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who are you, really? - Druckversion

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RE: who are you, really? - Eisbrecher - 08.03.2026


Unseen from the outside, the rage goes on



Diese Nebelwurzler mussten entweder etwas im Feuer verbrennen oder ihre Singsang Stimmen übten eine Tranceartige einlullende Melodie aus. Nun saßen doch tatsächlich zwei erwachsene Krieger und das dazugelaufen Junge vor ihnen und lauschte ihren Stimmen. Den Abgebrochenen Worten. Er schnaubte verächtlich.
So leicht ließ sich der Glutclan also seine Gehirne vernebeln. Wie armselig.

Der Kater grub mit seiner Wut immer tiefere Furchen in dem Boden unter sich und schenkte der Nebelwurzler Gruppe keine Beachtung mehr – da sie selbst nicht kämpfen wollten sondern die Sinne der ehemaligen Clankriegern verseuchten, konnte er auch genauso gut ein Ventil für die Wut finden. Eines, das nicht beinhaltete, dass Fichtenstern genaustens über das wahre Geschehen informiert wurde.
Die Anspannung und Entspannung der Muskeln tat dem getigerten außerordentlich gut. Vor allem wenn er sich vorstellte, dass dies der weiche Bauch des eingebildeten Aschesturms war, den er da wie einen Moosteppich bearbeitete und langsam aber sicher seinen Bauch aufschlitzte.
Irgendwann würde ihm die Genugtuung sicher zu Teil werden.
Er hatte Zeit.
Viel Zeit.

“Ihr Name Dunst... Dunst im kühlen Morgengrauen.“, vernahmen da seine zurück gelegten Ohren und ihm entkam ein spöttisches Schnaufen. Leise brummte er zum Boden: “Eher Dunst im Kopf.“ Dann ein leises Kichern, bevor er weiter arbeitete.
Den Blick in seinem Nacken ignorierte er, genauso wie ihren Laut. Sollte sie doch kommen, dann würde er ihr eine runter hauen! Sie provozierte es doch!
Und all diese anderen Fuchsherzigen Nebelwurzler...
Katzen und Luchse die Zusammenlebten. Hier höchstens ein Luchsvorleger oder ein schönes Pelznestchen für Fichtenstern. Wieder verzog er die Lefzen zu einem Grinsen. Diese Gedanken gefielen ihm. Und es war wohl wahrlich sein Glück, dass er ihnen den Rücken zugewandt hatte und mehrere Katzensprünge entfernt war, so dass die Luchsin nichts von dem sah.

Dann sprach diese Mondratte etwas von einem Seher und einer Rinde. Ein schnaufen. Und als nächstes würde sie noch sagen der Seher stünde in Kontakt mit etwas höherem und würde ihnen ihren Weg weisen.
Der letzte Part, dass ihr Oberhaupt starb interessierte ihn einen Pfifferling.
Sein Schwanz schlug peitschend zur anderen Seite, während er die vordere Pfote hob und seine Krallen begutachtete.



@Eichenfell @Bernsteinpfote @Aschesturm



RE: who are you, really? - Aschesturm - 10.03.2026


Fire and peace


Die Antworten der Fremden fielen erstaunlich ausführlich aus und Aschesturm entspannte sich immer mehr. Noch immer gefiel es ihm nicht so recht, dass diese Fremden sich auf dem Gebiet des GlutClans scheinbar wie Zuhause fühlten. Doch es gab aktuell nichts, was die drei Krieger und die junge Schülerin dagegen unternehmen konnten. Abgesehen davon, dass Aschesturm nicht sicher war, ob Eisbrecher nun überhaupt noch an ihrer Seite kämpfen würde. Mit schmalen Augen sah er hinüber zu dem grau getigerten, der mit seinen Pranken tiefe Furchen in den Boden zog. Leicht schüttelte Aschesturm den Kopf. Er würde dem angriffslustigen Mäusehirn die nächsten Tage wohl besser aus dem Weg gehen… kein Verlust in seinen Augen.

Seine Aufmerksamkeit wandte sich wieder zurück zu den Erzählenden, deren Fell im Schein des Feuers sanft flackerte. Sie schienen es tatsächlich kontrollieren zu können, seine heiße, zerstörerische Wut. Wie hatten sie es überhaupt erschaffen können, ohne die Zweibeiner? Doch zunächst lauschte Aschesturm den Antworten der Katzen und ließ ihre Worte auf sich wirken. Sie kamen also aus einem Gebiet weit entfernt und teilten ihr Tal mit einem Wolfsrudel. Kein Wunder, dass sie alle so stark und kampferprobt wirkten. Selbst eine Luchsin musste sich wohl vor Wölfen in Acht nehmen. Ebendiese erhob nun ebenfalls das Wort und stellte sich ihnen als Dunst vor.

Der junge Kater sprach erneut, schien von der Flut an Fragen aus Bernsteinpfotes Maul nicht verärgert, er beantwortete sie alle mit ruhiger Geduld. Er erzählte von den Wölfen und von Luchsen, die sie verteidigten. Luchse? Plural? Wie viele ihnen wohl freundlich gestimmt sind?, überlegte der graue Krieger und legte nachdenklich den Kopf schief. Nun trat auch Mond näher und erzählte ihnen vom Feuer. Aschesturm erschauderte, trat aber vorsichtig näher an die Flammen, bis er ihre Wärme im Gesicht spürte.

“Kannst du mir zeigen, wie das geht?“, fragte er Mond fasziniert, bevor er respektvoll wieder zurückwich und sich erneut neben Eichenfell niederließ. Die Kätzin sprach weiter, erzählte von Krankheit und einer langen Suche nach dem richtigen Heilmittel, von Verlusten und Trauer. Sie waren den Clans gar nicht so unähnlich, diese Stammeskatzen, stellte er erstaunt fest. Monds Nachfragen beantwortete Eichenfell bereitwillig und Aschesturm lauschte seinen Worten stumm. Bei seiner Beschreibung des GlutClans setzte sich der Krieger stolz ein wenig aufrechter hin. Eichenfells Blick wanderte zu ihnen hinüber, lud sie ein ebenfalls etwas zu sagen. Aschefell räusperte sich kurz.

“Bei uns gibt es keinen Seher, so wie bei euch", begann er und sah sich einen Moment lang unter den Versammelten um. "Alle Clans haben einen Anführer, ich denke ähnlich wie euer Oberhaupt, sie werden von ihren Stellvertretern unterstützt und beraten. Wir haben einen Heiler, der sich um unsere Verletzten kümmert. Welche Aufgaben hat euer Seher? Und habt ihr noch andere Ränge bei euch?“ Er hoffte durch eigene Offenheit würden auch die Stammeskatzen noch mehr über sich erzählen, auch wenn sie bisher mit ihren Informationen kaum gegeizt hatten. Doch sie waren ja auch rettungslos in der Überzahl. Sie waren sich sicher, dass ihnen hier keine Gefahr drohte und so verhielten sie sich auch. Ob Fichtenstern ihr freundliches Geplänkel mit den Fremden gutheißen würde?

Vermutlich nicht.



@Eichenfell @Eisbrecher @Bernsteinpfote



RE: who are you, really? - Spielleiter - 18.03.2026


And where are you going?


Das leise Knistern des Feuers füllte für einen Moment die Lücke zwischen den gesprochenen Worten, während Monds Blick ruhig zwischen Eichenfell und Aschesturm hin und her wanderte. In ihren Augen lag etwas nachdenkliches, fast prüfendes, als würde sie die fremden Strukturen der Clans mit denen ihres eigenen Stammes vergleichen und jedes Detail sorgsam abwägen.

Neben ihr rekelte sich ihre hellgraue Schwester kaum merklich - in den dunkelblauen Augen Misstrauen und eine gewisse Ablehnung. Dunst hingegen blieb entspannt liegen, die buschigen Ohrspitzen aufmerksam gestellt, während ihr Stummelschweif immer wieder wedelte. Ihr Blick glitt noch einmal kurz in die Richtung, in der Eisbrecher abseits scharrte, ehe sie sich wieder dem Kreis zuwandte.

"Ein Anführer, Stellvertreter und Heiler…", wiederholte Mond leise, als würde sie die Worte auf ihrer Zunge wie fremde Beute kosten und hob dann den Blick. "Struktur klar. Bei uns weniger fest." Schließlich lächelte sie schwach, aber sanft.

"Seher… nicht Anführer. Seher weiß bescheid über Kräuter, helfen uns, wenn wir krank. Seher sieht, was Ahnen ihm zeigen", fuhr sie fort und setzte sich etwas gerader hin. "Er sieht mehr als Augen zeigen. Träume, Zeichen und Wege, die gegangen sind noch nicht." Sie wirkte stolz und respektvoll, als sie ihr Wissen mit den Fremden teilte. "Unser Anführer sein Wächter. Wachen über alle im Stamm und treffen Entscheidungen."

"Andere Rollen sein Jäger, Älteste und Zukünftige. Andere entstehen aus Notwendigkeit. Wer kämpfen kann, kämpft. Wer nicht kann, nicht kämpfen. Aber wir nicht oft kämpfen müssen." Ein leichtes Schulterzucken folgte, dann sah sie für einen Moment zur Luchsin. "Dunst und ihresgleichen sein stark. Sie haben getötet große Wölfe. Nicht getötet, weil sie es so wollen. Nicht aus Gier, oh nein. Sie haben getötet, wenn sie Stamm schützen musste. Wir nämlich nicht gierig oder böse sein. Wir nur nehmen, was wir brauchen."

Der junge getigerte Kater neben ihr nickte zustimmend, auch wenn sein Blick immer wieder neugierig zwischen den GlutClanern hin und her sprang. Offenbar versuchte er noch immer, die festen Strukturen eines Clans zu begreifen und auch die anderen Kater wirkten nicht abgeneigt, wenngleich sie sich zurückhielten.

Mond schwieg einen Herzschlag lang, dann wanderte ihr Blick zu Aschesturm zurück, als sie sich an seine frühere Frage erinnerte. "Feuer… zeigen", wiederholte sie langsam. Ein leises Murmeln war es das folgte und durch die anderen Stammeskatzen am Feuer zog - keine Ablehnung, aber auch kein unbedachtes Zustimmen.

"Feuer nicht einfach so kommt", begann die bildschöne Kätzin gefasst und betrachtete die Glut, als würde sie darin alte Erinnerungen lesen. "Es geboren wird, wenn richtige Dinge zusammenfinden." Sie hob leicht eine Pfote, als würde sie etwas Unsichtbares zwischen ihren Ballen tragen. "Trockene Rinde, altes Gras oder Moos, das lange keinen Regen gesehen benötigt wird." Ihr Blick glitt kurz prüfend zu Aschesturm, dann wieder zurück ins Feuer, während ihre Stimme ruhig und gleichmäßig blieb.

"Und dann es braucht Stein." Im Tal gebe es harte Steine, erklärte sie, und wenn sie richtig aufeinandertreffen, entstünden in Folge dessen Funken - erst winzig klein, fast unsichtbar. Doch wenn so ein Funke auf vorbereitetes Material falle und man ihn behutsam nähre, könne daraus etwas Größeres entstehen.

Mond beugte sich leicht vor und blies sanft gegen die Glut, die daraufhin kurz heller aufflammte. "Dann erwacht Feuer. Ich jetzt nicht zeigen kann, wir bereits Materialien aufgebraucht." In Folge dessen ließ sie die Worte in einer theatralischen Pause wirken. Nicht jede Katze könne das, fuhr sie schließlich fort. Es brauche Geduld, ruhige Pfoten und das Wissen darum, wann das Material bereit sei. Und genauso musste man sicherstellen, dass sich das Feuer nicht unkontrolliert ausbreiten konnte. Zu früh geschehe nichts, zu spät hingegen sterbe alles wieder. Nach ihrer ausführlichen Erklärung, widmete sie sich aber wieder dem ursprünglichen Thema.

"Ihr mit vielen Clans lebt", miaute Mond also nachdenklich. "Sind andere Clans Freunde oder Feinde? Es schön wäre, wenn wir im Tal hätten mehr Freunde. Aber wir nie allein - Stamm sein groß. Und warum Kater am Rande haben so schlechte Laune?"

Die anderen Stammeskatzen verhielten sich ruhig, tuschelten manchmal in ihrer unverständlichen Sprache, während sie sich angesichts der Wärme des Feuers entspannten. Keine Anspannung wie zuvor - aber auch keine Unachtsamkeit.


@Eisbrecher @Eichenfell @Aschesturm 



RE: who are you, really? - Eichenfell - 19.03.2026


I will find the truth



Durchaus interessiert hörte Eichenfell der Erklärung zu, wie sie das Feuer gemacht hatten und doch wusste er gleich, für ihn würde es niemals in Frage kommen mit Absicht ein Feuer zu entzünden. Denn wie die Katzen es bereits erklärt hatten: Es konnte Zerstörung bringen, unkontrolliert alles in sich aufnehmen und zu Asche verwandeln. Seine Schweifspitze zuckte leicht und als die anderen wissen wollten, wie es um die anderen Clans und sie stand, raunte der Kater kurz und suchte nach den richtigen Worten. Es war nicht seine Art, ihnen nun zu erzählen, dass der GlutClan der einzig mächtige war und dass die anderen Clans nur aus Bienenhirnen und Baumkuschlern bestanden. Er wollte ehrlich sein, aber nicht herablassend.
»Wir sind defintiv keine Freunde. Nicht umsonst haben wir feste Territorien und wir schützen unsere Grenzen sehr verbissen.« begann Eichenfell mit ruhiger Stimme und dachte an die Blattleere, die ohnehin bevorstand. »Trotz dieser Grenzen, kann es Zeiten geben, in denen wir alle ums Überleben kämpfen. Der NebelClan zum Beispiel, wenn der Fluss zufriert, verlieren sie einen Großteil ihrer Beute. Aber auch wir haben in der Blattleere sehr zu kämpfen, wir ernähren uns hauptsächlich von Reptilien und Amphibien, die es in der Blattleere nicht gibt« erklärte er und fragte sich, ob Fichtenstern auch dazu schon eine Idee hatte. Die Schlangenfelsen waren ein gutes Gebiet und wenn Braunellenstern der Forderung doch nachgeben würde, hätten sie eine gute Möglichkeit für weitere Jagdgründe, doch wie der Name schon sagte, gab es dort hauptsächlich Reptilien und die waren in der Blattleere nicht dort. Aber vielleicht waren die Schlangenfelsen für den Anführer auch mehr ein Symbol oder aber sogar nur der Anfang eines weiteren Vordringens in das Territorium des WurzelClans. Der Lichthain oder vielleicht der Ahnenbaum könnte das nächste Ziel sein. Doch wer wusste schon, was in Fichtenstern vorging? Besonders in der letzten Zeit, war er sehr auf Macht aus.
»Solange alle in ihren Territorien bleiben, herrscht Frieden. Aber es kann Grenzkämpfe geben, kämpfe um Gebiete oder Jagdrechte« erklärte der Schokobraune weiter. »Und einmal im Mond, wenn der Mond hoch am Himmel steht und voll ist, treffen sich alle vier Clans am Baumgeviert, ein neutraler Ort. Dort herrscht Waffenruhe und wir tauschen uns über die vergangenen Monde aus« erklärte er und sah zu Bernsteinpfote. Ob auch sie etwas sagen wollte? Sie war nicht erst seit einem Tag Schülerin und hatte sicher noch Eindrücke zu berichten.



@Aschesturm @Eisbrecher @Bernsteinpfote



RE: who are you, really? - Eisbrecher - 20.03.2026


Time to draw the line



Unruhig zuckte der Schweif von Eisbrecher, schließlich die Ohren. Und der massige Kater hielt inne in seinem Tun, er hob den Kopf und betrachtete die Umgebung als hätte er etwas wahrgenommen. Erst am Ende dreht er den Kopf und ließ seinen Blick auf Mond ruhen als wolle er sagen Ich weiß, dass du mich angesehen hast.
Sein Blick bohrte sich geradezu in die hübsche Kätzin, ohne dass er sich bewegte. Sanft strich der Wind durch sein Fell.

Erst als Mond wieder von Dunst, der Luchsin, sprach ließ er den Blick zu jener wandern. Luchse die nur töten um den Stamm zu schützen und sich sogar mit großen Wölfen angelegt hatten.
Dass er nicht lachte.
Wenn dem stimme, dann waren diese großen Nebelwurzler entweder wahrlich stark - was er bezweifelte, denn er glaubte noch immer fest daran mit Loderblick aus dem Luchs einen Teppichvorleger für Fichtenstern zaubern zu können - oder aber die Kätzin hatte zu viel von dem Moos im Feuer geraucht.

Nachdenklich glitt sein Blick über ihren Schmuck und die Verzierungen. Wie es wohl aussähe wenn ihr diese Kunst entrissen wurde und die Zeichen mit Löchern im Fleisch und Blut ersetzt wurden?
Ein Grinsen huschte über das Angesicht.
Dieses verblasste als Mond vom Feuer machen sprach.
Als sei dies kein Geheimnis oder etwas gefährliches - doch zeitgleich erklärte sie was so gefährlich war und weshalb die Natur so schnell Feuer fing.
Eisbrechers Augen weiteten sich.
Waren diese Nebelwurzler des Wahnsinns?
Oder hatten sie tatsächlich zu viel verbrannten Moos eingeatmet?
Wollten sie den ganzen Düsterwald abfackeln?
Oder dass der Glutclan alle Territorien verbrannten?

Brüskiert erhob er sich und sträubte sein Fell.

"Sind andere Clans Freunde oder Feinde?"

Eisbrecher schnaubte verächtlich.
Langsam setzte er seine Pfoten voreinander, drehte den Körper herum und näherte sich der Gruppierung. Die Schritte fest, polterte er verächtlich, ungeachtet der Ausführung von Eichenfell: "Die Baumkuschler und Sternenträumer könnten vielleicht eure Freunde sein, Nebelwurzler!" Sein Schwanz peitschte durch die Luft bevor er eineinhalb Katzensprünge Abstand hielt und stehen blieb.
"Aber wir sind Feinde und werden es immer sein!"
Sein Blick lag fest auf Mond.

"Und das Warum seid ihr und eure Existenz auf unserem Territorium. So wie der Missachtung unseres Gesetzes der Krieger."
Das letzte spuckte er aus als hätte er ein verdorbenes Reptil oder gar eine vergiftete Ratte verspeist.
Sein Blick lag hart, kalt und Urteilend auf seiner Familie, seinem Clan. Sie standen sich nicht wirklich Nage - war es von Eisbrecher so gewählt und seine unberechenbare Art von ihnen gemieden - und doch würde er immer für den Clan eintreten und kämpfen.
Aber nicht wenn das Gesetz so missachtet wurde.



@Eichenfell @Bernsteinpfote @Aschesturm



RE: who are you, really? - Bernsteinpfote - 20.03.2026


Zwischen Glut und Frost

Bernsteinpfote saß dicht bei Eichenfell, den Schweif ordentlich um die Pfoten gelegt, auch wenn die Spitze noch immer leicht zuckte. Das Feuer knisterte leise vor ihr, warm und lebendig, und für einen Augenblick vergaß sie beinahe alles andere um sich herum. Beinahe. 

Aus dem Augenwinkel sah sie, wie die Luchsin der hellgrauen Kätzin folgte, sich behutsam an ihre Seite legte und ihr mit einer Sanftheit die Wange anstupste, die Bernsteinpfote bei einem so gewaltigen Tier niemals erwartet hätte. Ihr Blick blieb einen Moment daran hängen. Diese riesige, kampfstarke Katze, die Eisbrecher mit einem einzigen Blick in Schach gehalten hatte, wirkte plötzlich fast... fürsorglich. Seltsam.

Und irgendwie noch verwirrender als das Feuer. Der getigerte Kater beantwortete derweil geduldig ihre Fragen. Fünfhundert Monde. Bernsteinpfotes Ohren zuckten leicht. Das war mehr, als sie sich richtig vorstellen konnte. So alt war nicht einmal einer ihrer Ältesten. Und sie teilten sich ihr Tal mit Wölfen. Wölfen. Allein bei dem Gedanken lief ihr ein feines Frösteln über den Rücken, obwohl die Wärme der Flammen bis in ihr Gesicht strich... was allerdings auch merkwürdig und irgendwie furchteinflößend war. Doch die Neugier von Bernsteinpfote gewann die Oberpfote.

Dann sprach Mond weiter, erzählte vom Seher, von der Eibe, von ihrer langen Reise. Als ihre Stimme brüchig wurde und sie von ihrer Mutter sprach, richtete Bernsteinpfote sich unwillkürlich etwas gerader auf. Ihre bernsteinfarbenen Augen ruhten für einen stillen Moment auf der silbernen Kätzin und dann auf deren Schwester, die den GlutClanern noch immer den Rücken halb zugewandt hielt. Verlust bleibt scheinbar Verlust. Ganz gleich, aus welchem Wald man kommt. 


Bernsteinpfote sagte diesmal nichts dazwischen. Stattdessen lauschte sie, sog jedes Wort auf, während Eichenfell den Aufbau der Clans erklärte und Aschesturm weitere Fragen stellte. Ein Seher, der Träume deutete. Ein Wächter. Jäger, Älteste, Zukünftige. Es klang fremd, aber nicht unsinnig. Nur... anders. 

Als Mond erklärte, wie Feuer geboren wurde, spannte Bernsteinpfote sich unwillkürlich an. Trockene Rinde. Altes Gras. Stein. Funken. Ihre Augen weiteten sich. So einfach klang es in Monds Stimme. Viel zu einfach für etwas, das ganze Wälder verschlingen konnte.

Ihr Blick glitt sofort über den Boden rings um die Feuerstelle, über das Material, das dort lag, und für einen Herzschlag stellte sie sich vor, wie dieselben Funken in trockenes Unterholz schlugen. Wie schnell so etwas außer Kontrolle geraten konnte. Wie töricht es wäre, zu glauben, man habe so etwas wirklich vollkommen im Griff. Und trotzdem saßen diese Katzen hier, ruhig, beinahe friedlich, als hätten sie einen Pakt mit der Glut geschlossen.

Eichenfell beantwortete inzwischen die Frage nach den Clans, stolz und fest, und Bernsteinpfote spürte, wie sich ihre Brust ein wenig hob, als er vom GlutClan sprach. Stärke. Kampf. Überleben. Das verstand sie. Das war vertraut. Als sein Blick kurz zu ihr glitt, zuckte eines ihrer Ohren.

Sie sollte wohl auch etwas sagen. Bernsteinpfote räusperte sich leise, sah erst Mond an, dann den getigerten Kater. "Wir sind nicht alle gleich." Ihre Stimme war jung, aber erstaunlich fest. "Die Clans streiten oft. Um Grenzen, Beute, Jagdrechte." Sie seufzte kurz und fügte leise hinzu: "Schmetterlinge..." Ihre Schweifspitze strich einmal über den Boden. 

Kaum hatte sie die Worte ausgesprochen, durchschnitt ein verächtliches Schnauben die Atmosphäre wie eine Kralle durch Spinnweben. Bernsteinpfotes Kopf fuhr herum. Eisbrecher.

Er kam näher, mit festen, polternden Schritten, und schon seine Haltung ließ die Luft wieder schwerer werden. Bernsteinpfotes Schultern spannten sich an, als er die anderen Clans abfällig als Baumkuschler und Sternenträumer bezeichnete und dann mit kalter Härte erklärte, dass der GlutClan keine Freunde dieser Fremden sein würde. Ihr Magen zog sich zusammen. Mäusehirn, dachte sie sofort, auch wenn sie die Worte nicht aussprach. Das würde sie sich nicht wagen.

Natürlich hatte sie geahnt, dass Eisbrecher nicht einfach still bleiben würde. Aber nach allem, was erzählt worden war, nach dem Verlust, nach der Reise... jetzt so dazwischenzupreschen, fühlte sich an, als würde jemand mit voller Absicht in frisches Moos treten, nur um es zu zerfetzen.

Bernsteinpfote duckte leicht den Kopf ein, nicht ängstlich, eher angespannt, und ihr Blick huschte unwillkürlich zur Luchsin. Dunst. Sie erinnerte sich an den warnenden Laut, an die Größe ihrer Pranken, an die Ruhe, die jederzeit wieder in Gefahr umschlagen konnte. Bitte jetzt nicht wieder, flehte ein kleiner, ungehaltener Teil von ihr stumm. Ihre Krallen bohrten sich kurz in den Boden, bevor sie sich zwang, still sitzen zu bleiben. Dies war nicht ihr Moment, um dazwischenzugehen. Nicht gegen Eisbrecher. Nicht jetzt.

Also blieb Bernsteinpfote dicht bei Eichenfell sitzen, die bernsteinfarbenen Augen wach zwischen Mond, Dunst und dem getigerten Kater hin und her springend, bereit für den Augenblick, in dem die Stimmung erneut kippen konnte.


@Eichenfell @Aschesturm @Eisbrecher



RE: who are you, really? - Spielleiter - 27.03.2026


And where are you going?


Monds Blick ruhte noch einen Herzschlag länger auf Eichenfell, ihre Ohren leicht zur Seite geneigt, während seine Worte in ihr nachklangen. Für einen Moment lag etwas Unentschlossenes in ihrem Ausdruck, als würde sie versuchen, ein Bild zu greifen, das sich nicht ganz mit dem deckte, was sie kannte.

"Nicht Freunde… aber auch nicht müssen Feinde sein", begann sie schließlich ruhig, ihre Stimme weich, doch getragen von einer leisen Überzeugung, die tiefer reichte als bloße Worte. Ihre Schweifspitze glitt langsam über den Boden, zeichnete gedankenverloren Linien in die Erde, als würde sie dort Antworten suchen. "Man kann gehen eigene Wege und trotzdem Herz nicht verschließen." Ihr Blick hob sich wieder, traf Eichenfell offen, ohne Vorwurf. "Distanz nicht bedeuten muss Kälte. Wenn Wind durch Tal zieht, er berührt alle - auch wenn sie nicht nebeneinander stehen."

Ein schwaches, fast sonniges Lächeln huschte über ihr Gesicht, ehe sie leicht den Kopf neigte. "Aber ich eure Wege respektiere." Ihre Augen glitten weiter zu Bernsteinpfote. In ihnen lag nun eine sanfte Wärme, welche die Anspannung für einen Moment durchbrach. Sie lauschte der jungen Kätzin aufmerksam, ehrlich interessiert, als wäre jedes ihrer Worte von Bedeutung, und ein leises, anerkennendes Nicken folgte. "Du sprichst mit klarem Herz. Das gut."

Neben ihr regte sich der getigerte Kater erneut, legte den Kopf schief, als würde er versuchen, die Schwere der Worte mit etwas Leichterem zu durchbrechen. "Schade", murmelte er offen, ohne jede Schärfe. "Bei uns… wir teilen. Immer, wenn wir können. Auch mit Fremden." Seine Schultern hoben sich leicht in einem einfachen, fast jungenhaften Schulterzucken. "Mehr Mäuler satt… besser als leere Bäuche. Wir auch nie verhungert, egal wie lang Blattleere war."

Mond wollte bereits erneut ansetzen, eine Frage lag ihr sichtbar auf der Zunge, doch sie kam nicht dazu, denn Eisbrechers Stimme schnitt durch die Luft wie ein kalter Windstoß durch hohes Gras. Die silberne Kätzin erstarrte einen Herzschlag lang. Ihre Augen weiteten sich kaum merklich und ein perplexes Blinzeln folgte, als hätte sie die Worte erst einordnen müssen. Für einen Moment wirkte sie tatsächlich… ratlos. Nicht aus Schwäche, sondern weil das, was ihr entgegenschlug, so roh, so ungefiltert war, dass es nicht in die Bilder passte, die sie bisher von diesen Katzen gezeichnet hatte.

Neben Stern jedoch spannte sich etwas anderes. Dunst' Körper, der eben noch ruhig gewesen war, zog sich zusammen wie ein gespanntes Seil. Ein tiefes, vibrierendes Zischen entwich ihrer Kehle, während sich ihre Lefzen hoben und scharfe Fänge im Feuerschein aufblitzten. Ihre Muskeln arbeiteten sichtbar unter dem braungrauen Fell, jede Faser bereit, jede Bewegung ein Versprechen von Gewalt.

Mond drehte den Kopf und nur ein Blick war nötig. Eindringlich - fest, ruhig und unausweichlich. Duns hielt daraufhin Inne und das Zischen verebbte langsam, wenngleich die Spannung nicht vollständig wich. Ihre Fänge verschwanden wieder, während ihre Augen wachsam blieben. Glühend, auf Eisbrecher fixiert. Erst dann wandte sich Mond wieder ihm zu. Die Verwirrung war noch da, aber größtenteils für etwas Tieferes gewichen. Ernsthaftigkeit, die sich nicht von Lautstärke oder Spott beeindrucken ließ. Sie richtete sich ein wenig auf, ihr Blick gefasst, beinahe durchdringend, als würde sie nicht nur den Kater vor sich sehen, sondern auch das, was ihn bewegte. "Du großen Sturm in dir trägst", sprach sie neutral.

Ein kurzer Moment verging, in dem nur das Feuer antwortete - knackend und knisternd. "Wind, der so scharf weht nicht ohne Grund kommt." Ihre Stimme blieb sanft, doch sie verlor nicht an Klarheit. "Er von Dingen erzählt, die weh getan haben. Von Kämpfen, die noch nicht geendet sind." Den Schweif sauber um die Pfoten legend, folgte eine theatralische Pause. "Warum dein Herz spricht mit so viel Zorn, Eisbrecher?", fragte sie schließlich. "Was hat dir genommen Vertrauen, dass du siehst nur Feinde?"



@Eisbrecher @Eichenfell @Bernsteinpfote



RE: who are you, really? - Eichenfell - 01.04.2026


I will find the truth



Der braune Kater hatte den Stammeskatzen etwas von ihren Gegebenheiten berichtet. Er sprach von den Grenzkonflikten, von der begrenzten Beute und auch von den Spannungen zwischen den Clans. Der Stamm konnte zwar die Problematik verstehen, doch sie sprachen davon, dass man nicht verfeindet sein musste, nur weil mein nicht befreundet war. Und auch wenn Eichenfell durchaus die Worte verstand, so schnaubte er innerlich. Sie hatten vielleicht leicht reden, sie teilten sich ihr Tal nicht mit anderen Katzen. Die Ansichten der anderen Clans waren in vielen Dingen einfach viel zu unterschiedlich und so war es gradezu unmöglich, dass sie sich irgendwie annäherten. Manchmal kam es zu Konflikten, manchmal aber auch zu Zusammenschlüssen. Doch Eichenfell glaubte nicht, dass die Beziehung zu den anderen Clans sich großartig noch verbessern würde.
Dann trat Eisbrecher plötzlich zu ihnen und er verhielt sich wie ein Feuer, dass den Wald niederbrannte. Wütend schnaubte Eichenfell, stand auf und trat einen Schritt auf seinen Clangefährten zu »Wenn du dich so auf die Gesetze berufst, dann nur zu. Leg dich mit ihnen an und vertreibe sie von unserem Territorium, aber ich werde auf ihrer Seite kämpfen!« knurrte der Kater, dem die kurzsichtige Haltung des Clankameraden allmählich gegen den Strich ging. »Du kannst die Gesetze nicht immer so durchbringen, manchmal benötigt es Diplomatie! Und wenn sie nur auf der Durchreise sind und nicht mal etwas von der Beute nehmen, wo ist dann dein Problem? Du denkst ja so wenig wie ein Baumkuschler!« knurrte er und war sich bewusst, dass er jetzt die Unruhe nur verstärkte. Doch Eisbrecher durfte ruhig wissen, dass sein Verhalten hier nicht gerne gesehen war, auch nicht bei seinen Clankameraden. Es war nicht die Art des Kriegers, stumm zuzusehen und sich Eisbrecher verhalten zu lassen, wie er es wollte. Kurz warf er einen Blick auf Bernsteinpfote »Lass dir eins gesagt sein, Bernsteinpfote. Auch wenn wir klare Gesetze haben, ist es niemals im Sinne des Clans, dass eine Gruppe ihr Leben opfert, um die Gesetze einzuhalten. Es gibt Dinge, gegen die kann auch der GlutClan sich nicht wehren. Und so wie keiner von dir erwarten würde, dass du deine Krallen gegen einen Waldbrand einsetzt, weil dieser dir die Beute stiehlt, so erwartet auch niemand, dass du einen Luchs bekämpfen würdest. Manchmal macht es Sinn, die Ohren und vor allem das Gehirn vor den Krallen zu nutzen« miaute er und blickte dann wieder mit scharfem Blick zu Eisbrecher.



@Aschesturm @Eisbrecher @Bernsteinpfote



RE: who are you, really? - Eisbrecher - 01.04.2026


Good to know, how you handle the line



Das Gefühl, welches in der Luft der Umgebung lag veränderte sich. Sie wurde für alle greifbar, drückend und fordernd. So war es nicht verwunderlich, dass der Luchs sich anspannte, ein Zischen aus seinem riesigen Maul drang. Als würde sich eine Dampflok der Zweibeiner wieder Raum verschaffen wollen um weiter zu machen.
Eisbrecher jedoch interessierte es nicht. Es rührte ihn nicht einmal. Sein Fokus lag ganz alleine auf dem seiner Clankatzen. Schließlich hatte er die Positionierung bewusst gewählt. Er war in den Raum gedrungen, hatte sich groß hingestellt, aber keine drohende oder kämpfende Position eingenommen. Zeitgleich eine, die ihn schnell reagieren ließ wenn es sein musste. Eisbrecher forderte und drückte ohne zu drohen oder zu stark zu bedrängen. Klar zeigte er: Ihr seid noch immer nicht willkommen. Und was hier getrieben wird genau so wenig.

Und doch richtete er sich auf seine Patrouillengefährten, statt den Fremden. Als würde er wissen, dass er so positioniert nicht als sofortige Gefahr eingestuft wurde.
Nicht einmal die Bewegungen der anderen Katzen schenkte er auch nur den Hauch einer Beachtung. Den durchdringenden Blick von Mond ließ er einfach stehen, da er noch immer Eichenfell und Aschesturm ansah. So einen Wurm von einem Schüler konnte er ja schwer die Schwere und das Gewicht des Gesetzes vorlegen. Zumindest ihn deswegen nicht zu Brei verarbeiten, allerdings würden ein paar Schellen sicher ganz gut tun. Wobei auch Eisbrecher wusste, dass die schmächliche Bernsteinpfote nicht viel ausrichten könnte.
So zuckten erst die Ohren von Eisbrecher und sein Blick wanderte nur langsam zu der Anführerin der Nebelwurzeler, als sie sprach: “Du großen Sturm in dir trägst.“

Fuchsdung. Die sprach ja wie so ein fanatischer Sternenträumer der glaubte in einer Katze den Weg und die Urgewalt der Natur zu sehen. Für einen Herzschlag war er am Überlegen ob er sich kringeln sollte vor Lachen. Das war aber weder seine Art noch wäre es wirklich förderlich, sollte er in die Defensive gehen müssen.
Zwischen Mond und Eisbrecher lag ihr Blick. Ihrer durchdringend und gefasst. Seine kalt und abweisend. Schließlich sprach die Kätzin weiter: “Wind, der so scharf weht nicht ohne Grund kommt. Er von Dingen erzählt, die weh getan haben. Von Kämpfen, die noch nicht geendet sind.“
Luchsdung noch eins. Wollte sie etwa jetzt anfangen in eine Nebelwurzler Sitzung mit tiefen Wurzelhirn Basen und luciden Nebelhirnwindungen einzudringen? Dafür hatte er definitiv nicht lang genug an ihrem Moos geschnuppert.
Die Pause wirkte und der Kater überlegte nur welche Baumrinde sie nutzten um so schräge Ideen zu haben. Wobei...
Dass er einen Sturm in sich tragen sollte, fand er schon durchaus passend und amüsant. So entblößte er nur die Lefzen zu einem süffisanten Grinsen, während sie weiter sprach und er den Blick abwandte als würde er sie nicht hören. Denn die Regung bei Eichenfell zog an seinem Interesse.

Schließlich hatte der Kater wütend geschnaubt, sich erhoben und begegnete dem getigerten Steingrauen. Eisbrecher hob den Kopf etwas an, reckte das Kinn höher und blickte auf Eichenfell runter. Er knurrte wie ein wütendes Junges, welchem die liebste Maus zum Spielen abhanden gekommen ist oder von einem anderen aufgefressen wurde. Er sprach ihm zu, dass er sich mit der Gruppe anlegen sollte und sie vom Territorium vertreiben, doch der Kater selbst würde auf ihrer Seite kämpfen.
Lediglich die Schwanzspitze zuckte auf seine Worte hin. Der Blick Eisbrechers war undurchdringbar. Was er in diesem Moment wohl dachte?
“Du kannst die Gesetze nicht immer so druchbringen, manchmal benötigt es Diplomatie!“, knurrte der stolze Vater weiter, ungeachtet der Ignoranz Eisbrechers. Als er dann wirklich noch nach dessen Problem fragte und ihn Baumkuschler nannte riss es.

Aber es riss anders als alle es wohl erwartet hatten.
Denn Eisbrecher brach in schallendes Gelächter aus. Sein Fell schüttelte sich, durch die Bewegung und für einen halben Herzschlag gab er seinen Hals preis, bevor er wieder still stand. In seinen Augen lag ein Funkeln. Uneinschätzbar welche Bedeutung es hatte.
“Ich verstehe.“, maunzte er leise.
Ein Grinsen umspielte seine Lefzen, bevor er sich umdrehte und ohne einen weiteren Kommentar zurück an seinen Platz ging. Dort setzte er seinen Hintern wieder ab, musterte den Boden als hätte er sich niemals fort bewegt. Doch statt Bewegung lag eine unheimliche Ruhe auf dem getigerten Krieger des GlutClans. Jener bewegte sich nicht mehr.
Fast wirkte es, als seien die letzten zwei Minuten gar nicht geschehen.

Er lächelte. Für sich. Vor sich hin, den Rücken zu den anderen gekehrt.
So war es also. So zog er also seine Position, sie ihren Stand. So war das Verhältnis und so lehrten sie es, gaben es weiter an die Schüler. Und so verhielt es sich also mit seinem Neffen, dem Bruder eines Verräters der nach dem Gesetz Hingerichtet wurde. Wie sein Bruder Schattenkampf wohl dazu stand? Ob er es wusste? Seine Nachkommen wirklich so erzogen hatte?
Oh welch Freude.
Welch Erkenntnis.

Schadensfroh machte er sich einige kalkulierende Notizen.



@Eichenfell @Bernsteinpfote @Aschesturm



RE: who are you, really? - Bernsteinpfote - 01.04.2026


Zwischen Krallen und Worten

Monds Worte ließen Bernsteinpfotes Ohren leicht zucken. Nicht Freunde, aber auch keine Feinde, wiederholte sie gedanklich. Die silberne Kätzin sprach, als würde sie etwas ganz Einfaches aussprechen, etwas, das nur alle anderen unnötig kompliziert machten. Bernsteinpfote verstand, was sie meinte. Ein kleines Stück zumindest. Der Wind berührte wirklich alle Bäume, ob sie nun dicht beieinander standen oder nicht. Trotzdem blieb in ihrem Brustkorb dieses leise, widerspenstige Gefühl zurück, dass der Wald nicht so friedlich war, wie Mond ihn mit ihren Worten klingen ließ.

Als die Fremde sie dann direkt ansah und ihr sagte, sie spreche mit klarem Herzen, blinzelte Bernsteinpfote überrascht. Für einen Herzschlag richteten sich ihre Schultern beinahe von selbst ein wenig auf. Wärme stieg ihr bis unter das Fell, nicht wegen des Feuers diesmal. Anerkennung... von einer Fremden noch dazu. Ihr Schweif zuckte einmal, schnell, verräterisch. Anerkennung war etwas, das sie sich im GlutClan hart erarbeiten musste. Dann sprach der getigerte Kater vom Teilen. Immer, wenn sie konnten. Auch mit Fremden. Bernsteinpfote legte den Kopf schief und wollte gerade etwas erwidern, als Eisbrechers Stimme durch die Lichtung schnitt wie eine Kralle durch den Pelz des Feindes.

Sofort war das schöne, seltsame Gleichgewicht dahin.

Bernsteinpfotes Blick schnellte zu Dunst. Das tiefe Zischen der Luchsin ließ ihr Fell an Nacken und Rücken kribbeln. Diesmal wirkte die Großkatze nicht ruhig oder fürsorglich. Diesmal sah sie aus wie etwas, das mit einem einzigen Satz alles beenden konnte. Bernsteinpfote hielt unwillkürlich den Atem an, bis Mond sie mit einem Blick wieder zur Ruhe brachte.

Und dann sprach Mond zu Eisbrecher. Bernsteinpfote hörte gespannt hin. Ein großer Sturm. Kämpfe, die noch nicht geendet waren. Vertrauen, das verloren gegangen war. Es klang seltsam. Fast so, als würde Mond nicht auf seine Worte antworten, sondern auf etwas darunter. Bernsteinpfote wusste nicht, was sie davon halten sollte. Doch Eichenfell schon.

Als er aufstand und sich Eisbrecher entgegenstellte, schnellte ihr Blick sofort zu ihm hoch. Seine Stimme war nun härter als zuvor, seine Worte klar wie ein Krallenhieb. Diplomatie. Gehirn vor Krallen. Und als er sich dann an sie wandte, trafen seine Worte noch unmittelbarer. Ein Waldbrand. Ein Luchs. Dinge, gegen die selbst der GlutClan nicht einfach blind anrannte. Bernsteinpfotes Ohren senkten sich kurz, doch nicht vor Schamgefühl oder Ähnlichem. Viel eher, weil sie merkte, wie sehr diese Worte saßen. Sie hatte sich vorhin vom Feuer locken lassen, als wäre bloße Neugier ein Schutz. Und Eisbrecher hatte sich beinahe auf einen Luchs gestürzt, als könnte Wut Größe und Zähne verschwinden lassen.

Beides ist töricht.
Eisbrechers plötzliches Gelächter ließ sie zusammenzucken. Es passte nicht zu der Spannung, die eben noch in der Luft gehangen hatte. Misstrauisch verengte Bernsteinpfote die Augen, als er sich einfach umdrehte und davonging, als wäre nichts gewesen. Diese Ruhe gefiel ihr weniger als sein Knurren. Langsam hob sie wieder den Kopf. Erst zu Eichenfell, dann zu Mond. "Ich verstehe... glaube ich." miaute sie leiser, als man es von ihr vielleicht erwartet hätte. "Nur weil etwas im Weg steht, rennt man nicht mit dem Kopf dagegen." Ihre Schweifspitze legte sich dichter um ihre Pfoten. Dann glitt ihr Blick zu dem getigerten Fremden zurück, der vom Teilen gesprochen hatte. "Aber im Wald ist Teilen nicht so leicht." fuhr sie fort, diesmal fester. "Wenn die Beute knapp wird, denkt zuerst jeder an den eigenen Clan. Sonst hungern die Katzen, die zu dir gehören." Für einen Moment huschte ihr Blick zu Monds Schwester, zu Dunst, zum Feuer. "Vielleicht ist euer Tal größer." sagte sie dann, ohne Spott, eher wie eine ehrliche Überlegung. "Oder euer Stamm anders. Aber hier..." Sie zuckte leicht mit einem Ohr. "...hier ist Vertrauen selten."

Kaum hatte sie es ausgesprochen, fragte sie sich, ob das zu hart geklungen hatte. Zu ernst. Zu erwachsen vielleicht? Sie erinnerte sich an die letzten Monde im GlutClan. Sie spürte immer noch, dass nicht jeder iherer Clangefährten ihr wohlgesonnen war, dabei war sie nun schon seit drei Monden Teil des GlutClans. Daher nahm sie ihre Worte nicht zurück. Es war wahr. Vertrauen war eher selten, das sie hatte sie bitterlich lernen müssen. Und Eichenfells Belehrung hing ihr noch in den Gedanken, schwer und sinnvoll, und irgendwo dazwischen blieb auch Monds Satz hängen, dass Distanz nicht Kälte bedeuten musste. Vielleicht stimmen am Ende beide Seiten ein bisschen?

Bernsteinpfote blieb dicht bei Eichenfell sitzen, den Blick wach und aufmerksam auf die Fremden gerichtet. Neugier brannte noch immer in ihr, nur jetzt vorsichtiger. Gedämpfter. Wie eine Glut, die nicht mehr offen aufschlug, aber auch noch lange nicht erloschen war. Sie würde gerne mehr fragen, mehr wissen, mehr erfahren. Was passiert war, hielt sie jedoch ab. Was Eisbrecher sich wohl gerade denkt? Sie schielte zu ihm hinüber. Er sah allerdings so aus, als würde er erstmal keinen seiner Gedanken preisgeben. 

Die Aufmerksamkeit der Schülerin zog sich daher wieder voll und ganz auf die Fremden. Sollte Eisbrecher doch schmollen. Was die Fremden zu erzählen hatten, war für die Schülerin viel interessanter. Begeisterung und Furcht legte sich in ihren Blick, als sie zum Feuer schaute. Zu gerne wüsste sie mehr darüber! Doch das Thema war nicht das Richtige, wie sie vorhin leider schon bemerken musste. Ihre Ohren zuckten leicht, bevor sie sich bewusst vom Feuer abwandte und stattdessen wieder zu Mond und dem getigerten Kater blickte. Ihre Neugier suchte sich einfach einen anderen Weg, wie Wasser, das sich seinen Pfad zwischen Steinen bahnte. "Euer Tal…" begann sie dann, etwas vorsichtiger als zuvor, "wie sieht es aus?" Ihre Augen leuchteten dabei leicht auf. "Du hast von einem Fluss und großen Bäumen gesprochen… und von Bergen." Ihre Schweifspitze zuckte. "Gibt es dort auch so viele Katzen wie hier? Oder kennt ihr jede einzelne?" Ein kurzer Moment verging, dann schob sich noch eine Frage hinterher, diesmal leiser, fast nachdenklich: "Und… wenn ihr so weit reist… habt ihr keine Angst, euch zu verlieren?"

Nun hielt sie wirklich inne. Sie wollte nicht zu aufdringlich sein. Eichenfells Auftritt bremste sie dann doch. Wachsame, bernsteinfarbene Augen, die jede Regung der Fremden einfingen, wanderten über die Fremden. Sie war bereit zu lernen, aber diesmal klug genug, nicht alles auf einmal wissen zu wollen.


@Eichenfell @Eisbrecher