Wieso vertraut Fichtenstern mir nicht?
Taupfote hatte Bernsteinpfote nicht wecken wollen, als er nach der großen Versammlung zurückgekehrt war. Also hatte er sich in sein Nest gelegt und geschlafen. Nur um dann von Brandnarbe geweckt zu werden für.. Eine Gesundheitsprüfung?
Die Schüler hatten sich aufgereiht und kamen nacheinander dran. Nachdem der Heiler den jungen Taupfote mit den Worten, dass er das verdammte Maul halten solle und niemanden stören solle, davon gejagt hatte, war der beigefarbene Kater zu Bernsteinpfote getreten.
”Komische Untersuchung. Meckert mehr als alles andere und berührt einen nicht mal. Woher will er wissen, dass ich gesund bin, wenn er nichts tut?” , murrte der Schüler und betrachtete nun seine Schülerkumpanin, immerhin war er nicht nur gekommen, um sich über Brandnarbe zu unterhalten, sondern um von der großen Versammlung zu berichten!
”Oh Bernsteinpfote, ich wünschte du wärst mit gewesen.” , fing Taupfote an und seine blauen Augen begannen zu leuchten, als er sich zurückerinnert an den Moment, als er zu Tropfenpfote getreten war.
”Ich habe den zweiten Anführer des WurzelClans kennen gelernt und er hat sich mit mir unterhalten! Aber… kommen wir zum Anfang.” , begann er zu erzählen, räusperte sich dann, um drauf los zu berichten. Schließlich wollte er nichts auslassen und Bernsteinpfote alles erzählen, was er gesehen hatte.
”Du glaubst nicht wie viele Katzen dort waren, Bernsteinpfote. Ich konnte mich kaum entscheiden, wo ich hingehen soll! Aber dann dachte ich, dass es Sinn macht, mich mit einem anderen Schüler auszutauschen. Also ich wollte nicht wie ein Junges Eichhornpfote hinterher laufen, die zu einem NebelClan Schüler gegangen ist, sondern ein eigenes Abenteuer erleben. Also ging ich auf einen anderen Kater zu, von dem ich annahm, dass er ein Schüler sei. Es stellte sich heraus, dass er ein WurzelClan Schüler namens Tropfenpfote ist. Und während ich begann mich mit ihm zu unterhalten kam doch echt Fichtenstern zu uns und hat Tropfenpfote verscheucht. Doch der Schüler gab von sich, dass Fichtenstern mir nicht vertrauen würde… Ich weiß nicht, was er damit meinte, aber das ist ja jetzt nicht so wichtig, denke ich.” , entschied der Schüler und blinzelte seine mehrfarbige Freundin erfreut an, dass er so viel zu berichten hatte. Dass Fichtenstern ihm nicht zu vertrauen schien versuchte er so gut er konnte zu ignorieren, auch wenn die Tatsache einen Stich in seinem Herzen hinterließ.
Währenddessen waren alle Schüler mit ihrer Prüfung bei Brandnarbe fertig und Taupfote sah kurz, wie die anderen Schüler teilweise wieder im Bau der Schüler verschwanden oder sich vom Frischbeutehaufen einen Snack holten. Dann wandte er seine Aufmerksamkeit wieder seiner Bernsteinpfote zu.
”Fichtenstern meinte, Tropfenpfote sei kein guter Umgang - für niemanden. Und er ist wohl halbblind! Ein halbblinder Kriegerschüler! Er muss echt ziemlich gut sein, wenn er zum Krieger trainiert werden darf, obwohl er halb blind ist. Ich hoffe so, ich begegne ihm wieder, das kurze Gespräch mit ihm war wirklich angenehm.”
Taupfote war etwas abgeschweift von seiner eigentlichen Geschichte, ohne es zu bemerken und berichtete nun aufgeregt, wie gerne er dem WurzelClaner wieder begegnen und sich unterhalten wollte.
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Ein Schweif voller Glühwürmchen
Bernsteinpfote hatte sich noch nicht ganz von Brandnarbes Prüfung [link] erholt, als sie sich vom Heilerbau entfernte. Seine Stimme hing ihr noch in den Ohren wie ein Dorn, der sich nicht ganz aus der Pfote ziehen ließ.
„Du bist gesund. Dein Schweif aber dreckig… Geh. Putz dich.“
Ihre Ohren legten sich kurz an. Während sie sich setzte und begann, ihren Schweif mit schnellen, etwas zu energischen Zügen zu säubern, kochte in ihr noch immer dieses unangenehme Gefühl. Brandnarbe hatte sie angesehen, als würde er durch ihr Fell hindurch etwas suchen, das sie selbst nicht sehen konnte. Als wäre sie eine Prüfung gewesen. Oder ein eigenartiges Rätsel. Sie kniff kurz die Augen zusammen und fuhr erneut mit der Zunge über das Fell. Erde. Wirklich nur Erde. Trotzdem fühlte sich ihr Schweif plötzlich an, als hätten sich Glühwürmchen darin platziert und er würde im ganzen Lager leuchten.
Erst Taupfotes Stimme riss sie aus ihren Gedanken. Bernsteinpfote hob den Kopf, ihre bernsteinfarbenen Augen noch einen Herzschlag lang schmal vor Ärger. Doch als sie sah, wie aufgeregt der beigefarbene Kater vor ihr stand, glättete sich ihr Gesicht langsam wieder.
Taupfote redete.
Und redete.
Und redete.
Schon nach den ersten Sätzen spürte Bernsteinpfote, wie sich ihr Körper automatisch ein Stück aufrichtete. Ihre Ohren stellten sich auf, ihr Schweif legte sich ordentlich um die Pfoten, während sie aufmerksam lauschte. Die Große Versammlung. Viele Katzen. Andere Schüler. Ein ganzes Meer aus Gerüchen und Stimmen, das sie verpasst hatte. Ein kurzer Stich fuhr durch ihre Brust. Es war eher ein leichter Stich, kurz und präzise, allerdings nicht erschütternd tief. Ihre Krallen schoben sich einen Moment lang leicht in den Boden, während Taupfote erzählte, wie er sich selbstständig einen fremden Schüler gesucht hatte. Ihre Augen verengten sich interessiert. Als dann der Name fiel, blinzelte sie.
„Fichtenstern vertraut dir nicht? “
Das Wort kam schneller aus ihrem Maul, als sie geplant hatte. Sie rückte ein kleines Stück näher. Ihre Ohren zuckten.
Ein Anführer, der sich in ein Gespräch zwischen Schülern einmischte, weil er dem eigenen Schüler nicht vertraute? Bernsteinpfote stellte sich unwillkürlich vor, wie sie selbst dort gestanden hätte. Zwischen fremden Katzen. Zwischen Blicken, die jedes Zucken beobachteten. Taupfote erzählte weiter, und ihr Blick wurde zunehmend schärfer.
Halbblind. Ein halbblinder Schüler. Nun war ihre volle Aufmerksamkeit geweckt. „Warte. “ Sie hob leicht die Pfote, als müsste sie den Fluss seiner Worte kurz stoppen. „Ein halbblinder Schüler trainiert zum Krieger? “ Ihre bernsteinfarbenen Augen funkelten nun vor Neugier. „Wie bewegt er sich denn? “ Sie legte den Kopf leicht schief. „Unsicher? Oder merkt man das kaum? “ In ihrem Blick lag kein Spott. Nur echtes Interesse. Fast schon Bewunderung.
Dann jedoch erinnerte sie sich an etwas. Langsam verengten sich ihre Augen. „Und warum sollte Fichtenstern denken, dass Tropfenpfote kein guter Umgang ist? “Ihr Schweif zuckte leicht hinter ihr. „Das sagt ein Anführer nicht einfach so, oder? “ Sie musterte Taupfote prüfend. Ihr Blick wanderte nachdenklich über die Höhlenwand. Für einen Herzschlag schweifte ihr Blick kurz zum Heilerbau zurück, wo sie die Gestalt von Brandnarbe nicht mehr ausmachen konnte.
Eine seltsame Unruhe huschte durch ihren Bauch. Heute beobachteten ungewöhnlich viele Katzen ungewöhnlich genau. Sie wandte den Kopf wieder zu Taupfote. „Aber wenn dieser Tropfenpfote wirklich halbblind ist… “ Ein kleines, entschlossenes Funkeln trat in ihre Augen. „dann muss er irgendetwas verdammt gut können. “
Ihr Schweif legte sich wieder ruhig um ihre Pfoten. „Ich hätte sehen wollen, wie viele Schüler dort wirklich waren. Wie viele davon wohl stärker sind als wir? “ Ihr gerade ruhig zurecht gelegter Schweif peitschte bei dem Gedanken hin und her.
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