Gast
Felidae
Einleitung
Willkommen in Felidae, einer Welt voller Abenteuer, Geheimnisse und uralter Traditionen. In den Tiefen des Waldes leben vier mächtige Clans, jeder mit seiner eigenen Kultur und Bestimmung. In diesem Rollenspiel wirst du nicht nur ein Charakter sein, sondern dein ganz eigenes Schicksal formen und Geschichte schreiben - vielleicht sogar die anderer. Mit einzigartigen Talentbäumen, individuellen Attributen und einem innovativen Würfelsystem meisterst du all die Herausforderungen, die dich erwarten. Tritt ein in die Welt von Felidae, wo jede deiner Entscheidungen zählt und das Schicksal der Clans in deinen Pfoten liegt.
Willkommen
Team

Wetter
5 - 11°C

Der Blattfall schreitet stetig voran. Immer mehr Bäume verlieren ihre bunten Kronen, und der Boden ist nun oft bedeckt von einem raschelnden Teppich aus feuchten, rotgoldenen Blättern. Der Wind hat an Kraft gewonnen – kühl und beständig weht er durch das Gebiet und treibt die Wolken vor sich her. Immer seltener lässt sich die Sonne blicken, und wenn sie es tut, dann nur schwach, fast schüchtern. Regen fällt häufiger als zuvor: in langen, dünnen Schleiern oder mit kalten, prasselnden Tropfen. Die Erde ist vielerorts aufgeweicht, Pfoten sinken rasch ein, und die Luft ist durchzogen vom Geruch nassen Laubs und modriger Wurzeln. Die Nächte sind deutlich kälter geworden – ein Vorbote des nahenden ersten Frostes.
Mond 151
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 Borders of stone, hunger of ice, hope of snow
151. Mond, 4. Tag, Sonnenhoch bis Sonnenuntergang

Schneestern

SchneesternSternentänzerin
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#1
06.12.2025, 13:55
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Wo der Regen jede Spur verschlingt

Der Fluss sang heute kein friedliches Lied.

Der Regen fiel in dichten, schweren Schleiern auf das Flussufer nieder, so unnachgiebig, dass selbst Schneesterns dichtes Fell keinen wirklichen Schutz bot. Der Wind trieb den Regen schräg über das Wasser, ließ die Oberfläche unruhig tanzen und verwischte Gerüche, bevor sie sich überhaupt richtig festsetzen konnten. Schneestern stand am Rand des aufgeweichten Ufers, die Pfoten tief im nassen Boden, den Blick flussaufwärts gerichtet. Die Strömung war schneller als gewöhnlich, lauter auch; jeder Herzschlag schien sie daran zu erinnern, dass Flussgeist irgendwo dort draußen verschwunden war.

„Wir beginnen hier am Flusslauf“, miaute sie schließlich, wobei ihre Stimme gegen Wind und Regen ankämpfen musste. „Wir arbeiten uns flussaufwärts vor, bis zur Trauerweide.“ Dort, wo Flussgeist verschwunden war. Dort, wo man sie gefangen hatte. So berichtete es Krähenruf. Bei dem Gedanken schmerzte ihr Herz. 

Ein weiterer Windstoß fuhr durch ihr Fell und lenkte sie von dem Schmerz ab, denn sie tief in ihrem inneren empfand. Sie spannte die Muskeln, um nicht die Balance zu verlieren. Regen sammelte sich in Tropfen an ihren Ohren, rann kalt über ihre Wangen. Doch sie blinzelte nur kurz und sprach weiter. „Von dort aus ziehen wir zum alten Fuchsbau. Die Markierungen müssen erneuert werden, und wir sollten jede Spur prüfen, die uns begegnet.“

Sie wusste, dass der Regen die Beute scheu machen würde, den Boden glitschig und die Luft schwer. Aber der NebelClan hungerte, und selbst schlechtes Wetter war kein Grund, die Suche oder die Jagd aufzugeben. Sie wäre auch bereits früher aufgebrochen, doch als die Sonne aufging, war es zu stürmisch für so eine große Patrouille. 

„Wenn sich unterwegs eine Gelegenheit ergibt,“ fügte sie hinzu, „fangen wir, was wir kriegen können.“
Kurz hielt sie inne, ließ den Blick über die beiden Katzen schweifen, die sie begleiteten. Ihre Augen wirkten ernst, fester als sonst. Nicht aus Härte, sondern aus Entschlossenheit. Sie war entschlossen, ihr Bestes zu geben, um Flussgeist zu finden. Auch wenn die Aussicht darauf sie zu finden, schwindend gering war, wollte sie das noch nicht ganz wahr haben. Auch, wenn sie es besser wissen sollte...

„Wir gehen so weit, wie wir können,“ sagte sie mit einem leisen Knurren gegen den Wind. „Wenn es nötig ist, bis der Mond hoch am Himmel steht. Es darf heute keinen halben Weg geben.“

Der Wind zerrte wieder an ihrem Fell. Schneestern atmete tief durch, den Blick auf die Biegung des Flusses gerichtet, hinter der die Weide lag. Ihr erster Orientierungspunkt, ihr erstes Ziel.

Dann setzte sie die Pfote voran.
Der Regen würde sie nicht aufhalten.

Und ihre Begleiter auch nicht. 
Da war sie sich sicher. 


Angesprochen:

@Eismond

, @Steinherz

Alias — Leni
Leni ist Offline
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Eismond

Eismond
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#2
10.12.2025, 01:10
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Quiet, but reliable support amidst the chaos

Der Regen spiegelte perfekt die Stimmung des gesamten Nebelclans wider.
Der Clan war bestürzt, angespannt und unruhig. Und das lag daran, weil Flussgeist, die zweite Anführerin, gestern von den Zweibeinern gefangen genommen, und verschleppt wurde. Sie wurde vermisst. 

Und heute war es Schneesterns Ziel irgendeine Spur zu finden, um Flussgeist wiederzufinden, so klein und verschwindend gering die Chance dafür auch war. Eismond hatte zugegeben wenig Hoffnung dafür. Katzen, die von den Zweibeinern mitgenommen wurden, blieben in den meisten Fällen verschollen. Aber er verstand natürlich, dass Schneestern es zumindest versuchen wollte. Eismond wollte es ebenfalls, auch, wenn die Schwere seine Brust von innen zerdrückte. Noch mehr aufgrund seiner Sorge um seine Schwester.

Die Tropfen in seinem pitschnassen, weißen Fell waren kalt und ließen ihn schaudern. Das Prasseln des Regens klang unnatürlich laut in seinen Ohren und fühlten sich wie spitze Nadeln in seinem Kopf an die kompromisslos auf ihn einstachen. Eismond plusterte sein Fell gegen den Wind auf und blinzelte sich Regentropfen aus dem Sichtfeld, während sein antarktisblauer Blick über den Fluss wanderte. Sobald Schneestern anfing zu sprechen wandte er den Kopf zu ihr und musterte seine Schwester dabei genaustens. Er nickte zwar nicht, aber er hörte ihr aufmerksam zu, das war mehr als deutlich.

Eismond reagierte nicht, als ihre entschlossenen, eisblauen Augen sich auf ihre Begleiter richtete. In dem Gesicht des Kriegers lag etwas Sanftes. Ein stummes, leises Verständnis, ohne zu bedrängen und ein Ausdruck in seinen Augen der ihr zeigen sollte, dass sie seine volle Unterstützung besaß. Das sie auf ihn zählen konnte. 

Sobald Schneestern sich in Bewegung setzte, wartete Eismond noch einen Augenblick ab und schenkte Steinherz einen flüchtigen Blick, während er darauf wartete, dass dieser vorging. Er selbst wollte als Letzter gehen, so wie immer, und die Gruppe absichern. Trotz des lauten Regens war der Vorteil seiner empfindlichen Ohren eindeutig. Er würde Gefahr von hinten im Zweifelsfall schneller mitbekommen als die anderen beiden. Und das wäre nun erneut eine seiner Aufgaben in der heutigen Patrouille.


@Steinherz @Schneestern
Alias — Connor
Connor ist Offline
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Steinherz

Steinherz
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#3
18.12.2025, 19:09
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waves of hopelessness



Es war kurz nach Sonnenhoch, als die kleine NebelClan Patrouille den Fluss erreichte. Steinherz Fell war bereits bis auf die letzte Haarwurzel durchnässt, er hatte es schließlich aufgegeben, es zum Schutze gegen den stetigen Regenguss aufzustellen. Nun hing es schlaff und tropfend an seinem kräftigen Körper hinab, legte sich kalt auf seine Haut, glich farblich dem wolkenverhangenen Himmel über ihnen.

Die Augen leicht zugekniffen sah der Krieger sich am Flussufer um, ließ den Blick über den aufgeweichten Boden schweifen. Sämtliche Gerüche nahm der Regen mit sich, spülte sie ins Wasser und ließ sie davon treiben wie Blätter im Wind. Der Fluss war wild und ungestüm, eine starke Strömung zerrte am Ufergras und wogende Wellen schwappten hinauf an die Pfoten des Kriegers. Der Graue hob den Blick und warf seinen Begleitern einen knappen Blick zu. Er glaubte nicht daran, dass sie Flussgeist in diesen Wetterbedingungen finden würden. Ehrlicherweise empfand er generell wenig Hoffnung, die zweite Anführerin jemals wiederzusehen. Ein herber Schlag für den gesamten Clan, eine Schwächung, die sich der NebelClan nur schwer leisten konnte. Doch Hoffnungen und Wünsche würden die Kätzin nicht zurückbringen, auch wenn ein Großteil seines Clans sicherlich schon längst mit dem Beten begonnen hatte.

Steinherz prüfte erneut die Luft, senkte den Kopf tief hinab auf die torfige Erde, versuchte jede noch so kleine Geruchsspur aufzunehmen, doch der Regen betäubte seine Sinne. Schneestern rief einige Befehle gegen den Wind und Steinherz hob den Blick leicht an, um ihr in die Augen zu blicken. Entschlossen nickte er und richtete sich nun wieder zu voller Größe auf. Geruchsspuren würden sie heute nicht mehr finden, doch es gab noch andere Arten von Spuren, auf die sie stoßen konnten. Steinherz warf Schneesterns Bruder Eismond einen knappen Blick zu und nickte diesem zu, als er signalisierte das Schlusslicht zu bilden. Der Kater reihte sich zwischen den Geschwistern ein und ließ seinen Blick aufmerksam durch die Landschaft schweifen. Schneestern schien wild entschlossen, diese Suche auszudehnen, bis Mondhoch, wenn es sein musste. Steinherz nickte ihr zu. Er zweifelte stark daran, dass jede noch so lange Suche in dieser Sache Erfolg bringen würde, doch darum ging es im Grunde gar nicht. Es ging um Schneesterns Verpflichtung dem Clan gegenüber und auch um ihren eigenen Seelenfrieden.

“Wir bleiben, so lange wie du es wünscht!“, rief Steinherz ihr gegen den Regen zu und schenkte auch Eismond erneut ein knappes Nicken. Auch, wenn es tausend Orte gab, an denen Steinherz sich gerade lieber aufhalten würde, es käme ihm nicht im Traum in den Sinn, seine Anführerin im Stich zu lassen. Sie würden suchen, bis sie Flussgeist gefunden hatten oder bis Schneestern in der Lage war zu akzeptieren, dass sie nicht zurückkommen würde. Steinherz Pfoten sanken tief in den nassen Boden, brackiges Wasser quoll zwischen seinen Zehen hervor. Spritzwasser hatte längst seinen Pelz besprenkelt, doch seine Augen leuchteten ruhig und entschlossen, während er seiner Anführerin durch den Regen folgte.


@Schneestern @Eismond
Alias — Haku
Haku ist Offline
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Schneestern

SchneesternSternentänzerin
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#4
23.12.2025, 16:14
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Pflicht kennt kein Wetter

Der Regen machte keine Pause.
Schneestern spürte, wie das Wasser ihr Fell schwer machte, wie es sich an ihre Glieder legte und jede Bewegung verlangsamte. Hätte sie kürzeres Fell würde ihr der Regen bestimmt weniger ausmachen, doch sie war an die Gegebenheiten gewohnt, daher verspürte sie keine zusätzliche Last dadurch. Was man nicht kannte, konnte man nicht vermissen... nicht? 

Der Fluss vor ihr war nicht mehr derselbe wie an ruhigen Tagen. Die Strömung zerrte an Treibgut, riss Blätter und Zweige mit sich, ließ das Ufer unruhig atmen. Sie ließ den Blick langsam flussaufwärts gleiten. Keine Spur. Kein vertrauter Geruch. Nichts, das eindeutig auf Flussgeist hindeutete. Wie zu erwarten. Sie verdrängte den Gedanken, als sie stehen blieben. Schneestern senkte den Kopf, schloss für einen Herzschlag die Augen und atmete tief ein. Der Regen wusch vieles fort, ja, aber nicht alles. Zwischen nasser Erde, Wasserpflanzen und kaltem Schlamm lag etwas anderes. Ein scharfer, lebendiger Geruch, kaum wahrnehmbar, aber eindeutig. Beute. Ihre Muskeln spannten sich augenblicklich an. Ohne Hast verlagerte sie ihr Gewicht, trat näher an das Ufer heran und ließ ihren Blick über die Wasseroberfläche gleiten. Der Aal hatte sie nicht bemerkt, denn die Strömung, der Regen, das aufgewühlte Wasser hatten ihn träge gemacht.

Ein schneller Schritt. Eine präzise Bewegung. Schneestern schlug mit der Pfote ins Wasser und zog den glitschigen Körper heraus, ehe er reagieren konnte. Der Aal wand sich kurz, dann lag er reglos im nassen Schlamm. Ein sauberer Fang, mühelos. Fast zu mühelos. Sie blickte auf die Beute hinab, dann kurz zurück zum Fluss. So leicht konnte es sein. Und so schwer. „Zumindest das“, murmelte sie leise, mehr zu sich selbst als zu den anderen. Ihre Stimme ging beinahe im Regen unter. „Der Clan braucht jede Mahlzeit.“ Schneestern hob den Aal auf und trug ihn dicht am Körper. Der Wind zerrte an ihrem Schweif, Regentropfen liefen ihr über die Schnurrhaare, doch ihre Haltung blieb aufrecht.

Der Fluss blieb ihnen zur Seite, während Schneestern sich flussaufwärts bewegte. Nicht nah genug, um die Pfoten zu unterspülen, aber nah genug, um das stetige Rauschen im Ohr zu haben, das selbst den Regen übertönte. Das Ufer wurde schmaler, der Boden fester, durchzogen von freigelegten Wurzeln und glatten Steinen, die unter der Wasseroberfläche trügerisch glänzten. Schneestern hielt das Tempo bewusst gleichmäßig. Kein hastiges Vorpreschen, kein Zögern, außer für Beute. Der Regen nahm ihnen Zeitgefühl und Orientierung, doch genau deshalb durfte sie den Rhythmus nicht verlieren. Immer wieder ließ sie den Blick über das Ufer gleiten, prüfte das Schilf, die dunkleren Stellen zwischen den Steinen, wo sich Beute halten konnte.

Hier war der Fluss ruhiger.
Breiter.
Trügerischer.
Gefährlich... 

Der Geruch von nassem Holz mischte sich unter den von Wasser und Schlamm. Irgendwo knarrte ein Ast im Wind, und das Rascheln im Unterholz klang im Regen lauter, als es war. Schneestern hob kurz den Kopf, sog die Luft ein. Keine eindeutige Spur, aber genug Bewegung, um aufmerksam zu bleiben. Kurz hielt sie inne, legte den Aal ab. „Haltet die Augen offen“, sagte sie ruhig. „Der Regen treibt Beute näher ans Ufer.“ Ihre Stimme war nicht laut, nicht drängend. Mehr eine Feststellung als ein Befehl. Bevor sie den Aal erneut aufhob und weiterging, setzte sie Markierungen. 

Mit jedem Schritt zeichnete sich die Trauerweide deutlicher ab. Zuerst nur als dunkler Schatten im grauen Schleier, dann als massiver Stamm, dessen herabhängende Zweige schwer vom Wasser glänzten. Der Wind ließ sie langsam schwingen, als würden sie den Fluss berühren wollen, ihn beruhigen oder festhalten. Schneestern verlangsamte unmerklich den Schritt, noch bevor sie den Baum erreicht hatten. Dieser Ort war immer mehr gewesen als nur ein Grenzpunkt. Heute lag etwas Gedämpftes in der Luft, etwas, das selbst der Regen nicht fortspülte.

Sie blieb kurz stehen, ließ den Blick schweifen... über das Wasser, den Boden, die Weide, welche vom Regen durchnässt war. Sie legte den Aal ab und sagte: „Von hier aus arbeiten wir uns Stück für Stück vor. Nichts übersehen, nichts erzwingen“, dann setzte sie sich wieder in Bewegung, weiter auf den dunklen Schleier der Trauerweide zu, während Regen und Fluss ihr gleichmäßig folgten. Das glitschige Gewicht erinnerte sie daran, warum sie neben der Suche von Flussgeist trotz allem hier draußen waren. Der Clan brauchte Nahrung. Jetzt mehr denn je. Auch wenn es einfacher gewesen wäre sich nur auf eine Sache zu konzentrieren, konnten sie sich das nicht leisten. 

Und gerade jetzt... wo der SternenClan nicht zu mir spricht... Schneesterns Nackenhaare stellten sich auf. Was war nur los? 

Kurz vor der Trauerweide, dort wo sich Regenwasser in einem Loch sammelte, registrierte sie eine hastige Bewegung. Ein dumpfes Platschen, kaum hörbar im Prasseln des Regens. Schneestern reagierte instinktiv. Sie ließ den Aal einen Herzschlag lang sinken, machte einen schnellen Schritt zur Seite und schlug zu. Der Frosch hatte sie nicht kommen sehen, zu sehr war er mit dem Regen und dem aufgewühlten Boden beschäftigt gewesen. Mit einer kurzen, präzisen Bewegung hatte sie ihn gepackt. Zwei Fänge. Nicht viel, aber genug, um den Frischbeutehaufen ein klein wenig zu entlasten. Sie nahm den Aal wieder auf, den Frosch sicher dazu, und richtete sich auf. Ihr Blick glitt erneut flussaufwärts, hin zu den schweren, herabhängenden Zweigen der Trauerweide.

Zurück zu ihren Gedanken, die sie belasteten. Zu der Wahrheit, die wie eine Gewitterwolke über ihr schwebte. Früher hätte sie jetzt bestimmt etwas gespürt. Ein Ziehen. Ein leises Wissen. Doch da war nichts. Nur Regen. Nur sie selbst. Wir werden Flussgeist nicht finden und auch das Licht der Sterne wird unseren Weg nicht erleuchten. Warum habt ihr uns verlassen? Wieder stellten sich die Nackenhaare der Anführerin auf, die doch sonst so besonnen war. Der Anker ihrer inneren Gelassenheit löste sich. Ohne die Gesellschaft ihrer Ahnen fühlte sich die schneeweiße Katze so anders. War Einsamkeit das richtige Wort? Sie ging zwar auch jetzt nicht allein. Nein. Und doch fühlte sich der Weg an, als würde sie ihn ohne jeden Halt gehen. Dabei war es doch ihr eigener Bruder, der bei ihr war und Steinherz, der sie sogar noch länger in ihrem Leben begleitete. 

Außer Silberlicht konnte sie wohl noch niemanden einweihen, oder? Zu gerne würde sie mit Eismond darüber sprechen, doch diese Last wog zu schwer, wie sie empfand. Zwar waren erst vier, fünf Sonnenhoch vergangen, seit dem sie nichts mehr von jenen gehört hatte, doch jetzt schon trieb es die Anführerin des NebelClans in den Wahnsinn...  




@Eismond, @Steinherz
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Leni ist Offline
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Eismond

Eismond
Posted on:
#5
Vor 9 Stunden
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The rain is relentless

Das knappe Nicken von Steinherz erwiderte Eismond ein wenig zögerlich, aber dennoch entschlossen. Er neigte den Kopf in einem stillen Einverständnis aufgrund von Steinherz’ Ruf, den die Anführerin zwar nicht sehen würde, dafür aber der graue Kater, ehe sie zu dritt losstampften. Eismonds Pfoten hinterließen schmatzende, gedämpfte Geräusche in der aufgeweichten Erde und dem Schlamm. Eismond zwang seine Ohren immer wieder aus der angelegten Haltung heraus, um auch jedes Geräusch erfassen zu können, dass nicht in die regnerische Kulisse gehörte. Aber das war schwieriger als ihm lieb war und vor allem war es so laut. 
Eismonds antarktisblauer Blick huschte ständig von der einen zur anderen Seite, um jeden Laut besser einfangen zu können. Seine rosafarbene Nase zuckte und leicht schüttelte er den Kopf. Er war unruhig. Aber gewillt, eine nützliche Pfote in der Patrouille zu sein. Oder ein nützliches Ohr.

Durch den ständigen Blickwechsel und dem Fakt, dass er nicht erwartet hatte, dass Steinherz plötzlich so abrupt stehen blieb, stieß er von hinten halb in Krieger vor sich. Erschrocken trat Eismond sofort zwei Schritte zurück, als er den nassen, kalten Widerstand spürte. “Entschuldige.”, maunzte der weiße Kater so leise, dass das Wort beinahe vollkommen durch den Regen unterging.
Mit pochendem Herzen versuchte Eismond sich zu beruhigen. Von wegen nützlich. 
Angespannt beobachtete Eismond seine Schwester bei der Jagd und zuckte freudig mit der Schwanzspitze, als sie den Aal erwischte. Er nickte. Sie hatte Recht. Sie mussten versuchen auch etwas zu fangen, während sie unterwegs waren.

Sobald die Truppe sich erneut in Bewegung setzte und sie ein gutes Stück weitergegangen waren, hatte Eismond durch Zufall einen kleinen Anker inmitten des Chaos gefunden. Und zwar Steinherz’ Beine und Pfoten, so merkwürdig das auch klang. Doch trotzdessen, dass Eismond sich eingeschüchtert von dem strengen, rauen und unnahbaren Krieger fühlte war der feste und selbstsicher wirkende Gang komischerweise in diesem Moment eine Hilfe. Die Beinbewegung war gleichmäßig und beständig und hatte dadurch eine beinahe meditative Wirkung.
Auch die Stimme seiner Schwester zwischendurch besaß einen ähnlichen Effekt. 

Eismond setzte ebenfalls Markierungen, aber immer, wenn seine Augen aktiv nach Beute Ausschau hielten, sah er nichts, was er hätte fangen können. Er unterdrückte ein Seufzen. Es würde sich bestimmt noch eine Gelegenheit finden. Einfach abwarten. Ausschau halten, zuhören und Geduld haben.


@Steinherz @Schneestern
Alias — Connor
Connor ist Offline
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Schneestern, Eismond, Steinherz Flusslauf → flussaufwärts → Trauerweide → alter Fuchsbau → Lager


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