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Past meets future - Druckversion

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Past meets future - Schneewehe - 29.01.2026


Du bist eine wahre Geschichte
die du lebst und die du selbst erzählst



Grau in grau.
Dies schien das Motto des heutigen Tages zu sein.
Grau in grau,, dachte die Katze, dessen eisblauen Iriden über die Straße, den Fußweg und hinauf an den Fassaden der Häuser zum Himmel wanderten. Die Wolken hingen schwer am Himmelszelt, zankten sich um Position und Variation des Farbtons. Zeitgleich schienen sie eine Einheit zu bilden, eine undurchdringliche Mauer für die Sonne.
Der kühle Wind strich ihr zärtlich durch das Fell, drang aber nicht an ihre Haut heran.
Plötzlich ein Donnern und Hupen. Schneewehe legte die Ohren an, sackte in sich zusammen und zog den Kopf eng an ihren Körper. Sie zitterte und blickte mit den großen Augen um sich. Vorsichtig. Unfähig nervös mit dem Schwanz zu peitschen verharrte sie einen Moment so.
Es war Zeit zu gehen. Den Zweibeinerort zu verlassen – zumindest für den Moment.
Für etwas ruhigeres.
Und etwas anderes.


Ihren Geschwistern hatte sie nicht mitgeteilt wohin sie ging. Sie glaubte auch nicht, dass sie dies musste. Schneewehe vertraute auf ihr können. Und sie vertraute auf Silberstille und Traumfresser, dass sie im richtigen Moment bei ihr waren.
So war es zumindest immer gewesen. Als würde ein magisches Band sie immer zusammen ziehen.
Ein Schmunzeln wanderte auf ihr Angesicht. Ihre Gedanken fingen an sich zu drehen. Sie wog ihr eigenes Gefühl, ihr eigenes Gedankengut auf der Waage in ihrem Kopf. Drehte und wendete, stellte Fragen und suchte Antworten. Nur um erneut Fragen zu finden.
Es war Lachhaft.
Anscheinend fehlten ihr die neuen Herausforderungen zum Beschwatzen. Vielleicht sollte sie ihr Gedankengut mit Silberstille teilen?
Auf unbekannten Wegen, teils auch dem der Streuner, schlich die Kätzin voran. Weg vom Donnerweg, durch abgesperrte Territorien mit unterschiedlicher Vegetation oder Aussehem. Immer wieder fand Schneewehe es interessant, manchmal gar amüsant, wie die Zweibeiner es schafften ihre Bereiche zu markieren und sie sogar ge- oder verunstalteten.
Am Ende der Siedlung kletterte sie durch eine schräge Zaunlatte, die so ein Loch in einer der Begrenzungen frei gab.


Es roch nach Holz. Harz und Nadeln. Etwas schmierigem und irgendwie als hätte eine Glut an Holz geleckt.
Vorsichtig blickte die Kätzin aus dem Dickicht. Ein schneidendes Geräusch schreckte sie auf, als sie gerade beobachtete wie Zweibeiner mit großen und schweren Dingen über einen breiten Weg liefen. Ein lautes Miauen entglitt der in die Luft springende Katze und sie rannte sofort an dem Holzzaun entlang weg vom Sägewerk.
Wieder kreischte es, laut und unangenehm.
Erschrocken sprang sie zur Seite, ihr Fell sträubte sich und die Pfoten sprinteten noch schneller über den Boden. Mit dem nächsten Kreischen trieb es sie den Zaun hinauf, sobald sie oben ankam drückte sie sich mit ihren Pfoten ab und sprang auf die andere Seite.
Während sie immer weiter lief rang sie nach Luft.
Was für ein Monster! Wieso schreit es nur so fürchterlich? übertönte der Gedanke all ihre anderen.
Ihre Lungen brannten, ihr Herz schlug wie wild und dennoch hörte sie dieses Kreischen. Es übertönte alle anderen Geräusche.
Es jagte ihr Angst ein, gar unkontrollierte Panik.
Verfolgte es sie?
Verunsichert wandte Schneewehe den Kopf doch sie sah nichts. Auch schien das Geräusch in der Ferne zu verhallen.
Schwer atmend drehte sie sich wieder nach vorne, drosselte ihr Tempo kaum merklich und bemerkte so den Graben. Das Rauschen eines Flusses drang an ihre Ohren.
Sogleich bremste die Kätzin und kam vor dem Abgrund zum stehen.
Angespannt. Zitternd. Schwer Atmend und mit weit geöffneten Augen stand sie da.
Ihr Blick auf das Wasser gerichtet.




@Krähenruf