“ Sie schreckte hoch. Unter ihr spürte sie ihr weiches Nest, hörte das gleichmäßige Atmen ihrer Clangefährten um sich herum. War seine Stimme ihr bis hier her gefolgt? Sie blinzelte verwirrt, doch dann erkannte sie seine Gestalt vor dem Kriegerbau. Erschrocken setzte sie sich auf und leckte sich ein paar Mal verlegen die Brust. Unmöglich konnte sie ihm so unter die Augen treten, er würde jedes ihrer Gefühle sofort darin lesen können. Seine Gestalt auf dieser Lichtung schien immer noch so viel wirklicher, als ihn jetzt hier vor sich zu sehen, abwartend, beinahe so fordernd, als wäre er immer noch ihr Mentor. Und wie aus einem Reflex heraus, erhob sie sich auf die Pfoten und blinzelte heftig, bis sie glaubte, ihre Emotionen wieder unter Kontrolle zu haben. Doch ihr Herz schlug immer noch so laut, so verdammt laut. Wieso tat es das jedes Mal?

Ihre Augen trafen seine, als sie sich aus dem Bau schob. Sein Ausdruck war anders, als in ihrem Traum und der Blickkontakt schrecklich kurz. Sie unterdrückte ein enttäuschtes Seufzen und reihte sich stattdessen hinter ihm ein. Was wollte er mitten in der Nacht von ihr?


@Goldfuchs