Es war noch früh am Morgen, als die Jagdpatrouille sich aus dem WurzelClan Lager entfernt hatte und den Weg zum Lichthain angetreten war. Die Vögel erwachten gerade träge aus ihrem Schlaf und begrüßten singend den neuen Morgen. Leichter Nebel lag noch über dem Wald, doch der Himmel war klar. Es versprach ein schöner Tag zu werden.
Dünenwind spürte, wie ihre Wunden vom Ahnenbaumkampf von Tag zu Tag weiter verheilten und heute fühlte sie sich beinahe wieder wie die Alte. Dennoch, seit diesem Tag lag ein Schatten über dem Wald, der nichts mit der aufgehenden Sonne zu tun hatte, die ihre Lichtstrahlen zaghaft durch die dichten Bäume schickte… Umso mehr gefiel es ihr, dass sie heute mit so guten Freunden unterwegs sein durfte.
“Viel Erfolg euch allen. Wir treffen uns später genau hier wieder!“ , wies sie ihre kleine Patrouille an und winkte ihren Freunden keck mit der Schweifspitze zu, bevor sie sich auf die Suche nach Beute begab. Das Laub raschelte leise unter ihren Pfoten, doch das sollte nicht das einzige Geräusch an diesem Morgen bleiben. Die Kriegerin hielt inne und spitzte die Ohren, als ein leises Fiepen durch den Wald zu hören war. Lautlos schlich sie ein wenig näher, bis sie die beiden Mäuse ausmachen konnte, die geschäftig zwischen de Wurzeln einer kleinen Buche herumkrabbelten. Dünenwinds Krallen gruben sich erwartungsvoll in den Boden, als sie flink und leise näher kroch. Die beiden Nager schienen sie noch nicht bemerkt zu haben und Dünenwind war fest entschlossen, alle beide zu fangen. Mit einem kraftvollen Sprung warf sie sich vor, blockierte genau das Loch, in welches die beiden panischen Nager flüchten wollten. Die eine erwischte sie fast sofort, tötete sie mit einem schnellen Biss und ließ sie achtlos fallen, bevor sie sich an die zweite heftete, die fiepend und brüllend ins Unterholz verschwinden wollte. Doch die Jägerin war schneller, packte den Schwanz mit den Krallen und riss die Maus zurück, bevor sie die sichere Deckung erreichen konnte. Mit einem gezielten Biss erlegte sie auch die zweite Maus, bevor sie beide sicher unter einem Lauhaufen verstaute, um sie später wieder einzusammeln.
Mit zuckenden Schnurrhaaren und äußerst zufrieden über ihren Erfolg, machte sie sich wieder auf den Weg und suchte nach weiterer Beute. Es dauerte nicht lange, bis sie eine Elster ausmachte, die am Boden zwischen dem Laub wühlte. Dünenwind spannte die Muskeln an, während sie lautlos näher schlich. Die Elter schien völlig mit sich selbst beschäftigt und hatte keine Ahnung von der tödlichen Gefahr, die sich hinter ihre zum Sprung bereit machte.
Flatternd sprang sie auf, als Dünenwind losstürzte, doch es war zu spät, die Kriegerin erwischte den Vogel zielsicher im Flug und presste ihn zurück zu Boden. Schnell tötete sie das panisch flatternde Tier. Äußerst zufrieden nahm sie den Vogel auf, trabte zurück zu ihren Mäusen und kehrte dann voll beladen zurück zum Treffpunkt.
Vom Wald gezeichnet
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Wild and free, just like the wind
Es war noch früher Morgen, die Sonne begann erst am Himmel höher zu klettern und leichter Nebel lag noch im Wald während die erste Jagdpatrouille des Tages zum Lichthain loszog. Der Himmel war klar, es war windstill und alles schien darauf hinzudeuten, dass es ein schöner, sonniger Tag werden könnte.
Während sie sich dem Lichthain näherten, wanderte ihr Blick zu Dünenwind, die am Kampf am Ahnenbaum vor einigen Sonnenhochs teilgenommen hatte. Besorgt musterte sie die Getupfte, die verletzt zurückgekehrt war - wie eigentlich jeder WurzelClan-Krieger. Schlussendlich waren sie zum Rückzug gezwungen worden und hatten die Schlangenfelsen an den GlutClan, allen voran Fichtenstern, verloren. Doch schien sich ihre Freundin gut zu bewegen und ihre Wunden zu heilen. Ahornschatten hatte es wohl ebenso schlimm getroffen, wenn nicht schlimmer. Lichtfeder wäre bei dem Anblick seines blutverkrusteten Fells fast aus dem Fell gefahren.
“Viel Erfolg euch allen. Wir treffen uns später genau hier wieder!“ , wies sie die Patrouille an und winkte ihren Begleitern keck mit ihrer Schwanzspitze bevor sie sich entfernte
Mit einem sanften Lächeln blickte sie der Getupften hinterher bevor ihr aquamarinblauer Blick zu Ulmennacht und Kastanienstreif wanderte. "Viel Glück! Und lasst mir ein paar Beutetiere übrig!" , miaute sie mit einem Lächeln bevor sie sich abwandte und davontrabte.
Als Lichtfeder ein wenig Abstand zwischen sich und den Rest der Patrouille gebracht hatte, blieb sie stehen. Ihre Ohren zuckten kaum merklich als sie das ferne Geräusch des Sägewerks hörte, doch ihr Fokus lag auf einem kleinen blauen Fleck direkt vor ihr. Es war beinahe zu einfach. Eine Blaumeise hüpfte völlig ahnungslos von einem tiefhängenden Ast eines Baums herunter und schien selbst auf der Suche nach Fressen zu sein.
Lichtfeder schlich sich mit eleganten, geschmeidigen Bewegungen heran. Ihre hellen Pfoten setzte sie lautlos auf den Boden auf. Als sie nah genug war, spannte sie ihre Muskeln an und schnellte mit einem gezielten Satz nach oben. Ein kurzes Flattern, ein unterdrücktes Piepsen und die Meise lag leblos im Gras. Zufrieden lächelte sie, ein leichtes Schnurren entkam ihr. So startete die helle Kätzin gerne in den Tag.
Nachdem sie Erde über die Blaumeise gescharrt hatte, glitt Lichtfeder im Jagdkauern weiter. Plötzlich zuckte ihr blauer Blick nach rechts. Ein Rotkehlchen saß auf einem morschen Baumstumpf. Lichtfeder drückte sich flach auf den Bauch, das Herz klopfte ihr bis zum Hals. Sie wartete, bis ein kleiner Nebelschleier die Sicht des Vogels kurzzeitig trübte und sprang los. Doch in genau diesem Moment knackte ein winziger Zweig unter ihrem Gewicht. Das Rotkehlchen wirbelte herum, die Flügel schlugen panisch gegen die Luft. Und ihre hornweißen Krallen strichen nur Millimeter an den Schwanzfedern vorbei, bevor der Vogel mit einem spöttischen Zwitschern in den dichten Waldrand entkam.
Enttäuscht blickte sie dem Vogel nach, blieb aber weiterhin wachsam. Die helle Kätzin wandte sich in die Richtung in der das Sägewerk lag. Sie blieb nach einigen Schwanzlängen erneut stehen als sie etwas Graues über den Boden huschen sah. Dann nahm sie den Geruch des Nagetiers war und verengte ihre aquamarinblauen Augen leicht. Eine Ratte. Leicht rümpfte sie ihre leberfarbene Nase. Das Tier war groß und bewegte sich flink. Sie sprintete über rutschige Wurzeln und an dichtem Gestrüpp vorbei, das die Ratte nutzte, um sie abzuhängen. Die Ratte schlug Haken, versuchte durch einen hohlen Baumstamm zu entkommen doch die Cremefarbene gab nicht auf. Mit einem letzten, verzweifelten Kraftakt warf sie sich nach vorne. Ihre hornweißen, scharfen Krallen bekamen das struppige, kurze Fell zu fassen bevor die Ratte davon huschen konnte. Sie wich den scharfen Zähnen und gefährlichen Krallen des Nagetiers aus, biss ihr in die Kehle und drückte ihre Zähne fester in das weiche Fleisch bis die Ratte aufhörte, sich zu wehren. Und ihr Körper erschlaffte. Die Kätzin ließ das Nagetier wieder los. Schwer atmend stand Lichtfeder über der Ratte während ihr aquamarinblauer Blick über ihre Umgebung wanderte. Ratten waren selten allein unterwegs. Dann nichts wie weg hier.
Äußerst zufrieden mit der Blaumeise und der Ratte, hob sie beides auf, trabte zurück zu ihrem Treffpunkt mit Dünenwind, Kastanienstreif und Ulmennacht und stellte fest, dass Dünenwind sogar schon zurückwar. Ein Schnurren entkam Lichtfeder als sie näher kam. "Glückwunsch! Offenbar war deine Jagd erfolgreich!" , schnurrte sie freudig.
Alias — Jacky
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