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galle and glory - Druckversion

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RE: galle and glory - Spielleiter - 05.11.2025


Mooslicht



Ein sanfter Wind strich den Hang hinauf. Die Luft schien schwerer zu werden. Zwischen Moos und Steinen stand eine zartgliedrige Kätzin

Mooslicht.

Ihr warmer, goldener Blick glitt ruhig über die Umgebung und blieb an Dämmerbiss hängen. "Du machst alles richtig.", hauchte sie mit sanfter Stimme. "Und deshalb übersiehst du, was du willst." Ein winziges Lächeln huschte über ihre zarten Züge. "Pflicht ist eine scharfe Kralle. Sie schneidet auch die eigenen Wünsche klein."

Mooslichts Blick wanderte weiter bis sie Brandnarbes Gestalt erblickte.
"Wählen Heiler, wen sie retten?" Ihre Frage, die sie mit ebenso sanfter, weicher Stimme stellte, hatte einen harten Unterton. "Du nennst es Pflicht. Ich nenne es Macht. Jedes Kraut, jede Technik ist ein Urteil."
Ihr Schweif strich über den Moosrand eines Steins. "Manchmal heilt man Wunden, damit sie länger brennen."

Ein Windstoß - schärfer als der bisherige sanfte Wind - fuhr über den Steinhang und trug den Geruch feuchter Erde heran.
"Passt auf, was ihr bindet.", flüsterte sie mit fast liebevoller Stimme. "Manche Wurzeln halten. Bis sie euch ersticken."

Mit einem weiteren, kräftigeren Windstoß verschwand ihre Gestalt. Zurück blieb nur der Geruch von Moos.



@Brandnarbe @Rehsprung @Dämmerbiss @Jaguarkralle



RE: galle and glory - Jaguarkralle - 14.02.2026


I love when they bleed

Auf dem Weg zu seiner Maus, hörte Jaguarkralle auf einmal eine Stimme. Seine bernsteingelben Augen suchten kurz, ehe er fand, wonach er gesucht hatte.
Dämmerbiss stand da, zwei Beutestücke konnte der Kater entdecken. So ein fuchsdung. Und er hatte nur eine doofe Maus erwischt. Aber immerhin hatte sie sich schön quälen lassen, das war doch auch etwas, oder?
”Mehr oder weniger erfolgreich. Ich habe eine Maus erwischt. Du schienst erfolgreicher gewesen zu sein als ich, was?”, miaute er mit ruhiger und sachlicher Stimme.
Keine Regung ließ darauf schließen, dass er ein Lebewesen gequält hatte. Genauso unbeteiligt holte er die Maus auch von dem bisschen Dreck hervor, unter dem er sie verschachtelt hatte. Dabei kam ein wenig Wind auf und blinzelnd hob er die Maus auf und lief zu der Stelle, wo Dämmerbiss stand, ehe ein weiterer - diesmal stärkerer - Windzug kam und… einen Geruch von Moos mit sich brachte?
”Was zum-”, murmelte Jaguarkralle und ließ seine Maus dabei fallen.
Hatte er sich das gerade nur eingebildet? Nein, er konnte ganz genau den Geruch von Moos erkennen. Aber woher? Wollte sich Brandnarbe einen Scherz erlauben und sie mit Moos verwirren? Am Steinhang gab es kein Moos, wo hatte der alte Kater das bloß her? Oder spielten seine Sinne ihm einen Streich? Jaguarkralle sah zu Dämmerbiss und kniff die Augen verwirrt zusammen.
”Kannst du das auch riechen?”, fragte er sie und hoffte sehr, sie würde ihn nicht für verrückt erklären. Wobei. Was würde das schon ändern? Er war schließlich verrückt. Ob andere Katzen davon wussten oder nicht, das war ihm grundsätzlich egal.
Wobei. Vielleicht könnte er dadurch schlechter abschneiden. Womöglich würden ihn Katzen meiden und ihn nicht mehr auf Patrouillen mit einteilen, sich von ihm fernhalten. Nein, das kam nicht in Frage.
Jaguarkralle räusperte sich und wollte noch etwas sagen, doch dann entschied er sich dagegen. Was sollte er als empathielose Katze schon großartig sagen können? ‘Tut mir leid Dämmerbiss, vergiss was ich gesagt habe, ich rieche gar nichts. War nur ein Scherz.’? Nein, niemals.


@Brandnarbe @Rehsprung @Dämmerbiss



RE: galle and glory - Brandnarbe - 16.02.2026


Zweifelndes Herz

Der Geruch der Amphibie war längst verblasst, doch der Wind brachte etwas anderes. Moos. Nicht das kalte, gewöhnliche Moos zwischen Felsen. Er hob den Kopf. Zwischen Stein und Schatten stand sie. Zartgliedrig. Goldener Blick. Ruhig wie stehendes Wasser. Er hörte jedes Wort.

„Wählen Heiler, wen sie retten?“

Die Frage war weich gesprochen, doch sie traf hart. Brandnarbes Blick blieb unbewegt, nur sein Schweif zuckte einmal. Er war es gewohnt, Stimmen zu hören, die andere nicht hörten. Träume. Zeichen. Flüstern des SternenClans. Das erschreckte ihn nicht. Aber etwas an ihr war… anders. Nicht das Leuchten. Nicht die Ruhe. Die Schwere.

Er trat einen Schritt vor. Seine Stimme war tief, rau, getragen von etwas, das älter war als dieser Hang.

„Ich rette, wen ich erreichen kann.“ 
Ein Atemzug. 
„Und ich trage die, die ich nicht retten konnte.“
 


Das war keine Verteidigung. Keine Erklärung. Es war schlicht Wahrheit. Der Wind wurde schärfer. Mooslichts Gestalt zerfloss im silbrigen Licht des Mondes. Zurück blieb nur der Geruch feuchter Erde. Brandnarbe blieb stehen. Er fürchtete sich nicht. Das Sprechen mit Ahnen war ihm vertraut wie das Kauen von Wurzeln. Doch Zweifel kroch leise unter seine Haut. Gehörte sie wirklich zum SternenClan? Ihre Worte hatten nicht geführt. Sie hatten gestochen. Nicht gewarnt. Gefragt. Welches Ziel wurde verfolgt?  Er zog langsam Luft durch die Nase. Keine zweite Präsenz. Kein Nachhall. Nichts schien hier zu verweilen… oder?

Fichtenstern musste davon erfahren. Nicht als Klage und auch nicht als Unsicherheit, sondern als Tatsache. Ein Heiler ignorierte keine Zeichen. Aber er akzeptierte sie auch nicht blind. Kohlenrauchs Stimme, die ihn einst gewarnt hatte, hallte erneut in seinem Geist wider. »Die Finsternis wird kommen. Was euch bevorsteht, kann kein Heiler alleine bewältigen. Es ist an der Zeit, euer Wissen weiterzugeben, um das Überleben der Clans zu sichern.«

Sein Blick verengte sich leicht. Blätterjunges – nein, Blätterpfote. Er hatte sie erst zu Sonnenuntergang zu seiner Schülerin ernannt. Und Fichtenstern hatte sie kurz darauf vor dem Clan bestätigt. War es Zufall, dass gerade jetzt eine Erscheinung erschien?  Dies war nicht der Richtige Zeitpunkt zum Grübeln.

Er zwang seine Gedanken zurück ins Jetzt. Ein Rascheln oberhalb seiner Position. Diesmal kein Federlaut. Kein Flattern. Ein trockenes Scharren zwischen Grasbüscheln. Maus. Brandnarbe duckte sich, sein Körper senkte sich kontrolliert in das Jagdkauern. Zwischen zwei Felsen huschte eine kleine Schattenbewegung. Grau, flink, ahnungslos. Der Mond schnitt silberne Linien über ihren Rücken.

Er wartete.
Geduld war ein Werkzeug.

Als die Maus sich aufrichtete, um an einem Samen zu knabbern, schnellte er vor. Seine Vorderpfote traf den Boden knapp vor ihr, der zweite Schritt schnitt ihr den Fluchtweg ab. Ein schneller Biss, sauber, effizient. Keine Spielerei. Kein unnötiger Moment. Er trug die Maus zu einer geschützten Felsspalte und verscharrte sie sorgfältig.

Anschließend wandte er sich dem feuchten Streifen am Hang zu. Dort wuchs Schachtelhalm, noch jung und biegsam. Er schnitt mehrere Halme sauber ab, legte sie ordentlich zusammen. Ein Stück weiter entdeckte er etwas Spitzwegerich. Klein, aber brauchbar. Auch das nahm er mit.

Diese Kräuter wollte er Blätterpfote zeigen. Wissen war keine Wurzel, die ersticken durfte. Es musste weitergegeben werden. Schließlich holte er Maus und Amphibie aus ihren Verstecken, nahm beides zusammen mit den Kräutern auf und setzte sich in Bewegung.

Als er die Spuren der anderen witterte, trat er aus dem Schatten. Seine Stimme war ruhig, fest. „Wir können zurückkehren.“ Der Mond stand hoch. Der Hang war still. Zu still.



Angesprochen: alle Anwesenden am Treffpunkt zur Rückkehr