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you're gonna go far, kid - Druckversion

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RE: you're gonna go far, kid - Falkenschrei - 16.03.2026


All Eyes on the River



Es gab vermutlich nicht eine NebelClan-Katze, die den heutigen Tag nicht am Fluss verbringen wollte. Der Tag gehörte einem besonderen, jungen Kater, der trotz seiner Verkrüppelung seinen Wert als Krieger beweisen und sich seinen Kriegernamen auf die traditionelle Art ihres Clans verdienen wollte.

Falkenschrei war ebenfalls unter diesen Katzen und hatte sich zu Krähenruf, seiner Großtante, gesellt. Ruhig hatte er den Worten Schneesterns gelauscht und sowohl registriert, dass unter den Anwesenden auch Elsterherz, Silberlicht, Kieselstein, Dämmerpfote, Beerennase und sein stinkender Bruder, Wieselfeuer, waren.

Nachtpfote trat an das Ufer, ließ sich in die reißende Strömung gleiten und kämpfte unerbittlich dagegen an. Falkenschrei erinnerte sich gut an seine Prüfung damals, wie wohl jeder anwesende Krieger und Ältester. Auch Himmelspfote fiel ihm auf, der ehemalige Schüler seines Bruders, der wirkte als würde er sich gleich nach Nachtpfote in die Fluten werfen, um seinen Kriegernamen weitaus früher als jeder andere Schüler des Clans zu erhalten. Mäusehirn. Offenbar war selbst er Wieselfeuer zu viel, sodass dieser Himmelspfote an Flussgeist abgegeben hatte.

Der Schüler tauchte immer wieder unter, tauchte auf, rang nach Luft, kämpfte panisch und so wiederholte sich das Spiel. Falkenschrei musste zugeben, dass auch er zweifelte, ob die Prüfung mit Nachtpfotes verkrüppelten Bein das Richtige war aber solange Schneestern kein Zeichen geben würde, den Schüler aus dem Wasser zu holen, würde Falkenschrei sitzen bleiben.

Die Mühen waren nicht umsonst. Nachtpfote schaffte es, den Kopf über Wasser zu halten und sich zu stabilisieren. Doch das meiste seiner Kraft dürfte er bereits an den Kampf verschwendet haben. Wie viel Kraft er noch übrig hätte für den Rest des Pfads des Wassers? Schwer zu sagen.

„Genug“, gab Krähenruf neben Falkenschrei mit ihrer rauen, brüchigen Stimme von sich während auch Beerennase immer besorgter zu werden schien. "Tut doch etwas!", schien die trächtige Kätzin besorgt beipflichten zu wollen.

Aus dem Augenwinkel blickte Falkenschrei von Krähenruf, die Schneesterns Blick zu suchen schien, zu der Anführerin selbst. Wie würde sie entscheiden? Sollte Nachtpfotes Prüfung abgebrochen werden?

"Nachtpfote hat noch nicht aufgegeben."

Silberlichts Stimme erhob sich zwar nicht laut aber sie drang an Falkenschreis dunkle Ohren. Sein kristallblauer Blick wanderte von Schneestern zu der silbergrauen Heilerin. Falkenschrei hatte erwartet, dass Silberlicht eine der Ersten wäre, die Einspruch erheben würde. Aber die Heilerin schien warten zu wollen, ob Nachtpfote aufgeben würde. Sein Blick wanderte zurück zu Schneestern, der die endgültige Entscheidung obliegen würde.



@Nachtschatten @Schneestern @Krähenruf @Silberlicht @Kieselstein @Beerennase @Wieselfeuer @Himmelspfote



RE: you're gonna go far, kid - Wolkenlied - 16.03.2026


Don’t Let the River Win



Von Anfang war sie unsicher gewesen, was Nachtpfotes Pfad des Wassers anging. Mit seinem Bein konnte sich Wolkenlied nur schwer vorstellen, dass der schwarz-weiße Kater die Prüfung bestehen würde. Sie erinnerte sich gut wie wild ihr Herz geschlagen hatte als Eismond die Prüfung hatte ablegen müssen. Bei ihm hatte ihr Herz fast wilder geschlagen als bei ihrer eigenen Prüfung. Schließlich war bekannt, dass der Pfad des Wassers nicht ganz ohne war. Er konnte durchaus gefährlich ausgehen.

Wolkenlied hatte sich etwas abseits hingesetzt falls Eismond dazustoßen würde und sich neben sie setzen wollen würde. Die Kätzin hatte sich aber nicht hingelegt, viel zu nervös war sie, ob Nachtpfote die Prüfung bestehen und seinen Kriegernamen erhalten würde.

Besorgt beobachtete sie wie er sich den reißenden Fluten stellte, mitgerissen, unter Wasser gerissen wurde, wieder auftauchte. War es richtig, ihn die Prüfung ablegen zu lassen? Echowind aus dem BrisenClan ist blind. Richtig. Aber Echowind hatte die Prüfung zum Krieger nicht abgelegt, er war Heiler. Nicht wahr? Vielleicht war Nachtpfotes Weg nicht der eines Kriegers sondern der eines Heilers... Wie bei Echowind?

Doch sich einzumischen, lag nicht und wird auch nicht in Wolkenlieds Pfoten und Zuständigkeitsbereich liegen. Dennoch beobachtete sie die Prüfung mit Besorgnis und wenig Begeisterung. Himmelspfote hingegen schien übereifrig zu sein als wollte er sich selbst in die Fluten stürzen. Ihr war durchaus nicht entgangen, dass einige der Anwesenden ähnlicher Meinung wie sie waren. Doch noch hielt sie sich zurück.

Leicht amtete die grau-beige Kriegerin auf als Nachtpfotes Kopf wieder durch die Wasseroberfläche stieß, er sich stabilisieren und den Kopf oben halten konnte. Heilige Ahnen, vielen Dank. Unauffällig atmete sie einmal durch, weil sie wohl unwillkürlich die Luft angehalten hatte. Wieso sah Schneestern nicht, dass Nachtpfote kämpfte und den Kampf voraussichtlich verlieren würde? Allein der Kampf gegen die Wassermassen musste ihm unglaublich viel Kraft gekostet haben.

Unterschiedliche Stimmen wurden laut und begannen zu protestieren. „Genug“, erhob Krähenruf ihre Stimme. "Tut doch etwas!", pflichtete die trächtige Beerennase der Ältesten bei. Himmelspfote hingegen schien als wollte er Beerennase und Krähenruf anspringen, damit sie die Prüfung nicht unterbrachen. Der Schüler würde sicher nicht glimpflich davon kommen, Wieselfeuer saß in Beerennases direkter Nähe. Doch auch Wolkenlied war Krähenrufs und Beerennases Meinung. "Wir sollten ihm helfen. Bevor noch etwas passiert.", erhob die helle Kätzin ihre Stimme. "Nachtpfote hat noch nicht aufgegeben.", mischte sich Silberlicht ein. Wolkenlieds Ohren zuckten leicht. Sogar die Heilerin ihres Clans war der Meinung, die Prüfung sollte weitergehen? Aber... was ist, wenn Nachtpfote wirklich verletzt oder sogar getötet werden würde? Natürlich hoffte Wolkenlied auf nichts davon aber hier kam das berühmte was-wäre-wenn. Ein mulmiges, ungutes Gefühl machte sich in der Kriegerin breit.



@Nachtschatten @Schneestern @Silberlicht @Krähenruf @Himmelspfote @Beerennase @Wieselfeuer @Eismond



RE: you're gonna go far, kid - Dämmerlicht - 16.03.2026


Du schaffst das!


Die Spannung war an diesem Tage beinahe greifbar. Der ganze Clan hatte sich am Ufer versammelt, starrte auf die Fluten, hielt den Atem an, während die Zeit stillzustehen schien. Dämmerlicht selbst hatte die Prüfung erst vor wenigen Tagen abgelegt und nun war es ihr Bruder, der mutig in die Wellen watete. Die Schildpattkätzin saß so nahe am Wasser, dass ihr die Gischt die Pfoten durchnässte. Sie spürte die Zweifel um sich herum wie ein leises Gift, welches sich verstohlen unter ihnen ausbreitete. Dämmerlicht hob den Blick, eine stumme Herausforderung im Blick. Bei ihrer eigenen Prüfung hatte sie nichts als Vertrauen und Zuspruch gespürt. Ihr Bruder verdiente heute nichts geringeres als das.

Stolz sah die Schwester zu, wie Nachtpfote weiter ins Wasser schritt, bis der Fluss ihn in Empfang nahm wie einen alten Freund. Sie wusste, wie viel Überwindung ihn dies kosten musste. Doch in ihren Augen zeigte sich nicht der geringste Zweifel, nur zärtlicher Zuspruch. Ihre Augen fingen einen Moment die seinen ein und sie nickte ihm entschlossen zu. Ihre Mutter neben ihr zeigte nicht den Hauch einer Regung, keinerlei Zeichen, dass ihr der Ausgang dieser Prüfung wichtig war. Dämmerlicht wäre am liebsten fauchend von ihr weggerückt, doch um sie ging es heute nicht. Heute zählte nur Nachtpfote!

Ihre Augen lagen fest auf Nachtpfote, der nun bald den schwierigsten Teil vor sich hatte. Er strauchelte, kämpfte gegen die Strömung – und wurde von den Pfoten gespült. Dämmerlicht sprang auf die Pfoten und starrte in die Fluten, ihr Herz schlug schneller. Da machte sie ihn erneut aus, wie er panisch nach Luft schnappte.

“Nachtpfote! Du schaffst das!“, feuerte sie ihn an, auch weil die besorgten Rufe um sie herum immer lauter wurden. Wie aus Trotz und auch weil sie fest an ihn glaubte rief sie ihm Mut zu, auch wenn sie sich beherrschen musste, ihm nicht zur Hilfe zu eilen. Doch er würde ihre Hilfe nicht brauchen, davon war sie fest überzeugt!



@Nachtschatten @Schneestern @Kieselstein 



RE: you're gonna go far, kid - Wieselfeuer - 17.03.2026


starclan knows best



Auch Wieselfeuer war an jenem Tag am Flussufer und wollte zusehen, wie Nachtpfote sich seinen Kriegernamen verdient. Dabei gab es sicher einige Zweifler unter ihnen und auch Wieselfeuer zählte sich dazu. Der Schüler hatte eine Verletzung an der Hinterpfote, hatte keine normale Kriegerausbildung durchlaufen können und für ihn war die Sache mit dem Kriegerleben für den Kater bereits abgehakt. Niemals würde eine Katze mit so einer massiven Einschränkung ein guter Krieger werden, für den Clan jagen oder sogar Schlachten bestreiten. Für ihn gehörte so ein Kater ins Lager, er könnte ja zur Kinderstube und den Königinnen helfen. Sie brauchten doch sicher immer Unterstützung und auch das war ein wichtiger Teil des Clanlebens. Aber jetzt wollte er sich seinen Kriegernamen verdienen, was der schwarz-weiße Krieger im Kern ja auch nachvollziehen konnte - für sinnvoll hielt er es dennoch nicht. Und so saß er hier am Flussufer, signalisierte seine Anwesenheit und dadurch auch irgendwie seine Unterstützung. Denn wenn Schneestern ihn dafür zuließ, dann würde Wieselfeuer das nicht in Frage stellen.
Beerennase gesellte sich kurz darauf zu ihm und liebevoll rieb er kurz seinen Kopf an dem seiner Gefährtin. Im nächsten Mond erwarteten sie ihre Junge und darüber war der Kater überglücklich und konnte es kaum erwarten. Doch nun war seine Aufmerksamkeit hier. Als Nachtpfote zum Ufer lief und langsam ins Wasser glitt, waren alle Augen gespannt auf den Schüler gerichtet. Auch seine Schwester Dämmerlicht war vor Ort, um ihn zu unterstützen. Doch die Tragödie nahm rasch ihren Lauf. Wie erwartet, konnte Nachtpfote sich kaum gegen die starke Strömung durchsetzen, kam immer seltener an die Oberfläche und wenn, dann atmete er gradezu panisch durch, bevor die Flut ihn wieder verschluckte. Die ersten Katzen äußerten sich besorgt und auch Beerennase konnte sich nicht zurückhalten. Sachte strich sein Schweif über ihren Rücken »Beruhige dich. Schneestern wird schon wissen, was sie tut« besänftigte er seine Gefährtin, ehe auch Silberlicht das Wort ergriff, für Nachtpfote. Kurz nickte Wieselfeuer. Würde er das je tun? Nachtpfote würde stolz ertrinken, statt zuzugeben, dass er es nicht schaffte..
Wieselfeuer sah gebannt aufs Wasser, wusste nicht, was als Nächstes geschah. Würde die Prüfung abgesagt werden, oder würde Nachtpfote es schaffen?



@Silberlicht @Schneestern @Nachtschatten



RE: you're gonna go far, kid - Steinherz - 24.03.2026


Let him be!


Steinherz hatte diesem Ritual schon unzählige Male beigewohnt. Er hätte es nicht vermocht, die genaue Anzahl zu bestimmen. Die meisten der anwesenden Krieger waren jünger als er selbst, bei jedem einzelnen hatte er damals am Ufer gestanden und ihnen bei ihrer wichtigsten Prüfung zugesehen. Doch heute war die Stimmung eine andere, heute lag Zweifel in der von der Gischt befeuchteten Luft.

Steinherz stand da wie ein Fels, stolz, schweigend, undurchschaubar. Seine Augen lagen ruhig auf den Wellen, die die Wasseroberfläche umspielten. Nachtpfote trat Schritt für Schritt tiefer ins Wasser und Steinherz‘ Blick suchte den von Kieselstein, Nachtpfotes Mutter, seiner Tochter. Doch ihre Augen starrten reglos vor sich hin, schienen gar nicht genau zu wissen, wo sie hier eigentlich war. Steinherz unterdrückte ein Seufzen, als sein Herz ein wenig schwerer wurde. Seine beiden anderen Töchter waren auch hier, Silberlicht, die gerade fragend den Blick Schneesterns suchte und Amselsang, deren ruhige Augen nicht verrieten, was sie dachte. Steinherz spürte die Zweifel um sich herum, auch er selbst konnte nicht mit Gewissheit sagen, dass das hier eine gute Idee war. Nicht einmal Schneestern schien sich ihrer Sache sicher zu sein, das las Steinherz in den Augen der Kätzin, die er seit seiner Geburt kannte.

Doch Nachtpfote hatte diese Prüfung gewollt und wer waren sie, ihm diesen Wunsch zu verwehren? Der schwarzweiße Schüler trat tiefer ins Wasser und wurde fast augenblicklich von der Strömung erfasst. Diese Stelle war trickreich und Steinherz wusste, wie gnadenlos die Strömung hier sein konnte. Gerade mit nur drei gesunden Beinen würde diese Prüfung dem jungen Kater einiges abverlangen. Um den grauen Kater herum wurden zunehmend schockierte Rufe laut, Krähenruf schien drauf und dran, ihren Enkel aus den Fluten zerren zu wollen und auch Beerennase wirkte immer verzweifelter.

“Nachtpfote hat noch nicht aufgegeben!“, drang Silberlichts Stimme durch den Tumult und Steinherz nickte schweigend. Der gesamte NebelClan hatte sich hier am Ufer versammelt und niemand würde zögern, sich in die Wellen zu werfen und Nachtpfote zur Hilfe zu kommen. Doch noch hatte er die Chance, seine Prüfung zu beenden.

“So schnell ist noch niemand ertrunken. Gebt ihm die Chance, es alleine zu schaffen!“, mahnte er die anderen ruhig, den Blick unbewegt aufs Wasser gerichtet.



@Nachtschatten @Schneestern @Silberlicht @Amselsang @Kieselstein @Krähenruf @Beerennase



RE: you're gonna go far, kid - Nachtschatten - 28.03.2026


man, he never had a chance


Das Wasser verschlang ihn und schloss sich über seinem Kopf, nahm ihm das Licht, die Stimmen und alles sonst, was noch eben da gewesen war. Ließ nur das übrig, was in jenem Moment zählte; Kälte, Druck und die gnadenlose Strömung. Nachtpfote ließ sich tiefer sinken weil er wusste, dass er niemals das erreichen würde, weswegen er hier war, wenn er weiter zögerte.

Seine Augen brannten, doch er zwang sie offen zu bleiben. Zwang sich, durch das wirbelnde Grau zu sehen, das ihn umgab, während die Strömung ihn sofort erfasste, zur Seite riss, drehte und ihn gegen unsichtbare Widerstände schleuderte. Der Körper des Katers reagierte zu langsam, zu schwer und das rechte Hinterbein zog ihn wiederholt schief, ließ ihn kippen und gegen das Wasser arbeiten, statt mit ihm. Erst war da ausschließlich Chaos - bis er ihn sah.

Zwischen dunklen Steinen, halb verborgen im tanzenden Schlick, lag etwas helles und unnatürliches. Ein flacher, rund geschliffener Stein, durchzogen von blassen Linien, die im trüben Licht fast schimmerten, als hätten die Ahnen selbst ihre Spuren darin hinterlassen. Das ist es. Der Gedanke war klar, fest, und noch bevor Zweifel ihn erreichen konnten, stieß er sich ab und kämpfte sich tapfer nach vorn. Sein Körper folgte schwer, das verletzte Bein ungleich hinterherziehend, und die Strömung widersetzte sich dem Schwarzweißen sofort, um ihn dabei grob zur Seite zu reißen und den Stein verfehlen zu lassen. Wasser zwang sich in seine Kehle und ließ seine Brust brennen, doch wieder sollte er sich zurückzwingen. Noch einmal.

Seine Lungen schrien mittlerweile förmlich, denn dieses tiefe, drängende Brennen, war kaum noch auszublenden. Trotzdem aber zog sich Nachtpfote erneut vor, krallte sich voller Verzweiflung an den Flussgrund und kämpfte gegen das pausenlose Zerren. Dieses Mal, zu seiner Verwunderung, sollte er sogar treffen.

Die Zähne schlossen sich eilig um den Stein, welcher glatt und kalt gegen die Zunge des Katers drücken sollte. Für einen Herzschlag war alles still in ihm, als hätte er etwas erreicht, das größer war als dieser Moment selbst. Dann schlug der Fluss ein weiteres Mal zurück. Mit dem zusätzlichen Gewicht wurde jede Bewegung langsamer und schwerer zugleich, denn jede darauffolgende Korrektur kostete Kraft, die er kaum noch hatte.

Nachtpfote zwang sich nach oben, schlug mit den Vorderpfoten und zog sich hilflos durch das Wasser. Mäuselänge für Mäuselänge, als das Licht über der Oberfläche Hoffnung schenkend flackerte. So nah und doch so unerreichbar, während seine Lungen sich krampfend zusammenzogen und regelrecht nach Luft flehten.

Der Aufprall kam aus dem Nichts.

Etwas Hartes drückte sich gegen seinen Rücken - ein verborgenes Stück Treibholz, das ihn abrupt stoppte und nach unten presste, während es ihn tiefer in die Dunkelheit zog, aus der er entkommen wollte. Der Stoß ließ ihn taumeln und auch der Stein verrutschte zwischen seinen Zähnen, als er ihm beinahe entglitt.

In diesem Moment brach die Panik über ihn herein. Nicht langsam, nicht kontrollierbar, sondern scharf und überwältigend zugleich. Wasser, das ihn hielt und zog - das ihn, egal wie sehr er kämpfte, nicht losließ. Ein Körper, der nicht gehorchte. Ein Bein, das nicht so funktionierte, wie es funktionieren sollte. Das gleiche Gefühl wie damals, als er schon einmal geglaubt hatte, dass das hier sein Ende sein würde.

Nein, das darf nicht sein.


Nachtpfotes Herz raste und seine Bewegungen wurden zunehmend fahrig, so wie unkoordiniert. Er trat, schlug, versuchte sich aus dem Druck zu lösen, doch alles was er tat, brachte ihn nur weiter aus dem Gleichgewicht, ließ ihn mehr kämpfen und vor allem mehr Kraft verlieren, die er nicht hatte. Seine Lungen schrien jetzt, unüberhörbar, und der Stein begann zu rutschen.

Für einen Herzschlag hielt der Schüler ihn noch fest, schloss die Kiefer so verbissen, dass es schmerzte, ehe ein weiterer Ruck ein schnelles Ende verheißen sollte. Der Stein glitt aus seinem Maul und wurde sofort von der Strömung erfasst. Er verschwand im wirbelnden Grau, als hätte es ihn nie gegeben. Und jetzt gab es nichts mehr, woran er sich zumindest symbolisch festhalten konnte.

Die Strömung riss ihn ungebremst herum, schleuderte ihn weiter und ließ ihn letztlich auf einen aus dem Wasser herausragenden Felsen treffen. Der Aufprall war hart, ließ seinen Körper erzittern und einen dumpfen Schmerz aufflamen. Es gab keinerlei Widerstand mehr, als der Schwarzweiße schlaff wurde und sich treiben ließ, während der Fluss ihn nahm, drehte und tiefer zog, immer tiefer, während er reglos in der Tiefe versank,


Angesprochen: //



RE: you're gonna go far, kid - Dämmerlicht - 30.03.2026


Oh, verdammt!


Dämmerlichts Pfoten trugen sie am Uferrand entlang, ohne es bewusst wahrzunehmen. Ihre Augen fixierten den schwarzweißen Körper ihres Bruders, der unter Wasser nur unscharf zu erkennen war. Sie tappte über Steine und schlick, stieß sich die Zehen am unebenen Untergrund, ohne es zu merken. War ihr Gang zunächst noch locker und schwungvoll, so mischten sich nun zunehmend feine Nuancen der Anspannung hinein. Die Bewegungen wurden einen Hauch steifer, die Schweifspitze begann immer häufiger leicht zu zucken und die Pupillen weiteten sich kaum merklich. Es dauerte zu lange. Die Zweifel, die sie so entschlossen von sich gerungen hatte wurden nun wieder lauter, erst flüsterten sie, dann begannen sie immer eindringlicher zu werden.
 
Nachtpfotes Körper kämpfte in der Tiefe, doch es war schwer auszumachen, wie viel Kontrolle hinter den Bewegungen steckte. Kam er näher? Erleichtert grub Dämmerlicht die Krallen in den Kiesboden, als der Schatten ihres Bruders immer größer wurde. Da kam ein erster schwarzer Fellbüschel an die Oberfläche und die Kätzin stieß erleichtert die Luft aus, die sie unbemerkt angehalten hatte, nur um sie erschrocken keuchend wieder einzuatmen, als sie erkannte, dass ihr Bruder keineswegs den Kampf gewonnen hatte. Sein Körper prallte schlaff gegen einen Stein, bevor er wieder hinabgezogen wurde und unbewegt unter der Oberfläche verschwand. Dämmerlichts Blick huschte nur einen Herzschlag lang hinüber zu Schneestern, die besorgt aufgerissenen Augen ihrer Anführerin war alles, was sie brauchte.
 
Mit einem waghalsigen Kopfsprung stürzte sie sich in die Fluten. Die Wassermassen schlossen sich über ihr und schon war die junge Kriegerin in den Wellen verschwunden. Sie blinzelte ein paar Mal, ließ sich einen Moment lang von der Strömung umherwirbeln, bis sie das schwarzweiße Fell ihres Bruders ausgemacht hatte. Dann tauchte sie mit kräftigen Zügen darauf zu, versuchte mit den Wellen zu arbeiten, anstatt gegen sie, so wie sie es von Falkenschrei gelernt hatte. Sie trieben in die selbe Richtung, ihr Bruder und sie, sie musste nur den Wellen vertrauen. Noch eine wirbelnde Strömung, dann erreichte sie ihren Bruder. Sie fing den Stoß mit den Vorderbeinen ab, bevor sich ihre Zähne in sein Nackenfell gruben. Einen Moment lang wurden sie erneut umhergewirbelt, das zusätzliche Gewicht zog Dämmerlicht erbarmungslos nach unten. Ihre Lungen begannen nach Luft zu schreien, doch die Kätzin zwang sich, einen kühlen Kopf zu bewahren. Sie ließ ihren Körper schlaff werden, ließ sich und Nachtpfote von den wirbelnden Strömungen herumdrehen, bis sie endlich mit den Hinterpfoten das Flussbett spürte. Kräftig stieß sie sich ab und paddelte mit aller Kraft nach oben, bis sie endlich die Wasseroberfläche durchbrachen. Gierig sog sie Luft in ihre Lungen und reckte den Kopf so weit sie konnte hinauf, damit Nachtpfotes Nase über Wasser blieb. Paddelnd manövrierte sie sich und ihr lebloses Gewicht näher ans Ufer, bis sie endlich Kies unter ihren Pfoten spürte. Der Clan war bereits um sie versammelt, sie sah nicht, wer ihr Nachtpfote abnahm und ihn ans Ufer zog, sie schleppte sich bloß schwankend und zitternd hinterher, spürte kaum, dass jemand sie stützte und bebte vor Erleichterung, als sie Silberlicht erblickte. Die Heilerin würde wissen, was zu tun war. Hechelnd und japsend bracht Dämmerlicht am Ufer zusammen und starrte ängstlich auf den leblosen Körper ihres Bruders.



@Nachtschatten @Schneestern @Silberlicht



RE: you're gonna go far, kid - Kieselstein - 31.03.2026


sacred calling


Die Prüfung eines Schülers war ein heiliger Moment. Zumindest hätte er das sein sollen. Ein Beweis von Stärke, von Würdigkeit, ein sichtbares Zeichen dafür, dass der SternenClan noch immer wachte und richtete - und doch fühlte sich dieser Augenblick für Kieselstein nicht wie eine Erhebung an, sondern wie ein langsames, unausweichliches Absinken in etwas, das sie längst nicht mehr ganz benennen konnte. Vielleicht, weil sie den SternenClan nicht nur ehrte, sondern ihn hörte. Wirklich hörte. Und das war mehr, als die meisten ertragen konnten.

Sie saß dicht an Silberlicht, so dicht, dass ihre Flanke die der Schwester berührte, als müsste sie sich an ihr verankern, während alles andere um sie herum zu flimmern begann. Die Stimmen der anderen Katzen, das Rauschen des Wassers, selbst die Bewegungen ihres eigenen Sohnes, welcher sich gerade zu beweisen meinte - alles wirkte seltsam entrückt, als würde sie es durch eine verzerrte Oberfläche betrachten. Dennoch blieb ihr Blick auf Nachtpfote haften, nicht aus klarer Konzentration, sondern aus einer Art zwanghafter Ausrichtung, als hätte etwas in ihr entschieden, dass genau dort Bedeutung lag. Und Bedeutung war das Einzige, was zählte. Immer.

Natürlich war er gezeichnet. Das war nie zu übersehen gewesen, weder von ihr noch vom SternenClan. Nicht von Clan und schon gar nicht von ihm selbst. Ein Bein, das nicht gehorchte wie es sollte und ein Körper, der nie ganz den Erwartungen entsprach - Zeichen waren selten subtil, und Kieselstein hatte früh gelernt, sie nicht zu hinterfragen, sondern anzunehmen. Vielleicht sogar zu verehren. Denn was war ein Zeichen anderes als ein Versprechen, dass ein Leben nicht zufällig verlief? Dass es einen Sinn gab, selbst wenn dieser nicht den Wünschen der Lebenden entsprach?

Als Nachtpfote im Wasser kämpfte, hätte es sie erschüttern sollen. Vielleicht hätte eine andere Mutter genau das empfunden - Angst, Stolz, Zweifel. Doch diese Regungen lagen für die Silberne irgendwo weit entfernt, überlagert von einer dumpfen Gewissheit, die sich wie ein sanfter, aber unerbittlicher Druck in ihrem Inneren ausbreitete. Das war kein bloßes Scheitern seiner selbst - das war eine Entscheidung. Nicht ihre, nie ihre. Und genau darin lag die Ordnung der Welt. Dass eine höhere Macht über aller Leben und Wege bestimmen konnte.

Erst als das Gleichgewicht sichtbar kippte, als das Wasser begann, ihn nicht nur zu prüfen, sondern zu verschlingen, wurde sie etwas nervöser als zuvor. Kein klares Entsetzen - dafür war sie gewiss zu weit entfernt von sich selbst - sondern eine klare Stimme, die sich laut im Schädel der Kätzin manifestierte. Ein Moment, in dem all die verschwommenen Eindrücke plötzlich zu einer einzigen, überwältigenden Erkenntnis zusammenfielen. Der SternenClan wollte ihn holen!

Und dann griff ernsthaft jemand ein?

Dämmerlichts rasche Bewegung ließ Kieselstein zwar nicht ihren Kopf drehen, sie jedoch aus den Augenwinkeln ihrer weitaufgerissenen Seelenspiegeln unglaubwürdig verfolgen. Für einen Herzschlag war da nichts als dieses prägsame Bild - ihre Tochter, die sich gegen etwas stellte, das nicht infrage gestellt werden durfte. Von allen Anwesenden IHRE Tochter, die sich gegen die Ahnen stellte!

Ihr Aufschrei kam nicht aus einem einzelnen Gefühl heraus, sondern aus einem chaotischen Zusammenstoß vieler, die sich nicht mehr trennen ließen. Glaube, Angst, Überforderung und vor allem eine verzerrte Form von Hingabe. "Nein!" Ihre Stimme war laut, ein verzweifeltes und panisches Jaulen. "Du darfst nicht! Du darfst das nicht stoppen! Das ist sein Weg! Der.. Der SternenClan! Er holt ihn! Hör auf! Stoppt sie!" Die Worte überschlugen sich beinahe. Nicht etwa weil sie unsicher war, sondern weil sie zu viel gleichzeitig ausdrücken wollten, während ihr Körper und Geist Mühe hatten, ihnen zu folgen.

"Der SternenClan hat ihn gewählt", fuhr sie jetzt hastiger fort. Irgendwas zwischen einem jämmerlichen Flehen und einem boshaften Befehlen - ohne dass sie den Unterschied noch bewusst wahrnahm. "Er nimmt ihn zurück - jetzt - das ist kein Zufall!" Es war, als müsste sie die Realität so fest wie möglich halten, indem sie sie aussprach, als würde jedes Wort verhindern, dass jemand sie korrigieren konnte.

Dass Nachtpfote ihr Sohn war, spielte in diesem Moment eine seltsam untergeordnete Rolle. Oder vielmehr; es war untrennbar mit ihrer Überzeugung verwoben. Gerade weil er ihr Sohn war, musste es Sinn haben und gewollt sein.

"Lass ihn", stieß sie schließlich verzweifelt bittend hervor. "Er wird es besser bei Fleckenpelz und den Ahnen haben. Er hat sich genug gequält! Er ist doch nur ein armer Krüppel!" Der Name ihres Gefährten fiel unterdessen nicht nur wie eine Erinnerung, sondern ebenso wie ein Argument, das die Unausweichlichkeit dieser Situation unterstreichen sollte. Als gäbe es dort, jenseits von Schmerz und Versagen, einen richtigen Ort für ihn.

Doch während die apathische Kätzin sprach, begann ihre Stimme zu zerfasern. Die Sätze verloren ihre klare Struktur, wurden brüchiger und kürzer zugleich, als würde sie vollends Kontrolle über ihren Verstand verlieren. Ein zittriges, irritiertes Lachen schlich sich hinein. Ohne Frage fehl am Platz und doch nicht aufzuhalten, gefolgt von einem stockenden Atemzug, der in einem Schluchzen endete. Für einen Moment schien alles gleichzeitig in ihr zu existieren - die Überzeugung, die sie so vehement verteidigte, und ein nachhallendes Echo von etwas, das sich wie Verlust anfühlte.

Und dann war es vorbei. Nicht die Situation, nur sie selbst und ihr Platz in jener. Die Spannung fiel nämlich aus ihrem Körper. So abrupt, dass sie beinahe ins Wanken geriet. Ihr Blick verlor den Fokus und glitt an den anderen vorbei, als wären sie nicht mehr Teil derselben Wirklichkeit. "Zu laut…", mauzte sie mit gesenkter Stimme - mehr zu sich selbst als zu irgendwem sonst, während die Worte wieder an Gewicht verloren. "Ich kann sie nicht hören… wenn es so laut ist…"

Ohne sich noch einmal umzusehen, wandte sie sich ab. Nicht aus bewusster Entscheidung, sondern weil ihr Körper ihr vorgab, sich zu entfernen, weil der Ort, an dem sie Antworten erwartete, nicht mehr hier lag. Ihre Schritte waren ungleichmäßig, fast taumelnd, doch sie hielt nicht inne - entfernte sich stattdessen in einem beachtlich schnellen Sprint von ihrem versammelten Clan.


@Silberlicht @Nachtschatten @Dämmerlicht 



RE: you're gonna go far, kid - Wolkenlied - 02.04.2026


Don’t Let the River Win



Noch während Wolkenlied sich darüber Gedanken machte, ob sie eingreifen sollte, hörte sie Dämmerlichts Stimme. “Nachtpfote! Du schaffst das!“, feuerte sie ihren Bruder an. Die helle Kätzin blickte zu der Schildpattkätzin bevor ihr aquamarinblauer Blick wieder zu der Stelle wanderte, an der Nachtpfote verschwunden war.


Der Schüler schien unter der Oberfläche zu kämpfen, schien sein Bestes zu geben doch für Wolkenlieds Empfinden war er zu lange dort unten.

Plötzlich schleuderte ihn die Strömung aus dem Wasser und ließ ihn hart gegen einen Felsen treffen. Der Aufprall ließ seinen Körper erzittern bevor er schlaff wurde, der Fluss ihn wieder drehte und tiefer zog. .

Erschrocken schnappte Wolkenlied nach Luft, hechtete ans Ufer doch da tauchte Dämmerlicht bereits mit einem waghalsigen Sprung ins Wasser.

Der Grau-Beigen kam es wie eine Ewigkeit vor bis Dämmerlicht endlich wieder die Wasseroberfläche durchbrach und sich und Nachtpfote ans Ufer manövrierte. Eilig kam Wolkenlied angelaufen und half dabei, Nachtpfote ans Ufer zu ziehen bevor sie einen Blick zu Dämmerlicht warf, um zu sehen, ob mit ihr alles in Ordnung war.

Obwohl sie selbst nicht in den Fluten gewesen war, schlug ihr das Herz bis zum Hals. Alles war plötzlich so schnell gegangen. Ihr aquamarinblauer Blick wanderte zu Schneestern bevor sie sich nach Silberlicht umblickte, die bereits angelaufen kam.

Dann fiel ihr Blick auf Kieselstein, Nachtpfotes Mutter. Und ihr klappte wortwörtlich die Kinnlade herunter. Hoffentlich verhörte sie sich gerade. Die Silbergraue schrie auf. "Nein!", jaulte sie verzweifelt und panisch. Wolkenlied blinzelte einmal. Nein?! Ihr Sohn wäre beinahe ertrunken! "Du darfst nicht! Du darfst das nicht stoppen! Das ist sein Weg! Der.. Der SternenClan! Er holt ihn! Hör auf! Stoppt sie!" Ihre Stimme und ihre Worte überschlugen sich fast. Leicht schnappte Wolkenlied vor Empörung nach Luft. "Der SternenClan hat ihn gewählt", fuhr Kieselstein hastiger fort. "Er nimmt ihn zurück - jetzt - das ist kein Zufall!" Mit jedem weiteren Wort der Silbergrauen, verfinsterte sich Wolkenlieds sonst so ruhige, sanfte Miene. Das konnte doch unmöglich ihr Ernst sein. Ihr blauer Blick wanderte zu ein paar ihrer Clangefährten, um deren Reaktionen auf Kieselsteins Reaktion zu sehen. "Lass ihn", stieß sie schließlich verzweifelt bittend hervor während Silberlicht bereits damit begann, den Schüler zu untersuchen. "Er wird es besser bei Fleckenpelz und den Ahnen haben. Er hat sich genug gequält! Er ist doch nur ein armer Krüppel!"

"Lass ihn?!", platzte es empört aus Wolkenlied heraus. Sie schnappte erneut leicht nach Luft. "Er wäre bei Fleckenpelz und den Ahnen besser aufgehoben?!" Die Grau-Beige trat einen Schritt vor und verengte ihre aquamarinblauen Augen leicht. "Dass du dich nie wirklich um Nachtpfote oder Dämmerlicht gekümmert hast, ist bekannt aber jetzt deinen Sohn dazu zu verurteilen, während seiner Prüfung zu sterben, ist selbst für deine Verhältnisse niveaulos und wahnsinnig!", fauchte Wolkenlied zornig. Wie konnte einer Mutter das Leben ihres Sohnes nur derart egal sein, dass sie ihn lieber in die Fluten zurückstoßen würde?!

Die Sätze Kieselsteins verloren ihre klare Struktur, wurden brüchiger und kürzer zugleich bevor sie ein zittriges, irritiertes Lachen von sich gab. Noch immer zornig und aufgebracht blinzelte Wolkenlied einmal. Hat sie jetzt endgültig den Verstand verloren? Ein Lachen war in diesen Herzschlägen so fehl am Platz, wie ein Junges vor einer Fuchshöhle! Schlussendlich folgte dem ein stockender Atemzug, der in einem Schluchzen endete. Etwas irritiert trat Wolkenlied einen Schritt zurück. War... das... ihre Schuld...? Verunsichert legten sich ihre Ohren leicht nach hinten. "Zu laut…", maunzte Kieselstein mit gesenkter Stimme als würde sie mit sich selbst reden. "Ich kann sie nicht hören… wenn es so laut ist…" Dann wandte sie sich ab ohne sich noch einmal umzublicken und entfernte sich mit ungleichmäßigen, fast taumelnden Schritten.

Wolkenlied blickte ihr hinterher bevor sich ihr Blick langsam senkte. Sie hatte... Kieselstein nicht so vor den Kopf stoßen wollen... Aber... die Reaktion der Silbergrauen ihrem Sohn gegenüber...

Die Grau-Beige trat langsam ein paar Schritte zurück, um sich von dem Kreis der um Nachtpfote besorgten Clangefährten zurückzuziehen und Silberlicht nicht im Weg zu stehen.

Wolkenlied, du Mäusehirn!



Angesprochen: @Kieselstein Erwähnt: @Nachtschatten @Dämmerlicht @Silberlicht



RE: you're gonna go far, kid - Steinherz - 07.04.2026


Let him be!



Die Anspannung wurde greifbarer und auch Steinherz spürte allmählich eine leichte Unruhe in seinem Inneren aufflammen. Es dauerte zu lange. Der Fluss schien vollständig den Ton anzugeben, wirbelte Nachtpfote herum wie ein totes Stück Treibholz, rettungslos in den Fluten verloren. Der graue Kater trat näher ans Ufer, schob sich vorsichtig aber bestimmt an den versammelten Katzen vorbei, bis er ungefilterten Blick auf das Geschehen hatte. Er schwarzweißer Schatten wirbelte an ihm vorbei, kam einen Moment lang an die Oberfläche, bevor er schlaff wieder hinabsank. Steinherz spannte sich an, doch Dämmerlicht hatte bereits reagiert. Ein knapper Blick zu Schneestern folgte, dann trat der Krieger mit kontrollierter Ruhe weiter flussabwärts, an den Ort, an dem er das Auftauchen der Geschwister erwartete. Nur seine zuckende Schweifspitze verriet seine Anspannung, als er sich an der passenden Stelle ans Ufer stellte und wartete.
 
Es dauerte nicht lange, da tauchte die junge Kriegerin wieder auf, den schlaffen Körper ihres Bruders sicher im Maul. Wolkenlied und einige andere liefen herbei und halfen den beiden durchnässten Katzen an Land, während Steinherz sich im Hintergrund hielt und etwas anderes seine Aufmerksamkeit einforderte: Seine Tochter.
Wie von Sinnen begann sie zu schreien, das Eingreifen Dämmerlichts zu verurteilen, Nachtpfotes Tod als Willen des SternenClans zu betiteln. Steinherz Inneres krampfte sich zusammen, während er sich langsam, steifbeinig zu Kieselstein herumdrehte, sich vor ihr aufbaute, nicht drohend aber bestimmt.
 
“Kieselstein. Wir lassen niemanden bei der Kriegerprüfung sterben. Das weißt du!“, sagte er fest und sah seiner Tochter streng in die Augen. Ganz der Fels in der Brandung. Doch innerlich fühlte er sich seltsam aufgewühlt, während er sich beinahe in den verwirrten, umwölkten Augen seiner Tochter verlor. Der Schmerz war ungewöhnlich scharf, auch wenn er es mittlerweile gewohnt sein sollte, sie so zu sehen. Doch dass sie den Tod ihres eigenen Sohnes forderte und das aus reinem Fanatismus heraus – das war schwer zu ertragen.
Wolkenlied wählte andere Worte, auch in ihnen nichts als Wahrheit. Kam irgendetwas davon bei Kieselstein an? Erneut murmelte sie etwas, bevor sie sich zurückzog und beinahe taumelnd verschwand. Steinherz sah ihr einen Moment nach, das Herz schwer, die Seele rastlos. Dann sah er zu Wolkenlied herüber, die nach ihren aufbrausenden Worten nun beinahe verloren wirkte. Er trat auf sie zu und streifte sie kurz mit der Schweifspitze, ein knappes Nicken. Mehr Trost hatte er aktuell nicht für sie parat. Kurz glitt sein Blick wieder hinüber ans Flussufer, wo sich der Großteil des Clans um Nachtpfote versammelt hatte.



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