Die Sonne neigte sich langsam hinter die dichten Laubbäume und tauchte den Wald in warmes, goldenes Licht. Lange Schatten krochen über den moosigen Boden, während das leise Rascheln der Blätter unter euren Pfoten jedes Geräusch im Wald zu verstärken schien.
Zwischen den knorrigen Wurzeln des heiligen Ahnenbaums hockte eine einzelne Katze. Ihr helles, getigertes Fell war struppig, von Staub und Schmutz matt geworden, die Rippen zeichneten sich unter der Haut ab, während sie rote Bemalungen zu tragen schien, die unweigerlich den Geruch von Beeren trugen. Für einen flüchtigen Moment schien die Zeit stillzustehen, als hättet ihr in die erschöpften, aber entschlossenen Augen eines Wesens geblickt, das offenbar schon viel gesehen hatte.
Ihr, die große Patrouille aus mehreren Katzen bestehend, hattet wohl nichts zu befürchten. Sie war alleine, oder war sie das? Zumindest war das nicht immer so gewesen, wie ein jeder von euch festgestellt hätte, der über einen guten Riecher verfügte. Da waren mal andere gewesen, eine ganze Gruppe, aber ihr Geruch war längst verblasst, kaum noch merkbar. Sie waren lange weg - nur sie blieb zurück.
Unbekannte Pfote
Alias — Leitung
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Sonnenruf blickte zu der Patrouille. Sie waren genug Katzen und standen dieser Fremden gegenüber. Und sie wirkte bemitleidenswert. Schwach, alleine, zurückgelassen. Die große Kätzin trat einen Schritt vor und sah die Katze an »Wer bist du? Und was hat dich hierher geführt, auf das Gebiet des WurzelClans? « fragte Sonnenruf die Fremde ganz direkt. Ihre Stimme war neutral. Sie wäre durchaus bereit dieser Seele zu helfen, doch genauso wäre sie bereit ihr das letzte Leben auszuhauchen, wenn sich zeigen sollte, dass sie schlechte Absichten hatte.
Der WurzelClan hat in der letzten Zeit einfach zu viel erleben müssen durch den GlutClan und ebenso war sie auch jetzt gewarnt und wusste nicht, ob das hier nur ein unglücklicher Zufall war oder ob nicht doch mehr dahinter steckte. Jedenfalls würde Sonnenruf die Katze sprechen lassen, die so seltsam aussah. Man hatte sie angemalt, sie wirkte zerzaust und ihre Augen waren mitgenommen. Als hätte sie mehr Dinge gesehen, als für eine einzige Katze gut war. Sonnenruf hatte sich zu ihrer ganzen Größe aufgestellt, ihr Fell stand nicht nach oben und doch war die orange-weiße Kätzin ein beachtlicher Anblick, der sich schütztend vor die Gruppe stellte, besonders vor Maulbeerpfote. Es wäre nicht auszudenken, wenn der Schülerin etwas geschehen würde, nur weil sie diese einzelne Kätzin unterschätzen würden. Auch von einer einzelnen Katze, kann viel Gefahr ausgehen und sie wussten nicht, mit wem oder was sie es hier zu tun hatten.
Alias — Efeu
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Will haunting memories become true?
Nebelkrähe schüttelte sich leicht, als die Pfoten die Blätter zum Rascheln anregten. Es wirkte als würde die Umgebung mit jedem Schritt an Lautstärke gewinnen. Und aus irgend einem Grund rief es jene bestimmte Kätzin wieder hoch. Worte die fast vergessen waren, fanden ihn wieder.
Der Wald flüstert deinen Namen, Nebelkrähe. Hörst du ihn?“
Unsicher zuckten die Ohren. Der Kater blinzelte und sah sich prüfend um. Doch niemand sprach als sie sich mit der Patrouille dem Ahnenbaum näherte. Und auch die Umgebung hatte nichts was sprechen würde – zumindest nichts in ihrer Sprache.
Was du nicht siehst, beobachtet dich längst.
Nebelkrähes Atem stockte. Seine Bewegungen hielten inne und sein Herzschlag wurde lauter. Der Kater erblickte etwas am Ahnenbaum. Nein, jemanden. Mit weit geöffneten Augen sah er die Katze an. Dürr, geradezu hager, struppig und verschmutzt. Zugleich... bemalt? Ein abstruses Bild, irritierend und verwirrend. Zugleich ergriff es sein Herz. Es schmerzte ihn. Verunsichert drehten sich seine Ohren weg und schon sprach Sonnenruf, die einen Schritt vor trat. Trotz der neutralen Fragen, baute sich die kräftige Kriegerin auf und wirkte so einschüchternd – zumindest empfand es Nebelkrähe so.
Besorgt blickte er zwischen Sonnenruf und der fremden Katze hin und her. Dann glitt sein Blick über Dünenwind zu Maulbeerpfote. Sie hatten eine Schülerin dabei und wahrscheinlich konnten sie von Glück sagen, dass es nicht der GlutClan war auf den sie trafen – oder etwa nicht?
Erneut schüttelte sich die Krähe, musste sie doch an Fichtenstern denken und so gleich brannte es ihm heiß im Nacken. Der Krieger versteifte sich ein wenig. Dann lockerte er die Muskeln und sein Gesicht hellte sich auf. Ob er diesen Fuchs noch einmal treffen würde? Er hoffte es sehr.
Nun stand er aber einer fremden Katze gegenüber und sollte sich auf diese Situation konzentrieren. Auch er machte einen Schritt vor. Langsam und vorsichtig. Ein freundliches Funkeln in den Augen und ein leichtes Lächeln auf den Lippen.
Eine Mäuselänge Abstand zu den vorderen Pfoten von Sonnenruf, hielten seine inne und er legte sich langsam ab. Vorsichtig machte er sich klein um die Fremde Katze nicht zu stressen oder zu bedrohen. Sein Kopf legte sich etwas seitlich. Vorsichtig tastete sie diese ab.
“Bist du verletzt?“ , eine ruhige und leise Stimme. Sein Ohr zuckte kurz seitlich zu Sonnenruf, dann zurück zu den anderen, bevor es sich wieder nach vorne wandte. “Die Beeren riechen zwar gut, doch ich verstehe nicht wieso sie eine rote Spur an dir ziehen. Erklärst du mir den Sinn dahinter?“ Echte Neugier lag in der Stimme.
Alias — nessjas
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And who are you, the proud cat said
Mit seinen glühenden bernsteinfarbenen Augen musterte Felsensprung die Fremde eindringlich. Was suchte sie auf WurzelClan-Gebiet? Er prüfte die Luft, prüfte ihren Geruch und stellte fest, dass er keine Zugehörigkeit zum GlutClan verriet. Und auch zu sonst keinem Clan des Waldes. Der Kater verengte seine bernsteinfarbenen Augen. Sonnenruf trat einen Schritt vor und Felsensprung legte seine großen Ohren leicht an. Sei doch vorsichtiger. Wer konnte schon sagen, ob das nicht eine Falle, ein Hinterhalt war? »Wer bist du? Und was hat dich hierher geführt, auf das Gebiet des WurzelClans?« , fragte sie geradeheraus. So gerne Felsensprung die ältere Kätzin auch für ihre nicht abgesprochene Handlung kritisieren wollte... Er musste zugeben, dass er die Antwort auf die Fragen auch wissen wollte.
Recht schnell hatte Felsensprung die Bemalung der Kätzin bemerkt, den Zustand ihres Fells und ihres Körpers. Und ihrer Augen. Als hätte sie mehr gesehen als eine Katze in ihrem Leben jemals sehen sollte. Sonnenruf richtete sich zu ihrer vollen Größe auf als sie sich schützend vor die Gruppe stellte. Felsensprung verdrehte seine bernsteinfarbenen Augen. Nun wollen wir doch nicht übertreiben, hm? Als würde er sich nicht selbst wehren können. Aber er war dankbar für den Schutz, den Sonnenfall Maulbeerpfote zuteilwerden ließ. Nicht so wie er im vergangenen Mond. Ja... das nagte immer noch an ihm.
Nebelkrähe schüttelte sich leicht. Auch das hatte Felsensprung registriert. Auch der dunkle Kater trat einen Schritt vor aber langsamer und vorsichtiger, ein leichtes Lächeln auf den Lefzen. Er machte sich kleiner und legte den Kopf etwas schief. “Bist du verletzt?“ , fragte er mit ruhiger und leiser Stimme. Felsensprung blinzelte einmal langsam während er die Fremde erneut musterte. “Die Beeren riechen zwar gut, doch ich verstehe nicht wieso sie eine rote Spur an dir ziehen. Erklärst du mir den Sinn dahinter?“ , fuhr Nebelkrähe neugierig fort.
Felsensprung trat einen Schritt zur Seite, um hinter Sonnenfells Deckung hervorzukommen. Die Kätzin mochte zwar älter sein als er aber er war immer noch ein erwachsener Kater, der seine Kämpfe allein schlagen konnte - psychisch und mental wie physisch. Abgesehen davon war die Kätzin lediglich 2 Monde älter. Seine Schweifspitze zuckte leicht bevor er ebenfalls einen Schritt vortrat. Felsensprung duckte sich weder noch baute er sich vor der Fremden auf. Trotzdem war seine Haltung stolz und sein Kinn erhoben. "Du trägst weder den Geruch des GlutClans noch des BrisenClans oder des NebelClans an dir." , teilte der Kater seine Feststellung mit. Abgesehen davon passte ihr Abbild auch nicht zu einem der Clans. Mit Ausnahme des BrisenClans, der sich zu einer bestimmten Zeit der Blattwechsel schmückte als Andenken an die Gründerin des Clans. Aber auch zu diesem Clan passte ihr Geruch nicht. Zudem war ihr Fell zerzaust, was darauf hindeuten konnte, dass sie alt war. Ja. Aber sie konnte auch von weit her kommen, sodass ihr Fell Widrigkeiten mitgemacht haben könnte. "Dein Weg muss weit gewesen sein, Fremde. Woher kommst du?" , fragte der Kater zwar nicht übermäßig freundlich aber mit ruhiger Stimme. Er hatte keine weiteren Gerüche feststellen können, die auf eine Gruppe hindeutete, mit der die Fremde gekommen sein konnte. Feindseligkeit war in Felsensprungs Augen nicht angemessen, zumal die Kätzin zu alt und gebrechlich wirkte, um sich noch effektiv gegen eine Katzengruppe dieser Größe verteidigen zu können.
der Frostige
Alias — Jacky
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Langsam hob die alte Kätzin den Kopf. Es war keine ruckartige Bewegung sondern wirkte eher als koste selbst diese kleine Bewegung eine Menge Kraft, die ihr längst fehlte. Flach hoben und senkten sich ihre hellen, getigerten, mit roten Beeren bemalten Flanken und der Geruch von Beeren lag schwer in der Luft, vermischt mit Staub und dem Geruch ihres Alters. Ihre Augen schweiften über die versammelten Katzen. Weder hastig noch ängstlich, eher prüfend. Und müde. Lange blickte sie die Versammelten an, machten ihr ihre Augen doch seit längerer Zeit immer mehr Schwierigkeiten.
Dann ertönte ein leises Schnaufen, das fast ein leichtes Lachen hätte sein können.
"Für viele Katzen… viele Stimmen ich höre." , murmelte sie langsam und mit kratziger Stimme. Als hätte sie lange, zu lange geschwiegen und wäre das Sprechen nicht mehr gewöhnt. "Im Fell Furcht ihr tragt… und im Blick Pflicht."
Ihr Blick ruhte lange auf Sonnenruf, die sich an ihrem Platz aufgebaut und für eine Jungkatze geschoben hatte, wanderte weiter zu Maulbeerpfote hinter Sonnenruf, zu Nebelkrähe, der eine geduckte Haltung angenommen hatte und neugierig wirkte, weiter zu Drosselruf und blieb schließlich an Felsensprung haften, der erhobenen Hauptes und mit stolzer Haltung dort stand.
"Verletzt...?" Kaum merklich schüttelte sie den Kopf. "Alt ich bin. Und müde. Alles das ist." Ein Windhauch strich durch die Blätter des Ahnenbaums, unter dessen Ästen sie saß. "Erinnerung Beeren sind." , fuhr sie fort und räusperte sich leicht als ihre Stimme brach. "Für Wege, die gegangen wurden, Zeichen sie sind… und für jene, die irgendwann enden." Schwach zuckte ihre Schweifspitze. "Nicht Blut es ist. Keine Spur für Feinde."
Sie verlagerte ihr Gewicht als sie sich weiter zu den Clankatzen umdrehte. "Von weit ich komme her. Weiter als eure Wälder reichen." Sie atmete einmal durch als würden die Worte sie immer mehr ihrer verbleibenden Kraft kosten. "Ich kommen von weit hinter Berge, dort wo Wind am lautesten heult."
Für einen Herzschlag schloss sie ihre Augen.
"Doch sich trennen Wege. Einer zurück blieb." Kaum hörbar schnaufte sie.
Die Alte öffnete ihre Augen wieder. Noch immer blickten sie die Patrouille trüb aber ruhig an. "Geruch der Gefährten alt ist... und verblasst wie Blattfalllaub." Schwach nickte sie als würde sie sich ihre eigenen Worte bestätigen wollen.
Sie hob ihren Blick zum Ahnenbaum. Es dauerte ein paar Herzschläge bis sie die bunte Farbenpracht wieder vollständig erkennen konnte. "Still es ist hier... In euren Wurzeln Frieden liegt. Ahnen flüstern sanft." Ihre Stimme wurde leiser, nahm aber einen sanften Tonfall an. "Warten ich möchte. Nicht kämpfen."
Dann schwieg sie. Nicht abweisend sondern eher als lausche sie auf etwas, das nur sie hören konnte.
Unbekannte Pfote
Alias — Leitung
Leitung ist Offline
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Es sollte eigentlich eine ganz normale Patrouille werden, die sich dem Ahnenbaum näherte. Doch als sie dort ankamen, erblickte Maulbeerpfote eine Katze, die nicht dorthin gehörte. Sie war abgemagert und ihr hell getigertes Fell hatte schon bessere Tage gesehen. Doch im Fell trug sie rote Bemalungen wie Blut, die nach Beeren rochen. Es war ein seltsamer Moment, in dem die Katzen sich gegenüber standen. Die abgemagerte Katze und die Patrouille des WurzelClans, ehe Sonnenruf die Initiative ergriff und fragte, wer die Katze sei und was sie hier zu suchen hatte, in WurzelClan Gebiet. Nebelkrähe für seinen Teil schien sich mehr für die Bemalungen der Kätzin zu interessieren und fragte danach, während Felsensprung mehr zu sich selbst aufzählte, dass sie keinen Geruch von einem der anderen Clans trug und fragte sie dann, woher sie käme, da ihr Weg weit gewesen sein musste.
Die alte Kätzin antwortete ihnen, als wäre sie nur dafür da, Fragen zu beantworten, ihre Stimme alt und kratzig. Dabei blickte sie so unendlich müde drein, dass Maulbeerpfote ganz traurig wurde. Was die Augen der Kätzin wohl schon alles gesehen und erlebt haben mussten? Auch sprach sie nicht so flüssig, wie die Schülerin es von anderen Katzen gewohnt war.
Als die fremde Katze miaute, sie käme von hinter den Bergen weiteten sich die Augen der Schülerin. ”So weit her…” , murmelte sie ehrfürchtig. Wie lange diese Katze wohl schon unterwegs war? Als sie meinte, dass sich Wege trennten und einer zurückblieb.. Sprach sie da über sich? Die helle Leopardenkätzin legte den Kopf ein wenig schräg und sah die Fremde neugierig an. Sie erklärte, dass der Geruch ihrer Gefährten alt sei, es hier still sei und die Ahnen sanft flüstern würden. Die Ahnen?
”Du kennst den SternenClan?” , stieß Maulbeerpfote verwirrt aus und horchte auf, als sie miaute, sie wolle warten und nicht kämpfen.
Doch auf was warten? Auf ihren Tod? Denn so wie es aussah, würde die alte Kätzin bestimmt nicht mehr lange überleben, empfand die junge Kätzin. Sollten sie ihr vielleicht was Gutes tun, in ihren letzten Herzschlägen? Ihr Wasser oder Fressen bringen? Für sie in ihren letzten Augenblicken da sein und ihr beistehen?
Maulbeerpfote zögerte unsicher, wollte nichts falsch machen und definitiv keine Entscheidung treffen, die die Krieger vor ihr viel eher treffen sollten, als eine kleine Schülerin.
”Hallo. Wie ist dein Name?” , fragte sie mutig heraus und sah von hinter den Kriegern zu der alten Kätzin. ”Ich bin Maulbeerpfote.”
Sie empfand, dass sie, wenn sie nach dem Namen der Katze fragte, auch ihren eigenen sagen sollte, da alles andere unhöflich sei. Ob die Katze überhaupt einen Namen besaß? Und war er auch ein Clanname oder eher wie das eines Hauskätzchens? Oder gar ein gänzlich anderer Name, den sie nicht mal verstehen würde? Ihr Blick glitt kurz zu ihrer großen Schwester Dünenwind, als würde sie Halt suchen wollen, ehe sie zurück zu der Fremden blickte.
Alias — Kadse
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Die Kätzin sprach in einer gebrochenen Sprache. Auch wenn man sie verstehen konnte, so war es ganz klar, dass sie eigentlich eine andere Sprache sprach. Sie berichtete, dass sie von weit herkam und sie erzählte etwas von den Ahnen, woraufhin Maulbeerpfote gleich fragte, ob sie den Sternenclan kenne. Tatsächlich weckte es auch das Interesse von Sonnenruf. Diese beruhigte sich mittlerweile, denn von dieser Katze schien keine Gefahr auszugehen. Zudem erklärte sie, dass sie nicht kämpfen wollte, sondern warten. Aber worauf will sie warten? Kommen ihre Freunde zurück? Oder wartet sie auf den Tod?
Es wäre nicht abwegig, hier beim Ahnenbaum auf die letzte Ruhe zu warten. Sonnenruf trat zur Seite, damit die Gruppe einen besseren Blick auf die Kätzin hatte und es war ja offensichtlich nicht mehr von Nöten, irgendwen zu beschützen: Vorerst nicht.
»Worauf wartest du denn? Kommt deine Gruppe zurück, um dich zu holen? « miaute sie ruhig und blickte kurz an dem Ahnenbaum hoch »Dieser Ort ist unserem Clan sehr wichtig. Ich verstehe, warum du ihn als Ort ausgewählt hast, um zu warten « miaute sie ruhig »Doch es ist nicht in Ordnung, dass du hier bleibst, wir müssen einen anderen Ort für dich finden. Ich bin übrigens Sonnenruf. Das ist Nebelkrähe, Dünenwind, Felsensprung und Maulbeerpfote hat sich ja bereits vorgestellt « fügte die Kätzin hinzu. Sie wollte versöhnlich bleiben, doch hier am Ahnenbaum könnte die Kätzin nicht bleiben. Sollte sie wirklich auf den Tod warten, dann wäre es für Sonnenruf verständlicher, wenn sie bei ihnen im Lager Schutz bekommen würde. Sicherlich würden Braunellenstern und Rindenseele so eine arme, alte Seele nicht von sich stoßen. Sie schien ja freundlich zu sein und letztlich waren sie doch alle Katzen, was sie irgendwie verband. Und auch ihr Leben war es wert, geschützt zu werden. Diese Meinung vertrat Sonnenruf als Kätzin des WurzelClans natürlich.
Alias — Efeu
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Dünenwind hatte sich entspannt am Ende der großen Patrouille gehalten und hatte die Gruppe nach hinten hin abgesichert. Nun stand sie schräg hinter Maulbeerpfote und hielt sich auch hier zunächst zurück und beobachtete.
Die Fremde schien alt, aber keineswegs zerstreut oder senil, auch wenn ihre Erscheinung beinahe skurril wirkte. Sie schien nicht immer allein gewesen zu sein, doch die Spuren ihrer Begleiter waren lange verblasst, nur sie war zurückgeblieben. Dünenwind empfand ihre gesamte Erscheinung absolut harmlos, doch sie würde trotz allem ihre Wachsamkeit nicht völlig ablegen, allein schon weil ihre kleine Schwester hier war.
Sonnenruf begann sogleich das Reden und Dünenwind erschrak beinahe über ihr einschüchterndes Auftreten. Sie schien die Fremde definitiv nicht so schnell als harmlos abstufen zu wollen und so nahm auch Dünenwind etwas mehr Haltung an. Kurz fing sie Nebelkrähes Blick auf, der Besorgnis aber auch so etwas wie Mitleid auszudrücken schien. Sie blinzelte langsam, stimmte ihm wortlos zu, bevor sie sich wieder an die Fremde wandte. Was war ihr widerfahren?
Dünenwinds Fell prickelte vor Neugierde, doch zunächst überließ sie den anderen das Fragenstellen. Dabei war definitiv viel interessantes dabei und die getupfte brannte förmlich auf die Antwort der Fremden. Ihre Stimme war rau und kratzig, als hätte sie lange nicht gesprochen und Dünenwinds Augen weiteten sich vor Mitleid. Wer ließ seine Älteste einfach schutzlos auf fremdem Gebiet zurück? Ihre Worte waren klar, wenn auch langsam und ließen keinen Zweifel daran, dass sie von weit her kam. Sie schien normalerweise eine andere Sprache zu sprechen, doch nun versuchte sie stockend, sich zu verständigen. Dünenwind trat nun näher, stellte sich neben ihre Schwester.
Die Fremde sprach in Rätseln, doch Dünenwind versuchte den Sinn hinter ihren Worten zu greifen. Sie war also unversehrt, nur alt und allein. Ihre Bemalung schien eine Art spirituelle Bedeutung zu haben - und sie konnte die Ahnen flüstern hören. Sie kam von sehr weit her und sie wartete auf etwas. Dünenwinds Herz fühlte sich seltsam schwer an und sie widerstand dem Drang, die Fremde zu trösten.
Maulbeerpfote fragte die Fremde nach dem Sternenclan und stellte sich ihr vor, während Sonnenruf noch immer entschlossen war, sie fortzuschicken, auch wenn ihre Haltung sanfter geworden war. Dünenwind trat langsam vor, stellte sich neben Sonnenruf und stupste ihrer Clangefährtin versöhnlich ins Nackenfell.
“Wenn tatsächlich der SternenClan zu ihr spricht, hat sie vielleicht doch ein Recht hier zu sein“, gab die Kriegerin zu bedenken und wandte den Blick dann erneut zu der fremden Kätzin, freundlich, einladend.
“Warum habt ihr diese wahnsinnig lange und sicher sehr schwere Reise auf euch genommen, du und deine Gruppe?“ , fragte sie freundlich nach und setzte sich nun neben Sonnenruf, den Schwanz sorgsam um die Pfoten gelegt.
Vom Wald gezeichnet
Alias — Haku
Haku ist Offline
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