tolerate the rules
Sie hatte extra ein wenig gewartet bis sie aufgestanden war. Vielleicht waren dann die meisten Kater der Schattenläufer bereits unterwegs - auf der Jagd, Zahn auf Kräutersuche und der Rest... Interessiert mich eigentlich nicht, was sie treiben. So hatte Dorn bis zu Sonnenhoch gewartet bis sie sich auf leisen, fast lautlosen, weißen Pfoten ihren Weg durch den Verlassenen Bauernhof gesucht hatte. Lautlos war sie von einer Erhöhung zur nächsten gesprungen bevor sie auf dem mit Stroh bedeckten Boden aufgekommen war.
Mit ihren grünen Augen blinzelte sie ins Sonnenlicht, das ihre Augen eher bernsteinfarben erscheinen ließ. Dann streckte sich die getigerte Kätzin mit den weißen Akzenten einmal ausgiebig. Es schien sonnig zu sein und nicht ganz so kühl wie an den Tagen zuvor. Perfekt! Dorn hatte sich vorgenommen zum Wasserfall zu gehen für die Jagd. Auch, wenn sie das Gebiet hinter dem Donnerweg und dem Wasserfall, die nicht zum BrisenClan gehörten, auch sehr reizten. Allerdings hatte Kralle den Schattenläufern ausgerichtet, dass sie auf dem Gebiet des BrisenClans bleiben mögen. Mit einem Augenrollen hatte Dorn die Bitte der Anführerin des Clans, die Kralle der Streunergruppe überbracht hatte, zur Kenntnis genommen.
Als sich Dorn von ihrem ausgiebigen Strecken wieder aufrichtete, schüttelte sie sich einmal bevor sie sich in Bewegung setzte. Wieso sollte sie eigentlich darauf hören? Weil irgendeine Anführerin das wollte? Sie gibt der Gruppe Unterschlupf auf ihrem Territorium. Richtig... Und die Bitte, dass sie auf diesem Gebiet zum Jagen bleiben sollten, kam ursprünglich von ihr und nicht von Kralle. Dann halten wir uns daran. Sie schnaubte leicht während sie weiter in die Richtung des Wasserfalls tappte. Der schwache Wind war ihr aufgefallen, der ihr in das kurze, dichte Fell fuhr. Sie plusterte ihren gemusterten Pelz ein wenig auf, um sich vor dem leichten Wind ein wenig zu schützen während das wärmende Sonnenlicht auf ihren Pelz schien. Leicht atmete Dorn ein wenig durch. Endlich allein jagen. Keiner dieser anstrengenden Kater, die ihre Nerven strapazieren würden. Nur sie, der Wasserfall und die Beute, die sie nach Hause bringen würde.
Alias — Jacky
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Schattenkrallen im Nacken
Kralle hatte die jüngere Kätzin schon eine Weile beobachtet. Der silbergraue Kater war früh aufgestanden, wie es seine Gewohnheit war, und hatte sich mit leisem Schritt zwischen den zerfallenen Mauern des Bauernhofes bewegt. Seine grünen Augen hatten das Treiben in ihrem vorübergehenden Lager nicht aus den Augen gelassen und es war ihm nicht entgangen, wie Dorn scheinbar absichtlich gewartet hatte, bis die meisten fort waren.
Der Sprecher der Schattenläufer blieb einen Herzschlag länger im Schatten, ehe er seine mächtige Gestalt aus dem Halbdunkel löste. Mit einem leisen, fast belustigten Schnauben ging er vorsichtig und langsam hinter der getigerten Kätzin her. Zuerst folgte er ihr stumm, doch nachdem er vermutete, wohin sie lief, sagte er etwas. Hatte sie ihn bereits bemerkt? „Du wirkst fast, als würdest du etwas meiden,“ brummte er. Seine Stimme klang weder tadelnd noch besonders freundlich, eher wie eine nüchterne Feststellung, die er an Dorn richtete. Er neigte den Kopf leicht, die Sonne warf silbrige Reflexe auf sein Fell, während er sie aus prüfendem Blick ansah. „Zum Wasserfall, ja?“ Er schnaufte erneut. „Allein, wie ich sehe.“
Kralle machte keinen Hehl daraus, dass er wusste, was in ihrem Kopf vor sich ging. Er kannte die ungeduldigen Gedanken, die Abneigung gegen Regeln und gegen alles, was nach Bevormundung roch. Und doch lag in seinem Blick keine offene Missbilligung, sondern etwas, das beinahe an Anerkennung erinnerte. Anerkennung für ihren Drang, ihren eigenen Weg zu gehen.
„Beute macht sich zu zweit manchmal leichter. Aber wenn du lieber ohne mich auskommst…“ Er ließ den Satz bewusst in der Luft hängen, ein Funkeln von Ironie in den Augen, das andeutete, dass er mehr gehört oder geahnt hatte, als Dorn vermutlich lieb war. Immerhin war ihm nicht entgangen, dass die Katze sich lieber mit gleichgeschlechtlichen Artgenossen abgab, als mit ihm. Vielleicht würde sie ihn daher auch nicht dabei haben wollen. Doch er war ihr Sprecher. Irgendwie kam sie bis jetzt ja auch mit ihm zurecht, oder? Warum nicht dann bei einer Jagd? Sie mussten sich dabei ja nicht die Pfoten halten. Und selbst wenn Dorn seine Jagdaufforderung zu zweit ablehnte, dann sprach ja dennoch nichts dagegen, dass er auch am selben Ort jagen ging, oder?
Alias — Leni
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Gerade als sich Dorn wieder in Bewegung setzen wollte, hörte sie ein Brummen hinter sich, das sie ein Seufzen ausstoßen ließ. Für einen Moment schloss sie ihre grünen Augen bevor sie sich zu der Stimme umdrehte. Wie lange war Kralle schon hinter ihr gewesen? War er ihr vom Bauernhof bis hierher nachgelaufen? Na großartig. Da hatte die Schattenläuferin absichtlich abgewartet bis die anderen Schattenläufer fort waren und dann? Dann folgte ihr ausgerechnet der Sprecher der Streunergruppe. „Du wirkst fast, als würdest du etwas meiden,“ , hatte er gebrummt, seine Stimme klang weder tadelnd noch besonders freundlich sondern wie eine nüchterne Feststellung. Leicht verengte die Kätzin ihre grünen Augen während Kralle seinen Kopf leicht zeigte. Prüfend blickte er sie an. „Zum Wasserfall, ja?“ , fuhr er fort und schnaubte einmal. „Allein, wie ich sehe.“ Dorn schnaubte leicht. "Unglaublich. Es hat Augen. Und ein Gehirn, um Schlussfolgerungen zu ziehen." , kommentierte sie trocken. Und schneller als sie es zurückhalten konnte. Jetzt ist es raus. Egal. Sie blinzelte einmal. "Zum Wasserfall darf ich gehen. Liegt noch auf BrisenClan-Gebiet." So, wie es sich die schwarze Kätzin gewünscht hatte.
„Beute macht sich zu zweit manchmal leichter. Aber wenn du lieber ohne mich auskommst…“ Der Kater ließ den Satz offenbar bewusst in der Luft hängen. Sie verdrehte ihre grünen Augen. "Tu, was du nicht lassen kannst." , antwortete sie bevor sie sich abwandte und sich wieder in Bewegung setzte. "Aber komm mir nicht zu nah. Und atme mich bloß nicht an." , fügte sie hinzu ohne Kralle anzusehen. Na großartig. Dorn versuchte sich damit zu beruhigen, dass sie bei der Jagd eher weniger von dem Sprecher zu Gesicht bekommen würde. So war es auch als Zahn sie auf die Jagd begleitet hatte.
Schweigend hatte sie ihren Weg zum Wasserfall zurückgelegt. Er war tatsächlich von beachtlicher Größe. Dorn musterte den Wasserfall einmal, der in eine kleine Schlucht hinabfiel und beidseitig von Büschen und kleineren Laubbäumen umwachsen war. Hinter der aus Wasser bestehenden Mauer führte ein schmaler, steiniger Weg scheinbar in eine im Inneren liegende Höhle.
Dorn näherte sich dem Wasserfall bevor sie damit begann, in die Schlucht herunterzuklettern und von Stein zu Stein huschen, um den Weg möglichst schnell zurückzulegen. Entgegen ihrer Erwartungen fiel es ihr leicht über die nassen Steine zu klettern. Vorsichtig und bedächtig setzte sie ihre schneeweißen Pfoten auf, um sich fortzubewegen. Tatsächlich war Dorn aber auch froh darüber, dass sie keine Schwierigkeiten hatte. Der Gedanke, dass sie abrutschen und ins Wasser fallen könnte... Wie peinlich ihr das wäre! Auch noch vor Kralle! Da hatte sie lieber keine Schwierigkeiten in die Schlucht hinunterzugelangen.
Alias — Jacky
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Das Rauschen des Wassers zwischen uns
Kralle hatte mit Widerwort gerechnet. Mit einer scharf geschliffenen Bemerkung, die wie ein Kratzer über blankes Metall zog. Als sie ihm ihre Worte entgegenschleuderte, zuckte nicht einmal sein Schnurrhaar. Nur sein Blick wurde eine Spur schmaler, aufmerksam wie der eines Katers, der lieber beobachtet als reagiert. "Unglaublich. Es hat Augen. Und ein Gehirn, um Schlussfolgerungen zu ziehen." Ein kaum merkliches Zucken ging durch seine Schultern, etwas zwischen Belustigung und stiller Geduld.
Er folgte ihr, ohne sich zu beeilen, ohne sich aufzudrängen. Ihre Aufforderung, ihm nicht zu nahe zu kommen, nahm er hin wie Wind, der durchs Fell fährt.
Der Wasserfall rauschte wie ein lebendiges Wesen, das keinen Wert auf Gespräche legte. Scheinbar der perfekte Ort für die Zwei. Kralle blieb einen Moment oberhalb der Schlucht stehen, betrachtete die Szenerie mit ruhigem Blick. Das Sonnenlicht brach sich im Sprühnebel und legte flüchtige Lichtsplitter auf Dorns Fell. Braun, Weiß, Schwarz. Beweglich.
Er setzte seinen Weg hinab, seine großen Pfoten fanden Halt auf dem feuchten Gestein. Seine Krallen kratzten kurz über Stein, als er das Gleichgewicht verlagerte. Er war schwerer als sie. Breiter. Aber nicht unbeholfen. Als Dorn von Stein zu Stein huschte, registrierte er jede ihrer Bewegungen. Die kontrollierte Vorsicht. Das Bemühen, keinen Fehltritt zu machen. Gewiss nicht vor ihm.
„Du kletterst gut,“ brummte er schließlich, der Blick nach vorn gerichtet, nicht direkt auf sie. Es klang nicht wie ein Kompliment. Mal wieder eher wie eine sachliche Feststellung. „Viele verlieren hier wahrscheinlich den Halt.“ Ein Atemzug verging. „Und manche unterschätzen sicherlich, wie glatt es werden kann.“
Man hörte keinen Spott in seiner Stimme. Kein verstecktes Amüsement über mögliche Peinlichkeiten. Nur eine ruhige Warnung, die er ebenso jedem anderen gegeben hätte. Vielleicht. Er sprang auf einen flacheren Felsen am Rand der Schlucht und blieb dort stehen, ließ ihr bewusst Raum. Sein Schweif pendelte langsam hinter ihm.
Das Rauschen des Wassers füllte die Stille zwischen ihnen.
Ein leises Platschen ließ sein Ohr zucken. Zwischen zwei moosigen Steinen, dort wo sich Wasser sammelte und in dünnen Rinnsalen weiterfloss, bewegte sich etwas Grünes. Klein. Unachtsam. Kralles Körper spannte sich ohne Vorwarnung an. Kein Wort, kein weiteres Geräusch. Nur eine fließende Bewegung.
Ein Sprung.
Seine Vorderpfoten landeten präzise auf dem nassen Stein, die Krallen fanden Halt, während sein Fang nach vorn schnellte. Ein kurzes, abruptes Quaken, dann Stille. Als er sich wieder aufrichtete, hing ein kleiner Frosch schlaff zwischen seinen Zähnen, das Wasser tropfte von seinem Schnurrhaar. Er legte die Beute auf einen trockeneren Stein nahe der Wand, weit genug vom Rand entfernt, damit sie nicht zurück ins Wasser rutschen konnte. Erst dann hob er den Blick zu Dorn.
„Nicht groß,“ stellte er nüchtern fest. „Aber frisch.“ Sein Schweif zuckte einmal. „Du wolltest ja allein jagen. Ich halte mich zurück.“ Und doch blieb er, wo er war.
Alias — Leni
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Trotz ihrer trockenen Worte und ihrer bissigen Art schien sich Kralle nicht davon abhalten lassen, sie zu begleiten. Dorn versuchte seine Anwesenheit auszublenden während sie sich nach unten bewegte. Die Schattenläuferin beobachtete den Sprecher ihrer Gruppe wie er seinen Weg hinab antrat. Überraschend geschickt fanden seine großen Pfoten Halt auf den rutschigen Steinen, seine Krallen kratzten über den Stein als er das Gleichgewicht verlagerte. Zwar fiel es ihm - sicher wegen seiner Größe - schwerer als ihr aber er wirkte nicht unbeholfen. Kaum merklich schnaubte Dorn einmal. Weder spöttisch, herablassend noch belustigt. Lediglich ein leichtes Ausatmen durch ihre große, leberfarbene Nase.
„Du kletterst gut,“ , brummte der Kater schließlich während er nach vorne blickte. Die Kätzin blinzelte einmal bevor sie ihren grünen Blick abwandte und ihn wachsam über ihre Umgebung gleiten ließ. "Du auch." , antwortete sie schließlich. „Viele verlieren hier wahrscheinlich den Halt.“ , fuhr er fort. Dorns linkes Ohr zuckte leicht. „Und manche unterschätzen sicherlich, wie glatt es werden kann.“
Dorn konnte keinen Spott in Kralles Stimme hören, keine Herablassung und auch keine Belustigung. Ihr Blick wanderte zu ihm zurück. War das... eine Warnung wegen der Glätte...? Mäusehirn, natürlich. Die Streunerin blinzelte einmal bevor sie ihren Blick wieder abwandte. Sie ließ es unkommentiert, gab aber ein leises Brummen von sich als Zeichen, dass sie ihn gehört und verstanden hatte. Währenddessen sprang Kralle auf einen flacheren Felsen am Rand der Schlucht und blieb dort stehen während sein Schweif langsam hinter ihm schwang. Wenigstens achtete er darauf, was Dorn für Grenzen gesetzt hatte. Ihr nicht zu nah kommen und sie nicht anatmen.
Auch an ihre Ohren drang das leise Platschen. Die Kätzin beobachtete den Kater wie er absprang und nur einen Herzschlag später ein kleiner Frosch zwischen seinen Zähnen baumelte. Wasser tropfte von seinem Schnurrhaar als er die Beute auf einen trockenen Stein nahe der Wand legte. „Nicht groß,“ , stellte er nüchtern fest. „Aber frisch.“ Die Streunerin blinzelte einmal. „Du wolltest ja allein jagen. Ich halte mich zurück.“
Fast hätte Dorn geseufzt. Er schien trotz allem bleiben zu wollen aber die Distanz zu wahren, die sie verlangt hatte. Sie nahm es mit einem Blinzeln zur Kenntnis bevor ihr über die Gerüche des Orts hinweg ein frischer Geruch entgegenwehte.
Maus.
Aufmerksam glitt Dorns grüner Blick über die Umgebung, die Ohren aufgestellt. Es war fast zu einfach gewesen. Sie hatte sich dem Beutegeruch gerade nähern wollen als das kleine, braune Tier aus einem nahen Busch geschossen kam, um davonzuhuschen. Dorn drückte sich ab und schnellte vor. Ihre beigen Krallen bohrten sich in den walzenförmigen Körper bevor ihre scharfen Krallen das Leben der Waldspitzmaus beendeten. Mit ihrer Beute im Maul richtete sich Dorn wieder auf und trug das kleine Tier zu dem bereits erlegten Frosch. Dort legte sie ihn ab und scharrte ein wenig Erde darüber. Ihr grüner Blick glitt erneut über die Umgebung bevor er Kralle für einen Herzschlag streifte. "Wenigstens sind meine Schnurrhaare trocken geblieben." Der trockene, humorvolle Kommentar entkam ihr schneller als sie darüber nachdenken konnte. Jetzt ists sowieso zu spät. Er ist schon raus. Dorn sah aus dem Augenwinkel zu dem Kater. Ihre weißen Schnurrhaare zuckten belustigt.
Alias — Jacky
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Die beiden Katzen waren beim Wasserfall verschwunden, doch er hatte noch ihre Schwanzspitzen sehen können. Und wo Katzen waren, war auch oft Beute nicht weit. Das führte den Fuchs zu der Entscheidung, den beiden Streunern zu folgen. Sofort beschleunigte er seinen Schritt. Das Fell des orangenen Tieres war teilweise verfilzt, schmutzig und sein Körper war mager und sehnig. Er hatte nicht wirklich viele Muskeln, doch dafür war er umso wendiger und besaß Balance. Genau das richtige, um den Katzen runter zu folgen. Als der Fuchs am Wasserfall stand, blickte er hinab und sah sich die Steine an. Er machte sich keine Gedanken welche Tücken der Abstieg bereit hielt. Viel mehr suchte er nach den beiden Katzen und bald konnte er den grauen Pelz des Katers erkennen. Vor Aufregung keckerte der listige Räuber und entdeckte dann auch die Kätzin, die nicht viel weiter entfernt war. Und dann nahm er den Duft einer Maus wahr und konnte sich nicht mehr halten. Er wagte den ersten Sprung und rutschte beinahe mit der Pfote weg, doch er konnte doch wieder Halt finden. Wenn die beiden Streuner aufmerksam waren, hatten sie den Räuber spätestens jetzt bemerkt, der sich auf den Weg zu ihnen machte.
Ein weiterer Sprung und der Fuchs war schon den halben Weg hinab gekommen. Kurz blieb er stehen, wusste nicht wo er als nächstes hinspringen sollte und blickte zu den Katzen. Er keckerte und fiepte verzweifelt und vor Hunger, ehe er den nächsten Sprung wagte.
Auf was genau der Fuchs es abgesehen hatte, konnte man noch nicht sagen, doch er wirkte unerfahren, nicht besonders bedacht und vor allem eins: Hungrig.
Unbekannte Pfote
Alias — Leitung
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