above the rest
Achatbrand war mit Eisvogellied und Granitstille auf dem Weg zum Seichten Steinhang. Es wunderte den Kater, dass Granitstille bereit war mitzugehen, immerhin hatte er im letzten Mond seine Schwester an diesem Ort verloren. Auch wenn der Silberne und sein Bruder Onyxsplitter nicht so gut verstanden, er würde doch sehr trauern, wenn er ihn verlieren würde. Und den Ort würde er mit Sicherheit eine lange Zeit meiden.. Und jetzt jagte Granitstille dort, wo seine Schwester den Tod unter Felsen gefunden hatte..Der Kater erinnerte sich noch daran, wie die Kätzin ausgesehen hatte, als sie ins Lager gebracht wurde. Es war ein schlimmer Verlust für den Clan gewesen..
Doch der junge Kater war ohnehin ein wenig anders drauf, das war Achatbrand nicht entgangen. Erstens schien er alles mitzubekommen. Ihm entging wortwörtlich nichts. Und außerdem war er noch mehr auf Streit aus als zuvor. Wann immer er auf andere Katzen traf, gab es einen Kampf und allgemein wirkte er.. emotional sehr abgestumpft. Ob es die Trauer über seine Schwester war? Umso unverständlicher war es für Achatbrand, dass er nun dabei war.
Doch es war seine Entscheidung. Eisvogellied war ebenfalls dabei und der Kater lief neben ihr. »Ich hoffe wir machen gute Beute. Wir brauchen viel Nahrung um die Wurzelhirne auch im nächsten Mond zu tyrannisieren « grinste der Kater gehässig und passte darauf auf, wo er seine Pfoten hinsetzte. Als sie endlich an einer geeigneten Stelle ankamen, blieb Achatbrand kurz stehen. »In Ordnung. Teilen wir uns auf..Viel Erfolg und achtet auf euch « miaute er und haderte ein bisschen am letzten Satz. Immerhin wollte er nicht unnötig Granitstille an den Tod von Marmorher erinnern. Doch dann machte er schließlich kehrt und tapste davon. Vorsichtig und darauf bedacht auf keine Steinplatte zu treten, die sich lösen würde, suchte sich Achatbrand einen geeigneten Ort und witterte schließlich die Luft. Der Kater witterte den einzigartigen Geruch eines Reptils und kurz darauf entdeckte er eine Blindschleiche. Lange würde es die Reptilien nicht mehr geben, in der Blattleere waren sie immer fort. Doch noch gab es sie und diese Blindschleiche versuchte die letzten Sonnenstrahlen zu erhaschen. Sofort begab der Kater sich in Lauerstellung und schlich sich an das Tier an. Auch wenn sie so hießen, sie waren nicht blind und der Krieger musste achtgeben. Zeitgleich durfte er nicht auf lockere Felsen treten. Doch er näherte sich weiter dem Tier und schließlich sprang er ab. Er biss zu und die Blindschleiche starb sofort. Sie warfen manchmal ihren Schwanz ab, doch dieses Exemplar wusste gar nicht wie ihm geschieht. Er ging mit der Beute zwischen den Zähnen zu einer Stelle, scharrte etwas Kies und Gras darüber und war bereit für einen weiteren Fang.
Alias — Efeu
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Sicher war es verwunderlich, dass Granitstille freiwillig zu diesem Ort mitkam. Doch schlimmer war die Jagdpatrouille mit Eisbrecher vor einigen Tagen, bei der sie zu Sonnenaufgang hierher gekommen waren. Das war das erste Mal, dass Granitstille seit Marmorherz' Tod wieder hergekommen war. Zwar war er noch immer nicht wild auf den Seichten Steinhang doch... es war zumindest etwas weniger unangenehm.
Granitstille war noch nie besonders empathisch gewesen, außer es ging um Bergviper und Marmorherz. So störte es ihn nicht, dass Achatbrand und Eisvogellied nebeneinander gingen. »Ich hoffe wir machen gute Beute. Wir brauchen viel Nahrung um die Wurzelhirne auch im nächsten Mond zu tyrannisieren« , hörte er den anderen Kater sagen. Das gehässige Grinsen Achatbrands konnte Granitstille fast vor sich sehen. Fast hätte er geschnaubt. Auch ohne zusätzliche Nahrung sind uns die Baumkuschler nicht gewachsen.
Als sie an einer geeigneten Stelle ankamen, blieb der silbergraue Kater kurz stehen. »In Ordnung. Teilen wir uns auf..Viel Erfolg und achtet auf euch« , miaute er.
Granitstilles bernsteinfarbener Blick war über seine Umgebung gewandert bevor er den letzten Teil hörte. Und achtet auf euch. Aus dem Augenwinkel blickte er zu dem anderen Kater bevor er seine Augen ein wenig verengte. "Wirklich?" , fragte Granitstille ruhig. "Ich wollte mich unter die nächste Steinlawine legen." Der Dunkelgemusterte schnaubte einmal bevor er sich von Eisvogellied und Achatbrand abwandte und sich eine Richtung aussuchte, um am Fuß des Steinhangs zu bleiben.
Am Morgen dieses Tages lag Nebel über dem Seichten Steinhang. Granitstille spürte, dass die Feuchtigkeit des Morgens in sein dichtes Fell kroch während der Nebel die Umrisse der Steine und des Steinhangs zu schlucken schien. Vereinzelte Steine des losen Gerölls rollten zur Seite als er darüber ging und sie mit seinen Pfoten leicht zur Seite rollen ließ. Der Dunkelgemusterte kannte das tückische Rutschen der Steine nur zu gut.
Er blieb stehen, seine kleinen Ohren zuckten.
Ein krächzendes Geräusch drang an seine empfindlichen Ohren. Der Kater sog die morgendliche Luft tief ein. Eine Elster. Seine Schwanzspitze zuckte als er sich nach dem Tier umblickte. Granitstille entdeckte sie auf einem flachen Stein am Fuß des Hangs. Sie plusterte ihr schwarz-weißes Gefieder auf und schien sich an ihrem Platz sicher zu fühlen. Fast hätte Granitstille geschnaubt.
Der Kater duckte sich tief, sein Bauch schwebte über dem kalten Boden während er sich mit langsamen, fließenden Bewegungen vorwärtsschob. Er trat über eine kleine Ansammlung lockerer Kieselsteine hinweg, um nicht gegen sie zu stoßen.
Als er sich weit genug genähert hatte, spannte er die Muskeln an. Die Elster legte ihren Kopf schief und schien sich im Nebel umzublicken. Zu spät.
Granitstille machte einen kraftvollen Satz und schlug seine Krallen in den Vogel bevor die Elster auch nur die Flügel ausbreiten konnte. Dann schlug er seine Zähne in den Vogel und gab ein zufriedenes Knurren von sich als er den metallischen Geschmack ihres Bluts auf der Zunge hatte. Zufrieden öffnete er seine Kiefer und ließ die Elster zu Boden fallen bevor er sich über die Lefzen leckte.
Stille kehrte ein während er sich die Feuchtigkeit aus dem Pelz schüttelte. Anschließend hob er die Elster hoch und trug sie ein wenig zur Seite, um sie an einer sicheren Stelle zu verscharren und sich nach einer weiteren, potentiellen Beute umzublicken.
Vom Schatten berührt
Alias — Jacky
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Die Blindschleiche hatte Achtabrand erwischt und schon suchte er nach anderer Beute. Dabei musste er über den Kommentar von Granitstille nachdenken. Der silberne Kater hatte die anderen zur Vorsicht angewiesen, es war freundlich gemeint und ausgrechnet Granitstille, der seine Schwester letzten Mond hier verloren hatte, machte einen solchen Kommentar? Natürlich war Granitstille nie der sanftmütigste gewesen, doch seine Familie, Bergviper und Marmorherz, waren immer sein wunder Punkt gewesen. Für sie war er ein anderer Kater und nun kam so ein Kommentar? Hatte der Kater denn keine Empathie mehr?
Achatbrand schnaubte leicht, er würde sowas niemals sagen, wenn er Onyxsplitter - nein, an sowas wollte er nicht mal denken. Er liebte seinen Bruder, auch wenn andere die komplizierte Beziehung nicht verstanden. Und er verstand sie ja auch selbst nicht immer. Wann immer er sich an den schwarzen Bruder annähern wollte, kam es anders und sie stritten sich schon wieder. Der Kater witterte die Luft und konnte ein Reptil wittern. Was ihn wohl dieses Mal erwartete? Langsam schlich der silber getigerte vorwärts und schließlich entdeckte er den halben Körper einer Ringelnatter, wie er bei einem Felsen vorlugte. Scheinbar hatte die Schlange sich verkrochen, aber eben nicht gänzlich. Bevor der Rest des Körpers sich also unter den Felsen schlängeln würde, stürzte Achatbrand los und packte die Schlange. Er zog den Körper hervor, biss geschickt zu als die Schlange sich wehren wollte und schon war sie tot. Bei Ringelnattern durfte man keine Zeit verstreichen lassen. Die Schlangen konnten einen widerlichen, bestialischen Gestank absondern und man sollte sie sofort töten. Er brachte die Ringelnatter zu der Blindschleiche und sah sich kurz um. Wie sich Eisvogellied und Granitstille wohl anstellten? Hoffentlich hatten sie auch Erfolg.
Alias — Efeu
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