Ein Sieg, der tropft
Jeder Atemzug brannte, als hätte sie den ganzen Fluss geschluckt. Ihre Krallen hatten sich tief in den Boden gebohrt, und doch hielt sie den Kopf so hoch, als wäre sie gerade aus einem glorreichen Kampf hervorgegangen. Ihr Fell war gänzlich durchnässt, es tropfte und tropfte. „Ha!“ hustete sie schließlich, schnaubte Wasser aus der Nase und sah Wieselfeuer an. „Siehst du? Ich hab ihn fast gehabt. Ein Riesenfisch, größer als dein Kopf!“
Ihre Stimme war heiser, aber trotzig. Niemand konnte ihr erzählen, sie hätte versagt. Nicht, solange sie selbst noch sprechen konnte.
Erst als sie die beiden WurzelClaner bemerkte, zog sich ihr Maul zu einem dünnen Strich zusammen. Nebelkrähe und Dünenwind sahen aus wie zwei begossene Mäuse und doch hatte der hübsche Kater sie aus dem Fluss gezogen. Ein WurzelClaner! Der Gedanke ließ sie knurren und gleichzeitig leicht die Ohren anlegen. „Ich wäre auch allein rausgekommen,“ zischte sie, „aber du hast dich ja aufgedrängt, du… du großmäuliger Schwimmfisch!“ Ihr Blick blieb an Nebelkrähes Augen hängen. Viel zu lange, um glaubhaft feindselig zu wirken. „Na ja…“ fügte sie dann, halb murmelnd, halb schwärmend hinzu, „du schwimmst ganz passabel. Für einen Waldkater.“
Ein kurzer Glanz huschte über ihre trübgelben Augen, bevor sie sich hustend abwandte und tat, als wäre das nie passiert. Mit einem empörten Fauchen begann sie, ihr Fell zu schütteln. Ein nutzloser Versuch, das Wasser loszuwerden, der nur dafür sorgte, dass Wieselfeuer ein paar Spritzer abbekamen. Nebelkrähe hatte sie bereits verlassen.
Dann hob sie das Kinn, stolz, ungebrochen, mit nassem Schweif und zitternden Pfoten.„Komm, Wieselfeuer,“ krächzte sie und begann unbeholfen Richtung NebelClan-Gebiet zu stapfen, ihr Gleichgewichtssinn nicht mehr dersselbe „wir haben Wichtigeres zu tun, als mit Baumkletterern den SternenClan zu beleidigen. Und du, Wurzelkater!“ , sie drehte sich noch einmal in die Richtung, in der Nebelkrähe dabei war zu verschwinden,„Ich hab dich mir sanfter vorgestellt, als ich dich in Erinnerung hatte… oder warst du gar nicht er?“ Ein leises, fast amüsiertes Glucksen entwich ihr, während sie sich wieder in Bewegung setzte. Vielleicht war es der Rest Wärme in ihrem alten Herzen, vielleicht nur ein Anflug von Stolz. „Aber gut geschwommen hast du… Blattfrische und Ärger, ja? Das passt zu dir.“
Mit diesem letzten, halb verschmitzten, halb verwirrten Kommentar stapfte sie davon... tropfend, mürrisch und vollkommen überzeugt davon, dass sie den Tag gewonnen hatte. Der Nebel in ihrem Kopf stieg an... wie lange würde es noch dauern, bis man keinen Meter mehr weit sehen konnte?
Alias — Leni
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Die Katzen waren dabei sich zu trennen. Die Wurzelclankrieger Dünenwind und Nebelkrähe müssten zurückschwimmen, während Wieselfeuer und Krähenruf einfach nur den Rückweg antreten konnten. Doch plötzlich geschah etwas. Die Stimmung wurde anders und die Spannung knisterte förmlich in der Luft.
Unter der Pfote von Wieselfeuer schien plötzlich aus dem Nichts ein Funke zu entstehen und als dieser erschrocken die Pfote hochzog, kam Rauch von dem Grashalm der an der Spitze wirkte, als hätte man ihn angebrannt. Doch konnte der hitzköpfige Krieger sich gar nicht großartig darüber wundern, denn plötzlich tauchte ein massiger Kater mit schwarzbraunem, längerem Fell und bernsteinfarbenen Augen auf. »Nicht nur Wasser bringt den Tod « sprach der Kater direkt zu Wieselfeuer und stand dann auf und schlich um Krähenruf vorbei »Obwohl ihr vom NebelClan seid, sehe ich in euch ein Feuer brennen « raunte er und seine Worte klangen verführerisch, als wolle er die beiden Katzen des NebelClans von etwas überzeugen. »Feuer und Wasser, sie scheinen so verschieden und doch sind sie..so gleich.. Sie können töten, doch sie können auch..reinigen « sprach er und seine Augen fixierten die beiden Katzen. Dann lief er weiter, setzte sich in die Nähe von Nebelkrähe, doch blickte zu Dünenwind »Er kann mich nicht sehen « sprach Dornenbrand, als wäre es das normalste der Welt, als er zu Nebelkrähe nickte. »Doch du.. du hast das Potenzial. Ich sehe das Feuer auch in dir. Du hast Ziele, die du erreichen willst und du hast eine Stärke, die aktuell durch deinen Clan zurückgehalten wird. Ich kann euch helfen « miaute er und stand auf. Dornenbrand wandte sich zum Gehen und blickte nochmal zurück zu Dünenwind, Krähenruf und Wieselfeuer »Wie ein Feuer sollt ihr euch ausbreiten, wachsen und Reinigung über diesen Wald bringen.. « raunte er und lief davon. Ein unnatürlicher Nebel stieg auf und versteckte die Gestalt von Dornenbrand, der plötzlich fort war..so schnell, wie er aufgetaucht war.
Unbekannte Pfote
Alias — Leitung
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Sein Fell stellte sich auf. Grade als er und Krähenruf gehen wollten, manifestierte sich diese sonderbare Gestalt und sprach was von Feuer und Tod. Und so roch der Kater auch: Nach Rauch, Asche und Unheil. Wieselfeuer war gewiss kein Mäusehirn und er erkannte direkt, dass es sich um keine normale Katze handelte. So versuchte er auch gar nicht erst, den Fremden anzugreifen oder Kontakt aufzunehmen. Doch als diese Gestalt weg war, lief er mit Krähenruf los. Er lief los, um diesen Ort hinter sich zu lassen. Dennoch blickte er zur Seite »Du hast ihn auch gesehen? Und das waren nicht die Ahnen, das brauche ich dir nicht zu sagen « miaute er unruhig und seine Schweifspitze zuckte nervös. »Wenn solche Gestalten auftauchen und mit uns sprechen, dann kann das nichts Gutes bedeuten.. mögen die Ahnen über uns wachen, jetzt viel mehr denn je « raunte der schwarz-weiße Kater und sah ein letztes Mal zurück. Dieser Tag war nicht gut. Eine gescheiterte Patrouille, eine gescheiterte Jagd, eine nasse Älteste und Ärger, der nach Asche und Tod roch..
Ahnen wacht über den Nebelclan. Wacht über uns, wie noch nie zuvor..
Alias — Efeu
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Auch die NebelClan Älteste warf nicht gerade mit Dank um sich, doch Nebelkrähe schien das zum Glück nicht zu kümmern. Er wusste, was er heute geleistet hatte und konnte sicherlich den Stolz in Dünenwinds Augen lesen. Er trat zu ihr, schenkte ihr ein leichtes Lächeln und ein Kopfreiben, welches Dünenwind schnurrend erwiderte. Dann wandte sich ihr Clangefährte Wieselfeuer zu, dem er einschärfte die entkräftete Älteste schnellstmöglich in ihr Lager zurückzubringen. Dünenwind konnte nur hoffen, dass sie es sicher zurück schafften, und das ihr Stolz sie nicht am Ende einen zu hohen Preis bezahlen lies. Doch das lag wohl nun nicht mehr in ihrer Verantwortung.
Grübelnd sah Dünenwind den beiden NebelClan Katzen nach, die sich langsam entfernten, als plötzlich eine Gestalt in der Nähe der beiden erschien, unwirklich wie Nebel auf dem Fluss. Dünenwinds Fell stellte sich leicht auf, während sie beobachtete, wie die unwirkliche Gestalt etwas zu Wieselfeuer zu sagen schien, bevor sie auf Dünenwind und Nebelkrähe zutrat und sich unmittelbar neben den schwarzen Kater gesellte. Die Kriegerin fuhr die Krallen aus, unsicher jedoch, ob diese unwirkliche Gestalt tatsächlich körperlich bekämpft werden konnte. Sie hatte den massigen Kater jedenfalls noch nie zuvor gesehen und er strahlte eine kühle Bedrohlichkeit aus, die Dünenwind aufs Äußerste wachsam machte.
“Er kann mich nicht sehen.“ , sprach die Gestalt und Dünenwind warf einen kurzen Blick zu Nebelkrähe, der unbeteiligt neben ihr saß. Die Worte, die der Fremde danach sprach klangen nach Verrat und einer düsteren Versuchung, die Dünenwind zwar nicht verstand, jedoch auch sicherlich gar nicht in Gänze verstehen wollte. So schnell, wie er erschienen war verschwand der seltsame Kater wieder und Dünenwind konnte wieder freier atmen. Nebelkrähe erkundigte sich gerade nach ihrem Wohlbefinden und die Kriegerin schüttelte sich das angespannte Brustfell.
“Ich fürchte ich sehe schon Gespenster“ , murmelte sie und warf ihrem Begleiter einen entschuldigenden Blick zu, bevor sie die Schultern straffte.
“Mir geht es gut, obwohl ich offensichtlich weit schlechter schwimme, als du. Der Fluss hat mich gnadenlos abgetrieben!“ , schnurrte sie selbstironisch und warf Nebelkrähe einen warmen Blick zu.
“Vielleicht kannst du mir Nachhilfe geben… aber nicht hier. Ansonsten würde uns dieser schwarz-weiße Tunichtgut in Fetzen reißen.“
Sie warf einen Blick zurück, wo die beiden Gestalten nun in der Ferne verschwunden waren und mit ihnen der seltsame Kater, der plötzlich aus dem Nichts erschienen war. Ob wohl auch andere Katzen so etwas erlebt hatten? Zumindest Wieselfeuer schien ihn ebenfalls gesehen zu haben, doch Dünenwind war nicht scharf auf ein weiteres Zusammentreffen mit dem kratzbürstigen Kater.
Vom Wald gezeichnet
Alias — Haku
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Der Kater hörte, dass Dünenwind etwas murmelte. Doch er verstand nicht was sie murmelte. Das Rauschen des Flusses war stärker. So konnte er nur beobachten wie sie ihre Schultern straffte und ihm dann mit einem Schnurren antwortete als sie ihm nacheilte.
“Mir geht es gut, obwohl ich offensichtlich weit schlechter schwimme, als du. Der Fluss hat mich gnadenlos abgetrieben!“
Der Nebelkrähe stockte der Atem. Bitte was?
Und das hatte er nicht mitbekommen, weil er sich so sehr auf diese alte Kätzin eines anderen Clans konzentriert hatte.
Nein, nein. Halt, halt! , besonn er sich in den Gedanken. Die Ahnen hatten ihre Pfoten schützend unter Dünenwind. Sie wussten um den waghalsigen Versuch der Rettung und waren Gnädig, da wir über die Grenzen des eigenen Wohlergehens gingen. Ganz sicher.
Die Selbstironie und der warme Blick entlockten ihm nur ein halbherziges schiefes Lächeln. Er war definitiv besorgt um seine Clangefährtin. Der Blick glitt prüfend über all ihre Körperteile.
Nebelkrähe wollte gerade aussprechen, dass er sie tragen würde – was ganz und gar gegen seine Bequemlichkeit sprach, da meinte sie:
“Vielleicht kannst du mir Nachhilfe geben... aber nicht hier. Ansonsten würde uns dieser schwarz-weiße Tunichtgut in Fetzen reißen.“
Die Krähe konnte nur Nicken. “Wir finden sicher einen sicheren Ort dafür.“ Er stupste sie sanft an und fügte leise hinzu: “Danke“
Er wurde langsam schneller, hielt kurz inne um den Wind zu prüfen als ihm ein: “..und Entschuldigung“ entglitt.
Ohne weitere Umstände oder Worte zog es ihn zurück. Er wollte sich hinlegen. An ihrem sicheren Lagerplatz. Die geschundenen Muskeln ausruhen und schlummern.
Vielleicht würde er etwas fressen? Nein... Lieber nicht. Aber träumen... Wie er in den Bäumen lag. Oder zwischen ihren Wurzeln.
Vielleicht aber auch lieber nicht... Wenn er an Holunderzweigs letzten Streich dachte.
Der Kater schüttelte sich.
Nein.. Lieber.. Noch nicht.
Der Wald war noch etwas unheimlich.
Zumindest zu gewissen Stunden und Bedingungen.
Wenn das Holunderzweigs Ziel gewesen war, dann war es ihr definitiv gelungen.
Alias — nessjas
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