Gast
Felidae
Einleitung
Willkommen in Felidae, einer Welt voller Abenteuer, Geheimnisse und uralter Traditionen. In den Tiefen des Waldes leben vier mächtige Clans, jeder mit seiner eigenen Kultur und Bestimmung. In diesem Rollenspiel wirst du nicht nur ein Charakter sein, sondern dein ganz eigenes Schicksal formen und Geschichte schreiben - vielleicht sogar die anderer. Mit einzigartigen Talentbäumen, individuellen Attributen und einem innovativen Würfelsystem meisterst du all die Herausforderungen, die dich erwarten. Tritt ein in die Welt von Felidae, wo jede deiner Entscheidungen zählt und das Schicksal der Clans in deinen Pfoten liegt.
Willkommen
Team

Wetter
5 - 11°C

Der Blattfall schreitet stetig voran. Immer mehr Bäume verlieren ihre bunten Kronen, und der Boden ist nun oft bedeckt von einem raschelnden Teppich aus feuchten, rotgoldenen Blättern. Der Wind hat an Kraft gewonnen – kühl und beständig weht er durch das Gebiet und treibt die Wolken vor sich her. Immer seltener lässt sich die Sonne blicken, und wenn sie es tut, dann nur schwach, fast schüchtern. Regen fällt häufiger als zuvor: in langen, dünnen Schleiern oder mit kalten, prasselnden Tropfen. Die Erde ist vielerorts aufgeweicht, Pfoten sinken rasch ein, und die Luft ist durchzogen vom Geruch nassen Laubs und modriger Wurzeln. Die Nächte sind deutlich kälter geworden – ein Vorbote des nahenden ersten Frostes.
Mond 151
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 you're gonna go far, kid
150. Mond - 12. Tag des Blattfalls, Sonnenhoch

Falkenschrei

Falkenschrei
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#11
16.03.2026, 22:11
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All Eyes on the River



Es gab vermutlich nicht eine NebelClan-Katze, die den heutigen Tag nicht am Fluss verbringen wollte. Der Tag gehörte einem besonderen, jungen Kater, der trotz seiner Verkrüppelung seinen Wert als Krieger beweisen und sich seinen Kriegernamen auf die traditionelle Art ihres Clans verdienen wollte.

Falkenschrei war ebenfalls unter diesen Katzen und hatte sich zu Krähenruf, seiner Großtante, gesellt. Ruhig hatte er den Worten Schneesterns gelauscht und sowohl registriert, dass unter den Anwesenden auch Elsterherz, Silberlicht, Kieselstein, Dämmerpfote, Beerennase und sein stinkender Bruder, Wieselfeuer, waren.

Nachtpfote trat an das Ufer, ließ sich in die reißende Strömung gleiten und kämpfte unerbittlich dagegen an. Falkenschrei erinnerte sich gut an seine Prüfung damals, wie wohl jeder anwesende Krieger und Ältester. Auch Himmelspfote fiel ihm auf, der ehemalige Schüler seines Bruders, der wirkte als würde er sich gleich nach Nachtpfote in die Fluten werfen, um seinen Kriegernamen weitaus früher als jeder andere Schüler des Clans zu erhalten. Mäusehirn. Offenbar war selbst er Wieselfeuer zu viel, sodass dieser Himmelspfote an Flussgeist abgegeben hatte.

Der Schüler tauchte immer wieder unter, tauchte auf, rang nach Luft, kämpfte panisch und so wiederholte sich das Spiel. Falkenschrei musste zugeben, dass auch er zweifelte, ob die Prüfung mit Nachtpfotes verkrüppelten Bein das Richtige war aber solange Schneestern kein Zeichen geben würde, den Schüler aus dem Wasser zu holen, würde Falkenschrei sitzen bleiben.

Die Mühen waren nicht umsonst. Nachtpfote schaffte es, den Kopf über Wasser zu halten und sich zu stabilisieren. Doch das meiste seiner Kraft dürfte er bereits an den Kampf verschwendet haben. Wie viel Kraft er noch übrig hätte für den Rest des Pfads des Wassers? Schwer zu sagen.

„Genug“, gab Krähenruf neben Falkenschrei mit ihrer rauen, brüchigen Stimme von sich während auch Beerennase immer besorgter zu werden schien. "Tut doch etwas!", schien die trächtige Kätzin besorgt beipflichten zu wollen.

Aus dem Augenwinkel blickte Falkenschrei von Krähenruf, die Schneesterns Blick zu suchen schien, zu der Anführerin selbst. Wie würde sie entscheiden? Sollte Nachtpfotes Prüfung abgebrochen werden?

"Nachtpfote hat noch nicht aufgegeben."

Silberlichts Stimme erhob sich zwar nicht laut aber sie drang an Falkenschreis dunkle Ohren. Sein kristallblauer Blick wanderte von Schneestern zu der silbergrauen Heilerin. Falkenschrei hatte erwartet, dass Silberlicht eine der Ersten wäre, die Einspruch erheben würde. Aber die Heilerin schien warten zu wollen, ob Nachtpfote aufgeben würde. Sein Blick wanderte zurück zu Schneestern, der die endgültige Entscheidung obliegen würde.



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Wolkenlied

Wolkenlied
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#12
16.03.2026, 22:26
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Don’t Let the River Win



Von Anfang war sie unsicher gewesen, was Nachtpfotes Pfad des Wassers anging. Mit seinem Bein konnte sich Wolkenlied nur schwer vorstellen, dass der schwarz-weiße Kater die Prüfung bestehen würde. Sie erinnerte sich gut wie wild ihr Herz geschlagen hatte als Eismond die Prüfung hatte ablegen müssen. Bei ihm hatte ihr Herz fast wilder geschlagen als bei ihrer eigenen Prüfung. Schließlich war bekannt, dass der Pfad des Wassers nicht ganz ohne war. Er konnte durchaus gefährlich ausgehen.

Wolkenlied hatte sich etwas abseits hingesetzt falls Eismond dazustoßen würde und sich neben sie setzen wollen würde. Die Kätzin hatte sich aber nicht hingelegt, viel zu nervös war sie, ob Nachtpfote die Prüfung bestehen und seinen Kriegernamen erhalten würde.

Besorgt beobachtete sie wie er sich den reißenden Fluten stellte, mitgerissen, unter Wasser gerissen wurde, wieder auftauchte. War es richtig, ihn die Prüfung ablegen zu lassen? Echowind aus dem BrisenClan ist blind. Richtig. Aber Echowind hatte die Prüfung zum Krieger nicht abgelegt, er war Heiler. Nicht wahr? Vielleicht war Nachtpfotes Weg nicht der eines Kriegers sondern der eines Heilers... Wie bei Echowind?

Doch sich einzumischen, lag nicht und wird auch nicht in Wolkenlieds Pfoten und Zuständigkeitsbereich liegen. Dennoch beobachtete sie die Prüfung mit Besorgnis und wenig Begeisterung. Himmelspfote hingegen schien übereifrig zu sein als wollte er sich selbst in die Fluten stürzen. Ihr war durchaus nicht entgangen, dass einige der Anwesenden ähnlicher Meinung wie sie waren. Doch noch hielt sie sich zurück.

Leicht amtete die grau-beige Kriegerin auf als Nachtpfotes Kopf wieder durch die Wasseroberfläche stieß, er sich stabilisieren und den Kopf oben halten konnte. Heilige Ahnen, vielen Dank. Unauffällig atmete sie einmal durch, weil sie wohl unwillkürlich die Luft angehalten hatte. Wieso sah Schneestern nicht, dass Nachtpfote kämpfte und den Kampf voraussichtlich verlieren würde? Allein der Kampf gegen die Wassermassen musste ihm unglaublich viel Kraft gekostet haben.

Unterschiedliche Stimmen wurden laut und begannen zu protestieren. „Genug“, erhob Krähenruf ihre Stimme. "Tut doch etwas!", pflichtete die trächtige Beerennase der Ältesten bei. Himmelspfote hingegen schien als wollte er Beerennase und Krähenruf anspringen, damit sie die Prüfung nicht unterbrachen. Der Schüler würde sicher nicht glimpflich davon kommen, Wieselfeuer saß in Beerennases direkter Nähe. Doch auch Wolkenlied war Krähenrufs und Beerennases Meinung. "Wir sollten ihm helfen. Bevor noch etwas passiert.", erhob die helle Kätzin ihre Stimme. "Nachtpfote hat noch nicht aufgegeben.", mischte sich Silberlicht ein. Wolkenlieds Ohren zuckten leicht. Sogar die Heilerin ihres Clans war der Meinung, die Prüfung sollte weitergehen? Aber... was ist, wenn Nachtpfote wirklich verletzt oder sogar getötet werden würde? Natürlich hoffte Wolkenlied auf nichts davon aber hier kam das berühmte was-wäre-wenn. Ein mulmiges, ungutes Gefühl machte sich in der Kriegerin breit.



@Nachtschatten @Schneestern @Silberlicht @Krähenruf @Himmelspfote @Beerennase @Wieselfeuer @Eismond
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Dämmerlicht

Dämmerlicht
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#13
16.03.2026, 22:29
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Du schaffst das!


Die Spannung war an diesem Tage beinahe greifbar. Der ganze Clan hatte sich am Ufer versammelt, starrte auf die Fluten, hielt den Atem an, während die Zeit stillzustehen schien. Dämmerlicht selbst hatte die Prüfung erst vor wenigen Tagen abgelegt und nun war es ihr Bruder, der mutig in die Wellen watete. Die Schildpattkätzin saß so nahe am Wasser, dass ihr die Gischt die Pfoten durchnässte. Sie spürte die Zweifel um sich herum wie ein leises Gift, welches sich verstohlen unter ihnen ausbreitete. Dämmerlicht hob den Blick, eine stumme Herausforderung im Blick. Bei ihrer eigenen Prüfung hatte sie nichts als Vertrauen und Zuspruch gespürt. Ihr Bruder verdiente heute nichts geringeres als das.

Stolz sah die Schwester zu, wie Nachtpfote weiter ins Wasser schritt, bis der Fluss ihn in Empfang nahm wie einen alten Freund. Sie wusste, wie viel Überwindung ihn dies kosten musste. Doch in ihren Augen zeigte sich nicht der geringste Zweifel, nur zärtlicher Zuspruch. Ihre Augen fingen einen Moment die seinen ein und sie nickte ihm entschlossen zu. Ihre Mutter neben ihr zeigte nicht den Hauch einer Regung, keinerlei Zeichen, dass ihr der Ausgang dieser Prüfung wichtig war. Dämmerlicht wäre am liebsten fauchend von ihr weggerückt, doch um sie ging es heute nicht. Heute zählte nur Nachtpfote!

Ihre Augen lagen fest auf Nachtpfote, der nun bald den schwierigsten Teil vor sich hatte. Er strauchelte, kämpfte gegen die Strömung – und wurde von den Pfoten gespült. Dämmerlicht sprang auf die Pfoten und starrte in die Fluten, ihr Herz schlug schneller. Da machte sie ihn erneut aus, wie er panisch nach Luft schnappte.

“Nachtpfote! Du schaffst das!“, feuerte sie ihn an, auch weil die besorgten Rufe um sie herum immer lauter wurden. Wie aus Trotz und auch weil sie fest an ihn glaubte rief sie ihm Mut zu, auch wenn sie sich beherrschen musste, ihm nicht zur Hilfe zu eilen. Doch er würde ihre Hilfe nicht brauchen, davon war sie fest überzeugt!



@Nachtschatten @Schneestern @Kieselstein 
Alias — Haku
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Wieselfeuer

Wieselfeuer
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#14
17.03.2026, 17:36
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starclan knows best



Auch Wieselfeuer war an jenem Tag am Flussufer und wollte zusehen, wie Nachtpfote sich seinen Kriegernamen verdient. Dabei gab es sicher einige Zweifler unter ihnen und auch Wieselfeuer zählte sich dazu. Der Schüler hatte eine Verletzung an der Hinterpfote, hatte keine normale Kriegerausbildung durchlaufen können und für ihn war die Sache mit dem Kriegerleben für den Kater bereits abgehakt. Niemals würde eine Katze mit so einer massiven Einschränkung ein guter Krieger werden, für den Clan jagen oder sogar Schlachten bestreiten. Für ihn gehörte so ein Kater ins Lager, er könnte ja zur Kinderstube und den Königinnen helfen. Sie brauchten doch sicher immer Unterstützung und auch das war ein wichtiger Teil des Clanlebens. Aber jetzt wollte er sich seinen Kriegernamen verdienen, was der schwarz-weiße Krieger im Kern ja auch nachvollziehen konnte - für sinnvoll hielt er es dennoch nicht. Und so saß er hier am Flussufer, signalisierte seine Anwesenheit und dadurch auch irgendwie seine Unterstützung. Denn wenn Schneestern ihn dafür zuließ, dann würde Wieselfeuer das nicht in Frage stellen.
Beerennase gesellte sich kurz darauf zu ihm und liebevoll rieb er kurz seinen Kopf an dem seiner Gefährtin. Im nächsten Mond erwarteten sie ihre Junge und darüber war der Kater überglücklich und konnte es kaum erwarten. Doch nun war seine Aufmerksamkeit hier. Als Nachtpfote zum Ufer lief und langsam ins Wasser glitt, waren alle Augen gespannt auf den Schüler gerichtet. Auch seine Schwester Dämmerlicht war vor Ort, um ihn zu unterstützen. Doch die Tragödie nahm rasch ihren Lauf. Wie erwartet, konnte Nachtpfote sich kaum gegen die starke Strömung durchsetzen, kam immer seltener an die Oberfläche und wenn, dann atmete er gradezu panisch durch, bevor die Flut ihn wieder verschluckte. Die ersten Katzen äußerten sich besorgt und auch Beerennase konnte sich nicht zurückhalten. Sachte strich sein Schweif über ihren Rücken »Beruhige dich. Schneestern wird schon wissen, was sie tut« besänftigte er seine Gefährtin, ehe auch Silberlicht das Wort ergriff, für Nachtpfote. Kurz nickte Wieselfeuer. Würde er das je tun? Nachtpfote würde stolz ertrinken, statt zuzugeben, dass er es nicht schaffte..
Wieselfeuer sah gebannt aufs Wasser, wusste nicht, was als Nächstes geschah. Würde die Prüfung abgesagt werden, oder würde Nachtpfote es schaffen?



@Silberlicht @Schneestern @Nachtschatten
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Steinherz

Steinherz
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24.03.2026, 19:15
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Let him be!


Steinherz hatte diesem Ritual schon unzählige Male beigewohnt. Er hätte es nicht vermocht, die genaue Anzahl zu bestimmen. Die meisten der anwesenden Krieger waren jünger als er selbst, bei jedem einzelnen hatte er damals am Ufer gestanden und ihnen bei ihrer wichtigsten Prüfung zugesehen. Doch heute war die Stimmung eine andere, heute lag Zweifel in der von der Gischt befeuchteten Luft.

Steinherz stand da wie ein Fels, stolz, schweigend, undurchschaubar. Seine Augen lagen ruhig auf den Wellen, die die Wasseroberfläche umspielten. Nachtpfote trat Schritt für Schritt tiefer ins Wasser und Steinherz‘ Blick suchte den von Kieselstein, Nachtpfotes Mutter, seiner Tochter. Doch ihre Augen starrten reglos vor sich hin, schienen gar nicht genau zu wissen, wo sie hier eigentlich war. Steinherz unterdrückte ein Seufzen, als sein Herz ein wenig schwerer wurde. Seine beiden anderen Töchter waren auch hier, Silberlicht, die gerade fragend den Blick Schneesterns suchte und Amselsang, deren ruhige Augen nicht verrieten, was sie dachte. Steinherz spürte die Zweifel um sich herum, auch er selbst konnte nicht mit Gewissheit sagen, dass das hier eine gute Idee war. Nicht einmal Schneestern schien sich ihrer Sache sicher zu sein, das las Steinherz in den Augen der Kätzin, die er seit seiner Geburt kannte.

Doch Nachtpfote hatte diese Prüfung gewollt und wer waren sie, ihm diesen Wunsch zu verwehren? Der schwarzweiße Schüler trat tiefer ins Wasser und wurde fast augenblicklich von der Strömung erfasst. Diese Stelle war trickreich und Steinherz wusste, wie gnadenlos die Strömung hier sein konnte. Gerade mit nur drei gesunden Beinen würde diese Prüfung dem jungen Kater einiges abverlangen. Um den grauen Kater herum wurden zunehmend schockierte Rufe laut, Krähenruf schien drauf und dran, ihren Enkel aus den Fluten zerren zu wollen und auch Beerennase wirkte immer verzweifelter.

“Nachtpfote hat noch nicht aufgegeben!“, drang Silberlichts Stimme durch den Tumult und Steinherz nickte schweigend. Der gesamte NebelClan hatte sich hier am Ufer versammelt und niemand würde zögern, sich in die Wellen zu werfen und Nachtpfote zur Hilfe zu kommen. Doch noch hatte er die Chance, seine Prüfung zu beenden.

“So schnell ist noch niemand ertrunken. Gebt ihm die Chance, es alleine zu schaffen!“, mahnte er die anderen ruhig, den Blick unbewegt aufs Wasser gerichtet.



@Nachtschatten @Schneestern @Silberlicht @Amselsang @Kieselstein @Krähenruf @Beerennase
Alias — Haku
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Nachtschatten

Nachtschatten
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#16
Gestern, 19:08
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man, he never had a chance


Das Wasser verschlang ihn und schloss sich über seinem Kopf, nahm ihm das Licht, die Stimmen und alles sonst, was noch eben da gewesen war. Ließ nur das übrig, was in jenem Moment zählte; Kälte, Druck und die gnadenlose Strömung. Nachtpfote ließ sich tiefer sinken weil er wusste, dass er niemals das erreichen würde, weswegen er hier war, wenn er weiter zögerte.

Seine Augen brannten, doch er zwang sie offen zu bleiben. Zwang sich, durch das wirbelnde Grau zu sehen, das ihn umgab, während die Strömung ihn sofort erfasste, zur Seite riss, drehte und ihn gegen unsichtbare Widerstände schleuderte. Der Körper des Katers reagierte zu langsam, zu schwer und das rechte Hinterbein zog ihn wiederholt schief, ließ ihn kippen und gegen das Wasser arbeiten, statt mit ihm. Erst war da ausschließlich Chaos - bis er ihn sah.

Zwischen dunklen Steinen, halb verborgen im tanzenden Schlick, lag etwas helles und unnatürliches. Ein flacher, rund geschliffener Stein, durchzogen von blassen Linien, die im trüben Licht fast schimmerten, als hätten die Ahnen selbst ihre Spuren darin hinterlassen. Das ist es. Der Gedanke war klar, fest, und noch bevor Zweifel ihn erreichen konnten, stieß er sich ab und kämpfte sich tapfer nach vorn. Sein Körper folgte schwer, das verletzte Bein ungleich hinterherziehend, und die Strömung widersetzte sich dem Schwarzweißen sofort, um ihn dabei grob zur Seite zu reißen und den Stein verfehlen zu lassen. Wasser zwang sich in seine Kehle und ließ seine Brust brennen, doch wieder sollte er sich zurückzwingen. Noch einmal.

Seine Lungen schrien mittlerweile förmlich, denn dieses tiefe, drängende Brennen, war kaum noch auszublenden. Trotzdem aber zog sich Nachtpfote erneut vor, krallte sich voller Verzweiflung an den Flussgrund und kämpfte gegen das pausenlose Zerren. Dieses Mal, zu seiner Verwunderung, sollte er sogar treffen.

Die Zähne schlossen sich eilig um den Stein, welcher glatt und kalt gegen die Zunge des Katers drücken sollte. Für einen Herzschlag war alles still in ihm, als hätte er etwas erreicht, das größer war als dieser Moment selbst. Dann schlug der Fluss ein weiteres Mal zurück. Mit dem zusätzlichen Gewicht wurde jede Bewegung langsamer und schwerer zugleich, denn jede darauffolgende Korrektur kostete Kraft, die er kaum noch hatte.

Nachtpfote zwang sich nach oben, schlug mit den Vorderpfoten und zog sich hilflos durch das Wasser. Mäuselänge für Mäuselänge, als das Licht über der Oberfläche Hoffnung schenkend flackerte. So nah und doch so unerreichbar, während seine Lungen sich krampfend zusammenzogen und regelrecht nach Luft flehten.

Der Aufprall kam aus dem Nichts.

Etwas Hartes drückte sich gegen seinen Rücken - ein verborgenes Stück Treibholz, das ihn abrupt stoppte und nach unten presste, während es ihn tiefer in die Dunkelheit zog, aus der er entkommen wollte. Der Stoß ließ ihn taumeln und auch der Stein verrutschte zwischen seinen Zähnen, als er ihm beinahe entglitt.

In diesem Moment brach die Panik über ihn herein. Nicht langsam, nicht kontrollierbar, sondern scharf und überwältigend zugleich. Wasser, das ihn hielt und zog - das ihn, egal wie sehr er kämpfte, nicht losließ. Ein Körper, der nicht gehorchte. Ein Bein, das nicht so funktionierte, wie es funktionieren sollte. Das gleiche Gefühl wie damals, als er schon einmal geglaubt hatte, dass das hier sein Ende sein würde.

Nein, das darf nicht sein.


Nachtpfotes Herz raste und seine Bewegungen wurden zunehmend fahrig, so wie unkoordiniert. Er trat, schlug, versuchte sich aus dem Druck zu lösen, doch alles was er tat, brachte ihn nur weiter aus dem Gleichgewicht, ließ ihn mehr kämpfen und vor allem mehr Kraft verlieren, die er nicht hatte. Seine Lungen schrien jetzt, unüberhörbar, und der Stein begann zu rutschen.

Für einen Herzschlag hielt der Schüler ihn noch fest, schloss die Kiefer so verbissen, dass es schmerzte, ehe ein weiterer Ruck ein schnelles Ende verheißen sollte. Der Stein glitt aus seinem Maul und wurde sofort von der Strömung erfasst. Er verschwand im wirbelnden Grau, als hätte es ihn nie gegeben. Und jetzt gab es nichts mehr, woran er sich zumindest symbolisch festhalten konnte.

Die Strömung riss ihn ungebremst herum, schleuderte ihn weiter und ließ ihn letztlich auf einen aus dem Wasser herausragenden Felsen treffen. Der Aufprall war hart, ließ seinen Körper erzittern und einen dumpfen Schmerz aufflamen. Es gab keinerlei Widerstand mehr, als der Schwarzweiße schlaff wurde und sich treiben ließ, während der Fluss ihn nahm, drehte und tiefer zog, immer tiefer, während er reglos in der Tiefe versank,


Angesprochen: //
Alias — Moxxie
Moxxie ist Offline
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Nachtschatten, Schneestern Lager des NebelClans, Fluss


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