„Vielleicht schweigen die Sterne… aber ich nicht.“
Der zweite Schlag gegen die Wurzel ließ Schneesterns Sicht weiß aufblitzen.
Staub stob auf, als ihr Kopf erneut gegen das harte Holz prallte. Für einen Moment verschwamm die Welt. Geräusche wurden dumpf, als würde der Kampf plötzlich unter Wasser stattfinden. Rotnases Stimme dagegen blieb klar. Leider… und sie trafen tiefer als ihre Krallen. Sie griff Rotnase weiter an, doch die andere Katze schien ihr einen Schritt voraus zu sein. Wo sie zu schnappte, war nur Luft. Wo sie hin schlug, nur gähnende Leere. Wie in Trance griff sie an, während die Worte ihrer Gegnerin in ihr keimten.
Der SternenClan kümmere sich nicht. Ein halber Mond ohne Zeichen. Schneesterns Atem stockte für einen Herzschlag. Der Traum vom Ahnenbaum, das Blut an den Wurzeln, die Sterne, die einer nach dem anderen am Himmel erloschen waren. Sie hatte geglaubt, es sei eine Warnung gewesen, ein Ruf der Ahnen, der sie hierher geführt hatte. Doch jetzt, mit Rotnases Gewicht auf ihrer Brust und dem Geschmack von Staub und Blut in ihrer Kehle, begann ein anderer Gedanke in ihr aufzusteigen. Langsam. Unwillkommen. Was, wenn dieser Traum nie von ihnen gewesen war? Schneesterns Blick verlor einen Moment den Fokus, während der verletzte Stamm des Ahnenbaums vor ihren Augen verschwamm. Ein kalter Druck breitete sich in ihrer Brust aus. Sie erinnerte sich an die vergangenen Monde, an die Nächte, in denen sie gewartet hatte, an die Stille, die ihr immer wieder geantwortet hatte. Kein Traum hatte sie besucht. Niemandes Stimme hatte ihren Namen gerufen. Nicht einmal ein Flüstern im Wind. Und plötzlich traf sie der Gedanke mit voller Wucht. Was, wenn der SternenClan sie wirklich verlassen hatte? Schneesterns Krallen lockerten sich für einen Herzschlag im Staub, während sich der Zweifel wie ein Riss durch ihren Glauben zog. Wenn ihre Ahnen schwiegen, wenn dieser Traum nur aus… was? Ihrer eigenen verzweifelten Hoffnung geboren worden war? Dann stand sie hier vielleicht wirklich allein. Der Gedanke schmerzte mehr als die Wunden an ihrem Körper.
Doch durch das Dröhnen in ihren Ohren drang wieder das Geräusch des Kampfes zu ihr. Knurren, fauchen, keuchen. Krallen, die über Erde scharrten. Braunellenstern kämpfte noch. Die Krieger des WurzelClans bluteten unter ihrem heiligen Baum.
Dann hallte Fichtensterns Ruf über den Ahnenbaum. Neue Krieger brachen aus dem Unterholz. Schneesterns Blick folgte ihnen einen Atemzug lang. Der Kampf kippte. Ahornschatten rang blutüberströmt mit seinen Gegnern. Dünenwind wich verzweifelt einem Angriff aus. Überall flogen Fellfetzen, Staub und Blut. Der Ahnenbaum stand mitten in diesem Wahnsinn.
Schneesterns Blick kehrte zu Rotnase zurück. Vielleicht hatte Rotnase recht. Vielleicht waren die Sterne still geworden. Aber selbst wenn das so war… würde sie diesen Ort nicht fallen lassen. Nicht heute. Nicht solange sie noch kämpfen konnte. Und genau in diesem Moment, als Rotnase sich sicher über ihr wähnte, schnellte Schneesterns Vorderpfote nach oben, die Krallen weit ausgefahren, und riss mit einem einzigen, wütenden Schlag über das Gesicht der Kriegerin. Fell platzte auf, Haut öffnete sich unter dem langen Zug ihrer Krallen, der vom Rand des Auges bis tief über die Wange schnitt. Blut trat sofort hervor. Der Kratzer war lang. Tief. Und er würde bleiben.
Schneesterns Brust hob sich schwer, während sie noch immer halb unter Rotnase lag. Doch in ihrem Blick brannte jetzt wieder dieses Licht. „Der SternenClan mag schweigen“ , keuchte sie rau. „Aber ich nicht. Und solange wir noch kämpfen…“ Ihre Augen flackerten kurz über die Lichtung. Schneesterns Blick kehrte zu Rotnase zurück. „…wirst du lernen, dass Glaube nicht so leicht stirbt.“
Sternentänzerin
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Der Schmerz traf Rotnase mit brutaler Wucht, denn Schneesterns Krallen rissen über ihr Gesicht. Für einen Augenblick explodierte ihre Welt in grellem, blendenden Licht. Ein gellendes Jaulen entdrang ihrer Kehle, während sie taumelnd zurückwich. Ihre Pfoten scharrten, Halt suchend, über den staubigen Boden der Lichtung, und heißes Blut begann sofort über ihre Wange zu laufen. Es sickerte durch ihr Fell und brannte scharf in ihren goldenen Augen, welche sie ruckartig zusammenkniff. Alles verschwamm - die kämpfenden Katzen, der Ahnenbaum und selbst Schneesterns Gestalt löste sich in rote Schatten auf.
Wütend fauchend schlug sie blindlinks um sich, während der heiße Schmerz in ihrem Antlitz zu pulsieren schien. Blut tropfte von ihrem Kinn auf den Boden, und auch der metallische Geschmack davon breitete sich auf ihrer Zunge aus, als sie keuchend Luft einsog. Wie hatte diese Katze es gewagt? Wie hatte sie es gewagt, sie so zu treffen?
Der Zorn kam schnell - zu schnell. Er schoss durch ihre Glieder wie Feuer, brannte in ihren großen Pfoten, die mittlerweile nicht nur mit dem Blut ihrer Gegnerin befleckt waren, und ließ sie kurzerhand an Ort und Stelle regungslos verharren.
Mitten im Lärm der Schlacht - zwischen dem Kreischen der kämpfenden Katzen, dem dumpfen Aufprall von Körpern auf Erde und dem scharfen Geruch von Blut - drang eine andere Stimme zu ihr. Leise, eiskalt und vor allem vertraut. Das Flüstern ihrer Mentorin, Blütenherz. Rotnases Ohren zuckten zugleich, als ihr Blick sich langsam wieder schärfte. Durch den Schleier aus Blut und Staub erkannte sie Schneesterns Gestalt vor sich, halb unter ihr, doch mit diesem unbeugsamen Licht in den Augen, welches die GlutClanerin wütender als je zuvor werden ließ. Ihre Lefzen zogen sich leicht zurück, während das Flüstern sich weiterhin in ihren rasenden Gedanken manifestierte und ihr Anweisungen erteilte.
"Zu langsam. Beende es. Hör auf mit ihr zu spielen. Hast du denn nich ts gelernt?"
Ein dunkles, beinahe belustigtes Lächeln schlich sich auf ihre blutverschmierte Visage, während sie Schneesterns Worte noch einmal in ihrem Kopf widerhallen ließ. Ohne Vorwarnung stürzte Rotnase in Folge dessen wieder nach vorne und ihre kräftigen Hinterläufe stießen sich präzise vom Boden ab, um einen Herzschlag darauf kraftvoll gegen Schneestern zu krachen. Ihre Vorderpfoten trafen zuerst - hart und brutal - direkt in den Bauch der Anführerin. Der Tritt zwang die Luft aus den Lungen der Weißen, doch sie ließ ihr keine Zeit, sich zu sammeln. Mit ausgefahrenen Klauen riss sie die Pfote hoch und schlug mit voller Wucht auf Schneesterns Kopf, ehe sie vorschnellte, um jene an der Kehle zu packen - ein Angriff, dem die Anführerin jedoch entging und die Schildpattfarbene stattdessen unkontrolliert nach stolpern ließ.
Der Kampf verwandelte sich sofort wieder in ein wildes Knäuel aus Fell, Krallen und Zähnen. Die Kriegerin kämpfte jetzt ohne Zurückhaltung, mit schnellen und rohen Bewegungen, um ihrer Gegnerin keine Chance zu lassen. Ihre Krallen rissen ungehemmt durch Schneesterns dichtes Fell und auch die kräftigen Kiefer schnappten immer wieder Halt suchend nach ihr, mit weitaus böserer Absicht als zuvor.
Alias — Moxxie
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Bergviper war siegessicher, als Fichtenstern die drei Krieger zu der Schlacht dazurief. Doch das hätte sie besser nicht sein sollen. Plötzlich rammte Ahornschatten sie, der scheinbar den Kampf gegen Dämmerbiss hinter sich hatte und als Sieger hervorgegangen war. Sicherlich hatte die Kätzin sehr gut gekämpft und der große, rote Kater vor ihr wirkte auch nicht mehr ganz fit. Den schaffe ich noch, bevor ich mit Gebirgsjäger weiter mache!
Sie erkannte ihren Halbbruder Habichtblut, der sie beim Kampf unterstützte. Kurz teilten die Halbgeschwister einen Blick und dann griffen sie Ahornschatten an. Der Kater konnte Habichtblut ausweichen, doch Bergviper erwischte ihn. Kräftig biss sie ihm in die Schulter und riss an der Haut und dem Fell des Katers. Er ging zu Boden. Verachtend spuckte sie das orangene Fell und Blut aus ihrem Maul »Dummes Wurzelhirn! « fauchte sie und war bereit sich wieder dem grauen Kater zu widmen. Ihr Kampf war ebenbürtig gewesen, doch zusammen mit Habichtblut an ihrer Seite, würde der Krieger sich nicht durchsetzen können.
Die dunkle Kriegerin war bereit sich auf Gebirgsjäger zu stürzen, hechtete bereits nach vorne als plötzlich ein stechender Schmerz ihr Hinterbein durchfuhr und sie zu Boden krachte. »Bei den Ahnen!? « fauchte sie vor Wut, Ungläubigkeit und Schmerz auf und erkannte den orangenen Ahornschatten, der eben zu Boden gegangen war. Woher holte er diese Kraft?! Wütend fauchte Bergviper, blickte dem Krieger aus dem WurzelClan in die Augen und durfte doch auch Gebirgsjäger nicht außer Acht lassen. Ihre Muskeln brannten und ihre Wunden schmerzten. Doch sie würde nicht aufgeben. Sie würde Habichtblut solange unterstützen, wie sie nur konnte und vielleicht würde er es dann schaffen, den beiden Wurzelhirnen Einhalt zu gebieten. Allzu gut im Kampf konnten die Baumkuschler doch auch nicht sein! Braunellenstern war dabei gegen Fichtenstern zu verlieren und auch Schneestern hatte keine richtige Chance gegen Rotnase. Nur Dämmerbiss hatte bisher verloren und auch nur knapp...sie hatten also immer noch die Oberpfote und Bergviper würde alles tun, damit sie am Ende dieses Tages die Schlangenfelsen zu ihren Gebieten zählen konnten!
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Der Aufprall traf Schneestern wie ein umstürzender Baum.
Rotnases Hinterläufe stießen sich vom Boden ab und im nächsten Herzschlag krachte die größere Kriegerin mit voller Wucht in sie hinein. Der Tritt in ihren Bauch zwang ihr brutal die Luft aus den Lungen. Ein ersticktes Keuchen entwich ihrer Kehle, während ihr Körper über den staubigen Boden geschleudert wurde. Noch bevor sie Atem fand, traf die nächste Pranke. Hart. Der Schlag riss ihren Kopf zur Seite, Sterne tanzten grell vor ihren Augen. Für einen Moment schmeckte alles nach Blut.
Doch Schneestern fiel nicht auseinander.
Ihre Krallen gruben sich reflexartig in den Boden, während Rotnase bereits wieder über ihr war, Zähne und Krallen wie ein Sturm aus Wujt und Fell. Dann explodierte der Kampf. Kein sauberer Schlagabtausch mehr.
Nur noch Chaos.
Schneestern warf sich zur Seite, entging knapp den Zähnen, die nach ihrer Kehle schnappten, und riss gleichzeitig ihre Hinterläufe hoch. Krallen kratzten über Rotnases Bauchfell, fanden aber kaum Halt, während die beiden Kätzinnen sich ineinander verkeilten. Staub wirbelte um sie auf. Krallen schlugen. Zähne schnappten. Fell flog.
Rotnase traf sie erneut. Ihre Krallen rissen über Schneesterns Schulter und brannten wie Feuer durch das weiße Fell. Schneestern fauchte auf, doch statt zurückzuweichen warf sie sich tiefer in den Kampf.
Ihre Vorderpfote schoss vor. Diesmal traf sie die Kriegerin. Die Krallen rissen quer über Rotnases bereits verletzte Wange und zogen den blutigen Schnitt weiter auf. Frisches Blut spritzte auf den staubigen Boden, während Schneestern ihr Gewicht nach vorne warf.
Doch Rotnase war stärker.
Eine wuchtige Bewegung der größeren Kriegerin schleuderte sie zur Seite. Schneestern prallte hart gegen den Boden, der Schmerz schoss durch ihre Rippen. Sie rollte sofort wieder hoch. Ihre Brust hob sich schwer. Immer schwerer... Blut tropfte aus ihrem Fell.
Doch ihre Augen brannten heller als zuvor. Mit einem heiseren Fauchen sprang sie erneut. Diesmal tief. Ihre Zähne verfehlten Rotnases Nacken nur knapp, doch ihre Krallen fanden ihr Ziel. Mit voller Kraft riss sie über die Schulter der Schildpattkätzin, tief genug, dass sich das Fell öffnete und dunkles Blut zwischen den Strähnen hervorsprang. Der Treffer war brutal. Lang. Und er zwang Rotnase einen Schritt zurück. Schneestern nutzte den Moment. Sie schlug erneut zu.
Krallen zuckten über Rotnases Flanke, rissen fast eine Linie durch das Fell, bevor die beiden Katzen erneut ineinander krachten. Doch selbst während ihr Atem brannte und ihre Muskeln zitterten, ließ Schneestern nicht nach.
Nicht hier.
Nicht unter diesem Baum.
... noch nicht.
Sternentänzerin
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Noch während Felsensprung seine scharfen Zähne in Loderblicks linker Schulter versenkt hatte, seine Kiefer so fest aufeinanderdrückte, wie er nur konnte, traf ihn der Angriff Rauchwolkes. Felsensprungs Flanke riss auf. Der Kater löste seine Zähne aus Loderblicks Schulter und gab ein Fauchen von sich als der brennende Schmerz durch seine Flanke fuhr. Er stemmte seine Läufe gegen den Rotgetigerten, um sich von ihm wegdrücken und Abstand gewinnen zu können.
Der Braune rappelte sich auf doch viel Zeit ließen ihm die Felsenhirne nicht. Erneut sprang Rauchwolke auf ihn zu. Der braune Krieger versuchte ihren nächsten Angriff zu parieren, war er doch noch nicht wieder bereit, auszuweichen und der pulsierende Schmerz in seiner Schulter würde ihm eine rasche Bewegung unmöglich machen. So traf ihn ihr Angriff. Er hatte nur den Kopf leicht wegziehen können, seine Pfoten hoben sich erst noch während ihre Krallen durch sein Gesicht fuhren. Felsensprung kniff eines seiner bernsteinfarbenen Augen zusammen als ihm Blut ins Auge lief und sein eigenes Blut in seinem Auge brannte.
Mit seiner eingeschränkten Sicht versuchte er einen Angriff auf Rauchwolke, um die Graue auf Abstand zu zwingen, damit er wenigstens für ein paar Herzschläge würde durchatmen können. Dazu kam Felsensprung allerdings nicht. Dieses Mal waren es Loderblicks krallen, die ihn trafen. Dank seiner Vorwärtsbewegung, mit der er sich auf Rauchwolke hatte stürzen wollen, trafen Loderblicks Krallen zwar seinen Hals aber nicht seine Kehle. SternenClan, sei Dank! Das hätte sein Ende sein können.
Er merkte, dass seine Bewegungen schwerfälliger wurden und sein Atem schwerer wurde. Fuchsdung! Der Kater hatte nicht viel Zeit zum Durchschnaufen als Rauchwolke und Loderblick gleichzeitig anzugreifen schienen. Die Kätzin versenkte ihre Zähne in seinem rechten Vorderlauf. Felsensprung holte mit der linken Pfote aus, um nach ihr zu schlagen und sie so zum Loslassen zu zwingen. Da trafen ihn Loderblicks Krallen bevor der Kater anschließend seine Zähne in Felsensprungs Hals versenkte. Das wars. Felsensprung spürte seine Beine nachgeben und fürchtete, dass sein Leben hier enden würde.
Das Bild eines kompakten, mittelgroßen Katers mit silbrigem Fell, schwarzen, leopardenartigen Flecken und kühlen, graublauen Augen blitzte vor seinem inneren Auge auf.
Silberluchs!
Felsensprung schnappte nach Luft und rammte Loderblick mit aller seiner verbliebenen Kraft seine unverletzte Schulter gegen die Brust, um ihn durch den Schlag Luftholen lassen zu müssen. Dann spannte der Braune seinen sehnigen Körper an und riss seinen Hals - sein Hals, nicht seine Kehle, wie er gerade feststellte - aus Loderblicks Griff. Das Fell, das er sich dabei ausriss, nahm Felsensprung gerne in Kauf, wenn er so sein Leben verlängern konnte.
Rauchwolke schien inzwischen losgelassen zu haben weshalb Felsensprung noch einen Blick zu Braunellenstern warf, die sich im Kampf mit Fichtenstern befand, und sich schließlich mit bebenden Muskeln abwandte, um den Rückzug anzutreten.
der Frostige
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Der Ahnenbaum stand schweigend über den Kämpfenden und knarrte leise im Wind, welcher mit leichten Stößen ewig alte Äste sanft zum wippen brachte. Zwischen seinen Wurzeln konnte man den Boden zerwühlt wiederfinden, aufgerissen von Krallen und Körpern - ein wütender Tanz zweier Katzen, deren Kampf längst jede Grenze überschritten hatte. Der Duft dreier Clans, Erde und Blut hing schwer in der Luft und berichtete von einer gnadenlosen Schlacht.
Und mitten darin befand sich Rotnase. Ihr Brustkorb hob und senkte sich rasch, doch in ihren Muskeln lag noch immer eine fast unheimliche Kraft. Sie konnte sie in jedem Muskelstrang spüren, in jeder angespannten Sehne. Es war, als hätte sich etwas Fremdes in ihrem Inneren eingenistet. Alt, hungrig und abgrundtief Böse. Etwas, das nicht mehr nur kämpfen wollte. Es wollte vernichten.
Die Krallen der weißen Anführerin waren es, die sie wieder auf den Boden der Tatsachen zurückbrachten. Diese schnitten nämlich über ihre Schulter und rissen an ihrem Ziel nicht nur dichtes Fell auf. Rotnase spürte den Schmerz aber nur am Rande, wie ein fernes Echo. In ihrem Kopf dröhnte bereits etwas anderes, etwas viel Lauteres.
"Töten." Das Wort kam nicht als Gedanke auf. Es war ein glasklarer Befehl. "Töten." Der Wald der Finsternis flüsterte nicht einmal mehr - er brüllte. Es war nicht nur Blütenherz, welche ihr Befahl das zu tun, wofür sie ausgebildet worden war - es war ein Chor von Katzen. Sie jaulten und jubelten, als truge sich jenes tödliche Spiel in einem düsteren Amphitheater zu.
Rotes Licht flackerte hinter ihren Augen und offenbarte Bilder von dunklen Gestalten. Von Schatten zwischen schwarzen Bäumen - Kriegern, deren Augen ohne Leben waren, aber voller Hunger. Sie standen hinter ihr, dicht gedrängt, wie ein unsichtbares Heer, deren Stimmen verschmolzen und dabei längst an jeglicher Philanthropie verloren hatten.
"Töten."
Die Lefzen der Schildpattkätzin verzogen sich zu einem langsamen, grausamen Lächeln. "Das ist alles?" knurrte sie heiser, während Blut über ihr Kinn tropfte. "Du bist eine Anführerin… und das ist alles? Wie soll jemand wie du einen Clan führen? Der NebelClan verdient Stärke, Schneestern. Nicht jemanden wie dich. Eine Träumerin, ein Ahnen vernarrtes Mäusehirn, das sich maßlos überschätzt. Und glaub mir, diese Zeit wird kommen."
Mit einem brutalen Stoß warf sie Schneestern zur Seite, ihre Schulter traf die Weiße mit voller Wucht und in Folge dessen schlug der Körper der Anführerin gegen den Boden. Rotnase folgte sofort, ließ ihr kaum Zeit zu reagieren und packte sie grob an der Kehle, um sie unter sich zu behalten.
"Siehst du das?" , keuchte Rotnase dumpf in das weiße Brustfell hinein, ihre Augen fiebrieg und rot zugleichen glühend. Sie waren längst nicht mehr golden und voller Stolz, sondern waren rot wie das Blut, kalt und emotionslos zugleich - glichen längst keiner normalen Katze mehr. "So fühlt sich Macht an."
Die weiße Kätzin fauchte während all dem, versuchte sich aufzubäumen und gegen sie anzukämpfen, doch die GlutClanerin drückte sie stattdessen nur wie ein Beutetier gen Boden. Sie ließ sich Zeit, genoss den Moment, in welchem sie unbestreitbare Macht demonstrierte, mit einer grausamen Ruhe und Zufriedenheit, wie man sie selten sehen würde.
Dann schlossen sich ihr Kiefer enger um Schneesterns Kehle, ähnlich einer Schlinge. Ein dumpfes Knurren vibrierte tief in ihrer Brust, als ihre Zähne durch Fell und Haut glitten. Warmes Blut füllte sofort ihr Maul, metallisch und heiß in seiner Natur, als handle es sich um eine Einladung, weiter in das Fleisch der Kätzin vorzudringen. Und auch wenn sie unter der Rotschwarzen ankämpfte - sie ließ nicht los. Ganz im Gegenteil, es erfüllte sie mit einem Instinkt, der natürlicher nicht hätte sein können: die Jägerin und die Gejagte.
Mit einem brutalen Stoß schleuderte sie die Anführerin noch einmal auf den Waldboden, um Macht zu demonstrieren, als wäre sie wirklich nichts weiter als Beute. Eine kleine, schwache Maus - ein Spielzeug, nur für Rotnase. Ihre Pfote blieb auf der Brust der Weißen, drückte sie nieder, während ihre Zähne sich noch tiefer in das weiche Fleisch der Kehle gruben.
Dann riss sie. Einmal. Noch einmal. Und noch einmal.
Jeder Ruck war brutal, unbarmherzig und wurde von einem widerwärtigen Geräusch reißenden Fleisches begleitet. Schneesterns Krallen kratzten über den Boden und rissen verzweifelt Linien in die Erde, während ihr Körper unter jeder weiteren Attacken zuckte.
Mit dem letzten, wilden Ruck gab die Kehle der Anführerin endlich nach. Rotnase wurde dabei zurückgeworfen. Erst als sie sich auffing, wurden Fleisch, Fell und Blut achtlos vor ihre Pfoten gespuckt, als wäre das, was sie gerade getan hatte, das normalste der Welt.
Blut schoss hervor und spritzte über die Brust der Kriegerin, wie auch ihr Gesicht und vor allem auf den Boden unter ihnen. Der dunkle Rotton breitete sich rasch zwischen den Wurzeln des Ahnenbaums aus und tränkte die Erde mehr und mehr.
Schneestern stieß ein letztes, durchdringendes Jaulen aus - von Schmerz verzerrt und überaus panisch in seiner Natur. Dann wurde es allmählich zu einem erstickten Gurgeln, als Blut die Luftröhre der NebelClanerin zu füllen drohte.
Ihr Körper zuckte, krampfte und wandte sich voller Verzweiflung, ohne die nötige Kraft, auf ihre weißen Pfoten finden zu können. Jetzt war sie von Angst erfüllt, hielt noch Herzschläge an ihrem Leben fest, welches mit jedem Strampeln und Gurgeln fortschreitend entwich.
Schwer atmend trat Rotnase einen halben Schritt zurück, ohne ihre Iriden von jener Szenerie abzuwenden. Ihre Flanken hoben und senkten sich heftig, während das Echo des Kampfes noch in ihren Venen pochte. Langsam, beinahe gedankenverloren, fuhr ihre Zunge dann über ihre Schnauze und leckte das warme Blut von ihren Lefzen.
Vor ihr lag Schneestern in einer mittlerweile beachtlichen Blutlache, die nicht aufhören wollte zu wachsen.
Die Kätzin betrachtete diese schweigend, ohne weiter zu spotten. Etwas in ihrem Inneren war still geworden. Der Chor der Stimmen aus dem Wald der Finsternis schwoll noch einmal zufrieden an - ein dunkles, zufriedenes Raunen aus dem Heer der Schatten. Das Spiel, welchem sie beigewohnt hatten, war zu Ende.
Das Licht in den Augen der Weißen erlosch langsam - unaufhaltsam. Es brauchte ein letztes Zucken ihres geschundenen Leibes und es war vorbei. Sie wurde schlaff, ihre blauen Augen glasig und leer. Schneestern war tot und alles was Rotnase tat, war ihren Kopf erwartungsvoll in Richtung Fichtenstern zu drehen.
Alias — Moxxie
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Der Ort zwischen Leben und Sternen
Der Kampf entschied sich.
Mit brutaler Gewalt.
Rotnases Schulter traf Schneestern wie ein fallender Fels. Der Aufprall riss ihr die Pfoten unter dem Körper weg und schleuderte sie über den aufgewühlten Boden. Staub schoss in ihre Lungen, noch bevor sie überhaupt Luft holen konnte. Dann war Rotnase über ihr. Ihre Pfoten drückten Schneestern gegen die Erde, als wäre sie nichts weiter als Beute. Und sie sah ihre Augen. Sie waren nicht mehr golden. Ein dunkles, unnatürliches Rot glomm darin, als hätte sich irgendwo hinter ihrer Iris ein Feuer entzündet. Es war definitiv kein Zorn oder etwa ein gewöhnlicher Kampfrausch. Es war… etwas anderes. Etwas Fremdes. Für einen flüchtigen Herzschlag vergaß Schneestern den Schmerz in ihrer Kehle.
Rotnases Worte hallten in ihr nach. „So fühlt sich Macht an.“ Schneesterns Blick suchte erneut ihre Augen. Und plötzlich begann sie zu verstehen. Diese Kraft war nicht nur Rotnases. Etwas stand hinter ihr. Unsichtbar, aber schwer genug, dass Schneestern es beinahe körperlich spüren konnte. Doch Schneestern hatte nicht einmal Zeit, diesen Gedanken zu Ende zu denken.
Schneestern spürte den Druck an ihrer Kehle, spürte die Hitze von Rotnases Atem, hörte das dumpfe Knurren tief in ihrer Brust. Sie versuchte sich aufzubäumen. Ihre Hinterläufe schlugen gegen den Boden. Ihre Krallen suchten Halt. Doch Rotnase ließ ihr keinen Raum. Die Kiefer der Kriegerin schlossen sich um ihre Kehle. Schneesterns Körper zuckte. Ein scharfer, brennender Schmerz schoss durch ihren Hals, als Zähne durch Fell und Haut glitten. Warmes Blut brach hervor und lief über ihr weißes Brustfell. Für einen Herzschlag versuchte sie noch zu kämpfen, ihre Pfoten rissen nach Rotnases Gesicht, doch die Kraft verließ ihre Muskeln schneller, als ihr Verstand begreifen konnte.
Die Geräusche der Schlacht wurden dumpf. Fern. Die Klänge entfernten sich immer weiter. Der Ahnenbaum verschwamm über ihr.
Und dann…
war alles still.
✦
Kälte.
Schneestern stand nicht mehr auf der Lichtung. Unter ihren Pfoten lag schwarzer Schlamm, der sich zäh wie kalter Teer um ihre Ballen zog. Der Wald um sie herum war fremd, düster und schwer. Die Bäume ragten hoch auf, doch ihre Kronen verschluckten jedes Licht. Nebel hing zwischen den Stämmen wie Atem, der nie ganz verschwand.
Vor ihr lag ein Moor.
Schwarz.
Tief.
Und etwas darin bewegte sich.
Schneestern machte einen Schritt zurück, doch der Boden unter ihr gab nach. Schlamm zog an ihren Pfoten, langsam, hungrig, als wollte er sie in die Tiefe ziehen. Kälte kroch an ihren Beinen hoch. Sie kämpfte dagegen an. Zog sich vorwärts. Doch jeder Schritt wurde schwerer. Das Moor wollte... sie behalten?!
Ein Gefühl von Panik breitete sich in ihr aus. Wenn sie gestorben war... dann sollten sie ihre Ahnen empfangen. Doch sie sah sie nicht.
Sie dachte an den Kampf zurück. An das, was Rotnase umgeben hatte. Es war wie ein kalter Atem im Nacken. Wie ein Schatten, der sich über die Lichtung gelegt hatte. Die Erkenntnis, was es war - und wo sie war- traf sie wie ein zweiter Schlag. Deshalb kämpfte Rotnase so. Deshalb war sie stärker als jede Katze, gegen die Schneestern je gekämpft hatte. Nicht, weil sie stärker geboren war, sondern weil sie nicht allein kämpfte.
In der Ferne flackerte ein schwaches Licht. Es war kein Sternenlicht. Dafür war es zu schwach und zu fern. Und dann trat eine Gestalt zwischen den Bäumen hervor. Der Pelz der Katze leuchtete blass, kaum sichtbar, als würde er selbst gegen die Dunkelheit kämpfen. Sternenstaub glomm schwach zwischen den Strähnen ihres Fells. Ihre Augen ruhten auf Schneestern. Warum war ihr Blick so besorgt und so drängend?
„Du darfst hier nicht bleiben.“ Ihre Stimme klang fern, als käme sie durch Wasser. „Es ist nicht sicher.“ Das Moor zog stärker. Der Schlamm griff nun nach Schneesterns Brust. „Geh zurück.“ Die Sternenkatze trat näher, ihr Schweif streifte Schneesterns Schulter wie ein Windstoß.
„Noch nicht.“
Das Licht flackerte.
Dann riss die Welt auseinander.
✦
Schneesterns Körper lag reglos unter Rotnase.
Blut färbte ihr weißes Fell dunkel. Ihr Leben war erloschen. Das Dritte von Neun. Ihre Augen waren leer, glasig. Irgendwo tief in ihrem Körper zuckte noch ein schwacher Atem.
Doch wenn niemand ihre Blutung stoppte…
wenn niemand sie von Rotnase weg brachte…
könnte dieses Leben nicht das letzte sein, das sie heute verlor.
Sternentänzerin
Alias — Leni
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Scharfer Schmerz grub sich in Loderblicks Schulter, als das verdammte Wurzelhirn mit voller Kraft zubiss. Der Krieger wand sich wie ein Aal, doch der schlüpfrige Mistkerl hielt ihn beharrlich gefangen und jede Bewegung riss unangenehm an den gespannten Muskeln des roten Kriegers. Da ging plötzlich ein Ruck durch den braunen Kater und Loderblick kam frei, spürte das warme Blut seine Schulter hinabrinnen. Fauchend schüttelte er sich kurz, registrierte befriedigt die Wunden an der Flanke des Wurzelhirnes, die Rauchwolke ihm zugefügt hatte. Und sie warf sich bereits erneut auf ihren Widersacher, die verletzte Schulter des Wurzelhirnes schien kurz einzuknicken, weswegen es Rauchwolke erneut beinahe spielend gelang ihm die Pranke ins Gesicht zu schlagen. Grinsend roch Loderblick das Blut des Katers in der immer schwerer werdenden Luft und spannte die Muskeln, um nun ebenfalls auf seine Kosten zu kommen.
Gerade duckte sich Felsensprung, um sich nun seinerseits auf Rauchwolke zu werfen, doch Loderblick warf schneller. Sein Schlag traf hart, doch zu seinem Glück nicht präzise genug um ihm die Kehle aufzureißen. Der Rote hörte das reißende Geräusch von Fleisch, als sich seine Krallen in das weiche Fleisch an Felsensprungs Hals fuhren. Was für ein wunderschöner Klang! Der Braune kam allmählich in Schwierigkeiten durch die beiden Gegner, die ihm immer mehr zusetzten. Loderblick sah es an seinen langsameren, unkoordinierten Bewegungen, hörte seinen schwerfälligen, keuchenden Atem. Ein winziger Seitenblick zu Rauchwolke, dann stürzte er sich Seite an Seite mit der Kriegerin erneut auf den WurzelClaner. Rauchwolke zielte auf sein Vorderbein, während Loderblick erneut mit ausgefahrenen Krallen nach ihm schlug. Der Kater bewegte sich schwankend zur Seite, doch Loderblick setzte augenblicklich nach. Seine Zähne versanken tief im Hals des Widersachers, er spürte das panische Pochen der großen Gefäße Nahe an seinem Kiefer, registrierte wie die Beine des Katers unter ihm wegsackten. Befriedigt schmeckte er das Blut des Feindes auf seiner Zunge, eine Menge, die beinahe ausreichen könnte um ihn hier und jetzt zu töten. Doch nur beinahe.
Ein Schlag gegen die Brust zwang Loderblick dazu, seine Kiefer zu lockern und nach Luft zu schnappen, was Felsensprung die Zeit gab, die er brauchte. Er schmeckte das Fell des Gegners noch auf der Zunge, als der Braune sich mit bebenden Gliedern aus dem Staub machte. Der Rote setzte sich und pulte sich mit diabolischer Ruhe die Fellreste aus den Zähnen, während sein ungleicher Blick über die Lichtung schwenkte. Schneestern lag reglos in einer großen Blutlache, die Augen leblos vor sich hin starrend. Braunellenstern schien ein ähnliches Schicksal zu erwarten, wenn sie nicht den Rückzug befahl. Niemand hier schien ernsthaft noch Hilfe zu benötigen, so wartete Loderblick nur noch auf den unumstößlichen Sieg, der in den nächsten Herzschlägen verkündet werden würde.
Alias — Haku
Haku ist Offline
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Ich zeig dir gleich wie Wurzeln von unten aussehen
Zwischen Onyxsplitter und Dünenwind fand ein Schlagabtausch statt bei dem keiner traf. Zum Schluss hatten seine scharfen Krallen den zierlichen Kopf der Kätzin nur knapp verfehlt. Der zweite misslungene Angriff, der zweite versagte Treffer. Frust durchfuhr seinen Körper und ließ ihn verachtend fauchen. Mit einem lauten, bedrohlichen knurren baute er sich erneut vor Dünenwind auf, bereit, sie so lange anzugreifen bis er ihr Genick zwischen seinen Kiefern hielt.
“Loderblick, Habichtblut, Steinkralle! Jetzt!“
Ertönte eine laute Stimme und in nur wenigen Herzschlägen stürzte sich Steinkralle auf Dünenwind und warf sie dabei zu Boden.
Die Katzen formten ein Kneul aus Zähnen und Krallen und beide steckten dabei einige Treffer ein. Als sie sich von einander lösten weil Dünenwind den grauen Kater von sich schlagen konnte, färbte sich bei beiden Katzen das Fell rot.
Um ihn herum schlugen sich GlutClan und WurzelClan Katzen und irgendwo dazwischen stand Onysplitter rum und merkte, wie sein Frust und seine Wut sich steigerte. Krallen und Zähne wurden in Fleisch geschlagen und er selbst hatte Dünenwind zwei mal verfehlt.
Das würde ihm kein drittes mal passieren, schwor er sich und preschte an Steinkralle vorbei, genau auf Dünenwind zu, die ihre Ohren vor dem anlegte was ihr bevorstehen würde.
Er wollte nichts mehr, als ihr jedes dieser Ohren einzeln vom Kopf zu reißen. Seit seiner Begegnung mit dem Wald der Finsternis waren es diese Gefühle die ihn zunehmend heimsuchten. Wut, Hass, Gewaltbereitschaft. Mehr als der Kater ohne hin schon in sich trug.
Übermannende Gefühle die ihn unvorsichtig werden ließen. Wieder konnte Dünenwind ihr ausweichen, wieder landete sein Angriff in der leere. Mit Hasserfüllten Augen sah er sie an. „BRING DIESE RATTE UM!“ brüllte Onysplitter Steinkralle dann zu. Onyxsplitters Angriff musste Dünenwind genügend abgelenkt haben, damit Steinkralle erfolgreich angreifen konnte.
Oder?
Alias — Nici
Nici ist Offline
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Als Fichtenstern sich nach den anderen Kämpfenden umsah, nutzte auch Braunellenstern den Moment. Schneestern kämpfte gegen Rotnase, die sie ziemlich dominierte. Doch die anderen Kämpfe waren recht gleich, was der WurzelClan Anführerin Mut gab. Sie wollte gerade weiter kämpfen, als Fichtenstern einen Ruf von sich gab, den die grünen Augen der Kätzin weit aufreißen ließ. Drei weitere Glutclan Krieger kamen aus den Büschen heraus, noch voller Energie und unverbraucht. Sie stürzten sich direkt in den Kampf gegen ihre WurzelClan Katzen und nach kurzer Zeit war klar, dass auf lange Sicht der WurzelClan scheitern würde. Gerade, als Braunellenstern die Krieger und Schneestern zum Rückzug ordern wollte, sah die braune Kätzin, wie schlecht es um die weiße Anführerin stand. Mit Angst geweiteten Augen wollte sie auf Schneestern zugehen, ihr helfen, sie irgendwie unterstützen. Doch Fichtenstern sprang auf die WurzelClan Anführerin, nagelte sie am Boden fest und ließ Braunellenstern mit ansehen, wie das Leben aus der weißen Kätzin in Form von Blut floss. Die Anführerin des NebelClans landete auf dem Boden, Rotnase thronte über ihr, ehe sie ihr in die Kehle biss. Schneestern versuchte sich zu wehren, doch es brachte nichts. Auch Braunellenstern versuchte etwas zu tun, doch über ihr ein massiger Tigerkater, der nicht locker ließ und scheinbar wollte, dass sie sah, was der GlutClan mit Schneestern tat.
Als Rotnase fertig war, lag die einst schneeweiße Kätzin von Blut getränkt auf dem Boden und zuckte, stieß röchelnde Laute aus und auch Braunellenstern entkam ein aufjaulen, das sie nicht unterdrücken konnte.
Nun, endlich, ließ Fichtenstern von ihr ab und Braunellenstern rannte so schnell ihre Beine sie tragen konnten zu Schneestern hinüber. Der SternenClan würde sie doch heilen oder nicht? Doch es sah nicht aus, als würde etwas passieren und Braunellenstern war unsicher, was sie tun sollte. Also presste sie ihre braunen Tatzen auf die viel zu große Wunde der Weißen. Als hoffte sie, die Blutung irgendwie stillen zu können. Vielleicht konnte sie so dem SternenClan helfen, sie schneller zu heilen, weil sie so weniger schnell Blut verlor?
”SternenClan, oh hilf mir. Was soll ich tun?” , flüsterte Braunellenstern und sah sich hektisch um.
Erst da fiel ihr ein, dass die anderen Katzen noch am Kämpfen waren. Doch wie sollten sie Schneestern helfen? Wären sie schnell genug im Lager, dass Lavendelschleier ihr helfen könnte, bevor Schneestern womöglich weitere Leben verlor?
”WurzelClan, Rückzug!” , befahl die Kätzin nun endlich und nahm es in Kauf.
Gleichzeitig wuchtete sie sich Schneestern auf die Schultern, so vorsichtig wie sie konnte. Ein letzter Blick zu Fichtenstern. ”Schieb dir deine Schlangenfelsen sonst wo hin. Eines Tages werden sie wieder uns gehören!” , knurrte sie und konnte ihre Wut nicht verbergen.
Wut auf Fichtenstern für diesen Angriff. Aber auch auf Rotnase, die Schneestern so zugesetzt hatte und die nun mindestens eines ihrer Leben verlor. Doch nun musste sie sich erst einmal um ihren Clan und Schneestern kümmern, bevor noch mehr Blut vergossen wurde.
Alias — Kadse
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