Broken bones and broken souls
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Es war bereits mehr als 12 Tage her, dass sich die Clans am Baumgeviert getroffen hatten. Und 11 Nächte waren vergangen, seit Fichtenstern ihnen auftrug den Schlangenfelsen mit allen mitteln an sich zu reißen. Ein zufriedenes Lächeln lag auf seinen Lippen, als er munter neben seinem ehemaligen Mentoren Loderblick die Distanz zum neuen Revier immer weiter verkleinerte. Die Sonne war längst unter gegangen. Die feuchte Luft hatte sich in seichten Regeln verwandelt der unerbittlich sich über sie ergoß und ihr Fell in ihren kalten Perlen tauchte. Die einbrechende kühle wollte in ihren Pelz beißen, doch weder Eisbrecher noch Loderblick interessierte dies.
Sie hatten wichtigeres zu tun.
Es war kein offizieller Auftrag. Eher eine private Verabredung freudiger Natur. Seine grünen Augen lagen auf Loderblick mit einer gewissen Zufriedenheit. Ob sein Mentor oder er den Einfall hatte war nicht mehr wichtig. Aber ihr Gespräch war es.
Dies ging ungefähr so:
“Ich brauche wen zum verprügeln.“
„Ist dir etwa langweilig, kleiner?“
„Tu doch nicht so“ , hatte er zurück gezischt. “Du würdest deine Krallen doch auch am liebsten in einen Pelz versenken.“
„Da hast du Recht, Bürschchen. Vielleicht ja in dir, der guten alten Zeiten willen?“
„Oder in einige Wurzelhirne. Ob ihr Körper so Widerstandsfähig ist wie die Wurzeln eines Baumes?“
„Eher ist unser Feuer zu viel und sie verbrennen“
Ein eisiges, gefährliches Feuer tanzte in dem Auge von Loderblick.
“Heute Abend?“ , kam die heisere erwartungsvolle Stimme von Eisbrecher.
“Heute Abend.“ bestätigte Loderblick.
Und beide grinsten sich bitterböse an.
So schnell hatten sie beschlossen, dass sie spät am Abend los wanderten und zum Schlangenfelsen gingen. Für Futter. Zum Beanspruchen. Und für Wurzelhirne! , keckerte sein Kopf.
Oh wie sehr Eisbrecher sich bereits darauf freute diesen hohlen Baumstämmen an die Wurzeln zu pinkeln und sich dabei an ihrem Anblick zu suhlen.
Vielleicht trafen sie ja auf ganz besondere Exemplare mit denen es erst so richtig Spaß machte sich zu prügeln. Erwartungsvoll erzitterte sein Schwanz den er hoch in der Höhe trug. Die Zunge glitt über sein Maul.
“Ich bekomme so langsam Hunger.“ , maunzte er leise zu seinem Mentor während die ersten Nebelschwaden sich immer weiter den Hang hinauf arbeiteten.
Seine Augen wanderten über die Umgebung. Die Ohren zuckten etwas und lauschten, bevor er weiter sprach: “Es wirkt, als würden die Ahnen für uns arbeiten. Der Nebel wird dichter und höher. Wir können im Schlangenfelsen ganz nach unserm Vergnügen spielen.“ Er kicherte etwas als er sich den alten Kater neben sich vorstellte wie er durch das Gebiet tollte. Seine Krallen über Fleisch zog und genüsslich beobachtete wie sein Gegner ihm wimmernd unterlegen war. Er um sein Leben bettelte und Loderblick sein eigenes Spiel begann.
Eisbrecher war ebenso gut darin, allerdings genoss er es nicht in der Art wie sein Kamerad.
Sie erreichten das Gebiet des Schlangenfelsens und waren nicht mehr als Schemengestalten im Nebel. Er hatte sie mittlerweile komplett Verschluckt. Würden die beiden Kater nicht so dicht nebeneinander laufen, würden sie sich wohl nicht mehr sehen.
Eisbrecher sah Loderblick lange an, bevor er ihm zu nickte. Sie hatten zuvor besprochen, dass sie sich trennen würden und Jagen, bevor sie sich an den gefährlichen Steinen, in denen so manch ein Reptil hauste, trafen.
Der Kater sprang davon in die eine Richtung und schlich sich durch das Gebiet. Er schnupperte und lauschte.
Als Eisbrecher auf eine Markierung des Wurzelclans traf, grinste er und urinierte einfach drüber. Da raschelte es. Es klang nicht nach eine Vogel sondern eher wie etwas das sich durch das Gras schlängelte.
Langsam duckte er sich und versuchte sich dem Geräusch zu nähern. Er sah die Schwanzspitze der Schlange. Sofort hielt er inne und wartete, als sie sich weiter wandte setzte er zum Sprung an. Die Schlange war listiger und verschwand in einem Loch, das er im Nebel nicht gesehen hatte. Der Kater senkte den Kopf und knurrte hinein. “Zisch ab du Feigling!“
Er müsste wohl nach etwas anderem schauen. Sein Magen knurrte langsam immer lauter. Sofort nahm er wieder Witterung auf und lauschte dabei, ob er bereits Wurzelhirne vernahm. Doch die Spuren waren alle vom Tag. So glitt er durch den Nebel langsam näher an den Schlangenfels heran und witterte eine Erdkröte. Die Zunge glitt über sein Mäulchen Die würde mir jetzt ausgezeichnet schmecken , dachte Eisbrecher als er ihrer Spur folgte und sie ruhend hinter dem Fels aufspürte. Ohne weitere Zeit zu verschwenden wetzte der Kater um die Ecke und drückte die Kröte mit den Pranken gen Boden bevor er ihr mit dem Maul den Kopf abriss.
Genüsslich verspeiste er sie, ohne die Umgebung aus seiner Wahrnehmung zu blenden. Er wollte bereit sein, wenn er eine andere Katze als Loderblick wahrnahm. Er hoffte darauf den Nebel nutzen zu können für einen wundervollen Angriff.
Oder zumindest seinem Mentor die Chance zu geben, indem er als Köder da hinter dem Felsen saß.
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Loderblick hatte sich bereits seit Tagen rastlos und unruhig gefühlt. Er hatte dieses Gefühl nie richtig greifen können und es war ihm auch nur unterbewusst aufgefallen, doch in diesem Zustand kam ihm Eisbrechers Vorschlag ausgesprochen gelegen. So trotteten sie nun im Schatten der Nacht Seite an Seite durch das Revier des GlutClans, immer weiter auf dessen Noch-Grenze zu. Denn Fichtenstern hatte klar geäußert, dass die Schlangenfelsen nicht länger den Wurzelhirnen gehören sollten und Loderblick konnte sich kaum vorstellen, dass die Baumkuschler noch viel länger standhalten würden. Bald würden sie sich geschlagen geben, gegen den mächtigsten Clan des Waldes konnte niemand lange bestehen.
Ein leichter Nieselregen prasselte auf die beiden Kater nieder, als sie die offizielle Grenze zum WurzelClan Gebiet überschritten. Sein gesundes Auge hatte der Rote seinem Begleiter zugewandt, dem die freudige Erregung beinahe aus jeder Pore strömte. Eisbrecher beteuerte oft, das ihm das Kämpfen nicht auf die gleiche Weise Freude bereitete, wie seinem alten Mentor, doch heute bezweifelte Loderblick dies. Sein ehemaliger Schüler schien beinahe zu knistern vor lauter zurückgehaltener Energie. Ein böses Grinsen straffte Loderblicks Lefzen, als sie die Schlangenfelsen vor sich im Nebel ausmachen konnten. Eisbrechers Worte nahm er mit einem Ohrenzucken wahr.
“Die Ahnen.“ , prustete er verächtlich und grub seine scharfen Krallen in den kühlen Waldboden.
“Wenn sie Glück haben, werden sie heute um den einen oder anderen Baumkuschler bereichert.“
Sein Bernsteinauge glühte gefährlich auf, während er erwartungsvoll die Umgebung scannte. Es war befreiend, mit einem gleichgesinnten unterwegs zu sein, einem Kater, der nichts von der verweichlichten Seite hatte, die so viele seiner Clangefährten scheinheilig vor sich hertrugen.
Doch Eisbrecher hatte nicht unrecht, die Wartezeit konnten sie ebenso gut überbrücken, indem sie ihren Hunger stillten. Hoffentlich tauchte überhaupt jemand auf. Loderblick hatte heute gewiss nicht zum jagen sein Nest verlassen. Er nickte seinem Begleiter knapp zu, bevor sich beide Kater in unterschiedliche Richtungen davonstahlen. Nebel waberte über den nächtlichen Waldboden und hüllte die beiden Krieger ein, verbarg sie vor allem, was sich hier draußen herumtrieb.
Lautlos arbeitete sich der rote Kater über die dunstnassen Felsen. Sie waren glatt und teilweise unwegsam, doch sie bereiteten dem erfahrenen Kater keine Schwierigkeiten. Sorgsam prüfte er die Luft, lugte in Felsspalten und unter Vorsprünge, wohl wissend, dass sich nachts kaum Reptilien nach draußen wagten. Es dauerte nicht lange, bis er fündig wurde. In einer langgezogenen Felsspalte lag zusammengerollt und geschützt vor der Nässe eine Ringelnatter, die nichts von der tödlichen Gefahr ahnte, die selbst im Schlaf auf sie lauerte. Mit einem präzisen Pfotenschlag zerrte er die Schlange aus ihrem Versteck und tötete sie mit einem schnellen Biss. Selbstzufrieden trug er die Schlange auf einen erhöhten Platz, um sie dort genüsslich zu verspeisen und gleichzeitig den besten Platz für einen Überraschungsangriff zu besetzen. Sollten sie kommen, die Wurzelhirne.
Alias — Haku
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