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Felidae
Einleitung
Willkommen in Felidae, einer Welt voller Abenteuer, Geheimnisse und uralter Traditionen. In den Tiefen des Waldes leben vier mächtige Clans, jeder mit seiner eigenen Kultur und Bestimmung. In diesem Rollenspiel wirst du nicht nur ein Charakter sein, sondern dein ganz eigenes Schicksal formen und Geschichte schreiben - vielleicht sogar die anderer. Mit einzigartigen Talentbäumen, individuellen Attributen und einem innovativen Würfelsystem meisterst du all die Herausforderungen, die dich erwarten. Tritt ein in die Welt von Felidae, wo jede deiner Entscheidungen zählt und das Schicksal der Clans in deinen Pfoten liegt.
Willkommen
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Wetter
5 - 11°C

Der Blattfall schreitet stetig voran. Immer mehr Bäume verlieren ihre bunten Kronen, und der Boden ist nun oft bedeckt von einem raschelnden Teppich aus feuchten, rotgoldenen Blättern. Der Wind hat an Kraft gewonnen – kühl und beständig weht er durch das Gebiet und treibt die Wolken vor sich her. Immer seltener lässt sich die Sonne blicken, und wenn sie es tut, dann nur schwach, fast schüchtern. Regen fällt häufiger als zuvor: in langen, dünnen Schleiern oder mit kalten, prasselnden Tropfen. Die Erde ist vielerorts aufgeweicht, Pfoten sinken rasch ein, und die Luft ist durchzogen vom Geruch nassen Laubs und modriger Wurzeln. Die Nächte sind deutlich kälter geworden – ein Vorbote des nahenden ersten Frostes.
Mond 151
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 A Savior? Or a Traitor?
151, Mond - 5. Tag des Blattfalls, Sonnenhoch

Schneewehe

Schneewehe
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22.02.2026, 21:36
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Nachtschatten, Nachtschatten
Schenk' uns einen Morgen



Doch sie hörte etwas. Ein dumpfes Schlagen von Schritten. War die zeit so sehr gerast gewesen, dass die Patrouille sich schon auf dem Weg gemacht hatte? Für einen Moment schlug ihr Herz schneller, bevor ihr Kopf sie einholte. Es war keine Patrouille, es war eine einzelne Katze. Aber auch diese konnte unter Umständen gefährlich für sie werden. Schneewehe sagte ihren Muskeln und Gliedern, dass sie sich bewegen sollte. Sie spürte auch, wie sie sich anspannten. Dann den brennenden Schmerz. Sofort ließ sie wieder los und unterdrückte ein Jammern.

“...Krähenruf?“

Hörte sie eine Stimme einem Atemzug gleich. Schneewehe kniff die Augen zusammen, diese Stimme weckte keine Erinnerungen, eine jüngere Katze? Eine die nichts von ihnen wusste? Dies bedeutete Möglichkeiten.
Ihr Blick wanderte zu dem Kater, eine Mischung aus Hilfslosigkeit und Unsicherheit. Die Ohren wandten sich zurück, die Schnurrhaare vibrierten unsicher.

“Beim SternenClan, was ist hier passiert? Wer bist du?“

Beim SternenClan? Schneewehe musste aufpassen nicht in schallendes Gelächter auszubrechen. Der SternenClan hatte herzlich wenig hiermit zu tun. Vielleicht aber auch Alles. Doch dann hatten sie ihren Anfang weit zurück, am Anfang ihres Lebens genommen.
Gleichzeitig sondierte ihr Kopf die Stimmlage, war der Kater ein potenzielles Problem?
Unsicherheit durchdrang ihren Körper, sie suchte ihre Kraft erneut zusammen und stemmte sich mit den Pfoten gegen den Boden. Ein keuchen, doch sie schob sich weg.
Vielleicht war es doch eine Mäusehirnige Idee gewesen Krähenruf zurück zu zerren in ihr Territorium. Aber die Folgen...
Nur hatte sie hiermit gerechnet? Nein.
Und jetzt fehlte ihr einiges an Kraft.

Als die Schulter brennend heiß wurde, entglitt ihr doch ein Katzenjammern. Das Gesicht verzog sich vor Schmerz und sie ließ die Anstrengung wieder sein.
Wie konnten Wunden nur immer so sehr schmerzen? War es bei allen so?
Desorientiert von all den Gedanken wanderte ihr Blick wieder hoch. Fragend.

“Ist es nun Zeit?“

Fragte ihre raue Stimme und ließ damit offen was genau sie meinte.
War es Zeit zu laufen? Zeit erneut zu kämpfen? Oder aber war es an der Zeit das zeitliche zu segnen?
Aber wer ist das überhaupt?, fragte die Stimme sich. Ihr Blick wanderte den Kater ab. Irgendwie wirkte er bekannt, zugleich gab es keine Erinnerungen an sein Äußeres oder seine Stimme – vielleicht eine Ähnlichkeit?
Schneewehe wanderte mit dem Blick zu Krähenruf. Die Alte lag als würde sie Schlafen, oder im Sterben liegen. Beides war doch am Ende gleich – oder etwa nicht?

“Aber du fragtest wer ich bin? Aber was hier passierte?“

Wiederholte sie ziemlich spät die Frage. Ihr Blick wurde trauriger, erneut versuchte sie Distanz aufzubauen und gab das Unterfangen wieder auf, die hintere Pfote drückte im falschen Winkel und schmerzte. Schließlich keuchte sie:

“Schneewehe... Ein Konflikt, er endete im Kampf.“





@Nachtschatten
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Nachtschatten

Nachtschatten
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#2
05.03.2026, 05:49
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take me for a fool


Die Blumenwiese trug ihren Namen nicht ohne Grund. Selbst jetzt, da Sonnenhoch bereits seinen höchsten Punkt überschritten hatte, hing noch der schwere Duft von Blüten in der warmen Luft. Zwischen den hohen Halmen schimmerte hier und da ein Tupfer Farbe - blasses Gelb, sanftes Violett, das tiefe Blau kleiner, unscheinbarer Blüten, die man leicht übersah, wenn man nicht wusste, wonach man suchte.

Mit gesenktem Kopf bewegte er sich langsam durch das Gras, darauf bedacht, die zarten Stängel nicht unnötig zu knicken. Zwischen seinen Zähnen hielt er vorsichtig ein kleines Bündel Kräuter, das er erst vor wenigen Herzschlägen gesammelt hatte. Der Geruch von Kamille und wilder Minze lag ihm in der Nase - beruhigend und vertraut zugleich. Kräutersammeln hatte etwas Stilles an sich, etwas, das seine Gedanken ordnete, wenn sie zu laut wurden. Vielleicht mochte er es gerade deshalb.

Der Kater setzte eine Pfote vor die andere, überlegt wie immer, sein rechtes Hinterbein nicht unnötig zu belasten. Der Schmerz meldete sich nur schwach heute, ein dumpfes Echo unter der Oberfläche seines Körpers.

Krähenruf hätte vermutlich etwas Scharfzüngiges über seine Langsamkeit gesagt, wenn sie ihn so sehen würde. Sie hatte ihn großgezogen, zurechtgewiesen, wenn er als Junges zu neugierig gewesen war, und ihn später mit dieser eigentümlichen Mischung aus Strenge und trockener Geduld begleitet, die nur Katzen besaßen, die schon zu viel vom Leben gesehen hatten. Selbst jetzt, wo sie zu den Ältesten gehörte, blieb ihre Stimme eine der wenigen, die ihn noch wirklich aus seinen Gedanken reißen konnte.

Ein anderer Geruch sollte sich jedoch mit den Heilpflanzen mischen, welcher Nachtschatten dazu trieb, den Kopf langsam zu heben. Der süße Duft der Blumen wich etwas anderem - schwer und metallisch. Es musste Blut sein.

Nun sah er auch die Spur im Gras - niedergetretene Halme und dunkle Flecken zwischen den Stängeln. Eine Linie, die sich durch die Blumenwiese zog wie eine Narbe. Das Herz des Schwarzweißen begann hart in seiner Brust zu klopfen und plötzlich graute es ihm.

Ohne weiter nachzudenken ließ er die Kräuter aus seinem Maul ins Gras fallen und folgte der Spur. Seine Schritte wurden schneller, auch wenn sein Bein sich dagegen sträubte. Das Rascheln der Halme wurde lauter, bis sich schließlich zwei Körper vor ihm abzeichneten.

Nachtschatten blieb abrupt stehen und seine tiefgrünen Seelenspiege weiteten sich. "…Krähenruf?" Der Name kam kaum mehr als ein Atemzug über seine Lefzen.

Die alte Kätzin lag im Gras, ihr Fell durchnässt und vom Blut schwer gezeichnet. Neben ihr eine andere Katze - fremd, erschöpft und ebenfalls verletzt. Für einen Herzschlag lang verstand Nachtschatten nicht, was er sah. Seine Gedanken schienen einen Moment zu brauchen, um die Wirklichkeit einzuholen.

"Beim SternenClan, was ist hier passiert? Wer bist du?"


@Krähenruf @Schneewehe
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Schneewehe

Schneewehe
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#3
08.03.2026, 17:34
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Nachtschatten, Nachtschatten
Schenk' uns einen Morgen



Doch sie hörte etwas. Ein dumpfes Schlagen von Schritten. War die zeit so sehr gerast gewesen, dass die Patrouille sich schon auf dem Weg gemacht hatte? Für einen Moment schlug ihr Herz schneller, bevor ihr Kopf sie einholte. Es war keine Patrouille, es war eine einzelne Katze. Aber auch diese konnte unter Umständen gefährlich für sie werden. Schneewehe sagte ihren Muskeln und Gliedern, dass sie sich bewegen sollte. Sie spürte auch, wie sie sich anspannten. Dann den brennenden Schmerz. Sofort ließ sie wieder los und unterdrückte ein Jammern.

“...Krähenruf?“

Hörte sie eine Stimme einem Atemzug gleich. Schneewehe kniff die Augen zusammen, diese Stimme weckte keine Erinnerungen, eine jüngere Katze? Eine die nichts von ihnen wusste? Dies bedeutete Möglichkeiten.
Ihr Blick wanderte zu dem Kater, eine Mischung aus Hilfslosigkeit und Unsicherheit. Die Ohren wandten sich zurück, die Schnurrhaare vibrierten unsicher.

“Beim SternenClan, was ist hier passiert? Wer bist du?“

Beim SternenClan? Schneewehe musste aufpassen nicht in schallendes Gelächter auszubrechen. Der SternenClan hatte herzlich wenig hiermit zu tun. Vielleicht aber auch Alles. Doch dann hatten sie ihren Anfang weit zurück, am Anfang ihres Lebens genommen.
Gleichzeitig sondierte ihr Kopf die Stimmlage, war der Kater ein potenzielles Problem?
Unsicherheit durchdrang ihren Körper, sie suchte ihre Kraft erneut zusammen und stemmte sich mit den Pfoten gegen den Boden. Ein keuchen, doch sie schob sich weg.
Vielleicht war es doch eine Mäusehirnige Idee gewesen Krähenruf zurück zu zerren in ihr Territorium. Aber die Folgen...
Nur hatte sie hiermit gerechnet? Nein.
Und jetzt fehlte ihr einiges an Kraft.

Als die Schulter brennend heiß wurde, entglitt ihr doch ein Katzenjammern. Das Gesicht verzog sich vor Schmerz und sie ließ die Anstrengung wieder sein.
Wie konnten Wunden nur immer so sehr schmerzen? War es bei allen so?
Desorientiert von all den Gedanken wanderte ihr Blick wieder hoch. Fragend.

“Ist es nun Zeit?“

Fragte ihre raue Stimme und ließ damit offen was genau sie meinte.
War es Zeit zu laufen? Zeit erneut zu kämpfen? Oder aber war es an der Zeit das zeitliche zu segnen?
Aber wer ist das überhaupt?, fragte die Stimme sich. Ihr Blick wanderte den Kater ab. Irgendwie wirkte er bekannt, zugleich gab es keine Erinnerungen an sein Äußeres oder seine Stimme – vielleicht eine Ähnlichkeit?
Schneewehe wanderte mit dem Blick zu Krähenruf. Die Alte lag als würde sie Schlafen, oder im Sterben liegen. Beides war doch am Ende gleich – oder etwa nicht?

“Aber du fragtest wer ich bin? Aber was hier passierte?“

Wiederholte sie ziemlich spät die Frage. Ihr Blick wurde trauriger, erneut versuchte sie Distanz aufzubauen und gab das Unterfangen wieder auf, die hintere Pfote drückte im falschen Winkel und schmerzte. Schließlich keuchte sie:

“Schneewehe... Ein Konflikt, er endete im Kampf.“





@Nachtschatten
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Nachtschatten

Nachtschatten
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30.03.2026, 13:41
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take me for a fool


Was genau passte hier eigentlich nicht zusammen? Eine seltsame Frage vielleicht, wenn man bedachte, dass Blut den Boden tränkte und zwei Katzen vor ihm lagen, von denen eine sich kaum noch rührte. Und doch war es genau dieser Gedanke, der sich zunehmend manifestierte, während sein Blick wie festgewachsen auf der Alten ruhte. Krähenruf wirkte falsch. Nicht still im Sinne von erschöpft, nicht ruhig wie nach einem langen Tag, sondern auf eine Art still, die ihm nicht gefiel und erst recht nicht zu ihr gehörte. Erst dieses kaum merkliche Heben ihrer Flanke zog seine Gedanken wieder ein Stück zurück, ließ sie sich sammeln wie aufgeschreckte Vögel.

Ein leiser, kaum bewusster Nachhall von Erleichterung ging durch Nachtschatten. Flüchtig und behutsam, als würde er sich selbst nicht ganz trauen, ihn zuzulassen. Aufatmen konnte er erst, wenn er sichergestellt hatte, dass sie auch noch das morgige Sonnenhoch erleben würde.

Sein Blick glitt über sie, langsamer jetzt, und registrierte behutsam all ihre Wunden. Nichts zu Großes oder Tiefes - nichts, was ihr das Leben kosten würde. Zugegeben hatte er sowieso bisher noch keine Verletzung gesehen gehabt, die schwerwiegender war. Kamen Katzen zu Silberlicht und ihm in den Heilerbau, so waren es oft kleinere Wehwechen, die man mit Leichtigkeit behandeln konnte. Darunter hätte er auch die von Krähenruf gezählt, wäre sie denn ansprechbar und nicht mit Wasser vollgesogen gewesen.

Als sich der Kopf des jungen Katers langsam hob, ohne Krähenruf wirklich aus den Gedanken zu lassen, betrachtete er die Fremde nachdenklich. Zu ihrem Namen, mit dem sie sich vorgestellt hatte, trug er keine Verbindung und auch musste er feststellen, dass sie keinem der anderen drei Clans zugehörig sein konnte.

"Ein Konflikt zwischen wem?", forschte er unerwartet ruhig nach. Unerwartet für ihn, bedachte man den inneren Tumult, welcher sich zunehmend stärker in ihm anbahnte. Seine grünen Seelenspiegel jedoch hatten andere Pläne - offenbarten der langhaarigen Kätzin schnell, wie der Kräuterkundige mit sich selbst rang. "Lass mich raten, du hast ganz zufällig einen Spaziergang auf fremden Territorium gemacht, als du zufällig Zeugin dessen wurdest, wie ein blutrünstiger Streuner Krähenruf angriff? Und natürlich hast du, große Heldin, sie gerettet?"

Für einige Herzschläge wanderte sein Blick erneut gen der Schwarzen, welche flach atmend vor seinen Pfoten lag, und wurde zumindest für den Moment etwas weicher. Es schmerzte ihn sehr, seine geliebte Großmutter so sehen zu müssen und doch musste er stark bleiben.

"Weißt du was", miaute er kopfschüttelnd - als versuche er, ein lästiges Hirngespinst aus dem Thron seiner Gedanken zu verbannen, "Das spielt jetzt keine Rolle. Sag mir einfach genau, was passiert ist. Gib mir jedes wichtige Detail. Ich sehe die Kratzer und Bisse.. Was ist sonst passiert?"

Tatsächlich barg seine Stimme weder Schärfe noch Vorwurf, wenngleich er ihr am liebsten in jenem Moment an die Gurgel gegangen wäre, um seine Frustration über jene bedrückende Situation zu lindern.

Erst dann erinnerte der sanfte Duft von Ringelblumen, der sich mit dem eisenartigen Geruch von Blut und der fremden Präsenz zu mischen vermochte, dass er das kleine Kräuterbündel achtlos fallen gelassen hatte und bat regelrecht darum Einsatz zu finden.

Ohne ein weiteres Wort wandte er sich nämlich ab und setzte sich träge humpelnd in Bewegung, um einige Fuchslängen in die entgegengesetzte Richtung zu steuern. Die Halme gaben seine Spur bereitwillig preis, und die Kräuter lagen noch dort, wo er sie hatte fallen lassen.

Als er zurückkehrte, suchten seine Augen sofort wieder Krähenruf. Ja, welch Wunder, dass sie noch dort lag und da der SternenClan heut gnädig war, atmete sie auch weiterhin gleichmäßig. Er ließ sich also neben ihr nieder, näher diesmal, ohne dies bewusst zu entscheiden, und begann ihr Fell, so wie die offenen Wunden, penibel und vorsichtig zu säubern.

Sein Blick hob sich jedoch immer wieder prüfend, und blieb jedes Mal ein Stück länger an der Kätzin hängen, die sich Schneewehe nannte. Sie war einfach zu nah. Nicht nur an Krähenruf, sondern auch an ihm und so war es kaum verwunderlich, dass sich in ihm ein stiller Impuls zu regen begann, sie einfach zu verjagen. Ihr mit Klauen und Zähnen im Anschlag nachzustürmen und sie sich selbst zu überlassen.

Er tat es aber nicht. Nein, er funkelte sie lediglich hin und wieder schweigend an.

Das Gesetz der Heiler stand nicht wie ein strenges Gebot in seinem Kopf. Eher wie etwas Selbstverständliches. Etwas, das einfach da war und sich nicht umgehen ließ, wenn man einen gesunden Verstand und ein funktionstüchtiges Gewissen besaß. Er hatte sich diesen Weg nie gewünscht, dennoch aber geschworen ihn mit gutem Gewissen zu gehen.

Also blieb der Kater, arbeitete weiter, bis das meiste Blut aus dem Fell der Alten verschwunden war, und griff dann nach den Ringelblumen. Zwischen seinen Zähnen begann er sie zu zerkauen, langsam und konzentriert, während sich der bittere Geschmack ausbreitete, welcher ihn dazu anregte, die Nase angewidert zu runzeln. Wie er diesen Geschmack hasste!


@Krähenruf @Schneewehe
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Schneewehe

Schneewehe
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#5
31.03.2026, 20:43
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Nachtschatten, Nachtschatten

Schenk' uns einen Morgen




Schweigen glitt über die Blumenwiese. Legte sich wie das nächtliche Vlies über die drei Katzen und lediglich der regelmäßige Atem einer jeden einzelnen war zu vernehmen. Keine schien ein weiteres Wort zu sprechen und die gefallenen auf sich wirken zu lassen.
Diese Stille...
Sie war neu. Angenehm für die Ohren der hellen, silbernen Kätzin. Zugleich merkte sie wie sie an ihr zerrte. Denn es war keine Stille die Ruhe und Erholung versprach. Es war eine von denen die unsanft an einem zerrten, zu einem Abgrund dessen Schlund so mächtig war, dass die Tiefe nicht mehr zu sehen ist. Nicht einmal erahnen konnte eine Katze dieses Ende.

Ihre Augen hielten sich an dem bicoloren Kater fest. Jede Bewegung seiner Muskeln wurde beobachtet, jedes Zucken seiner Schnurrhaare und das Flackern in den Augen. Sicher war er sich der Beobachtung bewusst. Doch sie konnte nicht anders. Sie konnte diesen Kater nicht einschätzen und sie war auf dem falschen Gebiet. Dort, wo sie nicht hingehörte. Wo sie verstoßen und ausgespuckt wurde wie ein schlechter Fisch. Irgendwie amüsant, wenn sie bedachte, dass sie hier eigentlich genau richtig war.
Nur eben nicht alleine.
Langsam schlossen sich die Augenlider und öffneten sich auf ein neues. Sie musste diesen Kater lernen einzuschätzen. Dies war wichtig um zu überleben.
Noch war der NebelClan Kater mit der alten Krähe beschäftigt. Sein Blick tastete über sie. Langsam und vorsichtig. Begutachtete jede Strähne, jede Wunde und jedes Körperteil. Dies war normal, sie waren von einem Clan. Doch etwas daran störte Schneewehe. Es war nicht die Genauigkeit oder dieser wissende Blick, der das Gefühl vermittelte es mit einem Heiler zu tun zu haben. Sondern viel mehr mit den Emotionen die aus den Iriden sprachen. Es war etwas sanftes da. Etwas liebevolles.

Aber was ist diese Krähe für dich?

Keimte der Gedanke in der Streunerin. Als hätte er ihre Gedanken gehört, erhob er seinen Kopf und sah sie an. Unmerklich zuckte Schneewehe zusammen. Die Augen blinzelten hektischer. Sie hatte damit nicht gerechnet. Nicht jetzt.

Aber was... geht dir durch deinen schmalen kleinen Kopf? Bedenkst du die Situation? Aber was genau?

Seine Stimme kam forschend und fragte nach den Beteiligten des Konfliktes. Sie klang ruhig. Doch in seinen Seelenspiegeln zeigte sich mehr. Etwas, was verriet dass er um Fassung rang.

Oho... Aber Krähenruf. Wer ist er für dich? Was ist er für dich? Aber wie steht ihr zueinander? Aber was lässt ihn so bewegt sein? Ist es... wirklich nur die Clanbande?

Langsam senkte sie die Augenlider. Er sprach weiter. Spekulierte in einer Art, die Schneewehe am liebsten belacht hätte. Zufällig auf einem Spaziergang in einem fremden Territorium. Zufällig einem Kampf beigewohnt und natürlich zufällig zur Hilfe geeilt. Waren dies die Geschichten, die der NebelClan sich noch immer erzählte? Die Märchen die Bienenhirnigen und Mäuseherzigen Katzen erzählt wurden? Um sie zu stärken um den Glauben zu festigen?
Ihr Blick verharrte auf dem Boden.
Schweigend.
Sie würde ihm nicht zeigen was sie dachte. Was sie wusste.
Sie wusste es besser.

“Nein..“

Ihre Antwort war ein leises, zittriges Maunzen.
Doch schon unterbrach er sie und sie glaubte zu hören, wie er den Kopf schüttelte.

“Weißt du was, das spielt jetzt keine Rolle. Sag mir einfach genau, was passiert ist. Gib mir jedes wichtige Detail. Ich sehe die Kratzer und Bisse.. Was ist sonst passiert?“

Sein Ton war seltsam. Es war fordernd ohne Schärfe, ein Gebot des Nachkommens ohne wirklicher Drohung einer Konsequenz beim Fehlverhalten. Schneewehe wusste für einen Moment nicht so ganz wohin sie das nun brachte. Und auch nicht, was genau er als wichtiges Detail erachte. Was er brauchte und wozu.
Ihre Augen wanderten wieder Empor, sahen zu ihm auf, als er sich gerade abwandte und selbst humpelnd in Bewegung setzte.

Aber du humpelst ja... Was ist dir wohl passiert?

Ihr Blick lag lange auf der Silhouette des Katers, während ihre Gedanken sprangen und überlegten. Die Antworten fand sie nicht. Und so würde sie diese auch nicht erhalten. Ihre Stimme hielt Schneewehe noch zurück, ließ den Kater wandern bevor sie seiner Aufforderung nachkommen würde.
Als er wieder zurück kam, suchten seine Augen die alte Krähe, als hätte er sie hier leicht verlieren können. Sollte Schneewehe den Körper etwa im Boden verbuddeln während er selbst einige Fuchslängen nur entfernt war? So flink war sie nun wirklich nicht...
Schließlich sah sie wie der Kater sich um die Kätzin kümmerte und ihr Kopf schrie sie an:

Heiler

Schneewehe blinzelte, bemerkte seinen Blick der jedes mal länger an ihr hängen blieb und versuchte ihn zu ordnen – wohin er gehörte und was er wollte. Als die Unruhe sie ergriff, wegen dieser steten Beobachtung erkannte sie sein Funkeln und zog den Kopf zurück.
Sogleich bemühte sie sich wieder auf.
Scharf sog sie die Luft ein, als ihr Kopf sich reckte, der Halsbasis Biss an ihr zerrte und sie die müden Muskeln dazu antrieb sich zu bewegen. Schließlich schob sie sich unbeholfen, mehr stolpernd als wirklich bewegend weiter weg. Vergrößerte den Abstand.
Sie wollte nicht etwas provozieren zu dem sie nicht bereit war.

“Es war am Flusslauf.“

, begann sie schließlich als sie sich versicherte ob der Abstand angenehmer war. Wenn sie nun unruhig wird, würden ihr Fehler unterlaufen. Oder die Unruhe fehl interpretiert werden.
Nein, das konnte sie nicht brauchen.
So wenig wie sie Lügen brauchte. Der Kater hatte eine Nase. Und wache Augen. Er konnte klar erkennen wie viele Katzen beteiligt waren.

“Sie...“

Kurz hielt sie inne, musterte den zweifarbigen für einen Moment, als würde sie Prüfen ob die folgenden Worte genehmigt wurden. Als wollte sie eine Bestätigung, dass sie den Namen – den er zuvor genannt hatte – auch nutzen durfte.

“Krähenruf und ich gerieten in einen Konflikt.“

Sie ließ die Worte stehen. Ihr Blick wanderte wieder zum Boden, die Ohren drehten sich zur Seite weg und die Schnurrhaare zuckten leicht. Zitternd atmete sie ein, langsamer aus. Konnte sie sich ruhig wieder fallen lassen? Den Kopf auf den Boden betten? Oder würde sie so in eine Gefahr tappen? Aber es war so anstrengend. Wehleidig verzog sie die Lefzen.
Wo war Traumfresser?
Wo war Silberstille?

“Ich war im Fluss. Sie auf eurem Gebiet. Es schien ihr nicht zu passen. Der Streit wurde hitziger und dann... Dann wurde es körperlich. Ich... Ich habe sie schlimm verletzt. Sie brach irgendwann zusammen. Wir waren beide erschöpft..“

Maunzte sie das Geschehen, leise. Immer wieder brach ihre Stimme mal ab. Reue vibrierte in ihrem Ton. Erschöpfung und auch Unglaube.
Schneewehe konnte nicht mehr. Sie ließ den Kopf wieder auf den Boden fallen, ihre Iriden wanderten über die Gräser, die alte Krähe und den Nachtschatten hinauf. Feucht, flackernd.

“Ich konnte sie da nicht liegen lassen. Im Wasser.. Ich dachte...“

Die Stimme verebbte, der Blick wanderte wieder zu der schwarzen Kätzin und sie schwieg.
Ließ den Gedanken unausgesprochen.
Blinzelnd überlegte sie. Was genau passiert war...
Jedes wichtige Detail...
Ihr Blick entrückte, glitt fort von diesem Ort.

“Sie schlug mir mit der Kralle über das Gesicht. Stieß mich fort und ich biss in ihr...“

Ihr Blick glitt zum hinteren Teil der Krähe.

“Es tut mir Leid.“

Ein Hauchen.

“Ich biss ihr dahin. Tritte, Schläge, ein Rangeln. Dabei sprangen wir uns gleichzeitig an und sie biss mir in den Hals. Ich in ihre Schulter. Und sie ließ nicht ab. Und als sie abließ, wich sie nicht zurück.“

Ihr Brustkorb hob sich als sie langsam und tief einatmete.
Dann kam eine Frage:

“Darf ich nicht in den Fluss?“

Unausgesprochen schwangen die weiteren Fragen mit. Gehört er euch? Wieso gehört ein Fluss euch? Ist es wirklich so schlimm wenn ich in dieses Nass trete?
Schwere im Blick, schloss sie die Augen schließlich. Ihre Ohren zuckten auf die stetigen Geräusche die der Kater machte. Der Schwanz bewegte sich nur leicht, zog sich dichter an sie. Schneewehe hatte sich nicht ausgebreitet, viel mehr klein gemacht. Als wollte sie nicht hier sein.
Ihn nicht verärgern und nur noch fort.



@Nachtschatten
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Nachtschatten

Nachtschatten
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#6
05.04.2026, 15:31
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take me for a fool


Was hatte Schneewehe wohl erwartet? Dass er ihre Worte zerpflückte, jeden Fehler bloßlegte, sie zwang, sich in Widersprüchen zu verheddern? Vielleicht hätte ein anderer genau das getan - Nachtschatten nicht. Er hörte, und während er hörte, ordnete er allmählich. Nicht ihre Geschichte - die war schlicht genug - sondern das, was zwischen ihr und Krähenruf passiert war. Zwei Willen, Stolz gegen Stolz. Wie oft hatte er genau das schon gesehen, nur mit weniger Blut am Ende?

Seine Zähne mahlten die Ringelblumen bedachter, bis der bittere Saft sich vollends löste, nur um dann den Kopf zu senken und den Brei mit ruhigen, präzisen Bewegungen in den Wunden der Alten zu verstreichen. Ihre Stimme hallte noch nach - das Zögern, die Brüche, das Eingeständnis. Keine Lüge, zumindest keine grobe, die der Kater direkt erhaschen konnte. Dafür fehlte ihr die Glätte, fand er.

Erst als er schließlich fertig war, hob sich sein Blick wieder, welcher unverblümt die Langhaarige zu prüfen begann. Er war nicht offen feindselig, nicht hasserfüllt - aber ihr mehr Raum zu geben, als er es in jenem Moment tat, war er auch nicht bereit. "Sie vergisst manchmal, dass sie sich ihren Ruhestand längst verdient hat", murmelte er grüblerisch, "als müsste sie ihn sich jeden Sonnenaufgang neu sichern." Die weißen Schnurrhaare zuckten, gewiss amüsierter Natur. Nicht amüsiert über ihren Zustand, aber eher darüber, wie unfassbar resilient seine Großmutter doch war. "Und trotzdem greift sie nicht grundlos an."

Er richtete sich ein Stück auf, gerade genug, um sie klarer im Blick zu haben. Die folgenden Worte des Schwarzweißen kamen ruhig, aber mit einer Präzision, die keinen Spielraum ließ, sich hinter ihrer Absicht zu verstecken. "Du warst im Fluss, sie auf unserem Gebiet. Zwei Linien, die sich schneiden. Also frage ich dich nicht, was passiert ist - das hast du mir gesagt - sondern warum du geblieben bist, als klar war, dass sie dich nicht dort dulden würde." Nach einem flachen Atemzug setzte er nüchterner Natur nach: "Also schließe ich darauf, dass du dich entweder geweigert hast zu gehen, oder auf unserem Territorium gejagt hast."

Sein spitzes, linkes Ohr zuckte leicht, ehe er mit einem lockeren Nicken auf die übrig gebliebenen Ringelblumen vor seinen Pfoten deutete. Die tiefgrünen Iriden deuteten nur kurz dorthin, ehe sie Schneewehe wieder in ihren Fokus nahmen, als wäre die Bedeutung offensichtlich genug, um keine weiteren Worte zu brauchen. Mach es selbst, oder trag die Konsequenzen dessen, was daraus wird.

Er wandte sich wieder Krähenruf zu, rückte unbewusst näher und schirmte sie beinahe ab, während seine Stimme, als er erneut sprach und einen anderen Ton annahm - nicht weicher, aber weniger gespannt, als hätte er sich entschieden, einen Teil der Strenge fallen zu lassen. "Wasser gehört niemandem", miaute er schließlich, den Blick kurz in die Ferne gerichtet, als sähe er mehr als nur den Fluss, von dem sie gesprochen hatte, "der gesamte Wald trinkt von ihm, und dennoch versiegt seine Quelle nicht."

Nachtschattens Schnurrhaare zuckten sacht, als er mit einem Gedanken zu spielen schien, den er ungern weiter ausführte. "Du hättest gehen können", fügte er in sachlicher Ruhe bei, ohne sie aus den Augen zu lassen, "wieso bist du geblieben und hast sie nicht so zurückgelassen?"


@Krähenruf @Schneewehe
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Schneewehe

Schneewehe
Posted on:
#7
Vor 3 Stunden
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All die Träume tief in uns verborgen



Der weiß-schwarze Kater war kontrolliert. Sicher und Bodenfest. War er durch die Ahnen so verwurzelt? War dies überhaupt möglich? Oder war es einfach nur das Wesen dieses Nebelkopfes? Wie sehr hatte sich der NebelClan seit ihrer Abwesenheit verändert? Wie viele Katzen waren ihnen gefolgt, wie viele Babys hatten sie? Wie sehr war er gewachsen und hatte er neuen Fuß gefasst? Wer war ihr Anführer, wer der zweite und der Heiler? In diesem Moment merkte Schneewehe, dass sich vieles verändert hatte und sie dringend Informationen brauchten um besser zu antworten. Zu agieren und interagieren. Wo konnten sie die Katzen am besten treffen?

“Sie vergisst manchmal, dass sie sich ihren Ruhestand längst verdient hat.“

Begann der Kater murmelnd. Schneewehes Ohren zuckten und wandten sich aufmerksam zu dem Kater. Jeden Sonnenaufgang sich neu sichern, trotz verdienten Ruhestandes. Verdient.. Sollte Schneewehe nun laut auflachen? Nein, natürlich nicht. Aber es war mehr als ein guter Witz. Diese Katze, die dort lag hatte weitaus mehr verdient als das was sie nun schon erlitten hatte. Zumindest noch einiges mehr. Das Bild ihrer jungen Schwester glitt durch ihre Gedanken und langsam schloss die getigerte Katze ihre Augen.

“Und trotzdem greift sie nicht grundlos an.“

Hatte sie diese Eigenschaft abgelegt? Dies bezweifelte sie. Kannte dieser Kater seine ClanKameradin überhaupt gut genug? Oder hatte Krähenruf sich groß verändert? Die Kätzin dachte nach, fand aber nichts was darauf hinwies. Nicht wirklich. Sie schien wie immer – und schlimmer. Die Kätzin öffnete die Augen wieder und sah wie der zweifarbige sie ansah. Seine Worte waren ruhig und sachlich. Schließlich teilte er seine Annahme mit, woraufhin Schneewehe die Augen aufriss und den Kopf zurück zog als hätte er mit der Pfote zugeschlagen.
Sie? Auf ihrem Territorium gejagt? Das war nun wirklich Lachhaft. Ungläubig ob dieser Behauptung schüttelte sie den Kopf leicht, bis die Wunde sich schmerzend meldete und sie die Lefze verzog.

Doch ehe die Worte sie verließen, deutete der Kater auf die Ringelblumen vor seinen Pfoten, bevor er sie wieder ansah. Schneewehe folgte dem Blick, ihr Schwanz strich unsicher über den Boden. Sollte sie wirklich? Durfte sie?
Prüfend und abwartend sah die silberne zu dem Kater, dann erhob sie sich langsam.

Besser sich zu wagen und etwas Schmerz aushalten, als dass die Wunden sich infizieren.

Dachte sie bei sich. Sobald sie stand glitt sie langsam, humpelnd zu ihm. Sie schlug einen größeren Bogen um Krähenruf herum ein und ihr Blick strich über den Körper der schwarzen Krähe. Schon schob sich der Kater vor ihr wie ein Schutz.

Aber was ist sie für dich? Aber wie steht ihr zueinander?

Fauchte sie innerlich, während ihr Blick sich abwandte zu den Blumen. Prüfend schnupperte sie daran, hörte dann seine Worte und hob die Blumen an. Sie rochen anders als sie schmeckten und doch war da eine Nuance die sich glich. Langsam begann sie auf ihnen zu kauen, bevor sie wieder Abstand zwischen der Krähe, dem Heiler und sich brachte.
Ihre zittrigen Schritte gaben langsam nach. Die Kätzin kippte nach vorne, verlor das Gleichgewicht und fiel. Ihr Gesicht verzog sich, zeigte Unmut und Schmerz. Was soll es. Nun lag sie ja.
Sie kaute auf ihren Blättern, während sie die Worte Nachtschattens einordnete. Für ihn gehörte der Fluss also niemanden. Das sahen nicht alle Katzen im NebelClan so. Er ging sogar einen Schritt weiter, er behauptete dass der Fluss den ganzen Wald nährte. In ihrem Kopf ergänzte sie die Liste um einiges mehr.

“Du hättest gehen können. Wieso bist du geblieben und hast sie nicht so zurückgelassen?“

Durchschnitt die Stimme sachlich, ruhig den Raum zwischen ihnen. Ihr Blick glitt hinüber, überrascht, dann lag er bedauernd auf der Krähe. Ihr Mund kaute diese Blumen, zählte die Herzschläge die auch der Kater zuvor gebraucht hatte und schließlich verzog sich das Angesicht angewidert.

Wie eklig

Dachte sie kurz. War Medizin schon immer so bitter gewesen? Bei dem Giftmischer klang es immer so... Einfach so... geliebt?
Erst als sie mit dem Prozess fertig war und zumindest die Nase und die Pfote versorgt hatte, blickte sie auf den größeren Rest und versuchte damit ihren Hals mehr schlecht als recht zu bedecken.

“Ja... Ich hätte gehen können. Und eine Bewusstlose, schwache und hilflose Katze zurück lassen können.“

Sprach sie leise.

“Aber dann hätte ich sie auch zum sicheren Tod verurteilt. Eine Fremde, die agiert hatte aus einer Überzeugung heraus – die ich weder verstand noch nachvollziehe. Aber einer Katze die offenkundig zu jemanden gehörte und der um sie trauern würde.“

Ihre Stimme wurde etwas fester, dann traurig und ihr Blick hielt sich an dem zweifarbigen Kater fest. Als würde sie sagen wollen: Würdest du jemanden liegen lassen damit er stirbt?

“Offensichtlich, hat sie ja jemanden dem sie etwas bedeutet.“

Nun wurde ihr Blick vorsichtig forschend. Eine offene Frage im Raum, ob ihre Vermutung richtig war.



@Nachtschatten
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Schneewehe, Nachtschatten Blumenwiese


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