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Falling water in the Moonlight - Druckversion

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Falling water in the Moonlight - Rostbrand - 04.03.2026


Jäger


Das Lager war nur noch von sehr wenigen Katzen gefüllt. Die, die nicht schlafen konnten oder die, die zwischendurch wieder wach geworden waren. Rostbrand konnte an einer Pfote abzählen, wie viele es waren. Er selbst lag am Lagerrand, aber nicht weil er nicht schlafen konnte, sondern weil er für eine nächtliche Jagdpatrouille eingeteilt war. Zusammen mit Iltisfängerin und ihm wollte Distelstern zum Wasserfall und den Beutehaufen wieder auffrischen.

Rostbrand hatte kein Problem damit, Nachts jagen zu gehen. Er hatte bei Sonnentief ein Nickerchen gemacht und somit genug Energie um mindestens ein Beutetier wieder nach Hause zu bringen. Ob Iltisfängerin genauso fit war? Die Kriegerin war noch jung, wirkte oft etwas forsch und übermütig. Vermutlich würde sie jeden Moment neben ihm auftauchen und präsentieren, wie bereit sie für die Jagd war.

Der Kater, der bereits 86 Monde auf dem Buckel hatte, war diese über euphorischen Kriegerinnen und Krieger mittlerweile leid. Immer wieder musste er sich Patrouillen mit ihnen teilen und ihre Art ertragen, bis ihnen ihr Übermut vor den Kopf stößt und sie ihn endlich zum denken benutzen. Nicht selten war es Rostbrand selbst, der ihnen vor den Kopf stieß.

Als hätte er sie beschworen, tauchte das bunte Fell der Kätzin in seinem Blickfeld auf und leise bat er den SternenClan, dass Distelstern ebenfalls sofort auftauchen würde, damit er die 14 Monde alte Kätzin nicht alleine bespaßen musste und sie direkt aufbrechen konnten.

Gleichzeitig malte er sich aus, welche Beute er heute fangen würde. Im Alter von Iltisfängerin hatte er am Wasserfall eine Fledermaus aus der Luft gefangen. Vielleicht war er auch etwas älter, aber das war nicht wichtig. Ob er Heute auch eine Fledermaus fangen könnte? Viel Sinn machte es nicht. Sie waren nicht besonders Nahrhaft. Er würde sich wohl auf etwas anderes Konzentrieren.

Stumpf blickte er die Kriegerin aus seinen moosgrünen Augen an. Immerhin war sie hübsch.



@Iltisfängerin@Distelstern



RE: Falling water in the Moonlight - Distelstern - 11.04.2026


Patience feeds the Clan



Rostbrand war wohl der Erste, der sich am Lagerausgang einfand. Nach ihm kam Iltisfängerin und Distelstern kam mit etwas Verspätung ebenfalls dazu. Sie nickte den beiden zu bevor sie gemeinsam mit ihnen aus dem Lager zog.

Das Ziel war der Wasserfall, wo sie heute Nacht zu jagen geplant hatte. Möglicherweise hätte sie eine bessere Nacht finden können denn den ganzen Tag über war es bereits wolkenbedeckt, stürmisch und regnete - mal stärker, mal schwächer. Auch jetzt, wo sich die Patrouille über das Trockene Hochland zu ihrem Ziel bewegte, war es stürmisch. Das Donnern und die Blitze kündeten von einem Gewitter in der Ferne. Trotzdem würde das die nachtschwarze Kätzin nicht davon abbringen, mit dem rotbraunen Kater und der Schildpattkätzin jagen zu gehen.

Nachdem sie das trockene Hochland hinter sich gelassen hatten, kamen sie am Wasserfall an. "Passt auf, wohin ihr tretet und fallt nicht ins Wasser.", mahnte sie die Patrouille. Vom Regen des Tages waren die Steine, die in die Senke des Wasserfalls führten, sicher rutschig.

Die Kätzin begann den Abstieg. Zunächst kletterte sie vorsichtig die Trittsteine nach unten. Mit der Zeit fühlte sie sich allerdings immer sicherer, sodass sie einen unbedachten Sprung machte. Leicht schnappte sie nach Luft, ihr Herz setzte kurz aus als ihre Hinterläufe auf dem rutschigen Stein wegrutschten und sie mehr oder weniger auf dem Stein hang. Distelstern krallte sich mit ihren dornenartigen, grauen Krallen an dem Stein fest bevor sie sich mit Kraft wieder nach oben zog. Leicht atmete sie durch. Das war knapp. Sie hätte keine Lust auf Schwimmen im Wasserfallbecken gehabt.

Den restlichen Weg legte sie vorsichtiger in die Senke zurück. Unten angekommen, wartete sie auf Rostbrand und Iltisfängerin während sie sich wachsam umblickte. "Viel Erfolg. Wir treffen uns nach dem Jagen wieder hier.", miaute sie mit einem leichten Lächeln als sie die beiden Krieger anblickte und sich zum Gehen wandte.

Die Gischt des Wasserfalls bildete einen feinen Sprühnebel, der sich auf ihr nachtschwarzes Fell legte. Sie versuchte es bestmöglich zu ignorieren und sich auf die Jagd zu konzentrieren, auch wenn ihr die Kälte langsam unter ihr kurzes, dichtes Fell kroch. Distelsterns blattgrüner Blick huschte über das Ufer der Senke, wo das Schilf im stürmischen wind peitschte. Sie vernahm das leise, fast rhythmische, tiefe Quaken einiger Frösche. Damit würde sie beginnen.

Auf lautlosen Pfoten schlich sie näher, den Bauch über dem Boden schwebend und ihr Schweif hinter ihrem athletischen Körper zur Balance ausgestreckt. Recht schnell entdeckte sie einen Frosch ein wenig vom Ufer entfernt sitzen. Sie spannte ihre Läufe an und schnellte vor. Bevor der Frosch auch nur daran denken konnte, davon zu springen, drückten ihre Vorderpfoten die Amphibie auf den Boden. Mit einem gezielten Biss tötete sie den Frosch.
Ihr rechtes Ohr zuckte als sie ein weiteres tiefes Quaken in ihrer direkten Nähe hörte. Sie ließ ihren Blick in die Richtung wandern und entdeckte im hohen Gras einen zweiten Frosch, der von ihrem Sprung wohl aufgescheucht worden war. Die Kätzin sprang ab und fing ihn mit einem geschickten Seitwärtssprung in der Luft ab bevor sie auch ihn erlegte.

Zufrieden scharrte sie Erde über ihre beiden Frösche bevor sie sich näher ans Wasser begab. Sie wählte eine Stelle, an der die Strömung etwas ruhiger war. Ihre blattgrünen Augen verengten sich zu Schlitzen während sie die Oberfläche fixierte. In der Ferne konnte sie Blitze zucken und Donner grollen hören doch der Hauptteil ihrer Aufmerksamkeit lag auf dem Wasser vor ihr. Dann entdeckte sie ihn. Einen großen Schatten, der sich im trüben Wasser flussaufwärts kämpfte.
Geduldig verharrte sie vollkommen reglos, die grauen Krallen ausgefahren. Als der Fisch in ihre Reichweite kam, schoss ihre Pfote vor und ins Wasser. Das kalte Wasser spritzte hoch als sie tief hineingriff und den zappelnden, großen Fisch mit purer Stärke ans Ufer schleuderte. Der Fisch wand sich, schlug um sich doch die nachtschwarze Kätzin ließ ihm keine Chance auf Flucht ins Wasser. Gezielt biss sie zu und erlegte den Fisch.

Schwer atmend aber stolz auf ihren Fang, sammelte sie ihre Beute zusammen. Der Fisch war schwer und ein wahrer Segen für den Frischbeutehaufen des BrisenClan. Mit dem Fisch und den Hinterbeinen der Frösche im Maul machte sie sich auf den Weg zum Treffpunkt. Das Adrenalin der Jagd vertrieb die Müdigkeit aus ihren Glieder. Sie hoffte nur, dass Rostbrand und Iltisfängerin genauso erfolgreich sein würden, wie sie selbst.

Am Treffpunkt angekommen, legte sie die Beute ab, setzte sich und blickte sich ruhig um während sie geduldig auf die Rückkehr ihrer Clankameraden wartete, um anschließend ins Lager zurückkehren zu können.



@Rostbrand @Iltisfängerin