the river knows no borders
Die Sonne hatte ihren Zenit lange verlassen und hing nun beinahe träge über dem fernen Horizont. Es war einer dieser selten gewordenen, sonnigen Tage gewesen und die Wärme hing noch in der abendlichen Luft, Vögel sangen freudig ihre Lieder und die Libellen summten geschäftig über das Flussbett. Dämmerlicht genoss den träumerisch schönen Anblick, betrachtete die langen Schatten, die sich spielerisch in den sanften Wellen brachen. Der Fluss war ruhig an diesem Tag, beinahe friedlich. Die junge Kriegerin trat näher ans Ufer, ließ ihre Pfoten von dem kühlen Nass umspielen. Sanft zog die Strömung daran, wie eine stumme Einladung. Gefährlich für jene, die dem Fluss nicht gewachsen waren.
Sie senkte den Kopf hinab und trank ein paar Schlucke, während die Gischt frech um ihre Schnurrhaare tanzte. Grinsend hob sie den Kopf und schleckte sich übers Maul, bevor sie ein paar Schritte am Ufer entlang tappte, bis sie schließlich die Trittsteine erreicht hatte. Recht mittig befand sich ein Stein, der etwas höher über den Fluss hinausragte und der einladend in der Sonne glänzte. Vorfreudig spannte die dreifarbige Kriegerin die Muskeln und setzte hinüber, sprang von Stein zu Stein, bis sie den ausgewählten Trittstein erreicht hatte. Verzückt spürte sie die Sonnenwärme, die immer noch darin gespeichert war und legte sich darauf nieder, ließ den Schweif träge durchs Wasser pendeln. Er war groß genug, dass die schmale Kätzin zusammengerollt darauf Platz finden konnte und seit sie keine Schülerin mehr war, lag sie gerne an diesem vorwitzigen Ort. Hier hatte man eine gute Sicht auf das Territorium des WurzelClans, hörte das Rauschen des Flusses so laut und ungefiltert, wie sonst kaum irgendwo am Ufer und konnte an Abenden wie diesen sogar noch seine Muskeln wärmen. Zufrieden rekelte sie sich auf dem Stein, ließ nun auch ihre Vorderpfoten ins Wasser eintauchen, bevor sie sie wieder auf den Stein absetzte und die Abdrücke bewunderte, die ihre nassen Pfoten hinterließen.
Lächelnd erhob sie sich wieder in eine sitzende Position und ließ ihren Blick über das Wasser schweifen. Warum nicht die Chance nutzen, noch etwas Beute mit nach Hause zu bringen? Regungslos saß sie nun auf dem Stein, elegant den Kopf erhoben und unbewegt ins Wasser starrend.
Alias — Haku
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"Hello there, something fun to see?"
Mehrere Tage waren vergangen. Nebelkrähe hatte sich nicht mehr zum Fluss aufgemacht gehabt. Nicht, weil er ihn mied, sondern weil er sich erholt hatte. Zunächst war er auf Fichtenstern getroffen. Diese fliegende Schlange hatte einen wilden Biss und die Nebelkrähe verdankte es lediglich einem flammendem Fuchs, dass er noch lebte und heile davon kam. Kurz darauf war er auf Wind getroffen am Ahnenbaum, wo sie in die ewigen Jagdgründe überging – wie sie es nannte. Und schließlich...
Der Kater schloss die Augen, als er an die Überreste des Kampfes dachte. Er war gegangen und hatte nach dem Ahnenbaum gesehen. Natürlich hatte er es gehört, den Worten gelauscht und die verwundeten Katzen gesehen. Und dennoch... Dennoch war da die Hoffnung, dass nicht alle Kerben verloren waren. Der Ahnenbaum nicht alleine weinte und dort etwas war.
Langsam hob Nebelkrähe den Kopf wieder und blinzelte der Untergehenden Sonne entgegen. Die Welt wanderte weiter, sie hielt nicht inne von den Geschehnissen und so tat es auch die Krähe. Sie wusste, alles würde wieder gut werden – doch dafür musste der Weg weiter gegangen werden. Auch im Ahnenbaum hatte sie die Hoffnung neben der Trauer wahrgenommen und wusste, dass sie alle gestärkt aus dem heraus gehen würden.
Und so wollte er schauen ob er die schwarze Kätzin traf. Ob er sie sah und mit ihr reden konnte. Oder zumindest erkennen, dass es ihr gut ging.
Seine Pfoten glitten aus dem Wald in die Weite. Die blassen Blattgrünen Augen sahen Erwartungsvoll über das was sich vor ihm erstreckte. Gras, das letzte Treiben bevor die meiste Beute sich schlafen legte – einige für längere Zeit. In der Ferne einige Sträucher und Bäume, und wenige Katzensprünge vor ihm der Flusslauf.
Zu diesem wanderte er, so wie einst mit Dünenwind. Unter dem Pelz kribbelte es in freudiger Erwartung. Nebelkrähe hatte das Gefühl, dass er definitiv jemanden finden würde. Nur ob es auch wirklich die Alte war?
Darüber machte sich das sonnige Gemüt keine Gedanken. Die Schritte wurden schneller und hielten inne als er ankam. Jedoch war der Fluss leer. Sein Schwanz schnippte, der Kopf legte sich zur Seite. “Na so was...“ , maunzte er bevor er beschloss dem Flusslauf zu folgen.
Seine Idee zahlte sich aus, denn schon bald sah er eine Gestalt. Die Katze hatte vom Körperbau Ähnlichkeiten mit der alten Krähe, doch ihr Fell war so anders. Nebelkrähes Interesse war dennoch geweckt. Seine Schritte wurden schneller, während der erhobene Schwanz zitterte.
“Was gibt es da interessantes?“ , rief er bereits herüber, bevor er die Katze noch erreichte. “Ist vielleicht ein Vogel vorbei getaucht?“ Setzte er die Frage fort, bevor er am Rand zum Fluss innehielt und seinen Hals reckte, als könnte er von seiner Position ausmachen, was die fremde Katze da so genau beobachtete.
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Die Sonne verlor allmählich an Kraft, aber Dämmerlicht spürte ihre zaghafte Wärme ihr Fell durchdringen. Die Wellen umspülten träge den Stein, auf dem die Kriegerin saß. Der Fluss war ruhig heute. Friedlich. Dämmerlichts Augen tasteten sich über die Oberfläche, auf der Suche nach feinen Bewegungen, nach Unterbrechungen in dem natürlichen Laufe des Wassers, die auf Beute hinweisen würden. Doch bevor sie etwas entdecken konnte, erweckte etwas anderes, weitaus spannenderes ihre Aufmerksamkeit.
Auf WurzelClan Seite näherte sich ein großer, langhaariger, schwarzgrauer Kater, der ohne Scheu auf den Fluss zu tappte und Dämmerlicht interessiert ins Visier nahm. Die Kätzin erhob sich ebenso neugierig und hob grüßend den Schweif. Bei seinen Worten stutzte sie einen Moment lang, als würde ihr Verstand darüber stolpern, bevor sich die Lefzen zu einem kecken Grinsen verzogen. Vögel im Wasser! Na warte, du Witzbold!
“Kaninchen. Haufenweise. Sie üben das Tauchen! Das machen sie immer um diese Zeit. Noch nie gesehen?“ , rief sie herüber und zuckte belustigt mit der Schweifspitze. Während sie ihm die Möglichkeit gab, seine Antwort zu überlegen, musterte sie den fremden Kater genauer. Sein Fell war lang und dicht, seine Augen wirkten freundlich. Sie hatte ihn noch nie bewusst wahrgenommen, doch etwas an seiner äußeren Erscheinung kam Dämmerlicht bekannt vor. War das womöglich der Kater, der Krähenruf aus dem Fluss gezogen hatte? Dämmerlicht hatte Wieselfeuers aufgebrachten Bericht wiederholt durchs Lager schallen hören. Wie zwei WurzelClaner an der Grenze Stress gemacht hatten und wie sich ein langhaariger, schwarzer Idiot ins Wasser gestürzt und sich zum Retter aufgespielt hatte. Dämmerlichts Schnurrhaare zuckten kaum merklich, während sie den schwarzen Kater offenherzig ansah. Er wirkte eigentlich nicht, wie ein Unruhestifter. Doch ehrlicherweise auch nicht, als könne er besonders gut schwimmen. Nun ja, ein Versuch war es wert.
“Du bist Nebelkrähe… stimmts?“ , fragte sie also frei heraus und stellte sich nun auf alle Viere, sich ihm neugierig zugewandt.
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"Let me see, let me see!"
Neugierig machte sich der Kater immer länger und hielt erst inne, als die dreifarbige ihn ansah. Grüßend hob sie den Schweif, woraufhin die Nebelkrähe freundlich zurück blinzelte. Sie wirkte nett, nicht so wie die zwei kratzbürstigen Katzen vor vielen Nächten. Das fand Nebelkrähe toll. Er mochte freundliche Katzen sehr. Sicher hatten auch die kratzigen etwas, sonst hätte der Sternenclan sie nicht so feurig gemacht... Aber die netten waren eben einfach... anders. Leichter und umgänglicher. Es machte mehr Spaß.
“Kaninchen. Haufenweise. Sie üben das Tauchen! Das machen sie immer um diese Zeit. Noch nie gesehen?“ , rief die helle Stimme zurück. Sofort weiteten sich die Blattgrünen Augen der Krähe und der Kopf wurde wieder herum gerissen. “Ehrlich?“ , stolperte die Stimme der Freude über sich selbst. Der Schwanz zuckte in die Höhe und vibrierte vor neugieriger Anspannung. Lange ließ der Kater nicht auf sich warten. Sofort sprang er die Böschung hinab und näher an das Wasser, hinüber zu einem Stein und näher an die fremde Kätzin. Es wirkte, als würde er sich keine Sorgen darum machen dass sie ihm unfreundlich gesinnt war. Vielleicht scherte er sich auch gar nicht darum.
In Wahrheit hatte Nebelkrähe für diesen Moment den einstigen Zwist vergessen. Immerhin war es ein Fluss, kein Territorium. Er grenze beide Territorien von einander ab und gehörte allen – so wie Nebelkrähe es einst versucht hatte zu erklären.
Und jetzt tauchten auch noch Kaninchen darin! Sie übten es und immer wieder zu derselben Zeit! Das musste er einfach sehen! Wenn er doch schon hier war, war dies doch die beste Gelegenheit. Er hatte ja schon ein Kaninchen im Wald, am Lichthain gesehen. Zwar hatte Hoppelsprung diesen nicht gefangen, allerdings war Nebelkrähe sich sicher, dass dieses Kaninchen dort noch immer lebte.
Und vielleicht ging es hier auch tauchen?
Vielleicht erzählte es gar seinen Freunden von seinem neuen Ort an dem es lebte und es würden noch mehr folgen.
Dann könnten sie bald auch versuchen Kaninchen zu jagen! So wie der windige Brisenclan. Dieser Gedanke erfreute den Kater und spornte ihn noch mehr an nach diesen Kaninchen Ausschau zu halten. Wieder rückte der Kopf nach vorne, reckte sich mal links, dann rechts. Er drehte sich in der Seite und sah woanders hin. “Aber wo denn? Ich sehe sie nicht.“ , maunzte er aufgeregt, zugleich etwas enttäuscht. “Weißt du, ich habe letztens ein Kaninchen im Wald gesehen! Leider hatte Hoppelsprung es nicht erwischt, sicher soll es in seinem Bau mehr Nachwuchs zur Welt bringen und dann hüpfen sehr bald noch viel mehr dieser süßen Stubsnasen im Wald herum.“ , plapperte er zum Zeitvertreib während er die nächste wilde Verdrehung unternahm um eines der Hoppler zu finden. “Also, vielleicht tauchen hier ein paar mehr.“
Schließlich hält der Kater inne, hebt den Kopf blinzelnd als sei er zur Besinnung gekommen und meinte dann: “Glaubst du, sie wollen ihre Art des Lebens ausweiten?“ Lange sahen seine Augen in das Angesicht der Fremden Kätzin. Er meinte es vollkommen ernst. Das war wahrscheinlich das Erschreckenste für viele andere Katzen die er traf und die ihn noch gar nicht kannten.
“Ich sehe sie hier nicht. Kannst du mal Platz machen?“ , fragte er schließlich und setzte bereits zum Sprung an. Nun war die Nebelkrähe nicht mehr aufzuhalten. Er schob sich etwas unbeholfener zu ihr auf den Stein und lugte über ihren Rücken hinweg ins Wasser. Tauchten sie vielleicht so tief, dass er sie gar nicht sehen konnten? Oder veränderte sich eventuell die Fellfarbe von Kaninchen im Wasser?
“Du bist Nebelkrähe... stimmts?“ , fragte die Stimme plötzlich frei heraus und stellte sich hin, woraufhin der Stein deutlich enger wurde. Fast schon ohne nachzudenken, rückte der Kater mit dem Oberkörper zurück, versuchte etwas Abstand zwischen sie zu bringen und blickte sie irritiert an. Nebelkrähe blinzelte. Einmal und noch mal. Dann öffnete er sein Maul, schloss ihn wieder, nur um ihn wieder zu öffnen: “Ja... Woher... Woher weißt du das? Sind wir uns schon einmal begegnet?“ Prüfend glitt sein Blick über die Kätzin vor ihm. Nein, an dieses Fell erinnerte er sich wirklich nicht. Nur die Statur.. Sie erinnerte ihn an etwas.
Plötzlich maunzte er: “Du bist viel netter als die anderen zwei Gesellen.“
In seinem Kopf tauchten die Bilder von der schwarzen alten Kätzin wieder auf, die hilflos im Wasser paddelte und nicht heraus kam. Dann von ihrem goldäugigen, scharfzüngigen Kater mit seinem weiß-schwarzem Pelz der irgendwie hilflos daneben stand. Nebelkrähes Blick wurde traurig, voller bedauern, dann nachdenklich. Ob es ihr gut ging? Ob diese Kätzin sie kannte?
“Kennst du eine alte schwarze Krähe und einen garstigen schwarz-weißen Kater? Ziemlich Kratzbürstig das Duo.“ , maunzte er als würde es keine Konsequenzen geben. Interesse und Hoffnung flackerte in seinen Augen auf.
Wenn diese Kätzin sie kannte, dann konnte sie ihm vielleicht sagen ob die Alte es geschafft hatte? Und wie es ihr ging. Er musste es wissen. Es ließ ihm einfach keine Ruhe.
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Der Kater streckte sich immer weiter vor, machte sich noch größer und versuchte fieberhaft zu erkennen, was Dämmerlicht da im Wasser beobachtete. Belustigt zuckten ihre Schnurrhaare bei dem ulkigen Anblick. Hatte er noch nie eine NebelClan Katze beim Fischen gesehen? Grinsend musterte sie den Fremden, dessen grüßende Worte sie als lässigen Scherz abgetan hatte. Doch als sie nun ihrerseits mit einem kecken Spruch antwortete, weiteten sich ihre Augen erstaunt über seine Reaktion. Er schien sie völlig für voll zu nehmen, erfreut sprang er näher, die Augen vor Aufregung geweitet und den Schweif zitternd zu voller Größe erhoben. Dämmerlicht traute ihren Augen kaum.
Oh nein, du armer naiver Kerl! , dachte sie ehrlich mitfühlend, als der Kater den ersten Trittstein besprang und beinahe hektisch suchend ins Wasser starrte. Unruhig tapste er auf dem Stein herum, drehte sich von links nach rechts und starrte beinahe sehnsüchtig ins Wasser. Dämmerlichts Inneres verkrampfte sich, bei dem Versuch, ihn nicht auszulachen. Nahm er sie auf die Pfote? War er einfach ein verdammt begabter Schauspieler? Doch diese Enttäuschung in seinen Augen, die konnte er doch nicht spielen… oder? Er wollte wirklich die Kaninchen sehen, die dort unten tauchten!
Dämmerlicht beobachtete, wie er sich immer wieder auf dem Stein herumdrehte, mit hochgerecktem Kopf ins Wasser starrte und munter vor sich hinplapperte. Er erzählte, dass sie auch im Wald hin und wieder Kaninchen sahen und Hoppelsprung das letzte leider nicht gefangen hatte. Bei dem Gedanken an den freundlichen Kater hellte sich ihre Stimmung noch weiter auf. Schön zu hören, dass es dem gutmütigen Kerl gut ging. Der Schwarzgraue suchte unterdessen weiterhin rastlos die Flussoberfläche ab. Dämmerlichts Schnurrhaare zuckten amüsiert, als ihr mehr und mehr klar wurde, was sie angerichtet hatte. Wie sollte sie diesen unglaublich reinherzigen, gutgläubigen Kater denn nun enttäuschen?
Dieser hielt plötzlich inne und starrte sie an, stellte eine Frage, die sie ihm unmöglich beantworten konnte, ohne ihre Fassung zu verlieren. “Glaubst du, sie wollen ihre Art des Lebens ausweiten?“ Dämmerlicht blinzelte einmal, hob langsam das Maul zu einer Antwort, da schockte der Kater sie erneut mit seinen Worten:
“Ich sehe sie hier nicht. Kannst du mal Platz machen?“ Erneut riss sie das Maul auf zu einer Antwort, doch der Kater spannte bereits die Muskeln an. Mit einem quiekenden Aufschrei zog sich Dämmerlicht so weit wie möglich an den Rand des Steines zurück, damit der muskulöse Kater neben ihr landen konnte.
“Wenn du mich ins Wasser wirfst, dann schmeiße ich dich hinterher!“ , knurrte sie, doch ihre blitzenden Augen verrieten, dass sie es nicht böse meinte. Der Kater starrte währenddessen weiterhin aufs Wasser und Dämmerlicht drehte sich vorsichtig um, bis sie neben ihm stand. Seite an Seite starrten sie ins Wasser.
“Jetzt fällt es mir wieder ein! Ich wollte sie schon einmal jemandem zeigen, doch derjenige konnte sie auch nicht sehen.“ In gespielter Enttäuschung fing sie seinen Blick auf, sah dann wieder hinab ins Wasser, als könne sie die Kaninchen immer noch dort unten sehen.
“Anscheinend können nur NebelClan Katzen sie sehen. Es sind die Seelen von verstorbenen Kaninchen, die im Fluss ertrunken sind. Jeden Abend kommen sie her, an den Ort ihres Todes. Aber sie wirken glücklich. Es geht ihnen gut“ , murmelte die Kätzin, so als wäre sie ganz gefangen von dem Anblick. Aus dem Augenwinkel jedoch beobachtete sie ganz genau die Reaktion ihrer zufälligen Bekanntschaft. Hatte sie ihn täuschen können? Würde er nun überall von den Geisterkaninchen im NebelClan Fluss erzählen? Dämmerlicht wandte kurz den Blick ab, damit er ihr Grinsen nicht sah.
Doch zurück zu ihm, sie hatte ihn tatsächlich richtig erkannt. Zufrieden registrierte sie seine Überraschung, doch seine Fragen konnte sie gar nicht so schnell beantworten, wie er sie stellte. Also übte sie sich in Geduld und ließ den lebensfrohen Kater erst einmal aussprechen, bevor sie ihn schnurrend ansah.
“Ja, die beiden kenne ich sehr gut! Krähenruf, die schwarze Älteste ist meine Großmutter. Also warst du der Kater, der sie aus dem Fluss gezogen hat?“ , Dämmerlicht musterte ihn noch einmal, wobei ihr Blick an seinem außergewöhnlich langen Fell hängen blieb. Dieser Kater sollte geschwommen sein wie ein Fisch? Dämmerlicht konnte sich nur schwer vorstellen, wie ein solcher Pelz nass irgendeine koordinierte Schwimmbewegung zulassen sollte. In ihrer Vorstellung sog er sich voll und zog den armen Träger rettungslos in die Tiefe… Neugier blitzte in ihren Augen auf.
“Dafür danke ich dir sehr.“ , sagte sie ehrlich und stupste den Kater dankbar mit ihrer rosa Nase an. Dann grinste sie über seine weiteren Worte.
“Der garstige schwarz-weiße Kater heißt Wieselfeuer. Er hat die Geschichte erzählt, wie du dich zum Retter aufgespielt und ihm die Show gestohlen hast!“ , schnurrte sie grinsend, bevor sie die leichte Sorge in seinem Blick bemerkte. Schnell fügte sie hinzu:
“Oh, Krähenruf geht es prima. Sie war ein wenig unterkühlt und erschöpft und dadurch noch übellauniger als sonst!“ , sie grinste vielsagend, als sie an die liebenswerte Älteste dachte. “Aber jetzt ist sie wieder auf den Beinen und ab und zu erzählt sie von dir!“ Verschwörerisch zwinkerte sie dem Kater zu, den Krähenruf gerne als ihren unfreiwilligen Retter beschrieb. Ein Kater, der nach Frühling roch… und nach Ärger. Beinahe beiläufig schnupperte Dämmerlicht an ihm, um zu sehen, ob sie Recht hatte.
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"No show, no savior - simply a cat"
“Wenn du mich ins Wasser wirfst, dann schmeiße ich dich hinterher!" , knurrte die Kätzin. Doch Nebelkrähe war so beschäftigt mit dem Suchen, dass er seine Antwort dachte statt zu sprechen: Kein Problem. Ich schwimme nämlich wie ein Fisch! Ein breites Grinsen zog sich dabei über das Maul und versonnen entglitt ihm ein Schnurren.
Versunken in der Tätigkeit, holten ihn ihre nächsten Worte wieder ein. Sie wollte also diese Kaninchen schon einmal jemanden zeigen, doch er konnte sie nicht sehen.
Es war als hätte Dämmerlicht einen dieser Zauberschalter der Zweibeiner umgelegt. Die aus Dunkelheit Licht machen konnten. Denn plötzlich hielt der Kater in den Bewegungen inne und erstarrte.
Sie.. Wollte sie schon einmal zeigen, doch die andere Katze konnte es nicht sehen?
Aber... Wieso?
Er.. Er wollte doch.
Es wurde schwer um das Herz der Nebelkrähe.
Nur für ein paar schwere, traurige Atemzüge. Denn schon erläuterte die dreifarbige, dass anscheinend nur NebelClan Katzen sie sehen konnten. Denn es waren Seelen von verstorbenen Kaninchen, die im Fluss ertrunken waren.
Nun ereilte ihn neben der Enttäuschung noch die Trauer.
Erst als sie sprach, dass sie glücklich wirkten und es ihnen gut ging, sah er sie nicht mehr ganz so bemitleidenswert an.
“Achso?“ , die Stimme klang hohl. Leer, wie der Hall eines Rufes in einem Loch. “Das klingt aber dennoch irgendwie traurig. Wirken ist nicht Sein.“ , maunzte er überraschend Altklug. Dann setzte er etwas abwesender hinzu: “Ich wünschte ich wäre eine NebelClan Katze.“
Dies hatte sicher noch nie eine Katze ausgesprochen. Und dann auch noch aus diesem simplen Grund um die Seelen toter Kaninchen im Fluss schwimmen zu sehen.
So wie die Trauer über ihn eingebrochen war, schnippte er mit dem Schwanz und fand wieder zurück in das sonnige Selbst.
Als er sie auf Krähenruf und Wieselfeuer ansprach – die er da noch nicht beim Namen kannte – bejahte sie seine Hoffnung und sein ganzes Gesicht erhellte sich.
Krähenruf. So hieß die alte Dame also. Und sie war ihre Großmutter. Alles klar. Das konnte er sich merken. Zufrieden schloss er die Augen und nickte mit dem Kopf, bis die Worte wirklich bei ihm ankamen. Er riss die Augen wieder auf und sah sie erschrocken, überrascht und neugierig an:
“Deine Großmutter?“ , kam es ungezügelt heraus und er übersprang ihre Frage. Nebelkrähe ignorierte gekonnt, dass Dämmerlichts Blick sich an seinem Fell verhing. “Ich hatte nicht gedacht dass sie so alt sei...“ gedanken übersprangen. Sie tanzten und Szenarien hüpften herum. “Kennt sie Plattgesicht? Ist sie so alt wie Plattgesicht? Kannte sie dann.. Kannte sie..“ , der Kater verhaspelte sich. Ordnete sich.
Fragen sind gut. Zu viele nicht.
Wind. Der Wind frischte auf, trug die Erinnerungen von Wind zu ihm und er verstummte. Sein Blick legte sich etwas. Ein trauriges, leichtes Lächeln und nicken.
Ihre Stimme war etwas fern, als sie weiter sprach. Sie dankte ihm und erklärte wer der garstige schwarz-weiße Kater war. Dass er die Geschichte erzählte, das... war schon klar. Allerdings, hätte er gedacht er würde sie anders erzählen. Zumindest hatte es am Fluss so geklungen. Die Show gestohlen.
Im Blick der Krähe veränderte sich etwas. Er wurde abweisender, unfreundlicher. Es passte nicht zu dem pelzigen Kater. “Es gab keine Vorführung.“ , maunzte er trotzig. “Es ging hier um ein Leben! Ein Katzen leben!“
Nebelkrähe hatte das Leben Dünenwinds auf das Spiel gesetzt um eine Fremde zu retten. Sofort zog sich der Pelz über den Augen zurück. Der Kater sah erschrocken aus. Eingeholt von Erinnerungen.
Sofort drehte er sich um und sprang vom Stein fort, weg von Dämmerlicht. Seinen Schwanz zog er nah an sich, während er ihr den Rücken zeigte. Er brauchte diesen Moment.
Es war schwer für ihn, zu akzeptieren, dass dieser Wieselfeuer darüber sprach als sei es nichts, während er noch immer versuchte im reinen darüber zu werden, dass er Dünenwind gegen Krähenruf eingetauscht hätte. Eine Katze des WurzelClans gegen eine Alte des NebelClans.
Nicht, dass Leben gegeneinander aufgewogen werden konnten. Dies war schier unmöglich – für ihn zumindest.
Und doch war es eine schwere Bürde.
Erst als die dreifarbige wieder von Krähenruf sprach und ihm erzählte dass es ihr gut ging, drehte er sich wieder herum. So gleich lauschte er neugierig, kam wieder näher und sprang zurück zu ihr. “Noch Übellauniger? Aber wie kann sie das nur sein, da sie doch besser schwimmt als die halbe Kinderstube.“ , gluckste er belustigt über den Umstand, dass es ihr wohl so gut ging, dass sie sehr bald wieder ihrem Eifer nachging.
Zufrieden schnurrte der Kater und schloss die Augen, bekam so nicht mit, dass Dämmerlicht an seinem Fell schnupperte.
Geistes abwesend sprach er: “Nach Frühling... Und nach Ärger.“
Sobald Nebelkrähe die Augen wieder öffnete, lag eine weiche Wärme in ihnen wie zuvor auch. “Und.. Wie heißt die Enkelin von Krähenruf? Ich würde dich gerne ansprechen können – wenn ich darf. Und..“
Verlegen hielt er inne, schob mit der Pfote über den Stein imaginäre Dinge, malte Kreise, während sein Blick kurz davon wanderte bevor er wieder zu ihr sah: “Und vielleicht magst du ihr sagen, dass ich froh bin zu hören, dass es ihr gut geht? Bitte...“
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Verflucht, sie hatte ihn traurig gemacht. Sie sah es an seiner Haltung, den herabhängenden Schultern und dem Blick in den hellen Augen. Er sah aus wie ein Junges, welches von seiner Mutter zurechtgewiesen wurde. Zunächst enttäuscht, dann regelrecht betroffen. Dämmerlicht musterte den Kater mitleidig und stellte in diesem Moment fest, dass sie noch nie zuvor jemandem wie ihm begegnet war.
“Klar, ein bisschen traurig ist es. Aber sie sind nach dem Tod wieder vereint, genau wie wir, wenn wir uns dem SternenClan anschließen. Das ist doch schön, oder?“ , versuchte sie ihn aufzumuntern, während er abwesend vor sich hin murmelte: “Ich wünschte, ich wäre eine NebelClan Katze.“
Einen Moment lang starrte Dämmerlicht ihn an, so als würden tatsächlich tote Kaninchen um ihn herum schwimmen. Das hatte sie noch nie einen Clanfremden sagen hören. Es erfüllte sie unerwartet mit Stolz, auch wenn der Grund dafür denkwürdig banal war. Er wollte tote Kaninchen im Fluss schwimmen sehen, die nur eine NebelClan Katze sehen konnte. Hach, Dämmerlicht, was hast du angerichtet?
Doch so schnell ihn die Seelen verstorbener Kaninchen traurig gestimmt hatten, so schnell fand er auch wieder zu seiner Frohnatur zurück. Er schien überrascht, dass er ausgerechnet Krähenrufs Enkelin über den Weg gelaufen war und Dämmerlicht schnurrte belustigt über seine nächsten Worte.
“Ja, sie ist tatsächlich älter als man oft meinen könnte. Sie ist noch überraschend fit und sehr scharfzüngig!“ , erklärte sie versonnen schnurrend. Ihre Augen zeigten deutlich, wie sehr sie an der kratzbürstigen Ältesten hing. Dass sie hin und wieder ihren Enkel mit ihrem Sohn verwechselte und manchmal Zeug von sich gab, welches man besser nicht zu genau hinterfragte, ließ Dämmerlicht getrost aus. Sie wurde langsam alt, das ließ sich nicht leugnen… Doch es war erfrischend zu hören, dass sie nach außen hin noch jünger wirkte, als sie es war.
Nebelkrähe plapperte unterdessen weiter und Dämmerlicht musste einen Moment nachdenken. Plattgesicht?
“Ist das einer eurer Ältester? Dann kennen sie sich ganz bestimmt. Du weißt doch wie die Ältesten auf den großen Versammlungen sind. Sitzen immer zusammen und schnattern über alte Zeiten. Früher war alles besser. “ , grinsend sah sie den schwarzgrauen Kater an, dessen Stimmung irgendwie schon wieder zu kippen schien. Dämmerlicht legte die Ohren zurück. Sie fand aber auch immer genau die falschen Worte!
Seine Haltung veränderte sich, wurde angespannter, in sich gekehrter. In Seinen Blick mischte sich etwas, was dort vorher nicht gewesen war. Er schien abweisend und Dämmerlicht machte zögernd einen Schritt auf ihn zu. Seine Worte trafen sie ein wenig.
“Es gab keine Vorführung. Es ging hier um ein Leben! Ein Katzenleben!“ , sprach er und Dämmerlichts Blick wurde weicher, dann beinahe ruhelos, als er einen Stein weiter sprang und Abstand zwischen sie brachte. Dämmerlicht tappte näher ans Wasser und starrte auf seinen Rücken, fühlte sich plötzlich zu heiß unter ihrem Pelz. Ihre Pfote tappte ins Wasser, wurde von den Wellen umspült, doch sie bemerkte es kaum.
“Ich weiß, was du getan hast und dafür bin ich dir dankbar. Weißt du, es wäre Wieselfeuers Aufgabe gewesen, seine Clangefährtin aus dem Wasser zu ziehen. Doch er war zu langsam und musste sich damit abfinden, dass du heldenhaft eingesprungen bist. Er ist viel zu stolz, dass zuzugeben.“ , erklärte sie ihm und hoffte, dass er verstand, wie dankbar sie ihm war für seine selbstlose Tat.
“Er erzählt die Geschichte so, dass er möglichst gut dasteht. Ich wollte dich nicht verletzen, tut mir leid!“ , maunzte sie zu ihm herüber und fragte sich nicht eine Sekunde lang, warum ihr die Gefühle eines Clanfremden überhaupt wichtig waren. So war sie eben. Und die Trauer in seinen Augen berührte sie mehr, als sie sollte.
Endlich drehte er sich wieder zu ihr herum und war sie zuvor noch erschrocken gewesen, als er sich zu ihr auf den Stein quetschte, so begrüßte sie ihn nun erleichtert schnurrend und machte ihm bereitwillig Platz. Das Leuchten war in seine Augen zurückgekehrt und er schien sich ehrlich zu freuen, dass es Krähenruf gut ging. Dämmerlicht grinste vielsagend.
“Sie schwimmt besser als die halbe Kinderstube? Das kann ich bestätigen!“ , stimmte sie lachend zu und drehte sich so, dass sie den Kater bequem anschauen konnte. “Das ist ehrlicherweise aber keine besonders hohe Hürde, denn die Jungen können alle noch nicht gut schwimmen!“ Grinsend musterte sie den Kater und während sie an ihm schnupperte, um zu testen, ob ihre Großmutter Recht hatte mit ihrer Beschreibung drangen seine gemurmelten Worte an ihr Ohr. Überrascht und ein wenig ertappt sah sie ihn an.
“Genau! So hat sie deinen Geruch beschrieben! Also den Ärger kann ich nicht bestätigen!“ , schnurrte sie grinsend und schnupperte nun erneut an ihm, dieses Mal beinahe übertrieben. “Und Frühling? Eher Herbstlaub. Und Moos. Bei euch ist überall Moos.“
Grinsend sah sie ihn an, freute sich über das warme Leuchten in seinen Augen. Freundlich blinzelte sie ihm zu.
“Dämmerlicht. Ich heiße Dämmerlicht.“ Sie beobachtete, wie er verlegen mit der Pfote spielte, bevor er erneut aufsah und sie bat, Krähenruf auszurichten, dass er sich freute, dass es ihr gut ging, Die Dreifarbige nickte entschieden.
“Klar, sie freut sich sicher, von dir zu hören. Sie schwärmt immer noch von dir!“ Neckend stupste sie ihn an und hoffte, so ihre harschen Worte von eben wieder gut zu machen.
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"Am I smelling like danger, 'cause I planned to help?"
Wieselfeuer. Den Namen würde sich Nebelkrähe gut einprägen. Doch wofür genau? Dass der Kreis um diesen Kater großer würde? Damit er den Kater benennen konnte, der nichts als bissige Worte hatte? Nein. Nicht wirklich. Vielleicht um mit den Ahnen zu sprechen und dem armen Kater zu helfen etwas mehr Vernunft anzunhemen – oder so. Vielleicht aber auch, damit er einen Namen hatte um diesen Kater bei einem eventuellen nächstem Treffen samt Auseinandersetzung direkt anzusprechen.
Nebelkrähe mochte es, wenn er wusste mit wem er es zu tun hatte. Und die anderen Katzen beim Namen nennen konnte.
Die ausufernden Erläuterungen nahm der Kater mit einem Schnippen des Ohres wahr. Und doch schwieg er. Er hatte andere Dinge die drängender waren.
Als er von Frühling und Ärger sprach, bestätigte Dämmerlicht, dass Krähenruf seinen Geruch so beschrieben hatte. Langsam blinzelte der Kater und dachte an das Gespräch mit Lebenstraum, während das Schnurren der NebelClan Katze seinen Lauf begleiteten. Ihre Worte widersprachen die seiner Großmutter und die Kätzin empfand eher, dass er nach Herbstlaub und Moos roch. Langsam neigte die Krähe ihren Kopf zur Seite und überlegte. Das Warme verlor sein Blick dabei nicht.
“Dämmerlicht.“ , wiederholte er leise, während sein buschiger Schwanz über den Felsen glitt und ihn einem Staubwedel langsam und bedächtig streichelte. Für einen Herzschlag zweifelte er, ob Krähenruf wirklich noch von ihm schwärmte. “Das sieht der Kratzigen gar nicht ähnlich.“ , murmelte er nachdenklich ohne sich selbst gewahr zu sein, dass er es laut aussprach. Schließlich entglitt ihm ein Laut der einem klaren: 'Was soll's' gleich kam.
Wieder erfasste ihn eine gewisse Unruhe. Und das wo er doch sonst so bequem war.
“Vielleicht, weil ich ein Wettfischen vorgeschlagen hatte.“ , sprach der Kater seinen Gedankengang laut aus und griff dabei das Gespräch über den Duft wieder auf. Sein Blick wanderte über den Fluss, während die Schnurrhaare zuckten. Vorsichtig streckte er seinen Kopf etwas vor, dann sprangen die Iriden wieder zu Dämmerlicht, ohne das Angesicht abzuwenden und glitten prüfend über ihren Leib. “Ich meine es nicht böse, aber ihr seht alle ziemlich hungrig aus. Und die beiden sahen äußerst hungrig aus. Und da hatte ich ein Wettfischen vorgeschlagen.“ , maunzte er nur um wieder den Fluss zu sondieren.
“Nicht, dass ich die Ahnen oder der Natur undankbar wäre. Sie schenken uns Essen und Wasser, sie geben damit wir leben.. und nehmen was zu viel ist.“ , versicherte der dunkle WurzelClanler sofort. Nebelkrähe legte die Ohren verunsichert an und musterte Dämmerlicht mit großen Augen ob sie ihn nun ebenso verurteilte wie die anderen beiden. “Ich wollte all die Beute dann natürlich dem Nebelclan überlassen...“ Kurz stockte er, schlug die Augenlieder nieder und lächelte schwach. “Das wäre von Nöten gewesen... Glaube ich. Aber nicht dass ich behaupte ihr könntet nicht jagen, Dämmerlicht! Nein! Ich.. Ich...“
Der Kater fuchtelte wild mit seiner Pfote vor sich hin und her. Da drang ein Rascheln an sein Ohr und sofort blickte er an der anderen Seite von der Kätzin vorbei. Doch es war nur eine Maus die am Ufer war, die Gefahr erkannte und schnell davon rannte. “Ich wollte im Sinne eines freundschaftlichen Wettstreits behilflich sein.“ Nun schenkte er ihr ein offenes und ehrliches Lächeln. “Vielleicht war das dumm von mir.“ Dass er auch den Frühling begründen wollte, hatte der Kater schon wieder vergessen. Eher zuckte nun unruhig der Schweif hinter dem massigen Körper. Würde die junge Kätzin ihm glauben? Wäre die dreifarbige nun erbost? Oder fände sie es sogar amüsant?
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The river knows no borders
Ihre Worte schienen ihn zwar zu erreichen, doch der Schwarzgraue erwiderte nichts drauf, signalisierte nur mit einem Schnippen des Ohres, dass er sie wahrgenommen hatte. Dämmerlicht unterdrückte ein Seufzen. Sie hatte sich mal wieder um Kopf und Kragen geredet und bekam nun die kalte Schulter für die Worte anderer gezeigt. Wie schaffte man sowas?
“Wieselfeuer du blöde Fellkugel, alles deine Schuld! , dachte sie und legte die Ohren leicht zurück, während sie den WurzelClan Kater musterte, der zwar plötzlich auffällig schweigsam geworden war, aber dessen warmer Ausdruck in den hellen Augen nach wie vor nicht verschwunden war.
“Dämmerlicht.“ , wiederholte er leise ihren Namen und die Dreifarbige senkte langsam den Kopf, wie zur erneuten Begrüßung, musterte ihn fragend.
““Das sieht der Kratzigen gar nicht ähnlich.“ , drangen seine gemurmelten Worte an ihr Ohr und die junge Kriegerin schnurrte belustigt. Als ob er Krähenruf von dieser einen Begegnung am Fluss gleich so gut kennen würde! Die „Kratzige“ jedoch passte erschreckend gut, auch wenn Dämmerlicht das vor ihrer Großmutter sicherlich nicht erwähnen würde. Durfte ein Clanfremder eigentlich so über sie reden? Eigentlich müsste sie Krähenruf doch verteidigen, doch dieser schwarzgraue Kater sprach mit einer solchen Wärme von ihrer geliebten Großmutter, dass sie es dabei belassen würde. Neugierig sah sie ihn an, als er weitersprach, worauf sich ihre Augen ein kleines bisschen weiteten.
Ein Wettfischen? Dämmerlicht traute ihren Ohren kaum. Dieser Kater hatte vor Wieselfeuer ein Wettfischen vorgeschlagen? Kein Wunder, dass der Kater dermaßen aus der Haut gefahren war. Doch sie war ja schließlich nicht Wieselfeuer und war ehrlich gespannt, wohin dies führen würde. Sie unterdrückte ein belustigtes Schnurren, während sie sich zwang, zu schweigen und ihm weiter zuzuhören. Nicht, dass sie wieder das Falsche sagte und den Kater erneut von sich wegstieß.
Bei seinem prüfenden Blick über ihren schmalen Körper prickelte ihr Fell ein wenig unbehaglich, doch zeitgleich hob sie herausfordernd den Blick. Sie war nicht schwach, doch sie konnte kaum verleugnen, dass der NebelClan hungerte. Und offenbar war das auch ihren Nachbarn längst aufgefallen.
Als Nebelkrähe weitersprach und beteuerte, dass er es keineswegs böse meinte, blinzelte Dämmerlicht ihm beruhigend zu, schwieg aber weiterhin, auch wenn es ihr schwerfiel. Er sprach weiter, wirkte immer verunsicherter und als er sie mit zurückgelegten Ohren und großen Augen fragend ansah, stupste die Kätzin ihn aufmunternd an, eine stumme Bitte weiterzusprechen. Er hätte all die Beute ihnen überlassen? Dämmerlicht sah ihn überrascht an, als er weitersprach und sich erneut in Entschuldigungen und Beteuerungen stürzte. Er hatte also vorgeschlagen… Dämmerlicht blinzelte langsam, bevor sie ihn einen Moment lang ansah und versuchte seine Worte innerlich zu ordnen.
“Du willst mir also sagen, dass du vorgeschlagen hast, uns bei der Jagd zu helfen… ohne Gegenleistung. Einfach… aus Spaß?“ Dämmerlicht sah ihn an, versuchte in seinen Augen den Schalk herauszulesen, doch da war nur Ehrlichkeit und Sorge. Sicherlich vermutete er, dass sie genau so reagieren würde, wie Wieselfeuer und das zurecht. Doch Dämmerlichts Augen begannen aus einem ganz anderen Grund zu glühen.
“Das ist völlig verrückt. Ich hoffe, dass weißt du. Das würde niemand tun!“ Gespielt entrüstet sah sie ihn an, bevor sie die Augen kurz schloss und ein verschwörerisches Funkeln darin aufleuchtete, als sie ihn kurz darauf wieder ansah.
“Aber weißt du was? Genau solche Dinge liebe ich! Ist dir die Lust am Wettfischen schon vergangen?“ , fragte sie nun und sprang auf die Pfoten, strich langsam um ihn herum.
“Oder bist du nicht bereit für eine echte Herausforderung?“ Neckend sah sie ihn an, rempelte leicht gegen ihn, um ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen und um die Sorge aus seinen hellen Augen zu vertreiben. Nun würde sie doch noch sehen können, wie dieser Kater mit dem dicken Pelz schwamm! Ihr eigenes Fell prickelte voller Vorfreude, während sie gespannt auf die Antwort des Katers wartete.
Alias — Haku
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