Oh my love - just a whisper in my heart
Es waren drei Monde vergangen seit seine Schülerin Lerchenpfote zur Kriegerin wurde und den Pfad des Windes bestand. Damals konnte Goldfuchs nicht sich selbst belügen und behaupten, dass er sich keine Sorgen um die Kätzin machte. Er wusste um ihre Blicke. Er brüstete sich damit. Jedoch war ihm nicht klar, dass auch er immer mehr für sie auftaute. Sich zu ihr hingezogen fühlte.
Es war verboten.
Und doch fühlte es sich richtig an. Es fiel im leichter in ihrer Gegenwart zu atmen. Er entspannte sich, konnte sich fallen lassen. Ohne dass es zu offensichtlich war.
Und seit sie eine Kriegerin war, begegneten sie sich anders... Anders auf eine häufige und intensive Art. Er war langsam offener mit seinen Gedanken und Gefühlen umgegangen. Seine Blicke lagen noch länger auf ihr. Er las jedes Wort von ihren Lippen und erfüllte viele Wünsche noch bevor Lerchenflügel selbst wusste, dass es ein Wunsch war.
Zumindest glaubte Goldfuchs dies.
Und nun stellte er sich der Wahrheit.
Er hatte nie eine Gefährtin nehmen wollen. Zu sehr war er gebrandmarkt von der Vergangenheit. Doch sein Herz konnte er nicht länger ignorieren. Wie es schneller Schlug. Alles langsamer wurde und ihr Atem lauter wurde. Ihr Fell und Körper bei jeder Bewegung ein Lied sang.
Goldfuchs stand nun bei Sonnenuntergang an dem Kriegerbau. Er blickte hinein und sah Lerchenflügel in ihrem Nest.
Da war es wieder. Da kam es wieder. Dieses prickeln. Dieses prickeln welches sein Fell sträuben ließ. An seiner Haut zupfte als wäre er an unsichtbaren Spinnenfäden. Leise räusperte er sich, sammelte sich und rief dann ruhig und tief: “Lerchenflügel?“ Fast klang es wie zu seinen Mentoren Zeiten. Eine Aufforderung die ein Nein nicht akzeptierte. Ein Ruf, der eindeutig die benannte Katze zu sich beorderte.
Eigentlich wollte der Kater nicht so klingen.
So fordernd.
Aber es war das einzige was er konnte – um sich nicht zu verraten.
Goldfuchs wartete bis die elegante Kätzin zu ihm kam. Er blickte von oben auf sie herab. Musterte sie mit seinen jadenen Seelenspiegeln. Wie wundervoll die untergehende Sonne mit ihren rötlichen Strahlen sich auf ihrem Fell abzeichnete...
Er wandte sich herum, bevor sie es in ihm sehen konnte. “Komm.“ , maunzte er. “Begleite mich ein Stück.“
Und somit ging der langhaarige Kater los, verließ das Lager und machte sich darauf das Lager zu verlassen, zunächst ging er in Richtung Schattiges Moor, mit leichtem Hang zur silbernen Zeder.
Vom Schatten berührt
Alias — nessjas
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zwischen Traum und Wirklichkeit
Die Nacht war angenehm mild. Tausende Sterne funkelten am Himmel, ein laues Lüftchen wehte über die kleine Lichtung, ließ die Farnwedel sanft durch die Nacht tänzeln. Eine friedliche Stille lag in der Luft. Lerchenflügel schob sich durch die sanft wogenden Blätter, ihre Augen leuchteten warm, als sie den Kater vor sich erblickte. Seine kräftige Gestalt war von ihm abgewandt, doch sie hörte sein leises Schnurren, spürte dessen Vibration durch den Boden, bis ihre Pfoten erwartungsvoll kribbelten. Mit ein paar wenigen Sprüngen überwand sie die kurze Distanz, bis sie direkt hinter ihm stand.
“Lerchenflügel!“ , schnurrte er heiser und drehte sich langsam zu ihr um. Seine schweren Pfoten kneteten voller Vorfreude den Waldboden, als er seinen Blick über sie gleiten ließ, warm, einladend. Lerchenflügel fiel in sein Schnurren ein, als der Kater sich erhob und sich sanft an sie schmiegte. Sie schloss einen Moment lang die Augen, ließ sich vollends in diese Liebkosung fallen. Dann löste sich der Kater liebevoll von ihr und sah ihr tief in die Augen, so intensiv, dass es sie fast von den Pfoten geworfen hätte. Und tief in ihrem Inneren spürte sie diesen vertrauten Stich, jedes Mal ein wenig stärker. Doch zumindest in ihren Träumen war sie frei.
“Meine Schöne, ich..“ , setzte er an und die Kätzin genoss den tiefen Klang seiner Stimme. Doch seine Worte brachen jäh ab, als seine Gestalt sich in Nebel verwandelte.Nein, bleib hier! , dachte Lerchenflügel traurig, ihr Herz zerrte nun stärker an ihrer schmalen Brust. Doch er verschwand immer mehr im Nebel, das letzte, was sie erahnen konnte waren seine wunderschönen Augen, die allmählich verblassten.
“Lerchenflügel?“ Sie schreckte hoch. Unter ihr spürte sie ihr weiches Nest, hörte das gleichmäßige Atmen ihrer Clangefährten um sich herum. War seine Stimme ihr bis hier her gefolgt? Sie blinzelte verwirrt, doch dann erkannte sie seine Gestalt vor dem Kriegerbau. Erschrocken setzte sie sich auf und leckte sich ein paar Mal verlegen die Brust. Unmöglich konnte sie ihm so unter die Augen treten, er würde jedes ihrer Gefühle sofort darin lesen können. Seine Gestalt auf dieser Lichtung schien immer noch so viel wirklicher, als ihn jetzt hier vor sich zu sehen, abwartend, beinahe so fordernd, als wäre er immer noch ihr Mentor. Und wie aus einem Reflex heraus, erhob sie sich auf die Pfoten und blinzelte heftig, bis sie glaubte, ihre Emotionen wieder unter Kontrolle zu haben. Doch ihr Herz schlug immer noch so laut, so verdammt laut. Wieso tat es das jedes Mal?
Ihre Augen trafen seine, als sie sich aus dem Bau schob. Sein Ausdruck war anders, als in ihrem Traum und der Blickkontakt schrecklich kurz. Sie unterdrückte ein enttäuschtes Seufzen und reihte sich stattdessen hinter ihm ein. Was wollte er mitten in der Nacht von ihr?
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Oh my love - your silence makes me anxious
Sie war so still.
Hatte sie nichts zu sagen, oder hatte er sie verschreckt? Sein Herz sackte tiefer in der Brust. Wo es vorhin noch drohte ihm hoch oben zu schlagen und seine Stimme abzuwürgen, sank es nun in die Tiefen so dass es fast schon schwer im Magen lag.
Gleichzeitig wusste der Kater auch nichts zu sagen. Sollte er über ihren Tag reden? Wie stolz er ist, dass sie die Prüfung geschafft hatte?
Quatsch! Das lag doch schon einige Monde zurück.
Oder sollte er vielleicht in Erinnerungen schwelgen über ihre Mentoren-Schüler Zeit?
Oh nein! Lieber nicht! Das würde untermalen dass die aufkeimende Zuneigung zu Beginn verboten war. Und.. Sah sie ihn wie er sie? Merkte sie, dass sie für ihn leuchtete? Die Welt heller würde und es ihm leichter fiel zu atmen? Oder aber sie sah nicht mehr als einen Mentor in ihm. Eine Last, der sie aus Freundlichkeit ihre Zeit schenkte. Oder einen alten Freund mit dem Katze sich gut die Zeit vertreiben konnte.
Goldfuchs wurde schlecht. Ist ihm sein letztes Essen schlecht bekommen?
Der Kater räusperte sich. Öffnete den Mund.
Und schloss ihn wieder.
Stille hielt Einzug. Legte sich über sie wie das nächtliche Vlies. Eine Decke die behaglich und zugleich unangenehm war.
Sag etwas, Goldfuchs. Sprich mit ihr! Es fiel dem Kater doch sonst nicht so schwer. Erneut öffnete er den Mund.
Und atmete schwer aus.
Kurz hielt er inne in seinen Bewegungen. Schließlich sprach er doch: “Wusstest Du, dass der Untergrund bei der silbrigen Zeder anders ist als im Sumpf?“ Sein Kopf ruckte in die Richtung des Sumpfes. Und kaum dass er es gesprochen hatte konnte er sich in den Schwanz beißen.
So etwas Dummes!
Natürlich wusste Lerchenflügel dies! Der Boden und die verschiedenen Beschaffenheiten waren einer seiner ersten Lehrstunden und Elementär für die Ausbildung.
Goldfuchs steuerte wie als wäre er bei einer Lektion den Berg hinauf, die silberne Zeder an. Sein Herz klopfte erneut unregelmäßig. Wurde sein Maul trocken?
Und wieso war die Stille so unsagbar laut und anstrengend?
Vorsichtig blickte er nach oben ohne den Kopf zu heben. Prüfte den Himmel, das Wetter. Sternenklar. Alles dunkel und keine Wolke. Eine sanft säuselnde Brise.
Vom Schatten berührt
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zwischen Traum und Wirklichkeit
Sein Schweigen lag schwer zwischen ihnen in der Luft, beinahe konnte Lechenflügel sein Gewicht auf ihrer schmalen Brust spüren. Warum sagte er nichts? War das, was er mit ihr besprechen wollte so ernst? Würde er sterben? Nein, er wirkte gesund und kräftig wie eh und je! Lerchenflügel schloss unauffällig ein wenig näher zu ihm auf, prüfte seinen Geruch. Nein, keine Krankheit. Stattdessen roch er nach einer warmen Frühlingsbrise, nach frischen Blüten, nach Geborgenheit.
Lerchenflügel schüttelte sich kräftig und leckte sich ein paar Mal über die Lefzen, als könnte sie so den Irrsinn abschütteln, der von ihr Besitz ergriffen hatte. Sie benahm sich lächerlich, wie eine liebeskranke Idiotin! Wenn sie nicht gleich ihren gesamten Stolz vor ihrem ehemaligen Mentor einbüßen wollte, musste sie sich endlich unter Kontrolle bekommen!
In ihren ganz eigenen inneren Kampf verwickelt bemerkte sie gar nicht, welcher Kampf offenbar in Goldfuchs tobte. Doch ihre Ohren schnellten überrascht nach vorne, als er endlich das Wort erhob. Ihr Herz machte einen kleinen Satz, beim Klang seiner tiefen Stimme.
“Wusstest Du, dass der Untergrund bei der silbrigen Zeder anders ist, als im Sumpf?“ Lerchenflügels Kopf war langsam, noch immer klebten die Erinnerungen an ihren Traum daran wie hartnäckige Spinnweben. Lag es daran? Oder ergaben seine Worte tatsächlich wenig Sinn? Lerchenflügel wollte ihn ansehen, doch Goldfuchs starrte stur geradeaus und schien sogar das Tempo anzuziehen.
Sag etwas! , schallt sie sich selbst und beinahe wäre sie vor ihrer eigenen Gedankenstimme zusammengezuckt. Sie brauchte ganz dringend einen Plan! Humor, Humor war immer gut!
“Wird das hier eine nächtliche Lektion, wie in den alten Zeiten? Du brauchst dringend einen neuen Schüler, Goldfuchs!“ , schnurrte sie und tatsächlich schien ihre Belustigung echt. Würde sie endlich in die Leichtigkeit zurückfinden, die sie sonst gerne in seiner Nähe empfand? Gemischt mit diesem Herzklopfen natürlich, doch das war leichter zu überspielen, wenn sie ihren Rhythmus gefunden hatte.
Alias — Haku
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Oh my love - you ease my tension so easily
“Wird das hier eine nächtliche Lektion, wie in den alten Zeiten? Du brauchst dringend einen neuen Schüler, Goldfuchs!“ Erklang das Schnurren, das ihn sich schütteln ließ. Nicht weil es grausam war oder unangenehm, sondern so wohlig und reizend dass es ihm eine angenehme Gänsehaut einjagte. Ihre Belustigung hingegen entlockte ihm ein lachen. Tief und voller wärme. Es war echt, seine Belustigung.
“Ja, vielleicht wird es eine nächtliche Lektion.“ , antwortete er ihr in einem verheißungsvollen und geheimnisvollem Singsang. Seine Schritte wurden deutlich leichtfüßiger und der Schwanz zuckte vor gespannter Erwartung. Seine Lerche war ein Genie. Ein paar wenige Worte und sie hatte die Situation erfolgreich aufgelockert. Weder war Goldfuchs angespannt noch machte er sich groß Gedanken um das was er vor hatte.
“Aber einen Schüler, werte Lerchenflügel, brauche ich wirklich nicht.“ Definitiv nicht. Niemand würde an sie heran kommen. Niemand wäre wie sie. Sie wären alle wie die anderen zuvor. , dachte der Kater. Sprach die Worte aber nicht aus.
Seine Pfoten drückten sich tief in den Boden, fühlten ihn. Er war weich und fast noch warm. Und der Duft der Zeder wurde immer prägnanter. Ein warmer, holziger Duft mit einer balsamischen Süße. Leicht wogen die Äste sich im Wind. “Was denkst du, wonach riecht diese Zeder für dich?“ , sprach er sanft. Der Kater glitt näher an den Baum, schmiegte sich einmal an ihn heran und um ihn herum.
Für einen Moment verschwand er aus den Augen von Lerchenflügel, einen Moment in dem er durchatmete. Dann trat er wieder hinter dem Baum hervor. Langsam und selbstsicher, sein Schwanz umstrich die Rinde. Sein Blick glitt an dem Baum hinauf. “Für mich riecht sie nach einem angenehmen Sommertag. Blauen Himmel und sanften Sonnenschein der in der Nase kitzelt und den Pelz liebkost.“ , begann er leise, nachdem sie gesprochen hatte. “Sanften Windbrisen die den Pelz aufwühlen ohne es zu verwüsten. Einem schattigen Platz unter dem Katzen zu zweit ihre Zeit verbringen können. Beieinander liegen und den Lauf der Sonne beobachten während sie sich ihre Geschichten des Tages erzählen. Der Duft von Holz, etwas Harz weil der Baum seine Wunden leckt, welches im Sommer an fülle gewinnt.“
Sein Blick lag oben auf den Ästen des Baumes. Der dunkle Riese mit seinem silbrigen Schein wirkte so geheimnisvoll, von Sagen und Legenden umwoben. Welche Geschichten der Liebe konnte er wohl schon erzählen?
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