Eigentlich hatte Goldfuchs nicht viel gewollt.
Ganz und gar nicht. Er hatte nur einen Wunsch gehegt während er sich putzte und sein Fell zu erneutem Glanz und der herrlichen Ordnung verhalf. Gewissenhaft hatte er die Fremdkörper hinaus gezupft und mit seiner Zunge Partie für Partie bearbeitet.
Und dabei wollte er Ruhe haben.
Einfach nur Ruhe.
Doch ein Geräusch weckten das Interesse seiner Ohren. Sie zuckten und wandten sich diesem zu, bevor sein Blick folgte. Er hielt inne, als er die Pfoten leckte und starrte auf einen Kater mit graubraunem Fell und einer Tigerung. Spinnenpfote , ordnete sein Kopf den Schüler direkt ein. Der jadene Blick lag stumm wie Eis über dem See auf Spinnenpfote. Nichts regte sich, während der Krieger den Schüler so anstarrte und verharrte. Als würde er auf den richtigen Moment warten den Schüler zu überraschen – aber viel mehr dass dieser abdrehte und verschwand.
Dies tat dieser jedoch nicht. Weit entfernt waren dessen Gedankengänge von Goldfuchs Wunsch entfernt. Viel mehr schien der Schüler ein Interesse an dem zweifarbigen Kater gefunden zu haben. Sobald es Goldfuchs aufging, dass die halbe Portion ihn nicht in Ruhe lassen würde, drehte er sich um und zeigte ihm einfach den Rücken.
Doch auch dies beeindruckte den aufdringlichen Schüler nicht.
Goldfuchs blickte zum Himmel und war kurz davor ein Stoßgebet an die Ahnen zu richten, als ihm ein Einfall kam.
“Hast du nichts besseres zu tun?“ , donnerte seine Stimme abweisend, jedoch leise. Sein Blick heftete sich auf das Angesicht von Spinnenpfote. Ohne eine Antwort abzuwarten sprach er in demselben Ton weiter: “Wenn du endlich aufhörst mir meinen Schwanz abzukauen nehme ich dich mit.“
Er machte eine bedeutungsvolle Pause, erhob seinen Körper und lehnte sich langsam nach vorne und über den Kater. Unheil verheißend. Mit einem schiefen Grinsen auf dem Gesicht, bevor er verschwörerisch flüsterte: “Zum Donnerweg.“
Etwas herausforderndes lag in seinem Gesicht. Doch er sprach es nicht aus.
So plötzlich wie Goldfuchs sich dazu herab gelassen hatte Spinnenpfote anzusprechen, so plötzlich drehte er sich herum und verließ das Lager. Er wartete gar nicht erst ob der Schüler ihm folgte oder nicht – es war ihm schlichtweg egal. Im tiefsten Herzen wünschte er sich, dass dieser zurück blieb. Nur darum hatte er den Donnerweg zu seinem Ziel erklärt.
Er wollte dem Lärm entkommen.
Dem Schüler.
Ob sein Plan wirklich auf ging oder er am Ende im eigenen Versuch sich verfing und in einer Lehrstunde endete?
Vom Schatten berührt
Alias — nessjas
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Spinnenpfotes Mentor Bussardjäger hatte heute den Fehler gemacht ihn nicht genug auszulasten. Er besaß immer noch zu viel Energie und das führte nun, an Sonnenuntergang dazu, dass er nicht ruhig stillsitzen konnte und schon gar nicht konnte er sich mit dem Gedanken an Schlaf anfreunden. Er würde sich nur wie irre in seinem Nest umherwälzen und dann musste er am nächsten Tag wieder alles sauber machen und in Ordnung bringen, darauf hatte er keine Lust. Inmitten der Langeweile und Ruhelosigkeit blieb sein Blick bei Goldfuchs hängen und automatisch schweiften seine Gedanken über dieses und jenes, während sein Schweif gedankenverloren auf dem Boden umherpeitschte. Er dachte an 3 Sonnenaufgänge zurück, als Bussardjäger mit der Aufgabe auserkoren wurde Wolkenpfote ein paar Grundtechniken im Jagen beizubringen. Goldfuchs war der Vater von Wolkenpfote. Er fragte sich wie er es fand, dass sein Sohn Heilerschüler geworden war statt Kriegerschüler. War Goldfuchs trotzdem stolz oder war er einer dieser Krieger, die der Meinung waren, dass man Krieger werden musste, um etwas im Leben zu reißen?
Die beiden lieferten sich einen Blickduell, was Spinnenpfote nur halb mitbekam, weil er so tief in Gedanken war. Doch als er wieder zurück im Hier und Jetzt war, bemerkte er, dass Goldfuchs nicht sonderlich erfreut über sein Starren war.
Das der Krieger ihm plötzlich den Rücken zuwandte war ein Fehler. Denn das befeuerte Spinnenpfote nur. Er stand auf und tappte näher und versuchte dabei nicht mal unauffällig zu sein. Er setzte sich wieder. Als Goldfuchs den Kopf gen Himmel hob und es so aussah als würde er die Ahnen um Beistand bitten kicherte Spinnenpfote in sich hinein.
Als Goldfuchs den eisigen, jadefarbenen Blick wieder auf den Schüler richtete rührte er sich nicht, blieb völlig unbeeindruckt davon. “Hast du nichts Besseres zu tun?”
Spinnenpfote öffnete gerade den Mund, um zu antworten, da kam der Krieger ihm zuvor. Nein, aber du doch auch nicht. “Wenn du endlich aufhörst mir meinen Schwanz abzukauen nehme ich dich mit.”
Spinnenpfotes gelbgrüne Augen weiteten sich und Aufregung breitete sich in seiner kleinen Brust aus. Mitnehmen? So spät noch? Wohin? Als könnte Goldfuchs Gedanken lesen folgte die Antwort auch schon prompt.
Zum Donnerweg?! Wie toll! Ich bin so ein Glückspilz! Dabei war es ihm egal was Goldfuchs vorhatte. Hauptsache er hatte einen Grund aus dem Lager zu entkommen.
Spinnenpfote sprang auf die Beine und folgte dem Kater eilig. Dessen Schritte waren groß und irgendwie schnell, als wolle er den Schüler abschütteln, doch das brachte ihm nur das Gegenteil ein. Es spornte Spinnenpfote nur dazu an, mitzuhalten, egal wie anstrengend es werden würde. Mich wirst du nicht so schnell los!
Alias — Connor
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Eichenfell und Heidepfote liefen in schnellem Schritt über die trockene Landschaft. Die Klippen, welche das Lager beheimateten, hatten sie bereits hinter sich gelassen und auch der gefährliche Seichte Steinhang lag hinter ihnen. »Heidepfote: Spitz deine Ohren. Wenn du genau hinhörst, dann kannst du bereits die Monster auf dem Donnerweg hören « miaute er mit ruhiger Stimme und hielt kurz an, damit seine Tochter stehen bleiben und sich das Ganze anhören konnte. Sie war noch nicht so lange Schülerin und Eichenfell verstand, dass es sicher nicht allzu leicht war, sich auf die Geräusche zu konzentrieren und dabei weiter zu gehen, ohne über Felsen zu stolpern oder sogar in eine Vertiefung zu treten. Eichenfell hörte immer wieder Monster über den Donnerweg rasen, dann kehrte Stille ein und der Krieger setzte seinen Weg fort »Oft kommen einige Monster hintereinander und dann wird es wieder ruhig, aber das ist keine Garantie! Glaube bloß nicht, weil ein paar Monster weg sind, dass danach immer Ruhe ist. Monster kommen wann sie wollen, wie sie wollen und so oft sie wollen « mahnte Eichenfell und sein Schweif schnippte kurz zur Seite »Wenn du den Donnerweg überqueren willst, dann verlässt du dich immer auf deine Sinne und niemals lässt du dich ablenken « fügte der braune Krieger noch hinzu und Vater und Tochter näherten sich der Grenze immer weiter. »Wir kontrollieren heute die Grenze. Das heißt nicht, dass wir Ärger suchen werden. Auch GlutClankrieger müssen nicht immer die Konfrontation suchen. Aber wir werden sie auch nicht scheuen, wenn sie uns findet « miaute er und schließlich konnte man die Monster sehen, wenn diese den Donnerweg entlang rasten. Skeptisch hob Eichenfell die Nase in die Luft. Der Duft von Katzen aus dem BrisenClan lag in der Luft, eindeutig. »Heidepfote. Sag mir was du riechst und konzentriere dich dabei. « miaute er klar und sah seine Tochter erwartungsvoll an. Er liebte seine beiden Kinder und dennoch hoffte er natürlich, dass sie talentierte Krieger werden würden, auf die er auch stolz sein könnte.
Alias — Efeu
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Heidepfote folgte ihrem Vater Eichenfell durch die trockene Landschaft. Wie die Landschaften in den anderen Territorien der Clans wohl aussahen? Hatten sie auch so trockene Ebenen wie der GlutClan? Vom NebelClan wusste sie, dass er es wohl relativ nass haben muss, schließlich nächtigten sie um einen Fluss herum. Komische Gestalten, diese Fischköpfe. Wie konnte man als Katze nur Wasser mögen?
Kopfschütteln über den Gedanken, horchte sie nun auf das, was Eichenfell ihr sagte. Für ein paar Herzschläge schloss die Schülerin im Stehen die grünen Augen und hielt die Luft an. Tatsächlich hörte sie ein Geräusch. Ein komisches Geräusch. Mit ihrem Mentor Aschesturm war sie das Territorium abgelaufen, hatte auch schon ein Monster gesehen, doch noch hatte sie sich nicht an die Geräusche, geschweige denn an den Geruch des Donnerwegs gewöhnen können.
”Es hört sich fast so schrecklich an, wie es riecht.” , meinte Heidepfote und rümpfe angeekelt die Nase, obwohl sie den Geruch noch gar nicht einfing.
Ihr Vater erzählte weiter von den Monstern. Dass sie kommen wann, wie und so oft sie wollten und man sich immer auf seine Sinne verlassen sollte. Die junge Kätzin nickte gehorsam mit dem Kopf. ”Monster scheinen grausame Wesen zu sein. Ob sie wohl so böse geboren wurden oder ob die Zweibeiner, die sie fressen, sie böse machen?” , fragte sie sich laut und dachte kurz darüber nach.
Die nächsten Worte des Kriegers ließen das perlgraue Fell der Kätzin freudig aufrichten. Ob sie wohl an der Grenze anderen Katzen begegnen würden? Noch kannte sie keine Clanfremden Katzen. Wann und wo hätte sie die auch treffen sollen? Fremde Katzen kamen fürgewöhnlich nicht ins GlutClan Territorium spaziert, zu ihrer Höhle gelaufen und sagen freundlich ‘Hallo’.
Heidepfote stieß ein Schnauben aus. Ihre Gedanken spielten mal wieder verrückt. Das änderte sich aber, als sie die ersten Monster sehen konnte und der beißende Geruch des Donnerwegs sie urplötzlich traf, dass ihr kurz schwindelig wurde. Schnell fasste sie sich aber wieder und hob wie geheißen ihre Schnauze in die Luft, um den Geruch um sie herum wahrzunehmen. Sie erkannte jedoch nur den stinkenden Donnerweg, weshalb sie sich einmal über die Nase leckte, um ihre Geruchsknospen erneut anzuregen. Zuerst dachte sie, es hätte nichts gebracht und fast hätte sie trotzig das Kinn gehoben, doch da kam ihr ein neuer Geruch entgegen. Seltsam fremd und irgendwie roch es komisch nach… Sonnenschein? Hatte die Sonne einen Geruch? Heidepfote wusste es nicht, doch sie verband den Geruch augenblicklich mit der Sonne.
”Es riecht nach Sonne.” , behauptete sie nun also, nichts ahnend, dass das der Geruch des BrisenClans war.
Bei ihrer Territoriumstour hatte sie zum damaligen Zeitpunkt nur aufgeregt den Geruch des Donnerwegs wahrgenommen, zu groß waren Adrenalin und Aufregung gewesen, um auch nur etwas anderes zu erschnüffeln. Doch jetzt mit ihrem Vater war sie keineswegs aufgeregt, sie war eher entspannt, weshalb sie nun den Geruch ein wenig besser wahrnehmen konnte. Was Eichenfell mit der Antwort seiner Tochter wohl anfing?
Alias — Kadse
Kadse ist Offline
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Natürlich nicht.
Wieso sollte es auch.
Warum sollte der Sternenclan Seinen Wünschen entsprechen?
Wieso sollten die Ahnen irgendetwas tun, was eine Bereicherung für ihn darstellte?
Seine Mundwinkel zuckten missmutig, als der Schüler mehr als nur bereitwillig dem Krieger folgte.
Vielleicht war es das Glück Goldfuchs, dass Spinnenpfote seine Gedanken nicht laut aussprach. Ansonsten hätte er verzweifelt zu den Ahnen gen Himmel geschrien.
Der bicolore Kater vernahm die flinken, kleinen Schritte des Schülers und zog noch einmal an. Er hatte nicht vor den Donnerweg zu besuchen, wenn die Dunkelheit hereinbrach. Dies würde mehr Probleme als Lösungen versprechen.
Die Sonne arbeitete sich immer weiter voran um das Land in ein brennendes Rot zu tauchen. Es passte zu der immer kargeren, größer werdenden Einöde.
Vielleicht ging ja doch ein Grashalm in Flammen auf und würde...
Der Kater schüttelte den Kopf. Würde er nicht.
Und er würde den Schüler nicht seinem Schicksal überlassen.
Dies konnte Goldfuchs nicht. Nicht einmal die nervigste Katze im ganzen Clan würde er alleine zurück lassen können.
Ein leises, kaum hörbares Seufzen entglitt ihm. Also gut. Dann war jetzt eine ungefragte Lehrstunde dran. Goldfuchs schloss seine Augen und sammelte sich. In seinem Körper, unter dem dichten Pelz, spannten sich neue Muskelregionen an, während die alten sich mehr und mehr entspannten. Der Schwanz folgte in einer horizontalen und seine Schritte verlangsamten sich desto näher sie ihrer Destination kamen.
Aufmerksam lauschte Goldfuchs, während sein Pelz immer mehr in Flammen aufging.
Der Wind war nicht auf ihrer Seite, er wehte ihren Geruch mehr zu dem Glutclan als umgekehrt. Dies war durchaus gefährlich, vor allem wenn er alleine mit einem Schüler unterwegs war. Seine Gesichtszüge wurden automatisch härter und ein scharfes Wort glitt einem warnendem Raunen gleich aus seinem Mund: “Obacht!“
Der Kater hielt inne, schnupperte und lauschte erneut. Nicht einmal den üblichen und sonst so präsenten Gestank des Donnerweges konnte er hier erahnen. So nah und doch so fern.
Das erste Geräusch grollte heran. Seine Ohren zuckten erneut und ein mahnender, strenger Blick wurde Spinnenpfote zugeworfen. In ihm lag alles was er nicht aussprach. Der Schüler sollte schweigen. Lauschen und wahrnehmen. Wie das grollen Anschwoll. Lauter wurde nur um dann wieder in einer Geschwindigkeit sich zu entfernen und in eine andere Tonart überzugehen.
Langsam ging Goldfuchs einige Schritte weiter voran, bevor er inne hielt.
“Was fällt dir auf?“ , blaffte er die Frage heraus.
Ein leichtes zittern geht durch seine Schwanzsspitze als er sie aufstellt. Das nächste Ungeheuer der Zweibeiner näherte sich. Sauste in großer Distanz vorbei und weiter.
Noch immer waren sie zu weit weg für die Düfte.
Sobald der Schüler seine Frage beantwortet hatte, glitt der goldene Flammenkater weiter auf den Donnerweg zu. Langsam erreichte der beißende Geruch sie. Er schlich in ihre Nasen, zwickte rein um dann mit dem nächsten Lufthauch erneut zu verschwinden. Anschließend kam er wieder angekrochen.
Ein erneutes heulen und rumpeln. Diesmal lauter. Schneller. Ohrenbetäubend nah, da sie einen Sprint vom Donnerweg entfernt waren. Fernab der Ungetüme, doch langsam Sichtbar für den Glutclan. Und noch immer trug der vermaledeite Wind ihre Kunde hinüber und nicht umgekehrt.
“Und nun?“ Zwei kurze Worte. Ein scharfer Blick der den Schüler bedachte.
Seine letzte Antwort hatte er noch unkommentiert gelassen. Sein Blick verweilte auch nicht zu lange auf Spinnenpfote. Sie wanderten wie es für einen aufmerksamen Jäger üblich waren langsam über ihre Umgebung. Blickten über die weiten Felder auf ihre Seite, musterten den Donnerweg genau und ebenso das schroffe, felsige und lebensferne Gebiet des Glutclans.
In seiner Bewegung hielt Goldfuchs inne, als er eine Unebenheit entdeckte. Etwas, was nicht in das sonstige Gebiet passte.
Die Zunge bleckte das Maul. Der Schwanz erzitterte erneut, während sein Blick sich auf das etwas heftete. Die Ohren zuckten manchmal bei einem Geräusch. Doch selbst die dröhnenden Monster konnten ihn nicht davon abhalten die zwei Katzen anzustarren.
Vom Schatten berührt
Alias — nessjas
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Fröhlich folgte Spinnenpfote dem scheinbar schlechtgelaunten Goldfuchs, während sein Herzschlag schnell vor Aufregung in seiner schmalen Brust pochte. Er konnte erstaunlich gut mithalten, konnte dadurch aber kaum seine Umgebung bestaunen, welche langsam in hübschen rot-orangenen Farben getaucht wurde. Der Schüler nahm mehr seiner Kräfte zusammen und beschleunigte sein Tempo, um nun neben dem Krieger laufen zu können und ihm nicht folgte wie ein verlorengegangener Welpe.
Spinnenpfote überlegte, ob er Goldfuchs etwas fragen sollte. Vielleicht war jetzt der richtige Zeitpunkt dazu, ihn über Wolkenpfote auszufragen? Oder sollte er etwas provokativeres fragen, zum Beispiel, wie lange Goldfuchs pro Tag insgesamt brauchte, um das dichte, buschige Fell so sauber zu halten. Er beneidete den Krieger nicht um dessen Felllänge. Wie anstrengend musste es bloß sein es zu pflegen? Der Schüler linste kurz zu Goldfuchs und beschloss erstmal zu schweigen.
Spinnenpfote blieb bei der Warnung wie bei einem Reflex stehen und stellte seine Ohren auf. Fragend sah er zur Seite auf Goldfuchs und begegnete lediglich der strengen, mahnenden Miene des Kriegers. Augenrollend sah er wieder geradeaus und lauschte stumm. Es war natürlich nicht das erste Mal, dass Spinnenpfote beim Donnerweg gewesen war, doch er war immer bei Tageslicht dort. Heute war es anders. Spannender.
Was mir auffällt? “Meinst du die Geräusche der Monster? Sie hören sich an wie Donnergrollen. Davon hat der Donnerweg auch seinen Namen.” , berichtete Spinnenpfote stolz und musste kurz lächeln. Wie sehr es Goldfuchs wohl gegen den Strich ging, wenn ein Schüler versuchte einen Krieger zu belehren? Oder besser gesagt...versuchte, ihn ein bisschen damit zu ärgern?
Sie führten ihren Weg weiter und je näher sie kamen desto stärker verzog Spinnenpfote das Gesicht. “Ihh.” Der Gestank war stechend und beißend und verpestete seine Lungen und Atemwege. Er rümpfte die Nase und legte für mehrere Herzschläge die Ohren an, da das Grollen hier deutlich lauter war.
Wieder stoppten die beiden und Spinnenpfote seufzte leise bei der Frage. Was sollte das? Bussardjäger war sein Mentor. Was wollte Goldfuchs damit erreichen? Brachte nichts. “Naja.” , begann der Schüler, während sein grün-gelber Blick eher sporadisch über ihre Umgebung schweifte. “Es ist jetzt lauter. Logischerweise. Als wären wir in dem Donner. Oh!”
Spinnenpfote blickte erneut zu Goldfuchs und grinste nun. “Es stinkt fürchterlich. Es riecht genauso wie-” Der kleine Kater stoppte mitten in seinem Satz, als ihm eine Veränderung auffiel. Als hätte Goldfuchs etwas entdeckt was nicht hier hätte sein sollen. Alarmiert spitzte er wieder seine großen Öhrchen. “Was ist los?” , fragte er leise, fast flüsternd, während er dem jadegrünen Blick des Kriegers folgte – und dann ebenfalls die zwei Katzen erkannte. Die zwei Glutclankatzen. Spinnenpfotes Augen weiteten sich leicht, seine Schwanzspitze zuckte aufgeregt als auch nervös. “Denkst du sie greifen an?” , wollte er mit gedämpfter Stimme wissen.
Alias — Connor
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Eichenfell wartete darauf, was seine Tochter antworten würde und ihre Antwort war auf der einen Seite enttäuschend und doch war sie genauso ein Sinnbild für Heidepfotes Charakter. Sachte schüttelte Eichenfell den Kopf »Sonne riecht nicht, Heidepfote. Das ist keine clevere Antwort « tadelte er sie ruhig. »Was du hier riechst, ist der Donnerweg. Der beißende Gestank in der Nase, wenn die Monster näher kommen. Aber andererseits auch der Geruch des BrisenClans. Riechst du den starken Duft nach Erde und Morast? Irgendwie muffig « murrte Eichenfell und dann verharrte er. Seine Muskeln spannten sich an und sein Schweif peitschte »Und jetzt wirst du auch auf Katzen des BrisenClans treffen « knurrte er und als Eichenfell erkannte, dass es sich um einen Krieger und einen Schüler handelte, nickte er Heidepfote zu »Ich werde gleich das Zeichen geben, dann stürzt du dich auf die andere Seite und auf den Schüler! Denk nicht zu viel nach, du bist eine Katze des GlutClans und du wirst kämpfen! « miaute er streng und doch zuversichtlich. Dann prüfte Eichenfell den Donnerweg. Er gab seiner Tochter nicht die Möglichkeit, sich zu entscheiden, sie musste gehorchen.
Fichtenstern hatte klar gesagt, dass sie dem BrisenClan zeigen würden, wie sie es fanden, dass dieser sich in ihre Angelegenheiten eingemischt hatte. Und nun würde es einen Kampf geben! Als der Donnerweg sicher war, gab Eichenfell mit seinem Schweif das Zeichen zum Überqueren und preschte selbst los. Sofort stürzte er sich auf den großen Krieger mit dem dichtem Fell und schlug mit seiner Pranke auf dessen Kopf. Dem Gegenangriff des Kriegers aus dem BrisenClan konnte er elegant entgehen und sofort folgte ein weiterer Angriff von Eichenfell, indem er in die Vorderpfote des Katers biss. Plötzlich stürzte sich Goldfuchs vor und der braune Kater konnte der Attacke nicht entgehen. Vor Schmerz schrie Eichenfell auf, als sich die Zähne des Katers tief in seinen Nacken gruben. Er wandt sich unter Goldfuchs, versuchte ihm zu entkommen und als er sich aus dem Biss winden konnte, trat er kräftig nach dem Kater mit seinen Hinterläufen. Wütend fauchte er, als Goldfuchs und er sich kurz gegenüberstanden, konnte Eichenfell nicht anders, als kurz nach Heidepfote zu sehen und ob sie mit dem Schüler zurecht kam. Ein arroganter Fehler seinerseits, den er sofort büßen musste. Der zweifarbige Kater hatte nach Eichenfells Schwanz geschnappt und zugebissen. Trotz seines dicken Fells, schmerzte der Angriff und Eichenfell fauchte vor Wut.
Alias — Efeu
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Eichenfell behauptete, Sonne würde nicht riechen. Und doch schien es, als wäre der BrisenClan Geruch das, was sie als Sonne erkannt hatte, zwischen den Gerüchen des Donnerwegs hinweg. Ihr Vater hatte recht, es roch wirklich muffig. Aber dazwischen gab es einen sanften Hauch des Sonnengeruchs. Irgendwie angenehm.
Auf einmal verhärtete sich die Statur ihres Vaters und er knurrte, sie würde nun auf Katzen des BrisenClans treffen.
Beinahe hätte sie gefragt, ob sie auch nach Sonne schmecken würden, doch sie hielt sich noch zurück mit der Frage, was wohl richtig war, im Angesicht eines bevorstehenden Kampfes. Denn genau den preiste Eichenfell gerade an.
Die Körperhaltung der Kätzin, die beim Knurren ihres Vaters steif geworden war, entspannte sich kurz vollständig und sie verdrehte ihre hübschen blassgrünen Augen. ’Ja Papa, wir tun alles, was Fichtenstern von uns möchte. Er ist unser Anführer und deshalb dürfen wir uns nicht widersetzen.’ , dachte sie und schnaubte dann, während der Krieger ihr das Zeichen gab, über den Donnerweg zu laufen. Ohne nachzudenken oder nach Monstern ausschau zu halten - schließlich wusste sie, ihr Vater hatte auf alles geachtet und würde sie nicht in den Tod rennen lassen - preschte die Kätzin los, über den sich seltsam anfühlenden Donnerweg, den sie nun das erste Mal betrat und der sie die Nase rümpfen ließ.
Auf der anderen Seite angekommen, hob sie sofort ihre perlgraue vordere pfote, fuhr die krallen dabei aus und kratzte dem getigerten Schüler des BrisenClans durchs Gesicht, der nicht schnell genug ausweichen konnte. Jedoch machte er einen schnellen Gegenzug, sprang vor und biss Heidepfote ins Vorderbein, mit dem sie ihn eben noch gekratzt hatte.
Die Pfote vor Schmerz schüttelnd verzog die hübsche Kätzin ihr Gesicht, ignorierte den Schmerz jedoch so gut es ging, setzte vor und biss dem Kater in sein Ohr, ehe der getigerte Schüler versuchte sie an der Flanke zu erwischen, doch die GlutClan Schülerin konnte gut ausweichen, sodass Spinnenpfotes Angriff ins Leere ging.
Sie grinste ihn frech an. ”Daneben. Du solltest besser treffen, wenn du mich besiegen willst.” , gab sie von sich und streckte ihm kurz die Zunge raus.
Gespannt wartete sie auf die Reaktion des Katers. Würde er auf ihre Frechheit eingehen? Sie mit seinen eigenen Worten aufziehen? Oh wie spannend ein Kampf gegen jemand vollkommen Fremden doch war!
Dabei fiel ihr auf, dass der Kater tatsächlich nach Sonne roch. Ein angenehmer Geruch, wie Heidepfote empfand. Ganz anders, als der Geruch des GlutClans, der dennoch Heimat für sie symbolisierte.
"Riecht ihr alle nach Sonne?" , fragte sie neugierig gerade heraus.
Alias — Kadse
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Natürlich bemerkte Goldfuchs das Augenrollen. Und direkt wusste er: Es war gut, dass Spinennpfote nicht sein Schüler war. Alleine hierfür hätte er ein paar Schläge von der rechten Pfote in den Nacken bekommen. Er duldete solche Gestiken nicht.
Dem Bericht von Spinnenpfote lauschte der gestandene Kater ohne sich darüber aufzuregen. Denn anstatt sich zu ärgern, vermerkte er sich nur, dass Bussardjäger seiner Arbeit nachging. Zumindest die erste Etappe: Die Aufklärung.
Gleichzeitig überlegte er. Fiel Spinnenpfote wirklich nicht mehr auf? Wie der Boden anfing zu vibrieren oder dass die Geräusche variierten je nachdem ob diese Monster kamen oder gingen. Ein spöttisches Lefzenzucken als er meinte: “Mehr nicht?“ , doch er ging weiter.
Seine Ohren zuckten, wie der Schüler seine Reaktionen offen legte. Waren Bussardjäger und er nie näher heran gegangen? Ein Versäumnis. Schüler mussten nah heran gebracht werden, damit sie die Gefahr wirklich erkannten – so sah Goldfuchs es.
Sein Gesichtszug wurde wieder missmutiger. Und als der Schüler seufzte, schnippte Goldfuchs abfällig ein Ohr zur Seite. Motivation war anders. Und Wahrnehmung. Daran musste diese Pfote noch üben, lernen. Oh wenn er sein Schüler wäre. Würde er ihn den ganzen Tag in unterschiedlichen Abständen, stehend, liegend und sitzend die Wahrnehmungen, die Eindrücke studieren. Bis er sie im schlaf konnte.
“Was ist los?“ , fragte der kleine Kater als er den Blick von Goldfuchs erkannte. Noch immer fixierte der Krieger sie. Es war ebenfalls ein Krieger und eine Schülerin, wie er bald erkannte. “Denkst du sie greifen an?“ Kam es gedämpft von der Seite.
Doch Goldfuchs antwortete nicht. Er senkte den Kopf und legte die Ohren an. Seine Pfoten gruben sich in den Boden. Der Schwanz peitschte errregt in die Luft nach oben. Auf diese Distanz versuchte er ihre Haltung zu lesen: “Es ist der Glutclan, du Mäusehirn.“ War seine Antwort.
Und dann kam der dunkle Kater mit dem mittleren Fell auf den Donnerweg: “Mach dich bereit, Spinnenpfote!“ , fauchte er ungehalten. Ungewiss, auf wen der dunkle Krieger genau gehen würde, verschob Goldfuchs seine Position schützend vor den Schüler. Er riss sein Maul auf und fauchte drohend. Doch dies interessierte den anderen Krieger nicht. Im Gegenteil, es schien ihn zu animieren auf seinen Kopf zu hauen. Genervt von dieser Dreistigkeit, schlug Goldfuchs mit seiner rechten Pfote nach dem Kater, welcher elegant auswich und in die Pfote biss.
Der weiß-rotgoldene Pelzträger schrie auf. Sprang vor und grub seine Zähne wutentbrannt in dessen Nacken. Er merkte, wie seine Zähne das Fleisch durchdrangen und das Fell – welches nach Erde und Steinen schmeckte – gegen seine Zunge drückte. Noch bevor sich der Schönling verbeißen konnte, entwand sich der in etwa gleichgroße Gegner und schlug mit den Hinterläufen nach ihm.
Goldfuchs zog den Kopf zurück. Mit dieser geringen Bewegung war er ausgewichen, doch schon standen sich die beiden Kontrahenten wieder entgegen.
Nur die Geräusche des Kampfes umgaben sie. Denn keiner sprach. Beide schienen zu wissen, dass Worte weder anheizten noch etwas brachten, schließlich würde weder der Glutclan sich zurück ziehen, noch würde irgend ein Wort ihrerseits zur Berechtigung ihrer Existenz auf dem Territorium des Brisenclans beitragen.
Da Unterlief seinem Gegner ein fataler Fehler. Ein Grinsen glitt über die Lefzen, Goldfuchs sprang vor, am weg gedrehten Kopf vorbei und biss beherzt in den Schwanz. Es entlockte dem Geschädigten ein Fauchen und dem Täter eine gewisse Zufriedenheit.
Unerwartet traf Goldfuchs wieder einen Schlag auf den Kopf, woraufhin er den Schwanz los lässt, sogleich erneut ansetzt und in seinen Mittelfuß hinein beißt. Erneut versenkt er die Zähne in diesmal widerwilligeres Fleisch. Aus den Augenwinkeln bemerkt er wie der massige Kopf des Kater näher kommt, lässt ab und springt zurück auf seine hinteren Pfoten. Seine vordere rechte Pfote fliegt mit ausgefahrenen Krallen durch die Luft und trifft das Maul von unten nach oben – da wird das fressen sicher etwas weh tun. Zufrieden stößt er ein halb lachendes Schnaufen aus, bevor er sich im Stand dreht und dem nächsten Angriff ausweicht.
Nun war es an Goldfuchs kurz nach Spinnenpfote zu schauen. Dieser schien einige Treffer einzustecken, was seine Freude wieder Dämpfte. Hatte er denn gar nichts gelernt? Wahrscheinlich sollte er sich Bussardjäger wirklich mal zur Brust nehmen.
Ungehalten von dieser Aussicht und dass er den jungen Schüler eventuell am Nacken packen und zurück rennen musste, sprang er den Glutclanler an und verfehlte.
Mäusedreck! , entfuhr es dem stolzen Krieger in den Gedanken.
Vom Schatten berührt
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