Die kleine Kätzin war unglaublich stolz auf sich, dass sie eine Ratte hatte wittern können. Doch mit ihr anlegen wollte sie sich ganz sicher nicht und so hatte Fussel sich versteckt und aufgeregt in ihrem Versteck gewartet. Sie hörte ein Gepolter und das Quieken einer Ratte und ihr kleiner Körper zitterte vor Aufregung. Dann hörte sie schließlich Grumas Stimme und durfte wieder aus ihrem Versteck kommen. Aufgeregt und freudig ließ Fussel auf die große Kätzin zu, stolperte dabei beinahe über ihre Beine, die ihr so unnötig lang vorkamen und kam schließlich bei Gruma und der Beute an. »Wow das riecht ja so wunderbar. Also ich wünsche dir guten Appetit und vielleicht, wenn was übrig bleibt..darf ich ja die Reste haben? « fragte sie vorsichtig und sah Gruma aus ihren großen Augen an. Immerhin hatte sie bis jetzt immer nur die Reste haben dürfen und das obwohl sie ihren alten Freunden oft geholfen hatte, die Beute zu wittern. Beute wittern konnte Fussel wirklich gut, aber ihre Freunde hatten das nicht als wichtig angesehen. Jedenfalls nicht als wichtig genug, um ihr ein Stück von der Beute übrig zu lassen. Oft ging Fussel leer aus und musste bis zur nächsten, oder sogar übernächsten Mahlzeit warten, bis sie was bekam. Aber so war das eben und Fussel wollte auf keinen Fall undankbar wirken. Immerhin hatte sie ja überlebt dank dieser Gruppe. Doch Gruma hatte gesagt, dass das keine Freunde waren. Und wenn die Kätzin so darüber nachdachte, besonders freundlich waren sie ja nie gewesen..Aber was hatte sie schon für eine Wahl gehabt? Hoffentlich finde ich bald zu Mama zurück.
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Der Fussel auf vier Beinen stolperte förmlich über diese als sie aus dem Versteck kam. Die ohnehin schon großen Augen wurden noch größer als sie die Ratte erblickte, die beinahe so groß war wie das junge selbst. Zumindest wirkte es so, vermutlich weil die Kätzin so dünn war.
»Wow das riecht ja so wunderbar. Also ich wünsche dir guten Appetit und vielleicht, wenn was übrig bleibt..darf ich ja die Reste haben?« mauzte Fussel dann und Gruma schien kurz einen Hauch von Mitleid über das Gesicht zu huschen. Dass die kleine Kätzin sofort nach den Resten fragte zeigte, wie die Streunergruppe sie behandelt hatte. Gruma verdarb so viel Egoismus den Appetit. Nicht wirklich, Appetit hatte die füllige Streunerin immer, aber zumindest sinnbildlich.
"Die Ratte ist für dich, iss dich an ihr satt wie du möchtest" mauzte sie dann und schob, um es deutlich zu machen, dass Beutetier näher an die Kätzin.
Grumas Ohren hatten dabei aufmerksam die Umgebung im Blick, falls jemand auf die Idee kommen sollte, diese Ratte haben zu wollen. "Ich passe auf" sicherte sie dann zu und setzte sich aufrecht hin. Ihre breiten Schultern warfen einen Schatten der Fussel komplett bedeckte.
Niemand, und damit meinte sie wirklich niemand, würde diesem Kätzchen nochmal das Futter wegnehmen.
"Wenn du noch länger wartest tragen die Ameisen sie gleich weg - und dich vermutlich auch noch, so leicht wie du bist" ermahnte sie dann und fuchtelte mit ihrer Pfote über den Boden um tatsächlich ein paar Ameisen zu verscheuchen. Die letzten die man vor der Blattleere sehen würde. Als Fussel letztlich anfing zu fressen brummte Gruma zufrieden und setzte sich wieder hin - aufrecht, weise, stabil.
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»Wow, die ganze Ratte für mich? Vielen Dank Gruma! « bedankte sich Fussel und dann begann sie hastig zu fressen. Dass sich Fussel nicht verschluckte bei dem ganzen Hunger, war ein Wunder. Als sie die Ratte fertig gefressen hatte, leckte sie sich die Lefzen und putzte sich dann eilig das Gesicht, indem sie ihre Pfote nass leckte und darüber wischte. Dann sah sie zu Gruma. »Ich danke dir für dieses Essen. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so viel essen konnte. « miaute sie dankbar und schnurrte kurz. Kurz sah sich Fussel um, als würde sie gleich die Gruppe Katzen entdecken, die sie so einfach zurückgelassen hatten. Doch dann blickte sie wieder zu Gruma. Die Kätzin war viel freundlicher und hatte sich gut um Fussel gekümmert. Doch natürlich wollte sie die Kätzin auch nicht stören, oder nerven. »Du Gruma? Denkst du ich kann eine Weile bei dir an der Seite bleiben? Ich bemühe mich auch, dass ich dich nicht aufhalte und ich kann mit meiner guten Nase beim Schnuppern von Beute helfen..Und du wirst gar nicht merken, dass ich da bin, versprochen. Und sobald ich wieder weiß, wo meine Mama lebt, bin ich auch wieder weg, ganz ehrliches Ehrenwort! « miaute Fussel fragend und ihre Stimme überschlug sich fast, denn sie hatte Angst, dass Gruma sofort Nein sagen würde. Dabei wollte die junge Kätzin wirklich beteuern, dass sie für die größere Kätzin keine Last sein würde.
Da würde sich Fussel auf jedenfall anstrengen, dass Gruma nicht gestört wurde. Doch ganz alleine konnte sie doch nicht weiterlaufen? So ganz alleine war es gruselig für die kleine Fussel gewesen, sie konnte sich ja nicht wehren oder selbst für sich sorgen. Sie war damals froh gewesen, als sie auf die Gruppe Katzen getroffen war und denen hinterherlaufen konnte.
Alias — Efeu
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Der kleine Fussel vor ihr stürzte sich auf die Ratte als gäbe es kein Morgen mehr. In einer ungesunden Geschwindigkeit hatte sie das Tier bis auf die Knochen runter gefressen und das dürre Kätzchen mit den Beinchen die so dick waren wie eine Kralle von Gruma, hatte einen kugelrunden Bauch der sie bei dem kleinsten Windstoß umwerfen würde. Es sah furchtbar aus.
»Ich danke dir für dieses Essen. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so viel essen konnte.« bedankte sich das kleine etwas. Ein dank, der Grumas Herz fast warm werden ließ.
Gerade als Gruma etwas sagen wollte, wirkt Fussel, als wäre sie in Gedanken. Bestimmt dachte sie über ihre Mutter nach, darüber wann sie sich endlich wieder sehen würden und was sie ihr alles erzählen würde. Vielleicht würde Gruma einen Platz in den Geschichten finden, die Fussel ihrer Mutter erzählen würde. Die alte Kätzin empfand Mitleid dafür, dass es diese Möglichkeit wohl nie wieder geben würde.
Die Stimme der kleinen hellen riss sie aus ihren Gedanken. »Du Gruma? Denkst du ich kann eine Weile bei dir an der Seite bleiben? Ich bemühe mich auch, dass ich dich nicht aufhalte und ich kann mit meiner guten Nase beim Schnuppern von Beute helfen..Und du wirst gar nicht merken, dass ich da bin, versprochen. Und sobald ich wieder weiß, wo meine Mama lebt, bin ich auch wieder weg, ganz ehrliches Ehrenwort!«
Der zweifarbige Blick der Kätzin legte sich auf Fussel und Musterte sie eindringlich. Es war lange her, dass Gruma ein Junges durch das Leben gebracht hatte. Man könnte meinen, dass sie zu alt war, um es nochmal mit einem Jungspund aufzunehmen. Aber da Gruma nach wie vor rotzigen Katern den Hintern versohlte, galt diese Ausrede wohl nicht.
"Du bleibst bei mir. Ich werde dir alles beibringen was du noch wissen musst. Alles was du können musst, wenn du das nächste mal solchen Mäusehirnen wie den Streunern begegnest. Alles was du wissen musst, um klar zu kommen. Und du wirst dir alles merken, viel üben, es immer besser machen und niemals aufgeben" antwortete sie letztlich. "Hörst du? Du wirst niemals aufgeben. Das ist wichtig". Ihre Worte waren eindringlich, ihr Blick ebenfalls.
"Komm mit, ich zeig dir erstmal einen sicheren Unterschlupf" Lud sie die Kätzin noch ein. Gemeinsam verschwanden sie zwischen den Tonnen. Als Team.
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