flames don't show mercy
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flames don't show mercy
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Lerchenflügel
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18.01.2026
Carrying more than her own life
Der Himmel färbte sich allmählich von schwarz zu grau, als Lerchenflügel blinzelnd wach wurde. Im Lager herrschte noch friedliche Ruhe, nur die gespitzten Ohren des Wachposten zeichneten sich undeutlich vor dem noch dunklen Hintergrund ab. Goldfuchs lag dicht neben ihr, sie spürte sein warmes Fell an ihrer Flanke. Bald schon würde sie in die Kinderstube umziehen müssen, doch so lange sie konnte wollte sie ihren Gefährten neben sich wissen. Sie rückte ein wenig von ihm ab und streckte sich die vom Schlaf noch steifen Glieder. Kurz überlegte sie, ob sie sich noch ein wenig hinlegen sollte, doch sie fühlte sich hellwach und so ruhelos, wie schon lange nicht mehr. Ihr Blick lag einen Moment lang liebevoll auf Goldfuchs, doch sie entschied sich dagegen, ihn wach zu stupsen. Er würde sie in ihrem Zustand sicherlich nicht aus dem Lager lassen und Lerchenflügel sehnte sich nach frischer Luft und neuen Eindrücken. Sie würde zurück sein, bevor er wach wurde.
Lautlos erhob sie sich auf alle Viere, spürte deutlich das zusätzliche Gewicht in ihrem geschwollenen Leib. So grazil wie möglich schlich sie um die schlafenden Krieger herum und schob sich flink aus dem Kriegerbau. Die Luft draußen war angenehm erfrischend nach der stickigen Schwere im inneren des Baus und Lerchenflügel schlich unauffällig durch das verschlafene Lager. Der Wachposten entdeckte sie nicht, als sie sich verstohlen aus einem Hinterausgang davonstahl.
Draußen wurde es allmählich immer heller, die ersten zartrosa Strahlen kämpften sich ihren Weg durch die Dunkelheit. Tau glitzerte auf den Halmen und Lerchenflügel tappte verzückt über die karge Landschaft. In der Ferne zwitscherten die ersten Vögel, begannen zaghaft den neuen Morgen zu begrüßen. Die Kätzin stromerte eine Zeit lang ziellos durch das Revier ihres Clans, genoss die üppigen Wiesen und die vielen Zeichen von Leben um sicher herum. In der Ferne hoppelte ein Kaninchen aus seinem Bau und sah sich verstohlen um, zu weit weg, um einen Jagdversuch zu starten. Doch genau das, würde die Kriegerin tun und dann konnte sie sich später mit ihrem Gefährten zum Frühstück treffen. Ihr Bauch war ihr lästig im Weg, als sie probehalber ihr Jagdkauern ausprobierte, doch sie wusste, dass die Jungen noch ein wenig auf sich warten lassen würden. Das war der Vorteil beim zweiten Mal, es gab deutlich weniger Ungewissheit.
Mit zuckenden Schnurrhaaren sah sie sich um und machte sich auf die Suche nach Beute. Die Vögel wurden lauter, das zartrosa hatte sich mittlerweile in ein sattes Rot verwandelt. Verträumt sah sich Lerchenflügel immer wieder um, nur mit halbem Herzen bei der Jagd dabei. Ein fernes Rauschen wurde allmählich lauter, doch die getupfte Kätzin nahm es kaum wahr, tief versunken in Träumereien. Erst als sie beinahe auf den Donnerweg gestolpert wäre, fand sie schlagartig zurück in die Wirklichkeit.
Oh, Mist!
, dachte sie und trat vorsichtig ein paar Schritte zurück. Der Zweibeinerweg war ungewöhnlich ruhig an diesem frühen Morgen, doch Lerchenflügel war dieser Ort nicht geheuer. Unbehaglich spähte sie hinüber in das Gebiet des GlutClans, während sie weiter Schritt für Schritt zurückwich.
@
Fichtenstern
@
Goldfuchs