I carry your heart with me
Granitstille legte den Aal zu seiner ersten Beute zurück und legte ihn ab. Als er seinen Kopf wieder hob, empfand der Krieger wieder eine innere Unruhe. Kam die Unruhe von dem fast missglückten Fangversuch des Aals? Granitstille hatte sich auch früher darüber geärgert, wenn ihm Beute entkam aber so sehr hatte er bisher nie gekämpft, um seine Beute zu behalten.
Der Krieger verengte seine bernsteinfarbenen Augen und schob den Gedanken beiseite. Er sog tief die Luft durch seine schwarze Nase ein. Granitstille nahm einen feinen, kaum wahrnehmbaren Geruch wahr. Warm, lebendig, erdig - und Maus. Eine Spitzmaus, stellte er fest als seine bernsteinfarbenen Augen das kleine Tier entdeckten. Das fast nicht wahrnehmbare Quieken der Maus, das leise Knabbern an einem Samen drangen an seine inzwischen empfindlichen Ohren. Seine bernsteinfarbenen Augen funkelten leicht. Etwas, das ich zerlegen kann.
Er senkte seinen rundlichen, kleinen Kopf, seine drahtigen Muskeln spannten sich unter seinem gemusterten Fell an. Lautlos setzte er sich in Bewegung, ließ sich ins Jagdkauern sinken während er sich näher an die Spitzmaus heranschob. Seine Schritte wirkten kontrolliert, präzise. Doch konnte man etwas Unruhiges, Gereiztes in seinen Bewegungen erkennen. Wie ein unausgesprochener Druck, der ihn impulsiver machte, aber auch schneller und wilder. Die Maus huschte zwischen Wurzeln. Granitstille blieb stehen, sein Schweif zuckte leicht. Das Rascheln wurde lauter.
Er schnellte vor, seine Pfote schoss nieder, traf aber nur feuchtes Moos. Die Spitzmaus stieß ein Quieken aus bevor sie unter eine Wurzel huschte und verschwand. Ein wütendes Knurren löste sich aus seiner Kehle, sein Fell sträubte sich leicht während er sich wieder aufrichtete. "Feiges Fuchsherz!" , grollte er kehlig mit tiefer, heiserer Stimme. Der Kater ging ein paar Schritte um den Wurzelstamm herum, schnupperte erneut doch weder sein Gehör noch sein Geruchssinn bestätigten ihm, dass die Maus noch dort war. Die Beute war ihm entwischt. Ein Zucken ging durch seinen Körper - allerdings nicht vor Kälte. Sondern vor Zorn. Er spürte etwas düsteres in seinem Inneren. Granitstille zwang sich dazu, seinen Atem zu beruhigen während seine Lefzen zuckten als er tief Luft holte. Die Spitzmaus war fort, die Jagd verloren aber die Unruhe blieb und kroch durch seinen drahtigen, athletischen Körper.
Er schnaubte leise und wandte sich ab, um sich loszureißen. Sein Blick glitt über die kahler werdenden Bäume, über das feuchte Laub unter seinen Pfoten. Er fühlte sich als brenne ein Feuer in seinem Inneren, das nicht erlöschen wollte sondern das mit jedem Atemzug noch heißer wurde. Granitstille hob den Kopf und blickte in die Richtung, aus der er gekommen war.
Mit einem letzten Blick auf die Wurzel, unter der die Maus gehuscht war, um zu entkommen, drehte er sich um, hob seine beiden Beutestücke auf und trat den Weg zum Treffpunkt an. Der Wind fuhr ihm ins kurze, dichte Fell, ließ die Bäume rascheln. Granitstille schloss die Kiefer fester um seine beiden Beutestücke und schaffte es so, sich einigermaßen zu beruhigen.
Alias — Jacky
Jacky ist Offline
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Wolken bedeckten den Himmel und starker Regen prasselte auf die Gebiete der Clans herab. Die Luft roch nach Regen. Und nach etwas Verbranntem.
Eine Bewegung flackerte für einen Herzschlag auf. Breite Schulter, dunkles Fell und bernsteinfarbene Augen, die zu glühen schienen.
Dornenbrand.
Sein Blick lag fest auf der dreifarbigen Gestalt Bernsteinpfotes. Unbeweglich, prüfend, urteilend. "Ungestüm. ", knurrte er leise. Sein Knurren glich eher einem kehligen Grollen. "Aber das Feuer ist da. "
Er trat näher. Seine Schritte waren lautlos. Nur der Geruch von Rauch und Hitze vermischte sich mit dem Regengeruch.
"Siehst du es nicht? " Seine bernsteinfarbenen Augen schienen noch ein wenig heller zu glühen. "Wie Zorn in dir flackert, wenn man dich zurückhält? Wie er wächst, wenn du versagst? "
Er senkte leicht seinen massigen Kopf.
"Lösch ihn nicht. Brenne heller. Und wenn sie dich zügeln wollen, erinnere dich an mich. "
Ein Windstoß fuhr ihnen ins Fell.
Als die Schülerin blinzelte, war Dornenbrand verschwunden.
Ausschließlich der scharfe Geruch von Rauch blieb - und die Hitze, die sich in ihr Herz zu brennen schien.
Unbekannte Pfote
Alias — Leitung
Leitung ist Offline
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Bernsteinpfote hatte nicht gelacht.
Im Gegenteil. Einen Herzschlag lang schwieg sie, den Blick auf die nasse Erde gerichtet, während Sturmfängers Worte noch in ihr nachhallten. Jagd war wichtig. Nahrung war wichtig. Das wusste sie. Sie hatte es tausendmal gehört. Und trotzdem fühlte es sich anders an, wenn jemand es so ruhig sagte. Ohne Druck. Ohne Erwartung.
Der Regen rann ihr über den Rücken, sickerte durch ihr Fell, doch sie spürte ihn kaum. Stattdessen lag da noch diese Hitze. Tief in ihrer Brust. Wie ein Nachglühen unter Asche.„Ich… mag Reptilien,“ sagte sie schließlich und hob den Kopf. Ihre Stimme war ruhig, fast zu ruhig für das, was in ihr arbeitete. „Die schmecken sehr lecker und scheinbar kann ich die gut fangen.“ Ihre bernsteinfarbenen Augen glitten kurz zu der Stelle, an der sie die Waldeidechse gefangen hatte. „Vögel…“ Sie verzog leicht das Maul. „Die machen mich nervös. Zu viele Geräusche, zu viele Richtungen. Und Schlangen…“ Ein kaum merkliches Schnauben. „Die beobachte ich lieber, als dass ich sie jage.“
Dann wandte sie sich Sturmfänger zu. Diesmal direkt. Offen. „Meine Ausbildung läuft gut,“ sagte sie. Und für einen Moment klang es wie eine gelernte Antwort. Dann schob sich etwas Ehrlicheres darunter. „Azurblick lässt mir keine Ruhe. Und das ist… anstrengend. Aber ich weiß, dass sie recht hat. Wenn ich Fehler mache, ärgert mich das mehr als jeden anderen.“
Ein kurzes Zucken ging durch ihre Flanken. Ungeduld. Zorn. Das Feuer, das eben noch jemand benannt hatte.
„Ich will nicht nur bestehen,“ fügte sie leiser hinzu. „Ich will besser sein.“ Sie hielt inne, musterte Sturmfänger einen Moment, als würde sie abwägen, ob sie zu weit gegangen war. Dann lockerte sich ihre Haltung minimal. „Du hast recht,“ sagte sie schließlich. „Ohne Beute nützt dir kein Kampf. Und ohne Kontrolle…“ Ihre Krallen gruben sich unbewusst in den feuchten Boden. „…verliert man beides.“
Vermutlich sollte sie sich weiter auf die Jagd fokussieren, doch der ältere Kater hatte ihre volle Aufmerksamkeit.
Alias — Leni
Leni ist Offline
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